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Evangelische Religionslehre 8

wird überarbeitet

ER8 Lernbereich 1: Einheit und Vielfalt – Reformation und ihre Folgen (ca. 14 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • beschreiben Zusammenhänge zwischen Luthers Leben in seiner Zeit und seinen theologischen Einsichten.
  • erläutern reformatorische Entdeckungen zu Gott und Mensch und reflektieren sie vor dem Hintergrund eigener Vorstellungen und Erfahrungen.
  • benennen wichtige Unterschiede zwischen der evangelischen und der katholischen Sicht von Kirche und setzen sie in Beziehung zu gegenwärtigen ökumenischen Entwicklungen.
  • nehmen die Vielfalt der Auslegung des christlichen Bekenntnisses wahr, erklären sie an Beispielen und reflektieren dabei die Spannung zwischen der Vorstellung von der einen Kirche und der Vielfalt christlicher Konfessionen.
  • stellen Einflüsse der Reformation auf das kulturelle und gesellschaftliche Leben dar und identifizieren sie in ihrer Lebenswelt.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Vorstellungen und Strömungen im Zeitalter der Reformation
  • Aspekte des Lebens Luthers in ihrer Bedeutung für die reformatorische Theologie, z. B. Eintritt ins Kloster, Bibelstudium, "Thesenanschlag", Reichstag in Worms
  • reformatorische Entdeckungen: "allein durch Christus, allein aus Gnade, allein durch Glauben, allein die Schrift", auch in ihrer Relevanz für das Leben der Schülerinnen und Schüler
  • der Gedanke der Freiheit eines Christenmenschen und des allgemeinen Priestertums
  • Unterschiede im Kirchenverständnis von evangelischer und katholischer Kirche, dazu sichtbare Auswirkungen wie Ämter, Abendmahl; ökumenische Bewegung, z. B. auf regionaler und internationaler Ebene
  • Beispiele für die Vielfalt christlicher Konfessionen und Glaubensweisen, auch innerhalb des Protestantismus, ggf. orthodoxe Kirche; dabei Rede von sichtbarer und unsichtbarer Kirche als Erklärungsmodell für die Spannung zwischen Vielfalt und Einheit
  • Einflüsse der Reformation in verschiedenen Bereichen, z. B. Bibelübersetzung in ihrer Bedeutung für die deutsche Sprache, Beispiel(e) aus Musik, Literatur

ER8 Lernbereich 2: Propheten und die Frage nach Gerechtigkeit (ca. 12 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • nehmen Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit im eigenen Leben und in der Gesellschaft wahr und erläutern Ursachen und Folgen an einem Beispiel.
  • erklären am Beispiel einer prophetischen Tradition des Alten Testaments, was Propheten auszeichnet und wie sie sich im Namen Gottes für Gerechtigkeit einsetzen.
  • deuten den prophetischen Kampf gegen Götzen als Kritik an Mächten und Ideologien, die den Menschen ganz beanspruchen wollen, und setzen sich damit in Bezug auf eigene Lebenserfahrungen auseinander.
  • beschreiben am Beispiel eines Propheten, wie Glaube und Zweifel, Selbstbewusstsein und Unsicherheit zusammengehören, und tauschen sich über Möglichkeiten und Grenzen aus, eigene Standpunkte zu vertreten und für Gerechtigkeit einzutreten.
  • erörtern, wie Menschen sich für Gerechtigkeit engagieren, und beschreiben Ähnlichkeiten und Differenzen zu biblischen Propheten.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Erfahrungen mit Ungerechtigkeit, z. B. in Familie, Schule, Gesellschaft; dazu unterschiedliche Vorstellungen vom Begriff der Gerechtigkeit
  • Merkmale prophetischer Existenz und Verkündigung wie Berufung, Visionen, Bezugnahme auf die jeweils aktuelle politische Situation; Ansage von Heil und Unheil, Zeichenhandlungen, öffentliche Kritik; dazu eine prophetische Tradition im Überblick, z. B. Jeremia, Amos
  • prophetisches Verständnis von Gerechtigkeit auf der Basis der Tora: Leben in geschenkter Freiheit (Rückbezug auf Exodus), Orientierung an den Schwachen, Hoffnung auf endzeitlichen Frieden; dazu Beispiele für die Kritik der Propheten an lebensfeindlichen Götzen und ihr Werben um Treue zu dem lebendigen Gott; ggf. aktuelle Beispiele für lebensfeindliche Ideologien
  • Zweifel und Unsicherheit des Propheten: sich zum Reden gezwungen fühlen; Erfahrung von Ablehnung, Konkurrenz, Verfolgung; Zweifel an Gott und am eigenen Auftrag
  • eigene Erfahrung damit, für Überzeugungen einzustehen; dazu Gefühle wie Mut, Stolz, Sicherheit, Angst, Zweifel, Einsamkeit
  • eine Person, die sich im Lebensbereich der Schüler oder im gesellschaftlichen Kontext für Frieden und Gerechtigkeit einsetzt bzw. eingesetzt hat: ihre Motivation, ihr Auftreten, ihre Botschaft, ihr Schicksal; Unterscheidung zwischen biblischen Propheten im engeren Sinne und mutigen, engagierten Menschen.

