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Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung München

Griechisch 13 (grundlegendes Anforderungsniveau)

Gr13 1.1 Die Verantwortung des Einzelnen für die Gemeinschaft: Solon und Sophokles
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Kompetenzerwartungen und Inhalte

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • übersetzen Solons Eunomie sowie Originaltexte zum Thema des Lernbereichs aus Sophokles, Antigone in angemessenes Deutsch.
  • arbeiten Gliederung, Gedankenführung und zentrale Aussagen aus Solons Eunomie und von Originaltexten aus Sophokles, Antigone heraus.
  • analysieren sprachliche, stilistische und dichterische Gestaltungsmerkmale in Solons Eunomie und in Originaltexten aus Sophokles, Antigone und erklären unter Berücksichtigung der jeweiligen Gattung das Zusammenspiel von Textform (u. a. Versmaß, Verwendung poetischer Stilmittel; Stichomythie, Rhesis, Chorlied im Drama) und Inhalt für die Gesamtaussage der entsprechenden Textpassage.
  • analysieren auf der Basis von Grundbegriffen der Metrik und Prosodie Verse im elegischen Distichon und arbeiten an ausgewählten Beispielen aus Solons Eunomie und ggf. aus Sophokles, Antigone die Bedeutung des Versbaus für die Textaussage heraus.
  • tragen Verse aus Solons Eunomie und Sprechverse aus Sophokles, Antigone in korrekter Prosodie und unter Berücksichtigung der Metrik verständnisgeleitet vor.
  • interpretieren Originaltexte aus Solons Eunomie und aus Sophokles, Antigone nach vorgegebenen Kriterien.
  • vergleichen verschiedene Übersetzungen von Originaltexten aus Solons Eunomie und aus Sophokles, Antigone nach vorgegebenen Kriterien untereinander und mit dem Original und erörtern Möglichkeiten und Grenzen der Übersetzung poetischer Texte.
  • ordnen Solons Eunomie in ihren historischen Hintergrund ein (u. a. soziale Spannungen in Athen zu Beginn des 6. Jh. v. Chr.).
  • arbeiten aus Solons Eunomie die Bedeutung der politischen Verantwortung der Bürger für die Polis heraus und erkennen in einer gerechten Verfassung die entscheidende Voraussetzung für das gelingende Zusammenleben im Staat.
  • beschreiben die Entwicklung hin zur attischen Demokratie anhand wichtiger Persönlichkeiten (u. a. Solon, Kleisthenes, Perikles).
  • arbeiten aus dem Logos Epitaphios des Thukydides die Grundprinzipien einer demokratischen Verfassung (Mehrheitsprinzip, Gleichheit vor dem Gesetz, Leistungsprinzip, Freiheit, Toleranz, freie Entfaltung der Persönlichkeit, Identifikation der Bürger mit dem Staat, Einsatz für die Gesellschaft) heraus.
  • vergleichen Aussagen in Solons Eunomie mit Aussagen des Perikles im Logos Epitaphios hinsichtlich der Verantwortung des Einzelnen für die Gemeinschaft.
  • vergleichen antikes und modernes Demokratieverständnis und nehmen Stellung zu den jeweils vorgetragenen Lebensauffassungen.
  • geben wichtige Stationen der Entstehung und Entwicklung der attischen Tragödie wieder und nennen die wichtigsten Vertreter und Werke dieser Gattung.
  • beschreiben den religiösen Hintergrund und die gesellschaftliche Funktion der attischen Tragödie.
  • erfassen die politische Dimension der Theateraufführungen in Athen und nehmen zum Verhältnis von Literatur und Politik Stellung.
  • stellen wichtige Bauelemente des griechischen Theaters (u. a. ὀρχήστρα, σκηνή) überblicksartig zusammen und bestimmen deren Funktion anhand von Abbildungen oder Rekonstruktionen der jeweiligen archäologischen Stätten.
  • nennen die wesentlichen Kompositionselemente der attischen Tragödie (Epeisodion, Epilog, Exodos, Kommos, Parodos, Prolog, Stasimon) und geben ihre Funktion an.
  • stellen wichtige Figuren und Episoden des thebanischen Sagenkreises zu einem geordneten Überblickswissen zusammen und geben die Vorgeschichte und den Handlungsverlauf von Sophokles, Antigone wieder.
  • erfassen durch die Lektüre zentraler Passagen aus Sophokles, Antigone den tragischen Konflikt des Stückes als Folge zweier unvereinbarer Standpunkte: Antigone als unbeugsame Vertreterin eines ethisch-religiös motivierten Handelns, Kreon als kompromissloser Vertreter eines autoritären Staatsverständnisses.
  • erörtern am Verhalten von Antigone und Kreon die Problematik einer persönlichen Gewissensentscheidung im Konflikt mit positivem Recht.
  • untersuchen am Handeln von Antigone und Kreon den Begriff des Tragischen und der tragischen Schuld.
  • interpretieren das 1. Stasimon als einen Kommentar des Dichters zur Ambivalenz der menschlichen Fähigkeiten, stellen Bezüge her zum optimistischen Fortschrittsdenken in der griechischen Sophistik und diskutieren die Relevanz dieser Einschätzung für ihre eigene Lebenswelt (u. a. zum Umgang mit Technik und Wissenschaft).
  • werten die Auseinandersetzung zwischen Kreon und Haimon mit ihrem Aufruf zu einer humanen politischen Ordnung als einen Beitrag zur politischen Diskussion im demokratischen Athen des 5. Jh. v. Chr. aus.
  • vergleichen verschiedene Rezeptionsdokumente in Literatur, Kunst, Film oder Musik mit Sophokles, Antigone nach vorgegebenen Kriterien und weisen dabei exemplarisch den Einfluss der griechischen Antike auf die europäische Kulturgeschichte nach.

