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Gesundheitswissenschaften 11 (GH)

gültig ab Schuljahr 2017/18

GW11 Lernbereich 1: Wissenschaftlich arbeiten
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Die wissenschaftlichen Arbeitsweisen werden im Zusammenhang mit den anderen Lernbereichen erworben und hierzu von der jeweiligen Lehrkraft in eigenem pädagogisch­‑didaktischem Ermessen in alle anderen Lernbereiche integriert.
Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • recherchieren selbständig Informationen aus textlichen, bildlichen und zahlenbasierten Quellen, hinterfragen die gewonnenen Informationen, ordnen sie zielgerichtet in einen vorgegebenen Kontext ein und nutzen sie zur strukturierten Erschließung gesundheitswissenschaftlicher Fragestellungen.
  • wenden vorgegebene Modelle und Theorien zur Veranschaulichung und Vereinfachung gesundheitswissenschaftlicher Sachverhalte zielgerichtet an. Sie leiten davon ausgehend Maßnahmen zur Lösung gesundheitswissenschaftlicher Aufgabenstellungen ab und schätzen deren Wirksamkeit ein.
  • veranschaulichen gesundheitswissenschaftliche Sachverhalte, indem sie unter Verwendung der korrekten Fachsprache verschiedene Darstellungsformen nutzen. Sie wenden dabei Präsentations‑ und Feedbackregeln korrekt an.
  • untersuchen Risikofaktoren und Gesundheitsprobleme hinsichtlich ihrer Verteilung in Deutschland und stellen Zusammenhänge mit der gesellschaftlichen Gesundheitslage dar, indem sie epidemiologische Maßzahlen definieren und interpretieren.
  • zeigen ökonomische Zusammenhänge im deutschen Gesundheitssystem auf, indem sie statistische Darstellungen auswerten.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Kriterien seriöser Quellen
  • Nutzung gesundheitswissenschaftlicher Quellen: Schulbücher, Fachbücher und Fachzeitschriften, Lexika (z. B. Pschyrembel), anatomische Abbildungen, Diagramme, Statistiken, Klassifikationen (z. B. Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme ICD), Internetseiten (z. B. Robert Koch‑Institut, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung), Auszüge aus Gesetzen/Verordnungen u. a.
  • strukturelle Anwendung gesundheitswissenschaftlicher Theorien und Modelle: Definition, Begriffsbestimmung, Kernaussagen, Anwendung auf Aufgabenstellung
  • Darstellungsformen, z. B. anatomische Skizzen
  • Präsentationstechniken, z. B. Sprache, Betonung, Körpersprache, freier Vortrag und Einsatz von Hilfsmitteln
  • Regeln des aktiven Zuhörens, Gesprächs‑ und Diskussionsregeln, Feedbackregeln, Umgang mit Einwänden
  • Definition Epidemiologie; Expositionen und Outcomes
  • Definition und Interpretation: Prävalenz, Lebenszeitprävalenz, Inzidenz (Inzidenzrate), Mortalität, Letalität
  • Auswertung von Diagrammen: Einordnen, Kernaussagen beschreiben, Zusammenhänge verdeutlichen

GW11 Lernbereich 2: Gesundheit multifaktoriell begreifen
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • erläutern die Gegenstandsbereiche der Gesundheitswissenschaften sowie die Wechselwirkungen ihrer Einzeldisziplinen anhand konkreter Beispiele und setzen sich davon ausgehend mit der eigenen Studien‑ und Berufsorientierung auseinander.
  • vergleichen verschiedene disziplingebundene und interdisziplinäre Sichtweisen von Gesundheit, Krankheit und Behinderung, um Zusammenhänge zu verdeutlichen.
  • analysieren theoriegeleitet Determinanten von Gesundheit und erörtern die Bedeutung der sozialen Ungleichheit für die Gesundheit.
  • analysieren Einflüsse und Auswirkungen von Stresssituationen anhand geeigneter Modelle, um daraus Strategien zu entwickeln, mit denen belastende Situationen vermieden bzw. verringert werden können.
  • wägen Nutzen und Grenzen der Digitalisierung im Gesundheitswesen ab und leiten daraus einen verantwortungsvollen Umgang mit Gesundheitsdaten ab.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Gesundheitswissenschaften: Begriff, Gegenstand und Einzeldisziplinen
  • Definitionen von Gesundheit: Weltgesundheitsorganisation der Vereinten Nationen (WHO), K. Hurrelmann, T. Parsons
  • Behinderung: Definitionen von Sozialgesetzbuch (SGB) IX, Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen
  • Sichtweisen von Gesundheit und Krankheit: biomedizinisch, biopsychosozial, salutogenetisch
  • Determinanten von Gesundheit: Modell nach Whitehead und Dahlgren
  • soziale Ungleichheit (Erklärungsmodell nach Mielck)
  • Rahmenbedingungen, z. B. Schichtarbeit, Personalmangel
  • Allgemeines Adaptationssyndrom nach H. Selye
  • Begriffsbestimmung: Resilienz, Eustress, Distress
  • Big Data im Gesundheitswesen
  • Chancen und Risiken von z. B. Fitnessarmband/Activity Tracker, Fitness‑Apps