ER8 Lernbereich 3: Die Welt als Gottes Schöpfung (ca. 10 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • erklären den Begriff Weltbild und beschreiben Konsequenzen verschiedener Vorstellungsmodelle für das Selbstverständnis des Menschen und sein Verhältnis zur Welt.
  • unterscheiden die verschiedenen Zugänge von Naturwissenschaft und Glauben zu Fragen nach der Welt und dem Menschen und nehmen Stellung zu Anfragen an den Schöpfungsglauben im Namen der Naturwissenschaften.
  • erläutern die biblisch-christliche Rede von Gott als Schöpfer der Welt und dem Menschen als Geschöpf und beziehen diese auf ihre eigenen Vorstellungen von der Welt.
  • leiten aus wichtigen Aussagen des Schöpfungsglaubens Konsequenzen für das Verhältnis zur Welt und die Weltgestaltung ab und beschreiben diese an einem Beispiel.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • verschiedene Vorstellungsmodelle von Welt, wie z. B. die Welt als Kreislauf, als Geheimnis, als zielgerichtete Fortentwicklung, als zielloser Zufall, und damit zusammenhängendes Lebensgefühl, ggf. Auswirkungen auf die Lebensführung
  • unterschiedliche Weltzugänge von Naturwissenschaft und Glauben, dazu Unterscheidung von Sachfragen und Sinnfragen
  • Möglichkeiten eines konstruktiven Verhältnisses von Schöpfungsglauben und Naturwissenschaft: Reden von der Schöpfung als Glaubensperspektive im Unterschied zu Fragen nach der Weltentstehung als wissenschaftlicher Herangehensweise; dazu ggf. Problematik von Kreationismus und Evolutionismus
  • vertieftes Verständnis biblischen Schöpfungsglaubens als bestimmter Sichtweise auf die Welt als noch nicht vollendete, dazu Aspekte aus Gen 1–3, z. B. Ordnung vs. Chaos, Hoffnung auf Vollendung, Ebenbildlichkeit und Herrschaftsauftrag des Menschen; 1. Artikel des Glaubensbekenntnisses
  • mögliche Konsequenzen des Schöpfungsglaubens, z. B. Dank und Klage als Ausdrucksformen einer auf Gott den Schöpfer bezogenen Haltung, Einsatz für eine bessere Welt, Entlastung von Machbarkeitsvorstellungen, Relativierung der Welt