Gr13 1.2 Entwicklung und ideale Form des Staates: Platon, Politeia
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Kompetenzerwartungen und Inhalte

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • übersetzen Originaltexte aus Platons Politeia zum Thema des Lernbereichs in angemessenes Deutsch.
  • arbeiten Gliederung, Gedankenführung und zentrale Aussagen von Originaltexten aus Platons Politeia heraus.
  • analysieren sprachliche und stilistische Gestaltungsmerkmale von Originaltexten aus Platons Politeia und erklären das Zusammenspiel von Textform (dialektisches Gespräch in einem philosophischen Dialog) und Inhalt für die Gesamtaussage der entsprechenden Textpassage.
  • interpretieren Originaltexte aus Platons Politeia nach vorgegebenen Kriterien.
  • geben im Überblick den Inhalt von Platons Politeia wieder und erläutern den Aufbau des Werkes.
  • erklären Platons Konzept von Gerechtigkeit, die sich in Staat und Individuum in analoger Weise verwirklichen soll.
  • stellen wesentliche Entwicklungsstufen (u. a. Ursache der Staatsgründung) und Merkmale (u. a. Arbeitsteilung) des platonischen Staatsmodells zusammen.
  • erfassen unterschiedliche Begabung und Ausbildung der Menschen als Voraussetzungen für die Zuordnung zu einzelnen Ständen im platonischen Staatsmodell und nehmen Stellung zu diesem Konzept.
  • beschreiben Platons Auffassung von Gerechtigkeit als Akzeptanz der jeweils eigenen Position im Staat und vergleichen damit moderne Konzepte von Gerechtigkeit.
  • erklären die analoge Zuordnung der Kardinaltugenden zu den drei Ständen und den drei Seelenteilen.
  • arbeiten aus Platons Politeia den utopischen Charakter des platonischen Staatsmodells (u. a. Philosophenkönige als Lenker idealer Staaten) heraus, geben kritische Gegenpositionen wieder und nehmen selbst Stellung zu diesem Modell.
  • beschreiben Inhalt und Aufbau des Höhlengleichnisses und interpretieren die Darstellung als Erkenntnisweg des Philosophen bis zur Schau der Ideen.
  • arbeiten aus dem Höhlengleichnis die erkenntnistheoretische Position Platons und den Dualismus seiner Weltsicht heraus.
  • arbeiten aus Platons Politeia die Grundzüge und die zentralen Begriffe der Ideenlehre heraus.
  • erfassen die Ideenlehre als philosophische Grundlage des platonischen Idealstaates.
  • vergleichen die Erkenntnisse aus der Ideenlehre (u. a. absolute Werte, Idee des Guten, dualistische Weltsicht) mit Positionen sophistischen Denkens (u. a. Relativismus, Subjektivismus).
  • vergleichen Texte aus Platons Politeia mit ausgewählten Rezeptionsdokumenten nach vorgegebenen Kriterien, untersuchen die Wirkung der platonischen Philosophie (u. a. Staatstheorie) und weisen dabei exemplarisch den Einfluss der griechischen Antike auf die europäische Kultur- und Geistesgeschichte nach.

