Lehrplan PLUS

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Latein 11 (1./2. Fremdsprache)

Der angegebene Fachlehrplan wird derzeit überarbeitet; die überarbeitete Fassung wird nach Abschluss der Anpassung des LehrplanPLUS an das neunjährige Gymnasium veröffentlicht.

L11 1.1 Vitae philosophia dux – philosophische Haltungen
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Kompetenzerwartungen und Inhalte

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • übersetzen Originaltexte zum Thema des Lernbereichs aus philosophischen Werken von
    Cicero (u. a. aus: De finibus, De natura deorum, Tusculanae disputationes) und
    Seneca (aus den Epistulae morales ad Lucilium) sowie
    ggf. ergänzend ausgewählte Passagen aus Lukrez, De rerum natura, aus Horaz, Oden, aus Werken christlicher Autoren (z. B. Boethius).
  • arbeiten Gliederung, Gedankenführung und zentrale Aussagen von Originaltexten aus philosophischen Werken u. a. von Cicero und Seneca unter Berücksichtigung von Gattung und größerem historischem Kontext heraus und entwickeln ihre Ergebnisse auf der Grundlage der Originaltexte.
  • analysieren sprachliche und stilistische Gestaltungsmerkmale von Originaltexten aus philosophischen Werken u. a. von Cicero und Seneca, weisen die Verwendung rhetorischer Stilmittel nach und erklären selbständig die Funktion der Stilisierungen für die Aussage des jeweiligen Textes.
  • interpretieren Originaltexte aus dem Bereich der Philosophie unter verschiedenen Aspekten.
  • ordnen aufbauend auf ihren Kenntnissen zu zentralen Persönlichkeiten und Schulen der griechisch-römischen Philosophiegeschichte bedeutende Verfasser lateinischer philosophischer Werke und die jeweiligen Werkgattungen in einen historischen, sozial- und literaturgeschichtlichen Überblick ein.
  • ordnen geeignete Einzeltexte in philosophische Richtungen der griechisch-römischen Antike ein.
  • arbeiten aus Originaltexten philosophischer Werke u. a. von Cicero und Seneca Grundgedanken der Stoa und des Epikureismus heraus, untersuchen deren Gemeinsamkeiten und Unterschiede v. a. im Bereich der Ethik, ergänzend auch in den Bereichen der Physik, und definieren zentrale Begriffe dieser beiden Schulen.
  • erkennen aufgrund ihres Überblicks über zentrale philosophische Denkansätze und Richtungen der Antike in den philosophischen Vorstellungen römischer Autoren griechisches Gedankengut wieder.
  • beschreiben die Entwicklung des antiken Denkens von der Frage nach dem Ursprung des Seins über die Fokussierung auf den Menschen seit der sokratischen Wende hin zur Orientierung auf ein glückliches Leben des Individuums seit dem Hellenismus.
  • erläutern römische Wertbegriffe insbesondere im Zusammenhang mit den Lehren der Stoa und des Epikureismus und deren Stellenwert in der römischen Gesellschaft.
  • arbeiten bei der Lektüre von Texten aus philosophischen Werken u. a. von Cicero und Seneca Denkansätze und Haltungen zu Grundthemen menschlicher Existenz (z. B. Freiheit, Glück, Tod) heraus, vergleichen sie mit denen ihres Erfahrungsbereichs und nehmen kritisch dazu Stellung.
  • stellen bei der Lektüre von Texten aus philosophischen Werken u. a. von Cicero und Seneca Bezüge her zwischen biografisch-historischem Hintergrund der Autoren und deren Beschäftigung mit Philosophie, erfassen philosophische Reflexion als ein Mittel zur Bewältigung schwieriger Lebenssituationen und erörtern relevante Lösungsansätze der Philosophie als Orientierungshilfen bei der eigenen Lebensgestaltung.
  • erklären aufgrund ihrer Kenntnis der griechisch-römischen Philosophie bis heute fortwirkende Konzepte und Begriffe (z. B. Hedonismus) und erfassen u. a. bei der Lektüre ausgewählter Ergänzungstexte aus der Neuzeit (z. B. Kant) in Ansätzen die Rezeption philosophischen Denkens in nachantiken Denkmodellen.
  • erkennen Ciceros sprachliche und literarische Leistung sowie seine akademisch-skeptische Grundhaltung bei der Vermittlung griechischer Philosophie in lateinischer Sprache.
  • weisen an typischen Elementen der Epistulae morales ad Lucilium Senecas erzieherisch-didaktische Grundhaltung nach.
  • beschreiben ggf. bei der Lektüre ausgewählter Passagen aus dichterischen Texten (z. B. aus Lukrez, De rerum natura, aus Horaz, Oden) Lehrgedicht und Lyrik als weitere Ausdrucksformen philosophischer Aussagen.
  • belegen ggf. bei der Lektüre ausgewählter Passagen aus Werken christlicher Autoren (z. B. Boethius) das Fortwirken philosophischer Fragestellungen aus der antiken Bildungstradition im Christentum.

