Lehrplan PLUS

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Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung München

Evangelische Religionslehre M10

ER10 Entwicklungsbezogene Kompetenzen
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Die Auswahl der angestrebten Kompetenzen trifft die Lehrkraft in pädagogischer Verantwortung auf der Basis der ermittelten Lernausgangslage sowie des individuellen Förderbedarfs der einzelnen Schülerin bzw. des einzelnen Schülers. Die Kompetenzen werden vernetzt mit den Kompetenzerwartungen aus dem LehrplanPLUS der Mittelschule im Unterricht angebahnt.

ER10 Motorik und Wahrnehmung
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • bringen in Gesten, Standbildern und Rollenspielen Inhalte des Religionsunterrichts zum Ausdruck.
  • formulieren entsprechend ihrer Sehbeeinträchtigung ihre Bedürfnisse, wie sie Zugänge zu Symbolen und Kirchenräumen finden können.
  • bringen ihre Eindrücke der Inhalte des Religionsunterrichts mit für sie individuell geeigneten Techniken (Sprechszenen, Hörspielen, Installationen, digitale Technik) in komplexer Form zum Ausdruck.

ER10 Denken und Lernstrategien
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • wenden selbständig und differenziert Hilfsmittel und Blindentechniken (auch in digitaler Form) zum Erschließen der Inhalte des Religionsunterrichts, vor allem biblischer Texte, an.
  • entwickeln komplexe eigene Metaphern und Symbole für religiöse Inhalte, die ihrer Wahrnehmung als Menschen mit Blindheit oder Sehbehinderung angemessen sind.
  • setzen sich kritisch und konstruktiv mit religiösen Deutungsmustern aufgrund ihrer Lebenserfahrungen und existenziellen Fragen als Menschen mit Lebenserschwernissen auseinander.

ER10 Kommunikation und Sprache
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • kennen, fordern und gestalten selbstorganisiert eine Gesprächsatmosphäre, die ihnen eine gute Teilhabe an Kommunikationsprozessen ermöglicht.
  • wenden nonverbale Kommunikation angemessen an und verfügen über Lösungsansätze für Situationen, in denen das eingeschränkte Sehvermögen zu Schwierigkeiten führt.

ER10 Emotionen und soziales Handeln
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • beurteilen kritisch christliche Antwortversuche auf die Theodizee-Frage in Bezug zur eigener Lebenssituation und Sehbeeinträchtigung.
  • setzen sich differenziert mit der christlichen Zusage der Liebe Gottes im Bezug zur eigenen Lebenssituation als Mensch mit Behinderung auseinander.
  • entwickeln ein tragfähiges, realistisches Selbstkonzept, das durch das Wissen um die Liebe und Annahme Gottes getragen wird.
  • verstehen Trauerprozesse als „normale“ Krisenverarbeitung und vergleichen dieses Wissen mit ihrem eigenen Erleben.
  • diskutieren und beurteilen Deutungen von biblischen Heilungsgeschichten auf dem Hintergrund der Existenz von Behinderungen.
  • bringen die emotionalen Aspekte des Themas Partnerschaft und Sexualität angemessen zur Sprache und reflektieren es unter dem Aspekt des Lebens mit Behinderung.

ER10 Lernbereich 1: Die Frage nach Gott
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • reflektieren, wie sich ihre Vorstellungen von Gott im Lauf ihres Lebens verändert haben, und bringen diese in Gesprächen mit anderen differenziert zum Ausdruck.
  • erläutern zentrale Aspekte des biblischen Gottesbildes im Alten und Neuen Testament und formulieren dazu persönliche Zugänge bzw. Anfragen.
  • beschreiben Werke aus Medien, Musik und Bildender Kunst zum Thema Gott, deuten sie und setzen sie in Beziehung zu eigenen Gedanken über Gott.
  • setzen sich differenziert mit ausgewählten Anfragen an den Gottesglauben aus Philosophie und Theologie auseinander, positionieren sich dazu und bringen ihre Einsichten in weltanschauliche Diskussionen ein.

Inhalte zu den Kompetenzen:

  • Veränderungen eigener Gottesvorstellungen von der Kindheit zur Jugend
  • zentrale Aspekte des biblischen Gottesbildes: Gott begleitet und Gott befreit, Gott kommt in Jesus den Menschen nahe, Geist Gottes als Lebenskraft, Gott ist unbegreiflich; zusätzliche Aspekte (z. B. weibliche Seite Gottes, Gott richtet)
  • Werke zum Thema Gott aus Medien, Musik und Bildender Kunst (z. B. in Videoclips, Werbung, aktuellen Songs, Karikaturen)
  • Anfragen an den Gottesglauben aus Philosophie und Theologie anhand von Themen (z. B. Theodizee) oder Personen (z. B. Ludwig Feuerbach, Sigmund Freud, Dorothee Sölle)

ER10 Lernbereich 2: Christsein in der Gesellschaft
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • beschreiben aktuelle gesellschaftliche und politische Entwicklungen und identifizieren Anlässe und Themen, die es notwendig machen, als Kirche Position zu beziehen. Sie begründen dies auf der Grundlage biblischer Texte bzw. kirchlicher Stellungnahmen.
  • beurteilen an ausgewählten Beispielen, inwieweit das politische Reden und Handeln von Christinnen und Christen im 20. und 21. Jahrhundert durch den christlichen Glauben motiviert und geprägt wurde und welche Schlussfolgerungen sich daraus für ein Engagement heute ergeben können.
  • erläutern an einem Beispiel, wie christliches Reden und Handeln heute konkretisiert wird.
  • reflektieren die Frage, was es bedeutet, selbst gesellschaftliche Verantwortung im eigenen Lebensumfeld zu übernehmen und entwickeln für sich Handlungsmöglichkeiten.

