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Internationale Betriebswirtschaftslehre und Volkswirtschaftslehre 11 (IW)

gültig ab Schuljahr 2017/18

IBV11 Lernbereich 1: Ein Unternehmen international ausrichten (ca. 19 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • beschreiben die Notwendigkeit der Aufnahme internationaler Handelsbeziehungen und setzen sich kritisch mit deren Auswirkungen für die relevanten Anspruchsgruppen des Unternehmens sowie der Volkswirtschaft auseinander.
  • wählen entsprechend der betrieblichen Situation Ausprägungsmöglichkeiten der Internationalisierung des Unternehmens aus, um in den internationalen Markt einzutreten und diesen zu bearbeiten.
  • planen selbständig den Internationalisierungsprozess und entscheiden sich begründet für eine Markteintritts- und Marktbearbeitungsstrategie.
  • wägen mögliche unternehmerische Problemstellungen, die auf ausländischen Märkten auftreten können, ab, unterbreiten Lösungsvorschläge und reflektieren deren Wirksamkeit.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Motive für die Internationalisierung (betriebswirtschaftliche Perspektive: absatz-, kosten- und beschaffungsorientierte Motive; volkswirtschaftliche Perspektive: Nichtverfügbarkeit von Gütern); externe und interne Anspruchsgruppen
  • Dimensionen der Internationalisierung, u. a. Tochtergesellschaft, Joint Venture, Vertragsfertigung, Lizenz und direkter Export
  • Notwendigkeit einer Compliancekultur im Rahmen der Internationalisierung

IBV11 Lernbereich 2: Mithilfe der Vollkostenrechnung Angebotspreise und das Betriebsergebnis ermitteln (ca. 27 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • unterscheiden die in einem Betrieb anfallenden Kosten nach der Zurechenbarkeit auf die Kostenträger, um so die innerbetriebliche Rechnung vorzubereiten.
  • kalkulieren den Angebotspreis je Stück, der die Selbstkosten des Kostenträgers deckt und den Gewinn sowie die Vertriebskonditionen berücksichtigt. Sie beachten dabei unterschiedliche betriebswirtschaftliche Zielsetzungen.
  • berechnen den Maschinenstundensatz und gewährleisten so eine verursachungsgerechtere Kostenverrechnung im Fertigungsbereich. Dabei berechnen sie Maschinenkosten unter Berücksichtigung kalkulatorischer Kosten.
  • verteilen die Gemeinkosten mithilfe des Betriebsabrechnungsbogens auf die Kostenstellen des Unternehmens und ermitteln die Zuschlagssätze, um mit deren Hilfe die Gemeinkosten den Kostenträgern anteilig zuzurechnen.
  • berechnen die Abweichungen zwischen den tatsächlich angefallenen Gemeinkosten und den mit Vorkalkulationssätzen ermittelten Werten.
  • ermitteln mithilfe der Kostenträgerzeitrechnung den vorkalkulierten und tatsächlichen Erfolg des Betriebes.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Kostenträgerstückrechnung (Vorwärts‑, Rückwärts‑ und Differenzkalkulation)
  • Maschinenkosten: kalkulatorische Abschreibungen (vom Wiederbeschaffungswert), kalkulatorische Zinsen, Raumkosten, Energiekosten, Instandhaltungskosten
  • einstufiger und mehrstufiger Betriebsabrechnungsbogen mit max. fünf Hauptkostenstellen (mit einfacher Kostenumlage ohne gegenseitige Verrechnung)
  • Bestandsveränderungen an unfertigen und fertigen Erzeugnissen (auf Basis der Normalkosten)
  • Kostenträgerzeitrechnung (mit zwei Kostenträgern im Normalkostenbereich)

