Lehrplan PLUS

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Berufs- und Lebensorientierung – Theorie

1.1 Profilbildendes Fach Berufs- und Lebensorientierung – Theorie
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Im Bereich Berufs- und Lebensorientierung wird die selbständige und erfolgreiche Lebensgestaltung der Schülerinnen und Schüler angestrebt. Er ist profilbildend für Erziehung und Bildung am Sonderpädagogischen Förderzentrum. Das Fach Berufs- und Lebensorientierung – Theorie vernetzt Kompetenzerwartungen und Inhalte stark mit denen der Fächer Berufs- und Lebensorientierung – Praxis Ernährung und Soziales und Berufs- und Lebensorientierung – Praxis Technik . Die Schülerinnen und Schüler reflektieren ihre praktischen Erfahrungen, die sie im Unterricht in den Fächern Berufs- und Lebensorientierung – Praxis Ernährung und Soziales bzw. Technik gemacht haben, um ihr persönliches Begabungsprofil zu erstellen.

Der LehrplanPLUS für den Förderschwerpunkt Lernen zeichnet sich in den Jahrgangsstufen 7 bis 9 durch eine Eigenständigkeit im Bereich der Berufs- und Lebensorientierung gegenüber dem LehrplanPLUS der Mittelschule aus. Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Bereich Lernen an der Mittelschule besuchen den Unterricht im Fach Wirtschaft und Beruf und in den berufsorientierenden Wahlpflichtfächern gemäß der Stundentafel der Mittelschule. Sie werden bei Bedarf im Bereich der Berufs- und Lebensorientierung individuell und mithilfe regionaler Unterstützungsmaßnahmen gefördert.

1.2 Beitrag des Faches Berufs- und Lebensorientierung – Theorie zur Bildung
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Vorrangiges Ziel des Faches Berufs- und Lebensorientierung ist die Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler auf die Organisation des Alltags und auf ein Leben als Arbeitnehmerin bzw. Arbeitnehmer sowie Konsumentin bzw. Konsument. Dafür werden die Fähigkeiten und Fertigkeiten der Schülerinnen und Schüler festgestellt und der individuelle Erwerb weiterer personaler, fachlicher und methodischer Kompetenzen reflektiert, insbesondere im Hinblick auf die berufliche Orientierung.

Verfahren der Realbegegnung und der Simulation erleichtern im Fach Berufs- und Lebensorientierung – Theorie den Schülerinnen und Schülern die Verknüpfung der theoretischen Inhalte mit ihren eigenen Erfahrungen. Die Aufnahme außerschulischer Tätigkeiten, mit einem besonderen Augenmerk auf soziale Umgangsformen und der Förderung von arbeits- und lebensbedeutsamen Kompetenzen, wird im Rahmen des Unterrichts vorbereitet. Eine vertiefte Zusammenarbeit mit den Fachkräften der Agentur für Arbeit, die fortwährende Reflexion des Lernfortschritts der Schülerinnen und Schüler sowie der interdisziplinäre Austausch spielen im Hinblick auf Ausbildungs- und Berufswahlreife eine besondere Rolle.

Im Fach Berufs- und Lebensorientierung – Theorie werden die in allen weiteren Fächern erworbenen Kompetenzen durch Themenstellungen aus der Arbeits- und Berufswelt sowie aus dem Bereich Lebensplanung und Lebensgestaltung verbunden. Dies ermöglicht den Erwerb einer komplexen Handlungskompetenz in beiden Bereichen. Das Fach Berufs- und Lebensorientierung – Theorie nimmt Bezug auf die im Fach Berufs- und Lebensorientierung – Praxis erworbenen individuellen praktischen Fähigkeiten und Fertigkeiten, die die Grundlage für eine erfolgreiche  Berufsorientierung bilden.

Die Berufs- und Lebensorientierung entwickelt sich in drei Phasen, die je nach regionalen Rahmenbedingungen der Schulen und Kooperationspartner und der individuellen Voraussetzungen der Schülerinnen und Schüler ineinandergreifen und sich am Förderprozess orientieren.

In der Vorbereitungsphase gewinnen die Schülerinnen und Schüler erste Einblicke in die Vielfalt der Berufe und in berufliche Anforderungen. Sie sammeln bei Betriebserkundungen an außerschulischen Lernorten grundlegende Informationen in unterschiedlichen Berufsfeldern.

