Lehrplan PLUS

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Bildungs- und Erziehungsauftrag des Förderzentrums

Art. 131 Verfassung des Freistaates Bayern

  1. Die Schulen sollen nicht nur Wissen und Können vermitteln, sondern auch Herz und Charakter bilden.
  2. Oberste Bildungsziele sind Ehrfurcht vor Gott, Achtung vor religiöser Überzeugung und vor der Würde des Menschen, Selbstbeherrschung, Verantwortungsgefühl und Verantwortungsfreudigkeit, Hilfsbereitschaft und Aufgeschlossenheit für alles Wahre, Gute und Schöne und Verantwortungs­bewusst­sein für Natur und Umwelt.
  3. Die Schüler sind im Geiste der Demokratie, in der Liebe zur bayerischen Heimat und zum deutschen Volk und im Sinne der Völkerversöhnung zu erziehen.

1.1 Werteorientierung in einer demokratischen Gesellschaft
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Das pädagogische Handeln im Unterricht und im Schulleben des Förderzentrums orientiert sich an den in Artikel 131 der Verfassung des Freistaates Bayern genannten Bildungszielen sowie an den Grundsätzen von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit im Sinne des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland und der Verfassung des Freistaates Bayern. Eine weitere Grundlage bildet das Bayerische Gesetz über das Erziehungs- und Unterrichtswesen.


Auf der Grundlage dieser Bildungsziele, Grundsätze und Werte beobachten und überdenken die Schülerinnen und Schüler ihr Handeln und ihre Begegnungen mit Mitschülerinnen und Mitschülern in alters- und entwicklungsangemessener Weise. Sie erfahren in ihrem schulischen Alltag die Bedeutung und Notwendigkeit eines demokratischen, achtsamen, toleranten und respektvollen Umgangs. Im gemeinsamen Schulleben und durch die Auseinandersetzung mit anderen Meinungen und Lebensweisen erweitern sie ihren Erfahrungshorizont, ihre Bewertungsmaßstäbe sowie ihre Handlungsmöglichkeiten. Das Förderzentrum unterstützt die Schülerinnen und Schüler auf ihrem Weg, Verantwortung gegenüber sich selbst und anderen zu übernehmen, um als mündige Bürgerinnen und Bürger am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen und dieses mitzugestalten. Kinder und Jugendliche haben das Recht, im Rahmen ihrer Möglichkeiten an Entscheidungen mitzuwirken, die sie selbst sowie die Klassen- und Schulgemeinschaft betreffen.


1.2 Bildung, Erziehung und Förderung am Förderzentrum
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Das Förderzentrum ist ein erster oder alternativer schulischer Lernort, kann temporärer Förderort sein und führt je nach Bildungsgang zum erfolgreichen oder qualifizierenden Abschluss der Mittelschule, zum Mittleren Schulabschluss, zum Abschluss des Bildungsgangs Lernen, ggf. zur Hochschulreife oder zum individuellen Abschluss. Es ist ein Bildungsort für Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichen Stärken, Interessen, Lern- und Entwicklungsvoraussetzungen, kulturellen und sozioökonomischen Hintergründen sowie unterschiedlich verlaufenden Biografien und mit individuellen Förderbedürfnissen im Bereich körperliche und motorische Entwicklung, Hören, Sehen, Lernen, geistige Entwicklung, Sprache bzw. emotional-soziale Entwicklung.

Anschließend an den Besuch des Kindergartens oder der Kindertageseinrichtung, der schulvorbereitenden oder heilpädagogischen Einrichtung verwirklicht das Förderzentrum den ihm eigenen Bildungs-, Erziehungs- und Förderauftrag, indem es eine den individuellen Voraussetzungen und Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen gemäße Bildung und Erziehung vermittelt, zur Persönlichkeitsentwicklung beiträgt und die soziale, kulturelle und berufliche Entwicklung unterstützt. Das Förderzentrum erfüllt den Anspruch des bayerischen Bildungssystems nach einer hohen Durchlässigkeit zum einen innerhalb der verschiedenen Bildungsgänge des Förderzentrums und zum anderen durch die Begleitung der Übergänge in Grund-, Mittel- oder Realschule und Gymnasium, mit dem Ziel, Kindern und Jugendlichen entwicklungsgemäß Wege zum gemeinsamen Leben und Lernen in allen Schularten zu eröffnen.

Gemeinsames Lernen und Leben in der Schule rückt die individuellen Entwicklungsvoraussetzungen und biografischen Erfahrungen des Kindes und Jugendlichen  in den Mittelpunkt. Die Lern- und Lebensumgebung des Förderzentrums ist so gestaltet, dass sie ganzheitlich und individuell die fachlichen, methodischen, personalen und sozialen Kompetenzen aller Schülerinnen und Schüler fordert und fördert und dabei an den biografischen, kulturellen, weltanschaulichen und religiösen Erfahrungen anknüpft. Ein gelingender Bildungsprozess führt zu einem selbstbestimmten und selbständigen Leben. Eine wertschätzende und annehmende pädagogische Beziehung begleitet die Schülerinnen und Schüler auf ihrem Weg zu einer positiven Lebenssicht und zur personalen Identität. Die Balance zu finden zwischen notwendiger Unterstützung und weitest gehender Selbstständigkeit, ist dabei eine der zentralen Herausforderungen für die Gestaltung der Pädagogik am Förderzentrum.

Eine positive Freizeit- und Lebensgestaltung und die Entwicklung persönlicher Lebensperspektiven und beruflicher Orientierung sind zentrale Aspekte von Bildung und Erziehung am Förderzentrum, insbesondere vor dem Hintergrund der besonderen Bedürfnisse und eigenen Möglichkeiten der Schülerinnen und Schüler. Bei der Planung und Gestaltung von Lern- und Entwicklungsprozessen legen die Lehrkräfte Wert darauf, dass alle Schülerinnen und Schüler Fähigkeiten und Fertigkeiten erwerben, die sie zur unmittelbaren Bewältigung von Anforderungen des modernen Alltags befähigen. Vielfältige und lebensnahe Lernsituationen in der Schule und im Unterricht sowie reale Gegebenheiten bieten Gelegenheiten zum Aufbau und zur Anwendung von Fach- und Methodenkompetenzen und zur Erweiterung der persönlichen und sozialen Erfahrungen. Die Schülerinnen und Schüler entwickeln und vertiefen am Förderzentrum Kompetenzen und erleben die Schule als Lern- und Lebensraum. Die an Unterricht, Förderung und Erziehung beteiligten Personen des Förderzentrums wirken partnerschaftlich mit Eltern, Familien, Erziehungs- und Sorgeberechtigten sowie mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern anderer Bildungseinrichtungen und außerschulischen Akteuren zusammen, um jede Schülerin bzw. jeden Schüler auf ihrem bzw. auf seinem  Bildungsweg zu begleiten und in der Entwicklung zu einer selbstständigen sowie verantwortungs- und wertebewusst handelnden Persönlichkeit zu stärken und zu unterstützen.


1.3 Profilbildende Elemente des Förderzentrums mit dem Förderschwerpunkt Hören
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Das Förderzentrum bietet eine große Vielfalt förderschwerpunktspezifischer Angebote sowie diagnostische, didaktisch-methodische und pädagogische Fachlichkeit. Somit stellt es ein Kompetenzzentrum für den jeweiligen Förderschwerpunkt dar.


Sonderpädagogische Kompetenz und bedürfnisgerechte Ausstattung
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Durch die vorhandenen fachlichen Professionen am Förderzentrum wird den Bedürfnissen der Schülerinnen und Schülern in besonderem Maße Rechnung getragen.
Am Förderzentrum Hören ermöglicht die Einbeziehung von Fachdiensten aus den Bereichen Logopädie, Ergo- und Physiotherapie, Psychologie und Sozialpädagogik sowie die Zusammenarbeit mit Hörgeräteakustikerinnen und Hörgeräteakustikern, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der CI-Zentren und HNO-Ärztinnen und Ärzten eine Umsetzung des Bildungs- und Erziehungsauftrags. Zudem besteht eine enge Kooperation mit der heilpädagogischen Tagesstätte, dem heilpädagogischen Internat, mit Einrichtungen der Jugendhilfe, der Therapie, mit weiteren Fachdiensten und anderen an der Erziehung und Förderung beteiligten Unterstützungssystemen.


