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Buchführung

1 Selbstverständnis des Faches Buchführung und sein Beitrag zur Bildung
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In einer durch wirtschaftliches Denken geprägten Gesellschaft ist Buchführung ein wesentliches Teilgebiet ökonomischer Grundbildung. Im Hinblick auf die eigene Lebensbewältigung und die bevorstehende Berufsausbildung ist es notwendig, nach wirtschaftlichen Grundsätzen Entscheidungen zu treffen und zu handeln.

Das Wahlfach Buchführung vermittelt die wesentlichen Inhalte der Geschäfts- bzw. Finanzbuchführung als Teilbereich des Rechnungswesens. Die Anbahnung kaufmännischen sowie unternehmerischen Denkens leistet einen Beitrag zur Lebensbewältigung und Berufsorientierung.

Im Unterricht wird auf zielführende Methoden des kompetenzorientierten Arbeitens geachtet. Die Grundlage bildet ein projekt- und handlungsorientierter Unterricht, mit fachspezifisch und überfachlich arrangierten Lernanlässen. Den Schülerinnen und Schülern stehen geeignete Arbeitsmittel, Bearbeitungshilfen und die bedarfsgerechte Unterstützung durch die Lehrkraft zur Verfügung.

Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf Sprache profitieren im Fach Buchführung von individuellen Hilfen bei der Auseinandersetzung mit fachspezifischen Aufgabenstellungen. Lernanlässe, die die Schülerinnen und Schüler motivieren den Fachwortschatz hochfrequent zu verwenden, ermöglichen eine dauerhafte Speicherung und einen automatisierten Zugriff auf die neu angelegten Einträge. Eine sprachheilpädagogisch akzentuierte Lehrersprache lenkt die Aufmerksamkeit auf den neuen Fachwortschatz, die sprachliche Form sowie die Bedeutung. Als Basis für einen erfolgreichen Lernprozess erwerben die Schülerinnen und Schüler den benötigten Fachwortschatz in multimodal gestalteten Lernsituationen. Wertschätzende Reaktionen der Lehrkraft und positive Verstärkung von Kommunikationsbeiträgen fördern ein produktives Lernklima und ermöglichen sprachliches und fachliches Lernen.

Beim Umgang mit Nachschlagewerken und Gesetzbüchern greifen die Schülerinnen und Schüler auf erarbeitete Lesestrategien zurück und nutzen zusätzliche Hilfen, dies fördert auch das Verstehen von Fachtexten.

2.1 Kompetenzstrukturmodell
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Kompetenzstrukturmodell Buchführung

Das Kompetenzstrukturmodell des Faches Buchführung erhält eine Erweiterung durch die vier Entwicklungsbereiche Motorik und Wahrnehmung, Denken und Lernstrategien, Kommunikation und Sprache sowie Emotionen und soziales Handeln, deren Zusammenwirken erfolgreiche Lernprozesse ermöglicht. Die persönlichen Ressourcen in den Entwicklungsbereichen sind die Grundlage für das Planen und Gestalten von Lernsituationen. Dadurch ergeben sich Hinweise und Impulse für die kriterienorientierte Schülerbeobachtung und für die Feststellung des individuellen Entwicklungsstandes.

Handeln
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Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit wirtschaftlichen, rechtlichen und fachspezifischen Zusammenhängen der Buchführung ordentlich und systematisch auseinander. Sie sind bereit und in der Lage, sich unterschiedlichen Unternehmens- und Lebenssituationen zu stellen, die ökonomische und soziale Existenz für sich sowie andere zu sichern und aktiv am gesellschaftlichen und politischen Leben teilzunehmen.

Analysieren
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Die Schülerinnen und Schüler analysieren wirtschaftliche, rechtliche und fachspezifische Handlungssituationen und Entscheidungen. Ein fundiertes kaufmännisches Basiswissen sowie die Fähigkeit zu ganzheitlichem Denken in Systemen und Strukturen ermöglicht es ihnen, Sachverhalte zu erfassen, zu strukturieren, zu systematisieren, in größere Zusammenhänge einzuordnen und mit bereits erworbenen Kompetenzen zu verknüpfen.

Kommunizieren
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Die Schülerinnen und Schüler verwenden den erarbeiteten Fachwortschatz und sprachliche Strukturen in wirtschaftlichen, rechtlichen und fachspezifischen Situationen systematisch und pragmatisch angemessen.

Beurteilen
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Die Schülerinnen und Schüler reflektieren und bewerten wirtschaftliche, rechtliche und fachspezifische Entscheidungen aus unternehmerischer Perspektive vor dem Hintergrund ökonomischer, ökologischer, sozialer und ethischer Ziele. Daraus leiten sie Konsequenzen für die Bewältigung wirtschaftlicher, rechtlicher und geschäftlicher Handlungssituationen ab.

