Lehrplan PLUS

Direkt zur Hauptnavigation springen, zur Servicenavigation springen, zur Seitennavigation springen, zu den Serviceboxen springen, zum Inhalt springen

Betriebswirtschaftslehre/Rechnungswesen Vorklasse (W)

gültig ab Schuljahr 2017/18

BwR10 Lernbereich 1: Sich im Unternehmen orientieren und betriebliche Zielsetzungen überprüfen (ca. 10 Std.)
Abschnitt zur PDF-Sammlung hinzufügen

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • beschreiben unter Einbezug persönlicher Vorerfahrungen den Industriebetrieb als Organisation, in der durch das Zusammenwirken der Funktionsbereiche die betrieblichen Produktionsfaktoren im Sinne einer Leistungserstellung kombiniert werden.
  • identifizieren Unternehmensziele und deren Zielbeziehungen und setzen in Zielkonflikten begründete Prioritäten.
  • überprüfen die Erreichung operationalisierter Ziele mittels ausgewählter Kennzahlen, indem sie auf die notwendigen Informationen aus vorliegenden Daten zugreifen.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Funktionsbereiche eines Industriebetriebs: Materialwirtschaft, Produktion, Absatz, Finanzwirtschaft, Rechnungswesen, Personalwirtschaft und Unternehmensführung
  • ökologische Ziele, ethisch‑soziale Ziele, ökonomische Ziele
  • Operationalisierung: Zielausmaß, Zielinhalt, Zeitbezug; Kennzahlen: Rentabilität, Produktivität, Wirtschaftlichkeit

BwR10 Lernbereich 2: Material beschaffen sowie Fertigungsverfahren festlegen (ca. 20 Std.)
Abschnitt zur PDF-Sammlung hinzufügen

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • treffen mithilfe der ABC‑Analyse eine begründete Entscheidung, ob Materialien fertigungssynchron oder auf Vorrat beschafft werden.
  • analysieren den Beschaffungsmarkt auch nach ethisch‑sozialen Aspekten und führen Bestellungen so durch, dass die Lieferbereitschaft jederzeit gewährleistet ist und berücksichtigen dabei die Lagerhaltungs- und Bestellkosten.
  • treffen eine begründete Entscheidung, wie viele unterschiedliche Produkte mit welchem Fertigungsverfahren hergestellt werden, determinieren die Gründe für die gewählte Fertigungstiefe und nutzen dabei die Vorteile von Normung und Typung.
  • beurteilen die betrieblichen Auswirkungen, wenn Produktions‑ und Absatzmengen synchronisiert werden.
  • nutzen die Netzplantechnik als Instrument, um Engpässe in der Produktion aufzuzeigen.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Materialklassifizierung: ABC‑Analyse; Bereitstellungsprinzipien: Vorratsbeschaffung und fertigungssynchrone Beschaffung
  • Beschaffungsmarktanalyse mittels Angebotsvergleich und Lieferanten‑Matrix; Just‑in‑Time: Möglichkeiten und Grenzen; Bestellpunktverfahren, optimale Bestellmenge (tabellarisch, rechnerisch, grafisch), Aufgaben der Lagerhaltung
  • Programmbreite und Fertigungstiefe; Fertigungsverfahren (Fertigungs‑ und Organisationstypen, Mass Customization als Kompromiss); Abstimmung von Produktions‑ und Absatzmengen

BwR10 Lernbereich 3: Personalbedarf planen, Personal beschaffen, einsetzen und beurteilen (ca. 20 Std.)
Abschnitt zur PDF-Sammlung hinzufügen

