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Geschichte 8 – Das lange 19. Jahrhundert

gültig ab Schuljahr 2020/21

G8 Lernbereich 1: Aufklärung, Französische Revolution und Napoleon (ca. 10 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • erkennen, dass in der Zeit von Aufklärung und Französischer Revolution wichtige Grundlagen freiheitlich-demokratischer Wertvorstellungen und moderner bürgerlicher Gesellschaften geschaffen wurden. Sie nutzen diese Erkenntnis für die Orientierung in Geschichte und Gegenwart, um z. B. die Errungenschaften von Rechtsstaatlichkeit und politischer Mitbestimmung wertzuschätzen.
  • erklären am Beispiel der Französischen Revolution die Multikausalität von revolutionären Prozessen, indem sie Ursachen herausarbeiten und kurz- und langfristige Folgen berücksichtigen.
  • werten mithilfe eines vorgegebenen erweiterten Kriterienkatalogs ein Verfassungsschaubild aus, um wesentliche Merkmale der Gewaltenteilung und einer konstitutionellen Monarchie im Unterschied zum Absolutismus zu erklären. Sie präsentieren ihre Ergebnisse in einer eigenständigen Darstellung.
  • nutzen ihre Kenntnisse über antike und mittelalterliche Herrscher, um das Selbstverständnis Napoleons als Kaiser zu beschreiben.
  • erschließen anhand eines erweiterten vorgegebenen Kriterienkatalogs Geschichtskarten, um einen Überblick über die napoleonische Hegemonie in Europa und die territoriale Entwicklung Deutschlands am Beginn des 19. Jh. zu gewinnen.
  • nutzen ihre Kenntnisse über die Reformen in Bayern unter Montgelas, um deren Bedeutung für die Schaffung einer modernen bürgerlichen Gesellschaft zu beurteilen.
  • verwenden und erläutern bei der Beschreibung zentraler historischer Zusammenhänge folgende Grundlegende Daten und Begriffe: 1789 Beginn der Französischen Revolution, 1806 Ende des Heiligen Römischen Reichs, 1806 Gründung des Königreichs Bayern, Aufklärung, Menschenrechte, Gewaltenteilung, konstitutionelle Monarchie, Nation, Bürgertum, Volkssouveränität, Napoleon, Säkularisation. Dabei erkennen sie z. B. an dem Grundlegenden Datum 1789 Beginn der Französischen Revolution die sinnstiftende Bedeutung von Daten für die Geschichtskultur.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Ursachen der Französischen Revolution: Gedankengut der Aufklärung, Gesellschaft, Wirtschaft
  • Grundzüge der Französischen Revolution bis 1794
  • Kaisertum Napoleons und französische Vorherrschaft in Europa
  • territoriale Veränderungen in Deutschland sowie Reformen in Bayern unter Montgelas

G8 Lernbereich 2: Einigkeit und Freiheit? Deutschland zwischen Restauration und Revolution (ca. 9 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • erfassen den Konflikt zwischen dem Streben nach einem einheitlichen, freien Deutschland und den beharrenden Kräften als bestimmend für den politischen Prozess in der ersten Hälfte des 19. Jh. Dabei erkennen sie die Bedeutung bürgerschaftlichen Engagements für die moderne Demokratie.
  • werten anhand eines erweiterten vorgegebenen Kriterienkatalogs eine Geschichtskarte aus, um die territorialen Verhältnisse in Mitteleuropa nach dem Wiener Kongress 1815 zu beschreiben und Rückschlüsse auf die machtpolitischen Verhältnisse in Deutschland und Europa zu ziehen. Sie stellen ihre Erkenntnisse mündlich oder schriftlich in einer zusammenhängenden Narration dar.
  • beurteilen Möglichkeiten und Grenzen politischer Meinungsäußerung vor dem Hintergrund von Zensur, indem sie ein Beispiel politischer Dichtung der Vormärzzeit als historische Quelle untersuchen sowie einen Zeitungstext oder ein Flugblatt anhand eines vorgegebenen erweiterten Kriterienkatalogs auswerten. Dabei erkennen sie die Bedeutung der Meinungsfreiheit als hohen Wert für eine freiheitliche Lebensgestaltung.
  • beurteilen die Errungenschaften der Revolution von 1848/49 vor dem Hintergrund ihres Scheiterns.
  • gliedern die historische Entwicklung in der Restaurations- und Revolutionszeit mithilfe der Grundlegenden Daten 1815 Wiener Kongress, 1832 Hambacher Fest und 1848/49 Revolution in Deutschland.
  • wenden die Grundlegenden Begriffe Deutscher Bund, Nationalismus, Liberalismus, Parlament bei der Erläuterung historischer Zusammenhänge an.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Nationalidee und Befreiungskriege
  • Wiener Kongress: europäische Neuordnung und Deutscher Bund
  • Restauration, liberale und nationale Bewegung
  • Revolution von 1848/49

