Fachlehrplan Sozialpsychologie 12 und/oder 13 (vertiefendes Wahlpflichtfach S, profilerweiterndes Wahlpflichtfach GH) Fachoberschule, Sozialpsychologie, Jahrgangsstufe 12/13

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gültig ab Schuljahr 2018/19

SozP Lernbereich 1: Konformität reflektieren und mit Gruppendruck verantwortungsvoll umgehen (optional)

Querverweise:

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • sind sich der Relevanz sozialer Einflüsse auf informationaler, normativer und situativer Ebene für das Verhalten bewusst, um sich eindeutig zu positionieren und unreflektierten Gruppennormen zu widersetzen. Sie analysieren die Beeinflussbarkeit des eigenen Verhaltens im Alltag und betrachten geschlechtsspezifische normative Körperbilder oder Konsumzwänge in unserer Gesellschaft kritisch.
    Prozessbezogene Kompetenzen: verantwortungsvoll miteinander umgehen | erklären und verstehen | wahrnehmen und reflektieren
    Übergreifende Ziele: Politische Bildung | Werteerziehung
  • hinterfragen die Motive und Expertise von Autoritäten und reflektieren darüber, dass Gehorsam in allen Kulturen ein geschätztes Sozialisationsergebnis darstellt. Sie beurteilen die Erwartung von Gehorsam in verschiedenen Lebensbereichen kritisch und übernehmen die Verantwortung für das eigene Handeln.
    Prozessbezogene Kompetenzen: verantwortungsvoll miteinander umgehen | wahrnehmen und reflektieren
    Übergreifende Ziele: Soziales Lernen | Werteerziehung
    Querverweise:
  • diskutieren den Einfluss von Minderheiten und Andersdenkenden bei der Entwicklung von Innovationen und alternativen Wegen im Umgang mit aktuellen Problemen. Sie vertreten in sozialen Situationen eigene Überzeugungen und treten aktiv gegen soziale Ungerechtigkeiten, Missstände und für positive Veränderungen ein.
    Prozessbezogene Kompetenzen: verantwortungsvoll miteinander umgehen | anwenden und verdeutlichen
    Übergreifende Ziele: Politische Bildung | Soziales Lernen
    Querverweise:
  • wenden Überzeugungstechniken bewusst an, um in Alltag, Schule und Beruf Gruppen empathisch und konstruktiv zu beeinflussen.
    Prozessbezogene Kompetenzen: verantwortungsvoll miteinander umgehen | Probleme lösen | wahrnehmen und reflektieren
    Übergreifende Ziele: Soziales Lernen
    Querverweise:
  • verfügen über Strategien zur Selbstbehauptung, um eigene Interessen und Meinungen gegenüber anderen fair und selbstbewusst zu vertreten.
    Prozessbezogene Kompetenzen: anwenden und verdeutlichen | wahrnehmen und reflektieren
    Querverweise:

Inhalte zu den Kompetenzen:

  • soziale Beeinflussung: Konformität, informationale, normative, situative Einflüsse, Compliance, Social-Impact-Theorie, Kultur, Geschlecht
    Gegenstandsbereiche: Konformität und Gehorsam
    Übergreifende Ziele: Werteerziehung
  • Gehorsam gegenüber Autoritäten, Konformität als Sozialisationsergebnis, Umgang mit Gruppendruck, z. B. politische Gewalt, Deindividuation
    Gegenstandsbereiche: Konformität und Gehorsam
    Übergreifende Ziele: Politische Bildung
  • Nonkonformität: die Macht des Einzelnen und Minderheiteneinflüsse
    Gegenstandsbereiche: Konformität und Gehorsam
    Übergreifende Ziele: Politische Bildung
  • bewusste soziale Einflussnahme, z. B. durch situative Gegebenheiten, Personenmerkmale, Auslösen eines Verpflichtungsgefühls, Überzeugungstechniken
    Gegenstandsbereiche: Konformität und Gehorsam
    Übergreifende Ziele: Soziales Lernen
  • Selbstbehauptungstraining
    Gegenstandsbereiche: Konformität und Gehorsam

