Lehrplan PLUS

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Bildungs- und Erziehungsauftrag des Förderzentrums

Art. 131 Verfassung des Freistaates Bayern

  1. Die Schulen sollen nicht nur Wissen und Können vermitteln, sondern auch Herz und Charakter bilden.
  2. Oberste Bildungsziele sind Ehrfurcht vor Gott, Achtung vor religiöser Überzeugung und vor der Würde des Menschen, Selbstbeherrschung, Verantwortungsgefühl und Verantwortungsfreudigkeit, Hilfsbereitschaft und Aufgeschlossenheit für alles Wahre, Gute und Schöne und Verantwortungs­bewusst­sein für Natur und Umwelt.
  3. Die Schüler sind im Geiste der Demokratie, in der Liebe zur bayerischen Heimat und zum deutschen Volk und im Sinne der Völkerversöhnung zu erziehen.

0.1 Werteorientierung in einer demokratischen Gesellschaft
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Das pädagogische Handeln im Unterricht und im Schulleben des Förderzentrums orientiert sich an den in Artikel 131 der Verfassung des Freistaates Bayern genannten Bildungszielen sowie an den Grundsätzen von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit im Sinne des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland und der Verfassung des Freistaates Bayern. Eine weitere Grundlagen bildet das Bayerische Gesetz über das Erziehungs- und Unterrichtswesen. 

Auf der Grundlage dieser Bildungsziele, Grundsätze und Werte beobachten und überdenken die Schülerinnen und Schüler ihr Handeln und ihre Begegnungen mit Mitschülerinnen und Mitschülern in alters- und entwicklungsangemessener Weise. Sie erfahren in ihrem schulischen Alltag die Bedeutung und Notwendigkeit eines demokratischen, achtsamen, toleranten und respektvollen Umgangs. Im gemeinsamen Schulleben und durch die Auseinandersetzung mit anderen Meinungen und Lebensweisen erweitern sie ihren Erfahrungshorizont, ihre Bewertungsmaßstäbe sowie ihre Handlungsmöglichkeiten. Das Förderzentrum unterstützt die Schülerinnen und Schüler auf ihrem Weg, Verantwortung gegenüber sich selbst und anderen zu übernehmen, um als mündige Bürgerinnen und Bürger am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen und dieses mitzugestalten. Kinder und Jugendliche haben das Recht, im Rahmen ihrer Möglichkeiten an Entscheidungen mitzuwirken, die sie selbst sowie die Klassen- und Schulgemeinschaft betreffen.


0.2 Bildung, Erziehung und Förderung am Förderzentrum
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Das Förderzentrum ist ein erster oder alternativer schulischer Lernort, kann temporärer Förderort sein und führt je nach Bildungsgang zum erfolgreichen oder qualifizierenden Abschluss der Mittelschule, zum Mittleren Schulabschluss, zum Abschluss des Bildungsgangs Lernen, ggf. zur Hochschulreife oder zum individuellen Abschluss. Es ist ein Bildungsort für Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichen Stärken, Interessen, Lern- und Entwicklungsvoraussetzungen, kulturellen und sozioökonomischen Hintergründen sowie unterschiedlich verlaufenden Biografien und mit individuellen Förderbedürfnissen im Bereich körperliche und motorische Entwicklung, Hören, Sehen, Lernen, geistige Entwicklung, Sprache bzw. emotional-soziale Entwicklung.

Anschließend an den Besuch der Kindertageseinrichtung, der schulvorbereitenden oder heilpädagogischen Einrichtung verwirklicht das Förderzentrum den ihm eigenen Bildungs-, Erziehungs- und Förderauftrag, indem es eine den individuellen Voraussetzungen und Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen gemäße Bildung und Erziehung vermittelt, zur Persönlichkeitsentwicklung beiträgt und die soziale, kulturelle und berufliche Entwicklung unterstützt. Das Förderzentrum erfüllt den Anspruch des bayerischen Bildungssystems nach einer hohen Durchlässigkeit zum einen innerhalb der verschiedenen Bildungsgänge des Förderzentrums und zum anderen durch die Begleitung der Übergänge in Grund-, Mittel- oder Realschule und Gymnasium, mit dem Ziel, Kindern und Jugendlichen entwicklungsgemäß Wege zum gemeinsamen Leben und Lernen in allen Schularten zu eröffnen.

Gemeinsames Lernen und Leben in der Schule rückt die individuellen Entwicklungsvoraussetzungen und biografischen Erfahrungen des Kindes und Jugendlichen in den Mittelpunkt. Die Lern- und Lebensumgebung des Förderzentrums ist so gestaltet, dass sie ganzheitlich und individuell die fachlichen, methodischen, personalen und sozialen Kompetenzen aller Schülerinnen und Schüler fordert und fördert und dabei an den biografischen, kulturellen, weltanschaulichen und religiösen Erfahrungen anknüpft. Ein gelingender Bildungsprozess führt zu einem selbstbestimmten und selbständigen Leben. Eine wertschätzende und annehmende pädagogische Beziehung begleitet die Schülerinnen und Schüler auf ihrem Weg zu einer positiven Lebenssicht und zur personalen Identität. Die Balance zu finden zwischen notwendiger Unterstützung und weitest gehender Selbstständigkeit, ist dabei eine der zentralen Herausforderungen für die Gestaltung der Pädagogik am Förderzentrum.


0.3 Profilbildende Elemente des Sonderpädagogischen Förderzentrums
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Das Sonderpädagogische Förderzentrum bietet eine große Vielfalt an Angeboten, die sich auf einen Förderbedarf in den Bereichen Lernen, Sprache sowie emotionale und soziale Entwicklung beziehen, sowie diagnostische, didaktisch-methodische und pädagogische Fachlichkeit. Somit stellt es ein Kompetenzzentrum für den Förderschwerpunkt Lernen in Verbindung mit den Förderschwerpunkten Sprache und emotionale und soziale Entwicklung dar.


Sonderpädagogische Professionalität und bedürfnisgerechte Ausstattung
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Durch die vorhandenen fachlichen Professionen, die räumlichen, materiellen und personellen Gegebenheiten und Ausstattungen wird den Bedürfnissen der Schülerinnen und Schülern in besonderem Maße Rechnung getragen. Die Gestaltung der Unterrichtsräume sowie ausgewählte Materialien bieten eine bedürfnis- und handlungsorientierte Auseinandersetzung mit den Themen und Fragestellungen. Der Einbezug weiterer pädagogischer, ggf. auch therapeutischer, pflegerischer und psychologischer Fachdienste ermöglicht eine Umsetzung des Bildungs- und Erziehungsauftrags. An vielen Förderzentren besteht eine enge Kooperation mit Einrichtungen der Jugendhilfe, Therapie, Fachdiensten, Heilpädagogischen Tagesstätten und anderen an der Erziehung und Förderung beteiligten Unterstützungssystemen. Am Sonderpädagogischen Förderzentrum arbeiten Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen zusammen, die Fachwissen im Bereich der Förderschwerpunkte Lernen, Sprache und emotionale und soziale Entwicklung einbringen und dadurch die gegenseitige Bedingtheit der Förderschwerpunkte und deren Auswirkungen auf Lernprozesse analysieren und dies als Grundlage für die Planung und Gestaltung individualisierter Lernangebote heranziehen.