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • ermitteln unter Berücksichtigung der betrieblichen Ziele und Notwendigkeiten den Personalbedarf.
  • treffen im Rahmen der internen und externen Personalbeschaffung eine begründete Auswahl der einzusetzenden Beschaffungsinstrumente, um eine ausreichende Anzahl an geeigneten Bewerbern zu gewinnen.
  • stellen anhand einer Stellenbeschreibung Kriterien für die zu besetzende Stelle zusammen, um die Bewerbungen zu analysieren.
  • setzen Instrumente der Personalauswahl zielgerichtet ein und treffen eine begründete Besetzungsentscheidung, die neben der betriebswirtschaftlichen Perspektive auch ethisch‑soziale Geschichtspunkte berücksichtigt.
  • planen den effektiven Einsatz des vorhandenen Personals, indem sie eine begründete Entscheidung hinsichtlich denkbarer Arbeitszeitmodelle und Gestaltungsmodelle treffen. Dabei berücksichtigen sie auch die persönlichen Interessen der Mitarbeiter.
  • nutzen die Personalbeurteilung als Instrument der Personaleinsatzplanung und der Personalentwicklung, indem sie sich im Rahmen der betrieblichen Vorgaben für ein geeignetes Verfahren entscheiden. Sie berücksichtigen, dass die Personalbeurteilung sowohl methodische als auch Umsetzungsprobleme aufweisen kann.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • interne und externe Faktoren des Personalbedarfs: wirtschaftliche und technologische Entwicklung, Produktions- und Absatzprogramm, betriebliche Organisation; Ermittlung des quantitativen und qualitativen Personalbedarfs: Personalbedarfsplanung, Stellenbeschreibung und Anforderungsprofil
  • Möglichkeiten der Personalbeschaffung (inner‑/außerbetrieblich); Instrumente der externen Personalbeschaffung: z. B. Stellenanzeige (AGG), Jobportale, Personalberater, E‑Recruiting, Personalmarketing (employer branding)
  • Kriterien, z. B. fachliche Vorbildung, Ausbildung
  • Auswahlinstrumente, z. B. Bewerbungsunterlagen, Referenzen, Testverfahren, Vorstellungsgespräch, Assessment‑Center; Vergleich von Anforderungs‑ und Eignungsprofil
  • flexible Arbeitszeitmodelle (Teilzeit, KAPOVAZ, Lebensarbeitszeit, Gleitzeit, Schichtarbeit);
    Gestaltungsformen eines flexiblen Personaleinsatzes (Job‑Enlargement, Job‑Rotation, Job‑Enrichment, teilautonome Arbeitsgruppen)
  • Zweck der Personalbeurteilung: Personaleinsatzplanung, Personalentgeltfindung, Personalentwicklung und ‑förderung; Methoden der Personalbeurteilung; Grenzen der Personalbeurteilung: Akzeptanz‑ und Kompetenzprobleme (Beobachtungs‑ und Beurteilungsfehler)

BwR10 Lernbereich 4: Mithilfe der Geschäftsbuchführung das Gesamtergebnis einer Unternehmung ermitteln (ca. 35 Std.)
Abschnitt zur PDF-Sammlung hinzufügen

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • eröffnen auf Basis der Bilanzpositionen die Bestandskonten. Sie unterscheiden Bestands‑ und Erfolgskonten im Hinblick auf ihre Erfolgswirksamkeit.
  • verbuchen die im Rahmen von Geschäftsprozessen anfallenden Aufwendungen für Vorräte inklusive Umsatzsteuer und ermitteln und verbuchen den jeweiligen Jahresgesamtverbrauch.
  • verbuchen auf Grundlage der Lohn‑ bzw. Gehaltsabrechnung den Personalaufwand.
  • verbuchen die im Rahmen von Geschäftsprozessen anfallenden Verkaufserlöse inklusive Umsatzsteuer.
  • verbuchen Bestandsveränderungen an fertigen und unfertigen Erzeugnissen sowie aktivierte Eigenleistungen und bestimmen deren Auswirkungen auf den Unternehmenserfolg.
  • verbuchen die Beschaffung von Sachanlagevermögen inklusive Umsatzsteuer, berechnen die Anschaffungskosten, berechnen und verbuchen die lineare Abschreibung und bestimmen deren Auswirkung auf den Unternehmenserfolg.
  • schließen Erfolgskonten ab, ermitteln mithilfe der Gewinn‑ und Verlustrechnung das Gesamtergebnis der Unternehmung und bestimmen dessen wesentliche Einflussfaktoren.
  • berechnen mithilfe der entsprechenden Konten den erfolgsneutralen Saldo zwischen Umsatzsteuer und Vorsteuer und nehmen die notwendigen Ausgleichsbuchungen vor.
  • schließen Bestandskonten ab, um die Mittelverwendung und die Mittelherkunft der Unternehmung in der Bilanz abzubilden.
  • beachten im Rahmen der Geschäftsbuchführung stets eine sorgfältige Arbeitsweise.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • aktive und passive Bestandskonten, Aufwand‑ und Ertragskonten entsprechend dem Industriekontenrahmen (IKR)
  • Roh‑, Hilfs‑ und Betriebsstoffe sowie Fremdbauteile (inklusive Bezugskosten, Rücksendungen und Nachlässe)
  • Lohn‑ bzw. Gehaltsabrechnung mit gesetzlichen, tariflichen und freiwilligen Sozialleistungen einschließlich vermögenswirksamer Leistungen, Lohn‑ und Kirchensteuer
  • Verkaufserlöse mit Verpackung, Ausgangsfracht, Rücksendungen und Entgeltkorrekturen
  • Anschaffungskosten: Anschaffungspreis, Anschaffungspreisminderungen, Anschaffungsnebenkosten; Ermittlung des Jahresgesamtverbrauchs auch mithilfe von T‑Konten
  • aktivierte Eigenleistungen (ohne Ermittlung der Herstellungskosten)
  • Zahllast, Vorsteuerüberhang
  • vorbereitende Abschlussbuchungen, Abschlussbuchungen

