Lehrplan PLUS

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Sozialkunde 11 (eigenständig, WSG-W, WSG-S)

Der angegebene Fachlehrplan wird derzeit überarbeitet; die überarbeitete Fassung wird nach Abschluss der Anpassung des LehrplanPLUS an das neunjährige Gymnasium veröffentlicht.

Sk11 1.1 Struktur und Wandel der Gesellschaft in Deutschland (ca. 20 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • erschließen durch Auswerten unterschiedlicher Materialien wesentliche Kennzeichen sowie Faktoren der Bevölkerungsstruktur und überprüfen dabei auch Aussagewert und Gefahren der Manipulation von Datenmaterial, um eine begründete Basis für die Beurteilung der zu erwartenden Entwicklung zu gewinnen.
  • ermitteln Ursachen aktueller demografischer Entwicklungen, schätzen mögliche Folgen dieser Trends ab und erkennen so deren Brisanz, u. a. für die Sozialpolitik.
  • leiten aus Trends der Pluralisierung sowie der Individualisierung von Lebensformen (u. a. Familie im Wandel) die Relevanz sozialen Wandels für ihr eigenes Leben ab.
  • untersuchen (z. B. anhand von Biografien) Modernisierungsprozesse, u. a. im Hinblick auf Wertewandel, sowie das Spannungsverhältnis von Bewahrung und Veränderung und erkennen dabei Optionen für die eigene Lebensgestaltung.
  • analysieren und bewerten Elemente der modernen Arbeitswelt unter den Aspekten der Differenzierung und Flexibilisierung, um entsprechende Herausforderungen (u. a. berufliche Qualifikationsanforderungen) in persönliche Zukunftsvorstellungen einzubeziehen.
  • ermitteln mithilfe geeigneter Materialien Elemente des Wertewandels in der Gesellschaft und erkennen dabei, dass dieser zugleich Ursache und Folge soziokulturellen Wandels ist.
  • analysieren Dimensionen, Formen und Auswirkungen sozialer Differenzierung in der Gesellschaft und identifizieren Auf- und Abstiegsprozesse als Kennzeichen einer offenen Gesellschaft, um begründet zum Thema soziale Gerechtigkeit Stellung zu nehmen.
  • erfassen mithilfe aktueller Beispiele gesellschaftliche Bemühungen um die Integration aller sowie die Verwirklichung sozialer Gerechtigkeit und erkennen vor diesem Hintergrund die hohe Bedeutung der Übernahme sozialer Verantwortung durch den Einzelnen sowie den Staat für ein gelingendes gesellschaftliches Miteinander.
  • vergleichen zwei neuere Beschreibungsansätze zur sozialen Differenzierung und reflektieren dabei Schwierigkeiten bei der Erfassung und Beschreibung der modernen Gesellschaft.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Bevölkerungsstruktur und -entwicklung: demografische Basisdaten, Faktoren der Bevölkerungsdynamik (u. a. generatives Verhalten, Migration), Folgen der Entwicklung
  • Familie zwischen Kontinuität und Wandel: Pluralisierung der Lebensformen, Funktionen
  • Arbeitswelt im Wandel, u. a. Qualifikationen, Anforderungen an Mobilität und Flexibilität, Arbeitsbedingungen
  • Wertewandel: Zusammenhang zwischen Einstellungen sowie Werten und dem soziokulturellen Wandel (u. a. Enttraditionalisierung, Individualisierung)
  • soziale Differenzierung: Dimensionen, Formen und Auswirkungen sozialer Ungleichheit, Auf- und Abstiegsprozesse als Kennzeichen einer offenen Gesellschaft, neuere Beschreibungsansätze zur sozialen Differenzierung
  • sozialer Zusammenhalt und seine Bedeutung für Staat und Gesellschaft

Sk11 1.2 Elemente des Sozialstaats (ca. 8 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • charakterisieren die Ausprägung des Sozialstaats in Deutschland auf der Basis verfassungsrechtlicher Regelungen und begreifen so die Bedeutung des sozialen Sicherungssystems für den Einzelnen und die Gesellschaft.
  • reflektieren das Spannungsverhältnis zwischen Eigenverantwortung und Solidarität (z. B. im Bereich der Gesundheitspolitik) und verstehen dadurch grundlegende Problemstellungen für den Sozialstaat.
  • diskutieren anhand eines aktuellen Beispiels Chancen und Grenzen sozialpolitischer Lösungsansätze und Maßnahmen, um sich ggf. auf dieser Basis hinsichtlich der eigenen sozialen Absicherung orientieren zu können.
  • analysieren aktuelle Entwicklungen des Sozialstaats und erwägen Reformvorschläge, wobei sie die Notwendigkeit politischer Gestaltung u. a. unter dem Blickwinkel der Generationengerechtigkeit begreifen.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Prinzipien, Kernbereiche und Akteure im deutschen Sozialstaat, ggf. im internationalen Vergleich
  • Spannungsverhältnis zwischen Eigenverantwortung und Solidarität
  • Chancen und Grenzen sozialpolitischer Lösungsansätze und Maßnahmen
  • Herausforderungen und Weiterentwicklung des Sozialstaats (u. a. hinsichtlich der Generationengerechtigkeit)