IBV11 Lernbereich 3: Wirtschaftliche Prozesse mikroökonomisch analysieren und beurteilen (ca. 25 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • analysieren mithilfe von Modellen zur Beschreibung, Erklärung und Prognose mikroökonomische Zusammenhänge, begreifen Modelle als Möglichkeit, die komplexe Wirklichkeit zu durchdringen und hinterfragen kritisch deren Bedeutung.
  • ermitteln in Abhängigkeit von der vorliegenden Marktform Möglichkeiten der Preisgestaltung. Dazu recherchieren sie Marktzugangsvoraussetzungen und Marktformen.
  • leiten aus konkreten Kauf- und Verkaufssituationen das typische Marktverhalten von Nachfragern und Anbietern ab, formalisieren mithilfe der Mathematik die Ergebnisse und ziehen daraus Rückschlüsse für das ökonomische Handeln der Marktteilnehmer.
  • berechnen mithilfe linearer Funktionen den Gleichgewichtspreis, die Gleichgewichtsmenge sowie die Gesamtwohlfahrt mit ihren Teilkomponenten. Sie beurteilen die volkswirtschaftliche Bedeutung der Funktionen des Gleichgewichtspreises.
  • interpretieren die Veränderungen bei der Variation bisher konstant gehaltener, unabhängiger Variablen und vergegenwärtigen sich die Bedeutung der Ceteris‑Paribus‑Bedingung als Hilfsmittel zur Ableitung volkswirtschaftlicher Regeln und Gesetzmäßigkeiten.
  • schätzen den Markt‑Preis‑Mechanismus als ein wesentliches Steuerungsinstrument der Marktwirtschaft und Voraussetzung für Wohlstand und Freiheit einer Gesellschaft und erkennen an, dass ihr persönlicher Wohlstand im besonderen Maße von funktionierenden Märkten abhängig ist.
  • analysieren und bewerten staatliche Einflussnahme auf die Preisbildung für sich, die Gesellschaft und das Unternehmen und handeln entsprechend.
  • untersuchen Wechselkurssysteme und bestimmen die Faktoren der Preisbildung auf den Devisenmärkten, um daraus Konsequenzen für die Abwicklung von Handelsgeschäften mit ausländischen Geschäftspartnern zu ziehen.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • methodisches Vorgehen bei der Modellbildung: Aggregation, Isolierung und Mechanisierung
  • Bedingungen der Marktvollkommenheit, Marktformen mithilfe des Marktformenschemas nach Heinrich von Stackelberg
  • Angebots- und Nachfragekurve
  • Preisbildung bei vollständiger Konkurrenz, Funktionen des Gleichgewichtspreises, Konsumenten- und Produzentenrente
  • Veränderungen des Marktgleichgewichts
  • marktkonforme und marktkonträre staatliche Eingriffe in die Preisbildung und deren Auswirkung auf die Wohlfahrt
  • freier und relativ fester Wechselkurs, oberer und unterer Interventionspunkt, Bestimmungsfaktoren: Preisniveau, Zinsniveau und Außenhandel

IBV11 Lernbereich 4: Ziele der Wirtschaftspolitik bestimmen und das Inlandsprodukt als Wohlstandsindikator analysieren (ca. 19 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • überprüfen die Erreichung operationalisierter Ziele der nationalen Wirtschaftspolitik (Magisches Sechseck) mithilfe authentischer Quellen. Sie identifizieren richtungsweisende Grundsätze europäischer Wirtschaftspolitik und entwickeln so ein Bewusstsein für die Notwendigkeit der Koordination zwischen nationaler und europäischer Ebene.
  • leiten mögliche Zielbeziehungen der nationalen Wirtschaftspolitik ab, setzen begründet Prioritäten, vertreten ihre Meinungen gegenüber anderen fair und wertschätzen konträre Ansichten.
  • bestimmen die Komponenten des Inlandsproduktes sowie des Nationaleinkommens, unterscheiden zwischen nominalen und realen Werten und beurteilen deren unterschiedlichen Informationsgehalt.
  • untersuchen Konjunkturverläufe im Hinblick auf die Erreichung eines stetigen und angemessenen Wirtschaftswachstums. Sie ziehen aus der konjunkturellen Entwicklung Konsequenzen für betriebliche, gesellschaftliche und persönliche Entscheidungen.
  • akzeptieren, dass materielles Versorgtsein notwendige, aber nicht hinreichende Voraussetzung für das Glück und Wohlergehen des Menschen ist. Sie sind sich der Bedeutung der immateriellen Bedingungen ihres eigenen Lebensglücks und des Erhalts einer lebenswerten Umwelt bewusst.
  • beurteilen das Inlandsprodukt kritisch als Wohlstandsindikator. Hierzu diskutieren sie alternative Ansätze der Wohlstandsmessung im Austausch mit anderen und reflektieren die Bedeutung des Erhalts einer lebenswerten Umwelt.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • wirtschaftspolitische Ziele auf nationaler Ebene (stetiges und angemessenes Wirtschaftswachstum, hoher Beschäftigungsstand, Stabilität des Preisniveaus, außenwirtschaftliches Gleichgewicht, gerechte Verteilung von Einkommen und Vermögen, Erhalt einer lebenswerten Umwelt) und richtungsweisende Grundsätze auf europäischer Ebene (stabile Preise, gesunde öffentliche Finanzen und monetäre Rahmenbedingungen, dauerhaft finanzierbare Zahlungsbilanz); Koordination der Wirtschaftspolitik nach Artikel 5 und 120 AEUV (Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union)
  • Entstehung und Verwendung des Inlandsprodukts, Verteilung des Nationaleinkommens; Entwicklung des nominalen und realen Inlandsprodukts (pro Kopf und gesamt, national und international)
  • Wirtschaftsschwankungen (saisonal, konjunkturell, strukturell) gemessen mithilfe der Wachstumsrate des realen Inlandsproduktes und mithilfe des Auslastungsgrades des Produktionspotenzials, Konjunkturindikatoren (national und international)
  • Kritik am Inlandsprodukt als Wohlstandsindikator und alternative Konzepte der Wohlstandsmessung (u. a. Better Life Index, Umweltökonomische Gesamtrechnung)