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Betriebswirtschaftslehre/Rechnungswesen 11 (W)

gültig ab Schuljahr 2017/18

BwR11 Lernbereich 1: Sich im Unternehmen orientieren und betriebliche Zielsetzungen überprüfen (ca. 8 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • beschreiben unter Einbezug persönlicher Vorerfahrungen den Industriebetrieb als Organisation, in der durch das Zusammenwirken der Funktionsbereiche die betrieblichen Produktionsfaktoren im Sinne einer Leistungserstellung kombiniert werden.
  • identifizieren Unternehmensziele und deren Zielbeziehungen und setzen in Zielkonflikten begründete Prioritäten.
  • überprüfen die Erreichung operationalisierter Ziele mittels ausgewählter Kennzahlen, indem sie auf die dazu notwendigen Informationen aus vorliegenden Daten zugreifen.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Funktionsbereiche eines Industriebetriebs: Materialwirtschaft, Produktion, Absatz, Finanzwirtschaft, Rechnungswesen, Personalwirtschaft und Unternehmensführung
  • ökologische Ziele, ethisch‑soziale Ziele, ökonomische Ziele
  • Operationalisierung: Zielausmaß, Zielinhalt, Zeitbezug; Kennzahlen, u. a. Rentabilität, Produktivität, Wirtschaftlichkeit

BwR11 Lernbereich 2: Material beschaffen sowie Fertigungsverfahren festlegen (ca. 18 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • treffen mithilfe der ABC‑Analyse eine begründete Entscheidung, ob Materialien fertigungssynchron oder auf Vorrat beschafft werden.
  • analysieren den Beschaffungsmarkt auch nach ethisch‑sozialen Aspekten und führen Bestellungen so durch, dass die Lieferbereitschaft jederzeit gewährleistet ist und berücksichtigen dabei die Lagerhaltungs- und Bestellkosten.
  • treffen eine begründete Entscheidung, wie viele unterschiedliche Produkte mit welchem Fertigungsverfahren hergestellt werden, determinieren die Gründe für die gewählte Fertigungstiefe und nutzen dabei die Vorteile von Normung und Typung.
  • beurteilen die betrieblichen Auswirkungen, wenn Produktions‑ und Absatzmengen synchronisiert werden.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Materialklassifizierung (ABC‑Analyse); Bereitstellungsprinzipien (Vorratsbeschaffung und fertigungssynchrone Beschaffung)
  • Beschaffungsmarktanalyse mittels Lieferanten‑Matrix; Just‑in‑Time: Möglichkeiten und Grenzen; Bestellpunktverfahren, optimale Bestellmenge (tabellarisch, rechnerisch, grafisch), Aufgaben der Lagerhaltung
  • Programmbreite und Fertigungstiefe; Fertigungsverfahren (Fertigungs‑ und Organisationstypen, Mass Customization als Kompromiss); Abstimmung von Produktions‑ und Absatzmengen

BwR11 Lernbereich 3: Personal beschaffen und einsetzen (ca. 16 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • treffen im Rahmen der internen und externen Personalbeschaffung eine begründete Auswahl der einzusetzenden Beschaffungsinstrumente, um eine ausreichende Anzahl an geeigneten Bewerbern zu gewinnen.
  • stellen anhand einer Stellenbeschreibung Kriterien für die zu besetzende Stelle zusammen, um die Bewerbungen zu analysieren.
  • setzen Instrumente der Personalauswahl zielgerichtet ein und treffen eine begründete Besetzungsentscheidung, die neben der betriebswirtschaftlichen Perspektive auch ethisch‑soziale Geschichtspunkte berücksichtigt.
  • planen den effektiven Einsatz des vorhandenen Personals, indem sie eine begründete Entscheidung hinsichtlich denkbarer Arbeitszeitmodelle und Gestaltungsmodelle treffen. Dabei berücksichtigen sie auch die persönlichen Interessen der Mitarbeiter.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Instrumente der externen Personalbeschaffung, u. a. E‑Recruiting, Personalmarketing (employer branding)
  • Kriterien, z. B. fachliche Vorbildung, Ausbildung
  • Auswahlinstrumente, z. B. Bewerbungsunterlagen, Referenzen, Testverfahren, Vorstellungsgespräch, Assessment‑Center; Vergleich von Anforderungs‑ und Eignungsprofil
  • flexible Arbeitszeitmodelle (u. a. Teilzeit, KAPOVAZ, Lebensarbeitszeit, Gleitzeit, Schichtarbeit);
    Gestaltungsformen eines flexiblen Personaleinsatzes (Job‑Enlargement, Job‑Rotation, Job‑Enrichment, teilautonome Arbeitsgruppen)

