Lehrplan PLUS

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Griechisch 11

Der angegebene Fachlehrplan wird derzeit überarbeitet; die überarbeitete Fassung wird nach Abschluss der Anpassung des LehrplanPLUS an das neunjährige Gymnasium veröffentlicht.

Gr11 1.1 Homer, Ilias – archaisches Welt- und Selbstverständnis
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Kompetenzerwartungen und Inhalte

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • übersetzen Originaltexte zum Thema des Lernbereichs aus Homers Ilias.
  • arbeiten Gliederung, Gedankenführung und zentrale Aussagen von Originaltexten aus dem frühgriechischen Epos heraus.
  • erkennen und benennen sprachliche und stilistische Gestaltungsmerkmale von Originaltexten aus dem frühgriechischen Epos und erläutern das Zusammenspiel von Textform (u. a. Vorverweise, Gleichnisse, Formelverse, Epitheta ornantia) und Inhalt für die Gesamtaussage der entsprechenden Textpassage.
  • analysieren auf der Basis von Grundbegriffen der Metrik und Prosodie Verse im daktylischen Hexameter und arbeiten an ausgewählten Beispielen die Bedeutung des Versbaus für die Textaussage heraus.
  • tragen homerische Hexameter in korrekter Prosodie und unter Berücksichtigung der Metrik verständnisgeleitet vor.
  • vergleichen verschiedene Übersetzungen von Originaltexten aus Homers Ilias nach adäquaten, selbst gewählten Kriterien untereinander und mit dem Original und erörtern die Angemessenheit der jeweiligen Übersetzung.
  • arbeiten im Vergleich mit dem Proöm der homerischen Odyssee typische Merkmale und die Funktion eines epischen Proöms heraus.
  • stellen wichtige Figuren (griechische und trojanische Helden, Frauengestalten, Götter) und Episoden aus dem trojanischen Sagenkreis zu einem geordneten Überblickswissen zusammen.
  • erkennen in einem Überblick über das Gesamtwerk die herausragende künstlerische Komposition der Ilias auf der Grundlage einer ursprünglich nur auf Mündlichkeit beruhenden Dichtungstradition (oral poetry).
  • weisen an zentralen Passagen der Ilias den Zorn des Achill als das Leitmotiv dieses Werkes nach.
  • arbeiten aus der Ilias Merkmale des archaischen Götter- und Menschenbilds heraus (u. a. anthropomorphe Göttervorstellung, Gefühl der Abhängigkeit von Göttern und Schicksal, starke Abhängigkeit von Statussymbolen und Prägung durch tradierte Denkmuster der Adelsgesellschaft) und vergleichen das homerische Menschenbild mit modernen Wertvorstellungen und Verhaltensnormen.
  • untersuchen an den Gestalten Achill und Hektor, inwiefern in der Ilias das traditionelle Weltbild problematisiert wird.
  • stellen an ausgewählten Beispielen Bezüge zwischen der bei Homer geschilderten Adelswelt und der mykenischen Kultur her.
  • beschreiben überblicksartig die archäologischen Forschungen um die Stadt Troja.
  • belegen anhand von verschiedenen Rezeptionsdokumenten aus Literatur, Kunst oder Film die Kontinuität und den Wandel von Formen und Motiven der Ilias und weisen daran exemplarisch den Einfluss der griechischen Antike auf die europäische Kulturgeschichte nach.

Gr11 1.2 Frühgriechische Lyrik – auf dem Weg zu einer individuellen Weltsicht
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Kompetenzerwartungen und Inhalte

