Lehrplan PLUS

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Deutsch

1.1 Bedeutung und Aufgabe des Faches
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Sprachliche Bildung ist zentraler Bestandteil des Bildungsauftrags der Förderzentren. Im Deutschunterricht erwerben Schülerinnen und Schüler in enger Verbindung von Sprechen, Lesen und Schreiben die Grundlagen für eine umfassende  Sprachbildung. Sie werden sich der Bedeutung von Sprache für das Zusammenleben bewusst und erweitern ihre eigenen Verstehens- und Ausdrucksmöglichkeiten. Deutschunterricht am Förderzentrum körperlich-motorische Entwicklung (kmE) zielt insbesondere auf den Erwerb einer grundlegenden Sprech-, Lese-, Schreib- und Medienkompetenz als Voraussetzung für schulischen Erfolg, für selbständiges, lebenslanges Lernen und damit für die Teilhabe am beruflichen, kulturellen und gesellschaftlichen Leben.

Der Deutschunterricht knüpft an die unterschiedlich ausgeprägten sprachlichen Kompetenzen und das kulturelle Vorwissen der Schülerinnen und Schüler an. Verschiedene Erstsprachen und die Mundarten der Schülerinnen und Schüler werden als Bereicherung gesehen. Im Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung geht der Deutschunterricht auf Formen der Unterstützung bei Beeinträchtigungen der Verbalsprache und Graphomotorik ein und zeigt hier Alternativen auf.

Der kontinuierlichen Weiterentwicklung der rezeptiven und produktiven Sprachkompetenzen dienen die Analyse und die intentionsgerechte Verwendung sprachlicher Konventionen und Strukturen sowie eine sichere Rechtschreibung. Der Deutschunterricht unterstützt die sprachliche Bewältigung alltäglicher, schulischer, fachlicher, berufsorientierender oder gesellschaftlicher Anforderungen, zudem ermöglicht er einen metasprachlichen Blick auf Sprache und schafft den Zugang zu einem breiten Spektrum unterschiedlicher literarischer Texte.

Durch die Auseinandersetzung mit pragmatischen und literarischen Texten fördert der Deutschunterricht auch die Persönlichkeitsbildung. Da Deutsch in allen Fächern außer Englisch das Medium der Verständigung ist, hängt schulischer Erfolg in hohem Maß von der erfolgreichen Bewältigung allgemein- wie fachsprachlicher Situationen ab.

1.2 Kompetenzerwerb im Deutschunterricht
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Im kompetenzorientierten Deutschunterricht setzen sich Schülerinnen und Schüler aktiv mit bedeutsamen Themen und herausfordernden Aufgaben des Faches entwicklungsgemäß auseinander. Durch gemeinsames Untersuchen von Sprache, ihren Strukturen und ihrem Gebrauch erweitern sie ihre Sprachbewusstheit. Sinnvolles Üben und die Ausbildung von Routinen haben im kompetenzorientierten Deutschunterricht einen hohen Stellenwert. Die Lehrkraft unterstützt die Schülerinnen und Schüler, indem sie berät, direkte Hinweise gibt, in neue Themen und Fragestellungen einführt und gezielt Übungen anleitet.

Da die deutsche Sprache den Schülerinnen und Schülern in unterschiedlichen Medien begegnet, ist es Aufgabe des Deutschunterrichts, den Schülerinnen und Schülern Anregungen zu bieten, mit aktuellen Medien rezeptiv und produktiv kompetent umzugehen. Kompetenzorientierter Deutschunterricht berücksichtigt die heterogenen sprachlichen Fertigkeiten und Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler und bietet offene und differenzierte Aufgaben, die es ermöglichen, selbstverantwortlich oder angeleitet auf individuellem Niveau sprachlich zu handeln.

