Lehrplan PLUS

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Katholische Religionslehre 12

Der angegebene Fachlehrplan wird derzeit überarbeitet; die überarbeitete Fassung wird nach Abschluss der Anpassung des LehrplanPLUS an das neunjährige Gymnasium veröffentlicht.

KR12 Lernbereich 1: Der Mensch – Gottes Ebenbild: das christliche Menschenbild im Dialog mit modernen Menschenbildern (ca. 14 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • entfalten an ausgewählten Bibelstellen Grundzüge des biblisch-christlichen Menschenbildes und setzen sich differenziert damit auseinander.
  • vergleichen das biblisch-christliche Menschenbild mit modernen Menschenbildern, um ihren Blick für die Besonderheit der biblisch-christlichen Sichtweise zu schärfen und sich der besonderen Würde des Menschen auf der Grundlage der Gottebenbildlichkeit bewusst zu werden.
  • klären in der Auseinandersetzung mit verschiedenen anthropologischen Modellen ihr eigenes Bild vom Menschen.
  • vertreten ihren Standpunkt in Form einer differenzierten Argumentation.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Grundzüge des biblisch-christlichen Menschenbildes: die Gottebenbildlichkeit (Trans­zendenzbezug) als Grund unserer Würde (Gen 1,26f.; Gen 2,7; Psalm 8); die Verantwortung für die Mitmenschen (Sozialität) als Leitprinzip des Zusammenlebens (Gen 1,28; Gen 2,18.21-24); die Ausbildung unserer Persönlichkeit (Personalität) als Herausforderung für die Selbstverwirklichung des Menschen unter den Augen Gottes (Röm 8,1f.14-17; 1 Kor 15,12-22)
  • das biblisch-christliche Menschenbild im Dialog mit modernen Menschenbildern – Gemeinsamkeiten und Unterschiede: zentrale Fragestellungen wie Schuld und Sünde (z. B. Sigmund Freud), Vernunft und Willensfreiheit (z. B. moderne Hirnforschung, Soziobiologie), Individuum und Gesellschaft (z. B. Erich Fromm, Emmanuel Lévinas); die Suche nach einem sinnerfüllten Leben (z. B. Viktor Emil Frankl)
  • das biblisch-christliche Menschenbild als Ausgangspunkt und Grundlage der eigenen Identitätsfindung: Entwicklung einer begründeten Stellungnahme in kritischer Auseinandersetzung mit verschiedenen Menschenbildern aus Geschichte und Gegenwart
  • reflexive Entfaltung der eigenen Position unter Einbeziehung biografischer Erfahrungen, ggf. Meditation