In der Orientierungsphase erwerben die Schülerinnen und Schüler durch berufsfeldbezogene Aufgaben berufsspezifische Fähigkeiten, Fertigkeiten und Verhaltensweisen. Am außerschulischen Lernort nehmen sie an Berufsorientierungstagen teil und gewinnen in Orientierungswochen einen Einblick in die Arbeitswelt. Sie erleben ihre Möglichkeiten und setzen sich Ziele; zugleich finden sie durch Selbst- und Fremdeinschätzungen heraus, in welchen Berufsfeldern ihre Neigungen und Eignungen liegen. Dadurch ergibt sich eine Fokussierung auf ein oder ggf. mehrere Berufsfelder.

In der Individualisierungsphase vertiefen die Schülerinnen und Schüler ihre bisherigen Erkenntnisse und Erfahrungen soweit möglich in einem ausgewählten Berufsfeld. An Berufspraktikumstagen und während Praktikumswochen gewinnen sie durch Unterstützung ihrer Lehrkräfte, der Betreuerinnen und Betreuer in den Betrieben, der Berufsberaterin bzw. des Berufsberaters und weiterer Fachdienste zunehmend Sicherheit über die eigenen Berufswahlmöglichkeiten. So gelangen sie zu einer weitgehend eigenverantwortlichen und tragfähigen Berufswahlentscheidung.

2.1 Kompetenzstrukturmodell
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Kompetenzstrukturmodell Berufs- und Lebensorientierung Theorie

Die Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Förderschwerpunkt Lernen erwerben Kompetenzen im Fach Berufs- und Lebensorientierung – Theorie, indem sie theoretische Inhalte und praktische Erfahrungen verbinden. Das Kompetenzstrukturmodell gliedert sich in prozessbezogenen Kompetenzen (äußere Ringe) und Gegenstandsbereiche (innerer Bereich), welche zusammen die berufs- und lebensorientierten Kompetenzen bilden.

Das Kompetenzstrukturmodell des Faches Berufs- und Lebensorientierung – Theorie erhält eine Erweiterung durch die vier Entwicklungsbereiche Motorik und Wahrnehmung, Denken und Lernstrategien, Kommunikation und Sprache sowie Emotionen und soziales Handeln, deren Zusammenwirken erfolgreiche Lernprozesse ermöglicht. Die persönlichen Ressourcen in den Entwicklungsbereichen sind die Grundlage für das Planen und das Gestalten von Lernsituationen. Dadurch ergeben sich Hinweise und Impulse für die kriterienorientierte Schülerbeobachtung und für die Feststellung des individuellen Entwicklungsstandes.

Informieren
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Die Schülerinnen und Schüler gewinnen Informationen über berufliche und wirtschaftliche Handlungssituationen, indem sie in verschiedenen Medien recherchieren oder Befragungen durchführen und die dadurch gewonnenen Erkenntnisse auswerten.

Handeln
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Die Schülerinnen und Schüler übernehmen in Realbegegnungs- oder Simulationsverfahren, in Praktika oder Planspielen die Rolle der Arbeitnehmerin bzw. des Arbeitnehmers oder die Rolle der Konsumentin bzw. des Konsumenten. Sie gewinnen dadurch Erfahrungen und Informationen, werten diese aus und erweitern so ihr Verhaltensrepertoire, um fundierte Entscheidungen der Lebens- und Berufswegegestaltung zu treffen.

Kommunizieren
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Die Schülerinnen und Schüler kommunizieren in Diskussionen, Gesprächen, Interviews und in Lernsituationen mit anderen sowohl schriftlich als auch mündlich, um Informationen zu erhalten, eigenes Wissen weiterzugeben und Themen der Berufs- und Lebensorientierung darzustellen.

Bewerten
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Die Schülerinnen und Schüler reflektieren ihre Erfahrungen, die sie während der Phase der Berufsorientierung machen, und vergleichen die Selbsteinschätzung mit der Fremdeinschätzung unterschiedlicher anderer Personen, z. B. der Lehrkraft oder verantwortlicher Personen im betrieblichen Praktikum. Die Ergebnisse der Berufsorientierung stellen sie in einem Portfolio oder in einem Berufswahlpass dar.