G8 Lernbereich 3: Bayern – Identität, Staatsgebiet und kulturelles Erbe (Längsschnitt) (ca. 6 Std.)
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Der Längsschnitt „Bayern – Identität, Staatsgebiet und kulturelles Erbe" berücksichtigt die Region als Gegenstandsbereich der Geschichte und steht in unmittelbarem Bezug zur Lebenswelt der Lernenden. Die Schülerinnen und Schüler wiederholen, vernetzen und vertiefen ihre historischen Kenntnisse und Fertigkeiten und erfahren, dass es auch thematische und strukturelle Zugänge zur Geschichte gibt. Schwerpunkte bilden insbesondere diejenigen Grundlegenden Daten und Begriffe, die für das Thema besonders wichtig sind.
Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • diskutieren in dem Längsschnitt die Frage nach einer bayerischen Identität vor dem Hintergrund des historisch gewachsenen Territoriums und des vielfältigen kulturellen Erbes Bayerns. Sie nutzen ihre Überlegungen für die Orientierung in der eigenen Lebenswelt, bei der Begegnung mit regionalen Traditionen und im Kontakt mit Menschen anderer Herkunft.
  • beurteilen, inwieweit das bayerische Staatswappen die heutige Bevölkerungsstruktur Bayerns widerspiegelt, und präsentieren ihre Erkenntnisse, z. B. in eigenen Entwürfen.
  • nutzen anhand eines vorgegebenen erweiterten Kriterienkatalogs einen Geschichtsatlas, um Grundzüge der territorialen Entwicklung Bayerns vom 8. bis ins 20. Jh. zu verstehen und ihre eigene Lebensregion im Verbund historischer Landschaften zu verorten.
  • untersuchen unter Zuhilfenahme digitaler Recherchemöglichkeiten städtebauliche oder architektonische Beispiele für das kulturelle Erbe Bayerns und erkennen dabei die Bedeutung des Denkmalschutzes in einem Kulturstaat.
  • nutzen bekannte Grundlegende Daten und Begriffe, insbesondere 800 Kaiserkrönung Karls des Großen, Mittelalter, 1618 – 1648 Dreißigjähriger Krieg, 1806 Ende des Heiligen Römischen Reichs, Napoleon, Säkularisation, 1806 Gründung des Königreichs Bayern, 1815 Wiener Kongress, um Aspekte der bayerischen Geschichte in allgemeinere historische Zusammenhänge einzuordnen.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Bayerns Bevölkerung: Altbayern, Franken, Schwaben, Heimatvertriebene, Spätaussiedler, Zuwanderer
  • territoriale Entwicklung: Stammesherzogtum des 8. bis 11. Jh., Gebiet des heutigen Bayern im 17. und 18. Jh., Königreich Bayern, Bayern nach 1945
  • kulturelles Erbe: Städte und Baudenkmäler, z. B. Regensburg, Bamberg, Bauten König Ludwigs I., Schlösser Ludwigs II.

G8 Lernbereich 4: Industrialisierung und Soziale Frage (ca. 9 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • vergleichen die Lebensbedingungen in vorindustrieller Zeit mit den Veränderungen durch die Industrialisierung (z. B. Technisierung, Verstädterung, Umweltbelastung), um den Übergang zur Industriegesellschaft als epochalen Einschnitt in der Menschheitsgeschichte einzuordnen. Sie nutzen ihre Erkenntnisse über die Industrialisierung, um die Dimension aktueller Veränderungen durch die Digitalisierung zu diskutieren.
  • werten anhand eines vorgegebenen erweiterten Kriterienkatalogs Statistiken und Grafiken aus, um Ursachen, Verlauf und Folgen der Industrialisierung zu erfassen, und stellen ihre Erkenntnisse auch in eigenen grafischen Umsetzungen dar.
  • beurteilen am Beispiel der Industrialisierung die Komplexität technischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Entwicklungen, indem sie Faktoren der Industrialisierung in England ermitteln sowie Hemmnisse und Antriebskräfte in Deutschland und Bayern aufzeigen.
  • vergleichen und bewerten begründet verschiedene Ansätze zur Lösung der Sozialen Frage und nutzen ihre Erkenntnisse, um z. B. aktuelle soziale Problemstellungen zu verstehen.
  • nutzen die Grundlegenden Begriffe Industrialisierung, Soziale Frage, Sozialismus, Kommunismus bei der Erschließung von anspruchsvolleren Quellen und Darstellungen sowie bei eigenen Narrationen.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Merkmale der Industrialisierung am Beispiel Englands
  • Industrialisierung in Deutschland und Bayern
  • veränderte Arbeits- und Lebensbedingungen
  • Soziale Frage und Ansätze zu ihrer Lösung im Überblick