2.3 Gegenstandsbereiche
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Bilanz, Geschäftsprozesse, Buchungen und Abschlüsse, Gewinn und Verlust, Wareneingang und  -ausgang sowie Umsatzsteuer sind die Gegenstandsbereiche des Wahlfaches Buchführung. Die Schülerinnen und Schüler werden auf die Anforderungen in ihrer Rolle als Konsumenten, Arbeitnehmer, Unternehmer und Staatsbürger in einer zunehmend komplexeren wirtschaftlichen, beruflichen, technischen und rechtlichen Wirklichkeit vorbereitet.

Motorik und Wahrnehmung
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Die Anforderungen im Fach Buchführung regen zur Erweiterung der Fähigkeiten im Bereich der Motorik und visuellen Wahrnehmung an. Das fachgerechte und genaue Erstellen von Tabellen fördert die Feinmotorik der Schülerinnen und Schüler. Um sie in ihrem Handeln zu unterstützen, wird das Anforderungsniveau an den individuellen Entwicklungsstand angepasst. Vergrößerungen, detaillierte Anleitungen oder vorgefertigte Schemata stellen eine mögliche Form der Entlastung dar.

Die Schülerinnen und Schüler arbeiten mit komplexen und umfangreichen Sachtexten, die sie kleinschrittig erfassen und die die Aufmerksamkeit auf das Wesentliche fokussieren. Hierbei unterstützen visuelle Hilfen wie Pfeile oder Markierungen die Wahrnehmung von Einzelheiten. Die Schülerinnen und Schüler wenden dabei die im Deutschunterricht erworbenen Strategien zur aktiven Konstruktion der Bedeutung eines Textes an.

Denken und Lernstrategien
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Fähigkeiten im Bereich des Denkens und Lernens sind Grundvoraussetzung für die Bewältigung der Aufgabenstellungen im Fach Buchführung. Besonderes Augenmerk liegt auf dem ganzheitlichen Denken in Systemen und Strukturen. Die Schülerinnen und Schüler werden dabei unterstützt, wirtschaftliche Zusammenhänge zu durchdringen und erworbene Kenntnisse auf neue Sachverhalte zu übertragen. Für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf Sprache stellt es eine wesentliche Unterstützungsmaßnahme dar, wenn sprachlich komplex dargestellte Zusammenhänge durch Schemazeichnungen visualisiert werden.

Wirtschaftliche, rechtliche und fachspezifische Handlungssituationen und Entscheidungen erschließen sie sich mithilfe geeigneter Szenarien, vollziehen sie nach und reflektieren diese. Hierbei werden die Schülerinnen und Schüler in ihrem Lernprozess z. B. durch Visualisierungen, Rollenspiele und unterschiedliche Arbeitsformen unterstützt. Sie strukturieren ihren Arbeitsplatz sinnvoll und wählen Hilfsmittel selbständig aus. Die Schülerinnen und Schüler erwerben Strategien zur Begriffsklärung und benutzen Nachschlagewerke sinnvoll und ökonomisch.

Kommunikation und Sprache
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Kommunikation und Sprache bilden im Fach Buchführung eine wichtige Grundlage für das Lernen und die soziale Interaktion in der Gruppe. Um in wirtschaftlichen, rechtlichen und fachspezifischen Situationen in einer angemessenen Sprache kommunizieren zu können, wird der benötigte Fachwortschatz multimodal erarbeitet und durch die häufige Wiederholung und Anwendung in verschiedenen Unterrichtskontexten gefestigt. Die Interpretation und Darstellung von Inhalten in tabellarischer Form setzt das Verstehen und Formulieren von Stichpunkten voraus. Die verkürzte und prägnante Wortwahl stellt für die Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf Sprache eine Herausforderung dar. Bei der Versprachlichung komplexer Zusammenhänge, unter Einhaltung der Fachsprache, nutzen die Schülerinnen und Schüler Satzstrukturvorgaben und orientieren sich am sprachlichen Vorbild der Lehrkraft. Das Durchdringen der erarbeiteten Unterrichtsinhalte setzt ein intaktes Monitoring des Sprachverstehens der Schülerinnen und Schüler voraus. Diese Fähigkeit wird durch einen offenen, vertrauensvollen Umgang und das positiv verstärkende Kommunikationsverhalten der Lehrkraft gefördert.

Emotionen und soziales Handeln
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Das Fach Buchführung bietet vielfältige Möglichkeiten, emotionale Kompetenzen und das Sozialverhalten der Lernenden anzuregen. Im Unterricht analysieren die Schülerinnen und Schüler unterschiedliche Unternehmens- und Lebenssituationen, wodurch sie politische und soziale Handlungskompetenzen für die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben erwerben. Sie übernehmen Verantwortung für sich und andere und reflektieren mögliche Folgen ihres eigenen Tuns, wodurch ihr Verantwortungsgefühl und ihr Selbstbewusstsein gesteigert werden.

