Fachlehrplan Biologie 12 (GH) Fachoberschule, Biologie, Jahrgangsstufe 12

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gültig ab Schuljahr 2018/19

B12 Lernbereich 1: Naturwissenschaftliche Denk- und Arbeitsweisen

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • verknüpfen biologische Sachverhalte mit den Basiskonzepten der Biologie und wenden die entsprechenden Erklärungsmuster auf neue Zusammenhänge an.
    Prozessbezogene Kompetenzen: Erkenntnisse gewinnen
  • verwenden Modelle und Symbolsprache zur Veranschaulichung und Erklärung komplexer biologischer Prozesse und Phänomene. Sie bewerten die Aussagekraft von Modellen und begründen deren Auswahl zur Erklärung vorliegender Sachverhalte.
    Prozessbezogene Kompetenzen: kommunizieren
    Gegenstandsbereiche: System | Struktur und Funktion
  • bewerten und nutzen bereitgestellte und eigenrecherchierte populär- und fachwissenschaftliche Quellen zur Klärung medizinischer und naturwissenschaftlicher Fragestellungen.
    Prozessbezogene Kompetenzen: kommunizieren | Erkenntnisse gewinnen
  • führen unter Anwendung fachgemäßer Arbeitsmethoden z. T. selbstgeplante Untersuchungen und Experimente durch. Sie stellen die Ergebnisse in geeigneter Form dar, beschreiben Fehlerquellen und bewerten die Validität der so gewonnenen Daten.
    Prozessbezogene Kompetenzen: kommunizieren | Erkenntnisse gewinnen
  • analysieren medizintechnische Auswertungsdiagramme und verschiedene Typen der Bildgebung, um die Organisationsebenen von Lebewesen zu erklären.
    Prozessbezogene Kompetenzen: kommunizieren
    Gegenstandsbereiche: System
  • bereiten ausgewählte biologische Sachverhalte unter Verwendung selbstgewählter Quellen auf und präsentieren diese situations- und adressatengerecht.
    Prozessbezogene Kompetenzen: kommunizieren | Erkenntnisse gewinnen
  • beurteilen die gesellschaftliche Relevanz naturwissenschaftlicher und medizinischer Forschung und begründen die Notwendigkeit naturwissenschaftlicher Arbeit zur Klärung humanbiologischer Fragestellungen.
    Prozessbezogene Kompetenzen: kommunizieren | bewerten

Inhalte zu den Kompetenzen:

  • Basiskonzepte: System (Reproduktion, Organisationsebenen, Steuerung und Regelung, Stoff- und Energieumwandlung, Information und Kommunikation, Variabilität und Angepasstheit), Struktur und Funktion, Entwicklung
    Gegenstandsbereiche: System | Struktur und Funktion | Entwicklung
  • biologische Fachsprache, Symbol- und Formelschreibweise, grafische Präsentation von Untersuchungsergebnissen
    Prozessbezogene Kompetenzen: kommunizieren
    Gegenstandsbereiche: System | Struktur und Funktion
  • Auswahl und Prüfung von Literatur- und Internetquellen
    Gegenstandsbereiche: System
  • Anfertigen und Interpretieren fachspezifischer Darstellungsformen (z. B. Kladogramm, Karyogramm, Fließschema, REM- und lichtmikroskopische Aufnahme)
    Prozessbezogene Kompetenzen: kommunizieren
    Gegenstandsbereiche: Struktur und Funktion | Entwicklung
  • Vergleich Modell und Realität; Struktur- bzw. Funktionsmodell aus der Biologie und reale Abbildung
    Prozessbezogene Kompetenzen: kommunizieren
    Gegenstandsbereiche: Struktur und Funktion
  • naturwissenschaftlicher Erkenntnisweg (Fragestellung, Hypothese, naturwissenschaftliche Untersuchung planen und durchführen, Datenauswertung und ‑interpretation), Fehlerquellen, Einhalten fachgemäßer Arbeitstechniken und Sicherheitsvorschriften, wissenschaftliches Versuchsprotokoll

B12 Lernbereich 2: Genetik

ca. 30 Std.

