Lehrplan PLUS

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Gesundheitswissenschaften Vorklasse (GH)

gültig ab Schuljahr 2017/18

Bei den Lernbereichen 2 bis 5 handelt es sich um Wahlmodule. Diese sind mit dem Begriff „optional“ gekennzeichnet. Davon sollen zwei unterrichtet werden.

GW10 Lernbereich 1: Wissenschaftlich arbeiten
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Die wissenschaftlichen Arbeitsweisen werden im Zusammenhang mit den anderen Lernbereichen erworben und hierzu von der jeweiligen Lehrkraft in eigenem pädagogisch­‑didaktischem Ermessen in alle anderen Lernbereiche integriert.
Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • wenden Lesestrategien an, um Informationen aus textlichen und bildlichen Darstellungen gesundheitswissenschaftlicher Literatur zu erfassen und strukturiert wiederzugeben.
  • recherchieren angeleitet in Medien (z. B. Fachliteratur, Lexika, Internet) nach Informationen und/oder nutzen bereitgestellte Fachtexte sowie Abbildungen zur Erschließung und Klärung gesundheitswissenschaftlicher Fragestellungen.
  • wenden ihrem Lerntyp angemessene Lern‑ und Arbeitstechniken an, indem sie ihre eigenen Umgebungsfaktoren reflektieren, um effizient und zielführend gesundheitswissenschaftliche Problemstellungen zu bearbeiten.
  • gestalten ihre Lernprozesse aktiv mit, indem sie Lernstrategien anwenden, um gesundheitswissenschaftliche Inhalte leichter zu verstehen und diese in einer veränderten Darstellungsform wiederzugeben.
  • wenden Präsentations‑ und Feedbackregeln im Fach Gesundheitswissenschaften korrekt an.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Lesetechniken, z. B. sinnerfassend lesen, überfliegend erfassen, flüssig vorlesen
  • Lesestrategien, z. B. zielgerichtetes Markieren, Verständnisfragen an den Text stellen, Teilüberschriften suchen, 5‑Schritt‑Lese‑Methode, Leseerwartung
  • medizinische Fachsprache und Abkürzungen; anatomische Bewegungs‑ und Lagebezeichnungen
  • anatomische Darstellungen beschreiben; Kernaussagen einer Grafik erfassen
  • Nutzen fachwissenschaftlicher Quellen; Internetrecherche mithilfe von Suchmaschinen
  • Lerntypen
  • Zeitmanagement (z. B. Checklisten, Teilziele, To‑do‑Listen); Arbeitsplatzorganisation (z. B. Vermeiden von Störfaktoren); Motivationstechniken; Konzentrationstechniken, z. B. Akupressur
  • Lernstrategien, z. B. Exzerpte, Anfertigung von Tabellen/Diagrammen, ConceptMap
  • Regeln des aktiven Zuhörens, Gesprächs‑ und Diskussionsregeln, Feedbackregeln, Umgang mit Einwänden
  • Körpersprache (z. B. Mimik, Gestik, Motorik, Haltung, äußere Erscheinung); Präsentationstechniken, z. B. Sprache, Betonung, freier Vortrag und Einsatz von Hilfsmitteln

GW10 Lernbereich 2: Gesundheit multifaktoriell begreifen (optional)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • beschreiben die Gegenstandsbereiche und Einzeldisziplinen der Gesundheitswissenschaften und setzen sich davon ausgehend mit der eigenen Berufsorientierung auseinander.
  • unterscheiden die Begriffe Gesundheit und Krankheit, indem sie die Sichtweisen der Pathogenese und der Salutogenese auf Gesundheit und Krankheit miteinander vergleichen.
  • reflektieren Einflussfaktoren auf ihre eigene Gesundheit, erkennen Zusammenhänge, leiten daraus die Determinanten von Gesundheit ab und vergleichen sie mit einem geeigneten gesundheitswissenschaftlichen Modell.
  • reagieren auf belastende Situationen im privaten und schulischen Alltag, indem sie persönliche Stresssituationen beschreiben und daraus Strategien zur Bewältigung entwickeln.
  • erarbeiten eine Übersicht zum Thema E‑Health, indem sie sich über verschiedene digitale Fitness‑ und Gesundheitsanwendungen informieren, diese analysieren und vorstellen.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Gesundheitswissenschaften: Begriff, Gegenstand und Einzeldisziplinen
  • Gesundheit: Definition nach der Weltgesundheitsorganisation der Vereinten Nationen (WHO)
  • Begriffe: Pathogenese, Salutogenese
  • Determinanten von Gesundheit, z. B. Modell nach Whitehead und Dahlgren
  • Auswirkungen von Stress; Formen (Distress, Eustress); Kompensation, z. B. Entspannungstechniken
  • digitale Fitness‑ und Gesundheitsanwendungen