In zahlreichen Erarbeitungs- und Übungssituationen, z. B. in Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit, entwickeln die Schülerinnen und Schüler Lösungsstrategien und gelangen gemeinsam zu einem Ergebnis. Hierdurch werden fachliche und soziale Erfolgserlebnisse ermöglicht und die persönliche Entwicklung gefördert. Im gemeinschaftlichen Austausch auch unter Anleitung stellen sie individuelle Lösungsansätze vor, diskutieren und begründen diese.

3 Aufbau des Fachlehrplans im Fach Buchführung
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Im Fachlehrplan werden keine entwicklungsbezogenen Kompetenzen ausgewiesen. Förderschwerpunktspezifische Kompetenzen können aus den Fächern Wirtschaft und Beruf und Wirtschaft und Kommunikation abgeleitet werden.

Die Gegenstandsbereiche des Kompetenzstrukturmodells des Wahlfaches Buchführung werden im Fachlehrplan in verschiedene Lernbereiche unterteilt und mit entsprechenden Kompetenzerwartungen und Inhalten konkretisiert. Alle Lernbereiche werden innerhalb einer langfristigen Lernplanung aufeinander aufbauend handlungsorientiert angeboten. Unabhängig von der Jahrgangsstufe gilt es, diese zu berücksichtigen.

4 Zusammenarbeit mit anderen Fächern
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Für eine vertiefte Erarbeitung einzelner Kompetenzerwartungen und Inhalte des Wahlfaches Buchführung ist eine fächerübergreifende Zusammenarbeit sinnvoll. Die Kooperation mit dem Leitfach Wirtschaft und Beruf sowie den berufsorientierenden Wahlpflichtfächern dient einer praxisnahen Anwendung der erworbenen Kompetenzen und leistet einen Beitrag zur beruflichen Orientierung. Die Verknüpfung von Kompetenzerwartungen und Inhalten des Wahlfaches Buchführung mit dem berufsorientierenden Wahlpflichtfach Wirtschaft und Kommunikation bietet sich besonders in den Lernbereichen kaufmännische Grundbildung und Tabellenkalkulation an.

Das Fach Mathematik bietet ebenfalls vielfältige Anknüpfungsmöglichkeiten, z. B. in den Bereichen Prozentrechnen, Umgang mit Größen sowie Daten und Zufall. Mehrsprachige Schülerinnen und Schüler werden beim Erwerb der Fachsprache dahingehend unterstützt, dass sie sich in deutscher Sprache über fachliche Inhalte austauschen und verständigen können.

5.1 Medienbildung/Digitale Bildung
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Die Schülerinnen und Schüler nutzen verschiedene Medien kritisch, verantwortungsbewusst und selbstbestimmt. Dabei werden sie befähigt, auch mit digitalen Systemen umzugehen. Die Schülerinnen und Schüler arbeiten mit aktuellen Informations- und Medienangeboten und beachten die rechtlichen Bestimmungen für die schulische sowie private Mediennutzung und  -gestaltung (z. B. Datenschutz, Urheberrecht). Sie recherchieren zielgerichtet Informationen und verarbeiten diese, u. a. bei der Gestaltung von Digital- und Printmedien.

5.2 Berufliche Orientierung
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Die Schülerinnen und Schüler verschaffen sich ergänzend zum Leitfach Wirtschaft und Beruf und den berufsorientierenden Wahlpflichtfächern des Lernfeldes Berufsorientierung einen Einblick in verschiedene kaufmännische und verwaltungstechnische Berufsbilder und machen sich dabei eigene Interessen und Fähigkeiten bewusst.

5.3 Ökonomische Verbraucherbildung
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Die Schülerinnen und Schüler nutzen als mündige Verbraucherinnen bzw. Verbraucher Informationen sachgerecht und verantwortungsvoll und berücksichtigen diese bei eigenen Kaufentscheidungen.

5.4 Sprachliche Bildung
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Die Schülerinnen und Schüler versprachlichen systematisch Strukturen und Vorgänge unter Einhaltung der Fachsprache. Sie präsentieren weitgehend frei ihre Arbeitsergebnisse. Der Unterricht im Wahlfach Buchführung schafft durch seinen sprachsensiblen sowie gleichzeitig die Fachsprache entwickelnden Unterricht die Voraussetzungen für gelingendes Lernen und den erfolgreichen Kompetenzerwerb auch für mehrsprachige Schülerinnen und Schüler.