Rahmenlehrplan Lernen
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Der Lehrplan für den Förderschwerpunkt Lernen löst sich von der direkten Koppelung an einen Schultyp. Er ist als Rahmenlehrplan zu verstehen, der synchron zum jeweiligen Lehrplan der allgemeinen Schule zum Einsatz kommt. Dabei steht die Schülerin bzw. der Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Vordergrund. Um dies zu untermauern, beschreibt der Lehrplan die vier Entwicklungsbereiche Motorik und Wahrnehmung, Denken und Lernstrategien, Kommunikation und Sprache sowie Emotionen und soziales Handeln, die die Grundlage für den gelingenden schulischen Kompetenzerwerb im Förderschwerpunkt Lernen bilden.

Entwicklungsbereiche_Faecher

Sie sind eng mit den Kompetenzerwartungen der Lernbereiche verzahnt, die in den einzelnen Fachlehrplänen formuliert sind. An den Lehrplan für den Förderschwerpunkt Lernen angeknüpft unterstützen diagnostische Leitfragen und entwicklungsorientierte Fördermaßnahmen sowohl zu den Entwicklungsbereichen als auch zu den einzelnen Fächern die Lehrkräfte an unterschiedlichen Förderorten dabei, das Potential der Schülerinnen und Schüler zu erkennen und in geeigneter Weise zu fördern.


Schulinternes Curriculum
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Wird an einer Schule hauptsächlich nach dem Rahmenlehrplan für den Förderschwerpunkt Lernen unterrichtet, so erstellt die Schule ein schulinternes Curriculum. Dabei werden den Kompetenzerwartungen der einzelnen Fächer Inhalte aus dem LehrplanPLUS für die Grundschule bzw. aus dem LehrplanPLUS für die Mittelschule zugeordnet und in eine zeitliche Reihenfolge gesetzt. Faktoren wie sonderpädagogische Förderung, Standort der Schule, Schulstruktur und Schulprofil werden bei der Auswahl berücksichtigt. Die gemeinsame Planung und Umsetzung eines schulinternen Curriculums verändert Kommunikations- und Organisationsstrukturen der Schule. Für die Planung und Umsetzung sind Teamorientierung und die Einbeziehung der verschiedenen Fachlehrkräfte nötig. Somit wird eine ganzheitliche Sichtweise auf die sonderpädagogische Förderung und eine umfassende Lern- und Förderplanung ermöglicht.


Förderdiagnostik und Förderplan
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Die individuelle Lernausgangslage wird regelmäßig bei Schuleintritt, zu Beginn des Schuljahres oder vor einer Lernsequenz mit Hilfe standardisierter und informeller Verfahren erfasst. Dadurch können differenzierte Lernangebote auf dem jeweiligen Entwicklungsniveau geplant und angeboten werden. Förderdiagnostik versteht sich in diesem Zusammenhang als Verlaufsdiagnostik und wird lernprozessbegleitend durchgeführt. Während des Lernprozesses beobachtet die Lehrkraft z. B. anhand eines Beobachtungsbogens das Lern-, Arbeits- und Sozialverhalten sowie gezeigte Fach- und Methodenkompetenzen der Schülerin bzw. des Schülers. Die Methodenkompetenz einer Schülerin bzw. eines Schülers ist als eigenständiger Förderschwerpunkt in der Lern- und Förderplanung zu betrachten. Der individuelle Lernfortschritt wird in einem Lern- oder Förderplan dokumentiert. Die diagnostischen Leitfragen können helfen, den Stand der Entwicklung zu erkennen und geben mit den entwicklungsorientierten Fördermaßnahmen Hinweise darauf, wie neue Entwicklungsschritte erreicht werden können. Wird eine Schülerin bzw. ein Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Förderschwerpunkt Lernen an der Grundschule bzw. an der Mittelschule unterrichtet, so ist für diese bzw. diesen ein individueller Lernplan zu erstellen und entsprechend der individuellen Entwicklung fortzuführen.


Schulvorbereitung und Mobile Sonderpädagogische Hilfe
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An das Sonderpädagogische Förderzentrum kann eine schulvorbereitende Einrichtung (SVE) angegliedert sein. Pädagogische, heil- und sonderpädagogische Fachkräfte fördern entwicklungsgemäß motorische, kognitive, sprachliche, emotionale und soziale Voraussetzungen für erfolgreiches schulisches Lernen der Kinder bis zur Einschulung. Im Anschluss an die SVE besucht das Kind eine Grundschule oder ein Förderzentrum. Die Mobile Sonderpädagogische Hilfe (MSH) bietet noch nicht schulpflichtigen Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf und deren Familien Angebote früher Förderung und berät Kindertageseinrichtungen bei deren Umsetzung.


Schulstufen
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Die Grundschulstufe des Sonderpädagogischen Förderzentrums umfasst die Jahrgangsstufen 1 bis 4. In der Regel erarbeiten die Schülerinnen und Schüler in den Eingangsklassen die Kompetenzen der Jahrgangsstufe 1 und 2 in drei Jahren. Die Mittelschulstufe baut auf die Grundschulstufe auf und führt in den Klassen der Jahrgangsstufen 5 bis 9 zu einem individuellen Abschluss, zum erfolgreichen Abschluss im Bildungsgang des Förderschwerpunkts Lernen oder zum erfolgreichen Abschluss der Mittelschule. Die Klassen und Gruppen am Sonderpädagogischen Förderzentrum setzen sich nach Kritierien und Schwerpunkte zusammen, die jede Schule nach pädagogischen Überlegungen selbst festlegt (z.6nbsp;B. Alter, Jahrgangsstufe, Schulbesuchsjahr, Entwicklungsstand, Förderschwerpunkt, Leistungsstand, soziale Kompetenzen, Schulprofil, berufliche Orientierung, Rückführung, Zusammenarbeit mit Grundschulen und Mittelschulen). Individuelle Förderung wird auch in jahrgangsübergreifenden Gruppen realisiert.


Berufs- und Lebensorientierung
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In den Jahrgangsstufen 7 bis 9 steht am Sonderpädagogischen Förderzentrum die Berufs- und Lebensorientierung im Mittelpunkt des Lernens und der Entwicklungsförderung. Der Lehrplan für den Förderschwerpunkt Lernen zeichnet sich in diesen Jahrgangsstufen durch eine Eigenständigkeit gegenüber dem Lehrplan für die Mittelschule aus. Im Bereich Berufs- und Lebensorientierung wird die selbstständige und erfolgreiche Lebensgestaltung angestrebt. Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Förderschwerpunkt Lernen an der Mittelschule werden im Fach Wirtschaft und Beruf und in den berufsorientierenden Wahlpflichtfächern gemäß der Stundentafel der Mittelschule unterrichtet. Für sie sind bei Bedarf regionale und individuelle Lösungen zur Verwirklichung der Kompetenzen im Bereich der Berufs- und Lebensorientierung zu finden.


Berufsvorbereitung
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Die Zielperspektive für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Förderschwerpunkt Lernen ist langfristig eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt. Dafür bahnt die Schule neben der Vermittlung der notwendigen Schlüsselkompetenzen auch den Aufbau des Selbstvertrauens an. Sie bietet außerunterrichtliche Betätigungsfelder und überlässt den Schülerinnen und Schülern Raum für eigenverantwortliches Handeln. In den Jahrgangsstufen 7 bis 9 wird die enge Kooperation mit der Arbeitsverwaltung, den örtlichen Betrieben und den erreichbaren Förderberufsschulen und Berufsbildungswerken gesucht. Praxistagen, Betriebserkundungen und Praktika wird ein hohes Maß an Aufmerksamkeit und Zeit gewidmet. Beim Übergang in eine berufliche Ausbildung oder eine Berufsvorbereitende Einrichtung sorgt die Schule für einen engen Austausch zwischen der abgebenden und der aufnehmenden Einrichtung.