Arbeit
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Arbeit bestimmt das menschliche Leben sowohl im eigenen Haushalt als auch im Beruf. Arbeit wird durch den Zusammenhang zwischen wirtschaftlichen Möglichkeiten, rechtlichen Bestimmungen und technischen Einrichtungen bestimmt. Sie ist immer zielgerichtet und planvoll, wird bewusst ausgeführt, findet an unterschiedlichen Arbeitsplätzen statt und ist mit körperlicher und/oder geistiger Anstrengung verbunden.

Berufsorientierung
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Anknüpfend an Vorerfahrungen bzw. Informationen aus dem privaten Umfeld erwerben die Schülerinnen und Schüler Einblicke in die Vielfalt von Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten, erkunden Arbeitsplätze und Berufe und beschreiben die Notwendigkeit von arbeits- und lebensbedeutsamen Kompetenzen für die Berufsorientierung und den Weg in die berufliche Integration. Sie erschließen die Anforderungsprofile einzelner Berufsbilder durch praktische Erfahrungen im Unterricht und an außerschulischen Lernorten. Dadurch gewinnen sie ein Verständnis für die wesentliche Bedeutung von Schüsselqualifikationen in der Berufs- und Arbeitswelt, die die individuelle Berufsorientierung und den Weg zur beruflichen Integration unterstützen. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich intensiv mit eigenen beruflichen Wunschvorstellungen auseinander und konkretisieren diese als Grundlage für eine passgenaue berufliche Integration.

Die reale Begegnung mit der Berufs- und Arbeitswelt am außerschulischen Lernort ermöglicht eine bessere Einschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit sowohl hinsichtlich fachlicher als auch kommunikativer und sozialer Anforderungen. Durch den Vergleich von Selbst- und Fremdeinschätzung sowohl in der schulischen als auch in der außerschulischen Praxis erhalten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, die eigenen Kompetenzen besser zu beurteilen.

Lebensorientierung
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Im Unterricht des Faches Berufs- und Lebensorientierung – Praxis Theorie erwerben die Schülerinnen und Schüler Kompetenzen im Hinblick auf eine eigenverantwortliche und selbstbestimmte Lebensführung und richten den Blick damit auf die Anforderungen zur Bewältigung von Alltagssituationen (z. B. Wie gehe ich mit Geld um? Wie gestalte ich meine Freizeit sinnvoll?) über die Schulzeit hinaus. Dazu greifen Aufgabenstellungen und Situationsbeschreibungen einen konkreten Lebensweltbezug auf und motivieren zu einer handlungsorientierten Problemlösung durch lebenspraktische Fähigkeiten und Fertigkeiten.

Motorik und Wahrnehmung
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Fähigkeiten in den Bereichen Raumorientierung, visuelles und auditives Gedächtnis, visuelle Differenzierung, Feinmotorik und Grobmotorik sind Voraussetzungen für die Berufs- und Ausbildungsreife und stehen daher in den berufs- und lebensorientierenden Fächern im Mittelpunkt der individuellen Förderung. Anhand von unterschiedlichen Simulations- und Realbegegnungssituationen sowie verschiedenen handlungsorientierten Lernumgebungen werden diese Fähigkeiten gefördert. Die Schülerinnen und Schüler erfahren zunehmende Sicherheit in der Planung und Organisation des eigenen Alltags und sind in der Lage, realistisch ihre individuellen Voraussetzungen mit beruflichen Anforderungen abzugleichen.

Das Ausfüllen von Steckbriefen und das Beschreiben von Berufsbildern setzt eine ausreichende visuelle Differenzierungsfähigkeit bei der Beobachtung oder Betrachtung von Personen oder Abbildungen voraus. Wörterlisten, Fragebögen und der Einsatz eines Aufnahmegeräts helfen, die Aufmerksamkeit zielgerichtet zu fokussieren und unterstützen das visuelle Gedächtnis. Mithilfe von Markierungen und formatierten Vorlagen gelingt es den Schülerinnen und Schülern, standardisierte Texte wie Anschreiben oder Lebenslauf normgerecht (Schriftart, Abstände) zu gestalten und dahingehend zu überarbeiten. Arbeiten die Schülerinnen und Schüler mit Texten u. a. in Vorbereitung auf die Projektprüfung, bietet es sich an, Aspekte der Textoptimierung wie Abschnittsüberschriften, Verwenden von Hauptsätzen und Aktivkonstruktionen zu nutzen. Dies unterstützt die Orientierung im Text und die zielgerichtete Informationsentnahme. Sowohl die Lehrkraft als auch die Schülerinnen und Schüler müssen die Voraussetzungen im Bereich Motorik und Wahrnehmungen realistisch und sicher einschätzen, um Gefahrensituationen im Unterricht zu vermeiden.

