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Internationale Betriebswirtschaftslehre und Volkswirtschaftslehre Vorklasse (IW)

gültig ab Schuljahr 2017/18

IBV10 Lernbereich 1: Ein Unternehmen international ausrichten (ca. 15 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • beschreiben die Notwendigkeit der Aufnahme internationaler Handelsbeziehungen und setzen sich kritisch mit deren Auswirkungen für die relevanten Anspruchsgruppen des Unternehmens sowie der Volkswirtschaft auseinander.
  • wählen entsprechend der betrieblichen Situation Ausprägungsmöglichkeiten der Internationalisierung des Unternehmens aus, um in den internationalen Markt einzutreten und diesen zu bearbeiten.
  • planen selbständig den Internationalisierungsprozess und entscheiden sich begründet für eine Markteintritts- und Marktbearbeitungsstrategie.
  • wägen mögliche unternehmerische Problemstellungen, die auf ausländischen Märkten auftreten können, ab, unterbreiten Lösungsvorschläge und reflektieren deren Wirksamkeit.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Motive für die Internationalisierung (betriebswirtschaftliche Perspektive: absatz-, kosten- und beschaffungsorientierte Motive; volkswirtschaftliche Perspektive: Nichtverfügbarkeit von Gütern); externe und interne Anspruchsgruppen
  • Dimensionen der Internationalisierung, u. a. Tochtergesellschaft, Joint Venture, Vertragsfertigung, Lizenz und direkter Export
  • Notwendigkeit einer Compliancekultur im Rahmen der Internationalisierung

IBV10 Lernbereich 2: Mithilfe der Vollkostenrechnung Angebotspreise und das Betriebsergebnis ermitteln (ca. 28 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • unterscheiden die in einem Betrieb anfallenden Kosten nach betrieblichen Funktionen und der Zurechenbarkeit auf die Kostenträger, um so die innerbetriebliche Rechnung vorzubereiten.
  • ermitteln die Selbstkosten je Stück, ohne Aufteilung der Fertigungsgemeinkosten bei gegebenen Normalgemeinkostenzuschlagssätzen, und kalkulieren den Angebotspreis je Stück, der die Selbstkosten deckt und den Gewinn sowie die Vertriebskonditionen berücksichtigt. Sie beachten dabei unterschiedliche betriebswirtschaftliche Zielsetzungen.
  • verteilen die Gemeinkosten mithilfe des einfachen Betriebsabrechnungsbogens auf die Kostenstellen des Unternehmens und ermitteln die Zuschlagssätze, um mit deren Hilfe die Gemeinkosten den Kostenträgern anteilig zuzurechnen.
  • ermitteln die Selbstkosten je Stück mit Ist‑Gemeinkostenzuschlagssätzen, analysieren die Auswirkung bei Abweichung und diskutieren hierfür mögliche Ursachen.
  • ermitteln mithilfe der Kostenträgerzeitrechnung den vorkalkulierten und tatsächlichen Erfolg des Betriebs.
  • unterscheiden die in einem Betrieb anfallenden Kosten in Abhängigkeit vom Beschäftigungsgrad, um die Mängel der Vollkostenrechnung aufzudecken und marktorientierte Entscheidungen vorzubereiten.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Kosten nach betrieblichen Funktionen: Beschaffungs- bzw. Materialkosten, Fertigungs‑, Verwaltungs‑ und Vertriebskosten
  • Kostenträgerstückrechnung (Vorwärts‑, Rückwärts‑ und Differenzkalkulation) bei gegebenen Normalgemeinkostenzuschlagssätzen (ohne Maschinenkosten)
  • Kostenträgerstückrechnung mit ermittelten Ist‑Gemeinkostenzuschlagssätzen
  • vereinfachte Kostenträgerzeitrechnung mit nur einem Kostenträger und vorgegebenen Bestandsveränderungen bei fertigen und unfertigen Erzeugnissen
  • auch grafische Darstellung der Gesamt‑ und Stückkosten in Abhängigkeit vom Beschäftigungsgrad