Mobiler Sonderpädagogischer Dienst
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Der Mobile Sonderpädagogische Dienst (MSD) bietet individuelle Unterstützung bei der Erziehung und Unterrichtung von Kindern und Jugendlichen an Förderzentren mit anderen Förderschwerpunkten, an der wohnortnahen Grund- und Mittelschule, sowie an weiterführenden Schulen. Ziel von Beratung und Förderung ist es, gemeinsam mit allen Erziehungsverantwortlichen den Kindern und Jugendlichen das Lernen und Leben in ihrem schulischen Umfeld ihren persönlichen Möglichkeiten entsprechend zu gewährleisten. Die Aufgaben des MSD werden im BayEUG (Art. 21 Abs. 1 Satz 2) beschrieben: „Mobile Sonderpädagogische Dienste diagnostizieren und fördern die Schülerinnen und Schüler, sie beraten Lehrkräfte, Erziehungsberechtigte und Schülerinnen und Schüler, koordinieren sonderpädagogische Förderung und führen Fortbildungen für Lehrkräfte durch.“ Der Mobile Sonderpädagogische Dienst des Sonderpädagogischen Förderzentrums ist Ansprechpartnerin bzw. Ansprechpartner für Kinder und Jugendliche mit den Förderschwerpunkten Lernen, Sprache und emotionale und soziale Entwicklung.


0.4 Inklusion als Beitrag zur gesellschaftlichen Teilhabe
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„Inklusiver Unterricht ist Aufgabe aller Schulen.“ (Art. 2 Abs. 2 BayEUG)

Förderzentren mit spezifischen sonderpädagogischen Förderschwerpunkten sind in Bayern zum einen Lernorte mit bedarfsgerechten Bildungsangeboten und zum anderen Beratungs- bzw. Kompetenzzentren mit sonderpädagogischen Angeboten für allgemeine Schulen. Als Teil des inklusiven Schulsystems in Bayern unterstützen Lehrkräfte für Sonderpädagogik als Mobiler Sonderpädagogischer Dienst oder als Mobile Sonderpädagogische Hilfe allgemeine Schulen und unterrichten, erziehen und fördern in Klassen mit festem Lehrertandem, an Schulen mit dem Profil Inklusion sowie in Kooperationsklassen. Eine enge Zusammenarbeit zwischen den Lehrkräften einer allgemeinen Schule und einer Lehrkraft oder mehreren Lehrkräften des Förderzentrums findet in Partnerklassen statt. Einige Förderzentren mit den Förderschwerpunkten Sehen, Hören und körperliche- motorische Entwicklung bilden offene Klassen im Förderzentrum, die Schülerinnen und Schüler ohne Förderbedarf aufnehmen. Alle kooperativen Lernformen eröffnen Kindern und Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf Möglichkeiten der Beteiligung an gemeinsamer Bildung und Erziehung und des Ausschöpfens der eigenen Entwicklungspotenziale. Förderzentren mit dem Profil Inklusion zeichnen sich durch eine vielfältige Unterstützung der Inklusion in der Region aus. Die Profilschulen entwickeln regional angepasste, innovative Ideen und gestalten deren Umsetzung in Unterricht und Schulleben.

Der Rahmenlehrplan für den Förderschwerpunkt Lernen unterstützt die Beschulung von Schülerinnen und Schülern insbesondere mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Förderschwerpunkt Lernen in einem inklusiven Schulsystem. Er gibt Hinweise zur Diagnostik und Förderung für die Lehrkräfte, die mit einer heterogenen Schülerschaft arbeiten, ohne dass dabei sonderpädagogischer Förderbedarf explizit festgestellt sein muss. Durch die synchrone Verwendung des Rahmenlehrplans mit dem LehrplanPLUS der Grundschule und dem LehrplanPLUS der Mittelschule sind die Übergänge zwischen den Förderorten und Schularten fließend gestaltbar.


Denken und der Lernstrategien
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Denkleistungen setzen sich aus einer Vielzahl geistiger Vorgänge zusammen, welche die Auseinandersetzung mit der Umwelt sowie kompetentes Handeln ermöglichen. Zu entscheidenden Elementen des Denkens zählen Aufmerksamkeit, Symbolverständnis, Begriffsbildung, Kategoriebildung und die Fähigkeit zu strukturieren. Daneben sind Erinnerungs- und Vorstellungsvermögen, sowie abstrahierendes und kreatives Denken von besonderer Bedeutung, um ziel- und situationsorientiert handeln zu können. Mit der Entwicklung des Denkens ist die Ausbildung von Lernstrategien eng verbunden, um Lernpotenziale zu nutzen und erfolgreich lernen zu können. Lernen ist eine komplexe Handlung, die unter anderem Selbstreflexion, Planungsprozesse, die Anwendung von Strategien, Abstraktion und Zielbewusstheit erfordert. Insbesondere in diesen Punkten zeigen Schülerinnen und Schüler mit Lernschwierigkeiten zum Teil erheblichen Förderbedarf.

Wenn Lernen als selbstständige und entwicklungsfördernde Auseinandersetzung des Kindes mit seiner (Um-)Welt verstanden wird, muss die Lehrkraft im Unterricht Bedingungen schaffen, die diesen Prozess auslösen und unterstützen können. Ein Unterricht, der das Denken fördert, muss Raum für entdeckendes, handelndes und problemorientiertes Lernen geben. Nur so nimmt sich die Schülerin bzw. der Schüler als Subjekt seines individuellen Lernprozesses wahr. Eigenaktivität und Handlungsorientierung fördern die Entwicklung des Denkens ebenso wie Strategien zur Organisation und Strukturierung des eigenen Lernens. Eine isolierte Schulung von Fähigkeiten aus dem Bereich Denken und Lernstrategie ohne lebensbedeutsamen Kontext führt nicht zum Ziel. Denkerziehung realisiert sich immer an konkreten Inhalten.

Es gilt, Situationen zu gestalten, die autonomes Lernen ermöglichen. Dazu zählen vor allem das Bewusstmachen von Problemen sowie das Herstellen von Bezügen zwischen bereits Gelerntem und zukünftigen Anforderungen. Grundsätzlich ist Denken in Analogien förderlich für die Problemlösefähigkeit. Hierfür notwendige Kompetenzen werden durch handelndes Lernen entwickelt, ausdifferenziert und über Transferbildung im lebenspraktischen Kontext angewendet. Die Lehrkraft ist bei der Anbahnung und Förderung von Denkprozessen und Lernstrategien Modell und Vorbild.


Sprache und Kommunikation
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Der Entwicklungsbereich Kommunikation und Sprache legt im Hinblick auf die gesellschaftliche und berufliche Eingliederung der Schülerin bzw. des Schülers mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Förderschwerpunkt Lernen großes Gewicht auf die situationsangemessene sprachliche Handlungskompetenz. Grundlegende Sprachdimensionen wie auditive Wahrnehmung, Aussprache usw. schaffen in Wechselwirkung mit nonverbaler und verbaler Kommunikation die Basis für eine gelingende sprachliche Entwicklung und Sozialisation. Kinder und Jugendliche entwickeln im Dialog kommunikative Fähigkeiten und wenden diese in unterschiedlichen Alltagssituationen an. Die Inhalte des Entwicklungsbereichs Kommunikation und Sprache stehen in enger Verbindung zu den Inhalten des Fachs Deutsch, wobei im Entwicklungsbereich der Schwerpunkt auf den grundlegenderen Bereichen liegt. Gleichwohl lassen sich Überschneidungen finden. Sprache als zentrales Medium schulischen Lernens durchzieht alle Fächer sowie das gesamte Schulleben. Sprachfördernder Unterricht regt zu aktivem Sprachgebrauch an und schafft kommunikationsförderliche Erziehungs- und Unterrichtssituationen. Sprachliches Lernen muss immer lebensbedeutsam sein. Sprache und Sprechen ist dabei sowohl handlungsbegleitend als auch handlungsleitend zu verstehen.