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • beschreiben das menschliche Karyogramm unter Verwendung von Fachbegriffen und vergleichen es mit Karyogrammen anderer Organismen, um die Grundlagen der Organisation des Erbguts zu erklären, und erläutern den Bau und die Funktion von Chromosomen.
    Prozessbezogene Kompetenzen: kommunizieren | Erkenntnisse gewinnen
    Gegenstandsbereiche: System | Struktur und Funktion
  • beschreiben den molekularen Aufbau der DNA in Symbolschreibweise und leiten daraus deren Bedeutung für die Verdopplung, Verschlüsselung und Veränderung der Erbinformation ab.
    Prozessbezogene Kompetenzen: kommunizieren | Erkenntnisse gewinnen
    Gegenstandsbereiche: Struktur und Funktion
  • beschreiben die Bildung von Proteinen durch die Proteinbiosynthese und begründen anhand des molekularen Aufbaus von Proteinen deren Vielfältigkeit und Bedeutung für den menschlichen Körper.
    Prozessbezogene Kompetenzen: Erkenntnisse gewinnen
    Gegenstandsbereiche: Entwicklung
  • beschreiben verschiedene Möglichkeiten der Neukombination und der Veränderung des Erbguts, unterscheiden verschiedene Arten von Mutationen und leiten die damit verbundenen Folgen für den Organismus ab.
    Prozessbezogene Kompetenzen: bewerten | Erkenntnisse gewinnen
    Gegenstandsbereiche: Entwicklung
  • analysieren das Auftreten von vererbbaren Merkmalen und Krankheiten mithilfe von Stammbäumen und unterscheiden gonosomale und autosomale Erbgänge, um Regelmäßigkeiten der Vererbung zu begründen.
    Prozessbezogene Kompetenzen: kommunizieren | bewerten | Erkenntnisse gewinnen
    Gegenstandsbereiche: Entwicklung
  • erklären gentechnische Verfahren sowie Verfahren der pränatalen Diagnostik und diskutieren Chancen und Risiken unter medizinischen, ethischen und weiteren Aspekten.
    Prozessbezogene Kompetenzen: bewerten | Erkenntnisse gewinnen
    Gegenstandsbereiche: Entwicklung

Inhalte zu den Kompetenzen:

  • Karyogramm des Menschen
    Gegenstandsbereiche: System
  • historisches Experiment von Meselson und Stahl
    Gegenstandsbereiche: System
  • Bau und Zustandsformen der Chromosomen
    Gegenstandsbereiche: System | Struktur und Funktion
  • Feinbau und Replikation der DNA
    Gegenstandsbereiche: System | Struktur und Funktion
  • Schülerexperiment: DNA-Extraktion
    Prozessbezogene Kompetenzen: Erkenntnisse gewinnen
    Gegenstandsbereiche: System
  • Transkription
    Gegenstandsbereiche: System
  • genetischer Code und Proteinbiosynthese beim Menschen
    Prozessbezogene Kompetenzen: Erkenntnisse gewinnen
    Gegenstandsbereiche: System
  • Bedeutung der Proteine für den menschlichen Körper
    Gegenstandsbereiche: System
  • durch Mutationen (Gen-, Chromosomen-, Genommutationen) ausgelöste Krankheiten, Mutagene
    Gegenstandsbereiche: System | Entwicklung
  • Spermatogenese und Oogenese
    Gegenstandsbereiche: System | Entwicklung
  • Stammbaumanalyse ausgewählter gonosomal und autosomal vererbter Merkmale (u. a. AB0-System) und Krankheiten, z. B. Bluterkrankheit
    Gegenstandsbereiche: System | Entwicklung
  • Polymerasekettenreaktion und Gelelektrophorese, z. B. als Grundlagen von Vaterschaftstests
    Gegenstandsbereiche: System | Entwicklung
  • Pränatal- (invasive und noninvasive Methoden) und Präimplantationsdiagnostik
    Gegenstandsbereiche: Entwicklung

B12 Lernbereich 3: Stoffwechsel

ca. 26 Std.