IBV10 Lernbereich 3: Mithilfe der Geschäftsbuchführung das Gesamtergebnis einer Unternehmung ermitteln (ca. 33 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • eröffnen auf Basis der Bilanzpositionen die Bestandskonten. Sie unterscheiden Bestands‑ und Erfolgskonten im Hinblick auf ihre Erfolgswirksamkeit.
  • verbuchen die im Rahmen von Geschäftsprozessen im Inland anfallenden Aufwendungen für Vorräte inklusive Umsatzsteuer und die im Auslandsgeschäft anfallenden Aufwendungen für Vorräte (ohne Umsatzsteuer).
  • ermitteln und verbuchen den jeweiligen Jahresgesamtverbrauch der Vorräte.
  • verbuchen auf Grundlage der Lohn‑ bzw. Gehaltsabrechnung den Personalaufwand.
  • verbuchen die im Rahmen von Geschäftsprozessen im Inland anfallenden Verkaufserlöse inklusive Umsatzsteuer und die im Auslandsgeschäft anfallenden Verkaufserlöse (ohne Umsatzsteuer).
  • verbuchen Bestandsveränderungen an fertigen und unfertigen Erzeugnissen sowie aktivierte Eigenleistungen und bestimmen deren Auswirkungen auf den Unternehmenserfolg.
  • verbuchen die Beschaffung von Sachanlagevermögen inklusive Umsatzsteuer, berechnen die Anschaffungskosten, berechnen und verbuchen die lineare Abschreibung und bestimmen deren Auswirkung auf den Unternehmenserfolg.
  • schließen Erfolgskonten ab, ermitteln mithilfe der Gewinn‑ und Verlustrechnung das Gesamtergebnis der Unternehmung und bestimmen dessen wesentliche Einflussfaktoren.
  • berechnen mithilfe der entsprechenden Konten den erfolgsneutralen Saldo zwischen Umsatzsteuer und Vorsteuer und nehmen die notwendigen Ausgleichsbuchungen vor.
  • schließen Bestandskonten ab, um die Mittelverwendung und die Mittelherkunft der Unternehmung in der Bilanz abzubilden.
  • beachten im Rahmen der Geschäftsbuchführung stets eine sorgfältige Arbeitsweise.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • aktive und passive Bestandskonten, Aufwands‑ und Ertragskonten entsprechend dem Industriekontenrahmen (IKR)
  • Roh‑, Hilfs‑ und Betriebsstoffe sowie Fremdbauteile (inklusive Bezugskosten, Rücksendungen und Nachlässe)
  • Lohn‑ bzw. Gehaltsabrechnung mit gesetzlichen, tariflichen und freiwilligen Sozialleistungen einschließlich vermögenswirksamer Leistungen, Lohn‑ und Kirchensteuer
  • Verkaufserlöse mit Verpackung, Ausgangsfracht, Rücksendungen und Entgeltkorrekturen
  • Anschaffungskosten: Anschaffungspreis, Anschaffungspreisminderungen, Anschaffungsnebenkosten; Ermittlung des Jahresgesamtverbrauchs auch mithilfe von T‑Konten
  • aktivierte Eigenleistungen (ohne Ermittlung der Herstellungskosten)
  • Zahllast, Vorsteuerüberhang
  • vorbereitende Abschlussbuchungen, Abschlussbuchungen