KR12 Lernbereich 2: Christliche Ethik als Orientierungsmaßstab der Weltgestaltung (ca. 16 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • stellen die Prinzipien und Strukturen christlicher Ethik in den übergreifenden Kontext der Verantwortungsethik.
  • zeigen auf, wie Ehe und Familie als Keimzelle der Gesellschaft im Kontext der christlichen Ethik verantwortlich gestaltet werden.
  • wenden die Prinzipien der christlichen Verantwortungsethik unter Einbeziehung des Menschenrechtsgedankens auf aktuelle Beispiele aus Politik und Gesellschaft an.
  • stellen die sozialethischen Konsequenzen der Prinzipien christlicher Verantwortungsethik detailliert dar und setzen diese zu grundlegenden Positionen der Katholischen Soziallehre in Beziehung, indem sie aktuelle Problemfelder der Wirtschafts- und Sozialpolitik kritisch analysieren und bewerten.
  • beteiligen sich nach dem Vorbild christlicher Leitfiguren aus Geschichte und Gegenwart an Entscheidungsprozessen, die sozialpolitische Fragestellungen betreffen, und sind sich der Tragweite dieser sozialethischen Prinzipien für ihre spätere berufliche Tätigkeit bewusst.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • grundlegende Modelle von Normbegründung in der gegenwärtigen Diskussion, z. B. Naturrecht, Utilitarismus; Grundtypen ethischer Argumentation, z. B. Gesetzes-, Gesinnungs- und Verantwortungsethik
  • christliche Verantwortungsethik als Synthese von deontologischer und teleologischer Normbegründung; Heilige Schrift, menschliche Vernunft und kirchliches Lehramt als Quellen für ein spezifisch christliches Ethos; der theologische Stellenwert der Gewissensentscheidung
  • wichtige Gestaltungsprinzipien von Ehe und Familie, z. B. anhand von Gen 1,27f.; Gen 2,21-25; Eph 5,21-6,9; ergänzend Auszüge aus Gaudium et spes 48 und 52; Vergleich mit anderen familialen Formen in der heutigen Gesellschaft
  • Menschenrechte als Entfaltung der Lehre von der Gottebenbildlichkeit: ein Beispiel für die Umsetzung der Menschenrechte in der Familien- oder Sozialpolitik, z. B. steuerliche Entlastung von Familien, Lohngerechtigkeit
  • zentrale Leitgedanken aus den Sozialenzykliken als konkrete Antworten auf die sozialpolitischen Herausforderungen der Zeit; Sozialprinzipien der Katholischen Soziallehre (Personalität, Solidarität, Subsidiarität, Gemeinwohl, Nachhaltigkeit bzw. Retinität)
  • Impulse für ein ethisch verantwortungsvolles Handeln anhand von Leitfiguren aus Geschichte und Gegenwart, z. B. W. E. von Ketteler, O. Romero, Sr. Emmanuelle, Mutter Teresa

KR12 Lernbereich 3: Die Reich-Gottes-Botschaft Jesu als Grund unserer Hoffnung: Dimensionen zukunftsorientierten Handelns (ca. 12 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • reflektieren ihre eigenen Zukunftserwartungen und vergleichen diese mit anderen gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Annäherungen an die Zukunftsfrage, um zu einer differenzierten Einschätzung der Chancen und Grenzen dieser Vorstellungen zu gelangen.
  • setzen ihre eigenen Zukunfts- und Jenseitsvorstellungen anhand geeigneter Textstellen zu biblischen Bildern einer vollendeten Zukunft im Reich Gottes in Beziehung und erwägen mögliche Konsequenzen dieser Hoffnungsperspektive für ihr eigenes Leben.
  • zeigen anhand konkreter Beispiele auf, inwiefern die biblischen Bilder einer vollendeten Zukunft im Reich Gottes dazu motivieren können, der gesellschaftspolitischen Verantwortung in Bezug auf Friede, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung gerecht zu werden.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • zwischen Furcht und Hoffnung: Zukunftserwartungen der Schülerinnen und Schüler im Vergleich mit Vorstellungen der heutigen Gesellschaft; Funktion und Stellenwert utopischer Zukunftsentwürfe; Futurologie als Versuch einer wissenschaftlich begründeten Prognostik und deren Grenzen
  • die Reich-Gottes-Botschaft Jesu als Grund unserer Hoffnung: Reich-Gottes-Gleichnisse (z. B. Mt 13,31-33, Mt 13,44-46) und biblische Bilder von der vollendeten Gottesherrschaft (z. B. Apk 21,1-4) als Schlüssel zur neutestamentlichen Endzeithoffnung; eschatologischer Vorbehalt; Vergleich mit prophetischer Eschatologie und Apokalyptik
  • Beispiele für ein gesellschaftspolitisches Engagement als Frucht der Reich-Gottes-Botschaft Jesu, z. B. Pax Christi, Sant’Egidio
  • Hoffnung trotz Versagen: die schöpfungstheologische Verantwortung als Ansporn zukunftsorientierten Handelns am Beispiel einer ausgewählten Zukunftsaufgabe, z. B. Klimawandel, nachhaltiger Umgang mit Ressourcen