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Pädagogik/Psychologie 13 (S)

gültig ab Schuljahr 2019/20

PP13 Lernbereich 1: Wissenschaftliche Grundlagen der pädagogisch-psychologischen Forschung reflektiert anwenden
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • erschließen Ziele wissenschaftlicher Pädagogik und Psychologie und verdeutlichen diese an psychosozialen Phänomenen bzw. der Erziehungswirklichkeit.
  • verdeutlichen Merkmale von Wissenschaft, um diese auch an pädagogisch-psychologischen Problem- und Fragestellungen anzuwenden.
  • zeigen an geeigneten pädagogisch-psychologischen Fragestellungen die verstehende und erklärende Position von Wissenschaft auf.
  • beschreiben Prinzipien wissenschaftlichen Vorgehens in Pädagogik und Psychologie, um diese in geeigneten Zusammenhängen und Problemstellungen anzuwenden.
  • erläutern Arbeitsschritte einer empirischen Untersuchung, um diese an pädagogisch-psychologischen Problemstellungen zu entwickeln und zu überprüfen. Sie wenden eine wissenschaftliche Methode im Rahmen einer wissenschaftlichen Fragestellung reflektiert an.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Ziele der Pädagogik: Unterstützen von Lehr- und Lernprozessen; Ziele der Psychologie: Beschreiben, Erklären, Verstehen, Prognose und Modifikation
  • Merkmale von Wissenschaft: Erkenntnisgewinnung, Objektbereich, Methoden, System und Theorie, Prinzipien (Verifikation und Falsifikation u. a.), Gesetzmäßigkeiten, Wissenschaftler, Menschenbild
  • erklärende und verstehende Position von Wissenschaft
  • Prinzipien wissenschaftlichen Vorgehens: Eindeutigkeit, Überprüfbarkeit, Objektivität, Validität, Reliabilität
  • Vorgehensweise einer empirischen Untersuchung (Fragestellung, Hypothesenbildung, Verifikation/Falsifikation, Variablen, Operationalisierung zentraler Begriffe, Planung, Ausschalten von Störvariablen, Bestimmen der Stichprobe, Durchführung, Auswertung und Interpretation der Untersuchung); allgemeingültige Aussagen; Replikation der Untersuchungsergebnisse; eine empirische Methode, z. B. Befragen, Experiment, Beobachten

PP13 Lernbereich 2: Beeinträchtigten Menschen angemessen begegnen und sie unterstützen
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • verdeutlichen Merkmale des Begriffes Behinderung an ausgewählten Beispielen. Sie unterscheiden die Begriffe Heil- und Sonderpädagogik und sind sich der Problematik dieser Begriffe bewusst.
  • hinterfragen die verschiedenen normenbezogenen Betrachtungsweisen von Behinderung und problematisieren diese an Beispielen aus dem privaten und beruflichen Alltag. Sie erläutern Stigmatisierungsprozesse und sind dadurch zu kritischer Reflexion in Bezug auf eine mögliche Stigmatisierung beeinträchtigter Menschen in unserer Gesellschaft fähig.
  • würdigen Inklusion als Beitrag wertorientierten heil- und sonderpädagogischen Handelns und erläutern Chancen und Risiken inklusiver Bildung für Menschen mit und ohne Behinderung.
  • erläutern unterschiedliche Ursachen von Schädigungen als Auslöser von Behinderungen und erkennen, welche Risikofaktoren individuell und sozial beeinflussbar sind.
  • sind mit Ursachen und Erscheinungsformen einer ausgewählten Behinderung vertraut, um in der Gesellschaft offener und sicherer mit beeinträchtigten Mitmenschen umzugehen.
  • entwickeln auf der Basis einer ökologischen Theorie ein Konzept zur Unterstützung von Menschen mit Behinderungen und zeigen dessen Umsetzung an konkreten Beispielen der pädagogischen Praxis auf.
  • analysieren die Unterschiede zwischen einem ökologischen Konzept und einem verhaltensorientierten Konzept, um diese in Bezug auf ausgewählte Kriterien miteinander zu vergleichen und zu bewerten.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Begriffe: Heil- und Sonderpädagogik, Behinderung; Problematik der Begriffe Heil- und Sonderpädagogik
  • Problematisieren der Behinderung aus sozialwissenschaftlicher Sicht: Behinderung als Abweichung von Normen
  • Stigma, Stigmatisierung, Ausgrenzung und Schädigung der Identität nach Goffman
  • Begriff Inklusion
  • Chancen inklusiver Bildung nach Kobi, z. B. Steigerung des Lern- und Bildungsniveaus, Verbesserung der sozialen Kompetenzen, geringe Stigmatisierung und Diskriminierung, soziale Teilhabe u. a.
  • Risiken inklusiver Bildung nach Kobi, z. B. Gefahr der Außenseitersituation, Erschwerung des Kontaktes zwischen Schülern gleicher Beeinträchtigungen
  • Risiken und Schädigungen als Ursachen von Behinderung im Überblick
  • Arten von Behinderungen im Überblick
  • multifaktorielle Ursachen und Erscheinungsformen einer ausgewählten Behinderung, z. B. Lernbehinderung, Körperbehinderung, geistige Behinderung
  • zwei Unterstützungskonzepte: ein verhaltensorientiertes Konzept (auf der Grundlage des operanten Konditionierens) und ein ökologisches Konzept (Case Management nach Wendt)
  • Vergleich und Bewertung des ökologischen Konzeptes mit einem verhaltensorientierten Konzept (vgl. FOS 12.3) hinsichtlich verschiedener Kriterien: Menschenbild, Grundannahmen, Gegenstand, Anwendbarkeit, Wirksamkeit