Die Förderung kommunikativer und sprachlicher Kompetenzen wird unterrichtsimmanent realisiert. Dabei ist stets auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen individuellen sprachlichen Voraussetzungen der Schülerin bzw. des Schülers und dem sprachlichen Anforderungsniveau des Unterrichtsgegenstands zu achten. Gegebenenfalls sind differenzierende oder individualisierende Maßnahmen durchzuführen. Um Ausgrenzungen zu vermeiden und Barrieren abzubauen sind gerade im sprachlichen Bereich die Interessen sowie soziokulturellen Erfahrungshintergründe der Schülerinnen und Schüler in besonderer Weise zu berücksichtigen. Die Rolle der Lehrkraft besteht darin, sprachanregende, dialogische Situationen anzubieten, diese durch klare, strukturierte und durchdachte Lehrersprache zu begleiten und Modellierungstechniken im Unterricht einzusetzen.


Emotionen und soziales Handeln
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Emotionen und soziales Handeln sind zwei Bereiche, die eng miteinander verknüpft sind und sich gegenseitig bedingen. Die Entwicklung von Kompetenzen zum gesellschaftlich akzeptierten und sozial angemessenen Umgang mit eigenen und fremden Emotionen führt zum Auf- und Ausbau sozialer Handlungsfähigkeit. Dies ist nicht nur wichtig für das Zusammenleben in einer Gemeinschaft, sondern auch für die persönliche und berufliche Integration jeder einzelnen Person innerhalb dieser Gesellschaft. Die intensive Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung entsprechend dem individuellen Entwicklungsstand der Schülerin bzw. des Schülers schafft Grundvoraussetzungen für schulisches Lernen und trägt dadurch zur erfolgreichen gesellschaftlichen Integration bei.

Der Bereich Emotionen umfasst die emotionale Grundhaltung der Schülerin bzw. des Schülers und die Fähigkeit, Emotionen bei sich und anderen erkennen zu können, sowie eigene Emotionen in einer angemessenen Form zum Ausdruck zu bringen. Auch das Selbstbild der Schülerin bzw. des Schülers mit den Unterkategorien Selbstwert/Selbstsicherheit, Selbstkonzept und Selbststeuerung ist dem Bereich Emotionen zugeordnet. Kompetenzen im Zusammenhang mit Team- und Gemeinschaftsfähigkeit wie Kontaktverhalten, Kooperationsfähigkeit und kommunikative Kompetenzen sind im Bereich soziales Handeln aufgeführt. Ebenso gehören zu diesem Bereich Kompetenzen zur Konfliktwahrnehmung und Konfliktlösung sowie Umgangsformen und Tugenden und Unterricht.

Förderbedarf im Bereich Emotionen und soziales Handeln kann sich stark hemmend auf schulisches Lernen auswirken. Der aktuelle Entwicklungsstand der Schülerin bzw. des Schülers muss daher bei der individuellen Lern- und Förderplanung stets Berücksichtigung finden. Eine gestaltete Lernumgebung, eine sozial verträgliche Sitzordnung und ein entspanntes Gruppen-/Klassenklima tragen dazu bei, Unterrichtsstörungen oder Lernhemmnisse zu mindern. Soziale Arbeitsformen wie Partner– und Gruppenarbeit sowie offene Lernformen wie Wochenplanarbeit ermöglichen es, fachliche, soziale und kommunikative Kompetenzen gleichzeitig zu fördern. Regelmäßiges Reflektieren des gezeigten Verhaltens erlaubt es der Schülerin bzw. dem Schüler, eigene Fortschritte wahrzunehmen und weitere Ziele zu formulieren, z. B. im Rahmen von sozialen Wochenzielen.
Um erzieherische Intentionen im Bereich des emotionalen Erlebens und sozialen Handelns wirksam werden zu lassen, bedarf es einer wertschätzenden, pädagogischen Grundhaltung. Interventionen sind in diesem Sinne überwiegend präventiv zu verstehen. Die unterschiedlichen Maßnahmen werden dementsprechend eingesetzt, um erwünschtes Verhalten aufzubauen oder die Entwicklung angemessener sozialer Interaktion zu unterstützen. Das Hauptaugenmerk wird auf positive Entwicklungen in diesem Bereich gelenkt. Reaktive Interventionen sollten sich auf erwünschte Verhaltensweisen beziehen und zunehmend zu sozial angemessenem Handeln befähigen.

Neben einem umfangreichen Methodenrepertoire der Lehrkraft bedeutet Erziehungskompetenz in diesem Zusammenhang ebenso, Interventionen entwicklungsgemäß auszuwählen und der jeweils erreichten Entwicklungsstufe der Schülerin bzw. des Schülers anzupassen. Zur Einschätzung des individuellen Entwicklungsstandes einer Schülerin bzw. eines Schülers im Entwicklungsbereich Emotionen und Soziales Handeln gelangt man über detaillierte Schülerbeobachtungen und die Durchführung standardisierter Testverfahren.

Die Förderung im Entwicklungsbereich Emotionen und soziales Handeln ist immanenter Bestandteil des gesamten Schullebens und isoliert nicht umsetzbar. Um den Entwicklungsprozess der Schülerin bzw. des Schülers im Bereich des sozialen Lernens optimal zu unterstützen, wird sowohl von der einzelnen Lehrkraft als auch vom gesamten Kollegium ein hohes Maß an Erziehungskompetenz verlangt. Ein wertschätzendes Menschenbild und eine entsprechende subsidiäre pädagogische Haltung der Lehrkraft sind hierfür Voraussetzung. Das Gesamtkonzept der Schule trägt diesen Anforderungen Rechnung. Ein entsprechendes Schulkonzept oder Leitbild muss von allen Beteiligten gleichermaßen wertschätzend getragen werden.


Bildungs- und Erziehungsziele
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Für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Förderschwerpunkt Lernen haben die Bildungs- und Erziehungsaufgaben, die im LehrplanPLUS der Grundschule und im LehrplanPLUS der Mittelschule formuliert sind, uneingeschränkte Gültigkeit. Die erzieherische Aufgabe, das Bewusstsein für gesellschaftliche und persönliche Grundfragen zu schulen und Hilfen zu deren Bewältigung zu geben, besteht unabhängig vom Förderort.

Ein besonderer Leitgedanke von Erziehung und Unterricht der Schülerinnen und Schüler ist die Orientierung an der Lebenswelt und den Interessen der Schülerinnen und Schüler. Die Vorbereitung auf die Teilhabe am gesellschaftlichen und beruflichen Leben zieht sich durch Erziehung und Unterricht in allen Jahrgangsstufen und Fächern.


0.5 Lernen als aktiver und individueller Prozess
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Lernen ist ein aktiver und individueller Prozess, bei dem sich die Schülerinnen und Schüler handeln mit der Welt auseinandersetzen. Sie bilden unterschiedliche Fähigkeiten und Fertigkeiten, persönliche Einstellungen und Begabungen zu verschiedenen Zeiten aus. Der Erwerb von Kulturtechniken, von Fach- und Methodenkompetenzen, die Entwicklung von Selbstvertrauen, eines realistischen Selbstbildes sowie von Kritik- und Kooperationsfähigkeit münden in eine Handlungskompetenz, die es ermöglicht, zukünftige Anforderungssituationen und Problemstellungen selbständig und eigenverantwortlich zu bewältigen und zu lösen. Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte gestalten Lernen gemeinsam und tauschen sich über Ergebnisse und Vorgehen aus. Die Beziehung der Pädagoginnen und Pädagogen zum Kind oder zum Jugendlichen ist von entscheidender Bedeutung, wenn sie Beobachter, Gestalter, Dialogpartner und Verhaltensmodell von und für Lernen sind.