IBV10 Lernbereich 4: Grundprobleme einer Volkswirtschaft identifizieren und wirtschaftliche Prozesse mikroökonomisch analysieren und beurteilen (ca. 21 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • analysieren mithilfe von Modellen zur Beschreibung, Erklärung und Prognose ökonomische Zusammenhänge, begreifen Modelle als Möglichkeit, die komplexe Wirklichkeit zu durchdringen und hinterfragen kritisch deren Bedeutung.
  • unterscheiden Güter als Mittel der Bedürfnisbefriedigung anhand geeigneter Kriterien und leiten daraus Konsequenzen für das Verhalten der Marktteilnehmer und die Existenz von Marktpreisen ab.
  • analysieren mithilfe einer Produktionsmöglichkeitenkurve die Marktversorgung für eine Volkswirtschaft und berücksichtigen dabei auch Opportunitätskosten getroffener Entscheidungen.
  • treffen vor dem Hintergrund von Ressourcenknappheit mithilfe des ökonomischen Prinzips eine begründete Entscheidung über die Einsatzmöglichkeiten von Produktionsfaktoren in Unternehmen. Dabei formalisieren sie den funktionalen Zusammenhang zwischen dem Einsatz von Produktionsfaktoren (Input) und der damit produzierten Menge an Gütern (Output) mithilfe einer Produktionsfunktion.
  • ermitteln in Abhängigkeit von der vorliegenden Marktform Möglichkeiten der Preisgestaltung. Dazu recherchieren sie Marktzugangsvoraussetzungen und Marktformen.
  • leiten aus konkreten Kauf- und Verkaufssituationen das typische Marktverhalten von Nachfragern und Anbietern ab, formalisieren mithilfe der Mathematik die Ergebnisse und ziehen daraus Rückschlüsse für das ökonomische Handeln der Marktteilnehmer.
  • berechnen mithilfe linearer Funktionen den Gleichgewichtspreis, die Gleichgewichtsmenge sowie die Gesamtwohlfahrt mit ihren Teilkomponenten. Sie beurteilen die volkswirtschaftliche Bedeutung der Funktionen des Gleichgewichtspreises.
  • interpretieren die Veränderungen bei der Variation bisher konstant gehaltener, unabhängiger Variablen und vergegenwärtigen sich die Bedeutung der Ceteris‑Paribus‑Bedingung als Hilfsmittel zur Ableitung volkswirtschaftlicher Regeln und Gesetzmäßigkeiten.
  • schätzen den Markt‑Preis‑Mechanismus als ein wesentliches Steuerungsinstrument der Marktwirtschaft und Voraussetzung für Wohlstand und Freiheit einer Gesellschaft und erkennen an, dass ihr persönlicher Wohlstand im besonderen Maße von funktionierenden Märkten abhängig ist.
  • berücksichtigen die Preisbildung auf Devisenmärkten bei einem System freier Wechselkurse, um daraus Konsequenzen für die Abwicklung von Handelsgeschäften mit ausländischen Geschäftspartnern zu ziehen.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • methodisches Vorgehen bei der Modellbildung: Aggregation, Isolierung und Mechanisierung
  • Kriterien, u. a. Knappheit (wirtschaftliche und freie Güter), Beschaffenheit (materielle und immaterielle Güter), Verwendungszweck (Konsum- und Investitionsgüter), Nutzungsdauer (Gebrauchs- und Verbrauchsgüter), Beziehung zwischen Gütern (Substitutions- und Komplementärgüter)
  • lineare Produktionsmöglichkeitenkurve für den Zwei‑Güter‑Fall mit konstanten Opportunitätskosten
  • betriebswirtschaftliche Produktionsfaktoren (elementare und dispositive Faktoren); volkswirtschaftliche Produktionsfaktoren (Boden, Arbeit, Kapital); Homo Oeconomicus und Ökonomisches Prinzip (u. a. Berechnung der Minimalkostenkombination für den Zwei‑Güter‑Fall)
  • Bedingungen der Marktvollkommenheit, Marktformen mithilfe des Marktformenschemas nach Heinrich von Stackelberg
  • Angebots- und Nachfragekurve
  • Preisbildung bei vollständiger Konkurrenz, Funktionen des Gleichgewichtspreises, Konsumenten- und Produzentenrente
  • Veränderungen des Marktgleichgewichts
  • freie Wechselkurse