SozP Lernbereich 2: Prosoziales Verhalten verstehen und zeigen (optional)

Übergreifende Ziele: Soziales Lernen | Werteerziehung

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • diskutieren grundlegende Motive prosozialen Verhaltens. Dabei setzen sie sich mit einer ausgewählten evolutionspsychologischen Aussage, der Theorie des sozialen Austauschs sowie der sog. Empathie-Altruismus-Hypothese anhand eigener Erfahrungen kritisch auseinander und begründen, warum Menschen andere unterstützen und Hilfeverhalten zeigen.
    Prozessbezogene Kompetenzen: verantwortungsvoll miteinander umgehen | erklären und verstehen | wahrnehmen und reflektieren
  • identifizieren auf der Basis von psychologischen Studien und Experimenten Persönlichkeitsmerkmale als Einflussfaktoren auf prosoziales Verhalten.
    Prozessbezogene Kompetenzen: verantwortungsvoll miteinander umgehen | erklären und verstehen
    Übergreifende Ziele: Interkulturelle Bildung
  • nehmen eigene Stimmungen bewusst wahr und beobachten diese in Bezug auf ihre eigene Bereitschaft, prosoziales Verhalten im Alltag zu zeigen. Sie reflektieren in diesem Zusammenhang anhand ausgewählter Studien die Wirkung von Medien und Texten auf ihre Handlungsweisen.
    Prozessbezogene Kompetenzen: verantwortungsvoll miteinander umgehen | wahrnehmen und reflektieren
    Übergreifende Ziele: Medienbildung
  • setzen sich mit der Bedeutung situationsbedingter Einflussfaktoren auf die Hilfsbereitschaft gegenüber Mitmenschen auseinander und leiten daraus bewusst Konsequenzen für ihr eigenes Handeln in sozialen Situationen ab. Sie stellen in diesem Zusammenhang Hypothesen auf und überprüfen diese selbständig anhand eigener Recherchen.
    Prozessbezogene Kompetenzen: verantwortungsvoll miteinander umgehen | erklären und verstehen | anwenden und verdeutlichen | wahrnehmen und reflektieren
    Übergreifende Ziele: Medienbildung
  • hinterfragen auf der Grundlage des Phänomens des Zuschauereffekts ihr eigenes Verhalten kritisch. Sie ziehen daraus Konsequenzen für ein verantwortliches Verhalten in Notsituationen und handeln entsprechend.
    Prozessbezogene Kompetenzen: verantwortungsvoll miteinander umgehen | wahrnehmen und reflektieren

Inhalte zu den Kompetenzen:

  • Begriffe: prosoziales Verhalten und Altruismus
    Gegenstandsbereiche: Prosoziales Verhalten
  • evolutionspsychologische Aussage, z. B. Verwandtenselektion, Reziprozitätsnorm, Gruppenselektion; Theorie des sozialen Austauschs; Empathie-Altruismus-Hypothese
    Gegenstandsbereiche: Prosoziales Verhalten
  • Persönlichkeitsmerkmale als Auslöser für prosoziales Verhalten, z. B. individuelle, geschlechtsspezifische, kulturelle Unterschiede
    Gegenstandsbereiche: Prosoziales Verhalten
    Übergreifende Ziele: Interkulturelle Bildung
  • Auswirkungen von Stimmungen und Medien auf prosoziales Verhalten
    Gegenstandsbereiche: Prosoziales Verhalten
    Übergreifende Ziele: Medienbildung
  • situationsbedingte Einflussfaktoren (z. B. Stadt, Land, Mobilität); Urban-Overload-Hypothese
    Gegenstandsbereiche: Prosoziales Verhalten
  • Phänomen Zuschauereffekt: fünf Schritte bis zur Hilfeleistung in einem Notfall; Möglichkeiten zur Steigerung der Hilfsbereitschaft

