Lehrplan PLUS

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Griechisch 12

Der angegebene Fachlehrplan wird derzeit überarbeitet; die überarbeitete Fassung wird nach Abschluss der Anpassung des LehrplanPLUS an das neunjährige Gymnasium veröffentlicht.

Gr12 1.1 Sophokles, Antigone – persönliche Überzeugung im Konflikt mit staatlicher Macht
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Kompetenzerwartungen und Inhalte

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • übersetzen griechische Originaltexte aus Sophokles, Antigone.
  • arbeiten Gliederung, Gedankenführung und zentrale Aussagen von Originaltexten aus der Antigone heraus.
  • erkennen und benennen sprachliche, stilistische und dichterische Gestaltungsmerkmale griechischer Originaltexte aus der Antigone und erläutern das Zusammenspiel von Textform (u. a. Stichomythie, Rhesis, Chorlied) und Inhalt für die Gesamtaussage der entsprechenden Textpassage.
  • tragen Sprechverse der Antigone in korrekter Prosodie und unter Berücksichtigung der Metrik verständnisgeleitet vor.
  • vergleichen verschiedene Übersetzungen von Originaltexten aus der Antigone des Sophokles nach angemessenen, selbst gewählten Kriterien (u. a. äußere Form, Wortwahl, Satzbau) untereinander und mit dem Original und erörtern die Angemessenheit der jeweiligen Übersetzung.
  • geben wichtige Stationen der Entstehung und Entwicklung der attischen Tragödie wieder und nennen die wichtigsten Vertreter und Werke dieser Gattung.
  • beschreiben den religiösen Hintergrund und die gesellschaftliche Funktion der attischen Tragödie.
  • stellen wichtige Bauelemente des griechischen Theaters (u. a. ὀρχήστρα, σκηνή) überblicksartig zusammen und bestimmen deren Funktion anhand von Abbildungen oder Rekonstruktionen der jeweiligen archäologischen Stätten.
  • nennen die wesentlichen Kompositionselemente der attischen Tragödie (Epeisodion, Epilog, Exodos, Kommos, Parodos, Prolog, Stasimon).
  • paraphrasieren die Tragödiendefinition des Aristoteles.
  • stellen wichtige Figuren und Episoden des thebanischen Sagenkreises zu einem geordneten Überblickswissen zusammen und geben die Vorgeschichte und den Handlungsverlauf der Antigone wieder.
  • erfassen durch die Lektüre zentraler Passagen der Antigone den tragischen Konflikt des Stückes als Folge zweier unvereinbarer Standpunkte: Antigone als unbeugsame Vertreterin eines ethisch-religiös motivierten Handelns, Kreon als kompromissloser Vertreter eines autoritären Staatsverständnisses.
  • erörtern am Verhalten von Antigone und Kreon die Problematik einer persönlichen Gewissensentscheidung im Konflikt mit positivem Recht.
  • untersuchen am Handeln der Antigone und des Kreon den Begriff des Tragischen und der tragischen Schuld.
  • interpretieren das 1. Stasimon als einen Kommentar des Dichters zur Ambivalenz der menschlichen Fähigkeiten, stellen Bezüge her zum optimistischen Fortschrittsdenken in der griechischen Sophistik und diskutieren die Relevanz dieser unterschiedlichen Ansichten für ihre eigene Lebenswelt (u. a. zum Umgang mit Technik und Wissenschaft).
  • werten die Auseinandersetzung zwischen Kreon und Haimon mit ihrem Aufruf zu einer humanen politischen Ordnung als einen Beitrag zur politischen Diskussion im demokratischen Athen des 5. Jh. v. Chr aus.
  • entwickeln ausgehend von der Rolle des Teiresias die Bedeutung der Götter und des göttlichen Eingreifens in der griechischen Tragödie.
  • belegen anhand von verschiedenen Rezeptionsdokumenten aus Literatur, Kunst, Film oder Musik die Kontinuität und den Wandel von Formen und Motiven der Antigone und weisen daran exemplarisch den Einfluss der griechischen Antike auf die europäische Kulturgeschichte nach.

Gr12 1.2 Thukydides, Der Peloponnesische Krieg – Ideal und Wirklichkeit der athenischen Demokratie im Logos Epitaphios
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Kompetenzerwartungen und Inhalte