GW11 Lernbereich 3: Sich im Gesundheitswesen orientieren
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • beurteilen das Sozialversicherungssystem in Deutschland hinsichtlich seiner Bedeutung für den Einzelnen und die Gesellschaft und setzen sich mit Problemen der Finanzierung auseinander, indem sie Leistungen und Finanzierungsmöglichkeiten unter Berücksichtigung gesetzlicher Grundlagen bewertend vergleichen.
  • unterscheiden Aufgabenbereiche des Gesundheitswesens hinsichtlich ihrer gesellschaftlichen, individuellen und ökonomischen Bedeutung.
  • analysieren die Bedeutung der Gesundheitsförderung und Prävention für die Gesellschaft, um daraus Maßstäbe für ihr eigenes Gesundheitsverhalten zu entwickeln.
  • beschreiben die Versorgungsmöglichkeiten von Patienten im deutschen Gesundheitswesen. Davon ausgehend erklären sie die Notwendigkeit des Zusammenwirkens unterschiedlicher Bereiche hinsichtlich der jeweiligen Unterstützungsmöglichkeiten und diskutieren aktuelle Entwicklungen in der gesundheitlichen Versorgung.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Grundprinzipien: Sachleistungsprinzip, Kostenerstattungsprinzip, Äquivalenzprinzip, Solidaritätsprinzip, Subsidiaritätsprinzip, Bedarfsdeckungsprinzip
  • Zweige der Sozialversicherung; allgemeines Finanzierungsgefüge (Kostenträger, Leistungserbringer, Leistungsempfänger); relevante Leistungen der einzelnen Sozialversicherungen; Probleme und Folgen des demografischen Wandels; Bedeutung der privaten Zusatzversicherung
  • Aufgabenbereiche: Gesundheitsförderung, Prävention, Kuration, Rehabilitation, Palliation, Pflege
  • Gesundheitsförderung (Ottawa‑Charta zur Gesundheitsförderung, nationale Gesundheitsziele); Gesundheitsförderung im Setting‑Ansatz
  • Einteilung der Prävention (primäre, sekundäre, tertiäre, Verhaltens‑, Verhältnisprävention u. a.); Leitfäden, z. B. Leitfaden Prävention des GKV‑Spitzenverbandes
  • Versorgungsmöglichkeiten: ambulante Versorgung, stationäre Versorgung, Arzneimittelversorgung, öffentlicher Gesundheitsdienst
  • Berufsbilder und Zusammenarbeit der Bereiche (Multidisziplinarität, Interdisziplinarität)
  • aktuelle Ansätze in der Gesundheitsversorgung: Hausarztzentrierte Versorgung (HzV), ambulante spezialfachärztliche Versorgung (ASV), Disease‑Management‑Programme (DMP) u. a.

GW11 Lernbereich 4: Infektionen vorbeugen
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • schätzen mögliche Infektionsgefahren korrekt ein, indem sie Krankheitsbilder häufiger Infektionskrankheiten analysieren und deren Bedeutung im globalen Kontext begründen.
  • skizzieren mithilfe der Bestandteile des Immunsystems den Ablauf der Immunreaktion und bewerten kritisch die Bedeutsamkeit der Impfung zur Vorbeugung von Infektionskrankheiten.
  • diskutieren Handlungsstrategien zum verantwortungsvollen Umgang mit Methoden der Infektionsbekämpfung. Anhand gesetzlich gültiger Arbeitsschutzmaßnahmen hinterfragen sie ihr persönliches Hygieneverhalten.
  • analysieren mithilfe relevanter Modelle den Verlauf chronischer Krankheiten, um passende Unterstützungsmaßnahmen abzuleiten und diskutieren Chancen und Grenzen von Patientenempowerment.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Pandemie, Epidemie, Endemie
  • Infektionskrankheiten, u. a. Virus-Hepatitiden (A,B,C): Erreger, Vorkommen, Infektionsweg, Inkubationszeit, klinische Symptomatik, Diagnostik, Therapie, Präventions- und Bekämpfungsmaßnahmen, Meldepflicht
  • Kardinalsymptome der Entzündung; Immunabwehr; Immunisierung; Herdenimmunisierung
  • Aufgaben: Robert Koch‑Institut, Paul‑Ehrlich‑Institut; Impfempfehlungen Ständige Impfkommission (STIKO)
  • Präventionsparadox
  • Medikamentenarten (Antibiotika, Virustatika, Antimykotika); Kriterien einer erfolgreichen antibiotischen Therapie; Begriff: Antibiotika‑Resistenz
  • Epidemiologie nosokomialer Infektionen (postoperative Wundinfektion, Harnwegsinfekt, Pneumonie u. a.)
  • Bedeutung multiresistenter Keime: Methicillin‑resistenter Staphylococcus aureus (MRSA) u. a.
  • Hygiene: Definition, Bereiche (Krankenhaushygiene, Umwelthygiene, Individualhygiene, Sozialhygiene)
  • Maßnahmen: persönliche Schutzausrüstung, Begriffe: Desinfektion und Sterilisation u. a.
  • institutionelle Handlungsstrategien gegen die Verbreitung von Infektionskrankheiten: WHO, Bundesministerium für Gesundheit, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA)
  • Trajektmodell nach Corbin und Strauss
  • Bedeutung und Umsetzung des Case‑Managements (z. B. nach W. R. Wendt); Patientenempowerment; Adhärenz