Diagnostik
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Erziehung, Unterricht und Förderung am Förderzentrum Hören orientieren sich stets an den individuellen auditiven Wahrnehmungsfähigkeiten der Schülerinnen und Schüler sowie am psychomotorischen, kognitiven, emotional-sozialen und sprachlichen Entwicklungsstand.
Ärztliche und pädaudiologische Befunde, die Diagnostik des funktionalen Hörens sowie Beobachtungen bezüglich der Kommunikations- und Absehstrategien, der sprachlichen und gebärdensprachlichen Fähigkeiten, der Kompetenzen und Unterstützungsbedürfnisse bilden die Grundlage für die Planung von individuellen Fördermaßnahmen. Diese werden in den Bereichen der auditiven Wahrnehmung, des Absehens, der sprachlichen Entwicklung, der Kommunikationsstrategien und ggf. durch den Einsatz und die Vermittlung von Gebärden/Gebärdensprache umgesetzt. Fortschritte und unterstützende Maßnahmen, wie z. B. die Verwendung individueller Hilfsmittel, werden im Förderplan dokumentiert.
Bei der Überprüfung der Lernausgangslage der Schülerinnen und Schüler, z. B. zu Beginn eines neuen Schuljahrs, werden auch bei der Auswahl der Testverfahren die individuellen auditiven Wahrnehmungsfähigkeiten und sprachlichen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler berücksichtigt.


Profilbildende Fächer am Förderzentrum Hören
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Am Förderzentrum Hören erwerben die Schülerinnen und Schüler Kompetenzen, die die Alltagsbewältigung unter dem Aspekt eines Lebens mit individueller Höreinschränkung  oder mit Gehörlosigkeit erfolgreich gelingen lassen. Dafür erhalten sie Unterricht und Förderung in Fächern, die in Kompetenzerwartungen und Inhalten an die auditiven Wahrnehmungsfähigkeiten der Schülerinnen und Schüler angepasst sind, sowie in Fächern, die eigens für die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler konzipiert sind. Solche profilbildenden Fächer am Förderzentrum Hören sind die Fächer Deutsche Gebärdensprache, Rhythmik und Musik sowie das Fach Deutsch. Zuletzt Genanntes stellt in besonderer Weise die Sprachwahrnehmung und –verarbeitung, die Sprechverbesserung  sowie die Erweiterung sprachlicher und kommunikativer Kompetenzen in den Mittelpunkt seiner Förderabsichten, damit die Schülerinnen und Schüler sich in der Lage sehen, an gelingenden Kommunikationsprozessen teilzuhaben.


Schulhausgestaltung und räumliche Ausstattung
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Die Gestaltung der Unterrichtsräume sowie ausgewählte Materialien bieten eine bedürfnis- und handlungsorientierte Auseinandersetzung mit den Themen und Fragestellungen des Unterrichts. Die Schulhausgestaltung und die Unterrichtsräume am Förderzentrum Hören werden besonders in Hinblick auf eine gute Beleuchtung und Störschall dämmende Raumakustik ausgestattet. Eine halbkreisförmige Sitzordnung in den Klassen ermöglicht allen Schülern eine gute Sicht auf Lehrkraft, Tafel und Mitschüler, um die zusätzliche visuelle Unterstützung und Förderung des Absehens zu gewährleisten.
Zur Ausstattung der Unterrichtsräume gehören auch digitale Unterstützungsmedien (z. B. Tablet, Computer mit speziellen Lernprogrammen und Internet-Zugang) und Gebärdensprachlexika.
Zusätzlich erleichtert eine Klassenhöranlage im Klassenzimmer, die alle Schülerinnen und Schüler nutzen, die lautsprachliche Kommunikation im Unterricht.
In einigen Räumen wie z. B. in der Sport- oder Schwimmhalle und im Fachraum für Rhythmik und Musik erfahren die Schülerinnen und Schüler durch Lichtblitzanlagen und sogenannte schwingende Böden eine weitere Perzeptionsmöglichkeit über den visuellen und/oder taktil-kinästhetischen Sinn.


Schulvorbereitung und Mobile Sonderpädagogische Hilfe
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An das Förderzentrum kann eine schulvorbereitende Einrichtung (SVE) angegliedert sein. Pädagogische, heil- und sonderpädagogische Fachkräfte fördern entwicklungsgemäß motorische, kognitive, sprachliche, emotionale und soziale Voraussetzungen für erfolgreiches schulisches Lernen der Kinder bis zur Einschulung. Im Anschluss an die SVE besucht das Kind eine Grundschule oder ein Förderzentrum. Die Mobile Sonderpädagogische Hilfe (MSH) bietet noch nicht schulpflichtigen Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf und deren Familien Angebote früher Förderung und berät Kindertageseinrichtungen bei deren Umsetzung.


Schulstufen und Sprachlerngruppen
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Die Grundschulstufe des Förderzentrums Hören umfasst die Jahrgangsstufen 1 bis 4. Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten in Eingangsklassen die Kompetenzen der Jahrgangsstufe 1 und 2 in drei Jahren (1, 1A, 2). Sowohl in der Grund- als auch in der Mittelschulstufe kann jahrgangsgemischt unterrichtet werden. Ebenso ist eine Unterrichtung nach verschiedenen Lehrplänen innerhalb eines Klassenverbandes möglich. Die Mittelschulstufe baut auf die Grundschulstufe auf und führt in den Klassen der Jahrgangsstufen 5 bis 9 bzw. 5 bis 10 zum erfolgreichen oder qualifizierenden Abschluss der Mittelschule bzw. zum Mittleren Schulabschluss.
Beim gemeinsamen inklusiven Unterricht von hörgeschädigten und hörenden Schülern ohne zusätzlichen sonderpädagogischen Förderbedarf kann die Grundschulzeit 4 Jahrgangsstufen umfassen.
Die individuellen Kommunikationsbedürfnisse der hörgeschädigten Schülerinnen und Schüler finden in den verschiedenen Sprachlerngruppen Berücksichtigung.
Die Sprachlerngruppen umfassen ein differenziertes Angebot an lautsprachlicher und bilingualer Förderung und bieten ggf. Unterstützung durch den Einsatz von lautsprachbegleitenden Gebärden. Am Förderzentrum Hören werden folgende Sprachlerngruppen unterschieden:

SpLG I - hörgerichtet, geöffnet
SpLG II - hörsehgerichtet
SpLG III - hörsehgerichtet mit manuellen Hilfen
SpLG IV - bilingual
SpLG V - für Schüler mit AVWS

Sprachlerngruppen sind jahrgangsbezogen oder jahrgangsübergreifend zusammengesetzt, wobei die Möglichkeit des Wechsels in eine andere Sprachlerngruppe aufgrund der Durchlässigkeit des Schulsystems stets gewährleistet ist.


Einsatz von Gebärden/manuellen Kommunikationsmitteln
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Am Förderzentrum Hören erwerben die Schülerinnen und Schüler Kompetenzen in verschiedenen sprachlichen Handlungsfeldern unter Einsatz und Verwendung unterschiedlicher Unterstützungssysteme. So nutzen die Schülerinnen und Schüler ggf. den Einsatz des Fingeralphabets, den Gebrauch von lautsprachunterstützenden oder –begleitenden Gebärden oder der Gebärdensprache in Abhängigkeit von ihren individuellen kommunikativen Bedürfnissen. Dies kann entweder grundlegend oder  als Hilfe zum Aufbau der deutschen (Laut-)Sprache geschehen. Die Schülerinnen und Schüler erfassen die Deutschen Gebärdensprache als eigenständiges Sprachsystem und erwerben je nach ihren individuellen kommunikativen Bedürfnissen Kompetenzen der verschiedenen gebärdensprachlichen Systeme und wenden diese in verschiedenen Unterrichts- und Alltagssituationen an.


Mobiler Sonderpädagogischer Dienst
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Der Mobile Sonderpädagogische Dienst (MSD) bietet individuelle Unterstützung bei der Erziehung und Unterrichtung von Kindern und Jugendlichen an Förderzentren mit anderen Förderschwerpunkten, an der wohnortnahen Grund- und Mittelschule, sowie an weiterführenden Schulen. Ziel von Beratung und Förderung ist es, gemeinsam mit allen Erziehungsverantwortlichen den Kindern und Jugendlichen das Lernen und Leben in ihrem schulischen Umfeld ihren persönlichen Möglichkeiten entsprechend zu gewährleisten.
Die Aufgaben des MSD werden im BayEUG (Art. 21 Abs. 1 Satz 2) beschrieben: „Mobile Sonderpädagogische Dienste diagnostizieren und fördern die Schülerinnen und Schüler, sie beraten Lehrkräfte, Erziehungsberechtigte und Schülerinnen und Schüler, koordinieren sonderpädagogische Förderung und führen Fortbildungen für Lehrkräfte durch.“


Unterrichtsmedien und Hilfsmittel
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Um kompetenzorientiertes Lernen optimal zu gestalten, finden im Unterricht mit schwerhörigen und gehörlosen Kindern und Jugendlichen Arbeits- und Unterrichtsmedien Verwendung, die an das individuelle Hörvermögen der Schülerinnen und Schüler angepasst sind.
Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt Hören nutzen das Angebot von ausgewählten visuell veranschaulichenden Unterrichtsmedien, um Erfahrungen zu sammeln und Wissen aufzubauen. In Bezug auf sprachliche Komplexität vereinfachte Texte ermöglichen den Schülerinnen und Schülern Zugänge zu Informationen, und Literatur im Allgemeinen.
Gemeinsam mit der Lehrkraft beurteilen und beschreiben die Schülerinnen und Schüler die Vorteile des Einsatzes audio-visueller und auditiver Medien sowie spezieller Medien für Hörgeschädigte, wie Filme mit Untertiteln oder Gebärdenbegleitung. Sie setzen individuelle Hilfsmittel, wie Hörgeräte, routiniert ein und beschreiben situationsangemessen ihren individuellen Unterstützungsbedarf.


