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Sozialpraktische Grundbildung 10

gültig ab Schuljahr 2022/23

SpG10 Lernbereich 1: Herausforderungen des Erwachsenenlebens erkennen und diskutieren (ca. 14 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • diskutieren auf Grundlage einer Recherche zu Anforderungen der Arbeitswelt an Bewerber (z. B. mithilfe überörtlicher Stellenangebote) u. a. Bedeutung und Erwerb von Schlüsselqualifikationen.
  • setzen Schlüsselqualifikationen für die Arbeitswelt in Beziehung zu Angeboten und Anforderungen der Schule sowie ggf. der Hochschule.
  • vergleichen mithilfe der Analyse verschiedener Biografien (z. B. von Menschen aus ihrem direkten persönlichen Umfeld) beispielhaft die Bedeutung von Ausbildung und Studium für den Lebenslauf.
  • wenden Kenntnisse über Aspekte der Leistungsgesellschaft (ggf. auch im Vergleich zu einem anderen Staat) an, um positive wie negative Auswirkungen von Arbeit und Berufsleben hinsichtlich verschiedener Dimensionen zu beurteilen.
  • bewerten den Einfluss ökonomischer Bedingungen auf Partnerschaft und Familienplanung, um deren Relevanz vor dem Hintergrund möglicher Lebensentwürfe einzuordnen.
  • entwickeln Kriterien für ein gelingendes Zeitmanagement im digitalen Zeitalter.
  • reflektieren spezifische Herausforderungen verschiedener Altersstufen, etwa bezogen auf wirtschaftliche Existenz oder Versorgung anderer Generationen.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Aspekte der modernen Arbeitswelt: Bedeutung von Schlüsselqualifikationen, Bildung und Ausbildung sowie Flexibilität und Mobilität; sog. „Work-Life-Balance“; ggf. einfache Erhebung mit Auswertung
  • Aspekte der Leistungsgesellschaft, z. B. Leistungsbereitschaft, -erwartungen, -messung, -gerechtigkeit, ggf. auch im Vergleich zu einem anderen Staat
  • psychische, soziale und wirtschaftliche Dimensionen von Arbeit und Berufsleben im Rahmen der Leistungsgesellschaft
  • spezifische Herausforderungen verschiedener Altersstufen, z. B. Lernbereitschaft, wirtschaftliche Absicherung, Beziehungsarbeit, Verantwortungsbereitschaft, Selbst- und Zeitmanagement, Pflegeanforderungen
Alltagskompetenzen Alltagskompetenzen

SpG10 Lernbereich 2: Die Medienlandschaft überblicken und ihren Pluralismus wertschätzen (ca. 14 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • informieren sich über die aktuelle Medienlandschaft in Deutschland und visualisieren ihre Erkenntnisse in Form eines Struktogramms.
  • leiten aus Schaubildern zu Firmen- und Konzernstrukturen von Medienanbietern Aussagen zu Ausmaß und Entwicklung von Machtkonzentration in der Medienlandschaft ab, um eine plurale Medienlandschaft wertzuschätzen.
  • diskutieren die besondere Rolle und Aufgabe der öffentlich-rechtlichen Sender, um die Notwendigkeit einer politisch und wirtschaftlich neutralen medialen Grundversorgung nachzuvollziehen.
  • analysieren die zunehmende Informationsmenge als Auslöser einer Informationsflut und beurteilen Chancen und Grenzen der medialen Kernfunktionen.
  • recherchieren zu einem kontroversen politischen Thema, um durch einen Überblick über veröffentlichte Nachrichten und durch die Möglichkeit des Nachrichtenvergleichs Meinungsvielfalt als wesentliches Prinzip einer pluralistischen Demokratie zu verstehen.
  • planen einen Besuch oder eine Befragung von Berufstätigen in der Medienbranche (z. B. Journalisten, Mitarbeiter in Verlagen, bei Rundfunk- oder Fernsehsendern) und reflektieren so Strukturen und Mechanismen der Medienbranche.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Zusammensetzung und Struktur der aktuellen Medienlandschaft der Bundesrepublik: öffentlich-rechtlicher und privater Rundfunk, soziale Netzwerke, Strukturen von Sendern und Verlagen, analoge, digitale und crossmediale Angebote, Nutzergruppen
  • Ursachen und Auswirkungen von Senderfamilien und Medienkonzentration, insbesondere im Bereich der digitalen Medien
  • Ursachen der Informationsflut und Auswirkungen auf Agenda-Setting, -Surfing und -Cutting
  • Kriterien eines Nachrichtenvergleichs, z. B. Informationsmenge, -art und -tiefe, Bildauswahl und -einsatz