Gr13 2.1 Wortschatz
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Kompetenzerwartungen und Inhalte

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • geben in Ergänzung zu ihrem Grund- und Aufbauwortschatz, den sie durch stete Umwälzung und systematische Wiederholung nach wortkundlichen Prinzipien sichern, zu neu erworbenen Wörtern und Wendungen eines autorenspezifischen und lektürebegleitenden Wortschatzes die deutschen Bedeutungen an.
  • wählen auch mithilfe des Wörterbuchs die kontextspezifische Bedeutung von (mehrdeutigen) Wörtern aus.
  • erschließen aufbauend auf ihren Kenntnissen im Wortschatz und in der Wortbildungslehre sowie unter Berücksichtigung des Kontextes und lektüretypischer Besonderheiten die Bedeutung unbekannter Wörter.

Gr13 2.2 Formen- und Satzlehre
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Kompetenzerwartungen und Inhalte

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • arbeiten aufbauend auf ihren bisherigen Grammatikkenntnissen, die sie durch systematische Wiederholung eigenständig sichern und vertiefen, aus den Originaltexten lektüretypische Besonderheiten des Sprachgebrauchs in Laut-, Formen- und Satzlehre (u. a. in dramatischen Texten) heraus und interpretieren den Befund.
  • ordnen lektürerelevante Sprachphänomene auch in selbständiger Verwendung einer Grammatik in das grammatikalische Gesamtsystem ein.
  • analysieren die Struktur komplexer Sätze und längerer Satzperioden auch in anspruchsvollen Originaltexten nach angemessenen, selbst gewählten Methoden (z. B. mithilfe grafischer Darstellungen).
  • untersuchen den autoren- und gattungsspezifischen griechischen Sprachgebrauch, vergleichen ihn mit den Ausdrucksmöglichkeiten der deutschen Sprache, übersetzen im Bewusstsein der Möglichkeiten und Grenzen einer adäquaten Wiedergabe komplexe und sprachlich stilisierte Strukturen und begründen ihre Entscheidungen.

Gr13 Lernbereich 3: Methodik
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Kompetenzerwartungen und Inhalte

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • wenden ihre bisher erworbenen Kompetenzen im Umgang mit Texten, deren sprachlicher Basis sowie deren kulturellem Kontext in neuen Zusammenhängen zielgerichtet an, sodass sie Originaltexte sicher und selbständig lesen, verstehen, übersetzen und nach vorgegebenen Kriterien interpretieren.
  • vergleichen verschiedene Übersetzungen von Originaltexten untereinander und mit dem Original im Bewusstsein der Möglichkeiten und Grenzen der Übertragung fremdsprachiger Texte und nehmen zu den Befunden kritisch Stellung.
  • nutzen zweisprachige Ausgaben und Übersetzungen u. a. zur Herstellung größerer inhaltlicher Zusammenhänge.
  • interpretieren Originaltexte aus verschiedenen Perspektiven, u. a. durch altersgemäße Methoden der produktiven oder kreativen Rezeption, ggf. unter Nutzung geeigneter digitaler Medien.
  • wählen zur Erschließung und Aufbereitung von Lerninhalten (z. B. zur Anfertigung von Exzerpten, Protokollen und Thesenpapieren) themenbezogene Informationen (z. B. aus Fachmedien, Nachschlagewerken, Literaturgeschichten, Internet) selbständig und strukturiert aus.
  • überprüfen auch bei digitalen Medien kritisch deren Glaubwürdigkeit und wenden bei der Auswertung und Dokumentation der Quellen fundamentale Techniken und Kriterien (fach-)wissenschaftlichen Arbeitens an.
  • nutzen die vorhandenen Medien und erlernten Präsentationstechniken (z. B. Visualisierung unter Nutzung geeigneter digitaler Medien) unter Beachtung von Standards wissenschaftlichen Arbeitens (z. B. bei Zitaten, Quellenangaben) effizient, sachgerecht, verantwortungsbewusst und adressatenbezogen.
  • wenden ggf. bei der Durchführung eines Projekts, allein oder im Team, Methoden des Projektmanagements an, ggf. unter Nutzung geeigneter digitaler Medien.