Antlitzgerichtetheit und Blickwinkel
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Unabhängig von der jeweiligen Unterrichtsform achten Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler gemeinsam darauf, dass grundlegende Kommunikationsstrategien und  -regeln, die die Wahrnehmung und das Verständnis gesprochener Sprache erleichtern, Umsetzung erfahren. So erhält jede Schülerin und jeder Schüler unmittelbare Sicht zur Lehrkraft und zu den Mitschülerinnen und Mitschülern, damit während der Kommunikation der Blick auf den Sprechenden gerichtet ist. Schülerinnen und Schüler sind sich möglicher Schwierigkeiten beim Absehen bewusst, diese sind z. B. ungünstiger Blickwinkel durch Höhenunterschiede in Bezug auf die Gesichter des Sprechenden und des Absehenden oder ungünstige Sitzpositionen, z. B. seitlich oder hinter der Lehrkraft oder im toten Winkel, und vermeiden diese aktiv. Die Lehrkraft ermöglicht Verstehen zusätzlich durch eine zugewandte Kopfhaltung und den Einsatz mimischer, gestischer und visualisierender Elemente. Variationen in der Unterrichtsgestaltung, Rhythmisierung, Ritualisierung und Strukturierung des Unterrichts sowie die bewusste Einhaltung von Hörpausen verhindern eine einseitige Hör-Seh-Haltung und beugen Überanstrengung und rascher Ermüdung vor.
Regeln, die das Gelingen von Kommunikationsprozessen im Unterricht bedeutsam unterstützen, werden gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern am Förderzentrum Hören erarbeitet und befolgt. Dazu zählen beispielsweise die Verwendung der Höranlage, die deutliche Bekanntgabe des Themas, das ruhige Melden, das Ausführen von Antlitzgerichtetheit, die Unterstützung des Gesagten durch Mimik, Gestik und Visualisierung, ggf. die Verwendung von gebärdensprachlichen Elementen und das Sprechen jeweils nur einer Person sowie das Anzeigen des Sprechers im Sinne einer raschen räumlichen Orientierung und Zuwendung zum aktuellen Gesprächspartner.


Sprechweise und Sprechtempo
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Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkräfte erleichtern gegenseitiges Verstehen und Absehen der gesprochenen Sprache durch eine möglichst natürliche Sprechweise und ein ebensolches Mundbild sowie ein leicht vermindertes Sprechtempo. Sie vermeiden bewusst übertriebene Sprechbewegungen sowie zu schnelles oder zu langsames Sprechen. Die Lehrkraft ist dabei stets sprachliches Vorbild. Schülerinnen und Schüler erwerben darüber hinaus Strategien, um aus vorgeschalteten Themenangaben assoziative Ergänzungen zum sprachlichen Kontext zu entnehmen.


Lichtbedingungen
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Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte sind sich der Bedeutung von angemessenen Lichtverhältnissen als Voraussetzung für erfolgreiches Absehen bewusst. Sie achten gemeinsam auf eine optimale Ausleuchtung der Unterrichtsräume sowie dem Absehen förderliche Strategien. Schülerinnen und Schüler folgen grundlegenden Prinzipien, die das Absehen erleichtern.  So vermeiden sie Blendung, Gegenlicht und Schatten durch die Position des Sprechers im Raum und nehmen so die Sprechbewegungen des Sprechenden ohne zusätzliche Anstrengung wahr.


1.4 Inklusion
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„Inklusiver Unterricht ist Aufgabe aller Schulen.“ (Art. 2 Abs. 2 BayEUG)
Förderzentren mit spezifischen sonderpädagogischen Förderschwerpunkten sind in Bayern zum einen Lernorte mit bedarfsgerechten Bildungsangeboten und zum anderen Beratungs- bzw. Kompetenzzentren mit sonderpädagogischen Angeboten für allgemeine Schulen. Als Teil des inklusiven Schulsystems in Bayern unterstützen Lehrkräfte für Sonderpädagogik als Mobiler Sonderpädagogischer Dienst oder als Mobile Sonderpädagogische Hilfe allgemeine Schulen und unterrichten, erziehen und fördern in Klassen mit festem Lehrertandem, an Schulen mit dem Profil Inklusion sowie in Kooperationsklassen. Eine enge Zusammenarbeit zwischen den Lehrkräften einer allgemeinen Schule und einer Lehrkraft oder mehreren Lehrkräften des Förderzentrums findet in Partnerklassen statt. Einige Förderzentren mit den Förderschwerpunkten Sehen, Hören und körperliche-motorische Entwicklung bilden offene Klassen im Förderzentrum, die Schülerinnen und Schüler ohne Förderbedarf aufnehmen. Alle kooperativen Lernformen eröffnen Kindern und Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf Möglichkeiten der Beteiligung an gemeinsamer Bildung und Erziehung und des Ausschöpfens der eigenen Entwicklungspotenziale. Förderzentren mit dem Profil Inklusion zeichnen sich durch eine vielfältige Unterstützung der Inklusion in der Region aus. Die Profilschulen entwickeln regional angepasste, innovative Ideen und gestalten deren Umsetzung in Unterricht und Schulleben.


2 Kinder und Jugendliche am Förderzentrum mit dem Förderschwerpunkt Hören
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Erziehung, Unterricht und Förderung orientieren sich an den individuellen Unterstützungs- und Förderbedürfnissen der einzelnen Schülerin, des einzelnen Schülers und haben neben dem Erwerb der Kompetenzen der allgemeinen Schule die Ausbildung entwicklungsbezogener Kompetenzen in den Bereichen Motorik und Wahrnehmung, Denken und Lernstrategien, Kommunikation und Sprache und Emotionen und Soziales Handeln zum Ziel. Das Förderzentrum besuchen Kinder und Jugendliche, die aufgrund von persönlichen, familiären und bzw. oder sozialen Bedingungen im Lernen oder in der Entwicklung so beeinträchtigt sind, dass der individuelle Bildungsweg gefährdet ist. Die Schülerschaft mit dem Förderbedarf Hören ist aufgrund der zahlreichen individuellen Faktoren in der Hörentwicklung äußerst heterogen. Sie umfasst:

  • Schülerinnen und Schüler mit einer vorübergehenden Beeinträchtigung des Hörens und daraus resultierenden sprachlich-kommunikativen oder psycho-sozialen Folge- und Begleiterscheinungen.
  • Schülerinnen und Schüler, die Lautsprache mit Hilfe von Hörhilfen (Hörgeräte, Cochlea-Implantate, Höranlagen) identifizieren und eigenes Sprechen über die auditive Rückkopplung kontrollieren.
  • Schülerinnen und Schüler, die Lautsprache auch mit Hörhilfen nicht oder nur rudimentär auf natürliche Weise auf dem auditiv-imitativen Weg entwickeln, sondern auf die visuelle Unterstützung unter Nutzung des Absehens, des Einsatzes der Schriftsprache und manueller Kommunikationsmittel (lautsprachbegleitende Gebärden, Fingeralphabet) sowie auf die Deutsche Gebärdensprache angewiesen sind.
  • Schülerinnen und Schüler mit einer Auditiven Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung. Kinder und Jugendliche mit einer Auditiven Verarbei-tungs- und Wahrnehmungsstörung weisen Beeinträchtigungen in der auditiven Wahrnehmung, im auditiven Verstehen, im auditiven Kurzzeitgedächtnis und somit im sprachlichen Verstehen und sprachlichen Gedächtnis auf. Die Auswirkungen einer AVWS sind mit denen einer leicht- bis mittelgradigen Hörschädigung vergleichbar, wobei im Falle einer AVWS das Tragen von individuellen Hörhilfen keine Unterstützung bietet, da das periphere Gehör vollkommen intakt ist.
  • hörende Schülerinnen und Schüler, deren  Eltern gehörlos sind (children of deaf adults = CODA).