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • übersetzen griechische Originaltexte aus Thukydides, Der Peloponnesische Krieg.
  • arbeiten Gliederung, Gedankenführung und zentrale Aussagen von Originaltexten aus dem Geschichtswerk des Thukydides heraus.
  • erkennen und benennen sprachliche und stilistische Gestaltungsmerkmale griechischer Originaltexte aus dem Geschichtswerk des Thukydides und erläutern das Zusammenspiel von Textform (u. a. prägnante Kürze, distanzierte Darstellungsweise; Reden) und Inhalt für die Gesamtaussage der entsprechenden Textpassage.
  • stellen wichtige Abschnitte des 5. Jh. v. Chr. (Perserkriege, Pentekontaëtie, Peloponnesischer Krieg) zu einem geordneten Überblickswissen zusammen.
  • erkennen in Exponaten von Antikenmuseen oder in Abbildungen von Beispielen der perikleischen Baukunst, der Vasenmalerei oder der Plastik das Zeitalter der griechischen Klassik als einen Höhepunkt der griechischen Kunst und der Darstellung des antiken Menschenbildes.
  • erfassen die Entwicklung der athenischen Demokratie anhand wichtiger Persönlichkeiten (u. a. Solon, Kleisthenes, Perikles).
  • geben die wichtigsten Institutionen der athenischen Demokratie im 5. Jh. v. Chr. (u. a. ἐκκλησία, βουλή, ἡλιαία, ἀρχαί) an und geben deren Funktion wieder.
  • stellen bei der Lektüre des Methodenkapitels Bezüge her zwischen den historischen Methoden, die Thukydides und Herodot jeweils in ihren Geschichtswerken anwenden (u. a. Bemühen um Objektivität).
  • ordnen den Logos Epitaphios in den Gesamtzusammenhang des Geschichtswerkes ein und arbeiten den Preis der athenischen Verfassung als eine Besonderheit dieses Logos Epitaphios heraus.
  • arbeiten bei der Lektüre des Logos Epitaphios die Grundprinzipien einer demokratischen Verfassung (Mehrheitsprinzip, Gleichheit vor dem Gesetz, Leistungsprinzip, Freiheit, Toleranz, freie Entfaltung der Persönlichkeit, Identifikation der Bürger mit dem Staat, Einsatz für die Gesellschaft) heraus.
  • vergleichen die im Logos Epitaphios geschilderte athenische Lebensform mit der spartanischen Lebensordnung.
  • vergleichen die Verantwortung des Einzelnen für die Polis laut Solon mit den entsprechenden Aussagen des Perikles im Logos Epitaphios.
  • vergleichen antikes und modernes Demokratieverständnis und nehmen Stellung zu den jeweils vorgetragenen Lebensauffassungen.
  • überprüfen die idealisierte Darstellung der athenischen Demokratie im Logos Epitaphios anhand von historischen Ereignissen im Peloponnesischen Krieg (z. B. Auseinandersetzung mit der Insel Melos) und nehmen kritisch Stellung zu dem athenischen Anspruch, geistige Führungsmacht und Vorbild der übrigen griechischen Staaten zu sein.

Gr12 1.3 Platon, Politeia – die Suche nach der Gerechtigkeit
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Kompetenzerwartungen und Inhalte

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • übersetzen Originaltexte aus Platons Politeia.
  • arbeiten Gliederung, Gedankenführung und zentrale Aussagen von Originaltexten aus der Politeia heraus.
  • erkennen und benennen sprachliche und stilistische Gestaltungsmerkmale von Originaltexten aus der Politeia als einem philosophischen Dialog und erläutern das Zusammenspiel von Textform (dialektisches Gespräch: u. a. Häufung der 1. und 2. Person, formelhafte Wendungen, verkürzte Sätze) und Inhalt für die Gesamtaussage der entsprechenden Textpassage.
  • geben überblickshaft den Inhalt der Politeia wieder und erläutern den Aufbau des Werkes.
  • beschreiben die Politeia als ein philosophisches Werk, in dem sich u. a. Platons Vorstellungen von Staatstheorie, Pädagogik, Psychologie und Philosophie miteinander verbinden.
  • beschreiben den Zusammenhang zwischen wichtigen biografischen Ereignissen im Leben Platons (u. a. Zeit der 30 Tyrannen, Prozess und Tod des Sokrates, Aufenthalte auf Sizilien) und seinen staatsphilosophischen Überlegungen.
  • erklären Platons Konzept von Gerechtigkeit als einer gemeinsamen Eigenschaft von Staat und Individuum.
  • stellen wesentliche Entwicklungsstufen (u. a. Ursache der Staatsgründung, auch im Vergleich zu Aristoteles, Politika) und Merkmale (u. a. Arbeitsteilung) des Staatsmodells zusammen.
  • erfassen unterschiedliche Begabung und Ausbildung der Menschen als Voraussetzungen für die Zuordnung zu einzelnen Ständen im platonischen Staatsmodell und nehmen Stellung zu diesem Konzept.
  • beschreiben Platons Auffassung von Gerechtigkeit als Akzeptanz der jeweils eigenen Position im Staat und vergleichen damit moderne Konzepte von Gerechtigkeit.
  • erklären die analoge Zuordnung der Kardinaltugenden zu den drei Ständen und den drei Seelenteilen.
  • arbeiten aus der Politeia den utopischen Charakter des platonischen Staatsmodells (u. a. Philosophenkönige als Lenker idealer Staaten) heraus, geben kritische Gegenpositionen wieder und nehmen selbst Stellung zu diesem Modell.
  • belegen die Bedeutung der Ideenlehre als philosophische Grundlage des platonischen Idealstaates.
  • arbeiten aus der Politeia die Grundzüge und die zentralen Begriffe der Ideenlehre heraus.
  • beschreiben Inhalt und Aufbau des Höhlengleichnisses, interpretieren die Darstellung als Erkenntnisweg des Philosophen bis zur Schau der Ideen und arbeiten die erkenntnistheoretische Position Platons und den Dualismus seiner Weltsicht heraus.
  • vergleichen die Erkenntnisse aus der Ideenlehre (u. a. absolute Werte, Idee des Guten, dualistische Weltsicht) mit Positionen sophistischen Denkens (u. a. Relativismus, Subjektivismus).
  • untersuchen an ausgewählten Rezeptionsdokumenten die Wirkung der platonischen Philosophie (u. a. Staatstheorie) und weisen dabei exemplarisch den Einfluss der griechischen Antike auf die europäische Kultur- und Geistesgeschichte nach.