L11 1.2 Ridentem dicere verum – satirische Brechungen
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Kompetenzerwartungen und Inhalte

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • übersetzen Originaltexte zum Thema des Lernbereichs aus
    Petron, Satyrica (u. a. aus der Cena Trimalchionis) und
    Horaz, Satiren sowie
    Catull, satirische Gedichte.
  • arbeiten Gliederung, Gedankenführung und zentrale Aussagen von Originaltexten aus Petrons Satyrica, Horaz’ Satiren und Catulls satirischen Gedichten unter Berücksichtigung von Gattung und größerem historischem Kontext heraus und entwickeln ihre Ergebnisse auf der Grundlage der Originaltexte.
  • analysieren sprachliche, stilistische und ggf. dichterische Gestaltungsmerkmale in Originaltexten aus Petrons Satyrica, Horaz’ Satiren und Catulls satirischen Gedichten, geben wichtige poetologische Begriffe an, weisen die Verwendung rhetorischer Stilmittel nach und erklären selbständig die Funktion der Stilisierungen für die Aussage des jeweiligen Textes.
  • analysieren auf der Grundlage gesicherter Kenntnisse in Metrik und Prosodie selbständig daktylische Hexameter und elegische Distichen, erfassen den Bau weiterer Versmaße (z. B. Hinkjambus, Hendekasyllabus) und beschreiben die Bedeutung des Versbaus und ggf. besonderer metrischer Erscheinungen für die Textaussage.
  • interpretieren Originaltexte aus Petrons Satyrica, Horaz’ Satiren und Catulls satirischen Gedichten unter verschiedenen Aspekten.
  • tragen Originaltexte aus Petrons Satyrica, Horaz’ Satiren und Catulls satirischen Gedichten in korrekter Prosodie und ggf. unter Berücksichtigung der Metrik verständnisgeleitet vor.
  • vergleichen fremde und eigene Übersetzungen von Originaltexten aus Petrons Satyrica, Horaz’ Satiren und Catulls satirischen Gedichten nach geeigneten, selbst gewählten Kriterien untereinander und mit dem Original, überprüfen die Angemessenheit der jeweiligen Übersetzung und erörtern Möglichkeiten und Grenzen der Übersetzung literarischer Texte.
  • vergleichen Texte aus Petrons Satyrica, Horaz’ Satiren und Catulls satirischen Gedichten miteinander, arbeiten Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Gegenständen der Satiren heraus und beschreiben anhand typischer Merkmale die genuin römische Gattung der Satire.
  • ordnen Vertreter der Gattung Satire sowie deren Werke in einen historischen, sozial- und literaturgeschichtlichen Überblick ein.
  • erkennen durch die Lektüre von Originaltexten aus Petrons Satyrica, Horaz’ Satiren und Catulls satirischen Gedichten die römische Gesellschaft der Republik und Kaiserzeit als Publikum für satirische Dichtung und zugleich als deren Quelle für gattungstypisch überzeichnete fiktive Figuren und Lebensweisen.
  • erörtern in kritischer Auseinandersetzung mit den in der Satire vorgeführten menschlichen Verhaltensmustern soziale, ethische und ästhetische Problemstellungen vor dem Hintergrund ihrer eigenen Überzeugungen.
  • untersuchen die satirisch-kritische Darstellung menschlicher Verhaltensweisen und gesellschaftlicher Zustände und diskutieren Möglichkeiten und Grenzen von Satire.
  • beschreiben die gesellschaftliche Bedeutung römischer Schriftsteller, Dichterkreise und der Literatur.