2.1 Kompetenzstrukturmodell
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Kompetenzstrukturmodell Deutsch

Das Kompetenzstrukturmodell des Faches Deutsch basiert auf den Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz (KMK) im Fach Deutsch für den Primarbereich (2004). Das Modell ist zudem für alle weiterführenden Schularten gleich und basiert auf den Modellen der Bildungsstandards im Fach Deutsch für den Hauptschulabschluss (in Bayern: erfolgreicher bzw. qualifizierender Abschluss der Mittelschule, 2004) und den Bildungsstandards im Fach Deutsch für den Mittleren Bildungsabschluss (2003) der Kultusministerkonferenz (KMK).

Die vier Kompetenzbereiche Sprechen und Zuhören, Lesen – mit Texten und weiteren Medien umgehen, Schreiben sowie Sprachgebrauch und Sprache untersuchen und reflektieren sind im integrativen Deutschunterricht miteinander verbunden. Fachspezifische Methoden und Arbeitstechniken werden immer im Zusammenhang mit den jeweiligen Inhalten der vier Kompetenzbereiche unterrichtet.

Der Kompetenzbereich Sprechen und Zuhören wird für das Fach Deutsch am Förderzentrum körperlich-motorische Entwicklung als Kommunizieren und Zuhören verstanden, um einen erweiterten Kommunikationsbegriff im Sinne der Unterstützten Kommunikation zu verdeutlichen.

Das Kompetenzstrukturmodell des Faches Deutsch erhält eine Erweiterung durch die vier Entwicklungsbereiche Motorik und Wahrnehmung, Denken und Lernstrategien, Kommunikation und Sprache sowie Emotionen und soziales Handeln, deren Zusammenwirken erfolgreiche Lernprozesse ermöglicht. Die persönlichen Ressourcen in den Entwicklungsbereichen sind die Grundlage für die Planung und Gestaltung von Lernsituationen. Dadurch ergeben sich Hinweise und Impulse für die kriterienorientierte Schülerbeobachtung und für die Feststellung des individuellen Entwicklungsstandes.

Sprechen und Zuhören
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Verstehend zuhören
Die Schülerinnen und Schüler richten ihre Aufmerksamkeit gezielt auf Gesprächspartnerinnen oder Gesprächspartner oder auf Vortragende und Medien, um aktiv und gewinnbringend zuzuhören. So verstehen sie wesentliche Aussagen und wichtige Details und schätzen zunehmend Quellen auch kritisch ein. Sie machen sich ihr Nicht-Verstehen klar und nehmen Unverstandenes zum Anlass, um gezielt nachzufragen.

Zu anderen sprechen
Die Schülerinnen und Schüler erweitern fortlaufend ihre mündliche Ausdrucksfähigkeit beim Erzählen, Informieren und Argumentieren. Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf in der körperlichen und motorischen Entwicklung gehen zunehmen souverän mit Hilfsmitteln um. Sie erfahren, dass Kommunizieren ein fundiertes Wissen über die Sache, das Einbeziehen der Adressatinnen und Adressaten und der Situation sowie eine klar strukturierte und nach Möglichkeit eine deutlich artikulierte, körpersprachlich und medial unterstützte Darstellung erfordert.

Gespräche führen
Die Schülerinnen und Schüler achten neben sprachlichen auch auf nichtsprachliche Kommunikationsmittel und setzen diese je nach Ausgangslage authentisch ein. Sie sind sich zunehmend ihrer Sprechabsicht sowie der Erwartungen ihrer Zuhörerinnen und Zuhörer bewusst. Die Schülerinnen und Schüler benennen eigene Befindlichkeiten und Interessen, lassen andere Meinungen gelten und gehen konstruktiv auf andere Beiträge ein. Die Verbindung von aktivem Zuhören mit der Adressatenorientierung eigener Äußerungen sowie der klaren, sachbezogenen und strukturierten Formulierung von Gesprächsbeiträgen ermöglicht den Schülerinnen und Schülern eine konstruktive Teilnahme an Gesprächen, Diskussionen und Debatten, zudem bereitet sie dies auch vor für Gespräche im beruflichen Kontext. Für Schülerinnen und Schüler mit Beeinträchtigungen in der Verbalsprache ist diesbezüglich ausschlaggebend, Unterstützte Kommunikationsformen zu nutzen.