BwR10 Lernbereich 5: Mithilfe der Vollkostenrechnung Angebotspreise und das Betriebsergebnis ermitteln (ca. 28 Std.)
Abschnitt zur PDF-Sammlung hinzufügen

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • unterscheiden die in einem Betrieb anfallenden Kosten nach betrieblichen Funktionen und der Zurechenbarkeit auf die Kostenträger, um so die innerbetriebliche Rechnung vorzubereiten.
  • ermitteln die Selbstkosten je Stück ohne Aufteilung der Fertigungsgemeinkosten bei gegebenen Normalgemeinkostenzuschlagssätzen und kalkulieren den Angebotspreis je Stück, der die Selbstkosten deckt und den Gewinn sowie die Vertriebskonditionen berücksichtigt. Sie beachten dabei unterschiedliche betriebswirtschaftliche Zielsetzungen.
  • verteilen die Gemeinkosten mithilfe des einfachen Betriebsabrechnungsbogens auf die Kostenstellen des Unternehmens und ermitteln die Zuschlagssätze, um mit deren Hilfe die Gemeinkosten den Kostenträgern anteilig zuzurechnen.
  • ermitteln die Selbstkosten je Stück mit Ist‑Gemeinkostenzuschlagssätzen, analysieren die Auswirkung bei Abweichung und diskutieren hierfür mögliche Ursachen.
  • ermitteln mithilfe der Kostenträgerzeitrechnung den vorkalkulierten und tatsächlichen Erfolg des Betriebs.
  • unterscheiden die in einem Betrieb anfallenden Kosten in Abhängigkeit vom Beschäftigungsgrad, um die Mängel der Vollkostenrechnung aufzudecken und marktorientierte Entscheidungen vorzubereiten.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Kosten nach betrieblichen Funktionen: Beschaffungs- bzw. Materialkosten, Fertigungs‑, Verwaltungs‑ und Vertriebskosten
  • Kostenträgerstückrechnung (Vorwärts‑, Rückwärts‑ und Differenzkalkulation) bei gegebenen Normalgemeinkostenzuschlagssätzen (ohne Maschinenkosten)
  • Kostenträgerstückrechnung mit ermittelten Ist‑Gemeinkostenzuschlagssätzen
  • vereinfachte Kostenträgerzeitrechnung mit nur einem Kostenträger und vorgegebenen Bestandsveränderungen bei fertigen und unfertigen Erzeugnissen
  • auch grafische Darstellung der Gesamt‑ und Stückkosten in Abhängigkeit vom Beschäftigungsgrad

BwR10 Lernbereich 6: Ein Unternehmensplanspiel durchführen (ca. 11 Std.)
Abschnitt zur PDF-Sammlung hinzufügen

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • entwickeln eine geeignete Strategie für einen virtuellen Industriebetrieb, um in einer gegebenen Wettbewerbssituation langfristig zu existieren. Dabei berücksichtigen sie ökonomische, ökologische und soziale Aspekte.
  • treffen Entscheidungen für einen Industriebetrieb in den verschiedenen Funktionsbereichen, um die gewählte Unternehmensstrategie umzusetzen.
  • überprüfen die getroffenen Entscheidungen anhand der vorliegenden Ergebnisse und analysieren die sich verändernden Unternehmensdaten, um zukünftige Entscheidungen fundiert zu begründen.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Strategie, z. B. Kostenführerschaft oder Differenzierung
  • Funktionsbereiche, u. a. Materialwirtschaft, Produktion, Absatz
  • Unternehmensdaten, z. B. Bilanz, GuV, Liquidität, Absatz, Lagerhaltung, Marktanteil