  • belegen an ausgewählten nachantiken Zeugnissen, u. a. aus der Literatur und der Kunst, das Fortleben von Stoffen und Motiven aus der römischen Satire, vergleichen Rezeptionsdokumente mit den antiken Vorlagen und nehmen zu den Ergebnissen aufgrund ihres ästhetischen Empfindens Stellung.
  • stellen anhand von Originaltexten aus Petrons Satyrica charakteristische Elemente der lateinischen Milieusprache zusammen und interpretieren den Befund.
  • erkennen in Originaltexten aus Petrons Satyrica zunächst unter Anleitung, dann selbständig unterschiedliche Sprechweisen der Romanfiguren, erfassen die Bandbreite von Ausdrucksmöglichkeiten im Lateinischen und arbeiten Unterschiede zwischen Umgangs- und Hochsprache heraus.
  • erkennen in Petrons Satyrica einen Roman, der zahlreiche literarische Vorbilder und Vorlagen parodiert und aus der Perspektive eines Gebildeten die Lebens- und Denkweise der kaiserzeitlichen Gesellschaft karikierend bloßstellt.
  • beschreiben auf der Grundlage eines Überblicks über die erhaltenen Teile von Petrons Satyrica Handlung, Personen, Themen und Erzählperspektiven des Romans.
  • vergleichen die in Petrons Satyrica dargestellten Lebensformen und Verhaltensweisen mit denen ihres eigenen Erfahrungsbereichs.
  • erkennen an der reichhaltigen Rezeption des antiken Romans die Wirkung grundlegender Elemente dieser Gattung über Jahrhunderte hinweg bis in die Moderne.
  • weisen bei der Beschäftigung mit Originaltexten aus den Satiren des Horaz formale und inhaltliche Charakteristika seiner Verssatire nach.
  • erkennen in der Verssatire des Horaz eine spezifisch römische Ausdrucksform für philosophische Reflexion.
  • untersuchen anhand von Originaltexten aus den Satiren des Horaz die Gestaltungsmittel, mit denen es dem Dichter gelingt, „lachend die Wahrheit zu sagen“.
  • erläutern Horaz’ kritische Betrachtung der gesellschaftlichen Verhältnisse seiner Zeit sowie seiner eigenen Lebenssituation.
  • erkennen an Originaltexten aus den satirischen Gedichten Catulls weitere Möglichkeiten des Ausdrucks von Kritik an menschlichen oder gesellschaftlichen Schwächen und belegen das Spiel des Autors mit literarischen Motiven.

L11 2.1 Wortschatz
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Kompetenzerwartungen und Inhalte

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • geben in systematischer Ergänzung ihres mithilfe der Techniken der Wortschatzarbeit gesicherten und nach wortkundlichen Prinzipien strukturierten Grund- und Aufbauwortschatzes zu neu erworbenen Wörtern und Wendungen eines themenspezifischen Lektürevokabulars sowie zu weiteren Wörtern des Kulturwortschatzes die deutschen Bedeutungen an.
  • analysieren Wörter nach ihren Bildungselementen, erläutern semantische Unterschiede bedeutungsähnlicher Wörter und übersetzen sie in angemessenes Deutsch.
  • erschließen aufbauend auf ihren Kenntnissen im lateinischen Wortschatz und im lektüretypischen Wortgebrauch selbständig die Bedeutung von Fachbegriffen aus der philosophischen Terminologie und erklären etymologische Zusammenhänge.
  • stellen aus Petrons Satyrica in Ergänzung ihrer Wortschatzkenntnisse charakteristische Wörter und Wendungen der lateinischen Milieusprache zusammen.

