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Islamischer Unterricht 8

IU8 Lernbereich 1: Miteinander leben – Sinn finden
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • setzen sich kritisch mit den Sinngebungen ihrer Umwelt auseinander und diskutieren die Herausforderungen, sich ein eigenes Sinnsystem zu suchen.
  • unterscheiden an ausgewählten Beispielen sinnvolle und problematische Angebote.
  • verstehen die Antworten des Korans als Angebote für die Sinnfragen des Lebens und setzen sich konstruktiv damit auseinander.
  • erörtern, wie sie auf der Suche nach Orientierung mit problematischen Angeboten sinnvoll umgehen und angemessen darauf reagieren können.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Sinngebungen, z. B. durch Werbung, soziale Medien, Trends, Konsum, Politik, Religion, Esoterik; Herausforderungen, z. B. Pubertät, Identitätsfindung, Orientierung, Streben nach Glück, Verführungen, Sehnsüchte, Maßlosigkeit, Hektik, Stress
  • problematische Angebote, z. B. Drogen, okkulte Praktiken, Sekten; Unterscheidungskriterien, z. B. Gefährdung der Gesundheit, Abschottung, Kontrollverlust, Instrumentalisierung
  • Beziehung zwischen Gott und Mensch im Koran
  • Umgang mit problematischen Angeboten, z. B. Internetrecherche, Kontakt zu Vertrauenspersonen oder Beratungsstellen

IU8 Lernbereich 2: Religiöses Leben – Verantwortung entwickeln
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • nehmen wahr, welche Möglichkeiten sie haben, Verantwortung in ihrem näheren und weiteren Umfeld zu übernehmen.
  • beschreiben, wie Musliminnen und Muslime anderen helfen.
  • erkennen die Bedeutung von Verantwortung im Islam.
  • unterscheiden zwischen seriösen und unseriösen Hilfsorganisationen.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Verantwortung übernehmen in Schule, Familie, Freundeskreis und Nachbarschaft, z. B. SMV, Streitschlichter, Nachhilfe, Betreuung von Geschwisterkindern, Unterstützung älterer Nachbarn, Hilfe durch Anteilnahme und Trost; Verantwortung übernehmen im Naturschutz, z. B. keine Verschwendung von natürlichen Ressourcen, Nachhaltigkeit
  • Möglichkeiten der Hilfe im Islam: Pflichtabgabe (zakāh) und freiwillige Spende (sadaqa)
  • Verantwortung, untrennbare Verbindung von Selbstverantwortung (vor Gott) und Mitverantwortung für andere im Islam
  • Kennenlernen von lokalen und internationalen Hilfsorganisationen und Erkennen seriöser Hilfsorganisationen, z. B. durch Recherche, Spendensiegel, anerkannte Gemeinnützigkeit durch das Finanzamt

IU8 Lernbereich 3: Glaubenslehre des Islams – Göttliche Botschaften interpretieren
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • erarbeiten anhand verschiedener Koranstellen die Bedeutung von Gesandten für Musliminnen und Muslime.
  • beschreiben das muslimische Verständnis der Rolle Muhammads als letzter Prophet Gottes und als sog. Siegel der Propheten.
  • interpretieren Prophetenreden unter sozialkritischen Gesichtspunkten und leiten daraus Handlungsmöglichkeiten ab.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Bedeutung der Gesandten, z. B. als Verkünder, Warner und Begleiter, Anerkennung aller von Gott gesandten Propheten durch die Musliminnen und Muslime, gemeinsame Kernbotschaft der Propheten, Glaube an die Gesandten als Glaubensartikel, K 4:136
  • Muhammad als Siegel der Propheten im Koran
  • sozialkritische Gesichtspunkte, z. B. ungerechte Güterverteilung, Missbrauch der Gottesschöpfung, respektloser Umgang mit den Mitmenschen

IU8 Lernbereich 4: Propheten – Weisheit verstehen
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • definieren den Begriff der Weisheit und beschreiben unterschiedliche Lebensbereiche, in denen sich Weisheit zeigt.
  • erarbeiten anhand ausgewählter Texte, dass nach diesen Gott die Propheten mit Weisheit ausgestattet hat.
  • setzen sich kritisch mit der Notwendigkeit von Weisheit in unterschiedlichen Bereichen des Lebens auseinander.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • verwandte Begriffe für Weisheit, z. B. Einsicht, Erkenntnis, Klugheit, Vorausschau, Umsicht, Weitsicht; unterschiedliche Lebensbereiche, z. B. Weisheit im Alltag (Umgang mit Stärken, Schwächen, dem Gewissen, Scham, Schuld), Weisheit in der Literatur, Weisheit in Bibel und Koran
  • Weisheit der Propheten in ausgewählten Texten
  • Notwendigkeit von Weisheit in unterschiedlichen Bereichen des Lebens, z. B. wissenschaftliche/technische Entwicklungen wie Atomkraft, Gentechnik, Medizin oder auch im Bereich von politischen Entscheidungen sowie Umweltschutz

IU8 Lernbereich 5: Muhammads Leben und Wirken – Familiengeschichte(n) verstehen
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • erschließen Ursachen für die Ehen Muhammads mit mehreren Frauen und setzen sich anhand ausgewählter Beispiele kritisch mit der Beziehung Muhammads zu seinen Frauen auseinander.
  • stellen wichtige Figuren im Umfeld Muhammads dar und reflektieren ihre Rolle bei der Ausbreitung des Islams und der Verschriftlichung des Korans.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Ursachen, z. B. Vorbildfunktion und Verbreitung des Islams unter Frauen, gesellschaftliche und politische Gründe
  • ausgewählte Beispiele, z. B. erste, langjährige monogame Ehe mit Chadīdscha, Heirat mit der jungen Āischa (Tochter von Abū Bakr), Auseinandersetzung um Maria die Koptin, „Halskettenaffäre“ (keine Vorverurteilung, kritische Hinterfragung, Wahrheit als subjektive Wahrnehmung)
  • wichtige Figuren der islamischen Frühgeschichte