Über Lernen sprechen
Die Reflexion und Planung des eigenen Lernens sind zentrale Merkmale eines kompetenzorientierten Unterrichts. Schülerinnen und Schüler tauschen sich über ihre Schwierigkeiten und Erfolgserlebnisse aus, um durch Rückblicke und Lerndokumentationen ihr Lernen zunehmend selbst zu planen. In Lerngesprächen setzen sie sich erreichbare Ziele und überprüfen ihre Fortschritte.

Szenisch spielen
Im szenischen Spiel entfalten Schülerinnen und Schüler gestalterische Ideen, drücken Empfindungen und Gedanken aus und lassen sich auf andere ein. Im Mittelpunkt stehen hierbei die gemeinsame Teilhabe und Freude an Literatur und Kunst. Szenisches Spielen und eigenes Filmen tragen zum Kompetenzerwerb im Bereich der Medienbildung bei, indem Schülerinnen und Schüler Darstellungen in Medien untersuchen und reflektieren sowie selbst Medien nutzen, um eigene Beiträge zu produzieren.

Das Einfühlen in fremde Rollen und unbekannte Lebenssituationen, das Hineindenken in literarische Situationen und die Weiterentwicklung eigener sprachlicher und körpersprachlicher Ausdrucksmöglichkeiten wird durch szenisches Spiel unterstützt. Die Reflexion über eigenes und fremdes fiktives Handeln fördert die Fähigkeit, szenische und filmische Darstellungen kritisch zu hinterfragen und zu durchschauen. Technische Hilfen, z. B. eine Umweltsteuerung, unterstützten motorisch eingeschränkte Schülerinnen und Schüler bei der Darstellung im szenischen Spiel.

Lesen – mit Texten und weiteren Medien umgehen
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Der Erwerb der Schriftsprache ist eine der zentralen Aufgaben in der Grundschulstufe der Förderzentren und, abhängig von der individuellen Entwicklung, auch darüber hinaus. Der Schriftspracherwerb umfasst im engeren Sinne das Lesen von gedruckten und geschriebenen Texten. Im weiteren Sinne meint er auch die Fähigkeit, Texte zu verstehen, die in anderer medialer Darstellung präsentiert werden, also unterschiedliche Arten von sowohl Print-, als auch Hör-, audiovisuellen oder digitalen Texten und damit reflexiv und handelnd umzugehen.

Die Prozesse des Lesen- und Schreibenlernens sind eng miteinander verbunden. Methoden im Anfangsunterricht integrieren unterschiedliche Zugänge und berücksichtigen die individuellen Lern- und Wahrnehmungsvoraussetzungen jedes Kindes. Lesen ist von Anfang an mit der Konstruktion von Sinn verbunden. Zentrale Aufgabe ist der Aufbau einer nachhaltigen Lesemotivation. Dies gelingt, wenn Schülerinnen und Schüler ein Selbstkonzept entwickeln, in dem sie sich als erfolgreiche Leserinnen und Leser wahrnehmen. In der Mittelschulstufe werden grundlegende Lesetechniken weiterentwickelt und Lesestrategien zur gezielten Informationsentnahme, Strukturierung und Verarbeitung aufgebaut.

Über Leseerfahrungen verfügen
Der Deutschunterricht knüpft geschlechtersensibel an den individuellen Leseerfahrungen an. Im Austausch über Lesevorlieben erleben die Schülerinnen und Schüler eine Wertschätzung ihrer Kenntnisse und stärken ihre Freude am Lesen.