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • übersetzen Originaltexte zum Thema des Lernbereichs von folgenden Autoren: Archilochos, Sappho und Alkaios, Solon.
  • arbeiten Gliederung, Gedankenführung und zentrale Aussagen von Originaltexten aus der frühgriechischen Lyrik heraus.
  • erkennen und benennen sprachliche und stilistische Gestaltungsmerkmale von Originaltexten aus der frühgriechischen Lyrik und erläutern das Zusammenspiel von Textform (u. a. Versmaß, Strophen- und Gedichtform, Verwendung poetischer Stilmittel) und Inhalt für die Gesamtaussage der jeweiligen Textpassage.
  • analysieren auf der Grundlage von Grundbegriffen der Metrik und Prosodie Verse im daktylischen Hexameter und im elegischen Distichon und arbeiten an ausgewählten Beispielen die Bedeutung des Versbaus für die Textaussage heraus.
  • tragen Verse der frühgriechischen Lyrik in korrekter Prosodie und unter Berücksichtigung der Metrik verständnisgeleitet vor.
  • vergleichen verschiedene Übersetzungen von Originaltexten der frühgriechischen Lyrik nach adäquaten, selbst gewählten Kriterien untereinander und mit dem Original und erörtern die Angemessenheit der jeweiligen Übersetzung.
  • weisen dichterische Originaltexte von Archilochos, Sappho, Alkaios oder Solon ihren jeweiligen lyrischen Gattungen (u. a. Iambos, Elegie) zu und begründen ihre Entscheidung mithilfe des griechischen Originaltextes bzw. des Versmaßes.
  • beschreiben die Bedeutung der frühgriechischen Lyrik als individuelle oder kollektive Meinungsäußerung im Kontext des Symposions.
  • stellen Bezüge zwischen den sozialen und ökonomischen Veränderungen während der archaischen Zeit (u. a. Kolonisation, Tyrannis) und der Entwicklung der frühgriechischen Lyrik her.
  • erfassen an unterschiedlichen Rezeptionsdokumenten verschiedener Epochen die Bedeutung der frühgriechischen Dichtung des Archilochos, der Sappho oder des Alkaios.
  • untersuchen in den Texten von Archilochos und Sappho die gegenüber dem homerischen Epos veränderte individualisierte Weltsicht und die differenzierte Darstellung des eigenen Erlebens (u. a. spöttische Ablehnung traditioneller kollektiver Denk- und Verhaltensmuster, Suche nach emotionaler Geborgenheit).
  • arbeiten aus den Texten der Sappho poetische Ausdrucksformen leidenschaftlichen Erlebens heraus und nehmen zu verschiedenen Aussagen, die ihnen auch aus ihrer eigenen Lebenswelt bekannt sein können, Stellung.
  • ordnen die Texte des Alkaios und Solon in ihren konkreten historischen Hintergrund ein (u. a. soziale Probleme in Athen zu Beginn des 6. Jh. v. Chr.) und arbeiten aus diesen Texten die Entdeckung der politischen Verantwortung des Individuums als Mitglied der Polis heraus.

Gr11 1.3 Vorsokratiker – auf dem Weg zu einer rationalen Weltdeutung
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Kompetenzerwartungen und Inhalte

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • übersetzen griechische Originaltexte zum Thema des Lernbereichs von folgenden Autoren bzw. über sie: Thales, Anaximander, Anaximenes, Heraklit, Parmenides, Leukipp, Demokrit.
  • arbeiten Gedankenführung und zentrale Aussagen von Originaltexten aus der vorsokratischen Philosophie heraus.
  • geben die Gründe für den Beginn des Philosophierens laut Aristoteles wieder.
  • stellen auf der Grundlage ihrer Lektüre verschiedene Möglichkeiten der Vermittlung philosophischer Gedanken zusammen (Lehrgedicht, Prosaschrift, aphoristische Zuspitzung).
  • weisen in den Originaltexten der vorsokratischen Denker Merkmale einer philosophisch-wissenschaftlichen Darstellungsweise nach (u. a. Abstraktion, Hypothesenbildung, spekulatives Vorgehen).
  • erfassen die Fragen der vorsokratischen Philosophen als zeitlose Grundfragen philosophischen Denkens (u. a. nach Werden und Vergehen, nach abstrakter Erkenntnis und sinnlicher Wahrnehmung, nach dem Verhältnis von Denken und Sein) und nehmen Stellung zu den Antworten der griechischen Philosophen.
  • vergleichen das mythische Weltbild bei Homer mit dem rationalen Denkansatz der milesischen Philosophen (u. a. Frage nach dem Grundprinzip).
  • vergleichen die antike Atomlehre mit modernen naturwissenschaftlichen Theorien.
  • untersuchen an ausgewählten Rezeptionsdokumenten der griechisch-römischen und der modernen Philosophie bzw. Naturwissenschaft die Kontinuität und den Wandel von Fragen und Antworten der vorsokratischen Philosophen und weisen dabei exemplarisch den Einfluss der griechischen Antike auf die europäische Kulturgeschichte nach.

