Lehrplan PLUS

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Katholische Religionslehre 11

Der angegebene Fachlehrplan wird derzeit überarbeitet; die überarbeitete Fassung wird nach Abschluss der Anpassung des LehrplanPLUS an das neunjährige Gymnasium veröffentlicht.

KR11 Lernbereich 1: Religion – Kirche – Gesellschaft: Orientierung in einer vielgestaltigen Welt (ca. 14 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • nehmen religiöse und pseudoreligiöse Phänomene in unterschiedlichen kulturellen Bereichen wahr und ordnen die darin sichtbar werdenden religiösen Sehnsüchte menschlichen Grundfragen zu.
  • differenzieren zwischen verschiedenen Funktionen von Religion und nehmen eine begriffliche Klärung vor.
  • nehmen reflektiert Stellung zu aktuellen Problemlagen im Diskurs zwischen Kirche und Gesellschaft und belegen den Wert von Religionsfreiheit an einem Beispiel.
  • stellen die positive Gestaltungskraft von Religion und das gemeinsame humanisierende Engagement der Konfessionen in einer offenen Gesellschaft an Beispielen dar.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Wahrnehmung religiöser Phänomene bzw. religionsäquivalenter Phänomene, z. B. in modernen Medien, Kunst, Musik, Literatur, Sport; Erschließung religiöser Sehnsüchte und deren Zuordnung zu Grundfragen des Menschen nach Immanuel Kant
  • Begriffsklärung „Religion“, Funktionen von Religion
  • gegenwärtige Präsenz des Religiösen – religiöse Vielgestaltigkeit der offenen Gesellschaft: aktuelle Bestandsaufnahmen, z. B. Religionsmonitor; positive und negative Religionsfreiheit als Erbe der Aufklärung, z. B. Umgang mit religiösen Symbolen in der Öffentlichkeit, Religionsunterricht
  • gesellschaftliche Bedeutung von Religion; Aufgaben der Kirche in einer offenen Gesellschaft (z. B. Stellungnahme zu Fragen gesellschaftlicher und ethischer Orientierung, Mitwirkung bei Gesetzgebungsverfahren, ehrenamtliches Engagement); Zusammenwirken in der Ökumene (z. B. Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen) und im interreligiösen Dialog (z. B. Deutscher Koordinierungsrat der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, Koordinierungsrat des christlich-islamischen Dialogs)
  • Umgang mit Wahrheitsansprüchen und Pluralität in der Gesellschaft, Bedeutung von Toleranz, Zurückweisung von Fundamentalismen

KR11 Lernbereich 2: Glaube und Vernunft: Religionskritik und Religionsbegründung (ca. 14 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • nehmen wahr, dass Glaube und Vernunft keine Gegensätze, sondern aufeinander bezogen sind, indem sie Glaubenswahrheiten auf ihren vernunftgemäßen Gehalt befragen.
  • stellen dar, wie der Glaube an die Existenz Gottes begründet wird, um die dahinter stehenden Argumente zu identifizieren.
  • vollziehen die Argumente aufgeklärter religionskritischer Positionen der Neuzeit nach.
  • zeigen anhand von selbstgewählten Beispielen aus ihrem Lebensumfeld, wie Glaube vernunftgemäß begründet werden kann und welche Möglichkeiten und Grenzen darin enthalten sind.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • vielschichtige Bedeutung des Verbs „glauben“; „Glaube“ und „Vernunft“ als theologische und philosophische Begriffe; methodischer Atheismus der Wissenschaften; Prüfung von Glaubensaussagen im Hinblick auf ihre Vernünftigkeit (fides quaerens intellectum)
  • Argumente für den Gottesglauben: „Gottesbeweise“, z. B. Anselm v. Canterbury, Thomas v. Aquin, Richard Swinburne; Immanuel Kants Postulate der praktischen Vernunft; Gotteserfahrungen, „Orte des Glaubens“ nach Karl Rahner; mystische Erfahrung und ihre Auswirkung auf das Leben, z. B. Blaise Pascals „Mémorial“
  • Argumente gegen den Gottesglauben: ein Klassiker der Religionskritik (z. B. Ludwig Feuerbach, Karl Marx, Friedrich Nietzsche); Religionskritik im 20./21. Jahrhundert, z. B. psychoanalytische, existenzialistische Religionskritik, sog. Neuer Atheismus
  • Theodizeefrage als „Ernstfall der Gottesfrage“ (z. B. Epikur, G. W. Leibniz)
  • Ausgangspunkte von Jugendphilosophie und -theologie für die gedankliche Annäherung an Gott, z. B. existenzielle Verunsicherung und Fragen der Identitätsfindung

