Lehrplan PLUS

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Blindheit und Lebenspraxis R7

gültig ab Schuljahr 2019/20

BLP7 1.1 Blinde Menschen in Geschichte und Gegenwart
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • schätzen ihre eigene Situation realistisch ein, indem sie die Lebensbedingungen blinder Menschen früher und heute vergleichen.
  • erschließen aus statistischem Material bedeutende Fakten über blinde Menschen in Bayern, um die gesellschaftliche Relevanz von Sehschädigung zu beurteilen.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • blinde Menschen in der Geschichte
  • Louis Braille – der Erfinder der Blindenschrift
  • Anzahl und Altersstruktur blinder Menschen in Bayern
  • statistischer Überblick über berufliche Eingliederung

BLP7 1.2 Das Auge und seine Erkrankungen
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • identifizieren die Teile des Auges und beschreiben ihre Aufgaben.
  • beschreiben die Teile des Auges und setzen sie mit den entsprechenden Funktionen in Zusammenhang.
  • setzen sich mit den lebenspraktischen und sozialen Folgen ihrer Seheinschränkung auseinander, um diese im Alltag zu bewältigen.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • die Teile des Auges und ihre Aufgaben
  • Schutzmaßnahmen
  • Augenerkrankungen (Ursachen, Formen, Schweregrad)
  • die Sehschädigungen der Schülerinnen und Schüler
  • Folgen der Beeinträchtigungen durch die Seheinschränkung
  • Kompensationsmöglichkeiten (Einsatz der anderen Sinne)
  • zusätzliche Behinderungen und ihre Folgen (z. B. Hörbehinderung)

BLP7 1.3 Rechtsbestimmungen und soziale Hilfen
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • erschließen aus Gesetzestexten die Gleichstellung behinderter Menschen als Verfassungsauftrag.
  • setzen den Schwerbehindertenausweis und das Blindengeld ihrer Bestimmung gemäß ein.
  • wissen um rechtliche Vergünstigungen und machen diese im Alltag geltend.
  • bewältigen ihr Leben mit Einschränkungen, indem sie sich zielgerichtet über ihre Rechte und Pflichten informieren.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • rechtliche Grundlagen: Benachteiligungsverbot (z. B. GG Art. 3, Verfassung des Freistaates Bayern Art. 118, allgemeines Gleichstellungsgesetz), Nachteilsausgleich, Notenschutz (z. B. bei Prüfungen), gesetzliche Bestimmungen zu Blindengeld und Blindenhilfe, steuerliche Erleichterungen (z. B. Einkommenssteuer, Umsatzsteuer, Kfz-Steuer), gesetzliche Regelungen zur Kennzeichnung und Teilnahme am Straßenverkehr
  • Vergünstigungen: Zusatzurlaub, unentgeltliche Beförderung im öffentlichen Personennahverkehr, unentgeltliche Mitnahme einer Begleitperson im Nah- und Fernverkehr, Parkerleichterungen, kostenlose Blindensendungen, ermäßigter Rundfunkbeitrag, Gebührenermäßigung beim Telefonieren
  • Privatleben: Beurteilung von Versicherungsverträgen im Hinblick auf das Risiko von Blindheit und Sehbehinderung, Probleme der Haftung (z. B. im Straßenverkehr), Ausfüllen von Anträgen

BLP7 1.4 Berufliche und gesellschaftliche Inklusion
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • planen ihren eigenen beruflichen Werdegang selbstverantwortlich, indem sie einen Überblick über Möglichkeiten und gesetzliche Grundlagen beruflicher Rehabilitation behinderter Menschen gewinnen.
  • zeigen die Bereitschaft zu Verantwortung und sind sich bewusst, dass angemessenes Sozialverhalten, Mobilität und lebenspraktische Fertigkeiten Voraussetzungen für gelingende Inklusion darstellen.
  • entscheiden sich für eine geeignete Schullaufbahn, indem sie die Beschulung blinder und hochgradig sehbehinderter Jugendlicher in der Inklusion und in Förderschulen mit dem Schwerpunkt Sehen vergleichen.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Arbeitswelt: mögliche Ausbildungs- und Berufswege für blinde Menschen, verschiedene Behörden und ihre Leistungen (z. B. Agentur für Arbeit, Integrationsamt, Rentenversicherungsträger, Integrationsfachdienst), Hilfen in Ausbildung und Beruf
  • Gesellschaft: Voraussetzungen für soziale Eingliederung (z. B. Mobilität, lebenspraktische Fertigkeiten, soziale Kompetenz); Handlungsstrategien, um soziale Situationen aktiv zu gestalten (z. B. Betreten eines Raumes, in dem sich mehrere Menschen befinden); Bereitschaft zu Selbstverantwortung und sozialer Eingliederung; Möglichkeiten inklusiver Freizeitbeschäftigung (z. B. Chöre, Sportvereine, Jugendgruppen); Modelle schulischer Inklusion