Ebenso wie bei hörenden Kindern und Jugendlichen liegen auch bei hörgeschädigten Schülerinnen und Schülern – neben Mehrfachbehinderungen unterschiedlicher Schweregrade – oft Teilleistungsschwächen in sprachlichen und in nicht sprachlichen Bereichen vor, etwa in der Wahrnehmung, der Motorik oder der emotional-sozialen Entwicklung. Auch Mehrsprachigkeit kann für hörgeschädigte Schülerinnen und Schüler eine zusätzliche Herausforderung darstellen, wenn sie neben der Familiensprache (und Familiengebärden) die deutsche Sprache (und zusätzlich bei Bedarf auch die deutsche Gebärdensprache) erwerben.
Hören ist für die kindliche Entwicklung, für das Denken und das Handeln sowie für die Orientierung in der Umwelt von herausragender Bedeutung. Hören bildet die Voraussetzung dafür, dass auditive Sinneseindrücke, insbesondere die Lautsprache, wahrgenommen werden können. Eine unvollständige, veränderte oder fehlende Lautsprachperzeption wirkt sich maßgeblich auf den Spracherwerb und die Kommunikation sowie die Persönlichkeitsentwicklung aus.

Die Einschränkungen, die sich evtl. aus einer Hörschädigung ergeben, sind im Einzelfall durch eine Vielzahl von Faktoren bestimmt. Der Zeitpunkt des Eintritts der Hörschädigung, die Dauer ihres Bestehens, das individuelle Hörvermögen, das Selbstkonzept des Kindes/des Jugendlichen sowie seine individuellen Lern- und Leistungsvoraussetzungen sind wichtige Faktoren. Auch bereits durchgeführte Fördermaßnahmen sowie die Versorgung mit technischen und elektronischen Hilfsmitteln und der Zeitpunkt der Erstförderung und -versorgung sind entscheidend. Zudem haben die Einstellung und das Verhalten von Bezugspersonen, familiäre Lebensbedingungen sowie soziale und kulturelle Einflüsse Auswirkungen auf den Umgang mit der Hörschädigung. Ausschlaggebend ist, wie die Schüler und Schülerinnen ihr vorhandenes Hörvermögen einsetzen und in ihrem Alltag nutzen.


Auswirkungen von Hörschädigungen im sprachlich-kommunikativen Bereich
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Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt Hören stehen vor der Herausforderung, dass sie aufgrund des verminderten oder fehlenden Hörvermögens, Sprache nur in begrenztem Umfang aufnehmen. Dies hat Auswirkungen auf den passiven und aktiven Sprachbesitz, die Wahrnehmung und die Kenntnis grammatischer Formen und Satzstrukturen, das Sprachverständnis, im mündlichen und schriftlichen Sprachgebrauch sowie auf die Begriffsbildung. Unsicherheiten in der Beherrschung von grammatikalischen Strukturen wirken sich auf die Fähigkeiten zur Sinnentnahme aus Texten und auf das Sprachverstehen aus. Schülerinnen und Schüler mit Höreinschränkungen wenden die Strategie der auditiven Selbstkontrolle in Abhängigkeit von ihrem individuellen Hörvermögen bei der Sprachproduktion an, sind sich aber gleichzeitig bewusst, dass eingeschränktes Hören sich auf Aussprache und Intonation auswirkt und erbitten Rückmeldung, um ihr Aussprachevermögen realistisch einzuschätzen. Zudem setzen Schülerinnen und Schüler die Strategie des Absehens vom Mund zur  Aufnahme von Sprache ein und benennen mögliche Ungenauigkeiten und Fehlerquellen während des Kommunikationsprozesses, die das Verfolgen dieser Strategie erschweren.
Je nach individuellem Bedarf nutzen Kinder und Jugendlichen am Förderzentrum Hören für eine gelingende Kommunikation manuelle Hilfsmittel wie das Fingeralphabet, das phonembestimmte Manualsystem, lautsprachunterstützende oder –begleitenden Gebärden. Diese und der Einsatz der Deutschen Gebärdensprache bieten sich dann an, wenn die beteiligten Kommunikationspartner der Dekodierung dieser sprachlichen Elemente/dieser Sprache mächtig sind. Dabei gilt, dass ein natürlicher Erwerb sowie eine ebensolche Entwicklung der Gebärdensprache als Erstsprache nur dann erfolgen kann, wenn auch die Eltern gebärdensprachkompetent sind. Dies ist bei wenigen der meist hörenden Eltern der Fall.


Auswirkungen von Hörschädigungen im psycho-sozialen Bereich
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Die Herausbildung einer „inneren Sprache“, die maßgeblich zur Ausbildung kognitiver Strukturen beiträgt sowie die Entfaltung und Steuerung von Emotionen sind eng mit den individuellen auditiven Fähigkeiten der Kinder und Jugendlichen verknüpft. Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt Hören erwerben Kompetenzen, um Erschwernissen im sozialen Handeln in den Bereichen Empathie, Perspektivübernahme oder Rollenverständnis zu begegnen und diese zu kompensieren und mögliche Folgen einer eingeschränkten Kommunikation mit der hörenden Umwelt, wie zum Beispiel Rückzug und Isolation, zu vermeiden.
Eine Hörschädigung kann Auswirkungen auf die motorische und kognitive Entwicklung, hier insbesondere auf die Entfaltung des sprachlogischen Denkens und Handelns in Laut-, Schrift- und ggf. Gebärdensprache haben. Ebenso kann das beiläufige Lernen durch Beeinträchtigungen auf dem auditiven Kanal stark negativ beeinflusst oder gar verhindert werden. Solche Umstände führen häufig zu Verunsicherungen bei hörgeschädigten Kindern und Jugendlichen, was Folgen auf die emotional-soziale Entwicklung nach sich zieht und die gesamte Persönlichkeitsentwicklung des jungen Menschen beeinflussen kann.

Das Förderzentrum Hören versteht sich als Lernort, der folgende Bildungs- und Erziehungsziele anstrebt:


Grundlegende Kompensationskompetenzen
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Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf Hören erwerben im Vergleich zu hörenden Schülern zusätzliche Kompetenzen, um ihren Alltag zu bewältigen und sich zu einer selbstständigen Persönlichkeit zu entwickeln. Dazu gehören vor allem Hör- und Kommunikationstaktik, Kenntnis von technischen Hilfen und der verantwortungsbewusste Umgang mit diesen sowie der Umgang mit eigenen Einschränkungen in alltäglichen Situationen.


Sprachliche Kompetenzen und Kommunikationskompetenzen
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Der Erwerb von sprachlichen Kompetenzen in der Laut- und Schriftsprache, aber auch in der Gebärdensprache ist für hörgeschädigte Schülerinnen und Schüler ein wichtiger Bestandteil schulischer Bildung. Der individuelle Entwicklungsstand der einzelnen Schülerin/des einzelnen Schülers in Bezug auf Wort-, Wissens- und Erfahrungsschatz bilden die Voraussetzung für Förderung und Reflexion eigener Lern- und Denkwege. Der Unterricht am Förderzentrum Hören umfasst Förderung in wesentliche Grundlagenbereichen wie: 

  • Entwicklung des Hörens und der Lautsprache
  • Rhythmisch-musikalische Erziehung bei der Sprech- und Spracherziehung
  • Förderung des auditiven Kurzzeitgedächtnisses
  • individuelle Sprechförderung
  • Entwicklung der Schriftsprache
  • Gebrauch gebärdensprachlicher und manueller Kommunikationsmittel ggf. Entwicklung der Deutschen Gebärdensprache (DGS)
  • Hörerziehung
  • Schulung des Absehens
  • Kommunikationstaktik und Hörgeschädigtenkunde
  • Verwendung spezifischer Hilfen und Kommunikationssicherung

Der Erwerb von Kommunikationskompetenzen geht über die sprachlichen Kompetenzen hinaus und umfasst auch den Aufbau allgemeiner Kompetenzen wie Dialogfähigkeit, Empathie und Rollenverständnis.


Soziale Handlungsfähigkeit
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Schülerinnen und Schüler erwerben am Förderzentrum Hören Kompetenzen sowie kompensatorische Strategien, um fehlende auditive Erfahrungen auszugleichen und Missverständnisse oder Unsicherheiten, die sich aufgrund verschiedener Kommunikationsmodi ergeben, wahrzunehmen, aufzufangen und zu vermeiden. Sie schulen und erweitern ihre Fähigkeiten zum Beispiel in Rollenspielen und szenischen Darstellungen und reflektieren den Umgang mit Kommunikationsmedien, um kommunikative Situationen erfolgreich zu gestalten und neue sprachliche Handlungsfelder und soziale Kontakte aufzubauen.


3.1 Lernen als aktiver und individueller Prozess
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Lernen ist ein aktiver und individueller Prozess, bei dem sich die Schülerinnen und Schüler handelnd mit der Welt auseinandersetzen. Sie bilden unterschiedliche Fähigkeiten und Fertigkeiten, persönliche Einstellungen und Begabungen zu verschiedenen Zeiten aus. Der Erwerb von Kulturtechniken, von Fach- und Methodenkompetenzen, die Entwicklung von Selbstvertrauen, eines realistischen Selbstbildes sowie von Kritik- und Kooperationsfähigkeit mündet in eine Handlungskompetenz, die es ermöglicht, zukünftige Anforderungssituationen und Problemstellungen selbständig und eigenverantwortlich zu bewältigen und zu lösen. Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte gestalten Lernen gemeinsam und tauschen sich über Ergebnisse und Vorgehen aus. Die Beziehung der Pädagoginnen und Pädagogen zum Kind oder zum Jugendlichen ist von entscheidender Bedeutung, wenn sie Beobachter, Gestalter, Dialogpartner und Verhaltensmodell von und für Lernen sind.