Gr11 1.4 Sophisten – Aufklärung und anthropologische Wende
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Kompetenzerwartungen und Inhalte

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • übersetzen griechische Originaltexte zum Thema des Lernbereichs u. a. von folgenden Autoren bzw. über sie: Protagoras, Gorgias, Kritias, Platon.
  • arbeiten Gedankenführung und zentrale Aussagen von Originaltexten zur Sophistik heraus.
  • erläutern die historische Entwicklung in Athen nach den Perserkriegen (u. a. Demokratie) als einen Anlass für das wachsende Interesse einer breiten Bürgerschicht an Bildung und Rhetorik.
  • weisen in den Originaltexten zur Sophistik die Abkehr von der Natur als Gegenstand des Denkens und die Hinwendung zum Menschen als handelndem und erfolgsorientiertem Subjekt nach, das die praktische Lebenstüchtigkeit in den Mittelpunkt stellt.
  • arbeiten aus den Originaltexten zur Sophistik heraus, wie traditionelle Ansichten, Werte und Moralbegriffe in Frage gestellt werden (u. a. menschliche Erkenntnis, Götterglaube, Verbindlichkeit des positiven Rechts) und diskutieren diese Aussagen sowie deren Konsequenzen kritisch.
  • erfassen die Differenzierung von positivem Recht und Naturrecht, erläutern die gegensätzliche Ausformung des von den Sophisten vertretenen Naturrechtsbegriffes (Recht des Stärkeren, Recht des Schwächeren) und überprüfen die Relevanz dieser Aussagen für die eigene Lebenswelt.
  • weisen die Bedeutung des Naturrechtsbegriffes für moderne Verfassungen (u. a. Grundgesetz) nach.
  • untersuchen an ausgewählten Rezeptionsdokumenten die Kontinuität und den Wandel sophistischer Gedanken in der Philosophie der Moderne (u. a. Religionskritik, Recht des Stärkeren, Kategorischer Imperativ, Erkenntnislehre) und weisen dabei exemplarisch den Einfluss der griechischen Antike auf die europäische Kulturgeschichte nach.

Gr11 1.5 Platon, Apologie des Sokrates – Einheit von Denken, Erkennen und Handeln
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Kompetenzerwartungen und Inhalte

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • übersetzen Originaltexte zum Thema des Lernbereichs aus Platons Apologie des Sokrates.
  • arbeiten Gliederung, Gedankenführung und zentrale Aussagen von Originaltexten der Apologie heraus.
  • erkennen und benennen sprachliche und stilistische Gestaltungsmerkmale von Originaltexten aus der Apologie und erläutern das Zusammenspiel von Textform (Gerichtsrede) und Inhalt für die Gesamtaussage der entsprechenden Textpassage.
  • stellen die erforderlichen Informationen über die athenische Demokratie und das attische Prozesswesen zusammen und stellen Bezüge her zu den bekannten Informationen über die Person des Sokrates.
  • arbeiten aus Originaltexten der Apologie Merkmale der intellektualistischen Ethik des Sokrates (u. a. Übereinstimmung von Denken und Handeln) heraus.
  • nutzen die Kenntnisse über sophistische Positionen für den Vergleich mit den Grundsätzen des Sokrates.
  • beschreiben den Anlass des sokratischen Philosophierens (Chairephon-Orakel) und erläutern dessen anschließende Überprüfung durch Sokrates als ein Beispiel für Philosophieren als unbedingte Suche nach Erkenntnis und Wahrheit.
  • erklären den religiös geprägten Charakter des sokratischen Philosophierens als Dienst am Gott in Delphi.
  • arbeiten an ausgewählten Stellen der Apologie die Erkenntnis des Sokrates über die Begrenztheit des menschlichen Wissens heraus.
  • diskutieren den radikalen und provozierenden Charakter der Ethik des Sokrates, überprüfen die Relevanz seiner Aussagen für ihre Lebenswelt und begründen ihre Positionen.

