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Eth12 Lernbereich 1: Recht und Gerechtigkeit (ca. 22 Std.) Abschnitt zur PDF-Sammlung hinzufügen

Gymnasium: Ethik 12

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • bewerten Berechtigung und Grenzen rechtspositivistischer und naturrechtlicher Positionen und prüfen deren Relevanz für die Rechtspraxis.
  • wählen in verschiedenen lebenspraktischen Kontexten Kriterien zur Beurteilung der Frage der Gerechtigkeit und wenden diese Kriterien adäquat an. Dabei berücksichtigen sie philosophische Konzepte, z. B. von Aristoteles, J. Rawls und M. Walzer.
  • verfolgen den öffentlichen Diskurs über Fragen der Gerechtigkeit in der Gesellschaft und beteiligen sich nach Möglichkeit mit eigenen Beiträgen.
  • beurteilen die Vertretbarkeit und Effektivität verschiedener Strafzwecke, auch im Hinblick auf ihren Einsatz in konkreten Fällen. Dabei berücksichtigen sie wesentliche Kriminalitätstheorien und den Zusammenhang mit Menschenbildern und versetzen sich in die Situation von Tätern und Opfern.
  • unterscheiden bei der Frage nach einer angemessenen Behandlung von Straftätern zwischen Tat- und Täterstrafrecht. Dabei berücksichtigen sie insbesondere den Entwicklungsstand und die Bedürfnisse jugendlicher Straftäter.
  • bewerten den aktuellen Strafvollzug mithilfe der Kriterien Humanität, Gerechtigkeit und Effektivität und entwickeln ggf. Reformvorschläge.
  • setzen sich mit Problemen und Perspektiven einer gerechten globalen Friedensordnung auseinander, um ihr Urteilsvermögen in Fragen von Krieg und Frieden zu schärfen.
  • entwickeln eine eigene Position zum universellen Geltungsanspruch der Menschenrechte. Dabei berücksichtigen sie wesentliche Inhalte der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948.

Inhalte zu den Kompetenzen:

  • positives Recht und Rechtspositivismus, überpositives Recht (Rechtsquellen, Problematik, Leistung), Radbruch’sche Formel
  • kommutative und distributive Gerechtigkeit bei Aristoteles
  • Gerechtigkeit als Fairness (J. Rawls): „Schleier des Nichtwissens“, Gerechtigkeitsgrundsätze, Differenzprinzip als Abgrenzung zum Utilitarismus
  • komplexe Gleichheit (M. Walzer): Verteilungssphären und deren Kriterien
  • Menschenbilder und Strafzwecke: Kriminalitätstheorien (z. B. Anomie-Theorie, Etikettierungsansatz), Formen der Prävention; Vergeltung; Wiedergutmachung (Täter-Opfer-Ausgleich); Resozialisierung
  • Strafrechtstheorien: Tat- und Täterstrafrecht (u. a. Umgang mit jugendlichen Straftätern), Mischformen im geltenden Recht
  • Zielsetzungen des modernen Strafvollzugs und Probleme in der aktuellen Praxis
  • Probleme und Perspektiven einer gerechten globalen Friedensordnung (z. B. Schutzverantwortung und Völkerrechtsproblematik bei internationalen Interventionen, Migration)
  • Menschenrechte: Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1948 (anhand ausgewählter Menschenrechte), Problem der universalen Geltung