3.2 Kompetenzorientierung in Unterricht
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Ausgehend von der individuellen Lernausgangslage, die sowohl die spezifischen visuellen und auditiven Wahrnehmungsvoraussetzungen als auch den Stand der Entwicklung in den Bereichen Motorik und Wahrnehmung, Denken und Lernstrategien, Kommunikation und Sprache, Emotionen und soziales Handeln einbezieht, setzen sich die Schülerinnen und Schüler handelnd mit lebenswelt- und zukunftsbedeutsamen Themen und Fragestellungen auseinander. Sie erweitern ihre Kenntnisse und Fähigkeiten auf der Basis ihrer bisherigen Lebens- und Lernerfahrungen, unter Einbezug ihrer Interessen und ihrer Motivation, an denen sich die Unterrichtsthemen orientieren, und übertragen Erkenntnisse und Ergebnisse auf neue Aufgabenstellungen.

Der Unterricht des Förderzentrums rückt den individuellen Lernprozess der Schülerin oder des Schülers in den Mittelpunkt. Unterstützung, Arbeits- und Hilfsmittel, Materialien sowie räumliche, organisatorische und personelle Rahmenbedingungen ermöglichen erfolgreiche Lernprozesse. Die Lehrkraft plant ggf. in Kooperation mit weiteren an Unterricht und Erziehung beteiligten Personen orientiert am Niveau des Lehrplans der Grundschule bzw. des Lehrplans der Mittelschule Lernvorhaben unter Einbeziehung der im individuellen Förderplan beschriebenen Fördermaßnahmen und auf der Grundlage der sonderpädagogischen bzw. medizinischen Diagnostik. Ausgangspunkt für die Planung der nächsten Lernschritte sind die erreichten individuellen Kompetenzen, die die Lehrkraft beobachtet und beschreibt. Auf die Förderung der Lernmotivation richten Lehrkräfte eine besondere Aufmerksamkeit und stärken diese vor allem durch Aufgabenstellungen, die erfolgreiche Lernergebnisse und passende Lernwege zulassen sowie durch die Berücksichtigung persönlicher Interessen und Stärken. Durch die Reflexion von Lernwegen und Lernergebnissen nehmen die Kinder und Jugendlichen eigene Leistungen wahr und beschreiben den eigenen Lernfortschritt. Die Lehrkraft gestaltet diese Phasen des gemeinsamen Sprechens über Lernen als Dialogpartner und Lernbegleiter.

LehrplanPLUS versteht Kompetenzen als fachspezifische und überfachliche Fähigkeiten und Fertigkeiten, die Wissen und Können miteinander verknüpfen. Dies befähigt die Schülerinnen und Schüler, zu verstehen, zu reflektieren, schlüssig zu argumentieren, fundiert zu urteilen und neue Anforderungen zu bewältigen. Der Lehrplan definiert Inhalte und beschreibt Kompetenzerwartungen auf einem mittleren Anforderungsniveau. Die entwicklungsbezogenen Kompetenzen zeigen eine entwicklungslogische Progression auf.


3.3 Haltung und Rolle der Lehrkraft
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Der stärkste Antrieb zu lernen ist wahrgenommen zu werden. Pädagoginnen und Pädagogen am Förderzentrum sehen jedes Kind und jede Jugendliche bzw. jeden Jugendlichen als Person mit allen Schwierigkeiten und Möglichkeiten, akzeptieren sie ohne zu werten und begegnen ihnen offen. Neben den jeweils eigenen Potenzialen und Ressourcen der Schülerin oder des Schülers nehmen die Lehrkräfte die Gestaltung der gegenwärtigen Situation und zukünftiger Perspektiven als Bezugspunkt für pädagogisches Handeln in den Blick. Dabei unterstützen und helfen sie Kindern, Jugendlichen und Erziehungs- und Sorgeberechtigten soweit wie nötig und fordern jede Schülerin bzw. jeden Schüler entwicklungsgemäß soweit wie möglich.

Sie gestalten die Beziehung zur Schülerin bzw. zum Schüler auf der Grundlage von Echtheit und Achtung, um Erziehung und Förderung möglichst wirksam zu gestalten. Dazu gehört es, als Pädagogin oder Pädagoge dem Kind oder Jugendlichen sowie den Erziehungs- und Sorgeberechtigten vertrauensvoll und wertschätzend entgegenzutreten und Erfahrungen und Gefühle im Umgang mit Einschränkungen und Erschwernissen zu erkennen und zu verstehen.

Pädagoginnen und Pädagogen am Förderzentrum zeigen Gelassenheit im Umgang mit den eigenen Grenzen und denen der anderen. Sie hinterfragen das eigene Handeln und die eigenen Möglichkeiten, auch im Hinblick darauf, inwieweit die Selbstbestimmtheit der Schülerin bzw. des Schülers durch normative Ansprüche eingeschränkt wird. Die Lehrkräfte gehen konstruktiv mit Erziehungssituationen um, indem sie lern- und entwicklungsfördernde, verlässliche Rahmenbedingungen und Strukturen in Schule und Unterricht einbinden, Grenzen setzen und Raum für Mitbestimmung und Gestaltung des Schullebens geben. Sie sind sich dessen bewusst, dass sie als Verhaltensvorbild und Vertrauensperson wahrgenommen werden.

Lehrkräfte verstehen sich als Lernbegleiter. Sie unterstützen und beraten die Schülerinnen und Schüler dabei, das Lernen aktiv und verantwortlich umzusetzen sowie zu reflektieren. Lehrkräfte handeln als Partnerinnen und Partner der Eltern und Erziehungsberechtigten für Erziehung und Bildung. Lehrerinnen und Lehrer koordinieren Fördermaßnahmen innerhalb der Schule, sie sind Ansprechpartnerinnen bzw. Ansprechpartner für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter interner und externer Angebote, z. B. Heilpädagogische Tagesstätte, Ergotherapie, Psychotherapie und weitere Fachdienste.


3.4 Lernprozessbegleitende Förderdiagnostik
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Die individuellen Lern-, Entwicklungs- und Wahrnehmungsvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler des Förderzentrums sind Ausgangspunkt des Unterrichts und eine Chance für das Voneinander- und Miteinanderlernen.

Grundlagen für eine individuelle stärkenorientierte und prozessbegleitende Förderung sowie Rückmeldung an die Lernenden sind eine gezielte Erhebung des Lernstandes sowie die Dokumentation der Lern- und Entwicklungsprozesse. Diese orientieren sich an den Kompetenzerwartungen und Inhalten der Fachlehrpläne und somit an den Bildungsstandards sowie an den entwicklungsbezogenen Kompetenzen. Die Wertschätzung des individuellen Lernfortschritts ist ein wesentlicher Aspekt im Prozess der Lernstandserhebung.

Reflexion und Bewertung der eigenen Lernwege treten im kompetenzorientierten Unterricht gleichwertig neben die Erarbeitung, Übung und Anwendung von Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten. Im Förderzentrum werden Schülerinnen und Schüler damit vertraut gemacht auszudrücken, was und auf welchem Weg sie erfolgreich gelernt haben, was ihnen beim Üben noch schwer fällt und welche erreichbaren Ziele sie sich setzen. Dazu gehört auch ein konstruktiver Umgang mit Umwegen und Fehlern.

Je nach Entwicklungsstand und Förderschwerpunkt erfolgen zunächst verbale oder nonverbale Rückmeldungen durch die Lehrkraft oder auch durch Mitschülerinnen und Mitschüler. Zunehmend differenzierte, individuelle und entwicklungsgemäße Formen der Rückmeldung sowie der Lerndokumentation und -reflexion binden die Schülerinnen und Schüler als Dialogpartner auf Augenhöhe ein. Dadurch übernehmen sie schrittweise Verantwortung für ihr Lernen.

Die Schülerinnen und Schüler am Förderzentrum erwerben unter erschwerten Bedingungen Fähigkeiten und Fertigkeiten und wenden Wissen und Können an. Soweit wie möglich diejenigen Kompetenzen zu erreichen, die in den Lehrplänen der allgemeinen Schule verankert sind, ist Ziel des Unterrichts am Förderzentrum. Leistung zu zeigen bedeutet für die Schülerinnen und Schüler am Förderzentrum eine zusätzliche Anstrengung, da sie Erschwernisse und Benachteiligungen durch alternative Strategien kompensieren und zusätzliche Kompetenzen erwerben. Die Lehrkräfte nehmen dies wahr und berücksichtigen Leistungen in den Entwicklungsbereichen als individuellen Lernfortschritt.