PP13 Lernbereich 3: Sich mit der klinischen Psychologie kritisch und wissenschaftlich fundiert auseinandersetzen
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • verdeutlichen die Aufgaben der klinischen Psychologie. Sie setzen sich mit Prävention, Intervention und Rehabilitation auseinander und reflektieren die Vielfalt individueller und gesellschaftlicher Möglichkeiten zur Gesundheitsförderung.
  • bewerten Erklärungs- und Behandlungsansätze der klinischen Psychologie auf der Grundlage wissenschaftlich anerkannter Kriterien. Dabei setzen sie sich auch kritisch mit nichtwissenschaftlichen Erklärungs- und Behandlungsansätzen auseinander.
  • verstehen Gesundheit und Krankheit als Kontinuum. Sie gehen mit belastenden Lebensereignissen und Stressoren konstruktiv um und zeigen Möglichkeiten für eine achtsame, selbstverantwortliche Lebensgestaltung auf.
  • nehmen auf der Grundlage des Anforderungs- und Ressourcen-Modells selbstreflektiert eigene Überforderung und Gefährdung wahr. Sie setzen sich beispielsweise mit schädlichen Konsumgewohnheiten sowie Belastungen in Schule, Arbeit, Familie und Freizeit als Auslöser von Stress auseinander. Sie begründen auf der Basis des Modells von Becker Vorgehensweisen zur Bewältigung von Stresssituationen.
  • verdeutlichen den Gegenstand der klinischen Psychologie und problematisieren dabei die Abgrenzbarkeit von psychischen Störungen, psychischen Aspekten körperlicher Erkrankungen und psychischen Krisen.
  • zeigen Merkmale des Begriffs psychische Störung auf. Sie setzen sich kritisch mit Vorteilen, aber auch Problemen und Gefahren von diagnostischen Urteilen auseinander, um zu erkennen, dass Kategorisierungen im Sinne einer Etikettierung und selbsterfüllenden Prophezeiung wirken können.
  • identifizieren das Störungsbild einer Form der Depression oder Angststörung auf der Grundlage von DSM oder ICD.
  • erklären die Entstehung der ausgewählten psychischen Störung mithilfe der kognitiven Theorie nach Beck und der psychoanalytischen Theorie nach Freud. In diesem Zusammenhang vergleichen und bewerten sie diese Theorien anhand geeigneter Kriterien.
  • erläutern auf der Grundlage eines kognitiven und tiefenpsychologischen Therapiekonzeptes beispielbezogen das jeweilige therapeutische Vorgehen.
  • entwickeln auf der Grundlage der kognitiven Theorie Ansätze für ein Selbst- und Stressmanagement zur Stärkung innerer Ressourcen und Handlungskompetenzen, um mit alltäglichen Stress- und Belastungssituationen gelassener umgehen zu können. Sie vergleichen zwei Therapieansätze anhand wissenschaftlich anerkannter Kriterien, um diese fachlich und problembezogen zu bewerten.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Begriff und Aufgaben der klinischen Psychologie
  • Wissenschaftliche Fundierung der klinischen Psychologie sowie deren Abgrenzung zu spekulativen Erklärungs- und Behandlungsansätzen
  • Begriffe Gesundheit und Krankheit: salutogenetische Sichtweise nach Antonovsky
  • Stress und menschliche Gesundheit: systemisches Anforderungs-Ressourcen-Modell nach Becker
  • Gegenstand der klinischen Psychologie: psychische Störungen, psychische Aspekte körperlicher Erkrankungen, psychische Krisen
  • Bestimmung des Begriffs psychische Störung nach DSM  oder ICD
  • Symptome einer affektiven Störung nach DSM V oder ICD: Störungsbild einer Form der Depression oder Angststörung
  • Entstehung der ausgewählten affektiven Störung auf der Grundlage von zwei Theorien: kognitive Theorie nach Beck, psychoanalytische Theorie nach Freud; Vergleich der Theorien hinsichtlich der Genese der gewählten psychischen Störung; geeignete Kriterien, wie z. B. Erklärungswert, Menschenbild, Grundannahmen
  • ausgewählte psychotherapeutische Konzepte zur Behandlung der gewählten Störung: kognitive Therapie nach Beck und eine psychoanalytische Therapie (z. B. klassische psychoanalytische Therapie nach Freud); Vergleich und Bewertung der gewählten Therapieverfahren hinsichtlich wissenschaftlicher Kriterien, wie z. B. Wirksamkeit, Nachhaltigkeit, Effizienz, Menschenbild

