Lehrplan PLUS

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Geschichte 11

Der angegebene Fachlehrplan wird derzeit überarbeitet; die überarbeitete Fassung wird nach Abschluss der Anpassung des LehrplanPLUS an das neunjährige Gymnasium veröffentlicht.

G11 1.1 Von der ständischen zur bürgerlichen Gesellschaft: Französische Revolution und Strukturveränderungen in Deutschland zu Beginn des 19. Jh. (ca. 10 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • erkennen die Bedeutung der Französischen Revolution als Impuls für eine grundlegende Modernisierung der Gesellschaft in Frankreich und Deutschland sowie für die Veränderbarkeit gesellschaftlicher und politischer Strukturen. Sie wenden ihre Einsichten bei der Orientierung in Geschichte und Gegenwart an, um die historische Errungenschaft bürgerlicher Mitbestimmungsmöglichkeiten wertzuschätzen.
  • erklären historische Prozesse der Revolutionszeit multikausal, indem sie Anlässe sowie kurz- und langfristige Ursachen und Folgen berücksichtigen, und formulieren dazu differenzierte und problembewusste Argumentationen.
  • beurteilen in kritischer Auseinandersetzung mit vergangenen und gegenwärtigen Wertmaßstäben die Reformen in Preußen und Bayern um 1800, um zwischen einer gesellschaftlichen Modernisierung als Ergebnis bürgerlichen Engagements (Französische Revolution) und staatlicher Maßnahmen (Reformen in Bayern und Preußen) zu unterscheiden.
  • entwickeln und überprüfen Hypothesen zu historischen Sachverhalten aus der Zeit von 1789 bis ca. 1830. Dazu werten sie verschiedenartige komplexe Quellen und anspruchsvolle Darstellungen aus, z. B. auch fachwissenschaftliche Texte, und präsentieren ihre Ergebnisse, wobei sie terminologisch angemessen arbeiten und den Adressatenbezug beachten.
  • beurteilen das Selbstverständnis des deutschen Bürgertums zwischen neuem Selbstbewusstsein, obrigkeitsstaatlicher Einschränkung und Rückzug ins Private. Dabei analysieren sie typische Erscheinungsformen bürgerlicher Kultur in der ersten Hälfte des 19. Jh.
  • wenden zentrale Daten und Begriffe sicher und reflektiert an und verknüpfen sie mit neuen Kontexten. Einen besonderen Stellenwert haben dabei folgende Grundlegende Daten und Begriffe:
    17./18. Jh. Absolutismus in Europa, 1789 Beginn der Französischen Revolution, 1806 Ende des Heiligen Römischen Reiches, 1806 Gründung des Königreichs Bayern, 1815 Wiener Kongress, 1832 Hambacher Fest, Aristokratie, Demokratie, Republik, König, Kaiser, Grundherrschaft, Adel, Stände, Bürger, Absolutismus, Hegemonie, Aufklärung, Menschenrechte, Volkssouveränität, Verfassung, Gewaltenteilung, Parlament, konstitutionelle Monarchie, Bürgertum, Nation, Nationalismus, Napoleon, Säkularisation, Liberalismus, Deutscher Bund.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • wesentliche Voraussetzungen der Französischen Revolution: Menschenbild der Aufklärung, Krise der ständisch-absolutistischen Ordnung, wirtschaftliche Aspekte
  • Überwindung der Ständegesellschaft in der Anfangsphase der Revolution und Grenzen der sozialen Neuordnung im revolutionären Prozess: u. a. Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte, Möglichkeiten politischer Partizipation des Einzelnen im Verfassungsstaat
  • „Revolution von oben“ als Reaktion auf die Französische Revolution und die Herrschaft Napoleons in Deutschland: Freisetzung gesellschaftlicher Kräfte durch staatliche Reformen in Bayern und Preußen
  • Formen bürgerlichen Lebens in der Restaurationszeit