Inhalte zu den Kompetenzen:

  • aktuelle gesellschaftliche und politische Entwicklungen (z. B. Einwanderung, nachhaltiges Wirtschaften, Menschenrechte)
  • biblische Texte (z. B. Salz der Erde, Licht der Welt (Mt 5,13-16)), prophetische Worte (z. B. aus dem Buch Amos); Denkschriften der Evangelischen Kirche in Deutschland
  • Lebensbilder von Christinnen und Christen des 20. und 21. Jahrhunderts, die sich aus ihrem christlichen Glauben heraus politisch und gesellschaftlich engagiert haben bzw. engagieren (z. B. Martin Luther King, Desmond Tutu, Katharina Staritz)
  • christliches Engagement vor Ort (z. B. Flüchtlingsarbeit, Eine-Welt-Arbeit, Umweltschutz); Projekte und Aktionen der evangelischen Jugendarbeit

ER10 Lernbereich 3: Buddhismus – eine fernöstliche Religion
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • identifizieren im Alltag und in ihrem Lebensbereich Symbole und Elemente fernöstlicher Religionen.
  • geben in Grundzügen Auskunft über den Entstehungszusammenhang zwischen Hinduismus und Buddhismus sowie über wichtige Glaubenselemente des Buddhismus.
  • begründen und hinterfragen, warum sich Menschen in Deutschland von buddhistischen Ausdrucksformen angezogen fühlen und stellen Bezüge her zwischen deren Lebenssituation und buddhistischer Religiosität.
  • setzen buddhistische und christliche Antworten auf Lebensfragen an einem Beispiel in Beziehung zueinander.
  • zeigen in der Begegnung mit dem Buddhismus angemessenes und respektvolles Verhalten.

Inhalte zu den Kompetenzen:

  • religiöse und kulturelle Symbole, Elemente und Erscheinungsformen fernöstlicher Religionen wie des Buddhismus (z. B. Buddhastatuen, Yoga, Meditationsangebote, Kampftechniken)
  • Entstehungszusammenhang zwischen Hinduismus und Buddhismus
  • Glaubenselemente des Buddhismus (z. B. Vier edle Wahrheiten, Karma, Jenseitsvorstellungen, Glaubenspraxis), Religionsstifter Siddharta Gautama Buddha in seiner Bedeutung für die Grundlehren der Religion
  • Gründe für die Faszination Buddhismus (z. B. Suche nach Sinn und Religion, Bedürfnis nach Entschleunigung und Meditation angesichts hoher beruflicher Anforderungen, multireligiöse Gesellschaft)
  • Antworten des Buddhismus und des Christentums auf Lebensfragen und Herausforderungen moderner Lebenswelten (z. B. Tod und Leben, Leid, Erlösung, gelebter Glaube, Handeln in der Gesellschaft)

ER10 Lernbereich 4: Weitergehen – was Hoffnung gibt
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • reflektieren ihre Situation im Übergang zwischen Schulabschluss und der Zeit danach und artikulieren ihre Erwartungen, Sehnsüchte und Ängste in Bezug auf die Zukunft.
  • entdecken in biblischen Texten sowie traditionellen und zeitgenössischen Liedern Impulse des christlichen Glaubens für Lebensfragen Jugendlicher.
  • differenzieren Angebote christlicher Spiritualität und überprüfen, inwieweit sie bedeutsam für persönliche Lebenssituation sein können.
  • bündeln und bewerten im Blick auf den neuen Lebensabschnitt ihr im Religionsunterricht erworbenes Wissen, ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten und drücken dies in vielfältigen Formen aus.

Inhalte zu den Kompetenzen:

  • persönliche Zukunftsvorstellungen, Lebensträume, Erwartungen, Hoffnungen und Befürchtungen im Hinblick auf aktuelle und zukünftige Umbruchsituationen
  • Psalmen (z. B. Ps 23, Ps 91), Gebete (z. B. Lobgesang der Hanna (1. Samuel 2,1 ff.)), traditionelle und zeitgenössische Lieder (z. B. „Vertraut den neuen Wegen“ (EG 395), „Gemeinsam den Aufbruch wagen“ (Alive-Liederbuch 121))
  • spirituelle Angebote (z. B. Meditationsübungen, Jugendgottesdienste, „Raum der Stille“ in der Schule, Gebetsecken in Kirchen, Bibel-App)
  • Gedanken, Fähigkeiten und Fertigkeiten aus dem Religionsunterricht bzw. der eigenen religiösen Bildung