SozP Lernbereich 3: Personenwahrnehmungen und Einstellungen hinterfragen und Vorurteile abbauen (optional)

Übergreifende Ziele: Soziales Lernen | Werteerziehung
Querverweise:

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • decken eigene Wahrnehmungsfehler in Bezug auf andere Personen auf und sind dadurch imstande, ihre Personenwahrnehmungen kritisch zu überprüfen.
    Prozessbezogene Kompetenzen: verantwortungsvoll miteinander umgehen
  • erklären fehlerhafte Attributionen und korrigieren diese. Sie überprüfen ihre Selbstwahrnehmung und hinterfragen eigene Ursachenzuschreibungen kritisch.
    Prozessbezogene Kompetenzen: erklären und verstehen
    Querverweise:
  • erkennen kulturelle Hintergründe als wesentlichen Einflussfaktor für Wahrnehmungsverzerrungen, um Menschen aus anderen Kulturen offen und verständnisvoll zu begegnen.
    Prozessbezogene Kompetenzen: wahrnehmen und reflektieren
    Übergreifende Ziele: Interkulturelle Bildung
    Querverweise:
  • identifizieren und reflektieren die Komponenten sozialer Einstellungen in ihrem sozialen Umfeld. Sie hinterfragen Vorurteile und wirken der Diskriminierung von Menschen aktiv entgegen.
    Prozessbezogene Kompetenzen: verantwortungsvoll miteinander umgehen | wahrnehmen und reflektieren
    Übergreifende Ziele: Interkulturelle Bildung
    Querverweise:
  • verdeutlichen die Funktionen von Einstellungen an Beispielen aus Schule, Alltag und Beruf und reflektieren deren Bedeutung für ihr eigenes Leben.
    Prozessbezogene Kompetenzen: Probleme lösen
    Querverweise:
  • begründen auf der Grundlage einer kognitiven Theorie Möglichkeiten zur Veränderung sozialer Einstellungen bzw. Vorurteile, um anderen Menschen unvoreingenommen zu begegnen.
    Prozessbezogene Kompetenzen: Probleme lösen | wahrnehmen und reflektieren

Inhalte zu den Kompetenzen:

  • Wahrnehmungseffekte und Wahrnehmungsfehler, z. B. erster Eindruck, Kontrastfehler, Halo-Effekt, Ähnlichkeitsfehler, Primacy-Effekt, Selffulfilling Prophecy; Stereotype, z. B. von Geschlechtsrollen oder Nationalitäten
    Gegenstandsbereiche: Personenwahrnehmung und Einstellung
  • kausale Attributionen und Attributionsfehler
    Gegenstandsbereiche: Personenwahrnehmung und Einstellung
  • kulturbedingte Unterschiede bei der sozialen Wahrnehmung, z. B. kulturbedingte Kanäle nonverbaler Kommunikation, Kultur und implizite Persönlichkeitstheorien, Kultur und Attributionsverzerrungen, Korrespondenzverzerrung
    Gegenstandsbereiche: Personenwahrnehmung und Einstellung
    Übergreifende Ziele: Interkulturelle Bildung
  • soziale Einstellungen: Komponenten (Strukturmodell)
    Gegenstandsbereiche: Personenwahrnehmung und Einstellung
    Übergreifende Ziele: Soziales Lernen
  • Merkmale von Vorurteilen
    Gegenstandsbereiche: Personenwahrnehmung und Einstellung
    Übergreifende Ziele: Soziales Lernen
  • Funktionen sozialer Einstellungen
    Gegenstandsbereiche: Personenwahrnehmung und Einstellung
    Übergreifende Ziele: Soziales Lernen
  • Einstellungsänderung anhand einer kognitiven Theorie, z. B. Elaboration Likelihood Model, kognitive Dissonanztheorie
    Gegenstandsbereiche: Personenwahrnehmung und Einstellung

SozP Lernbereich 4: Interpersonelle Attraktion reflektieren und Beziehungen verantwortungsvoll gestalten (optional)