G11 1.2 Von Untertanen zu Mitgestaltern: Untertanengesellschaft des Kaiserreichs und Gesellschaft der Weimarer Republik (ca. 18 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • erkennen, dass im Deutschen Kaiserreich politische und gesellschaftliche Beharrungskräfte der sozialen und ökonomischen Modernisierung gegenüberstehen. Sie erfassen die Zeit des Ersten Weltkriegs, der Revolution von 1918/19 und die sich etablierende Weimarer Republik als Phase eines beschleunigten Wandels hin zu einer Bürgergesellschaft, ohne dass dabei zentrale gesellschaftliche Probleme umfassend gelöst werden. Sie nutzen ihre Erkenntnisse, um z. B. angemessene Antworten auf Fragen der Modernisierung in Geschichte und Gegenwart zu diskutieren.
  • beurteilen differenziert Errungenschaften und Grenzen sozialstaatlicher Maßnahmen in Kaiserreich und Weimarer Republik.
  • entwickeln zur Lösung komplexer Aufgaben zu historischen Problemstellungen der deutschen Geschichte des späten 19. und beginnenden 20. Jh. eigene Strategien und präsentieren ihre Ergebnisse situationsgerecht.
  • reflektieren Modernisierungsprozesse zwischen 1789 und den 1920er-Jahren, indem sie z. B. die Infragestellung tradierter Geschlechterrollen in der Zeit von Französischer Revolution und Weimarer Republik vergleichen.
  • analysieren auf der Grundlage selbständig entwickelter geeigneter Fragestellungen komplexe Statistiken und Grafiken zur deutschen Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, insbesondere zum demografischen Wandel, und stellen ihre Ergebnisse in schlüssigen Argumentationen dar.
  • wenden zentrale Daten und Begriffe sicher und reflektiert an und verknüpfen sie mit neuen Kontexten. Einen besonderen Stellenwert haben dabei folgende Grundlegende Daten und Begriffe:
    1871 Reichsgründung, 1914 – 1918 Erster Weltkrieg, 1918 Novemberrevolution, 1923 Krisenjahr, 1929 Weltwirtschaftskrise, Menschenrechte, Volkssouveränität, Gewaltenteilung, Parlament, Bürgertum, Industrielle Revolution, Soziale Frage, Kommunismus, Sozialismus, Deutsches Kaiserreich, Bismarck, Reichstag, Sozialgesetzgebung, Weimarer Verfassung.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Veränderte Lebensbedingungen in der Industriegesellschaft: Bevölkerungswachstum, Migration, Entstehung der Sozialen Frage; staatliche Intervention zur Bewältigung des Modernisierungsdrucks: Sozialgesetzgebung
  • Diskrepanz zwischen beschleunigter sozioökonomischer Entwicklung der kaiserzeitlichen Gesellschaft und fehlender Parlamentarisierung im Obrigkeitsstaat
  • Verschärfung der gesellschaftlichen und politischen Polarisierung im Ersten Weltkrieg und Ergebnisse der Revolution von 1918/19, u. a. Rolle der Militärs, Spaltung der Sozialdemokratie, Radikalisierung der Arbeiterschaft
  • Grundrechte und Volkssouveränität in der Weimarer Reichsverfassung; Fragmentierung der Parteienlandschaft, Rolle der „alten Eliten“
  • Weimarer Republik als Sozialstaat – Errungenschaften und Grenzen vor dem Hintergrund allgemeiner wirtschaftlicher Entwicklungen: z. B. Mitbestimmungsrechte, soziale Investitionen, Arbeitslosenversicherung
  • weitere Aspekte gesellschaftlicher Modernisierung und Veränderung: Infragestellung tradierter Geschlechterrollen zur Zeit der Französischen Revolution und durch die Frauenbewegung, Massenkultur, Stellung und Bedeutung der jüdischen Bevölkerung

G11 2.1 Scheitern der Weimarer Republik, NS-Diktatur und Völkermord (ca. 12 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • erkennen, dass mit der Errichtung des nationalsozialistischen Staates eine menschenverachtende Ideologie die demokratischen Errungenschaften der Weimarer Republik verdrängte, und setzen sich mit den Folgen der NS-Herrschaft auseinander. Sie nutzen ihre Erkenntnisse, um die Garantie der Menschenrechte im Grundgesetz wertzuschätzen und ein Bewusstsein für die Bedeutung der NS-Verbrechen in der Geschichtskultur der Bundesrepublik Deutschland zu entwickeln.
  • erfassen den stufenweisen Abbau von Demokratie und Menschenrechten in der Endphase der Weimarer Republik und den Aufbau des totalitären Terrorregimes und diskutieren die Gründe des Scheiterns der Weimarer Republik, indem sie Auszüge aus anspruchsvollen fachwissenschaftlichen Darstellungen auswerten und die Ergebnisse präsentieren.
  • analysieren verschiedene Quellen, insbesondere politische Plakate und anspruchsvolle Darstellungen zu Weltanschauung, Auftreten und Organisationsformen des Nationalsozialismus und nutzen ihre Erkenntnisse, um die Ursachen für seinen Erfolg in der deutschen Bevölkerung zu diskutieren.
  • erkennen die Systematik der Ausgrenzung und Verfolgung der Juden und anderer Opfergruppen und die Dimension der NS-Massenverbrechen, insbesondere des Völkermords an den europäischen Juden.
  • charakterisieren die Besonderheit des Vernichtungskriegs auf der Grundlage ihrer Kenntnisse der nationalsozialistischen Weltanschauung.
  • werten Fotografien, Biografien und Zeitzeugenberichte reflektiert aus, um das Ausmaß der Auswirkungen nationalsozialistischer Ausgrenzungs- und Vernichtungspolitik z. B. anhand einzelner Lebensläufe nachzuvollziehen.
  • wenden zentrale Daten und Begriffe sicher und reflektiert an und verknüpfen sie mit neuen Kontexten. Einen besonderen Stellenwert haben dabei folgende Grundlegende Daten und Begriffe: 1929 Weltwirtschaftskrise, 30. Januar 1933 Hitler Reichskanzler, 9. November 1938 Novemberpogrome, 1939 – 1945 Zweiter Weltkrieg, 20. Juli 1944 Attentat auf Hitler, 8./9. Mai 1945 bedingungslose Kapitulation Deutschlands; Weimarer Reichsverfassung, Nationalsozialismus, Antisemitismus, „Volksgemeinschaft“, „Ermächtigungsgesetz“, „Gleichschaltung“, „Nürnberger Gesetze“, Holocaust bzw. Shoa, Konzentrations- und Vernichtungslager.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Krise und Zerstörung der Weimarer Demokratie zur Zeit der Präsidialkabinette und Aufbau des NS-Herrschaftsapparates bis zum Tod Hindenburgs
  • Zentrale Aspekte der nationalsozialistischen Weltanschauung und inszenierte Lebenswirklichkeiten im totalitären Staat, u. a. Propaganda
  • Ausgrenzung und Verfolgung der Juden bis 1939
  • Der nationalsozialistische Völkermord im Schatten des Zweiten Weltkriegs
  • Stellenwert des NS-Völkermords in Geschichte und Gegenwart