0.6 Kompetenzorientierung in Unterricht
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Ausgehend von der individuellen Lernausgangslage, die auch den Stand der Entwicklung in den Bereichen Motorik und Wahrnehmung, Denken und Lernstrategien, Kommunikation und Sprache, Emotionen und soziales Handeln einbezieht, setzen sich die Schülerinnen und Schüler handelnd mit lebenswelt- und zukunftsbedeutsamen Themen und Fragestellungen auseinander. Sie erweitern ihre Kenntnisse und Fähigkeiten auf der Basis ihrer bisherigen Lebens- und Lernerfahrungen, unter Einbezug ihrer Interessen und ihrer Motivation, an denen sich die Unterrichtsthemen orientieren und übertragen Erkenntnisse und Ergebnisse auf neue Aufgabenstellungen.

Der Unterricht des Sonderpädagogischen Förderzentrums rückt den individuellen Lernprozess der Schülerin oder des Schülers in den Mittelpunkt. Unterstützung, Arbeits- und Hilfsmittel, Materialien sowie räumliche, organisatorische und personelle Rahmenbedingungen ermöglichen erfolgreiche Lernprozesse. Die Lehrkraft plant ggf. in Kooperation mit weiteren an Unterricht und Erziehung beteiligten Personen Lernvorhaben unter Einbeziehung der im individuellen Förderplan beschriebenen Fördermaßnahmen und auf der Grundlage der sonderpädagogischen Diagnostik. Ausgangspunkt für die Planung der nächsten Lernschritte sind die erreichten individuellen Kompetenzen, die die Lehrkraft beobachtet und beschreibt. Auf die Förderung der Lernmotivation richten Lehrkräfte eine besondere Aufmerksamkeit und stärken diese vor allem durch Aufgabenstellungen, die erfolgreiche Lernergebnisse und passende Lernwege zulassen, sowie durch die Berücksichtigung persönlicher Interessen und Stärken. Durch die Reflexion von Lernwegen und Lernergebnissen nehmen die Kinder und Jugendlichen eigene Leistungen wahr und beschreiben den eigenen Lernfortschritt. Die Lehrkraft gestaltet diese Phasen des gemeinsamen Sprechens über Lernen als Dialogpartner und Lernbegleiter.

LehrplanPLUS versteht Kompetenzen als fachspezifische und überfachliche Fähigkeiten und Fertigkeiten, die Wissen und Können miteinander verknüpfen. Dies befähigt die Schülerinnen und Schüler, zu verstehen, zu reflektieren, schlüssig zu argumentieren, fundiert zu urteilen und neue Anforderungen zu bewältigen.

Der LehrplanPLUS für den Förderschwerpunkt Lernen ist als Rahmenlehrplan konzipiert. Er formuliert fachliche und methodische Kompetenzen, die anhand der Inhalte in LehrplanPLUS der Grundschule und in LehrplanPLUS der Mittelschule im Unterricht erworben werden. Dem Konzept des Rahmenlehrplans entsprechend werden diese Inhalte durch die für die Fächer beschriebenen Kompetenzerwartungen eingerahmt und vernetzt. Durch diese enge Verknüpfung wird eine Voraussetzung für eine Beschulung im inklusiven Bildungssystem geschaffen.


0.7 Haltung und Rolle der Lehrkraft
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Der stärkste Antrieb zu lernen ist wahrgenommen zu werden. Pädagoginnen und Pädagogen am Sonderpädagogischen Förderzentrum sehen jedes Kind und jede Jugendliche bzw. jeden Jugendlichen als Person mit allen Schwierigkeiten und Möglichkeiten, akzeptieren sie ohne zu werten und begegnen ihnen offen. Neben den jeweils eigenen Potenzialen und Ressourcen der Schülerin oder des Schülers nehmen die Lehrkräfte die Gestaltung der gegenwärtigen Situation und zukünftiger Perspektiven als Bezugspunkt für pädagogisches Handeln in den Blick. Dabei unterstützen und helfen sie Kindern, Jugendlichen und Erziehungs- und Sorgeberechtigten soweit wie nötig und fordern jede Schülerin bzw. jeden Schüler entwicklungsgemäß soweit wie möglich.

Sie gestalten die Beziehung zur Schülerin bzw. zum Schüler auf der Grundlage von Echtheit und Achtung, um Erziehung und Förderung möglichst wirksam zu gestalten. Dazu gehört es, als Pädagogin oder Pädagoge dem Kind oder Jugendlichen sowie den Erziehungs- und Sorgeberechtigten vertrauensvoll und wertschätzend entgegenzutreten und Erfahrungen und Gefühle im Umgang mit Einschränkungen und Erschwernissen zu erkennen und zu verstehen.

Pädagoginnen und Pädagogen am Sonderpädagogischen Förderzentrum zeigen Gelassenheit im Umgang mit den eigenen Grenzen und denen der anderen. Sie hinterfragen das eigene Handeln und die eigenen Möglichkeiten, auch im Hinblick darauf, inwieweit die Selbstbestimmtheit der Schülerin bzw. des Schülers durch normative Ansprüche eingeschränkt wird. Die Lehrkräfte gehen konstruktiv mit Erziehungssituationen um, indem sie lern- und entwicklungsfördernde, verlässliche Rahmenbedingungen und Strukturen in Schule und Unterricht einbinden, Grenzen setzen und Raum für Mitbestimmung und Gestaltung des Schullebens geben. Sie sind sich dessen bewusst, dass sie als Verhaltensvorbild und Vertrauensperson wahrgenommen werden.

Lehrkräfte verstehen sich als Lernbegleiter. Sie unterstützen und beraten die Schülerinnen und Schüler dabei, das Lernen aktiv und verantwortlich umzusetzen sowie zu reflektieren. Lehrkräfte handeln als Partnerinnen und Partner der Eltern und Erziehungsberechtigten in der Erziehung und Bildung. Lehrerinnen und Lehrer koordinieren Fördermaßnahmen innerhalb der Schule, sie sind Ansprechpartnerinnen bzw. Ansprechpartner für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter interner und externer Angebote, z. B. Heilpädagogische Tagesstätte, Ergotherapie, Psychotherapie und weitere Fachdienste.


Individualisierung
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Kinder und Jugendliche erwerben Kompetenzen anhand gemeinsamer Aufgabenstellungen, die unterschiedliche Lernwege, Lernergebnisse und Lerntempi zulassen und damit verschiedene Lern- und Entwicklungsvoraussetzungen sowie spezifische Wahrnehmungsvoraussetzungen beachten. Förderdiagnostik ist wesentliche Aufgabe der Lehrkraft am Förderzentrum: Für die Planung individualisierter Lernprozesse ist Voraussetzung, dass der individuelle Kompetenzstand vor Beginn des Lernprozesses festgestellt wird. Die Beschreibung der erreichten individuellen Kompetenzen nach dem Lernprozess und der Vergleich mit dem vorherigen Lernstand zeigen der Lehrkraft den individuellen Lernfortschritt. Lernwege und Lernergebnisse werden für die Schülerin oder den Schüler verständlich dokumentiert und in Lerngesprächen thematisiert.


