Lehrplan PLUS

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Wirtschaft und Recht 9 (II)

gültig ab Schuljahr 2021/22

In dieser Jahrgangsstufe soll eine praxisorientierte Maßnahme, z. B. Gerichtsbesuch, durchgeführt werden.

WR9 1.1 Ausbildungs- und Berufswahl (ca. 6 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • charakterisieren Berufsfelder und die Zugangs- und Ausbildungsmöglichkeiten verschiedener Berufe, um dieses Wissen bei der eigenen Berufswahl gezielt zu nutzen.
  • stellen die Bedeutung einer formal, sprachlich und inhaltlich ansprechenden Bewerbung für die Suche nach einem Ausbildungs- und Arbeitsplatz heraus. Sie verfassen ausgewählte Bewerbungsbestandteile zur Optimierung ihres Bewerbungsportfolios.
  • schätzen aufgrund von beispielhaften Auswahltests, simulierten Vorstellungsgesprächen und gängigen Assessmentcenteraufgaben ihre Stärken und Schwächen realistisch ein. Diese Erkenntnisse nutzen sie für ihre Berufswahl und reflektieren dabei auch die für das Berufsleben erforderlichen Schlüsselqualifikationen und Werthaltungen.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • ausgewählte Berufsfelder und ihre Anforderungsprofile
  • Bewerbungsverfahren: Bewerbung, Auswahltests, Vorstellungsgespräch, Assessmentcenter

WR9 1.2 Regelungen in Ausbildung und Beruf (ca. 9 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • charakterisieren die Rechte und Pflichten der Vertragsparteien bei einem Berufsausbildungsvertrag. Auf dieser Basis entwickeln und bewerten sie Lösungsstrategien für Probleme während der Berufsausbildung.
  • begründen ausgehend von der jährlichen Entgeltabrechnung einer Ausbildungsvergütung den möglichen finanziellen Nutzen der Einkommensteuererklärung.
  • lösen praxisbezogene Fälle zum Arbeitsschutz, insbesondere zum Jugendarbeitsschutz, durch Subsumption. Dabei begründen sie die Schutzbedürftigkeit verschiedener in einem Beschäftigungsverhältnis stehender Personengruppen.
  • grenzen rechtswirksame von unwirksamen Kündigungen ab und belegen ihre Entscheidung mit ausgewählten Gesetzestexten. Dabei leiten sie Auswirkungen des Kündigungsschutzes für Arbeitnehmer und Arbeitgeber ab.
  • beurteilen als zukünftige Arbeitnehmer ihre Möglichkeiten der Mitbestimmung in einem Unternehmen gemäß dem Betriebsverfassungsgesetz.
  • begründen die Bedeutung beruflicher Interessenvertretungen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern im Hinblick auf das Zustandekommen eines Tarifvertrages. Dabei beurteilen sie auch die Möglichkeiten beider Parteien in einem Tarifkonflikt.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Berufsausbildungsvertrag: Inhalt und Bestimmungen nach dem Berufsbildungsgesetz, Rechte und Pflichten beider Vertragsparteien
  • Ausbildungsvergütung und Abgaben; Einkommensteuererklärung am Beispiel Werbungskosten
  • Arbeitsschutz: Jugendarbeitsschutzgesetz und weitere Bestimmungen, z. B. Kündigungsschutz, Mutterschutzgesetz
  • Mitbestimmung im Unternehmen: Jugend- und Auszubildendenvertretung, Betriebsrat
  • berufliche Interessensvertretungen: Arbeitnehmer- und Arbeitgebervereinigungen, Tarifvertrag, Tarifautonomie, Tarifkonflikt
Alltagskompetenzen Alltagskompetenzen