PP13 Lernbereich 4: Organisationen als Systeme von Menschen und Kontexten auf verschiedenen Ebenen begreifen und mitgestalten
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • bestimmen den Gegenstand der Organisationspsychologie und den Begriff soziale Organisation und verdeutlichen dies an Beispielen.
  • bewerten Zielsetzungen dieser Organisationen mithilfe geeigneter Kriterien (wie Menschenbild, Effizienz, ökologischer und sozialer Vereinbarkeit, Gerechtigkeit u. Ä.) und reflektieren (z. B. als Mitglied einer Organisation) eigene Zielsetzungen.
  • setzen sich am Beispiel einer sozialen Organisation mit Kommunikations-, Führungs- und Entscheidungsstrukturen auseinander, um deren Auswirkungen auf das Individuum (Arbeitsmotivation, Gesundheit und Arbeitszufriedenheit) und die Gruppe (Gruppenklima, Teambildung und Teamentwicklung) zu verdeutlichen und zu bewerten. Auf dieser Grundlage analysieren sie Probleme, Defizite, Stärken und Ressourcen innerhalb dieser Organisation.
  • verdeutlichen einen wissenschaftlich fundierten Ansatz zur Beeinflussung von Organisationsprozessen und reflektieren diesen im Hinblick auf dessen Eignung zur Verbesserung von Kommunikationsprozessen.
  • vergleichen und bewerten zwei wissenschaftliche Konzepte der Organisationsentwicklung mithilfe geeigneter Kriterien (wie beispielsweise Plausibilität, Verwendbarkeit, ökonomischer Aufwand und Menschenbild) hinsichtlich deren Eignung zur Lösung einer konkreten Problemstellung.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Begriffsbestimmungen: Organisationspsychologie und soziale Organisation
  • Merkmale von Organisationen: Zielbezogenheit, Mitarbeiterbezogenheit; Kommunikations- und Entscheidungsstrukturen
  • Formen von Kommunikations-, Führungs- und Entscheidungsstrukturen: Maß an Zentralisierung bzw. Dezentralisierung und der jeweils daraus resultierenden Zufriedenheit der Mitarbeiter und Betroffenen
  • Auswirkungen von Kommunikations-, Führungs- und Entscheidungsstrukturen auf das Individuum (z. B. Theorie von Herzberg) und die Gruppe (z. B. Kasseler Teampyramide)
  • ein Ansatz zur Beeinflussung von Organisationsprozessen und -strukturen, z. B. Supervision, Coaching, Evaluation, Teamentwicklung, Mitarbeitergespräch oder Organisationsmediation
  • Konzept der Organisationsentwicklung (Grid-Organization-Development nach Blake und Mouton): sechs Schritte (Grid-Laboratory-Seminar, Teamentwicklung, Intergruppenarbeit, Aufbau Idealmodell der Organisation, Realisierung des Ideals, Erfolgskontrolle)
  • Harvard-Konzept (Harvard Negotiation Project nach Ury et al.): positionsbezogenes und sachbezogenes Verhandeln, vier Grundprinzipien (Menschen und Probleme getrennt voneinander behandeln, auf Interessen, nicht auf Positionen konzentrieren, Entscheidungsmöglichkeiten, also Optionen zum beiderseitigen Vorteil entwickeln, neutrale Beurteilungskriterien anwenden)

PP13 Lernbereich 5: Theorien und Konzepte auf einer Metaebene lernbereichsübergreifend kritisch reflektieren und anwenden
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • bearbeiten Problemstellungen aus pädagogisch-psychologischen Gegenstandsbereichen mithilfe wissenschaftlicher Theorien auf den wissenschaftlichen Zielebenen.
  • identifizieren und analysieren typische Aussagen wissenschaftlicher Theorien und Modelle. Sie vergleichen und bewerten diese auf der Basis geeigneter Kriterien.
  • reflektieren pädagogisch-psychologische Veränderungsvorschläge, Konzepte bzw. Schritte therapeutischen Vorgehens auf wissenschaftlicher Grundlage. Sie vergleichen und bewerten diese mithilfe geeigneter Kriterien.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Gegenstandsbereiche: psychische Phänomene, psychische Störungen, Alltagssituationen, Erziehungsfragen, gesellschaftliche Werte und Ziele, Fragen und Probleme des Berufs- und Arbeitslebens bzw. der Berufs- und Studienwahl
  • wissenschaftliche Zielebenen (Beschreiben, Erklären, Verstehen, Analysieren, Prognostizieren, Verändern, Bewerten u. a.)
  • wissenschaftliche Theorien und Modelle (behavioristisch, kognitiv, humanistisch, psychoanalytisch, kommunikationstheoretisch, ökologisch)
  • Kriterien, z. B. Menschenbild, Grundannahmen, Gegenstand, Erklärungswert
  • wissenschaftliche Konzepte, Veränderungsvorschläge, Therapien (verhaltensorientiert, kognitiv, tiefenpsychologisch, ökologisch)
  • Kriterien, z. B. Wirksamkeit, Effizienz, Anwendbarkeit, Durchsetzbarkeit, Theoriebezug, Menschenbild, Gegenstand und Ziel einer Therapie (eines Konzepts)