Denken und Lernstrategien
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Die Schülerinnen und Schüler konzentrieren sich bei der Erkundung von Betrieben und bei den eigenen Praktika über einen längeren Zeitraum auf unterschiedliche, auch neue Aufgaben und unterscheiden selbständig wichtige von unwichtigen Aspekten. Sowohl Aufmerksamkeitsfokussierung als auch Handlungsplanung wird hierbei gefordert und gefördert. Die Schülerinnen und Schüler nutzen erworbene praktische Fähigkeiten und Fertigkeiten, um berufliche und lebensbezogene Problemstellungen handelnd zu lösen, indem sie ggf. unterstützt durch visualisierte Ablaufschemata und mithilfe von Techniken der verbalen Selbstinstruktion die einzelnen Handlungsschritte planen, auf eine sinnvolle Reihenfolge achten und diese bei der Ausführung einhalten.

Sie wählen geeignete Mittel und Strategien aus, um ihren Handlungsplan durchzuführen und setzen auch mit Unterstützung durch die Lehrkraft metakognitive Strategien der Überwachung und Regulierung des Lernprozesses ein, um zunehmend selbständig die Phasen der vollständigen Handlung durchzuführen und dabei Risiken und Gefahren einzubeziehen sowie Maßnahmen der Hygiene und Sicherheit zu beachten. Unterstützt durch die Darstellung von Zusammenhängen, die Verbalisierung von Schlussfolgerungen und durch die Beschreibung möglicher Lösungswege erwerben die Schülerinnen und Schüler die Fähigkeit, Kompetenzen für die Bewältigung neuer und herausfordernder Situationen flexibler einzusetzen. Mnemotechniken entlasten das Arbeitsgedächtnis und helfen, Situationen, Informationen, Abläufe oder Arbeitsaufträge im beruflichen und lebenspraktischen Kontext zu sichern, einzuordnen und im weiteren Kompetenzerwerbsprozess abrufen zu können.

Kommunikation und Sprache
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Aspekte des Bereichs Kommunikation und Sprache sind im berufs- und lebensorientierenden Kontext zum einen für den Kompetenzerwerb während des Unterrichts relevant, darüber hinaus auch in neuen und unbekannten kommunikativen Situationen, wenn die Schülerinnen und Schüler Arbeitsplätze, Betriebe und andere außerschulische Orte besuchen, ein Praktikum absolvieren oder ein Vorstellungsgespräch führen. Die Vorbereitung auf diese Situationen und die Möglichkeit, Fähigkeiten der Situationsbewältigung zunächst im Rahmen der Schule zu erwerben, sind zentrale Aufgaben in den Jahrgangsstufen 7 bis 9, auch im Hinblick auf den weiteren beruflichen Weg.

Die Schülerinnen und Schüler vergleichen und analysieren verschiedene Kommunikationsstrategien, z. B. anhand von Bildern oder Filmen, und leiten daraus gesprächsfördernde Verhaltensweisen ab. Sie reflektieren das eigene Gesprächsverhalten hinsichtlich Mimik, Gestik und Körperhaltung und arbeiten z. B. in Rollenspielen an individuellen Entwicklungsschwerpunkten wie Blickkontakt halten, sprachbegleitende Handbewegungen einsetzen oder Distanz einhalten. Sie entwickeln zunehmend Gesprächssicherheit, indem sie u. a. üben, in beruflichen und lebenspraktischen Situationen einen Beratungstermin zu vereinbaren, sich nach Freizeitmöglichkeiten zu erkundigen oder Informationen über einen Betrieb zu erfragen sowie ein Vorstellungsgespräch zu führen eine Person freundlich anzusprechen, sich dem Gesprächspartner zuzuwenden und sich in einem Gespräch inhaltsbezogen zu äußern. Satzstarter, Rollenkarten, Redemittelübersichten und Formulierungshilfen unterstützen den Erwerb des benötigten Wortschatzes und geeigneter Redemittel.

