Fachlehrplan Sozialwesen – fachpraktische Tätigkeit und Anleitung Fachoberschule, Fachpraktische Ausbildung, Jahrgangsstufe 11

...

gültig ab Schuljahr 2017/18

Die Schülerinnen und Schüler wechseln während des Schuljahrs mindestens einmal die Praktikumsstelle und lernen dabei verschiedene Bereiche der Sozialen bzw. erzieherischen Arbeit kennen: erzieherische Arbeit in Schulen, Soziale Arbeit mit Kindern und Jugendlichen im erzieherischen Bereich, im heilpädagogischen Bereich, im Rahmen der Altenbetreuung und im pflegerischen Bereich sowie in weiteren sozialpädagogischen Arbeitsfeldern.

Die Lehrplaninhalte sind als Auswahl zu verstehen und können variabel behandelt werden.

fpA 11 Lernbereich 1: Sich über die Praktikumsstelle informieren

Querverweise:

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

Inhalte zu den Kompetenzen:

  • Leitbild, Konzeption, Außendarstellung
  • Träger und Finanzierung, Personal und Organigramm, Aufgabenverteilung, Kommunikations‑ und Entscheidungsstrukturen; Gesetze und Richtlinien je nach Einsatzbereich; Lage, Einzugsgebiet, Bevölkerungsstruktur, Vernetzung mit anderen Einrichtungen und Fachdiensten
  • Berufsbilder und Tätigkeitsbereiche des Sozialwesens
  • Raumkonzept, Einrichtung, Materialien, Außenanlagen
  • Alter, Gender, kulturelle Vielfalt, Spezifika, z. B. Beeinträchtigung; Gruppenstärke, Rollen, Phasen der Gruppenentwicklung, Integration, Ausgrenzung
  • Erziehungs‑und Bildungsziele, Tagesstruktur, Therapie‑, Hilfe‑, Förderpläne, Handlungsanweisungen
  • Fachliteratur, Akten, Dokumentationen, Fallberichte; Themenbeispiele, z. B. Kinder mit auffälligem Verhalten in Verbindung mit den Lerninhalten Erziehung oder Lerntheorien

fpA 11 Lernbereich 2: In der Praktikumsstelle mitwirken

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • beobachten gezielt das Vorgehen des Erziehungs‑, Betreuungs‑, Lehr‑ bzw. Pflegepersonals, setzen sich dabei reflektierend mit dessen Werten auseinander und gelangen so zu Orientierungsmaßstäben für ihr Handeln.
  • formulieren mit der für die Praktikumsanleitung verantwortlichen Person und der Betreuungslehrkraft eigene realistische Zielsetzungen als Praktikant, differenzieren Aufgabengebiete und dokumentieren ihren Tagesablauf. Querverweise:
  • führen ihrem Ausbildungsstand angemessene und zumutbare Tätigkeiten aus und bringen für das Arbeitsleben erforderliche Werthaltungen in den Praktikumsalltag ein.
  • bauen ihre fachlichen Kenntnisse aus und wenden entsprechende Fachtermini korrekt an. Querverweise:
  • gestalten Beziehungen zu den Mitarbeitern und Personen der Zielgruppe positiv und beteiligen sich engagiert an der psychosozialen Betreuung. Sie kommunizieren konstruktiv, pflegen dabei adäquate Sprach‑ und Umgangsformen als Ausdruck der gegenseitigen Wertschätzung und des Respekts.
  • beobachten Personen der Zielgruppe, erstellen ein differenziertes Bild von der aktuellen Situation und beschreiben Spezifika einzelner Personen bzw. der Gruppe. Sie berücksichtigen dabei, dass Wahrnehmungen und Beobachtungen Grundvoraussetzungen für ein gelingendes und gezieltes Handeln sind. Sie recherchieren adressatenbezogene Ziele und ermitteln Wege zu deren Erreichung. Querverweise:
  • unterstützen bei der Förderung einzelner Personen. Sie zeigen dabei Verständnis und Empathie, sind sensibel für die spezifischen Bedürfnisse der zu betreuenden Personen und engagieren sich für deren Belange.
  • formulieren eigene Bedürfnisse angemessen und sind kritikfähig. Sie sind gegenüber psychischen und physischen Belastungssituationen aufmerksam und nehmen Präventions‑ und Unterstützungsangebote wahr.
  • formulieren eigene Ideen zur Lösung anfallender Aufgaben, zu bedarfsorientierten Angeboten oder Projekten und setzen diese weitgehend selbständig um. Querverweise:

