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Ethik R9

gültig ab Schuljahr 2021/22

Eth9 Entwicklungsbezogene Kompetenzen
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Die aufgeführten Kompetenzen beschreiben das Ergebnis eines fünfjährigen Lernprozesses. Die Auswahl der angestrebten Kompetenzen trifft die Lehrkraft in pädagogischer Verantwortung auf der Basis der ermittelten Lernausgangslage sowie des individuellen Förderbedarfs der einzelnen Schülerin bzw. des einzelnen Schülers. Die Kompetenzen werden anhand der Inhalte aus den Lernbereichen im Unterricht angebahnt.

Eth9 Motorik und Wahrnehmung
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • beschreiben sich selbst in ihren individuellen, auch behinderungsspezifischen Merkmalen.
  • sind sich ihrer körperlich-motorischen Grenzen bewusst.
  • reflektieren zum Thema Selbstwahrnehmung ihre eigene Körperwahrnehmung und sind sich gegebener Wahrnehmungseinschränkungen bewusst.

Eth9 Denken und Lernstrategien
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • nutzen ritualisierte Abläufe und Arbeitstechniken, um über ethische Vorstellungen nachzudenken.
  • diskutieren mit anderen über abstrakte Konzepte wie ethische Vorstellungen.
  • leiten aus abstrakteren Wertvorstellungen soziale Regeln ab und begründen diese.

Eth9 Kommunikation und Sprache
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • nutzen selbständig Hilfsmittel der Unterstützten Kommunikation für den Austausch über Gefühle, soziale Regeln und zur Konfliktbewältigung.
  • zeigen ein erweitertes Vokabular in Bezug auf ethische Vorstellungen und moralische Konzepte.
  • benennen und begründen persönliche Wünsche und Bedürfnisse. Sie reflektieren Wünsche und Bedürfnisse, deren Realisierung ihnen aufgrund von Behinderung erschwert sein kann (Teilhabe, Partnerschaft, Sexualität).

Eth9 Emotionen und soziales Handeln
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • wägen nach ihrer körperlichen Ausgangslage Möglichkeiten ab, wie sie mit intensiven Gefühlen umgehen können.
  • nehmen in ihrem Alltag Situationen wahr, in denen andere Hilfe benötigen. Sie fühlen sich in den anderen ein und erkennen eigene Möglichkeiten zur aktiven Unterstützung.
  • reflektieren das Spannungsfeld zwischen Nähe und Distanz sowie die Notwendigkeit eines freundlichen Umgangs mit professionellen Mitarbeitern, etwa bei der Pflege, in der Therapie.
  • setzen sich mit ihrer Behinderung auseinander.
  • hinterfragen kritisch gesellschaftliche Rollenzuschreibungen im Hinblick auf Körperbehinderungen.

Eth9 Lernbereich 1: Friedensethik
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • erkennen, dass Filme und Computerspiele oft kein realistisches Bild von tatsächlichem Kriegsgeschehen abgeben, und schätzen dadurch Konsequenzen von kriegerischen Auseinandersetzungen besser ein.
  • verstehen Konflikte als etwas Grundlegendes im Zusammenleben von Menschen in allen Lebens- und Erfahrungsbereichen und handeln in ihrem Lebensumfeld bei der Lösung von Konflikten nach Grundwerten für ein friedliches Zusammenleben, wie Gerechtigkeit und Toleranz.
  • bewerten verschiedene Formen des Umgangs mit Konflikten und wenden geeignete Strategien zur Lösung von Konflikten und zum Ausgleichen von Interessen an.
  • schätzen die grundlegende Bedeutung der Wahrung des Friedens für das Leben des Einzelnen und insbesondere für die Entfaltung der Persönlichkeit und Fähigkeiten von Kindern.
  • setzen sich vor dem Hintergrund der Arbeit einer Hilfsorganisation mit Möglichkeiten und Grenzen eines Engagements für den Frieden auseinander.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Krieg und Heldentum in Filmen und Computerspielen
  • Arten von Konflikten: Konflikte im familiären und befreundeten Umfeld (z. B. Scheidung, Schülerstreit), politische Konflikte
  • Grundwerte: Toleranz, Gleichberechtigung und Diskriminierungsverbot (Art. 3 GG), Recht auf freie Selbstentfaltung (Art. 2 GG)
  • ungeeignete Strategien: psychische Gewalt (z. B. Bloßstellen, Auslachen, Beleidigen, Ignorieren, Verwendung von Killerphrasen), physische Gewalt
  • geeignete Strategien der Konfliktlösung (z. B. Gespräch nach Regeln der gewaltfreien Kommunikation, Unterstützung durch neutrale Vermittlerinnen oder Vermittler)
  • Kinder in Kriegen (z. B. Flucht, Einsatz als Kindersoldatinnen und Kindersoldaten)
  • Arbeit einer Menschenrechts- oder Kinderhilfsorganisation