IBV10 Lernbereich 5: Ziele der Wirtschaftspolitik bestimmen und das Inlandsprodukt als Wohlstandsindikator analysieren (ca. 16 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • überprüfen die Erreichung operationalisierter Ziele der nationalen Wirtschaftspolitik (Magisches Sechseck) mithilfe authentischer Quellen. Sie identifizieren richtungsweisende Grundsätze europäischer Wirtschaftspolitik und entwickeln so ein Bewusstsein für die Notwendigkeit der Koordination zwischen nationaler und europäischer Ebene.
  • leiten mögliche Zielbeziehungen der Wirtschaftspolitik ab, setzen begründet Prioritäten, vertreten ihre Meinungen gegenüber anderen fair und wertschätzen konträre Ansichten.
  • bestimmen die Komponenten des Inlandsproduktes sowie des Nationaleinkommens, unterscheiden zwischen nominalen und realen Werten und beurteilen deren unterschiedlichen Informationsgehalt.
  • untersuchen Konjunkturverläufe und ziehen aus der konjunkturellen Entwicklung Konsequenzen für betriebliche, gesellschaftliche und persönliche Entscheidungen.
  • beurteilen das Inlandsprodukt kritisch als Wohlstandsindikator. Hierzu diskutieren sie alternative Ansätze der Wohlstandsmessung im Austausch mit anderen und reflektieren dabei ihre persönliche Definition von Glück.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • wirtschaftspolitische Ziele auf nationaler Ebene (stetiges und angemessenes Wirtschaftswachstum, hoher Beschäftigungsstand, Stabilität des Preisniveaus, außenwirtschaftliches Gleichgewicht, gerechte Verteilung von Einkommen und Vermögen, Erhalt einer lebenswerten Umwelt) und richtungsweisende Grundsätze auf europäischer Ebene (stabile Preise, gesunde öffentliche Finanzen und monetäre Rahmenbedingungen, dauerhaft finanzierbare Zahlungsbilanz); Koordination der Wirtschaftspolitik nach Artikel 5 und 120 AEUV (Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union)
  • Entstehung und Verwendung des Inlandsprodukts, Verteilung des Nationaleinkommens; Entwicklung nominales und reales Inlandsprodukt (pro Kopf und gesamt, national und international)
  • Wirtschaftsschwankungen (saisonal, konjunkturell, strukturell) gemessen mithilfe der Wachstumsrate des realen Inlandsproduktes und mithilfe des Auslastungsgrades des Produktionspotenzials, Konjunkturindikatoren (national und international)
  • Kritik am Inlandsprodukt als Wohlstandsindikator und alternative Konzepte der Wohlstandsmessung (u. a. Better Life Index)

IBV10 Lernbereich 6: Ein Unternehmensplanspiel für ein internationales Unternehmen durchführen (optional) (ca. 11 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • entwickeln eine geeignete Strategie für ein virtuelles Unternehmen, um in einer gegebenen internationalen Wettbewerbssituation langfristig zu existieren. Dabei berücksichtigen sie ökonomische, ökologische und soziale Aspekte im internationalen Kontext.
  • treffen Entscheidungen für ein internationales Unternehmen in den verschiedenen Funktionsbereichen, um die gewählte Unternehmensstrategie umzusetzen.
  • überprüfen die getroffenen Entscheidungen anhand der vorliegenden Ergebnisse und analysieren die sich verändernden Unternehmensdaten, um zukünftige Entscheidungen fundiert zu begründen.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Dimensionen der Internationalisierung; Strategie, z. B. Kostenführerschaft oder Differenzierung
  • Funktionsbereiche, u. a. Materialwirtschaft, Produktion, Absatz
  • Unternehmensdaten, z. B. Bilanz, GuV, Liquidität, Absatz, Lagerhaltung, Marktanteil

IBV10 Lernbereich 7: Eine Fallstudie für ein internationales Unternehmen durchführen (optional) (ca. 11 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • entwickeln im Rahmen einer Fallstudie mit einer praxisnahen Problemstellung aus der Perspektive eines Unternehmens im Internationalisierungsprozess geeignete Strategien, um wirtschaftstheoretische Zusammenhänge situativ auf die komplexe Wirtschaftspraxis anzuwenden. Dabei beziehen sie persönliche und berufliche Vorerfahrungen ein, greifen auf notwendige Informationen gezielt zu und werten diese in Bezug auf die Lösung der Problemstellung anhand geeigneter Kriterien aus.
  • wägen Chancen und Risiken eigener Lösungsstrategien unter Berücksichtigung der relevanten Anspruchsgruppen des Unternehmens ab und vergleichen diese mit der Praxis, indem sie ggf. Experteneinschätzungen auswerten und deren Wirkungen analysieren, um Rückschlüsse für die eigene Position zu gewinnen.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Fallstudien zur Internationalisierung eines Unternehmens, z. B. internationale Markt- und Standortanalyse, Organisations- und Koordinationsstrukturen internationaler Unternehmen, internationales Marketing; Motive und Dimensionen der Internationalisierung; Strategien: z. B. Kostenführerschaft, Standardisierung, Differenzierung; Kriterien, z. B. Checklisten, Scoring‑Modell, Szenario‑Analyse
  • Anspruchsgruppen: extern und intern