ER8 Lernbereich 4: Ich in der Zeit (ca. 10 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • philosophieren über Zeit und erläutern wichtige Aspekte von Zeit als Grundbedingung menschlichen Lebens.
  • identifizieren und deuten Situationen, in denen Zeit im Alltag eine Rolle spielt oder zum Problem wird, und diskutieren diese aus verschiedenen Perspektiven.
  • beschreiben bedeutsame Veränderungen im Rahmen der eigenen Lebensgeschichte und beziehen sie auf die Frage nach der eigenen Identität.
  • leiten aus biblisch-christlichen Sichtweisen von Zeit, Endlichkeit und Ewigkeit Konsequenzen für das Lebensgefühl und die Lebensgestaltung ab und bringen sie mit anderen religiösen und weltanschaulichen Vorstellungen ins Gespräch.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • mindestens eine Problemstellung in Bezug auf Zeit, z. B. Relativität von Zeit und Zeitempfinden, Komplexität und Unabgeschlossenheit des Zeitbegriffs
  • Zeit als grundlegende Voraussetzung für die Entstehung von Leben, seiner Entwicklung, seiner Endlichkeit und Unumkehrbarkeit
  • Phänomene wie Zeitdruck, Freizeit, Langeweile, Nichtstun; dazu Aspekte aus christlicher Perspektive wie Lebenszeit als Geschenk, Rechtfertigungsglaube als Befreiung vom Zwang, alles erreichen zu müssen, Sensibilität für Ewigkeits- und Kairosmomente im Leben
  • Beispiele für eigene Veränderungen und Entwicklungen von der Kindheit zum Jugendalter; Fragen nach Brüchen und Kontinuität angesichts solcher Entwicklungen
  • Aspekte biblisch-christlicher Sichtweisen von Zeit, z. B. Lebenszeit als Gabe Gottes, Gott als Herr der Zeit und Geschichte, Schöpfung als unabgeschlossener Prozess, Ewigkeit als Aufgehobensein in Gottes Hand und als Zeitlosigkeit
  • andere Sichtweisen von Zeit, z. B. Lebenszeit als ausschließlicher Horizont, Wiedergeburt, Ewigkeit als unendliche Zeitdauer, Zeit als Götze, Mensch als Herr der Geschichte

ER8 Lernbereich 5: Religiöse Sinnangebote (ca. 10 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • nehmen unterschiedliche religiöse und religionsähnliche Sinnangebote wahr und erklären dahinter stehende Ideen.
  • unterscheiden an Beispielen lebensförderliche und lebensfeindliche Tendenzen in Bezug auf verschiedene Angebote.
  • setzen sich mit Sinn- und Glaubensangeboten im Horizont christlicher Freiheit auseinander, beziehen dabei auch Richtungen innerhalb des Christentums ein und formulieren einen eigenen Standpunkt.
  • erörtern sinnvolle Umgangsweisen für den Fall von Kontakten mit problematischen Angeboten und verfügen über geeignete Reaktionsmöglichkeiten.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • verschiedene religiöse bzw. religionsähnliche Sinnangebote, z. B. in religiösen Gemeinschaften, auf dem Psychomarkt, in der Esoterik; dazu ggf. deren Organisationsform, Verbreitung, Wirkung, mögliche Erklärungen für die Attraktivität
  • dahinter stehende Ideen, z. B. zu Wirklichkeit, Welt und Mensch, Unterscheidung von Gut und Böse
  • Kriterien für die Unterscheidung, z. B. Maßstäbe wie Offenheit und Transparenz vs. Abschottung nach außen, Selbstrelativierung vs. Absolutsetzung, Dienst am Menschen vs. Verzweckung von Menschen
  • evangelisches Selbstverständnis, z. B. im Sinne von Luthers Freiheitsverständnis, Haltungen wie Offenheit, Toleranz und Diskussionsbereitschaft
  • Umgangsweisen bei verschiedenen Formen eines möglichen Kontakts, z. B. Nachfragen bei Vertrauenspersonen oder Weltanschauungsbeauftragten, Internetrecherche, völliges Ignorieren