SpG10 Lernbereich 3: Ethische Fragen in ihrer politisch-gesellschaftlichen Dimension diskutieren (ca. 12 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • beurteilen private, wirtschaftliche und gesellschaftliche Interessen in einem aktuellen wissenschaftlichen Forschungsfeld, um die Bedeutung der Wertebasis des Grundgesetzes als Grundvoraussetzung für ethisch akzeptables Forschen nachzuvollziehen.
  • reflektieren Aspekte des medizinischen Fortschritts und mögliche staatliche Reaktionen hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Achtung der Menschenwürde.
  • diskutieren Entwicklungen im militärischen Bereich vor dem Hintergrund rechtsstaatlicher Prinzipien.
  • analysieren an einem Beispiel aus der Gesetzgebung unterschiedliche Positionen zu ethisch strittigen Fragen, um auch im Hinblick auf den gesellschaftlichen Diskurs, z. B. im Deutschen Ethikrat, Dilemmata politischer Entscheidungen im Rahmen des freien Mandats zu erkennen.
  • erarbeiten Standpunkte zu einem behandelten Beispiel einer ethischen Grundfrage und führen dazu eine Podiumsdiskussion durch.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • ausgewählte wissenschaftliche und medizinische Entwicklungen, z. B. Gentechnik, autonomes Fahren, Stammzellenforschung, Klonen, im Spannungsfeld von öffentlicher Meinung, ethischen Grenzen und politischen Positionen
  • militärtechnische Entwicklungen, z. B. unbemannte Waffensysteme, Cyberwar, in der politischen Diskussion

SpG10 Lernbereich 4: Chancen und Herausforderungen Sozialer Arbeit untersuchen (ca. 16 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • begründen auf der Basis des Grundgesetzes die Pflicht des Staates, in Not geratene Menschen zu unterstützen, und entwickeln eine wertschätzende Haltung gegenüber der Notwendigkeit sozialstaatlicher Maßnahmen, indem sie sich mit den grundlegenden Prinzipien des Sozialstaats auseinandersetzen.
  • identifizieren an Beispielen aus ihrer sozialen Erfahrungswelt oder einem Praktikum, inwieweit sozialstaatliche Prinzipien ineinandergreifen.
  • beurteilen aktuelle Entwicklungen im Bereich der Sozialen Arbeit, um kontroverse politische Positionen und Ziele sowie den Bedeutungswandel Sozialer Arbeit zu bewerten.
  • reflektieren Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung und der Industrie 4.0 für soziale Einrichtungen und für die häusliche Versorgung pflegebedürftiger Menschen.
  • beurteilen spezifische Arbeitsschutzmaßnahmen z. B. in Pflege- und Heilberufen vor dem Hintergrund der besonderen Belastungen und Herausforderungen dieser Tätigkeiten.
  • wenden die Techniken des Interviews oder der Erkundung an, um sich eigenständig über die soziale Arbeit einer zivilgesellschaftlichen oder staatlichen Organisation bzw. Einrichtung zu informieren, und bewerten deren Beitrag zum Schutz und zur Unterstützung der Bürger.
  • diskutieren ausgehend von einer Analyse beispielhafter ehrenamtlicher Tätigkeiten die Notwendigkeit zivilgesellschaftlichen Engagements (z. B. in Selbsthilfegruppen oder Netzwerken) in Ergänzung zum staatlichen, entwickeln dabei eigene Handlungsmöglichkeiten und verstehen so den Dienst am Mitmenschen auch als Beitrag zur Entwicklung der eigenen Persönlichkeit.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • der Staat als Akteur des Sozialen und grundlegende Prinzipien des Sozialstaats: Solidarität und Subsidiarität
  • Rahmenbedingungen und Anforderungen von Berufen im Bereich der Sozialen Arbeit, z. B. Niedriglöhne, Fachkräfte mit Migrationshintergrund, Berufsprestige, Auswirkungen der Digitalisierung
  • Schutz der Arbeitnehmer, z. B. Grundzüge des Arbeitsrechts, Aspekte des Jugendarbeitsschutzgesetzes
  • Aufgaben von Behörden im Feld Sozialer Arbeit, ggf. Kontakte z. B. mit Gewerbeaufsichts- und Arbeitsämtern, Arbeitsgerichten
  • bürgerschaftliches Engagement im sozialen Bereich: Formen, Strukturen und Bedeutung, Unterschied zwischen ehren- und hauptamtlichen Tätigkeiten, Möglichkeiten, Grenzen und Problematik des Ehrenamts, z. B. Übernahme von Kernaufgaben des Staats
Alltagskompetenzen Alltagskompetenzen