Zur Bewältigung von Prüfungssituationen stehen für Schülerinnen und Schüler bewährte Maßnahmen zum Nachteilsausgleich zur Verfügung (z. B. Zeitverlängerung, Erklären von Aufgabenstellungen ggf. in Gebärdensprache, Aufgabenstellungen in adaptierter Form bzgl. des jeweiligen Sprachstandes des Schülers). Notenschutz findet dann Anwendung, wenn auf Prüfungsteile, verzichtet wird (vgl. BayScho).


Individualisierung
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Kinder und Jugendliche erwerben Kompetenzen anhand gemeinsamer Aufgabenstellungen, die unterschiedliche Lernwege, Lernergebnisse und Lerntempi zulassen und damit verschiedene Lern- und Entwicklungsvoraussetzungen sowie spezifische Wahrnehmungsvoraussetzungen beachten. Förderdiagnostik ist wesentliche Aufgabe der Lehrkraft am Förderzentrum: Für die Planung individualisierter Lernprozesse ist Voraussetzung, dass der individuelle Kompetenzstand vor Beginn des Lernprozesses festgestellt wird. Die Beschreibung der erreichten individuellen Kompetenzen nach dem Lernprozess und der Vergleich mit dem vorherigen Lernstand zeigen der Lehrkraft den individuellen Lernfortschritt. Lernwege und Lernergebnisse werden für die Schülerin oder den Schüler verständlich dokumentiert und in Lerngesprächen thematisiert.


Entwicklungsorientierung
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Die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen verläuft individuell. Erfolgreiche Lernprozesse vollziehen sich auf der Basis des Zusammenwirkens der Entwicklungsbereiche Motorik und Wahrnehmung, Denken und Lernstrategien, Kommunikation und Sprache sowie Emotionen und soziales Handeln. Angebote der Förderung orientieren sich am aktuellen Entwicklungsstand, unabhängig von Alter oder Jahrgangsstufe.


Lernumgebungen
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Die Lehrkraft initiiert Lernen, indem sie Lernanlässe schafft und Lernumgebungen gestaltet, die die individuelle Situation der Klasse und der einzelnen Schülerin bzw. des einzelnen Schülers berücksichtigen. Schülerinnen und Schüler erwerben Kompetenzen im Dialog und in Kooperation und organisieren ihre Lernprozesse möglichst eigenständig. Dadurch erfahren die Kinder und Jugendlichen Erfolgserlebnisse und Selbstwirksamkeit. Offene Lernarrangements und Formen des kooperativen und individuellen Lernens werden unter Berücksichtigung der jeweiligen Unterstützungsbedürfnisse der Schülerinnen und Schüler gestaltet. Sie eröffnen Entwicklungsmöglichkeiten und beziehen individuelle Förderangebote ein. Kompetenzorientierte Aufgaben ermöglichen den Schülerinnen und Schülern individuelle Zugänge und lassen vielfältige Lösungswege und Unterstützungsmöglichkeiten zu. Sie berücksichtigen auch unterschiedliches Lerntempo.

Am Förderzentrum Hören erfahren Kinder und Jugendliche während ihres Lern- und Entwicklungsprozesses bedürfnisorientierte und förderschwerpunktspezifische Unterstützung.

An dieser Stelle sei auf Punkt 1.3 Profilbildende Elemente des Förderzentrums verwiesen.


Lebensweltbezug
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Die Auswahl der Unterrichtsinhalte orientiert sich an der aktuellen Lebensbedeutsamkeit für Kinder und Jugendliche und bezieht die bisherigen Alltagserfahrungen mit ein.


Stärkenorientierung
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Die Erschließung individueller und sozialer Stärken richtet den Blick in die Zukunft, um Selbstbestimmung zu erreichen. Die Lehrkraft versteht sich als Bezugsperson, die bei der Gestaltung einer guten Beziehung zum Kind oder zum Jugendlichen dessen Ressourcen, Interessen und Kompetenzen in den Blick nimmt. Die Schülerinnen und Schüler erleben Erfolge beim Lernen, dies stärkt ihre Lern- und Leistungsmotivation und steigert ihr Selbstwertgefühl.


Selbsttätigkeit
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Die Fähigkeit zu selbständigem Lernen ist ein notwendiger Aspekt der Selbstbestimmung und ein Beitrag zur Entwicklung der Urteils-, Entscheidungs- und Handlungsfähigkeit. Kompetenzorientierter Unterricht macht Lernangebote in Form von Aufgaben und Lernumgebungen, die den Schülerinnen und Schülern eine selbständige und handlungsorientierte Auseinandersetzung mit Themen und Lerngegenständen ermöglicht, die dem Entwicklungs- und Lernstand entspricht. Mit Blick auf die Zukunftsgestaltung erweitert eine weitgehende Selbsttätigkeit die Möglichkeiten der persönlichen und beruflichen Orientierung, indem Methoden, Strategien, Arbeitsweisen und Arbeitstechniken für Problemlösungen eingesetzt werden und z. B. als Spiralcurriculum kontinuierlich aufgebaut und erweitert werden. Für Schülerinnen und Schüler am Förderzentrum bedeutet Selbsttätigkeit auch eine Hilfe zur Fokussierung der Aufmerksamkeit, Förderung der Lernmotivation, Steigerung der Merkfähigkeit und der Anwendung von Wissen und Können.


Präventives Handeln
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Damit Kinder und Jugendliche unterschiedliche, auch belastende Situationen bewältigen, müssen sie sich als erfolgreich in ihren Handlungen sehen, eigene Ressourcen effektiv einsetzen und erleben, dass sie Einfluss auf die Problemlösung haben. Die Lehrkraft fördert diese Strategien, indem sie sich ihrer Rolle als positives Modell bewusst ist, dem Kind und dem Jugendlichen Wertschätzung und Akzeptanz entgegenbringt und eine stabile, emotional-positive Beziehung zur Schülerin oder zum Schüler gestaltet. Sie schafft ein positives emotionales Klima in der Klasse, geht offen mit dem eigenen Ausdruck von Gefühlen um und drückt in unterschiedlichen Situationen Gefühle auch sprachlich aus. Lob, Anerkennung und Ermutigung fließen in die Kommunikation zwischen Lehrkraft und Schülerin bzw. Schüler ein. Das Zusammenleben in der Schule und die Gemeinschaft der Klasse fördern den respektvollen Kontakt zwischen den Schülerinnen und Schülern und basieren auf klaren, konsistenten Regeln.


Akzeptanz und Wahrnehmen
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Akzeptanz stellt in der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erziehungs- und Sorgeberechtigten eine bedeutsame Grundhaltung dar, von der ausgehend ein Lern- und Entwicklungsprozess initiiert werden kann. Auch in der Begegnung mit Mitschülerinnen und Mitschülern, mit anderen Lehrkräften und mit der Schulleitung werden die Kinder und Jugendlichen angehalten, sich respektvoll und wertschätzend zu verhalten, um einen Ort des gemeinsamen Lernens und Lebens zu gestalten. Die Lehrkräfte zeigen, dass sie jede Schülerin und jeden Schüler mit ihren und seinen Interessen, Fähigkeiten und Möglichkeiten wahrnehmen und es als ihre zentrale Aufgabe verstehen, diese in den Mittelpunkt der Gestaltung von Lernen, Zusammenleben und Erziehung zu stellen.


Soziales Lernen
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In der Schule begegnen sich Kinder, die unterschiedliche Werte und soziale Kompetenzen aus ihrem Erfahrungsbereich mitbringen. Als Lern- und Lebensraum bietet die Schule natürliche und unstrukturierte Situationen für soziales Lernen. Die Kinder und Jugendlichen erleben sich als Individuum, das in der Auseinandersetzung mit anderen erfährt, dass es das eigene Interesse durchsetzen kann, dass Verhalten Konsequenzen nach sich zieht, dass Arbeitsergebnisse durch die Beteiligung mehrerer entstehen können oder dass eine Mitschülerin oder ein Mitschüler Hilfe und Unterstützung sein kann. Die Lehrkräfte nehmen Unterricht und Schule als Möglichkeit wahr, Phasen sozialen Lernens bewusst einzusetzen und Situationen gemeinsamen Lernens zu gestalten, zu reflektieren und damit die Entwicklung sozialer Kompetenzen für die Stärkung der Persönlichkeit, Beteiligung in der Gesellschaft und berufliche und arbeitsweltliche Integration zu fördern.


