Lehrplan PLUS

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Wirtschaft und Recht 12 oder 13 (erweiterndes Wahlpflichtfach T, ABU, G, GH)

gültig ab Schuljahr 2018/19

Insgesamt stehen acht Module zur Auswahl, die auf zwei Bereiche aufgeteilt sind. Aus den acht angebotenen Modulen  sind vier auszuwählen, wobei darauf zu achten ist, dass aus jedem Bereich mindestens ein Modul berücksichtigt wird.
Bereich I: Als Unternehmer Kaufverträge schließen, Arbeitsverträge schließen und Personal führen, Als Staatsbürger agieren, Als Marktteilnehmer agieren
Bereich II: Sich selbständig machen, Den Preis für ein Produkt kalkulieren, Den Produktionsprozess steuern, Ein Marketingkonzept gestalten

In der Ausbildungsrichtung Gesundheit soll das Wahlpflichtfach „Wirtschaft und Recht“ nicht in Verbindung mit dem Wahlpflichtfach „Gesundheitswirtschaft und Recht“ belegt werden.

WR Lernbereich 1: Als Unternehmer Kaufverträge schließen (ca. 14 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • schließen als Verkäufer einen Kaufvertrag ab und überwachen kontinuierlich den Stand der Vertragsabwicklung.
  • berücksichtigen die besonderen Rechtsnormen beim Internetkauf, um im Internet rechtssicher zu handeln.
  • analysieren Störungen beim Abschluss eines Kaufvertrags, wägen die rechtlichen Konsequenzen ab und reagieren angemessen.
  • wickeln den Sachmangel als Störung bei der Erfüllung des Kaufvertrages nach den gesetzlichen Bestimmungen ab. Dabei berücksichtigen sie Kundenzufriedenheit und Kundenbindung.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Willenserklärungen und Formvorschriften
  • Abschluss und Widerruf beim Internetkauf: Fernabsatzvertrag nach § 312b ff. BGB
  • Störung beim Abschluss des Kaufvertrages: Anfechtung und Nichtigkeit
  • Störung bei der Erfüllung des Kaufvertrages: Sachmangel

WR Lernbereich 2: Arbeitsverträge schließen und Personal führen (ca. 14 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • gleichen die Persönlichkeit von Bewerbern im Vorstellungsgespräch mit den Erwartungen eines Unternehmens ab, um geeignetes Personal auszuwählen.
  • prüfen Arbeitsverträge in Bezug auf die Einhaltung personalrechtlicher Regelungen aus Arbeits- und Sozialrecht, Tarifrecht und Betriebsvereinbarungen.
  • setzen sich unter Verwendung von Gesetzestexten umfassend und kritisch mit den Rechten und Pflichten von Arbeitnehmern und Arbeitgebern auseinander, um Konfliktsituationen zu bewältigen.
  • gestalten mithilfe von Job Rotation, Job Enlargement und Job Enrichment Arbeitsabläufe abwechslungsreich.
  • wählen vor dem Hintergrund der Abwägung zwischen Aspekten der Arbeitszufriedenheit und eigenen Wertvorstellungen passende Arbeitszeitmodelle für ein Unternehmen aus.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Kriterien für ein Vorstellungsgespräch: rechtliche Rahmenbedingungen, Soft Skills, Schlüsselqualifikationen
  • Tarifrecht: Tarifverhandlungen, Abschluss von Tarifverträgen, Arten von Tarifverträgen, z. B. Entgelt-, Manteltarifvertrag
  • Konfliktsituationen, z. B. anfechtbare und nichtige Arbeitsverträge, Lohnausfall, Nichtbeschäftigung, Fehlverhalten des Arbeitnehmers
  • Arbeitszeitmodelle, z. B. Vertrauensarbeitszeit, Teilzeit
  • Work-Life-Balance

