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Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung München

Israelitische Religionslehre 5

gültig ab Schuljahr 2023/24

IR5 Lernbereich 1: Jüdischer Kalender und Jahreszyklus: Grundlagen des jüdischen Kalenders, Feiertage im Jahreskreis, Chanukka und Purim (ca. 12 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • erklären die Besonderheiten des jüdischen Kalenders.
  • ordnen die Feiertage in den Jahreskreis ein und verorten deren Bedeutung für ihr eigenes Leben.
  • deuten die Feste Chanukka und Purim als Erinnerung an die Wunderereignisse in der Geschichte des jüdischen Volkes und gestalten eine Chanukka-Feier.
  • erläutern den Charakter des Schabbats als wöchentlich wiederkehrender Ruhetag.

Inhalte zu den Kompetenzen:

  • Grundlagen des jüdischen Kalenders und seine hebräische Terminologie: Monatsnamen, Zahlen
  • die Feiertage des Jahreskreises im Überblick
  • Chanukka und Purim: historische Wurzeln, Bedeutung (Deutung der Wunder, Vertrauen, Hoffnung), Minhagim (Brauchtum) an beiden Festen; Gestaltung einer Chanukka-Feier
  • Schabbat: Erinnerung an die Schöpfung der Welt und ihre Vollendung sowie an den Auszug aus Ägypten (Gen 2,1-3, Ex 20,8-11,Ex 31,16 f.); Riten und Bräuche

IR5 Lernbereich 2: Gebet und Ritus: Schma und Amida, die beiden Hauptgebete (ca. 10 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • tauschen sich über Erfahrungen mit Gebeten und ihre Einstellungen zum Beten aus und erkennen, dass Gottes Ruf dem Gebet vorausgeht.
  • beschreiben die Bedeutung des täglichen Gebets.
  • erschließen sich die hebräischen Buchstaben des ersten Satzes des Schma, rezitieren das Schma auf Hebräisch und arbeiten die darin enthaltenen Gebote heraus.
  • verknüpfen die Geschichte der Vorväter mit dem ersten Abschnitt der Amida und formulieren die Dreiteilung (Lob, Bitten, Dank) der Amida.

Inhalte zu den Kompetenzen:

  • unterschiedliche Gebetsarten, z. B. stilles Gebet, Gesang, Tehillim; Gebet in der Gruppe, Gebete zu bestimmten Anlässen wie Reisegebet, Kiddusch für Schabbat
  • Bezeichnungen der drei alltäglichen Gebetszeiten (Schacharit, Mincha und Ma’ariw/Arawit) sowie der besonderen Gebetszeiten (z. B. Mussaf, Kol Nidre, Ne’ila); Zusammenhang der Gebetszeiten mit den Tempelopfern
  • Schma (Dtn 6,4 9) aus dem Siddur in hebräischer Schrift oder in Transliteration und mit Übersetzung
  • die im Schma enthaltenen Gebote (z. B. besondere Verbindung zwischen Gott und dem Volk Israel, Einzigartigkeit von Gott, Tora-Lernen, Tefillin, Mesusot, Zizit)
  • die Bedeutung der drei Bezeichnungen des Hauptgebets (Amida, Schmone Essre und Tefilla), die Hauptbestandteile der Amida: Lob, Bitten und Dank; persönlicher Bezug zum Leben der Vorväter mit ihren Gotteserfahrungen

IR5 Lernbereich 3: Mensch und Welt: Vertrauend einen neuen Anfang wagen (ca. 10 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • bringen ihre Hoffnungen, aber auch Ängste und Verunsicherungen angesichts des Schulwechsels zum Ausdruck und gehen dabei achtsam und wertschätzend mit persönlichen Äußerungen um.
  • tauschen sich über ihre Stärken und Schwächen aus, um sich selbst und die anderen kennenzulernen sowie die Einmaligkeit des Individuums wahrzunehmen.
  • geben die Noach-Geschichte in Grundzügen wieder und deuten sie als Zeugnis eines starken, aber auch schwachen Menschen, der im Vertrauen auf Gott einen Neubeginn wagt.
  • erläutern, inwiefern die Gebote der Tora eine Hilfe für ein gelingendes Zusammenleben sein können, und stellen Regeln für ein gemeinsames Miteinander in der Klasse auf.