Sk11 2.1 Grundzüge politischer Systeme der Gegenwart (ca. 18 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • vergleichen demokratische und diktatorische Systeme auf der Basis einer Gegenüberstellung der jeweiligen Grundmerkmale und beurteilen dabei den unterschiedlichen Stellenwert des Individuums sowie seine Einflussmöglichkeiten auf staatliche Entscheidungen.
  • erfassen den Stellenwert von Menschenrechten und die Möglichkeit zur Partizipation als zentrale Beurteilungskategorien politischer Systeme.
  • ermitteln, z. B. anhand von Verfassungstexten, hinter den Systemen Demokratie und Diktatur stehende divergierende politische Grundhaltungen (u. a. unterschiedliche Menschenbilder und Gesellschaftsvorstellungen).
  • vollziehen mithilfe des Systemvergleichs den Wert der Demokratie für den Einzelnen sowie für die Gesellschaft nach und erschließen daraus auch die Notwendigkeit, die Demokratie zu sichern.
  • untersuchen ein aktuelles diktatorisches System anhand zentraler Kriterien zur Beurteilung politischer Systeme und leiten Gefährdungspotenziale für Demokratien ab.
  • nutzen den Vergleich zwischen parlamentarischer und präsidentieller Demokratie, um politische Prozesse auch in anderen Demokratien zu verstehen und ein differenziertes Bild demokratischer Mitgestaltungsmöglichkeiten zu gewinnen.
  • analysieren, u. a. unter den Gesichtspunkten Partizipation und Rechtsstaatlichkeit, eine Mischform zwischen Demokratie und Diktatur.
  • nutzen ihr Wissen um die aktuelle, weltweite Zunahme von Mischformen zwischen Demokratie und Diktatur, um davon ausgehend Gefahren versteckten bzw. offenen antidemokratischen Denkens zu erkennen und ihnen zu begegnen.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Grundzüge demokratischer Systeme am Beispiel der Sicherung des demokratischen Verfassungsstaats in Deutschland
  • Gewaltenverschränkung und Machtbalance in der parlamentarischen und der präsidentiellen Demokratie, unterschiedliche Ausgestaltungsmöglichkeiten von Demokratie
  • Formen der Diktatur im Überblick und Kennzeichen diktatorischer Systeme, Beispiel eines aktuellen diktatorischen Systems
  • Kriterien zur Beurteilung politischer Systeme, u. a. Legitimationsgrundlagen, Menschenrechtssicherung, Partizipationsmöglichkeiten, Machtausübung
  • ein politisches System als Beispiel für Mischformen zwischen Demokratie und Diktatur und Tendenz zu deren weltweiten Zunahme

Sk11 2.2 Weiterentwicklung und Zukunft demokratischer Systeme (ca. 10 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • untersuchen die Weiterentwicklung der Demokratie am Beispiel wichtiger politischer Entwicklungstrends (u. a. Medialisierung und Inszenierung von Politik) in Deutschland und diskutieren Konsequenzen von Formen der Transformation der Demokratie.
  • diskutieren den Zusammenhang zwischen der Entwicklungsfähigkeit der Demokratie (u. a. im Bereich der Bürgerbeteiligung, Weiterentwicklungen in Parteiensystem und Institutionen) und der Akzeptanz des demokratischen Systems bei den Bürgern.
  • nehmen am Beispiel eines Politikfelds Stellung zur Zukunftsfähigkeit unseres politischen Systems, etwa durch Abwägen von Handlungsoptionen, und leiten daraus die Notwendigkeit auch für den Einzelnen ab, sich aktiv für eine positive Weiterentwicklung der Demokratie einzusetzen.
  • wägen stabilisierende bzw. destabilisierende Faktoren politischer Systeme ab, damit sie in der Lage sind, politischen Wandel in der Welt nachzuvollziehen.
  • ermitteln an Beispielen Chancen und Grenzen für Demokratisierungsprozesse in der Welt und kommen auf dieser Basis zu einer realistischen Einschätzung von Möglichkeiten der Demokratieförderung.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • zentrale Entwicklungen in der Demokratie Deutschlands: Medialisierung und Inszenierung von Politik, Entwicklungen im Verhältnis von Parlament und Regierung
  • Bedeutung der Wandlungs- und Zukunftsfähigkeit des demokratischen Systems für seine Akzeptanz, u. a. Bürgerbeteiligung, Weiterentwicklungen der politischen Institutionen und Parteien
  • Chancen und Grenzen für Demokratisierungsprozesse in der Welt sowie Möglichkeiten der Demokratieförderung