Übergreifende Ziele: Familien- und Sexualerziehung | Soziales Lernen | Werteerziehung

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • verdeutlichen Bedingungen zwischenmenschlicher Anziehung anhand von Beispielen aus Schule, Beruf und Privatleben. Sie setzen sich kritisch mit den jeweiligen Wirkungen dieser Determinanten auseinander, um vor diesem Hintergrund das eigene Verhalten bei der Wahl sozialer Beziehungen und bei der Partnerwahl zu reflektieren.
    Prozessbezogene Kompetenzen: verantwortungsvoll miteinander umgehen
  • setzen sich mit den Einflüssen unterschiedlicher Bindungsstile auf die Gestaltung von Freundschaften und Partnerschaften sowie möglichen Problemen auseinander, die in diesen Beziehungen auftreten können. Sie zeigen Bereitschaft, ihre problematischen Bindungsmuster zu verändern.
    Prozessbezogene Kompetenzen: erklären und verstehen
  • nehmen Liebesbeziehungen und Freundschaften als integrale Bestandteile ihres Lebens wahr und setzen sich dabei auch mit geschlechtstypischen Präferenzen bei der Partnerwahl auseinander. Sie sind sich wichtiger Faktoren für die Gestaltung von Freundschaften und eine stabile Liebesbeziehung bewusst, reflektieren ihre eigenen Beziehungen und nehmen die Bedürfnisse des anderen sensibel wahr.
    Prozessbezogene Kompetenzen: verantwortungsvoll miteinander umgehen
  • nutzen Modelle über Trennungsprozesse, um bei anstehenden Trennungsentscheidungen in Liebesbeziehungen verantwortungsvoll und empathisch zu handeln.
    Prozessbezogene Kompetenzen: anwenden und verdeutlichen | wahrnehmen und reflektieren
  • setzen sich auf der Grundlage theoretischer Annahmen mit Chancen und Problemen sozialer Interaktionen im Internet auseinander. Sie hinterfragen kritisch die Leistungsfähigkeit von Datingportalen, erkennen Risiken bei der Nutzung digitaler Partnervermittlungsmöglichkeiten und entscheiden sich bewusst für eine reflektierte Nutzung.
    Prozessbezogene Kompetenzen: verantwortungsvoll miteinander umgehen | wahrnehmen und reflektieren

Inhalte zu den Kompetenzen:

  • begünstigende körperliche und psychologische Bedingungen der Anziehung zwischen Menschen, z. B. Attraktivität, räumliche Nähe, Ähnlichkeit, Sympathie, Vertrautheit, situative Einflüsse
    Gegenstandsbereiche: Interpersonelle Attraktion
  • Merkmale enger Beziehungen
    Gegenstandsbereiche: Interpersonelle Attraktion
  • Liebe: Arten von Liebe, z. B. kameradschaftliche Liebe, leidenschaftliche Liebe
    Gegenstandsbereiche: Interpersonelle Attraktion
  • Bindungsstile in intimen Beziehungen und deren Veränderbarkeit
    Gegenstandsbereiche: Interpersonelle Attraktion
  • Zufriedenheit und Stabilität in sozialen Beziehungen: sozialer Austausch und Ausgewogenheit (z. B. Investitionsmodell zur Verpflichtung), emotionale Nähe, Sensibilität für die Bedürfnisse des anderen, geschlechtstypische Präferenzen
    Gegenstandsbereiche: Interpersonelle Attraktion
  • beziehungsförderliche Haltungen und Verhaltensweisen, z. B. Versöhnlichkeit, Akkommodation, Abwertung von Alternativen
    Gegenstandsbereiche: Interpersonelle Attraktion
  • Beenden intimer Beziehungen: Stadien des Trennungsprozesses
    Gegenstandsbereiche: Interpersonelle Attraktion
  • Risiken und Chancen von Datingportalen
    Gegenstandsbereiche: Interpersonelle Attraktion

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