WR Lernbereich 3: Als Staatsbürger agieren (ca. 14 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • analysieren die Ziele staatlicher Wirtschaftspolitik, beurteilen mithilfe ausgewählter Indikatoren und unter Zuhilfenahme von z. B. Statistiken die Erreichung dieser Ziele in Deutschland und in Europa, um sich als mündiger Staatsbürger zu positionieren.
  • untersuchen die Zielbeziehungen der Wirtschaftspolitik, setzen bei Zielkonflikten Prioritäten und ziehen Schlüsse für ihr Wahlverhalten und ihr politisches und soziales Engagement.
  • beurteilen die Auswirkungen von Geldwertschwankungen auf die Volkswirtschaft, bewerten die Wirkungsweise der Zinspolitik der Europäischen Zentralbank und passen ihr persönliches Konsum- und Sparverhalten an. Für ihre politische Meinungsbildung ziehen sie regelmäßig Print- und Onlinemedien heran.
  • analysieren den Mindestlohn als Maßnahme der Arbeitsmarktordnungspolitik, um politische Zielsetzungen zu evaluieren.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • wirtschaftspolitische Ziele (stetiges und angemessenes Wirtschaftswachstum, Stabilität des Preisniveaus, außenwirtschaftliches Gleichgewicht, hoher Beschäftigungsstand, gerechte Einkommens- und Vermögensverteilung, Erhalt einer lebenswerten Umwelt)
  • Indikatoren zur Messung der Zielerreichung: Wachstumsrate des realen Bruttoinlandsprodukts, Verbraucherpreisindex, Anteil des Außenbeitrags am nominalen Bruttoinlandsprodukt, Arbeitslosenquote, Armutsquote
  • Ursachen und Wirkungen von Inflation und Deflation

WR Lernbereich 4: Als Marktteilnehmer agieren (ca. 14 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • analysieren einen vollkommenen polypolistischen Markt hinsichtlich der Gebote für Kauf- und Verkaufsorders für ein homogenes Gut, ermitteln mithilfe des Markt-Preis-Modells den Marktpreis, beurteilen das Marktergebnis und wertschätzen so die marktwirtschaftliche Ordnung.
  • untersuchen den Markt für Emissionsrechte, analysieren dabei die Handlungsmotive der Marktteilnehmer und des Staates und beurteilen die Eignung des Emissionsrechtehandels, ökonomisch effizient und ökologisch effektiv zum Erhalt einer lebenswerten Umwelt beizutragen.
  • analysieren ausgewählte Märkte und nutzen ihre Erkenntnisse über Marktzusammenhänge, um Handlungsstrategien für ihr eigenes Marktverhalten zu entwickeln.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Modellbildung: Nachfragefunktion, Angebotsfunktion, Konsumentenrente, Produzentenrente (jeweils mit grafischer Darstellung), Funktionen des Marktpreises
  • Märkte, z. B. Markt für ausgewählte, elementare Produktionsfaktoren, Kunstmarkt

WR Lernbereich 5: Sich selbständig machen (ca. 14 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • entwickeln mithilfe geeigneter Kreativitätstechniken eine konkrete Geschäftsidee für eine mögliche Selbständigkeit.
  • analysieren mithilfe eines geeigneten Leitfadens ihre persönlichen und fachlichen sowie sachliche und rechtliche Voraussetzungen für eine mögliche Selbständigkeit.
  • erstellen eine Checkliste für notwendige Kontakte zu Behörden, bearbeiten die jeweiligen Formulare und bereiten Gespräche mithilfe von Gesprächsnotizen oder Leitfäden vor, um eine angestrebte Unternehmensgründung optimal vorzubereiten.
  • wählen für eine Unternehmensgründung mithilfe ausgewählter Kriterien die geeignete Rechtsform aus.
  • ermitteln den Kapitalbedarf für eine Unternehmensgründung und entscheiden sich für geeignete Finanzierungsmöglichkeiten.
  • reflektieren die Chancen und Risiken einer Unternehmensgründung, um zu klären, ob der Schritt in die Selbständigkeit eine berufliche Alternative für sie in der Zukunft darstellt und um die Bedeutung von Unternehmensgründungen für die Gesamtwirtschaft wertzuschätzen.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Kreativitätstechniken, z. B. Mindmapping, Brainstorming
  • Leitfaden, z. B. der Industrie- und Handelskammer oder der Handwerkskammer
  • Behörden, z. B. Bundesagentur für Arbeit, Gewerbeaufsichtsamt, Finanzamt
  • Rechtsformen, z. B. Einzelunternehmen, GbR, Mini-GmbH, Unternehmergesellschaft (UG), GmbH
  • Kriterien, z. B. Haftung, Vertretung, Anforderungen für die Gründung
  • Finanzierungsmöglichkeiten, z. B. Eigenkapital, öffentliche Förderprogramme, Bankdarlehen, Verwandtendarlehen

