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Katholische Religionslehre 7

gültig ab Schuljahr 2019/20

KR7 Lernbereich 1: Auf dem Weg – Gott suchen und finden (ca. 10 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • verstehen die Pubertät als Phase der Identitätssuche, reflektieren sowohl über ihr bisheriges als auch zukünftiges Leben und diskutieren die Bedeutung von konkreten Hilfen und Begleitern auf ihrem Lebensweg.
  • deuten die Pilgerschaft als christliches Bild für den Lebensweg mit und zu Gott und erörtern, inwiefern Gott ein Begleiter sein kann.
  • erläutern und beurteilen Angebote der Kirche für die Jugend, um die Bedeutung christlicher Gemeinschaft und Spiritualität zu erfassen.
  • nehmen säkulare Kulte als Suche nach Transzendenz wahr, tauschen sich über ihre eigenen Bedürfnisse in dieser Hinsicht aus und vergleichen Ausdrucksformen sowie Inhalte säkularer Religiosität mit der christlichen Spiritualität.
  • zeigen an Lebensbildern ungewöhnlicher Gottsucher auf, wie unterschiedlich die Nachfolge Christi sein kann, und beschreiben Möglichkeiten der Gottsuche im Alltag.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Phasen der Pubertät; Probleme, Erwartungen; Lebensziele; Wegbegleiter, z. B. Eltern, Großeltern, Freunde; Hilfen, z. B. Jugendarbeit, Beratungsstellen
  • Pilgern als Lebensweg unter dem Schutz Gottes (z. B. Ps 23; 91), als Wagnis und Abenteuer mit Grenz- und Glückserfahrungen; Wallfahrtswege, z. B. Jakobs- bzw. Franziskusweg, lokale Wallfahrten
  • kirchliche Angebote für die Jugend, z. B. Weltjugendtage, Taizé (Gemeinschaft und Spiritualität), das Sakrament der Firmung
  • religiöse Phänomene und Religionsersatz: in der Musik- und Filmindustrie, z. B. Starkult, Fanartikel; im Fußball, z. B. Fangesänge, „Fußballtempel“
  • christliche Gottsucher (Joh 14,6), z. B. Augustinus, Franz von Assisi, Edith Stein, Philipp Neri, christlich motivierte Persönlichkeiten des Alltags

KR7 Lernbereich 2: Biblische Weisungen – Orientierung für ein gelingendes Leben (ca. 10 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • erklären den Zusammenhang zwischen dem Exodusgeschehen als zentraler Befreiungserfahrung des Volkes Israel und den Weisungen Gottes im Dekalog, die ein Leben in Freiheit und Verantwortung ermöglichen.
  • beurteilen die Bedeutung der Zehn Gebote als persönliche Orientierungshilfe und Grundlage menschlichen Zusammenlebens vor dem Hintergrund ihres eigenen Verständnisses von Ge- und Verboten.
  • benennen zentrale ethische Weisungen der Bergpredigt, setzen sie in Beziehung zur Reich-Gottes-Botschaft Jesu und diskutieren die „Radikalität“ ihrer Botschaft.
  • verstehen und erläutern das Liebesgebot als Zusammenfassung der biblisch-ethischen Weisungen und präsentieren Beispiele, wie es sich in einer lebendigen Gottesbeziehung sowie in der Zuwendung gegenüber Mitmenschen entfaltet.
  • illustrieren an Fallbeispielen, inwiefern das Liebesgebot als Verhaltensleitlinie in Konfliktsituationen dienen kann, und erweitern dadurch ihre Fähigkeiten, Konflikte friedlich zu lösen.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • befreiender Gott des Exodus; Zehn Worte Gottes zum Leben (Ex  20,1-17; Dtn 5,6-21); Bindung an Jahwe und Verpflichtung gegenüber den Mitmenschen
  • Gebote, Verbote, Vorschriften: Einengung der persönlichen Freiheit oder Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben in Gemeinschaft?
  • Bergpredigt, v. a. Goldene Regel (Mt 7,12) und Antithesen (Mt 5,21-48): Kontinuität und Kontrast zu alttestamentlichen Geboten; Handeln Jesu als Modell
  • Doppelgebot der Liebe: Zusammenhang zwischen Gottes-, Nächsten- und Selbstliebe (Mt 22,34-40); Jesu Aufforderung zur Feindesliebe (Mt 5,43-48); christliche Nächstenliebe früher und heute, z. B. Hilfsprojekte
  • respektvoller Umgang mit Konfliktpartnern, Gewaltverzicht, Dialog- und Versöhnungsbereitschaft; christliche Formen der Versöhnung (Vergebung, Buße)