Üben und trainieren
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Erlerntes bleibt nicht automatisch abrufbar und erhalten. Üben bedeutet, erworbene Fertigkeiten und Fähigkeiten auf neue und unterschiedliche Situationen zu übertragen, um damit Kompetenzen, auch Strategien und Abläufe, zu erweitern, zu automatisieren oder zu festigen. Neben fachlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten wie der Leseflüssigkeit können die Schülerinnen und Schüler Kompetenzen der Bereiche Motorik und Wahrnehmung (z. B. Blick fokussieren), Denken und Lernstrategien (z. B. Selbstregulation, Handlungsplanung), Kommunikation und Sprache (z. B. Präsentieren) und Emotionen und soziales Handeln (z. B. um Hilfe bitten) in Rollenspielen, mit Hilfe von Algorithmen, handlungsbegleitendem Sprechen oder durch das Erstellen einer Mindmap usw. trainieren. Sinnvoll sind die Verknüpfung der Aspekte mit dem individuellen Förderplan und der Ausbau der Kompetenzen im Sinne einer Erweiterung in den folgenden Jahrgangsstufen.


3.6 Organisation des Unterrichts
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Der Unterricht am Förderzentrum schafft die Voraussetzungen für eine möglichst optimale individuelle Entwicklung der Schülerinnen und Schüler. Die Umsetzung des Klassenlehrerprinzips ermöglicht es den Schülerinnen und Schülern, die Lehrkraft als Bezugsperson zu erleben und gegenseitiges Vertrauen aufzubauen. Dies unterstützt ihre Entwicklung auch im sozial-emotionalen Bereich positiv. Die zeitliche Einteilung des Unterrichtstages orientiert sich an den Möglichkeiten und Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler und berücksichtigt Phasen der Konzentration und das Bedürfnis nach Bewegung und Pausen. Rituale strukturieren den schulischen Alltag und schaffen eine Atmosphäre der Sicherheit und des Vertrauens. Sowohl fächerübergreifender als auch fächerverbindender Unterricht und zunehmend projektorientiertes Arbeiten tragen zur Ganzheitlichkeit des Unterrichts am Förderzentrum bei. Profilbildende Fächer des Förderzentrums fördern maßgeblich die Stärkung der Persönlichkeit und vermitteln Kompetenzen und Inhalte, die die Schülerinnen und Schüler zu einem selbstbestimmten Leben befähigen.
Am Förderzentrum wirken Pädagoginnen und Pädagogen mit unterschiedlichen Ausbildungen zusammen. Die Lehrkräfte für Sonderpädagogik werden unterstützt durch heilpädagogische Fachkräfte, Fachlehrkräfte, Lehrkräfte der allgemeinen Schule, Erzieherinnen und Erzieher, Sozialpädagoginnen bzw. Sozialpädagogen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Jugend- oder Erziehungshilfe.
Der Unterricht am Förderzentrum ermöglicht jeder Schülerin und jedem Schüler, entsprechend ihrer bzw. seiner Bedürfnisse und Möglichkeiten zu lernen. Die Grundlage hierfür kann der Lehrplan für den jeweiligen Förderschwerpunkt sein, der Lehrplan für den Förderschwerpunkt Lernen, der Lehrplan für den Förderschwerpunkt geistige Entwicklung oder der Lehrplan der Grundschule bzw. der Lehrplan der Mittelschule einschließlich der Fachlehrpläne für den Mittleren Reife-Zweig. Liegen dem Unterricht einer Lerngruppe oder einer Klasse verschiedene Lehrpläne zugrunde, erfordert dies eine hohe didaktisch-methodische Kompetenz der Lehrkräfte. Möglichkeiten der Heterogenität zu begegnen sind z. B. adaptive Aufgaben, kooperatives Lernen, Differenzierung oder Lernen am gemeinsamen Gegenstand.
Die Klassen am Förderzentrum können jahrgangsstufenbezogen oder jahrgangsstufenübergreifend organisiert werden und orientieren sich in den Jahrgangsstufen 1 bis 4 bzw. 5 als Grundschulstufe an der Grundschule und in den Jahrgangsstufen 5 bzw. 6 bis 9 bzw. 10 als Mittelschulstufe an der Mittelschule. Dementsprechend erwerben die Schülerinnen und Schüler in der Grundschulstufe Basiskompetenzen, indem sie zunächst über Schreib- und Lesefertigkeiten sowie mathematische Fähigkeiten verfügen. Die Mittelschulstufe hat den Erwerb eines erfolgreichen Abschlusses oder des individuellen Abschlusses zum Ziel und bereitet auf den Übergang in die berufliche Vorbereitung oder Ausbildung vor.
Die Organisation des Unterrichtsangebots am Förderzentrum erfordert von allen Beteiligten eine hohe Bereitschaft und Fähigkeit zur Zusammenarbeit, denn für jede Schülerin und jeden Schüler müssen Ziele, Materialien, Inhalte, Methoden und Maßnahmen abgestimmt und kontinuierlich gestaltet werden. Dies bezieht auch die Kooperation mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der heilpädagogischen Tagesstätte mit ein, denn Absprachen und der Austausch von Informationen sind notwendig, um Erziehungs- und Lernprozesse abzustimmen.

4.1 Sonderpädagogische Kompetenz für inklusive Lernorte
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Das Förderzentrum bündelt sonderpädagogische Fachlichkeit jeweils in einem oder mehreren der Förderschwerpunkte Hören, Sehen, körperlich-motorische Entwicklung, Sprache, emotional-soziale Entwicklung, Lernen und geistige Entwicklung und stellt diese allgemeinen Schulen, die Kinder und Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf unterrichten, unterstützend zur Verfügung. Die Lehrkräfte für Sonderpädagogik bringen sich in Form von Beratung in den Prozess der inklusiven Schul- und Unterrichtsentwicklung ein, indem sie bei der Gestaltung und Umsetzung von Formen des gemeinsamen Lernens und Lebens mitwirken und dabei die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf vertreten. Als Teil der inklusiven Bildung beschreiben Lehrkräfte für Sonderpädagogik den individuellen Unterstützungsbedarf des Kindes oder der bzw. des Jugendlichen und beraten die Lehrkräfte der allgemeinen Schule, welche Methoden, Arbeits- und Hilfsmittel, individuelle Aufgabenstellungen und Lernschritte sowie Möglichkeiten des sozialen und emotionalen Lernens den Lern- und Entwicklungsprozess der Schülerin oder des Schülers voranbringen können. Als Mitwirkende im Team gemeinsam mit der Lehrkraft der allgemeinen Schule oder als Lehrkraft für Sonderpädagogik an einer Schule mit dem Profil Inklusion bringt die Sonderpädagogin oder der Sonderpädagoge bzw. die heilpädagogische Fachkraft ggf. zusammen mit einer Mitarbeiterin oder einem Mitarbeiter der Jugend- oder Eingliederungshilfe förderschwerpunktspezifisches Wissen in den Unterricht und in die Beratung der Erziehungs- und Sorgeberechtigten bei Problemen mit ein und vermittelt bei Bedarf Hilfe aus einem Netzwerk an Angeboten. Die sonderpädagogische, förderschwerpunktspezifische Kompetenz ist somit ein wesentliches Element der Entwicklung und Stärkung einer Vielfalt inklusiver Lernorte.


4.2 Temporärer Lernort mit eigenen Bildungsangeboten
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Das Förderzentrum ist das Zentrum sonderpädagogischer Professionalität und Fachlichkeit, das in besonderer Weise die Lern-, Erziehungs- und Entwicklungsbedürfnisse eines Kindes oder einer bzw. eines Jugendlichen mit hoher Diagnosekompetenz, qualifizierten methodisch-didaktischen, pädagogischen und individuellen Förderangeboten, durch die Gestaltung der Übergänge in die allgemeine Schule oder in die berufliche Vorbereitung oder Ausbildung erfüllt. Als spezialisierte Schule in einer vielfältigen Bildungslandschaft leistet es einen grundlegenden Beitrag zur Integration, Reintegration und Inklusion von Kindern und Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf von der Vorschule bis zum Übergang in die berufliche Vorbereitung oder Ausbildung. Das Förderzentrum stellt ein alternatives schulisches Angebot dar, das durch eine freiwillige Entscheidung der Erziehungsberechtigten in Anspruch genommen werden kann und sich durch die Entwicklung regionaler Modelle der Kooperation mit der Grundschule und der Mittelschule sowie durch ein Netzwerk an inner- und außerschulischen Hilfen für individuelle Bildungs- und Lebenswege positioniert. Förderzentren können sich zu inklusiven Schulen weiterentwickeln.


4.3 Bildungs- und Erziehungspartnerschaft von Schule und Elternhaus
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Schule und Eltern sowie Personen, die Bildungs- und Erziehungsaufgaben übernehmen, tragen eine gemeinsame Verantwortung für erfolgreiche Bildungsprozesse und die berufliche Orientierung der Schülerinnen und Schüler. Das Förderzentrum gestaltet diese Beziehung im Sinne einer engen Bildungs- und Erziehungspartnerschaft. Die Familie ist der prägende Bildungsort für Kinder und Jugendliche, deshalb sind die Eltern der wichtigste Gesprächspartner für das Förderzentrum. Eine vertrauensvolle Kooperation von Elternhaus und Schule unterstützt die Persönlichkeitsentwicklung der Schülerinnen und Schüler und bereichert Unterricht und Schulleben. Die Schule zeigt eine wertschätzende Haltung gegenüber allen Eltern und erkennt die Vielfalt von Familien und ihrer Lebensentwürfe an. In regelmäßigen Gesprächen werden Informationen über die individuelle Entwicklung des Lern- und Sozialverhaltens und entsprechende Fördermaßnahmen ausgetauscht.