WR9 Lernbereich 2: Geld- und Kapitalmarkt (ca. 12 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • stellen die Wechselbeziehungen der Wirtschaftakteure in einem um die Kreditinstitute erweiterten Kreislaufmodell dar. Dabei ziehen sie Rückschlüsse auf die gesamtwirtschaftlichen Zusammenhänge und leiten Auswirkungen auf das Verbraucherverhalten ab.
  • differenzieren unterschiedliche Aufgabenbereiche von Kreditinstituten, damit der Aufbau des deutschen Bankensystems transparent wird.
  • unterscheiden Aktiv-, Passiv- und Dienstleistungsgeschäfte der Banken, um sich einen Überblick über Möglichkeiten der Kapitalbeschaffung und Kapitalanlage zu verschaffen. Sie nutzen diesbezüglich Chancen und berücksichtigen Risiken der modernen Medien.
  • stellen anhand der vielfältigen Kapitalbeschaffungsmöglichkeiten die Gefahren einer Überschuldung differenziert dar. Dabei hinterfragen sie auch ihr eigenes Konsumverhalten und nennen Maßnahmen zur gezielten Problemlösung bzw. Prävention.
  • wählen für unterschiedliche Lebenssituationen und Anlageziele sinnvolle Geldanlagemöglichkeiten aus und grenzen diese damit voneinander ab.
  • begründen die stetig wachsende Bedeutung und die Notwendigkeit der rechtzeitigen privaten Altersvorsorge zur Sicherung des eigenen Lebensunterhaltes im Rentenalter.
  • charakterisieren die Börse als besonderen Marktplatz und bestimmen mithilfe von Angebot und Nachfrage exemplarisch Kurse am Aktienmarkt.
  • stellen die volkswirtschaftliche Bedeutung verschiedener Aktienindices als Wirtschaftsbarometer dar, indem sie Verbindungen zwischen Kursschwankungen und einschneidenden wirtschaftlichen und politischen Ereignissen herstellen.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Darstellung der verschiedenen Geldströme zwischen den Sektoren Unternehmen, Haushalte und Kreditinstitute im erweiterten Wirtschaftskreislauf
  • Universalbanken (z. B. Sparkassen, Genossenschaftsbanken und Privatbanken) und Spezialbanken (z. B. Bausparkassen)
  • Bankgeschäfte: Aktiv- und Passivgeschäfte; Dienstleistungsgeschäfte
  • Kreditinstitute und moderne Medien (z. B. Mobile Payment): Chancen und Gefahren im Bereich der Dienstleistungsgeschäfte
  • verschiedene kurz- und langfristige Kredite des Alltags; Kreditsicherheiten; Überschuldung
  • Magisches Dreieck der Vermögensanlage; Geldanlagemöglichkeiten: Sicht- und Termineinlagen, Teilhaber- und Gläubigerpapiere
  • Möglichkeiten der Altersvorsorge (Bedeutung der privaten Vorsorge zur Sicherung des Einkommens im Alter)
  • Börse als Handelsplatz von Wertpapieren, Devisen und Waren; Kursbildung; wichtige Aktienindices als Wirtschaftsbarometer

WR9 Lernbereich 3: Soziale Marktwirtschaft (ca. 8 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • grenzen die Soziale von der Freien Marktwirtschaft ab und formulieren die Voraussetzungen und Ziele der Sozialen Marktwirtschaft im Hinblick auf vorangegangene und aktuelle Entwicklungen.
  • beurteilen die freiheitlichen Bausteine der Sozialen Marktwirtschaft, indem sie die daraus resultierenden Chancen und Risiken für Konsumenten und Produzenten analysieren. Dabei begründen sie insbesondere die Notwendigkeit des nachhaltigen Wirtschaftens.
  • stellen die Bedeutung der Instrumente der sozialen Sicherung, insbesondere des Sozialversicherungssystems, heraus und charakterisieren die Funktion der jeweiligen Sozialversicherung.
  • charakterisieren anhand der Sozialversicherungen das Solidarprinzip. In diesem Zusammenhang stellen sie die Grenzen der Belastbarkeit heraus und ziehen Rückschlüsse auf die Notwendigkeit der privaten Altersvorsorge.
  • analysieren die verschiedenen Formen wirtschaftlicher Machtbildung und leiten davon die Notwendigkeit von Gesetzen und Verordnungen zum Schutz des Wettbewerbs und des Verbrauchers ab.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • Wirtschaftsordnungen im Vergleich: Freie und Soziale Marktwirtschaft
  • Voraussetzungen und Ziele der Sozialen Marktwirtschaft
  • Freiheitliche Bausteine der Sozialen Marktwirtschaft, nachhaltiges Wirtschaften
  • Soziale Bausteine der Sozialen Marktwirtschaft, Sozialversicherungssystem
  • Solidarprinzip, Grenzen der Belastbarkeit
  • Einfluss- und Kontrollmöglichkeiten des Staates in der Sozialen Marktwirtschaft

WR9 Lernbereich 4: Partnerschaft und Erbfall (ca. 7 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • stellen die besondere Schutzbedürftigkeit von Ehe und Familie heraus, indem sie einschlägige Rechtsnormen analysieren.
  • konkretisieren die Voraussetzungen und Rechtsfolgen einer Ehe. Dabei erläutern sie die Wirkung der ehelichen Gemeinschaft nach außen und innen und stellen die Gleichberechtigung beider Partner heraus.
  • stellen die Entwicklung weiterer Lebensgemeinschaften mit ihren Rechten und Pflichten dar, begründen die beobachtbaren Veränderungen und leiten daraus aktuelle Fragen zu Partnerschaft und Gleichberechtigung ab.
  • bestimmen anhand von Fallbeispielen die rechtliche Stellung der Erben gemäß der gesetzlichen Erbfolge.
  • charakterisieren das Testament und den Erbvertrag als Möglichkeiten, von der gesetzlichen Erbfolge abzuweichen, und zeigen die gesetzlichen Grenzen auf.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • weiterführende Arbeit mit Gesetzestexten zum Familien- und Erbrecht
  • Schutz der Ehe und der Familie durch das Grundgesetz und die Bayerische Verfassung
  • Ehefähigkeit und Eheverbote
  • Rechtsfolgen einer Ehe; Rechte und Pflichten der Partner
  • eingetragene Lebenspartnerschaften, gleichgeschlechtlicher Partner; nichteheliche und eheähnliche Lebensgemeinschaften
  • Grundzüge des Erbrechts: Verwandtschaftsordnungen und Erbfolge; Testament, Erbvertrag, Pflichtteil