KR7 Lernbereich 3: „Bei euch aber soll es anders sein!“ – Jesu Botschaft vom Reich Gottes (ca. 12 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • erläutern anhand ausgewählter biblischer Texte zentrale Aspekte der Reich-Gottes-Verkündigung Jesu Christi und legen dabei das Herausfordernde dieser Botschaft dar.
  • zeigen an ausgewählten Beispielen, dass Jesus sich in besonderer Weise ausgegrenzten Menschen zugewandt und deren Leben verändert hat.
  • setzen die Reich-Gottes-Botschaft in Beziehung zu ihrem Leben, deuten sie als Lebensperspektive und gestalten kreative (Hoffnungs-)Bilder.
  • präsentieren exemplarisch Lebensbilder von Menschen oder Wendepunkte in der Geschichte vor dem Hintergrund der Reich-Gottes-Botschaft.
  • skizzieren Möglichkeiten, ihren Glauben in Wort und Tat zu bezeugen, um am Reich Gottes mitzubauen.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Jesu Sichtweise: „Das Reich Gottes ist nahe!“ (Mk 1,14-15), Herrschende als Diener (Mk 10,35-45), Reichtum in der Nachfolge (Mk 10,17-31), das Unbedeutsame gewinnt Bedeutung (z. B. Mk 4,1-9; Mk 4,26-29); die Reich-Gottes-Botschaft Jesu in unterschiedlichen Textformen, z. B. Gleichnisreden, Wunderhandlungen, Nachfolgegeschichten
  • Option für die Schwachen, z. B. Zuwendung zu den Kindern und den Verlorenen (Mk 10,13-16; Lk 15,11-32); Seligpreisungen (Mt 5,3-12); Heilungen (z. B. Mk 2,1-12; Lk 13,10-17); Frage nach der wahren Gerechtigkeit (Mt 20,1-16)
  • Deutung eigener Reifungs- und Wachstumsprozesse als „Senfkörner“ des Reiches Gottes (Mk 4,30-32), z. B. vom Mutlosen zum Mutigen, vom Anfänger zum Fortgeschrittenen (Beispiele aus Musik, Schule und Sport)
  • Einsatz für die Armen in der Nachfolge Jesu, z. B. Franz von Assisi, Mutter Teresa; Einsatz für soziale Gerechtigkeit, z. B. Erwin Kräutler, Bischof Tutu
  • Realisierung sozialer und ökologischer Projekte, z. B. als Bestandteil in der Firmvorbereitung, 72-Stunden-Aktionen des BDKJ

KR7 Lernbereich 4: Ökumene – Verbindendes führt zusammen! (ca. 12 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • beschreiben die spezifischen Ausprägungen der römisch-katholischen und evangelischen Konfession.
  • erläutern das Hauptanliegen der Reformation, einen gnädigen Gott zu finden, und skizzieren den Weg zur Konfessionalisierung und deren Folgen.
  • stellen am Beispiel der Differenzierung in Ost- und Westkirche vielfältige Formen gelebten Christentums dar.
  • erklären Verbindendes in den christlichen Konfessionen und zeigen anhand der biblischen Weisung, „eins zu sein“, Möglichkeiten zu gelebter Ökumene vor Ort auf.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • konfessionelle Ausprägungen: Kirchenraum, Gottesdienst, Ämter, Religionsunterricht; evangelische und katholische Frömmigkeitsformen
  • biografischer und zeitgeschichtlicher Hintergrund Martin Luthers: religiöses Lebensgefühl, Bußverständnis (Ablasshandel), Sehnsucht nach Reformen
  • Anliegen der Reformation: Rechtfertigung allein aus Glaube und Gnade (Röm 1,16-17), Bibel als Fundament des Glaubens; Augsburger Religionsfriede; Anliegen der Gegenreformation; Unterschiede (Amts- und Sakramentenverständnis) und Gemeinsamkeiten zwischen der katholischen und evangelischen Konfession (Glaubensbekenntnis, Rechtfertigungsbotschaft)
  • Orthodoxie, z. B. geschichtliche Hintergründe, Frömmigkeitsformen, Kirchenraum, Ikonen
  • Jesu Auftrag an alle Christen, eins zu sein (Joh 17,22); ökumenische Zusammenarbeit, z. B. gemeinsame Gottesdienste, Bibelkreise

KR7 Lernbereich 5: Islam – Hingabe an Gott (ca. 12 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • erläutern Merkmale der islamischen Glaubenspraxis und begegnen Muslimen und deren Form der Religionsausübung mit Achtung und Respekt.
  • stellen das Leben Muhammads und seine Bedeutung für den Islam in Grundzügen dar, geben wichtige Daten zur Entstehung und zum Inhalt des Korans wieder und zeigen dessen Stellenwert für Muslime und islamische Gesellschaften auf.
  • beschreiben grundlegende Ausstattungsmerkmale einer Moschee und erklären ihre Bedeutung für die muslimische Gebetspraxis.
  • vergleichen zentrale Aspekte des islamischen und christlichen Glaubens und erkennen dabei, dass Dialog und Verständigung möglich sind.
  • nehmen Konfliktpotenziale und Beispiele einer friedlichen Koexistenz zwischen christlich und islamisch geprägten Kulturen wahr und setzen sich dabei mit religiösen Vorurteilen auseinander.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • „Fünf Säulen des Islam“; Alltag, z. B. Betonung des Familienlebens, Kleidung; Selbstverständnis und Stellung der Frau; Feste im Jahreskreis (v. a. Fastenbrechen und Opferfest) und im Lebenskreis, z. B. Hochzeit, Bestattungsriten; Strömungen des Islam, z. B. Sunniten, Schiiten, Aleviten
  • Prophet Muhammad: Biografie, historischer Kontext
  • Koran: Entstehung und Aufbau; zentrale Aussagen: Glaubensbekenntnis, Gebetspraxis, Heiliger Krieg; biblische Personen im Koran, z. B. Abraham, Jesus, Maria
  • Moschee: Mihrab, Minbar, Minarett; ggf. Besuch einer Moschee
  • Berührungspunkte mit dem Christentum, z. B. Monotheismus, Abraham als Stammvater, Fasten, Almosen, Wallfahrten
  • Auseinandersetzungen und friedliches Zusammenleben, z. B. Kreuzzüge, Einflüsse der islamisch-arabischen auf die christlich-europäische Kultur, fundamentalistische Tendenzen, Ansätze von Dialog und Verständigung