Über Lesefertigkeiten verfügen; über Lesefähigkeiten verfügen
Flüssiges, angemessen schnelles und genaues Lesen bildet die Grundlage für die erfolgreiche Anwendung von Lesestrategien zur Erschließung von Texten. Dem Üben der Leseflüssigkeit, der Lesegenauigkeit und des Lesetempos kommt vor allem in der Grundschulstufe besondere Bedeutung zu. Im Unterricht werden Lesestrategien zur Anwendung vor, während und nach der Lektüre systematisch eingeführt und regelmäßig beim Erschließen von Sach- und literarischen Texten trainiert, damit die Schülerinnen und Schüler sie routiniert anwenden. Die Reflexion über die Auswahl und Anwendung von Lesestrategien ist ein wichtiges Element kompetenzorientierten Leseunterrichts.

Die alters- und interessenbezogene Beschäftigung mit literarischen Texten und Ganzschriften soll bei den Schülerinnen und Schülern Freude am Lesen entwickeln. Dabei werden Sinnzusammenhänge konstruiert, literarische Räume erfasst und Erlebnisse und Eindrücke gewonnen, die das tägliche Leben nicht bietet. Neben aktueller Kinder- und Jugendliteratur lernen die Schülerinnen und Schüler auch literarische Werke aus unterschiedlichen Zeiten kennen. Die Auseinandersetzung mit sprachlichen und literarischen Mitteln sowie der Biografie des Autors bzw. der Autorin und der Entstehungszeit des Textes ermöglichen ein vertieftes Textverständnis. Die Schülerinnen und Schüler können eine eigene Deutung literarischer Texte herausarbeiten und reflektieren somit auch Textverstehensprozesse.

Texte erschließen
Der Deutschunterricht greift die unterschiedlichen Leseerfahrungen der Kinder und Jugendlichen auf und erweitert sie. Um lebendige Vorstellungen von Figuren, Orten, typischen Handlungen und Themen in Geschichten zu entwickeln, werden neben geschriebenen Texten auch Bilder, Hörmedien oder Filme erschlossen. Die Schülerinnen und Schüler untersuchen Gestaltungsmittel in erzählenden, informierenden und argumentierenden Texten und reflektieren diese in ihren Wirkungen. Dadurch erweitern sie ihre literarische Kompetenz ebenso wie ihre Medienkompetenz.

Pragmatische Texte im Alltag, zur Berufsvorbereitung und in schulischen Fächern verarbeiten zu können, ist mitbestimmend für schulischen Erfolg, sichere Alltagsbewältigung und Teilhabe am sozialen Leben. Strategien zur selbständigen Erfassung, gezielten Informationsentnahme, vernetzenden Verarbeitung und kritischen Beurteilung pragmatischer Texte in unterschiedlicher medialer Form sind wesentlicher Inhalt des Unterrichts in der Mittelschulstufe. Im Kompetenzbereich Lesen – mit Texten und weiteren Medien umgehen begreifen die Schülerinnen und Schüler Medien als elementare Aspekte der aktuellen Gesellschaft, welche den privaten und beruflichen Alltag prägen. Als kritische Nutzerinnen und Nutzer von Medien reflektieren die Jugendlichen das Zusammenspiel von gesprochenen, bildlichen und musikalischen Sprachcodes zu expliziten und impliziten Botschaften. Gezielt wird die situationsgemäße, mediensprachlich versierte und eigene wie fremde Persönlichkeitsrechte achtende Verwendung kommunikativer Medien weiterentwickelt.

Texte präsentieren
Die Schülerinnen und Schüler erfahren im Unterricht, dass zur Teilhabe am literarischen Leben auch die Entwicklung eigener Lesevorlieben sowie der Austausch darüber gehören. Sie planen Präsentationen vor einem Publikum und tragen sie ggf. mit technischer Unterstützung vor.

Schreiben
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Die Schülerinnen und Schüler planen, schreiben und überarbeiten Texte, dabei orientieren sie sich am Adressaten und am Schreibziel. Sie nutzen das Schreiben zur Kommunikation und zur Strukturierung von Informationen und eigenen Aufzeichnungen. Sie verfassen Texte unter Verwendung angemessener sprachlicher Mittel und formaler Konventionen, wobei berufsorientierenden Texten eine zunehmend größere Bedeutung zukommt.