WR Lernbereich 6: Den Preis für ein Produkt kalkulieren (ca. 14 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • berücksichtigen verschiedene Perspektiven bei der Preisbildung, um den Unterschied zwischen nachfrageorientierter, konkurrenzorientierter und kostenorientierter Preisbildung für ein Produkt zu analysieren.
  • berechnen mithilfe von betrieblichen Unterlagen und unter Einsatz eines Tabellenkalkulationsprogramms die anfallenden Kosten für ein Produkt und ordnen diese den Kostenarten zu.
  • kalkulieren die Selbstkosten und den Angebotspreis eines Produktes unter Berücksichtigung eines angemessenen Gewinns und von Vertriebskonditionen.
  • teilen die Kosten in variable und fixe Bestandteile auf und ermitteln auf dieser Basis die kurz- und langfristige Preisuntergrenze. Bei bestimmten Marktsituationen nehmen sie aufgrund strategischer Überlegungen Preissenkungen bis zu diesen Grenzen vor.
  • präsentieren vor der Geschäftsführung im freien Vortrag ihre Ergebnisse hinsichtlich der Preissetzung für ein konkretes Produkt und verwenden zur Unterstützung geeignete Software. In ihrer Präsentation berücksichtigen sie den Einfluss aller Perspektiven der Preisbildung.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • konkurrenzorientierte Preisbildung, z. B. Gefangenendilemma
  • nachfrageorientierte Preisbildung: Angebots- und Nachfragediagramm
  • kostenorientierte Preisbildung
  • Divisionskalkulation zur Ermittlung der Selbstkosten

WR Lernbereich 7: Den Produktionsprozess steuern (ca. 14 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • analysieren den bestehenden industriellen Produktionsprozess in einem Unternehmen, um den betrieblichen Transformationsprozess durchzuführen und den Einsatz der Produktionsfaktoren optimal zu steuern.
  • entscheiden sich vor dem Hintergrund betrieblicher Gegebenheiten für ein geeignetes Fertigungsverfahren.
  • minimieren die Kosten des Produktionsprozesses, indem sie die optimale Losgröße unter Berücksichtigung von Lagerhaltungskosten sowie Rüstkosten ermitteln und die Produktionssteuerung für ausgewählte Werkstoffe auf bedarfsorientierte Verfahren umstellen.
  • planen die Produktion mithilfe von Arbeitsplänen, Balkendiagrammen (Gantt-Diagramm) und Maschinenbelegungsplänen, um die Produktionszeiten zu minimieren.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • elementare und dispositive Faktoren
  • mengenbezogene Fertigungsverfahren: Einzel-, Serien-, Sorten-, Massenfertigung
  • ablaufbezogene Fertigungsverfahren: Fließ-, Insel-, Werkstättenfertigung
  • grafische Lösung und rechnerische Lösung mithilfe der Andler-Formel
  • bedarfsorientierte Verfahren: just in time, just in sequenz und Kanban

WR Lernbereich 8: Ein Marktingkonzept gestalten (ca. 14 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • analysieren aktuelle Ergebnisse der Marktforschung, um entscheidungsrelevante Informationen zur marktgerechten Positionierung eines Produkts oder einer Dienstleistung zu gewinnen.
  • untersuchen die Stellung eines Produkts im Produktlebenszyklus, um geeignete Marketingziele für ein Produkt zu formulieren.
  • konzipieren einen kreativen Marketingmix, um Kunden zu binden und ein Produkt oder eine Dienstleistung erfolgreich auf dem Markt zu etablieren.
  • vertreten ihr Marketingkonzept im freien Vortrag mithilfe einer Präsentationssoftware anschaulich und überzeugend.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • primäre und sekundäre Marktforschung
  • entscheidungsrelevante Informationen, z. B. Kundenwünsche, Entwicklung des Marktes
  • Marketingziele, z. B. Steigerung des Umsatzes, Erhöhung des Bekanntheitsgrades
  • Produktlebenszyklus
  • Marketing-Mix: Produktpolitik, Distributionspolitik, Kommunikationspolitik, Konditionenpolitik