Entwicklungsorientierung
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Die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen verläuft individuell. Erfolgreiche Lernprozesse vollziehen sich auf der Basis des Zusammenwirkens der Entwicklungsbereiche Motorik und Wahrnehmung, Denken und Lernstrategien, Kommunikation und Sprache sowie Emotionen und soziales Handeln. Angebote der Förderung orientieren sich am aktuellen Entwicklungsstand, unabhängig von Alter oder Jahrgangsstufe.


Lernumgebungen
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Die Lehrkraft initiiert Lernen, indem sie Lernanlässe schafft und Lernumgebungen gestaltet, die die individuelle Situation der Klasse und der einzelnen Schülerin bzw. des einzelnen Schülers berücksichtigen. Schülerinnen und Schüler erwerben Kompetenzen im Dialog und in Kooperation und organisieren ihre Lernprozesse möglichst eigenständig. Dadurch erfahren die Kinder und Jugendlichen Erfolgserlebnisse und Selbstwirksamkeit. Offene Lernarrangements und Formen des kooperativen und individuellen Lernens werden unter Berücksichtigung der jeweiligen Unterstützungsbedürfnisse der Schülerinnen und Schüler gestaltet. Sie eröffnen Entwicklungsmöglichkeiten und beziehen individuelle Förderangebote ein. Kompetenzorientierte Aufgaben ermöglichen den Schülerinnen und Schülern individuelle Zugänge und lassen vielfältige Lösungswege und Unterstützungsmöglichkeiten zu. Sie berücksichtigen auch unterschiedliches Lerntempo.


Lebensweltbezug
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Die Auswahl der Unterrichtsinhalte orientiert sich an der aktuellen Lebensbedeutsamkeit für Kinder und Jugendliche und bezieht die bisherigen Alltagserfahrungen mit ein. Sie zielen ebenso auf Perspektiven, die die einzelne Schülerin bzw. der einzelnen Schüler für die Zeit nach der Schule anstrebt.


Stärkenorientierung
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Die Erschließung individueller und sozialer Stärken richtet den Blick in die Zukunft, um Selbstbestimmung zu erreichen. Die Lehrkraft versteht sich als Bezugsperson, die bei der Gestaltung einer guten Beziehung zum Kind oder zum Jugendlichen dessen Ressourcen, Interessen und Kompetenzen in den Blick nimmt. Die Schülerinnen und Schüler erleben Erfolge beim Lernen, dies stärkt ihre Lern- und Leistungsmotivation und steigert ihr Selbstwertgefühl. Damit Kinder und Jugendliche unterschiedliche, auch belastende Situationen bewältigen, müssen sie sich als erfolgreich in ihren Handlungen sehen, eigene Ressourcen effektiv einsetzen und erleben, dass sie Einfluss auf die Problemlösung haben. Die Lehrkraft fördert diese Strategien, indem sie sich ihrer Rolle als positives Modell bewusst ist, dem Kind und dem Jugendlichen Wertschätzung und Akzeptanz entgegenbringt und eine stabile, emotional-positive Beziehung zur Schülerin oder zum Schüler gestaltet. Sie schafft ein positives emotionales Klima in der Klasse, geht offen mit dem eigenen Ausdruck von Gefühlen um und drückt in unterschiedlichen Situationen Gefühle auch sprachlich aus. Lob, Anerkennung und Ermutigung fließen in die Kommunikation zwischen Lehrkraft und Schülerin bzw. Schüler ein. Das Zusammenleben in der Schule und die Gemeinschaft der Klasse fördert den respektvollen Kontakt zwischen den Schülerinnen und Schülern und basiert auf klaren, konsistenten Regeln.


Selbsttätigkeit
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Die Fähigkeit zu selbständigem Lernen ist ein notwendiger Aspekt der Selbstbestimmung und ein Beitrag zur Entwicklung der Urteils-, Entscheidungs- und Handlungsfähigkeit. Kompetenzorientierter Unterricht macht Lernangebote in Form von Aufgaben und Lernumgebungen, die den Schülerinnen und Schülern eine selbständige und handlungsorientierte Auseinandersetzung mit Themen und Lerngegenständen ermöglicht, die dem Entwicklungs- und Lernstand entspricht. Mit Blick auf die Zukunftsgestaltung erweitert eine weitgehende Selbsttätigkeit die Möglichkeiten der persönlichen und beruflichen Orientierung, indem Methoden, Strategien, Arbeitsweisen und Arbeitstechniken für Problemlösungen eingesetzt werden und z. B. als Spiralcurriculum kontinuierlich aufgebaut und erweitert werden. Für Schülerinnen und Schüler am Förderzentrum bedeutet Selbsttätigkeit auch eine Hilfe zur Fokussierung der Aufmerksamkeit, Förderung der Lernmotivation, Steigerung der Merkfähigkeit und der Anwendung von Wissen und Können.


Präventives Handeln
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Neben der zentralen Aufgabe des Lernens müssen Schülerinnen und Schüler auch die Herausforderung bewältigen, sich im sozialen Gefüge der Klasse und der Schulgemeinschaft zu positionieren. Dadurch wird Schule ein soziales Spannungsfeld. Mit ihrem Verhalten leisten die Lehrkräfte einen entscheidenden Beitrag zu einem Unterricht, der möglichst störungsarm ist. Dazu gehören Aspekte wie eine klare und präzise Lehrersprache, Gelassenheit in schwierigen Situationen oder Äußerungen und Handlungen nicht auf die eigene Person zu beziehen sowie sich klarer Prinzipien bewusst zu werden und diese konsequent umzusetzen, z. B. die Vermeidung von Eskalation oder das Einlösen von Ankündigungen.

Durch die klare Strukturierung des Unterrichts erhalten die Schülerinnen und Schüler den notwendigen Rahmen und die Sicherheit, sich möglichst störungs- und konfliktfrei zu entfalten und zu lernen. Rituale und Regeln, die sich an den individuellen Bedürfnissen und Möglichkeiten der Klasse, der Lehrkraft und den Regelungen der Schule orientieren, entlasten Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte.

Präventives Handeln zeichnet sich dadurch aus, dass die Lehrkraft aktiv handelt, damit eine Schülerin bzw. ein Schüler Fähigkeiten, Fertigkeiten und positives Verhalten aufbauen kann. Für das Verhalten der Schülerinnen und Schüler ist die Lehrkraft ein entscheidendes Modell, ein Vorbild. Die regelmäßige strukturierte Selbstreflexion ist eine Möglichkeit der Auseinandersetzung mit den eigenen Verhaltensweisen.

Präventives Denken und Handeln betrifft alle in Schule und Unterricht verantwortlichen Personen sowie die Erziehungs- und Sorgeberechtigten und außerschulische Kooperationspartner. Präventiv wirksam und entlastend wirkt ein positives Sozialklima zwischen Pädagoginnen und Pädagogen, das auch durch einen Konsens in pädagogischen Fragen getragen ist. Wertschätzung, Vertrauen und gegenseitige Unterstützung durch die Schulleitung und in der Zusammenarbeit mit Eltern sowie professionelle Hilfe und Betreuung durch außerschulische Fachdienste und schulhausinterne pädagogischen Angeboten unterstützen die Prävention von Störungen und Konflikten.


Akzeptanz und Wahrnehmen
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Akzeptanz stellt in der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erziehungs- und Sorgeberechtigten eine bedeutsame Grundhaltung dar, von der ausgehend ein Lern- und Entwicklungsprozess initiiert werden kann. Auch in der Begegnung mit Mitschülerinnen und Mitschülern, mit anderen Lehrkräften und mit der Schulleitung werden die Kinder und Jugendlichen angehalten, sich respektvoll und wertschätzend zu verhalten, um einen Ort des gemeinsamen Lernens und Lebens zu gestalten. Die Lehrkräfte zeigen, dass sie jede Schülerin und jeden Schüler mit ihren und seinen Interessen, Fähigkeiten und Möglichkeiten wahrnehmen und es als ihre zentrale Aufgabe verstehen, diese in den Mittelpunkt der Gestaltung von Lernen, Zusammenleben und Erziehung zu stellen.