G8 Lernbereich 5: Das Deutsche Kaiserreich (ca. 9 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • gewinnen die Erkenntnis, dass das Kaiserreich einerseits staatliche Stabilität, relative soziale Sicherheit und Elemente gesellschaftlicher Modernisierung bot, andererseits jedoch militaristisch, nationalistisch und obrigkeitsstaatlich geprägt war. Sie können auf der Grundlage ihrer Kenntnisse das Leben in einer pluralen und demokratischen Gesellschaft wertschätzen.
  • untersuchen mithilfe eines vorgegebenen Kriterienkatalogs am Beispiel der Proklamation des Deutschen Kaiserreichs Historiengemälde als geschichtliche Darstellungen und beurteilen deren Aussagekraft für Zeitgenossen und heutige Betrachter.
  • werten ein Schaubild der Reichsverfassung von 1871 aus, um sie hinsichtlich ihrer obrigkeitsstaatlichen und partizipatorischen Elemente zu beurteilen.
  • verknüpfen ihre Kenntnisse über Lösungsansätze der Sozialen Frage und über die Verhältnisse im Deutschen Kaiserreich, um die Sozialgesetzgebung Bismarcks vor dem historischen Hintergrund zu bewerten und die Bedeutung staatlicher Sozialpolitik zu verstehen.
  • untersuchen ausgewählte Aspekte des gesellschaftlichen Lebens vor 1914, um das Deutsche Kaiserreich im Spannungsfeld von Obrigkeitsstaat und moderner Massengesellschaft einzuschätzen.
  • verwenden und erläutern bei der Beschreibung historischer Zusammenhänge die Grundlegenden Daten und Begriffe: 1871 Reichsgründung, Deutsches Kaiserreich, Bismarck, Sozialgesetzgebung, Reichstag.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Reichsgründung 1871, u. a. aus bayerischer Sicht
  • Verfassung und Parteien, Auseinandersetzung mit der Sozialdemokratie
  • obrigkeitsstaatliches Denken, Militarismus und Nationalismus
  • Anfänge einer modernen Massenkultur und Massengesellschaft (z. B. Freizeitverhalten, Medien), Frauenbewegung

G8 Lernbereich 6: Imperialismus und Erster Weltkrieg (ca. 13 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • erkennen wesentliche Ursachen, die zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs führten. Sie nutzen ihre Erkenntnisse über die „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“, um die kurz- und langfristigen Auswirkungen zu diskutieren.
  • erschließen anhand eines vorgegebenen erweiterten Kriterienkatalogs anspruchsvollere Geschichtskarten zur kolonialen Aufteilung der Welt um 1900, zum Ersten Weltkrieg und zu den Pariser Vorortverträgen. Dabei beschreiben sie auch historische Wurzeln gegenwärtiger Konflikte, z. B. in Afrika oder in Südosteuropa.
  • erklären am Beispiel des Ersten Weltkriegs die Multikausalität militärischer Konflikte, indem sie Anlass sowie kurz- und langfristige Ursachen berücksichtigen und dazu auch Historikertexte auswerten.
  • erläutern am Beispiel des Jahres 1917 den Begriff „Epochenjahr“.
  • untersuchen z. B. anhand literarischer Zeugnisse, lokaler Kriegerdenkmäler oder historischer Fotografien die zeitgenössische Wahrnehmung des Ersten Weltkriegs, um dessen neue Dimension als moderner Massenkrieg zu erfassen, und präsentieren ihre Erkenntnisse. Dabei nutzen sie auch digitale Möglichkeiten der Informationssuche und -darbietung.
  • diskutieren die Ergebnisse und Folgen des Kriegs, indem sie u. a. Statistiken sowie zentrale Regelungen der Friedensverträge auswerten.
  • gliedern die Zeit des frühen 20. Jh. mithilfe der Grundlegenden Daten 1914 – 1918 Erster Weltkrieg und 1917 Kriegseintritt der USA und Russische Revolution und wenden bei der Beschäftigung mit Quellen und Darstellungen sowie in eigenen Narrationen die Grundlegenden Begriffe Imperialismus und Vertrag von Versailles an.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Ziele und Methoden imperialistischer Politik, Auswirkungen auf die betroffenen Völker an einem Beispiel
  • der Weg in den Ersten Weltkrieg: Wettrüsten, Konfliktfeld Balkan und Julikrise 1914
  • neue Dimension des Kriegs: Stellungskrieg, Materialschlacht und Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung
  • Epochenjahr 1917: Kriegseintritt der Vereinigten Staaten und Russische Revolution
  • Niederlage der Mittelmächte und Bilanz des Kriegs, territoriale Veränderungen (Vertrag von Versailles, Pariser Vorortverträge), Kriegsschuldfrage