Eltern werden aktiv in Schulprozesse eingebunden. Dies unterstützt auch die Vernetzung des Förderzentrums innerhalb des regionalen Umfelds, im Stadtteil, in der Gemeinde und in der Kooperation mit kulturellen Einrichtungen.


4.4 Vernetzung und Kooperation mit weiteren Bildungspartnern
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Zur erfolgreichen Umsetzung individueller Förderpläne ist die Zusammenarbeit mit Fachdiensten, Beratungsstellen, Fachärzten und Therapeuten unterschiedlicher Fachrichtung erforderlich.

Das Förderzentrum arbeitet in die Kommune eingebunden mit außerschulischen Partnern wie Jugendhilfe, Agentur für Arbeit, Unternehmen, Innungen, Kammern, Vereinen, Kirchen und Stiftungen zusammen. Dies erweitert das schulische Erziehungs- und Bildungsangebot und unterstützt die berufliche Orientierung der Jugendlichen. Durch die Kooperation mit außerschulischen Partnern bezieht das Förderzentrum externe Experten auch in den Unterricht ein. Dabei werden außerschulische Lernorte und Lernangebote genutzt. Besonders im Bereich der beruflichen Orientierung ist eine regionale und überregionale Zusammenarbeit mit der Wirtschaft, der Agentur für Arbeit und dem Integrationsfachdienst notwendig ebenso wie die Kooperation mit Berufsschulen und beruflichen Förderschulen.


Regionale und überregionale Vernetzung
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Die Förderzentren mit dem Förderschwerpunkt Hören in Bayern pflegen untereinander einen regen Kontakt und Austausch zum Beispiel in Form von gemeinsamen Sportfesten, Klassenfahrten und Projektangeboten. Die Gemeinschaft der Gehörlosen- und Schwerhörigen gehört grundlegend zur Lebenswirklichkeit der hörgeschädigten Kinder und Jugendlichen. Die Förderzentren mit dem Förderschwerpunkt Hören unterstützen ausgewählte Freizeit- und  Bildungsangebote, die in Trägerschaft der Hörgeschädigtenverbände angeboten werden. Diese stellen ein breites Spektrum an zeitgemäßen freizeitpädagogischen und sportlichen Angeboten bereit, die zur Persönlichkeitsentwicklung der hörgeschädigten Schülerinnen und Schüler beitragen. Eine Vernetzung mit weiteren Bildungspartnern, z. B. Fördervereinen, Stiftungen, in Form von  Kooperationen auf Unterrichtsebene, im Schulleben und bei gemeinsamen Projekten erweitert das Angebot an Entwicklungsmöglichkeiten für die Schülerinnen und Schüler am Förderzentrum Hören.
Darüber hinaus werden hörgeschädigte Erwachsene als Experten, z. B. bei der Vermittlung der Deutschen Gebärdensprache und im Rahmen der Hörgeschädigtenkunde, in die schulische Bildung und Erziehung einbezogen. Sie bereichern und fördern durch ihr Vorbild die Identitätsbildung der hörgeschädigten Kinder.
Kontakte mit hörenden Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen werden in den geöffneten Klassen sowie bei Unterrichtsgängen, Sportwettkämpfen, Schulfeiern und Schullandheimaufenthalten angebahnt und bieten Möglichkeiten, Kommunikationsbarrieren zu überwinden. Gleichzeitig fördern diese Begegnungen das Verständnis der Hörenden für die Kommunikationsschwierigkeiten der  Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt Hören.


5 Übergänge: Aufnahme und Schulwechsel
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Die Lernbiographie der Schülerinnen und Schüler ist von einer Reihe von Übergängen zwischen Bildungsorten geprägt: der Übergang von der Familie in Kindertageseinrichtungen, in die Schule und der Wechsel zwischen Schulen. Die Erfahrung mit Übergängen beeinflusst den Umgang mit allen weiteren Übergängen im Entwicklungsverlauf.

Bisherige Erfahrungen und individuelle Unterstützung tragen dazu bei, dass das Kind und die bzw. der Jugendliche die Übergangsphase entsprechend ihrer bzw. seiner Ressourcen bewältigen können. Erfolgreiche Übergänge sind Prozesse, die Kinder bzw. Jugendliche und ihre Eltern gemeinsam und aktiv gestalten, unterstützt von vorschulischen und schulischen Einrichtungen. Kinder und Jugendliche, die schulische und familiäre Veränderungen zeitgleich erleben, benötigen mehr Aufmerksamkeit und entsprechende Unterstützung.

Alle Personen, die in diesen Phasen für die Kinder und Jugendlichen verantwortlich sind, haben die Aufgabe, den Übergang positiv zu gestalten. In Gesprächen wird geklärt, was der Übergang für die Kinder bzw. Jugendlichen, die Eltern und die Lehrkräfte bedeutet, und welchen Beitrag jeder Einzelne zum Gelingen leisten kann. Der Familie kommt bei allen Übergängen im Bildungsverlauf eine besondere Rolle zu.

Die Einschulung stellt einen wichtigen Übergang in der Bildungsbiografie eines Kindes dar. Der Unterricht im Förderzentrum knüpft an die Kenntnisse und Fähigkeiten an, die die Kinder beim Schuleintritt mitbringen, baut Stärken aus und ermöglicht den Aufbau von Fertigkeiten und Fähigkeiten. Die Lehrkräfte arbeiten, unter Einwilligung und Beteiligung der Eltern, mit externen Experten und Pädagogen aus früher besuchten Einrichtungen zusammen, um die Bedürfnisse einzelner Kinder frühzeitig zu erkennen und zu beachten. Wenn Kinder die Schulvorbereitende Einrichtung eines Förderzentrums oder eine Heilpädagogische Kindertagesstätte besucht haben oder von der Mobilen Sonderpädagogischen Hilfe betreut wurden, liegen bereits Entwicklungsbeobachtungen vor, die Lehrkräfte des Förderzentrums für die individuelle Förderung nützen.

Der Übergang vom Förderzentrum in die wohnortnahe allgemeine Schule hat für die Schülerinnen und Schüler eine hohe Bedeutung. Eine enge Kooperation der aufnehmenden Schule mit der abgebenden Förderschule bereitet intensiv den Übergang vor, der verbunden ist mit der Eingewöhnung in eine neue Klassengemeinschaft, einem räumlichen Wechsel und neuartigen Leistungsanforderungen.

Beim Übergang in die berufliche Bildung findet die Vorbereitung auf den Eintritt in den Arbeitsmarkt statt. Zur Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler in den Jahrgangsstufen 7 bis 9 auf die Berufs- und Arbeitswelt werden am Förderzentrum praxisbezogene Maßnahmen zur Berufsorientierung und Berufsfindung (Betriebserkundungen, Praktika an Berufsschulen zur sonderpädagogischen Förderung, an Berufsbildungswerken, in überbetrieblichen Werk-stätten und Betrieben) angeboten. Die Förderzentren arbeiten mit der Berufs- bzw. Rehabilitations-Beratung zusammen.


6 Qualitätsentwicklung
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Förderzentren überprüfen regelmäßig die Qualität ihrer Arbeit. Sie entwickeln sich unter Berücksichtigung der sich stets verändernden gesellschaftlichen Bedingungen auf der Basis von Rückmeldungen und gemeinsamen Zielsetzungen weiter. Die Qualitätsentwicklung ist eine zentrale Aufgabe, für die verschiedene Instrumente der internen und externen Evaluation zur Verfügung stehen. Aus den Rückmeldungen zur eigenen Arbeit und zur Zusammenarbeit können gemeinsam mit Schulaufsichten, Schulleitungen, Lehrerkollegien, Schulgremien und mit den kommunalen oder privaten Trägern anzustrebende Ziele formuliert werden. Schulhausinterne Fortbildungen, Teambesprechungen und Hospitationen sowie institutionenübergreifende und interdisziplinäre Kooperationen helfen den Kollegien dabei, die Qualität schulischer Prozesse beständig weiterzuentwickeln und nachhaltig zu sichern. Zur Förderung der Lehrergesundheit werden Supervision, Coaching, kollegiale Fallberatung und Fortbildungen für Lehrkräfte bereitgestellt, um gesundheitlichen Belastungen präventiv und interventiv zu begegnen und so einen konstruktiven Umgang mit spezifischen beruflichen Belastungen zu schaffen.