Soziales Lernen
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In der Schule begegnen sich Kinder, die unterschiedliche Werte und soziale Kompetenzen aus ihrem Erfahrungsbereich mitbringen. Als Lern- und Lebensraum bietet die Schule natürliche und sowohl strukturierte als auch unstrukturierte Situationen für soziales Lernen. Die Kinder und Jugendlichen erleben sich als Individuum, das in der Auseinandersetzung mit anderen erfährt, dass es das eigene Interesse durchsetzen kann, dass Verhalten Konsequenzen nach sich zieht, dass Arbeitsergebnisse durch die Beteiligung mehrerer entstehen können oder dass eine Mitschülerin oder ein Mitschüler Hilfe und Unterstützung sein kann. Die Lehrkräfte nehmen Unterricht und Schule als Möglichkeit wahr, Phasen sozialen Lernens bewusst einzusetzen und Situationen gemeinsamen Lernens zu gestalten, zu reflektieren und damit die Entwicklung sozialer Kompetenzen für die Stärkung der Persönlichkeit, Beteiligung in der Gesellschaft und berufliche und arbeitsweltliche Integration zu fördern.


Üben und trainieren
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Erlerntes bleibt nicht automatisch abrufbar und erhalten. Üben bedeutet, erworbene Fähigkeiten und Fähigkeiten auf neue und unterschiedliche Situationen zu übertragen, um damit Kompetenzen, auch Strategien und Abläufe, zu erweitern, zu automatisieren oder zu festigen. Neben fachlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten wie der Leseflüssigkeit können die Schülerinnen und Schüler Kompetenzen der Bereiche Motorik und Wahrnehmung (z. B. Blick fokussieren), Denken und Lernstrategien (z. B. Selbstregulation, Handlungsplanung) Kommunikation und Sprache (z. B. Präsentieren) und Emotionen und soziales Handeln (z. B. um Hilfe bitten) in Rollenspielen, mit Hilfe von Algorithmen, handlungsbegleitendem Sprechen oder durch das Erstellen einer Mindmap usw. trainieren. Sinnvoll ist die Verknüpfung der Aspekte mit dem individuellen Förderplan und der Ausbau der Kompetenzen im Sinne einer Erweiterung in den folgenden Jahrgangsstufen.


0.9 Organisation des Unterrichts und der Förderung
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Der Unterricht am Sonderpädagogischen Förderzentrum schafft die Voraussetzungen für eine möglichst optimale individuelle Entwicklung der Schülerinnen und Schüler. Die Umsetzung des Klassenlehrerprinzips ermöglicht es den Schülerinnen und Schülern, die Lehrkraft als Bezugsperson zu erleben und gegenseitiges Vertrauen aufzubauen. Dies unterstützt ihre Entwicklung auch im sozial-emotionalen Bereich positiv. Die zeitliche Einteilung des Unterrichtstages orientiert sich an den Möglichkeiten und Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler und berücksichtigt Phasen der Konzentration und das Bedürfnis nach Bewegung und Pausen. Rituale strukturieren den schulischen Alltag und schaffen eine Atmosphäre der Sicherheit und des Vertrauens. Sowohl fächerübergreifender als auch fächerverbindender und zunehmend projektorientiertes Arbeiten tragen zur Ganzheitlichkeit des Unterrichts am Förderzentrum bei. Profilbildende Fächer des Förderzentrums fördern maßgeblich die Stärkung der Persönlichkeit und vermitteln Kompetenzen und Inhalte, die die Schülerinnen und Schüler zu einem selbstbestimmten Leben befähigen.

Am Sonderpädagogischen Förderzentrum wirken Pädagoginnen und Pädagogen mit unterschiedlichen Ausbildungen zusammen. Die Lehrkräfte für Sonderpädagogik werden unterstützt durch heilpädagogische Fachkräfte, Fachlehrkräfte, Lehrkräfte der allgemeinen Schule, Erzieherinnen und Erzieher, Sozialpädagoginnen bzw. Sozialpädagogen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Jugend- oder Erziehungshilfe.

Der Unterricht am Sonderpädagogischen Förderzentrum ermöglicht jeder Schülerin und jedem Schüler, entsprechend seiner Bedürfnisse und Möglichkeiten zu lernen. Die Grundlage hierfür kann der Lehrplan für den Förderschwerpunkt Lernen oder ein anderer Lehrplan sein. Liegen dem Unterricht einer Lerngruppe oder einer Klasse verschiedene Lehrpläne zugrunde, erfordert dies eine hohe didaktisch-methodische Kompetenz der Lehrkräfte. Möglichkeiten der Heterogenität zu begegnen sind z. B. adaptive Aufgaben, kooperatives Lernen, Differenzierung oder Lernen am gemeinsamen Gegenstand.

Die Organisation des Unterrichtsangebots am Sonderpädagogischen Förderzentrum erfordert von allen Beteiligten eine hohe Bereitschaft und Fähigkeit zur Zusammenarbeit, denn für jede Schülerin und jeden Schüler müssen Ziele, Materialien, Inhalte, Methoden und Maßnahmen abgestimmt und kontinuierlich gestaltet werden. Dies bezieht auch die Kooperation mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der heilpädagogischen Tagesstätte mit ein, denn Absprachen und der Austausch von Informationen sind notwendig, um Erziehungs- und Lernprozesse abzustimmen. Für eine optimale sonderpädagogische Förderung wirken Grund- und Mittelschulen sowie die Förderschulen zum Wohl der Schülerin bzw. des Schülers zusammen. Dabei steht die einzelne Schülerin bzw. der einzelne Schüler im Mittelpunkt aller Planungen.

Der LehrplanPLUS für den Förderschwerpunkt Lernen formuliert Kompetenzerwartungen auf zwei Niveaustufen, die eine Orientierung für das Ende der Jahrgangsstufe 4 und der Jahrgangsstufe 9 darstellen. Im Sinne der Entwicklungsorientierung erfolgt keine weitere Zuordnung der Kompetenzen zu Jahrgangsstufen. Dies Auswahl der angestrebten Kompetenzen trifft die Lehrkraft in pädagogischer Verantwortung auf der Basis der ermittelten Lernausgangslage sowie des individuellen Förderbedarfs der einzelnen Schülerin bzw. des einzelnen Schülers.

Der Rahmenlehrplan ist gültig für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Förderschwerpunkt Lernen an allen Förderorten.

Für Schülerinnen und Schüler muslimischen Glaubens wird ausdrücklich auf den Lehrplan Islamischer Unterricht mit Bezug zur Grundschule bzw. Mittelschule hingewiesen.

Für Schülerinnen und Schüler mit einer anderen Muttersprache als Deutsch wird auf den Lehrplan Deutsch als Zweitsprache verwiesen.