Inhalte zu den Kompetenzen:

  • Kommunikationsverhalten in unterschiedlichen Situationen (Teamsitzungen, Übergabe), erzieherische Maßnahmen, Führungsstile, Therapieformen, Umgang mit Konfliktsituationen
  • Aufgaben eines Praktikanten (Rollenklärung, Tätigkeitsberichte, Möglichkeiten und Grenzen)
  • Tätigkeiten nach Einsatzbereich mit Werthaltungen wie Höflichkeit, Zuverlässigkeit, Verantwortung, Eigeninitiative
  • Lehrplaninhalte (z. B. Pädagogik/Psychologie 11: Gegenstand und Ziele; psychische Funktionen, Fähigkeiten und Kräfte; Erziehung; Lernen), Fachliteratur, Fachbegriffe, Bildungsarbeit laut BayBEP, Handlungskonzepte, z. B. Montessori‑Pädagogik, Drei‑Welten‑Modell, Ressourcenorientierung
  • Möglichkeiten erfolgreicher Kommunikation (z. B. Schulz von Thun), zielgruppenspezifische Kommunikation, Gesprächsanlässe
  • systematische Verhaltensbeobachtung (Einzelpersonen, Gruppen), Klienten‑ und Patientendaten (Aufnahme und Entlassung, Aufenthaltsdauer, Diagnose, Hilfe‑ und Förderbedarf, Entwicklungsstand, Biografie, Therapiepläne, Dokumentationen, Pflegegrade)
  • Aspekte der Beratung, Betreuung, Pflege und Förderung (Feedback, Verhaltensmodifikation, Biografieorientierung, Merkmale professionellen Handelns)
  • Stärkung von Selbstvertrauen (Fähigkeiten und Fertigkeiten, Interessen, Ressourcen); Angebote zur Vorbeugung und Aufarbeitung eigener Belastungen (rückenschonende Arbeitsweisen, Stressbewältigung)
  • Schritte der Projektarbeit

fpA 11 Lernbereich 3: Praktikumserfahrungen reflektieren und aufarbeiten

Querverweise:

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

Inhalte zu den Kompetenzen:

  • Konzeption und reale Gegebenheiten, gesellschaftliche Diskussionen bezüglich des Arbeitsfeldes
  • Anforderungen im Arbeitsfeld der eigenen Praktikumsstelle sowie weiterer sozialpädagogischer Einrichtungen (Psychiatrie, Bewährungshilfe, Streetwork); Praktikum als Mittel der beruflichen Orientierung; Stärken und Schwächen, Fremd‑, Selbst‑ und Wunschbilder als Praktikant
  • grundlegende berufsbezogene Verhaltensweisen (Pünktlichkeit, Einhalten formaler Vorgaben, erfolgreiche Kommunikation); Grundwerte Sozialer Arbeit, Würde des Menschen, Teilhabe, Inklusion
  • Einstellungen, z. B. zu Behinderung, Alter, Krankheit
  • Arten und Auswirkungen von Emotionen (Ekel, Mitleid, Angst, Wut; Aggression), gestalterischer Umgang mit Emotionen (Rollenspiel), Möglichkeiten der Emotionsregulation, Konfliktmanagement, Achtsamkeit (Helfer‑Syndrom, Burnout); Fragebogen zur Stressbelastung, Arbeitszufriedenheit, Ressourcen und Selbstmanagement
  • Praktikumsbericht
  • Ich‑Botschaften; Vergleich der Inhalte aus Anleitung, Vertiefung und Unterricht mit den praktischen Tätigkeiten und Erfahrungen
  • Feedback zur Handlungskompetenz, z. B. pädagogische Mündigkeit nach Heinrich Roth

Anzeigeeinstellungen