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Betriebswirtschaftslehre/Rechnungswesen 12 (W)

gültig ab Schuljahr 2018/19

BwR12 Lernbereich 1: Entscheidungen mithilfe der Teilkostenrechnung vorbereiten und begründet treffen (ca. 32 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • nutzen zur Vorbereitung betrieblicher Entscheidungen verschiedene Verfahren der Kostenrechnung in Kenntnis ihrer Vor‑ und Nachteile. Sie beurteilen die Auswirkungen getroffener Entscheidungen auf die Kostensituation des Betriebes.
  • berechnen den Deckungsbeitrag für einzelne Produkte und treffen anhand der Berechnungen sowie unternehmensinterner Besonderheiten verantwortungsvolle Entscheidungen über die Sortimentsgestaltung. Sie setzen kurz‑ und langfristige Preisuntergrenzen für Produkte fest, um in Abhängigkeit von Kapazitätsauslastung und Deckungsbeitrag über die Annahme von Zusatzaufträgen zu entscheiden.
  • zerlegen die Kosten in Abhängigkeit von der Beschäftigung, ermitteln die Gewinnschwellenmenge und identifizieren die Einflussgrößen, die diese bestimmen. Dazu berechnen sie die Auswirkungen von Änderungen der Einflussgrößen und differenzieren deren Ursachen.
  • entscheiden verantwortungsvoll anhand quantitativer und qualitativer Kriterien über Eigenfertigung und Fremdbezug von Erzeugnissen und zeigen sich in der konkreten Entscheidungssituation für Kompromisse aufgeschlossen.
  • entscheiden mithilfe der mehrstufigen Deckungsbeitragsrechnung über die Förderung und die Einstellung von Produkten.
  • bestimmen das optimale Produktionsprogramm bei Vorliegen eines Engpasses.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Vergleich Vollkostenrechnung und Teilkostenrechnung
  • Stück‑ und Gesamtdeckungsbeitrag
  • Break‑even‑Analyse (Stück‑ und Gesamtbetrachtung rechnerisch und grafisch) im Einproduktunternehmen
  • quantitative Kriterien: Ermittlung der kritischen Menge (rechnerisch und grafisch); qualitative Kriterien (u. a. Lieferbereitschaft, Qualität)
  • mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung
  • Engpass in den Bereichen: Beschaffung, Produktion, Absatz

BwR12 Lernbereich 2: Marketingprozesse planen und steuern (ca. 25 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • analysieren die Marktsituation verschiedener Produkte eines Unternehmens. Dazu nutzen sie gezielt neben Daten des internen Rechnungswesens auch vorliegende Ergebnisse aus der Marktforschung, um hieraus geeignete Normstrategien abzuleiten.
  • treffen auf Grundlage festgelegter Marketingziele Entscheidungen über Marketingmaßnahmen. Dabei wenden sie auch neue Formen des Marketings an, indem sie neue Informationsmedien und Kommunikationsmittel nutzen.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Marktwachstum‑Marktanteils‑Portfolio; Normstrategien: Offensivstrategie, Investitionsstrategie (Wachstumsstrategie), Defensivstrategie (Abschöpfungsstrategie), Desinvestitionsstrategie
  • Marketinginstrumente des Marketingmix:
    Produktpolitik (Produktinnovation, ‑variation, ‑differenzierung, ‑diversifikation und Produktelimination, Produktgestaltung und Verpackung);
    Distributionspolitik (direkter und indirekter Absatz, Vergleich Reisender und Handelsvertreter);
    Kontrahierungspolitik (Preispolitik, Konditionenpolitik);
    Kommunikationspolitik (Werbung, Sales Promotion, Public Relations, Social‑Media‑Marketing, Sensation Marketing, (z. B. Virales Marketing, Guerilla Marketing)