Gr11 2.1 Wortschatz
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Kompetenzerwartungen und Inhalte

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • geben in Ergänzung zu ihrem Grundwortschatz, den sie durch stete Umwälzung und systematische Wiederholung nach wortkundlichen Prinzipien sichern, und zu ihrem Aufbauwortschatz zu neu erworbenen Wörtern und Wendungen eines autorenspezifischen und lektürebegleitenden Wortschatzes die deutschen Bedeutungen an.
  • wählen auch mithilfe des Wörterbuchs die kontextspezifische Bedeutung von (mehrdeutigen) Wörtern aus.
  • erschließen aufbauend auf ihren Kenntnissen im Wortschatz und in der Wortbildungslehre sowie unter Berücksichtigung des Kontextes und lektüretypischer Besonderheiten die Bedeutung unbekannter Wörter.

Gr11 2.2 Formen- und Satzlehre
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Kompetenzerwartungen und Inhalte

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • erkennen, benennen und stellen lektürerelevante Besonderheiten in Laut-, Formen- und Satzlehre der einzelnen Autoren zusammen (u. a. Besonderheiten der epischen Kunstsprache Homers).
  • ordnen lektürerelevante Sprachphänomene auch in selbständiger Verwendung einer Grammatik in das grammatikalische Gesamtsystem ein.
  • analysieren die Struktur komplexer Sätze und längerer Satzperioden auch in anspruchsvollen Originaltexten nach angemessenen, selbst gewählten Methoden (z. B. mithilfe grafischer Darstellungen).
  • untersuchen den autoren- und gattungsspezifischen griechischen Sprachgebrauch, vergleichen ihn mit den Ausdrucksmöglichkeiten und Funktionsweisen der deutschen Sprache, übersetzen im Bewusstsein der Möglichkeiten und Grenzen einer adäquaten Wiedergabe komplexe und sprachlich stilisierte Strukturen und begründen ihre Entscheidungen.

Gr11 Lernbereich 3: Methodik
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Kompetenzerwartungen und Inhalte

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • wenden ihre bisher erworbenen Kompetenzen im Umgang mit Texten, deren sprachlicher Basis sowie deren kulturellem Kontext in neuen Zusammenhängen zielgerichtet an, sodass sie Originaltexte sicher und selbständig lesen, verstehen, übersetzen und interpretieren.
  • vergleichen eigene und fremde Übersetzungen literarischer Originaltexte untereinander und mit dem Original im Bewusstsein der Möglichkeiten und Grenzen der Übertragung fremdsprachiger Texte, nehmen zu den Befunden kritisch Stellung und wenden ihre Erkenntnisse und Erfahrungen bei der Lösung von Aufgabenstellungen an.
  • nutzen zweisprachige Ausgaben und Übersetzungen u. a. zur Herstellung größerer inhaltlicher Zusammenhänge.
  • interpretieren Originaltexte vertieft aus verschiedenen Perspektiven, z. B. durch Text- und Motivvergleich, Einbeziehen von Rezeptionsdokumenten unterschiedlicher Epochen, altersgemäße Methoden der produktiven oder kreativen Rezeption.
  • wählen für die Materialbeschaffung zur Erschließung und Aufbereitung von Lerninhalten (z. B. zur Anfertigung von Exzerpten, Protokollen und Thesenpapieren) unter bewusstem methodischen Vorgehen themenbezogene Informationen (z. B. aus Fachmedien, Nachschlagewerken, Literaturgeschichten, Internet) selbständig aus, überprüfen kritisch deren Glaubwürdigkeit und wenden bei der Auswertung und Dokumentation der Quellen fundamentale Techniken und Kriterien (fach)wissenschaftlichen Arbeitens an.
  • nutzen die vorhandenen Medien und erlernten Präsentationstechniken – ggf. auch über den Kursrahmen hinaus – unter Beachtung von Standards wissenschaftlichen Arbeitens (z. B. bei Zitaten, Quellenangaben) effizient, sachgerecht, verantwortungsbewusst und adressatenbezogen.
  • wenden ggf. bei der Durchführung eines Projekts, allein oder im Team, sinnvolle Methoden des Projektmanagements an.