BwR11 Lernbereich 4: Mithilfe der Geschäftsbuchführung das Gesamtergebnis einer Unternehmung ermitteln (ca. 20 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • verbuchen im Grund‑ bzw. Hauptbuch die im Rahmen von Geschäftsprozessen anfallenden Geschäftsvorfälle mithilfe des Industriekontenrahmens. Dabei unterscheiden sie zwischen erfolgswirksamen und nicht erfolgswirksamen Vorgängen und berücksichtigen die Umsatzsteuer.
  • erfassen mithilfe der entsprechenden Konten die Umsatzsteuer für alle Ausgangsrechnungen und die Vorsteuer für alle Eingangsrechnungen, berechnen den erfolgsneutralen Saldo und nehmen die notwendigen Ausgleichsbuchungen vor.
  • schließen Erfolgskonten ab und ermitteln mithilfe des Gewinn‑ und Verlustkontos das Gesamtergebnis der Unternehmung.
  • schließen Bestandskonten ab, um die Mittelverwendung und die Mittelherkunft der Unternehmung in der Bilanz abzubilden.
  • ermitteln das Gesamtergebnis (Jahresüberschuss) auch in Staffelform, bestimmen so dessen wesentliche Einflussfaktoren und bereiten die Ergebnisverwendungsrechnung vor.
  • beachten im Rahmen der Geschäftsbuchführung stets eine sorgfältige Arbeitsweise.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Aufwendungen für RHB‑Stoffe, Fremdbauteile; Ermittlung des Jahresgesamtverbrauchs bei Vorräten; Personalaufwand (inkl. Lohn‑ und Kirchensteuer, gesetzlicher Sozialleistungen, ohne tarifliche und vertragliche Leistungen); Verkaufserlöse; Bestandsveränderungen; Sachanlagevermögen (ohne Ermittlung der Anschaffungskosten); aktivierte Eigenleistungen (ohne Ermittlung der Herstellungskosten)
  • Zahllast, Vorsteuerüberhang
  • vorbereitende Abschlussbuchungen, Abschlussbuchungen
  • Gewinn‑ und Verlustrechnung nach Gesamtkostenverfahren (§ 275 (2) HGB)

BwR11 Lernbereich 5: Mithilfe der Vollkostenrechnung Angebotspreise und das Betriebsergebnis ermitteln (ca. 28 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • unterscheiden die in einem Betrieb anfallenden Kosten nach der Zurechenbarkeit auf die Kostenträger, um so die innerbetriebliche Rechnung vorzubereiten.
  • kalkulieren den Angebotspreis je Stück, der die Selbstkosten des Kostenträgers deckt und den Gewinn sowie die Vertriebskonditionen berücksichtigt. Sie beachten dabei unterschiedliche betriebswirtschaftliche Zielsetzungen.
  • berechnen den Maschinenstundensatz und gewährleisten so eine verursachungsgerechtere Kostenverrechnung im Fertigungsbereich. Dabei berechnen sie Maschinenkosten unter Berücksichtigung kalkulatorischer Kosten.
  • verteilen die Gemeinkosten mithilfe des Betriebsabrechnungsbogens auf die Kostenstellen des Unternehmens und ermitteln die Zuschlagssätze, um mit deren Hilfe die Gemeinkosten den Kostenträgern anteilig zuzurechnen.
  • berechnen die Abweichungen zwischen den tatsächlich angefallenen Gemeinkosten und den mit Vorkalkulationssätzen ermittelten Werten.
  • ermitteln mithilfe der Kostenträgerzeitrechnung den vorkalkulierten und tatsächlichen Erfolg des Betriebes.
  • leiten durch die Untersuchung der Abweichungen zwischen Kosten und Aufwendungen einerseits sowie Leistungen und Erträge andererseits die unterschiedlichen Zielsetzungen zwischen Betriebs- und Gesamtergebnisrechnung ab.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Kostenträgerstückrechnung (Vorwärts‑, Rückwärts‑ und Differenzkalkulation)
  • Maschinenkosten: kalkulatorische Abschreibungen (vom Wiederbeschaffungswert), kalkulatorische Zinsen, Raumkosten, Energiekosten, Instandhaltungskosten
  • einstufiger und mehrstufiger Betriebsabrechnungsbogen mit max. fünf Hauptkostenstellen (mit einfacher Kostenumlage ohne gegenseitiger Verrechnung)
  • Bestandsveränderungen an unfertigen und fertigen Erzeugnissen (auf Basis der Normalkosten)
  • Kostenträgerzeitrechnung (mit zwei Kostenträgern im Normalkostenbereich)
  • Abweichung zwischen Betriebs‑ und Gesamtergebnis anhand der Abschreibungen und der betriebsfremden Zinserträge