L11 2.2 Formen- und Satzlehre
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Kompetenzerwartungen und Inhalte

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • arbeiten aufbauend auf ihren bisherigen Grammatikkenntnissen, die sie durch systematische Wiederholung eigenständig sichern und vertiefen, aus den Originaltexten lektüretypische Besonderheiten des Sprachgebrauchs in Laut-, Formen- und Satzlehre (u. a. Vulgärlatein) heraus und interpretieren den Befund.
  • erklären an vulgärlateinischen Sprachelementen in Petrons Satyrica Grundzüge des Sprachwandels bei der Entwicklung der romanischen Sprachen aus dem Lateinischen.
  • ordnen lektürerelevante Sprachphänomene auch in selbständiger Verwendung einer Grammatik in das grammatikalische Gesamtsystem ein.
  • analysieren die Struktur komplexer Sätze und längerer Satzperioden auch in anspruchsvollen Originaltexten nach angemessenen, selbst gewählten Methoden (z. B. mithilfe grafischer Darstellungen).
  • untersuchen den autoren- und gattungsspezifischen lateinischen Sprachgebrauch, vergleichen ihn mit den Ausdrucksmöglichkeiten und Funktionsweisen der deutschen Sprache, übersetzen im Bewusstsein der Möglichkeiten und Grenzen einer adäquaten Wiedergabe komplexe und sprachlich stilisierte Strukturen und begründen ihre Entscheidungen.

L11 Lernbereich 3: Methodik
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Kompetenzerwartungen und Inhalte

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • wenden ihre bisher erworbenen Kompetenzen im Umgang mit Texten, deren sprachlicher Basis sowie deren kulturellem Kontext in neuen Zusammenhängen zielgerichtet an, sodass sie Originaltexte sicher und selbständig lesen, verstehen, übersetzen und interpretieren.
  • vergleichen eigene und fremde Übersetzungen literarischer Originaltexte untereinander und mit dem Original im Bewusstsein der Möglichkeiten und Grenzen der Übertragung fremdsprachiger Texte, nehmen zu den Befunden kritisch Stellung und wenden ihre Erkenntnisse und Erfahrungen bei der Lösung von Aufgabenstellungen an.
  • nutzen zweisprachige Ausgaben und Übersetzungen u. a. zur Herstellung größerer inhaltlicher Zusammenhänge.
  • interpretieren Originaltexte vertieft aus verschiedenen Perspektiven, z. B. durch Text- und Motivvergleich, Einbeziehen von Rezeptionsdokumenten unterschiedlicher Epochen, altersgemäße Methoden der produktiven oder kreativen Rezeption.
  • wählen für die Materialbeschaffung zur Erschließung und Aufbereitung von Lerninhalten unter bewusstem methodischen Vorgehen themenbezogene Informationen selbständig aus, überprüfen kritisch deren Glaubwürdigkeit und wenden bei der Auswertung und Dokumentation der Quellen fundamentale Techniken und Kriterien (fach)wissen­schaftlichen Arbeitens an.
  • nutzen die vorhandenen Medien und erlernten Präsentationstechniken – ggf. auch über den Kursrahmen hinaus – unter Beachtung von Standards wissenschaftlichen Arbeitens (z. B. bei Zitaten, Quellenangaben) effizient, sachgerecht, verantwortungsbewusst und adressatenbezogen.
  • wenden ggf. bei der Durchführung eines Projekts, allein oder im Team, sinnvolle Methoden des Projektmanagements an.