1.1 Sonderpädagogische Kompetenz für inklusive Lernorte
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Das Förderzentrum bündelt sonderpädagogische Fachlichkeit jeweils in einem oder mehreren der Förderschwerpunkte Hören, Sehen, körperlich-motorische Entwicklung, Sprache, emotional-soziale Entwicklung, Lernen und geistige Entwicklung und stellt diese allgemeinen Schulen, die Kinder und Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf unterrichten, unterstützend zur Verfügung. Die Lehrkräfte für Sonderpädagogik bringen sich in Form von Beratung in den Prozess der inklusiven Schul- und Unterrichtsentwicklung ein, indem sie bei der Gestaltung und Umsetzung von Formen des gemeinsamen Lernens und Lebens mitwirken und dabei die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf vertreten. Als Teil der inklusiven Bildung beschreiben Lehrkräfte für Sonderpädagogik den individuellen Unterstützungsbedarf des Kindes oder der bzw. des Jugendlichen und beraten die Lehrkräfte der allgemeinen Schule, welche Methoden, Arbeits- und Hilfsmittel, individuelle Aufgabenstellungen und Lernschritte sowie Möglichkeiten des sozialen und emotionalen Lernens den Lern- und Entwicklungsprozess der Schülerin oder des Schülers voranbringen können. Als Mitwirkende im Team gemeinsam mit der Lehrkraft der allgemeinen Schule oder als Lehrkraft für Sonderpädagogik an einer Schule mit dem Profil Inklusion bringt die Sonderpädagogin oder der Sonderpädagoge bzw. heilpädagogische Fachkraft ggf. zusammen mit einer Mitarbeiterin oder einem Mitarbeiter der Jugend- oder Eingliederungshilfe förderschwerpunktspezifisches Wissen in den Unterricht und in die Beratung der Erziehungs- und Sorgeberechtigten bei Problemen mit ein und vermittelt bei Bedarf Hilfe aus einem Netzwerk an Angeboten. Die sonderpädagogische, förderschwerpunktspezifische Kompetenz ist somit ein wesentliches Element der Entwicklung und Stärkung einer Vielfalt inklusiver Lernorte.


1.2 Temporärer Lernort mit eigenen Bildungsangeboten
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Das Förderzentrum ist das Zentrum sonderpädagogischer Professionalität und Fachlichkeit, das in besonderer Weise die Lern-, Erziehungs- und Entwicklungsbedürfnisse eines Kindes oder einer bzw. eines Jugendlichen mit hoher Diagnosekompetenz, qualifizierten methodisch-didaktischen, pädagogischen und individuellen Förderangeboten, durch die Gestaltung der Übergänge in die allgemeine Schule oder in die berufliche Vorbereitung oder Ausbildung erfüllt. Als spezialisierte Schule in einer vielfältigen Bildungslandschaft leistet es einen grundlegenden Beitrag zur Integration, Reintegration und Inklusion von Kindern und Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf von der Vorschule bis zum Übergang in die berufliche Vorbereitung oder Ausbildung. Das Förderzentrum stellt ein alternatives schulisches Angebot dar, das durch eine freiwillige Entscheidung der Erziehungsberechtigten in Anspruch genommen werden kann und sich durch die Entwicklung regionaler Modelle der Kooperation mit der Grundschule und der Mittelschule


2 Übergänge: Aufnahme und Schulwechsel
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Die Lernbiographie der Schülerinnen und Schüler ist von einer Reihe von Übergängen zwischen Bildungsorten geprägt: der Übergang von der Familie in Kindertageseinrichtungen, in die Schule und der Wechsel zwischen Schulen. Die Erfahrung mit Übergängen beeinflusst den Umgang mit allen weiteren Übergängen im Entwicklungsverlauf.

Bisherige Erfahrungen und individuelle Unterstützung tragen dazu bei, dass das Kind und die bzw. der Jugendliche die Übergangsphase entsprechend seiner Ressourcen bewältigen können. Erfolgreiche Übergänge sind Prozesse, die Kinder bzw. Jugendliche und ihre Eltern gemeinsam und aktiv gestalten, unterstützt von vorschulischen und schulischen Einrichtungen. Kinder und Jugendliche, die schulische und familiäre Veränderungen zeitgleich erleben, benötigen mehr Aufmerksamkeit und entsprechende Unterstützung.

Alle Personen, die in diesen Phasen für die Kinder und Jugendlichen verantwortlich sind, haben die Aufgabe, den Übergang positiv zu gestalten. In Gesprächen wird geklärt, was der Übergang für die Kinder bzw. Jugendlichen, die Eltern und die Lehrkräfte bedeutet, und welchen Beitrag jeder Einzelne zum Gelingen leisten kann. Der Familie kommt bei allen Übergängen im Bildungsverlauf eine besondere Rolle zu.

Die Einschulung stellt einen wichtigen Übergang in der Bildungsbiografie eines Kindes dar. Der Unterricht im Förderzentrum knüpft an die Kenntnisse und Fähigkeiten an, die die Kinder beim Schuleintritt mitbringen, baut Stärken aus und ermöglicht den Erwerb von Fähigkeiten und Fertigkeiten. Die Lehrkräfte arbeiten, unter Einwilligung und Beteiligung der Eltern, mit externen Experten und Pädagogen aus früher besuchten Einrichtungen zusammen, um die Bedürfnisse einzelner Kinder frühzeitig zu erkennen und zu beachten. Wenn Kinder die Schulvorbereitende Einrichtung eines Förderzentrums oder eine Heilpädagogische Kindertagesstätte besucht haben oder von der Mobilen Sonderpädagogischen Hilfe betreut wurden, liegen bereits Entwicklungsbeobachtungen vor, die Lehrkräfte des Förderzentrums für die individuelle Förderung nützen.

Der Übergang vom Förderzentrum in die wohnortnahe allgemeine Schule hat für die Schülerinnen und Schüler eine hohe Bedeutung. Eine enge Kooperation der aufnehmenden Schule mit der abgebenden Förderschule bereitet intensiv den Übergang vor, der verbunden ist mit der Eingewöhnung in eine neue Klassengemeinschaft, einem räumlichen Wechsel und neuartigen Leistungsanforderungen.

Beim Übergang in die berufliche Bildung findet die Vorbereitung auf den Eintritt in den Arbeitsmarkt statt. Zur Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler in den Jahrgangsstufen 7 bis 9 auf die Berufs- und Arbeitswelt werden am Förderzentrum praxisbezogene Maßnahmen zur Berufsorientierung und Berufsfindung (Betriebserkundungen, Praktika an Berufsschulen zur sonderpädagogischen Förderung, an Berufsbildungswerken, in überbetrieblichen Werkstätten und Betrieben) angeboten. Die Förderzentren arbeiten mit der Berufs- bzw. Rehabilitations-Beratung zusammen.


3 Qualitätsentwicklung
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Förderzentren überprüfen regelmäßig die Qualität ihrer Arbeit. Sie entwickeln sich unter Berücksichtigung der sich stets verändernden gesellschaftlichen Bedingungen auf der Basis von Rückmeldungen und gemeinsamen Zielsetzungen weiter. Die Qualitätsentwicklung ist eine zentrale Aufgabe, für die verschiedene Instrumente der internen und externen Evaluation zur Verfügung stehen. Aus den Rückmeldungen zur eigenen Arbeit und Zusammenarbeit können gemeinsam mit Schulaufsichten, Schulleitungen, Lehrerkollegien, Schulgremien und mit den kommunalen oder privaten Trägern anzustrebende Ziele formuliert werden. Schulhausinterne Fortbildungen, Teambesprechungen und Hospitationen sowie institutionenübergreifende und interdisziplinäre Kooperationen helfen den Kollegien dabei, die Qualität schulischer Prozesse beständig weiterzuentwickeln und nachhaltig zu sichern. Zur Förderung der Lehrergesundheit werden Supervision, Coaching, kollegiale Fallberatung und Fortbildungen für Lehrkräfte bereitgestellt, um gesundheitlichen Belastungen präventiv und interventiv zu begegnen und um einen konstruktiven Umgang mit spezifischen beruflichen Belastungen zu schaffen.