BwR12 Lernbereich 3: Jahresabschlussarbeiten durchführen (ca. 50 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • berechnen handelsrechtliche Bewertungsmaßstäbe, um die Bewertung vorzubereiten.
  • bewerten ausgewählte Positionen des Anlagevermögens nach HGB und berücksichtigen dabei die Bewertungsgrundsätze des HGB sowie unternehmerische Zielsetzungen.
  • bewerten ausgewählte Positionen des Umlaufvermögens nach HGB und berücksichtigen dabei die Bewertungsgrundsätze des HGB.
  • bewerten Rückstellungen für Altersversorgung als ausgewählte Position des Fremdkapitals.
  • führen die zur Bewertung von Vermögen und Fremdkapital notwendigen Berechnungen und Buchungen durch.
  • entwerfen und diskutieren Vorschläge zur Verwendung des Jahresüberschusses bei der Aktiengesellschaft unter Berücksichtigung der gesetzlichen Regelungen des HGB und des AktG. Dabei berücksichtigen sie sowohl die unternehmerischen Interessen als auch Interessen der weiteren relevanten Anspruchsgruppen und sind so bei ihrer Entscheidung um einen fairen Interessenausgleich bemüht.
  • beurteilen die Bestandteile der Rechnungslegung hinsichtlich des Informationsgehalts für interne und externe Adressaten.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Anschaffungskosten, Herstellungskosten, beizulegender Wert
  • Bewertung des nicht abnutzbaren Sachanlagevermögens (einschließlich außerplanmäßige Abschreibung und Wertaufholung); Bewertung des abnutzbaren Anlagevermögens (einschließlich lineare Abschreibung und außerplanmäßige Abschreibung; keine Wertaufholung); Bewertung des Finanzanlagevermögens (am Beispiel der Wertpapiere des Anlagevermögens bei vorgegebenen Anschaffungskosten)
  • Bewertung von Forderungen; Bewertung von Roh‑, Hilfs‑, Betriebsstoffen sowie Fremdbauteilen mithilfe des Durchschnittswertverfahrens
  • vorbereitende Abschlussbuchungen, Abschlussbuchungen
  • Ergebnisverwendungsrechnung und Eigenkapitalausweis vor, nach teilweiser und nach vollständiger Ergebnisverwendung
  • Bilanz, Gewinn‑ und Verlustrechnung, Anhang und Lagebericht

BwR12 Lernbereich 4: Finanzierungs- und Investitionsvorgänge analysieren, liquide Mittel beschaffen und Investitionen tätigen (ca. 33 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • analysieren Investitions‑ und Finanzierungsvorgänge, indem sie die Bewegungsbilanz erstellen.
  • identifizieren unterschiedliche Investitionsanlässe und die Notwendigkeit von Investitionen für ein Unternehmen.
  • diskutieren Finanzierungsmöglichkeiten im Hinblick auf die Erreichung der finanzwirtschaftlichen Ziele der Unternehmung und treffen eine begründete Finanzierungsentscheidung.
  • entscheiden sich für geeignete statische Investitionsrechenverfahren, um anstehende Investitionsalternativen zu beurteilen, wobei sie auch Risikogesichtspunkte und nicht quantifizierbare Einflussgrößen berücksichtigen.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Finanzierungsarten nach Rechtsstellung der Kapitalgeber und Kapitalherkunft: Beteiligungsfinanzierung (am Beispiel der ordentlichen Kapitalerhöhung einer AG), Kreditfinanzierung (Annuitätendarlehen, Abzahlungsdarlehen, Kontokorrentkredit), offene und stille Selbstfinanzierung, Finanzierung aus Rückstellungen, Finanzierung aus Abschreibung und sonstiger Vermögensumschichtung (kein Lohmann‑Ruchti‑Effekt)
  • Ersatz‑, Rationalisierungs‑ und Erweiterungsinvestition
  • finanzwirtschaftliche Ziele: Rentabilität (kein Leverage‑Effekt), Liquidität, Sicherheit, Unabhängigkeit
  • statische Investitionsrechenverfahren: Kostenvergleichs‑, Gewinnvergleichs‑, Rentabilitäts‑ und Amortisationsrechnung; nicht quantifizierbare Einflussgrößen, z. B. ökologische Aspekte, Serviceleistungen des Lieferanten