WR9 Lernbereich 5: Strafrecht (ca. 14 Std.)
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Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • begründen, warum der Staat als Ordnungs- und Schutzmacht das Strafmonopol im Rechtsstaat innehat und beurteilen kritisch, welchen Zweck staatliches Strafen verfolgt.
  • überprüfen die Grundsätze der Rechtsstaatlichkeit (Tatbestandsmäßigkeit, Rechtswidrigkeit und Schuld) als Voraussetzung für die Strafbarkeit einer Tat, indem sie sich der Subsumption und der Verwendung juristischer Fachbegriffe bedienen.
  • ordnen mithilfe des Strafgesetzbuches strafbaren Handlungen mögliche Rechtsfolgen zu und diskutieren sowohl die beabsichtigte Wirkung als auch die Verhältnismäßigkeit der jeweiligen Rechtsfolgen.
  • charakterisieren die unterschiedlichen Phasen eines Strafverfahrens und beschreiben die Aufgaben aller Beteiligten. Sie belegen damit den hohen Stellenwert und die Umsetzung wichtiger Grundsätze der Rechtsstaatlichkeit.
  • grenzen Merkmale und Folgen von Straftaten und Ordnungswidrigkeiten anhand einfacher Rechtsfälle voneinander ab.
  • differenzieren zwischen straf- und zivilrechtlichen Folgen strafbarer Handlungen und nehmen dabei zur Schadensersatzpflicht kritisch Stellung. In diesem Zusammenhang stellen sie die Haftpflichtversicherung als wichtiges Instrument der Risikominimierung heraus.
  • bewerten und begründen die Besonderheiten des Jugendstrafrechts anhand von typischen Jugendverfehlungen. Dabei stellen sie heraus, dass Alter und Reife für die Schuldfähigkeit eine wesentliche Rolle spielen.
  • diskutieren Maßnahmen der Jugendhilfe und Gewaltprävention im Bereich des Jugendstrafrechts, um im Bedarfsfall auf gewaltfreie Lösungsansätze zurückzugreifen.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • weiterführende Arbeit mit Gesetzestexten zum Strafrecht
  • Strafmonopol des Staates: Ordnungs- und Schutzfunktion; Zweck des staatlichen Strafens
  • Voraussetzungen der Strafbarkeit einer Tat
  • strafrechtliche Folgen einer strafbaren Handlung
  • Ablauf eines Strafverfahrens; nach Möglichkeit Besuch einer Gerichtsverhandlung oder Experteninterview mit einem Strafrichter
  • Straftat und Ordnungswidrigkeit
  • zivilrechtliche Folgen einer strafbaren Handlung; Haftpflichtversicherung
  • Besonderheiten des Jugendstrafrechts
  • Einrichtungen und Maßnahmen der Jugendhilfe; Gewaltprävention

WR9 Lernbereich 6: Bilingualer Sachfachunterricht (optional)
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Die Schülerinnen und Schüler erwerben die in den Lernbereichen WR 9.1–WR 9.5 genannten Kompetenzen, indem sie sich mit dort aufgeführten Inhalten und Begriffen überwiegend in der Fremdsprache auseinandersetzen und ggf. die genannten Fähigkeiten und Fertigkeiten besonders anhand der im Folgenden aufgeführten Inhalte vertiefen.
Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler ...

  • setzen die englische Sprache zur authentischen Kommunikation ein und nehmen einen Perspektivenwechsel vor, indem sie die Fremdsprache als vereinendes Bindeglied in einer ökonomisch zunehmend globalisierten Welt begreifen und nutzen.
  • setzen fachspezifisches Vokabular gezielt und reflektiert ein und hinterfragen sprachliche Phänomene kritisch.
Inhalte zu den Kompetenzen:
  • LB 1 Ausbildung und Beruf:
    evaluating job advertisements;
    letters of application;
    CV;
    job interviews;
    working abroad (e. g. as an au pair);
    trade unions (history in Great Britain)
  • LB 2 Geld- und Kapitalmarkt:
    Wall Street, the City of London;
    mobile payment;
    stock exchange, shares;
    sources of income
  • LB 3 Soziale Marktwirtschaft:
    social systems (USA – Germany);
    social insurances;
    age structures (e .g. problem of financing the system), life expectancy
  • LB 4 Partnerschaft und Erbfall:
    family structures;
    marriage and divorce;
    single parents
  • LB 5 Strafrecht:
    legal system in England and Wales, USA;
    crime and punishment (death penalty);
    juvenile delinquency (drugs, shoplifting)