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Katholische Religionslehre 8

gültig ab Schuljahr 2020/21

KR8 Lernbereich 1: Was ist der Mensch? Die Frage nach der Stellung des Menschen in der Schöpfung (ca. 12 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • setzen sich mit verschiedenen Menschenbildern auseinander, um einen eigenen, begründeten Standpunkt zu entwickeln.
  • beschreiben und reflektieren die Grundzüge biblischer Anthropologie anhand der Schöpfungstexte und grenzen diese von einem weiteren religiösen Ansatz und einer naturwissenschaftlichen Beschreibung ab. Dabei stellen sie die besondere Verantwortlichkeit und Würde heraus, die mit der Gottebenbildlichkeit verknüpft ist.
  • identifizieren auf der Grundlage ausgewählter Texte aus der biblischen Urgeschichte mögliche Gefährdungen des Menschen und leiten daraus ethische Konsequenzen ab.
  • zeigen Wege auf, wie die Schöpfungspartnerschaft zwischen Gott und Mensch in ihrem eigenen Umfeld realisiert werden kann.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • exemplarische „Menschen-Bilder": in Computerspielen, sozialen Medien oder Filmen; in Philosophie, Kunst oder Literatur
  • Gen 1 und Gen 2 mit Schwerpunkt auf der Gottebenbildlichkeit (Gen 1,26-28): Beziehung zu Gott, gleichwertige Stellung von Mann und Frau und die verantwortliche Rolle gegenüber der Schöpfung (Herrschaftsauftrag)
  • Vergleich mit einem nichtbiblischen religiösen Ansatz, z. B. einem mesopotamischen Schöpfungsmythos (Atram Hasis oder Enuma elisch), insbesondere bezüglich der Beziehung von Gott und Mensch und der Stellung des Menschen in der Welt
  • Abgrenzung von einer naturwissenschaftlichen Sichtweise der Entstehung der Welt
  • mögliche Gefährdungen des Menschen an Beispielen aus Gen 3-11
  • Möglichkeiten eines verantwortlichen Umgangs mit der Schöpfung; ein Beispiel für biblische Schöpfungsspiritualität (z. B. Ps 8, Ps 104 und deren kreative Weiterführung, z. B. im „Sonnengesang" des Franz von Assisi); ggf. Beteiligung an einem Umweltprojekt im näheren Umfeld

KR8 Lernbereich 2: Von Gott berufen: prophetische Impulse für eine gerechtere Welt (ca. 12 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • beschreiben Missstände in der Gesellschaft aus ihrer Sicht.
  • erläutern exemplarisch das Selbstverständnis alttestamentarischer Prophetinnen und Propheten vor dem Hintergrund von Exoduserfahrung und Dekalog und reflektieren die Relevanz prophetischer Botschaften für die Gegenwart, auch in Bezug auf die Kirche.
  • identifizieren und beurteilen prophetisches Handeln in der Welt von heute und entwickeln Möglichkeiten eigenen „prophetischen Wirkens".
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • gesellschaftliche Missstände in der Gegenwart, z. B. Machtmissbrauch, (soziale) Ungerechtigkeit
  • prophetisches Wirken im Dienste der Bewahrung der von Gott geschenkten Freiheit (Exoduserfahrung, Dekalog): prophetische Männer (z. B. Amos, Jeremia, Jesaja) und Frauen (z. B. Debora, Hulda) als „gerufene Rufer/innen" im Auftrag Gottes
  • Inhalte biblischer Prophetie und ihre Gegenwartsbedeutung: Ermahnung und Anklage, z. B. Kritik an der Abkehr von Gott (z. B. Jer 8,4-7), an sozialer Ungerechtigkeit (z. B. Am 4,1-3) und kultischer Praxis (z. B. Am 5,21-27); endzeitliche Verheißung von Frieden (z. B. Jes 11,1-12)
  • Beispiele für modernes prophetisches Handeln; eigene Möglichkeiten des Engagements vor dem Hintergrund biblischer Impulse (z. B. Zivilcourage zeigen)