GW10 Lernbereich 3: Sich im Gesundheitswesen orientieren (optional)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • erfassen anhand der geschichtlichen Entwicklung die Bedeutung des Sozialversicherungssystems in Deutschland und werden sich dadurch der individuellen und gesellschaftlichen Verantwortung bewusst.
  • unterscheiden die Aufgabenbereiche des Gesundheitswesens im Überblick, indem sie anhand eines Beispiels den Aufbau einer stationären bzw. ambulanten Versorgungseinrichtung vorstellen und beziehen dabei persönliche Erfahrungen mit ein.
  • analysieren anhand von Kennzahlen der Epidemiologie Ursachen von gesundheitsbezogenen Zuständen und Ereignissen, um Zusammenhänge bei der Entstehung von Krankheiten festzustellen und ihr eigenes Gesundheitsverhalten zu reflektieren. Sie diskutieren, ausgehend von ihren eigenen Erfahrungen, Nutzen und Risiken von Maßnahmen der Gesundheitsförderung.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Geschichte der Sozialversicherung; Solidaritätsprinzip, Subsidiaritätsprinzip; Zweige der Sozialversicherung im Überblick
  • Aufgabenbereiche: Gesundheitsförderung, Prävention, Kuration, Rehabilitation, Palliation, Pflege
  • ambulante Versorgung (z. B. Arztpraxis); stationäre Versorgung, z. B. Krankenhaus mit Fachabteilungen
  • Berufe im Gesundheitswesen und ihre Zusammenarbeit
  • Begriff Gesundheitsförderung
  • Gesundheitsberichterstattung, z. B. Ernährung, Bewegung
  • Definition: Epidemiologie, Prävalenz, Inzidenz

GW10 Lernbereich 4: Die Komplexität des menschlichen Organismus darstellen (optional)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • benennen die inneren Organe des Menschen anhand von anatomischen Modellen oder Abbildungen und beschreiben deren Funktionen.
  • benennen die wesentlichen Bestandteile des Herz‑Kreislaufsystems und zeigen den Weg und die Veränderungen in der Zusammensetzung des Blutes auf. Sie beschreiben Unterschiede zwischen Blutgefäßsystem und Lymphgefäßsystem im Hinblick auf Bau und Funktion und setzen die Bestandteile von Blut und Lymphe mit ihren Aufgaben in Beziehung. Sie reflektieren den Zusammenhang zwischen Erkrankungen des Herz‑Kreislaufsystems und Risikofaktoren, wie das Rauchen, und formulieren vorbeugende Verhaltensregeln.
  • beschreiben den Bau und die Funktionsweise der Lunge. Ausgehend von der Transportfunktion des Blutes für Sauerstoff und Kohlenstoffdioxid erläutern sie den Gasaustausch in der Lunge. Sie beschreiben Lungenkrankheiten und zeigen die Folgen des Rauchens auf.
  • stellen den Bau der Niere vor und erläutern deren Aufgaben als Ausscheidungsorgan.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Anatomie und Physiologie des menschlichen Körpers im Überblick
  • Bau und Funktion von Herz, Arterien, Kapillaren, Venen, Lymphsystem; Zusammensetzung und Aufgaben des Bluts
  • Erkrankungen des Herz‑Kreislaufsystems, Risikofaktoren, vorbeugende Maßnahmen
  • Bau und Funktion der Lunge
  • Erkrankungen der Lunge, z. B. Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)
  • Bau und Funktion der Niere

GW10 Lernbereich 5: Geschichte der Medizin und Pflege (optional)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • beschreiben den Fortschritt der Medizin anhand wesentlicher Meilensteine von den Ursprüngen bis in die Gegenwart und diskutieren Nutzen und Grenzen einzelner Entwicklungen kritisch.
  • beschreiben die Geschichte der Pflege von der Berufung zur Professionalisierung am Beispiel historischer Begebenheiten sowie ausgewählter Persönlichkeiten.
  • recherchieren und diskutieren aktuelle Entwicklungen in der Medizin im Hinblick auf ethische Vertretbarkeit und gesellschaftliche Akzeptanz.
  • beschreiben die Bedeutung des traditionellen Heilwissens als Kulturerbe und diskutieren Nutzen und Risiken, indem sie eigene Erfahrungen miteinbeziehen.
  • reflektieren den eigenen Umgang mit Medikamenten und Nahrungsergänzungsmitteln kritisch und bewerten in diesem Zusammenhang den Zugang zu Arzneimitteln und Nahrungsergänzungsmitteln. Unter dem Gesichtspunkt der Arzneimittellagerung beschreiben sie eine korrekte Hausapotheke.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Bedeutung der Medizin in verschiedenen Epochen, z. B. Antike, Mittelalter, Neuzeit, Moderne, Gegenwart
  • Entdeckungen, z. B. Narkose, Hygienemaßnahmen, Impfstoffe, Röntgenstrahlen, Blutgruppen und Bluttransfusion, Penicillin, Antibabypille
  • Begriffsbestimmung: Caritas, Diakonie
  • Florence Nightingale u. a.; professionelle Entwicklung der Pflegeberufe; ausgewählte historische Aspekte der Berufsentwicklung
  • Sterbehilfe, Schwangerschaftsabbruch, Stammzellforschung u. a.
  • traditionelles Heilwissen verschiedener Kulturen, z. B. Hausmittel, Traditionelle chinesische Medizin, Ayurveda
  • Inhalt Hausapotheke; Arzneimittellagerung
  • Zugang zu Arzneimitteln: verschreibungspflichtig, nichtverschreibungspflichtig, apothekenpflichtig, frei verkäuflich, Generika, Aut-idem-Regelung
  • Nahrungsergänzungsmittel