KR11 Lernbereich 3: Die Bibel als Zeugnis der Offenbarung Gottes: Methoden zeitgemäßer Bibelauslegung (ca. 14 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • reflektieren den Stellenwert der Bibel als Offenbarung Gottes im Christentum.
  • beschreiben und begründen die Bedeutung der Bibel für ihr eigenes Leben.
  • wenden Methoden bibelwissenschaftlichen Arbeitens an, um ausgewählte Textstellen eingehend zu untersuchen, zu interpretieren und auf das eigene Leben zu beziehen.
  • wägen vor dem Hintergrund persönlicher Zugänge zur Bibel Chancen und Grenzen bibelwissenschaftlichen Arbeitens ab.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Verständnis der Bibel als heilige Schrift: Gotteswort in Menschenwort, Inspiration, Tradition und kirchliches Lehramt
  • Stellenwert der Bibel und Erfahrungen mit ihr im Leben der Schülerinnen und Schüler; Rezeption, z. B. in Kunst, Literatur, Medien oder Musik
  • mehrdimensionale Auslegung einer Textstelle des Alten oder Neuen Testaments, z. B. Schöpfungstexte: Gen 1 - 2, Weihnachtsgeschichte: Mt 1,18 – 2,23 und Lk 2,1-20, Wunder: z. B. Mk 2,1-12; historisch-kritische Methode und ihre Bedeutung; Ergänzung durch einen weiteren wissenschaftlichen Zugang (z. B. kanonischer Zugang, psychologischer Zugang)
  • Bedeutung und Grenzen bibelwissenschaftlichen Arbeitens, persönlich geprägtes Schriftverständnis durch einen erfahrungsbezogenen Zugang (z. B. interaktionaler Zugang) oder durch einen kreativen Zugang (z. B. Bibliolog, Bibliodrama)

KR11 Lernbereich 4: Der drei-eine Gott: Annäherungen an das Geheimnis der Trinität (ca. 14 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • formulieren wesentliche Aspekte des biblischen Gottesbildes, indem sie die biblisch begründete Bedeutung von Gott als Vater, Sohn und Heiliger Geist aus grundlegenden Schriftstellen herausarbeiten und die göttlichen Personen zueinander in Beziehung setzen.
  • legen dar, wie frühe trinitarische Reflexionen in der Bibel ihren Niederschlag fanden.
  • beschreiben Entstehung und Funktionen der altkirchlichen Glaubensbekenntnisse und setzen diese in Beziehung zum antiken Personbegriff.
  • beziehen Verstehensmodelle und bildliche Darstellungen von Trinität aufeinander.
  • erschließen und gestalten ausgehend von diesen Deutungen der Trinität Bezüge zu einem Leben aus dem Glauben.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • biblische Grundlagen eines trinitarischen Gottesverständnisses: Gott-Vater (Transzendenz, Personalität, JHWH-Name), Jesu einzigartiges Verhältnis zum Vater (Ich-bin-Worte Jesu: Joh 10,11; Joh 11,25f.; Joh 15,5f.) und die besondere Stellung des Geistes (z. B. Mt 12,28.31; Mk 13,11; Mt 10,20; Joh 14,26)
  • erste Ansatzpunkte auf dem Weg zu einem trinitarischen Gottesbild (Phil 2,6-11; Joh 1,1-18; Mt 28,16-20)
  • Entstehung der Glaubensbekenntnisse der Alten Kirche und ihre Funktion (Vergewisserung, Identitätsstiftung, Abgrenzung); Geheimnis der Trinität, ihre Grunddimensionen und Kernaussagen im Apostolischen Glaubensbekenntnis; Bedeutung des Begriffs „Person“ in der Antike; ggf. Vergleich mit dem Großen Glaubensbekenntnis (GL 3,4 und 586,2)
  • Zugänge zum Verständnis von Trinität: Verstehensmodelle (z. B. psychologischer Ansatz des Augustinus, 1 Joh 4,8: … Gott ist die Liebe) und bildliche Darstellungen
  • Lebensbezüge: meditative Annäherungen; kreative Ausdrucksformen, z. B. Texte und Collagen zum eigenen Glaubensverständnis; Beziehungsebenen: „Gott über, mit und in uns“