KR8 Lernbereich 3: Der Mensch vor Gottes Gerechtigkeit: Das religiöse Ringen in Reformation und katholischer Reform (ca. 12 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • erschließen die mittelalterliche Weltsicht in Bezug auf Diesseitsbewältigung und Jenseitserwartung.
  • ordnen das persönliche Ringen Martin Luthers um einen gnädigen Gott in den Rahmen des zeitgenössischen Heilsverlangens ein und setzen sich vor diesem Hintergrund mit seiner Auffassung von der Rechtfertigung des Menschen auseinander.
  • beschreiben und reflektieren Auswirkungen der reformatorischen Bewegungen auf die zeitgenössische Gesellschaft, die Katholische Kirche und die heutige Situation der gespaltenen Christenheit.
  • erkennen, dass die Verbundenheit in Jesus Christus bleibender Auftrag für die katholische Kirche wie für andere christliche Konfessionen ist, und belegen dies an Beispielen aus dem eigenen Erfahrungsbereich.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Lebens- und Frömmigkeitsformen im ausgehenden Mittelalter im Kontext von Krankheit und Zuversicht, Tod und Heil, z. B. Endzeiterwartung, Wallfahrtswesen, Heiligenverehrung, Ablasswesen; ggf. geeignete Versatzstücke aus der mittelalterlichen Welt in Computerspielen etc.
  • Luthers persönliche Suche nach dem Heil: traditionelle Frömmigkeitspraxis, Klostereintritt, häufige Beichte; Ablassstreit und theologische Wende: Rechtfertigung sola gratia, sola fide, sola scriptura, solus Christus
  • Folgen der Reformation, v. a. Kirchenspaltung in Mittel- und Westeuropa, weitere Aspekte, z. B. Auflösung von Klöstern, Schwärmertum; Katholische Reform: Konzil von Trient und damit verbundene Erneuerungsansätze, z. B. neue tridentinische Liturgie; ein Beispiel für Auswirkungen der Reformation auf heutige politische oder religiöse Strömungen
  • ein Beispiele für konfessionelle Gemeinsamkeiten und Unterschiede im persönlichen Erfahrungsbereich; ökumenische Initiativen, z. B. Taizé, Ökumenischer Kirchentag
  • ggf. Berücksichtigung lokaler Gegebenheiten (auch als Projekt)

KR8 Lernbereich 4: Zur Kirche gehören – aus dem Glauben handeln (ca. 10 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • nehmen die Kirche als lebendige Gemeinschaft wahr, die in unterschiedlichen Aufgabenfeldern weltweit agiert.
  • reflektieren ihre Erfahrungen mit kirchlichem Leben und dessen gesellschaftliche Wahrnehmung.
  • stellen im Rückgriff auf biblisch begründete Leitvorstellungen die Sendung der Kirche in Grundzügen dar.
  • deuten den kirchlichen Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung als konkrete Form der Nachfolge Jesu.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Hilfswerke, Verbände, soziale Einrichtungen, Weltjugendtage; Kirche als Grundsakrament, davon abgeleitet: kirchliche Vollzüge (diakonia, leiturgia, martyria in koinonia); Bedeutung des Papstamtes
  • Kirche als Ort gelebten Glaubens: lokale kirchliche Angebote in den Pfarreien(-gemeinschaften) und die sie tragenden Personen, z. B. Jugendarbeit, Gottesdienste, Sakramente, Brauchtum
  • Selbstverständnis der Kirche: biblische Impulse, z. B. Fußwaschung (Joh 13,1-15), Bildwort vom Weinstock (Joh 15,1-8), Aussendung (Mt 28,19); Kirche als pilgerndes Gottesvolk (II. Vaticanum); Selbsterneuerung als ständige Aufgabe
  • kirchliche Friedens- und Umweltinitiativen, Engagement für Randgruppen, Kirchenasyl; ggf. praktischer Einsatz in pastoralen und sozialen Aufgabenfeldern (z. B. Compassion-Projekte)

KR8 Lernbereich 5: Unterscheiden können: Vielfalt religiöser Angebote (ca. 10 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • diskutieren anthropologische Beweggründe für religiös motivierte Handlungen.
  • analysieren die Versprechen und Angebote für eine gelingende Lebensbewältigung durch religiöse und weltanschauliche Strömungen bzw. Gruppierungen.
  • beurteilen Formen von Religiosität auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes.
  • nehmen die Vielfalt kirchlicher Angebote zur Lebenshilfe und Spiritualität wahr und beurteilen diese hinsichtlich der Relevanz für sich selbst.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Motive von Religiosität, z. B. Glücksstreben, Transzendenzerfahrung, Sinnsuche, Sicherheit, Geborgenheit, Selbstoptimierung
  • Inhalte, Absichten, Strukturen und Methoden ausgewählter Strömungen und Gruppierungen, z. B. Psychokulte, magische Praktiken, Radikalismus und Fundamentalismus; mögliche Funktionalisierung im Interesse von Kommerzialisierung, Machtausübung und scheinbarer Absicherung
  • christliche Kriterien zur Beurteilung auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes, v. a. Verwirklichung der Würde des Menschen, Reflexions- und Entscheidungsfreiheit, Dialogbereitschaft und Toleranz, argumentative Stimmigkeit, Konsistenz und Tragfähigkeit für ein gelingendes Leben
  • Angebote zur Beratung und Förderung spirituellen Lebens, z. B. Tage der Orientierung, Schulpastoral, kirchliche Stellen für Weltanschauungsfragen, Sozialdienste, Telefonseelsorge; christliche Spiritualität, z. B. Gebete, Segensfeiern, Wallfahrten, Weltjugendtage, Sakramente und Sakramentalien