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • erklären die Wirkungsweise von Enzymen anhand Energieschemata und grafischer Modelle.
    Prozessbezogene Kompetenzen: kommunizieren | Erkenntnisse gewinnen
    Gegenstandsbereiche: System
  • erläutern die Beeinflussbarkeit der Enzymaktivität durch Außenfaktoren und leiten daraus den Zusammenhang mit einer situationsbedingten Regulation des Stoffwechsels ab.
    Prozessbezogene Kompetenzen: kommunizieren | Erkenntnisse gewinnen
    Gegenstandsbereiche: System
  • erläutern unter Verwendung geeigneter Modellvorstellungen verschiedene Arten der Enzymhemmung und entwickeln Diagramme, um die Änderung von Konzentration und Reaktionsgeschwindigkeit im Verlauf der Enzymreaktion zu beschreiben. Sie beurteilen den Einsatz eines Medikaments, das gezielt in die Enzymaktivität bei Stoffwechselprozessen eingreift.
    Prozessbezogene Kompetenzen: kommunizieren | bewerten | Erkenntnisse gewinnen
    Gegenstandsbereiche: System
  • führen auf der Grundlage schriftlicher Anleitungen Versuche zur Enzymwirkung und -hemmung durch und stellen die Beobachtung als Folge von zugrunde liegenden biochemischen Vorgängen dar.
    Prozessbezogene Kompetenzen: Erkenntnisse gewinnen
    Gegenstandsbereiche: System
  • nutzen biochemische Grundlagen, um die Wirkung von Schwermetallionen auf Enzyme zu erklären und erläutern die weitreichenden Folgen der Einträge von Schwermetallionen in biologische Systeme.
    Prozessbezogene Kompetenzen: bewerten | Erkenntnisse gewinnen
    Gegenstandsbereiche: System
  • erklären den aeroben und anaeroben Abbauweg von Glucose im Überblick und vergleichen dabei Stoffumsätze und Energiebilanzen.
    Prozessbezogene Kompetenzen: kommunizieren | Erkenntnisse gewinnen
    Gegenstandsbereiche: System
  • erläutern die Relevanz anderer Nährstoffgruppen (Fette, Proteine) zur Energieversorgung des Gehirns und anderer Organe im Fall einer Hungerperiode, indem sie die Stoffwechselprozesse Gluconeogenese und β‑Oxidation beschreiben.
    Prozessbezogene Kompetenzen: Erkenntnisse gewinnen
    Gegenstandsbereiche: System

Inhalte zu den Kompetenzen:

  • Wirkung von Enzymen als Biokatalysatoren in allen lebenden Systemen: Absenken der Aktivierungsenergie, Schlüssel-Schloss-Modell (Bedeutung der räumlichen Struktur, aktives Zentrum, Enzym-Substrat-Komplex, Substrat- und Wirkungsspezifität)
    Gegenstandsbereiche: System | Struktur und Funktion
  • Schülerexperimente: Enzymreaktionen, z. B. mit Urease oder Katalase
    Prozessbezogene Kompetenzen: Erkenntnisse gewinnen
    Gegenstandsbereiche: System
  • Abhängigkeit der Reaktionsgeschwindigkeit (Enzymaktivität) von Substratkonzentration, pH-Wert und Temperatur (RGT-Regel)
    Prozessbezogene Kompetenzen: Erkenntnisse gewinnen
    Gegenstandsbereiche: System
  • Regulation von Stoffwechselprozessen durch Enzyme (kompetitive und allosterische Hemmung, Endprodukthemmung)
    Gegenstandsbereiche: System | Struktur und Funktion
  • irreversible Hemmung durch Schwermetallionen
    Gegenstandsbereiche: System | Struktur und Funktion
  • Wirkungsweise von Medikamenten, z. B. Präparate gegen Gicht
    Gegenstandsbereiche: System | Struktur und Funktion
  • aerober Abbau im Überblick: Glykolyse, Citratzyklus, Atmungskette (jeweils als C-Körperschema)
    Prozessbezogene Kompetenzen: kommunizieren
    Gegenstandsbereiche: System
  • chemiosmotisches Modell zur Bildung von ATP
    Prozessbezogene Kompetenzen: kommunizieren
    Gegenstandsbereiche: System
  • Milchsäuregärung und alkoholische Gärung (als C-Körperschema)
    Prozessbezogene Kompetenzen: kommunizieren
    Gegenstandsbereiche: System
  • Schülerexperiment: Gärung, z. B. Joghurtherstellung, alkoholische Gärung
    Prozessbezogene Kompetenzen: Erkenntnisse gewinnen
    Gegenstandsbereiche: System
  • Energiebilanz des aeroben bzw. anaeroben Abbaus von Glucose
    Prozessbezogene Kompetenzen: kommunizieren
    Gegenstandsbereiche: System
  • β‑Oxidation (Abbau von Fettsäuren)
    Gegenstandsbereiche: System
  • Gluconeogenese (Glucoseaufbau, u. a. aus Proteinen)
    Gegenstandsbereiche: System

B12 Lernbereich 4: Evolution

ca. 28 Std.