Eth9 Lernbereich 2: Sinnsuche im Leben
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • begreifen Sinnsuche als lebenslangen Prozess für ein gelingendes Leben.
  • prüfen Sinnangebote nach Kriterien und erkennen tragfähige Möglichkeiten, dem eigenen Leben einen Sinn zu geben (z. B. soziales Engagement).
  • ermessen angesichts der existenziellen Begrenztheit des Lebens in altersgemäßer Weise die zentrale Bedeutung der Frage nach dem Sinn im Leben.
  • erkennen die Bedeutung von Sterbebegleitung und Trauer für den Umgang mit dem Tod und achten diese.
  • fühlen sich in die Lage von Menschen in existenziellen Grenzsituationen ein.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Anspruch an das eigene Leben, persönliches Verständnis von Sinn
  • Sinnfindung als Beitrag zur Prävention (z. B. von Depression, Sucht, Suizid)
  • Sinn durch z. B. Liebe, Familie, Freundschaft, Beruf, erfüllende Tätigkeiten, Religion
  • Kriterien für die Sinnsuche (z. B. Autonomie, keine Fremd- oder Selbstschädigung)
  • verfehlte Sinnangebote (z. B. Drogen, Sekten, überzogenes Konsumverhalten)
  • Sinn im Angesicht der Begrenzung des Lebens: Geburt und Tod
  • unterschiedliche Auffassungen vom Tod: Angst auslösendes Erlebnis, Erlösung, natürlicher Abschluss des Lebens
  • bewusster Umgang der Menschen mit Sterben und Tod (z. B. Friedhöfe, Todesanzeigen, Begräbnisrituale); Sterbebegleitung, Hospiz
  • Reaktionen auf den Tod: Verzweiflung, Trauer, dankbarer Rückblick, Schuldbewusstsein
  • existenzielle Grenzsituationen (z. B. Krankheit, Unfall, Tod)
Alltagskompetenzen Alltagskompetenzen

Eth9 Lernbereich 3: Ethik der Weltreligionen
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • respektieren mögliche Funktionen und den Stellenwert von Religion für gläubige Menschen.
  • unterscheiden zwischen religiösen Geboten und rechtlichen Normen.
  • tolerieren grundlegende Wertvorstellungen anderer Kulturkreise und Religionen, die in unserer Gesellschaft präsent und verfassungsrechtlich geschützt sind, und akzeptieren, dass religiöse Menschen ihren Glauben leben.
  • erkennen, dass religiöser Extremismus einen Missbrauch der Religionen darstellt, und treten dagegen ein.
  • erkennen Gemeinsamkeiten im Ethos der Weltreligionen und setzen sich mit religionsübergreifend anerkannten Regeln auseinander.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Funktion und Bedeutung von Religion (z. B. Identitäts- und Sinnstiftung, Bewältigung von Ängsten, Orientierung und Finden von Wertmaßstäben, Handlungsanweisungen, Gemeinschaftsgefühl)
  • Abgrenzung: religiöse Gebote, rechtliche Normen (z. B. staatliche Gesetze)
  • Artikel 9 der Menschenrechtskonvention; Artikel 4 des Grundgesetzes
  • gelebter Glaube in Deutschland: Beispiel für eine aktuelle Debatte (z. B. Schutz des Lebens, Synagogen- oder Moscheebau)
  • Fundamentalismus, Terrorismus
  • zentrale ethische Aussagen der Weltreligionen (z. B. die Zehn Gebote; Thron des Gerichts, Talmud, Schabbat 31a; Bergpredigt; die Eröffnung zu Mekka, Sure 1,1-7; islamischer Pflichtenkodex, Sure 17,22-38; Vier Edle Wahrheiten; Achtfacher Pfad; Veden in Auszügen)
  • „Weltethos“ (Hans Küng): das Grundprinzip der Menschlichkeit und die vier ethischen Prinzipien der Weltreligionen
Für den Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung

Inhalte zu den Kompetenzen:

  • Körperbehinderung in verschiedenen Weltreligionen