G11 2.2 Die Bundesrepublik Deutschland und die Deutsche Demokratische Republik (ca. 16 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • erkennen bei der Auseinandersetzung mit zentralen Problemstellungen der deutsch-deutschen Geschichte die kontroversen Wert- und Ordnungsvorstellungen, die den beiden Staaten zugrunde lagen. Sie nutzen ihre Erkenntnisse für ihre Orientierung in Geschichte und Gegenwart, um z. B. die Auswirkungen der weltanschaulichen Orientierung von Staaten auf die Lebenswelt ihrer Bürger zu beschreiben.
  • vergleichen die wirtschaftliche Entwicklung beider Staaten und untersuchen anhand von komplexen Quellen die Auswirkungen auf die Lebensverhältnisse ihrer Einwohner. Sie nutzen ihre Erkenntnisse, um Aussagen über den Zusammenhang von wirtschaftlicher Prosperität und Systemakzeptanz zu formulieren.
  • erörtern komplexe Fragestellungen zur Wiedervereinigung multikausal und verfassen differenzierte Argumentationen, in denen sie bei situativen Aufgaben den Adressatenbezug berücksichtigen und terminologisch präzise formulieren.
  • diskutieren Chancen und Herausforderungen der gesellschaftlichen Dynamik im wiedervereinigten Deutschland seit 1990. Sie berücksichtigen dabei insbesondere das Ziel der Angleichung der Lebensverhältnisse zwischen Ost- und Westdeutschland sowie Fragen der Migration.
  • wenden zentrale Daten und Begriffe sicher und reflektiert an und verknüpfen sie mit neuen Kontexten. Einen besonderen Stellenwert haben dabei folgende Grundlegende Daten und Begriffe: 1949 Gründung der beiden deutschen Staaten, 17. Juni 1953 Aufstand gegen das DDR-Regime, 1972 Grundlagenvertrag, ab 1989/90 Umbruch im Ostblock, 9. November 1989 Öffnung der innerdeutschen Grenze, 3. Oktober 1990Tag der Deutschen Einheit“; Konferenz von Potsdam, Entnazifizierung, Grundgesetz, Adenauer, Westintegration, Soziale Marktwirtschaft, „Gastarbeiter“, Kalter Krieg, NATO, UNO, Deutsche Frage, Planwirtschaft, „Staatssicherheit“, Mauerbau, „68er-Bewegung“, Reformen der sozial-liberalen Koalition.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • zentrale Aspekte der doppelten Staatsgründung im Kontext des Kalten Kriegs, Gegensätze der politische Ausrichtung, Verfassung und Verfassungswirklichkeit: Repression vs. freiheitliche demokratische Grundordnung
  • Zusammenhang von Wirtschaftsordnung, Lebensverhältnissen und Systemakzeptanz in der Bundesrepublik Deutschland und in der DDR
  • Entwicklung der deutschlandpolitischen Standpunkte zu Staat und Nation in West und Ost und ihre Auswirkungen auf die deutsch-deutschen Beziehungen
  • zentrale Fragen der deutschen Wiedervereinigung, u. a. innerstaatliche und internationale Voraussetzungen, Rolle der Bürgerrechtsbewegung
  • gesellschaftliche Herausforderungen im wiedervereinigten Deutschland