Gr12 2.1 Wortschatz
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Kompetenzerwartungen und Inhalte

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • geben in Ergänzung zu ihrem Grundwortschatz, den sie durch stete Umwälzung und systematische Wiederholung nach wortkundlichen Prinzipien sichern, und zu ihrem Aufbauwortschatz zu neu erworbenen Wörtern und Wendungen eines autorenspezifischen und lektürebegleitenden Wortschatzes die deutschen Bedeutungen an.
  • wählen auch mithilfe des Wörterbuchs die kontextspezifische Bedeutung von (mehrdeutigen) Wörtern aus.
  • erschließen aufbauend auf ihren Kenntnissen im Wortschatz und in der Wortbildungslehre sowie unter Berücksichtigung des Kontextes und lektüretypischer Besonderheiten die Bedeutung unbekannter Wörter.

Gr12 2.2 Formen- und Satzlehre
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Kompetenzerwartungen und Inhalte

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • benennen in Ergänzung zu ihrem Grundwissen in Formen- und Satzlehre, das sie durch systematische Wiederholung sichern und vertiefen, sprachliche Erscheinungen mit Fachbegriffen zu lektürerelevanten Grammatikphänomenen.
  • erkennen, benennen und stellen lektürerelevante Besonderheiten in Laut-, Formen- und Satzlehre der einzelnen Autoren zusammen.
  • ordnen lektürerelevante Sprachphänomene in selbständiger Verwendung einer Grammatik in das grammatikalische Gesamtsystem ein.
  • analysieren die Struktur komplexer Sätze und längerer Satzperioden auch in anspruchsvollen Originaltexten nach angemessenen, selbst gewählten Methoden (z. B. mithilfe grafischer Darstellungen).
  • untersuchen den autoren- und gattungsspezifischen griechischen Sprachgebrauch, vergleichen ihn mit den Ausdrucksmöglichkeiten und Funktionsweisen der deutschen Sprache, übersetzen im Bewusstsein der Möglichkeiten und Grenzen einer adäquaten Wiedergabe komplexe und sprachlich stilisierte Strukturen und begründen ihre Entscheidungen.

Gr12 Lernbereich 3: Methodik
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Kompetenzerwartungen und Inhalte

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • wenden ihre bisher erworbenen Kompetenzen im Umgang mit Texten, deren sprachlicher Basis sowie deren kulturellem Kontext in neuen Zusammenhängen zielgerichtet an, sodass sie Originaltexte sicher und selbständig lesen, verstehen, übersetzen und interpretieren.
  • vergleichen eigene und fremde Übersetzungen literarischer Originaltexte untereinander und mit dem Original im Bewusstsein der Möglichkeiten und Grenzen der Übertragung fremdsprachiger Texte, nehmen zu den Befunden kritisch Stellung und wenden ihre Erkenntnisse und Erfahrungen bei der Lösung von Aufgabenstellungen an.
  • nutzen zweisprachige Ausgaben und Übersetzungen u. a. zur Herstellung größerer inhaltlicher Zusammenhänge.
  • interpretieren Originaltexte vertieft aus verschiedenen Perspektiven, z. B. durch Text- und Motivvergleich, Einbeziehen von Rezeptionsdokumenten unterschiedlicher Epochen, verschiedene Methoden der produktiven oder kreativen Rezeption.
  • wählen für die Materialbeschaffung zur Erschließung und Aufbereitung von Lerninhalten (z. B. zur Anfertigung von Exzerpten, Protokollen und Thesenpapieren) unter bewusstem methodischen Vorgehen themenbezogene Informationen (z. B. aus Fachmedien, Nachschlagewerken, Literaturgeschichten, Internet) selbständig aus, überprüfen kritisch deren Glaubwürdigkeit und wenden bei der Auswertung und Dokumentation der Quellen fundamentale Techniken und Kriterien (fach)wissenschaftlichen Arbeitens an.
  • nutzen die vorhandenen Medien und erlernten Präsentationstechniken – ggf. auch über den Kursrahmen hinaus – unter Beachtung von Standards wissenschaftlichen Arbeitens (z. B. bei Zitaten, Quellenangaben) effizient, sachgerecht, verantwortungsbewusst und adressatenbezogen.
  • wenden ggf. bei der Durchführung eines Projekts, allein oder im Team, sinnvolle Methoden des Projektmanagements an.