BLP7 1.5 Hilfsmittel und Selbsthilfeverbände
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • informieren sich über gängige Hilfsmittel, deren Beschaffung und Finanzierung, um diese in ihrer Lebenswirklichkeit einzusetzen.
  • schätzen Nutzen und Voraussetzungen für die Haltung eines Blindenführhundes ein, um eine fundierte Entscheidung über den eigenen Bedarf zu treffen.
  • kennen und benennen die Angebote von Selbsthilfeverbänden, um diese angemessen zu nutzen.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Hilfsmittel und Unterstützung am Arbeitsplatz: Überblick über optische, elektronische und technische Hilfsmittel, Alltagshilfen, Möglichkeiten der Beschaffung von Hilfsmitteln, Bezugsquellen (Hilfsmittelfirmen), Beratungsangebote, Finanzierung von Hilfsmitteln, Überblick über eine angemessene individuelle Arbeitsplatzausstattung, Aufgaben einer Arbeitsplatzassistenz
  • Blindenführhund (z. B. Voraussetzungen, Einsatzmöglichkeiten, Finanzierung)
  • Selbsthilfeverbände: Ziele und Aufgaben von Selbsthilfeorganisationen (z. B. Blinden- und Sehbehindertenverbände), Angebote für Beratung und individuelle Hilfen, Textservice und Angebote für Buchübertragung, Möglichkeiten der Informationsbeschaffung, Bildungs- und Freizeitangebote

BLP7 2.1 Grundkenntnisse und Umgangsformen
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • nutzen ihre Grundkenntnisse im Bereich der lebenspraktischen Fertigkeiten, um sich in geschlossenen Räumen zurechtzufinden.
  • setzen erworbene Kommunikationsfertigkeiten situationsangemessen ein, um soziales Handeln zum Erfolg zu führen.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • sachgerechte Nutzung von Alltagsgebrauchsgegenständen: Auffinden und Betätigen von Lichtschaltern, Öffnen und Schließen von Fenstern, Öffnen und Schließen von Gardinen und Jalousien, Kennzeichnen und Dosieren von persönlichen Medikamenten
  • Erkennen von und Umgang mit Gefahrenquellen: An- und Ausstellen von Heizkörpern, sicheres Bedienen von Geräten (z. B. Föhn, Bügeleisen), Ziehen von Steckern aus Steckdosen, Wechseln von Batterien und deren umweltschonendes Entsorgen
  • soziale Umgangsformen: Kontaktaufnahm, Formen der Höflichkeit (z. B. Begrüßung), sich selbst und andere vorstellen, sozialverträgliche Distanz, Gesprächsverhalten, Körperhaltung, Mimik und Gestik, angemessenes Um-Hilfe-Bitten und höfliches Ablehnen unnötiger Hilfe, Notrufnummern, Erkennen von Münzen und Geldscheinen und zweckmäßige Aufbewahrung

BLP7 2.2 Grundfertigkeiten im Haushalt
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • kennen und nutzen unterschiedliche Markierungstechniken, um ihre persönlichen Dinge zu strukturieren und Verwechslungen zu vermeiden.
  • achten auf ihr äußeres Erscheinungsbild, indem sie sich um Sauberkeit und angemessene, farblich passende Kleidung bemühen.
  • beherrschen grundlegende Essenstechniken, um zu einem größtmöglichen Grad an Selbständigkeit zu gelangen.
  • informieren sich über Grundfertigkeiten in der Haushaltsführung und der Zubereitung von Speisen und setzen diese fachgerecht ein.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • unterschiedliche Markierungs- und Differenzierungsmöglichkeiten: Kennzeichnung persönlicher Gegenstände (z. B. Schriftstücke, CDs), Unterscheiden und Kennzeichnen von Lebensmitteln, Markierung und Ordnung von Kleidung, Farbzusammenstellung von Kleidung (Farberkennungsgerät), Erkennung und Unterscheidung verschiedener Stoffarten
  • äußeres Erscheinungsbild: Prüfen des Sitzes der Kleidung, Aufbewahren von Kleidung (z. B. auf Bügel hängen, Wäsche falten), Packen von Koffer oder Tasche, Erkennen verschmutzter und schadhafter Kleidungsstücke, sachgerechtes Pflegen von Schuhen
  • Verhaltensregeln bei Tisch: angemessene Körperhaltung, sachgerechte Handhabung von Besteckteilen, Schneiden, Belegen und Streichen mit dem Messer, Decken und Abräumen des Tisches
  • Umgang mit Lebensmitteln: Unterscheidung der Lebensmittel nach Größe, Form, Oberflächenbeschaffenheit, Konsistenz, Geruch und Geschmack; Gemüse und Obst waschen, putzen, schälen, schneiden; Arten des Schälens (z. B. Banane, Kartoffel, Zwiebel); Zerkleinerungstechniken; Eingießen von warmen und kalten Getränken; Umfüllen und Vermischen fester und flüssiger Nahrungsmittel
  • Öffnen von Verpackungen: Wahrnehmung und Unterscheidung verschiedener Verpackungsmaterialien, Öffnen von Flaschen mit verschiedenen Verschlüssen, Beachten von Gefahrenquellen
  • Nutzen von Mess- und Wiegehilfen: Auswahl zweckmäßiger Geräte (z. B. sprechende oder taktile Waage, Messbecher, Löffelmaß), Wiegen und Abmessen fester und flüssiger Lebensmittel, Gewichtsvergleich