Die Schülerinnen und Schüler verwenden zunehmend Texte, die fachsprachliche Begriffe und Strukturen enthalten. Sie erweitern individuell ihre Strategien zur Erschließung von Elementen der Fachsprache, die im Unterricht der beruflichen Vorbereitung und Ausbildung eine wesentliche Rolle spielt, und nutzen geeignete Techniken, um auch komplexere berufs- und lebensbezogene Begriffe in den aktiven und passiven Wortschatz zu integrieren, und setzen diese sowohl schriftlich als auch mündlich situationsbezogen ein, z. B. beim Tätigkeitsbericht zum Praktikum oder bei der Präsentation eines Berufsbildes.

Emotionen und soziales Handeln
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Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit Themen auseinander, die sich unmittelbar auf die Lebenspraxis und Arbeitswelt beziehen. Dies bietet die Möglichkeit, neue Perspektiven für Lernprozesse und den Erwerb von individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten zu eröffnen und dadurch eine offene, neugierige und motivierte Grundhaltung zu stärken oder zu entwickeln. In der Auseinandersetzung mit den eigenen Stärken und Interessen, durch den Vergleich der Selbsteinschätzung mit der Fremdeinschätzung durch verschiedene Personen, auch außerhalb der Schule wie Berufsberaterin bzw. Berufsberater und Praktikumsbetreuerin bzw. Praktikumsbetreuer, nehmen sich die Schülerinnen und Schüler zunehmend realistisch wahr und entwickeln ein positives Selbstkonzept.

Außerschulische Lernorte eröffnen neue Möglichkeiten und Notwendigkeiten, Kooperations- und Konfliktlösefähigkeiten zu erwerben oder zu erweitern, indem sich die Schülerinnen und Schüler z. B. in betriebliche Abläufe eingliedern, höflich zeigen, Absprachen einhalten und Meinungsverschiedenheiten angemessen selbst lösen oder Hilfe hinzuziehen. Die Schülerinnen und Schüler trainieren individuelle angemessene Verhaltensweisen in Rollenspielen, analysieren die emotionalen und sozialen Aspekte verschiedener beruflicher und lebenspraktischer Situationen, reflektieren eigene Motive und Lösungsstrategien und setzen sich Ziele für das eigene werteorientierte Handeln, auch im Umgang mit Enttäuschungen und Unmut.

3 Aufbau des Fachlehrplans im Fach Berufs- und Lebensorientierung – Theorie
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Der Lehrplan Berufs- und Lebensorientierung – Theorie gliedert sich in die Lernbereiche Beruf und Arbeit; Berufsorientierung; Mensch, Arbeit und Betrieb; Lebensplanung und Lebensgestaltung sowie Methodenkompetenzen.

4 Zusammenarbeit mit anderen Fächern
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Das Fach Berufs- und Lebensorientierung – Theorie ist stark vernetzt mit den Kompetenzen und Inhalten der Fächer Berufs- und Lebensorientierung – Praxis Ernährung und Soziales bzw. Berufs- und Lebensorientierung – Praxis Technik.

Die allgemeinbildenden Fächer Deutsch und Mathematik vermitteln grundlegende Kompetenzen zur Lebensbewältigung. Die Schülerinnen und Schüler übertragen diese Kompetenzen auf fachbezogene Aufgaben, z. B. beim Lesen von Rezepten, Gebrauchsanleitungen und Leittexten sowie beim Recherchieren, Aufbereiten und Präsentieren von Informationen. Sie berechnen u. a. Zutatenmengen, wandeln Längenmaße um und berechnen Einnahmen und Ausgaben.

Die fächerübergreifende Zusammenarbeit in den Fächern Berufs- und Lebensorientierung – Praxis Ernährung und Soziales bzw. Berufs- und Lebensorientierung – Praxis Technik, Berufs- und Lebensorientierung – Theorie, Deutsch, Mathematik und Informatik ist von entscheidender Bedeutung im Hinblick auf die Teilnahme an der Projektprüfung.