Inhalte zu den Kompetenzen:

  • gemischte Gefühle angesichts des Neuanfangs; die Mitschülerinnen und Mitschüler in der neuen Lerngemeinschaft; aktives Zuhören, Offenheit, Empathie und Respekt; Konfliktlösungsstrategien; Ich als Teil der Gemeinschaft
  • Wünsche, Ansprüche und Anforderungen an sich selbst; eigene Stärken und Begabungen als Chance, Umgang mit persönlichen Schwächen und Grenzen
  • Noachs Erwählung, Zumutung und Vertrauen auf Gott, z. B. Berufung (Gen 6,5-22), Prüfung und Rettung (Gen 7), Bundesschluss (Gen 8)
  • altersgemäße Beispiele zu den Geboten aus der Tora, z. B. Gebot der Hilfsbereitschaft, Verbot des Stehlens; Sinn und Zweck von Regeln für ein gelingendes Miteinander, z. B. Schulordnung, Verkehrsregeln, Sport- und Spielregeln; selbst erstellte Klassenregeln

IR5 Lernbereich 4: Jüdische Geschichte und Philosophie: Biblische Zeit und Monotheismus (ca. 12 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • finden und zitieren selbständig Texte der Tora.
  • skizzieren ausgewählte Erzählungen über die biblischen Vorfahren und deuten die darin enthaltenen Erfahrungen mit dem einzigen Gott.
  • beschreiben, wie die Erzählungen der Tora über die Vorfahren das jüdische Leben begleiten.
  • erfassen die Stellung der Familie anhand biblischer Verwandtschaftsgeschichten und reflektieren hierbei eigene Erfahrungen mit Familie und persönliche Sehnsüchte.

Inhalte zu den Kompetenzen:

  • ausgewählte Erzählungen, z. B. Berufung von Awraham (Gen 12,1-9), Bindung Jizchaks (Gen 22,1-9); das Leben Jaakows, z. B. Brüderstreit (Gen 25,26, Gen 27,36), Erstgeburtsrecht (Gen 25,27-34), Segen (Gen 27,1-40), Traum, Kampf und Namensgebung (Gen 28,10-19, Gen 32,28 f., Lev 26,42, Gen 35,10); Stammbaum Jaakows/Israels
  • Monotheismus und Glaubensbekenntnis, z. B. Ex 15,1-8, Dtn 6,4-9, Dtn 6,20-25, Dtn 26,5-10; Jos 24,2-13
  • jüdisches Familienleben zwischen Halt und Geborgenheit sowie Distanz und Selbstbestimmung, z. B. Sara und Hagar, Esau und Jaakow, Rachel und Lea, Jaakow und seine Söhne, Jossef und seine Brüder; eigene Erfahrungen

IR5 Lernbereich 5: Schriftliche Quellen – Werte: Tora und Anawa (Bescheidenheit) (ca. 12 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • erläutern die Bedeutung der Tora als Fundament des Judentums.
  • stellen die Struktur der Tora dar und entdecken die Hauptthemen der Bücher der Tora.
  • übertragen wichtige Aussagen der Tora auf das eigene Leben.
  • arbeiten die Bedeutung von Anawa (Bescheidenheit) als Teil von Derech Erez (anständiges Benehmen) heraus.
  • zeigen die Aktualität des Gebots „nicht zu beschämen – lo lewajesch“ im Umgang mit den Anderen.

Inhalte zu den Kompetenzen:

  • die Tora-Rolle als Ritualobjekt und ihre Benutzung in der Synagoge
  • die Buchausgabe der Tora (Chumasch), Hauptinhalte und Bezeichnungen der Tora-Bücher
  • Gelegenheiten, bei denen Zitate oder Motive der Tora sowohl in der Tefilla (Gebet) als auch im Alltag (Sprache, Bildende Kunst) verwendet werden
  • Bedeutung der Anawa in den schriftlichen Quellen, z. B. Num 12,3 (Moses als Vorbild); Ps 25,9, Spr 16,18 f., Spr 22,4, Pirke Awot 4:4 (Wert und Kontext der Anawa), Dtn 8,11-18, bT Ta’anit 7a zu Jes 55,1, bT Sanhedrin 38a über Mücken (Beispiele für praktische Anwendung); Derech Erez, z. B. LevR 9:3, bT Ta’anit 20a; Missachtung der Anawa, z. B. bT Bawa Mezia 58b-59a, bT Berachot 27b, bT Sanhedrin 11a, bT Gittin 55b-56a
  • aktuelle Beispiele für einen angemessenen Umgang miteinander im Sinne der Anawa angesichts ihrer Missachtung, z. B. durch Mobbing, Angeberei, Ausgrenzung