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • begründen genetische Variabilität und die Selektion als Folge zufälliger Veränderungen des Erbgutes, um phänotypische Unterschiede innerhalb einer Population sowie das Phänomen der Angepasstheit zu erklären.
    Prozessbezogene Kompetenzen: Erkenntnisse gewinnen
    Gegenstandsbereiche: Struktur und Funktion | Entwicklung
  • beschreiben verschiedene Erklärungsansätze zu den Mechanismen der Evolution und erklären die Entstehung und Veränderung von Arten anhand unterschiedlicher Evolutionsfaktoren und -mechanismen, um die natürliche Artenvielfalt zu begründen.
    Prozessbezogene Kompetenzen: Erkenntnisse gewinnen
    Gegenstandsbereiche: System | Entwicklung
  • vergleichen anhand ausgewählter Beispiele die Ursachen und Folgen gezielter, durch Züchtung und Gentechnik hervorgerufener Veränderungen des Erbguts mit natürlichen Evolutionsvorgängen, um die Rolle des Menschen als Evolutionsfaktor zu belegen.
    Prozessbezogene Kompetenzen: bewerten | Erkenntnisse gewinnen
    Gegenstandsbereiche: Entwicklung
  • bewerten Modellversuche zur Entstehung von organischen Makromolekülen in der Frühzeit der Erde im Hinblick auf ihre Aussagekraft und leiten aus hypothetischen Umweltbedingungen der frühen Erde die Evolution des Energiestoffwechsels bei den ersten Organismen ab. Sie erklären die Entstehung der eukaryotischen Zelle und rekonstruieren ausgewählte Schlüsselereignisse in der Stammesgeschichte der Wirbeltiere.
    Prozessbezogene Kompetenzen: kommunizieren | Erkenntnisse gewinnen
    Gegenstandsbereiche: System | Struktur und Funktion | Entwicklung
  • erklären das Aussterben von Arten als wichtiges Charakteristikum von Evolution.
    Prozessbezogene Kompetenzen: Erkenntnisse gewinnen
    Gegenstandsbereiche: Entwicklung
  • wenden Methoden der vergleichenden Anatomie und Morphologie sowie der Entwicklungsbiologie an und klassifizieren auftretende Ähnlichkeiten bei verschiedenen Lebewesen aus dem Pflanzen- und Tierreich als Homologien oder Analogien, um Verwandtschaftsverhältnisse abzuklären.
    Prozessbezogene Kompetenzen: kommunizieren | Erkenntnisse gewinnen
    Gegenstandsbereiche: Struktur und Funktion | Entwicklung
  • beschreiben molekularbiologische Ähnlichkeiten, erläutern die Einzigartigkeit des genetischen Codes und leiten daraus Hinweise auf eine gemeinsame Abstammung ab.
    Prozessbezogene Kompetenzen: kommunizieren | bewerten | Erkenntnisse gewinnen
    Gegenstandsbereiche: System | Entwicklung
  • gehen im Bewusstsein der eigenen Stellung in der Natur respekt- und verantwortungsvoll mit anderen Lebewesen und der Umwelt um.
    Prozessbezogene Kompetenzen: bewerten

Inhalte zu den Kompetenzen:

  • Variabilität und Selektion als Folge der zufälligen Veränderung des Erbguts
    Gegenstandsbereiche: System | Entwicklung
  • Angepasstheit als Folge natürlicher Selektionsprozesse
    Gegenstandsbereiche: System | Entwicklung
  • Gegenüberstellung verschiedener Erklärungsansätze zu den Mechanismen der Evolution, u. a. von Lamarck und Darwin
    Gegenstandsbereiche: Entwicklung
  • Eingriffe des Menschen in den Evolutionsprozess, u. a. gezielte Veränderung des Erbguts durch Züchtung oder Gentechnik
    Gegenstandsbereiche: Entwicklung
  • Artbegriff, Taxonomie, Evolutionsfaktoren und ‑mechanismen (reproduktive und geographische Isolation, Gendrift, adaptive Radiation)
    Gegenstandsbereiche: System | Entwicklung
  • Entwicklungswege: Divergenz, Konvergenz, Koevolution
    Gegenstandsbereiche: System | Struktur und Funktion | Entwicklung
  • Anatomie und Morphologie, z. B. anatomische Ähnlichkeiten fossiler und rezenter Lebewesen; Homologie, Analogie, Rudimente, Atavismen
    Gegenstandsbereiche: System | Struktur und Funktion | Entwicklung
  • Entwicklungsbiologie, z. B. Biogenetische Grundregel, Progressions- und Regressionsreihen
    Gegenstandsbereiche: System | Entwicklung
  • molekularbiologische Ähnlichkeiten, z. B. RNA bzw. DNA, Enzyme, genetischer Code, Methode der Sequenzanalyse
    Gegenstandsbereiche: System | Entwicklung
  • Belege für die stammesgeschichtliche Entwicklung der Organismen: Befunde zur chemischen und zellulären Evolution, Stammesgeschichte der Tiere (Vielzelligkeit, Faunenexplosion, Landgang der Wirbeltiere, Extinktionsereignisse), fossile Zwischenformen
    Gegenstandsbereiche: System | Struktur und Funktion | Entwicklung

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