Die Kooperation des Faches Berufs- und Lebensorientierung – Theorie mit den Fächern Berufs- und Lebensorientierung – Praxis Ernährung und Soziales bzw. Technik und Informations- und Kommunikationstechnologie ermöglicht es, praktische Erfahrungen für die Erstellung eines persönlichen Begabungsprofils auszuwerten. An der Nahtstelle zwischen Schule und beruflicher Eingliederung werden die grundlegenden Fähigkeiten und Fertigkeiten der Schülerinnen und Schüler und der individuelle Erwerb weiterer personaler, fachlicher und methodischer Kompetenzen festgestellt und reflektiert, insbesondere im Hinblick auf die individuelle berufliche Orientierung der Schülerin bzw. des Schülers.

Die enge Kooperation mit der Arbeitsverwaltung, den örtlichen Betrieben und den erreichbaren Förderberufsschulen und Berufsbildungswerken ermöglicht außerschulische Betätigungsfelder und einen engen Austausch zwischen abgebenden und aufnehmenden Einrichtungen.

5.1 Berufliche Orientierung
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Das Fach Berufs- und Lebensorientierung – Theorie trägt im Schwerpunkt zu diesem übergreifenden Bildungs- und Erziehungsziel bei, da ein wesentlicher und kennzeichnender Aspekt des Faches der Erwerb von Handlungskompetenz ist, die im Anschluss an den Unterricht am Sonderpädagogischen Förderzentrum den Übergang in die Berufsvorbereitung oder die Berufsausbildung ermöglicht.

5.2 Medienbildung/Digitale Bildung
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Die Schülerinnen und Schüler nutzen verschiedene Medien kritisch, verantwortungsbewusst und selbstbestimmt. Dabei werden sie befähigt, auch mit digitalen Systemen umzugehen. Die Schülerinnen und Schüler arbeiten mit aktuellen Informations- und Medienangeboten und beachten die rechtlichen Bestimmungen für die schulische sowie private Mediennutzung und -gestaltung (z. B. Datenschutz, Urheberrecht). Sie recherchieren zielgerichtet Informationen und verarbeiten diese u. a. bei der Gestaltung von Digital- und Printmedien.

5.3 Ökonomische Verbraucherbildung
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Die Gegenstandsbereiche des Faches Berufs- und Lebensorientierung – Theorie sind geprägt von diesem übergreifenden Bildungs- und Erziehungsziel. Es geht darum, als verantwortungsbewusste Verbraucherinnen und Verbraucher sowie Wirtschaftsbürgerinnen und Wirtschaftsbürger überlegt mit den vorhandenen Ressourcen umzugehen. Die Schülerinnen und Schüler planen die Lebensführung und das Konsumverhalten in Abhängigkeit zu finanziellen Möglichkeiten.

5.4 Bildung für Nachhaltige Entwicklung (Umweltbildung, Globales Lernen)
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Die Gegenstandsbereiche des Faches Berufs- und Lebensorientierung – Theorie bieten Ansatzpunkte für dieses übergreifende Bildungs- und Erziehungsziel. Die Schülerinnen und Schüler reflektieren kritisch die Anforderungen unterschiedlicher Betriebsstrukturen und verstehen Arbeit als Einkommensquelle und Existenzsicherung.

5.5 Soziales Lernen
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Soziales Lernen findet in Situationen der Reflexion und des Feedbacks, in kooperativen Aufgaben und im projektorientierten Arbeiten statt. Die Schülerinnen und Schüler erwerben grundlegende Sozialkompetenzen, insbesondere im Hinblick auf den Übergang in eine Berufsausbildung. Sie nehmen Rücksicht, setzen sich konstruktiv mit Kritik auseinander und ordnen sich in ein Team ein. Arbeits- und lebensbedeutsame Kompetenzen wie Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Gewissenhaftigkeit stehen im Zentrum der individuellen Förderung.

5.6 Werteerziehung
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Das übergreifende Bildungs- und Erziehungsziel Werteerziehung findet sich in allen Gegenstandsbereichen des Faches Berufs- und Lebensorientierung – Theorie wieder. Stets geht es um verantwortungsbewusstes Handeln oder um den Aufbau von Grundhaltungen, die das Zusammenleben in unserer pluralistischen Gesellschaft ermöglichen. Respekt und Toleranz gegenüber anderen sowie Rücksicht und Achtung vor Natur und Umwelt sind dabei die übergeordneten Werte.