IU8 Lernbereich 6: Koran und Schrifttradition – Überlieferungen aktualisieren
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • definieren den Begriff Tafsīr im religiösen Sinn und erkennen die Bedeutung der Koranexegese aufgrund der Schwierigkeit, einige Korantexte zu verstehen und zu erklären.
  • charakterisieren klassische Auslegungsarten des Korans.
  • nehmen wahr, dass es keine allgemein gültige Interpretation des Korans gibt.
  • unterscheiden zwei Typen von Hadith-Sammlungen und benennen die bekanntesten Sammler.
  • erläutern die Bedeutung von Hadithen für die traditionelle Koranexegese.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Definition von Tafsīr: Erklärung des Sinns eines Koranverses, seiner Bedeutung, Geschichte und des Anlasses, aufgrund dessen er herabkam; z. B. K 3:7
  • Arten des Korankommentars, z. B. quellenbezogen, personenbezogen, linguistisch, mystisch (inspiriert)
  • Vielzahl von Korankommentaren und ausgewählte Streitfragen, islamische Redewendung Allāhu alam (Gott weiß es am besten!) und die Anerkennung des Reichtums von Deutungsmöglichkeiten
  • Typen: Anordnung der Hadithe nach inhaltlichen Kriterien (musannaf) und nach den Gefährten Muhammads (musnad); Sammler, z. B. Bukhārī und Muslim
  • Bedeutung von Hadithen: Hilfe bei der Erklärung des Korans mithilfe möglichst lückenloser Überlieferungen, Orientierung an den Aussagen der Prophetengefährten und ihrer unmittelbaren Nachfolger

IU8 Lernbereich 7: Geschichte und Geographie des Islams – Herrschaftskonflikte reflektieren
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • erarbeiten die Grundlagen und Fragestellungen der Quellen- und Textkritik; durch die Rekonstruktion einer historischen Figur aus dem Umfeld Muhammads und einer zeitgenössischen Figur und reflektieren das Grundproblem der Glaubwürdigkeit und Zuverlässigkeit von Quellen.
  • erklären in Grundzügen, wie es aufgrund der Streitigkeiten um Muhammads Nachfolge zum Schisma in der islamischen Frühgeschichte kam, und setzen sich altersgemäß mit der Problematik der Konstruktion von Geschichte auseinander.
  • beschreiben die beiden großen Kalifate der Umayyaden und Abbasiden hinsichtlich der Ausbreitung des Islams und bedeutsamer Errungenschaften.
  • beschreiben in Grundzügen andere bedeutende Dynastien der islamischen Geschichte und setzen sich an einem ausgewählten Beispiel damit auseinander, wie sich Herrschaftsstrukturen auf das Leben der Menschen, das Zusammenleben der Religionen und die kulturelle Entwicklung auswirken.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Unterscheidung von sachlich-objektiven und subjektiven Quellen und Texten
  • Unterscheidung von historischen und aktuellen Quellen: Koran, Hadith, Sīra vs. soziale Medien, Urkunden, Dokumente
  • Zeit der Kalifen/Nachfolger Muhammads (Abū Bakr, Umar, Uthmān, Alī); Ermordung Alīs, Wahl Muawiyas, Schlacht von Kerbela und Schisma, Sunniten (Ahl as-sunna) und Schiiten (Schīat-Alī); Konstruktion von Geschichte bzw. der Vergangenheit, z. B. anhand eines aktuellen Beispiels aus dem Schulalltag, Rekonstruktion aus unterschiedlichen Perspektiven, Veränderung von Perspektiven mit zeitlichem Abstand
  • Umayyaden (661-750): Damaskus als Hauptstadt, sunnitische Erbfolge, Eroberungen in Spanien und Frankreich, erstes öffentliches Krankenhaus, Kalifat von Cordoba; Abbasiden (750-1258): goldenes Zeitalter, Bagdad als Hauptstadt, Kodifizierung der Hadithe und Kanonisierung des Rechts, erste Papierfabrik, Bibliotheken
  • islamische Dynastien, z. B. Mamluken, Almoraviden, Seldschuken, Fatimiden, Osmanisches Sultanat

IU8 Lernbereich 8: Religionen und Weltanschauungen – Religiöse Erscheinungsformen respektieren
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • beschreiben den Entstehungsprozess der zentralen heiligen Schriften des Judentums, Christentums und Islams und stellen ihre jeweilige Rolle für die Glaubensgemeinschaft dar.
  • zeigen Verständnis für die Überzeugung jüdischer, christlicher und islamischer Gläubiger, dass es sich bei ihren heiligen Schriften um eine Botschaft göttlichen Wirkens handelt.
  • unterscheiden verschiedene Formen von Schriftverständnis.
  • unterscheiden und respektieren unterschiedliche Gebets- und Meditationsformen als Antwort des Menschen auf die Offenbarung in den verschiedenen Religionen.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Heilige Schriften in den verschiedenen Religionen: Koran, Tanach, Altes Testament, Neues Testament
  • Formen von Schriftverständnis: z. B. Verbalinspiration, „Gotteswort im Menschenwort“
  • Gebetsanlässe und -haltungen
  • ritualisierte Gebetsformen (z. B. salā im Islam, jüdisches Morgengebet, christliches Vaterunser, meditativer Gesang, Taizé-Gebet); freie Gebetsformen, z. B. Tischgebet, Familiengebet