Lehrplan PLUS

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Musik 11

Der angegebene Fachlehrplan wird derzeit überarbeitet; die überarbeitete Fassung wird nach Abschluss der Anpassung des LehrplanPLUS an das neunjährige Gymnasium veröffentlicht.

Mu11 Lernbereich 1: Entwicklungen abendländischer Vokalmusik bis 1950 (11/1)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • nehmen Vokalmusik in ihrer jeweiligen historischen Situation wahr, um Zusammenhänge zwischen Musik und Gesellschaft im Überblick nachzuvollziehen.
  • singen gregorianische Psalmen, auch auf der Grundlage von Quadratnotation, und vergleichen die Funktion und Wirkung dieser Musik mit der des Jubilus.
  • übertragen kurze, in alten Schlüsseln geschriebene Notentexte in die heute gebräuchliche Notenschrift.
  • reflektieren und beschreiben die Bedeutung des gregorianischen Chorals als cantus firmus in Werken insbesondere der Renaissance.
  • erkennen und erklären Satzstrukturen in geistlicher Vokalmusik der Renaissance sowie Elemente der Textausdeutung und Lautmalerei in weltlicher Vokalmusik.
  • stellen Zusammenhänge zwischen Musik und Sprache in geistlicher Vokalmusik her, indem sie musikalisch-rhetorische Figuren insbesondere im Barock erläutern und deren bildhafte Gestik und tiefgehende Symbolik deuten.
  • stellen die musikalische Ausgestaltung mehrerer Charaktere im Musiktheater der Wiener Klassik einander gegenüber, um z. B. Standesunterschiede im 18. Jahrhundert zu erfassen.
  • beschreiben im Klavierlied der Romantik die Textausdeutung durch Melodik, Harmonik und ggf. Form und nutzen dabei auch Kenntnisse über epochenspezifische Topoi.
  • fertigen aus einer geeigneten Vorlage (kurzer Melodieausschnitt, z. B. mit Akkordsymbolen, bezifferter Bassstimme, Klavierauszug) eine Bearbeitung für gemischten Chor an.
  • erfassen hörend und im Notentext lesend unterschiedliche Ansätze der Sprachbehandlung und des experimentellen Umgangs mit der Stimme in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und beschreiben unter Verwendung geeigneten Fachvokabulars jeweilige Wirkungen.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Psalmodie, Jubilus
  • Weltliche und geistliche Vokalgattungen der Renaissance: deutsches Chorlied, italienisches oder englisches Madrigal, lateinische Motette oder Messe
  • Geistliche Vokalformen des Barock, z. B. mehrchöriges Konzert, Motette, Kantate oder Oratorium
  • Eine Oper oder ein Singspiel aus der Zeit der Wiener Klassik (ggf. in Ausschnitten)
  • Mindestens zwei Klavierlieder im Stil der Romantik, z. B. von F. Schubert, R. Schu­mann, J. Brahms oder H. Wolf
  • Ausschnitte aus Vokalwerken in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, z. B. von A. Schönberg, A. Berg, C. Debussy oder C. Orff

Mu11 Lernbereich 2: Musik im Dienst politischer Ideen (11/2)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • singen und spielen politische Lieder und reflektieren sie als Mittel zur Verarbeitung politischer Ereignisse und zur Verbreitung politischer Botschaften.
  • identifizieren musikalische Strukturen, die Musik als Instrument der Machtausübung und der Manipulation nutzbar machen, und reflektieren Wirkungen von Musik auf die eigene Persönlichkeit.
  • stellen Zusammenhänge her zwischen den ideologischen Absichten eines politischen Systems und der Verwendung wie auch der Ausgrenzung bestimmter musikalischer Erscheinungsformen.
  • vergleichen manipulative Vorgehensweisen in politischen Systemen mit persönlichen Erfahrungen, auch um mögliche Gefahren im eigenen Lebensumfeld zu identifizieren.
  • analysieren technische, inhaltliche und redaktionelle Möglichkeiten von Medien zur politischen Einflussnahme und setzen sie in Bezug zum eigenen Gebrauch.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Techniken und Wirkungen politischer Lieder verschiedener Epochen und Kulturkreise:
    Freiheitslied (z. B. aus Irland, Schottland oder Argentinien) oder politisches Lied im 19. Jahrhundert (Arbeiterbewegung oder Vormärz- und Nachmärzzeit);
    politisches Lied in den letzten Jahrzehnten (deutschsprachige Liedermacher oder Lieder aus Folk, Soul, Reggae oder Pop);
    Lieder in einer extremistischen Szene
  • Musik als Mittel der Agitation in totalitären Systemen des 20. Jahrhunderts: Märsche, Kampflieder, Massenlieder (z. B. im Kommunismus); Diskriminierung sogenannter „Entarteter Musik" im Dritten Reich
  • Medien als Instrumente politischer Einflussnahme und Manipulation: Musik als Mittel der Verdrängung (z. B. Schlager in Zeiten des Krieges oder Heimatlieder in Zeiten des Identitätsverlusts); mediale Steuerung des Massengeschmacks (z. B. Volksempfänger und Wochenschau, Programmgestaltung in Zeiten des Quotendrucks)

Mu11 Lernbereich 3: Musik und Tradition in der globalisierten Welt (11/2)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • präsentieren einen musikalisch stilübergreifenden Gestaltungsversuch, um anhand eigener Erkenntnisse qualitative Kriterien für solche Werke zu formulieren.
  • reflektieren eine musikalische Idee, ein Musikstück oder eine musikalische Stilistik, indem sie dazu einen individuellen kreativen Entwurf verfertigen (z. B. Zeichenskizze, Drehbuchszene, Bookletgestaltung, Brief, musikpädagogischer Ansatz) und ihre Intention für andere nachvollziehbar erläutern.
  • bestimmen auf Grundlage analytischer Untersuchungen Merkmale von Musikstilen, um diese in verschiedenen Interpretationen und Verarbeitungen zu identifizieren.
  • zeigen bzw. entwickeln Bezüge zwischen Werken der Musik, der Bildenden Kunst und der Literatur.
  • erläutern Traditionsbezüge und -brüche in der Musik verschiedener Künstler und Zeiten und erörtern dabei die Frage nach individueller künstlerischer Identität, auch um dadurch eigene kulturelle Wurzeln zu reflektieren.
  • stellen Aspekte von klassischen und populären Musikstilen im Überblick dar, um Möglichkeiten zur Orientierung in einer globalisierten Musikwelt aufzuzeigen und bringen Änderung und Weiterentwicklung musikalischer Tradition mit gesellschaftlichen Veränderungen in Verbindung.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Aspekte von Interpretation und Personalstil im Jazz: Stilmerkmale, Arrangement und Improvisation
  • Volksmusik zwischen Tradition und Wandel: aktuelle Popularität von Volksmusik, volksmusikalische Elemente in der Kunstmusik, ein weiterer Aspekt
  • Alte Topoi in neuen Gestalten, z. B. die Dies-irae-Sequenz von der Gregorianik bis zur Filmmusik, die Quintfallsequenz von Barockmusik bis Jazz-Song, Modalität im Jazz der 1960er-Jahre oder Gestaltungsideen klassischer Musik in Classic Rock und Progressive Rock
  • Bruch mit der klassischen Aufführungspraxis, z. B. zeitgenössisches Musiktheater, Phänomen des Flashmobs, das Internet als Bühne des Medienzeitalters, eine weitere Entwicklung