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Katholische Religionslehre 12

gültig ab Schuljahr 2018/19

KR12 Lernbereich 1: Religion und Vernunft – Perspektiven für Menschenbild und Weltdeutung (ca. 10 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • unterscheiden verschiedene Zugangsweisen zur Wirklichkeit und begreifen die Rolle von Religion als zentral für die Auseinandersetzung mit menschlichen Grundfragen und die Erfüllung von Hoffnungen.
  • erkennen den christlichen Glauben und seine Sprach- und Ausdrucksformen als eine Weise der vernünftigen Antwort auf Fragen der Weltdeutung und der Offenbarung.
  • erläutern die Bedeutung des biblisch-christlichen Menschenbildes für das Handeln des Menschen.
  • analysieren verschiedene zeitgenössische Welt- und Menschenbilder, vergleichen diese mit der christlichen Anthropologie und würdigen deren Besonderheiten.
  • diskutieren die Tragweite der christlichen Anthropologie im Vergleich zu anderen Modellen für die eigene Lebensgestaltung und entwickeln Vorstellungen von gelingendem Leben.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Modi der Weltbegegnung, ihre Bedeutung für das Verstehen und Beurteilen von Wirklichkeit, und die Möglichkeit der ideologischen Vereinseitigung der Weltdeutung, z. B. politische Ideologien, die religiöse Symbolik pervertieren; Kapitalismus oder Sozialismus als vermeintlich heilsbringende Gesellschaftsformen; Inszenierung des Sports als Ersatzreligion
  • Verhältnis von Vernunft und Glaube (Offenheit des Menschen für Transzendenz; Sprach- und Ausdrucksformen des Glaubens)
  • Grundzüge des biblisch-christlichen Menschenbildes (z. B. Gottebenbildlichkeit, Geschöpflichkeit: Gen 1,26 f.; Person, Freiheit, Verantwortung: Röm 8,16; Gal 3,28; Gemeinschaftsbezug: Gen 2,18 ff.; Erlösungsbedürftigkeit: Mk 2,17; Gaudium et spes 12-22 in Auszügen), Heilszusage und unbedingte Annahme durch Gott
  • unterschiedliche Welt- und Menschenbilder in Religionen und Weltanschauungen und deren Niederschlag in Ökonomie, Politik, Kunst, Literatur oder Naturwissenschaft, z. B. Humankapital, Konsument; Determinismus; Reproduktionsmedizin; Selbstoptimierung
  • christliche Modelle und eigene Bilder von gelingendem Leben unter Einbeziehung biografischer Erfahrungen

KR12 Lernbereich 2: Lesen und handeln – die Botschaft der Bibel für die Gesellschaft (ca. 10 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • erläutern Wesen und Eigenart des christlichen Verständnisses der Bibel und deuten biblische Texte als Glaubens- und Offenbarungszeugnisse, in denen menschliche Grund- und Glaubensaussagen vor dem Hintergrund der göttlichen Heilszusage zur Sprache kommen.
  • begreifen biblische Propheten als aufmerksame und sozial engagierte Verkünder von Gottes Botschaft in der Welt.
  • analysieren ausgewählte prophetische Texte des Alten Testaments in ihrem sozialgeschichtlichen Kontext und deuten Heilszusagen als Ausdruck des Glaubens an ein rettendes Handeln Gottes und Unheilsankündigungen als Hinweis auf die Folgen menschlichen Fehlverhaltens.
  • erschließen die sozialkritische Dimension biblischer Texte, um wahrzunehmen, wo sie in ihrem Lebensumfeld christlich motivierte Verantwortung übernehmen können, und erarbeiten dafür konkrete Handlungsschritte.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Bibel: Aufbau, Eckdaten der Entstehung und Kanonisierung, Gottes Wort in Menschenwort im Unterschied zur Verbalinspiration, z. B. Dei verbum
  • Sozial- und Kultkritik der Schriftpropheten des 8. Jh. (z. B. Am, Hos, Protojesaja) und ihre politische und sozialgeschichtliche Verortung, historischer Kontext der Exilssituation und ihre prophetische Deutung (z. B. Deuterojesaja, Jer, Ez), prophetische Heilsworte und Gerichtsrede
  • weitere sozialkritische Texte der Bibel (z. B. jesuanische Botschaft von Frieden und Gerechtigkeit: Mt 5,1-7,29; Mt 21,12-17) und ihre Interpretation
  • Herausforderungen biblisch inspirierter Lösungsansätze in persönlichen oder sozialen, technologischen, politischen, ökonomischen sowie ökologischen Problemfeldern

KR12 Lernbereich 3: Erfahrbar und nah – dem dreieinen Gott begegnen (ca. 10 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • zeigen anhand ausgewählter Texte des Alten und des Neuen Testaments auf, wie herausfordernde Lebenssituationen zu einer Vertiefung des Gottesbildes geführt haben.
  • erschließen künstlerische Darstellungen und Gebete als Zugänge zum Verständnis der Dreieinigkeit.
  • begreifen in der Auseinandersetzung mit anderen Religionen die Dreieinigkeit als spezifischen Gehalt des christlichen Gottesbildes und formulieren ihren eigenen Standpunkt.
  • erschließen die Besonderheiten der Personen Gottes, erkennen darin den Beziehungsreichtum der Liebe Gottes zu den Menschen und verstehen diesen als Grund für differenzierte Gotteserfahrungen.
  • entdecken und reflektieren Situationen der Gotteserfahrung und Gottesbegegnung im Leben von Menschen und vergewissern sich bezüglich ihrer eigenen Vorstellung von Gott.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Entwicklung des Gottesbildes im AT in Bezug auf die Geschichte des Volkes Israel: vom Stammesgott der Patriarchen zum universalen Monotheismus, z. B. Gen 12,1-9; Ex 3,1-15; Jes 48,12 ff
  • Entfaltung des alttestamentlichen Gottesbildes in und durch Jesus Christus: Gott ist Liebe (z. B. Lk 15,11-32); Abba-Anrede (Mk 14,36); Reich-Gottes-Botschaft (Mt 20,1-16; Lk 1,46-55), Hl. Geist, z. B. Apg 2,1-13
  • Gebete (z. B. Kreuzzeichen, Ehre sei dem Vater) und bildliche Darstellungen (z. B. Dreieck, Gnadenstühle, gotisches Dreiblatt, Dreihasenbild, Dreigesicht) als Ausdruck des Glaubens an den dreieinen Gott
  • Grundzüge des monotheistischen Gottesbildes im Judentum (z. B. Dtn 6,4 – Sch’ma Israel als Kurzformel der Beziehung Gott-Israel) und im Islam (z. B. Glaubensbekenntnis, Fatiha als Teil des täglichen Pflichtgebets, die 99 Namen Allahs) im Vergleich zum christlichen Monotheismus, z. B. Glaubensbekenntnis
  • Besonderheiten des trinitarischen Gottesverständnisses anhand einzelner biblischer Texte (Mt 28,19; Hebr 4,15; Apg 2,1-36; 1 Joh 4,7-21)
  • Lebenssituationen, in denen Menschen Gottes Nähe erfahren oder Gottes Nähe suchen, z. B. E. Stein, M. Kolbe, H. Nesser