Über Schreibfertigkeiten verfügen
Die Schülerinnen und Schüler schreiben anfangs eine unverbundene Schrift, entwicklungsgemäß erwerben sie darauf aufbauend eine verbundene Schrift. Sie achten beim Schreiben auf eine günstige Körperhaltung, auf die Lage des Papiers sowie auf die Haltung des Schreibgeräts und der ganzen Hand. Viele Schülerinnen und Schülerinnen mit Förderbedarf in der körperlichen und motorischen Entwicklung stellt dies vor enorme Herausforderungen. So wird eine intensive und individuelle Beratung, die Anpassung individueller Hilfsmittel und ein interdisziplinärer Austausch mit therapeutischen Möglichkeiten notwendig. Die Lehrkraft begleitet die Entwicklung der Händigkeit, der Schreibmotorik sowie der Körper- und Stifthaltung aller Schülerinnen und Schüler und unterstützt sie durch individuelle Hinweise, um eine möglichst  formschöne, flüssig geschriebene und gut lesbare Schrift auszubilden oder Alternativen zur Handschrift zu etablieren. Dadurch kann das Arbeitsgedächtnis entlastet werden  und es wird den Schülerinnen und Schülern erleichtert, ihre Aufmerksamkeit auf ihre Texte selbst zu richten. Dabei setzen sie zunehmend routiniert Strategien der Rechtschreibung um.

Texte planen und schreiben
Aufbauend auf ihren Leseerfahrungen und Fähigkeiten zur Texterschließung vergegenwärtigen sich die Schülerinnen und Schüler, dass Texte verschiedene Absichten verfolgen und dementsprechend aufgebaut und sprachlich gestaltet sind. Im Schreibunterricht tauschen sie sich mit der Lehrkraft sowie untereinander über ihre Texte aus. Bereits ab Schulbeginn erhalten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, eigene kleine Texte zu verschriften, um ihnen die Bedeutung von Schrift für die Kommunikation eigener Erfahrungen anschaulich zu machen und eine grundlegende Schreibmotivation aufzubauen. Die Lehrkraft wirkt darauf hin, dass normgerechte Schreibungen systematisch eingeübt werden und zeigt Unterschiede zwischen der Schreibung der Schülerin oder des Schülers und der rechtschriftlichen Schreibweise auf.

In der Mittelschulstufe planen und entwerfen die Schülerinnen und Schüler erzählende, informierende, kommentierende, argumentierende und appellierende Texte, die sich am potenziellen Adressaten und am Schreibziel orientieren, und beachten und verwenden geeignete sprachliche Mittel und formale Konventionen. Sie nutzen das Schreiben zur Kommunikation, zur Strukturierung eigener Aufzeichnungen, zur Aufbewahrung von Informationen und zur gedanklichen Auseinandersetzung mit Sachverhalten sowie mit sich selbst. Berufsorientierenden Texten kommt eine zunehmend größere Bedeutung zu. Durch die Bewältigung kreativer Schreibaufgaben mit motivierenden Schreibanlässen erweitern sie ihre schriftlichen Ausdrucks- und Gestaltungsmöglichkeiten.

Texte überarbeiten
Die Schülerinnen und Schüler machen ihre Entwürfe zum Gegenstand gemeinsamen Nachdenkens, geben Rückmeldungen und überarbeiten sie mit Blick auf eine geeignete Form der Präsentation. Für Präsentationen unterstützt die Lehrkraft die Schülerinnen und Schüler bei der Erstellung einer Fassung, die rechtschriftlich und sprachlich fehlerfrei sowie ästhetisch ansprechend ist.

In der Mittelschulstufe erwerben die Schülerinnen und Schüler Strategien und Techniken, fremde und eigene Texte nach inhaltlichen, sprachlichen und rechtschriftlichen Formvorgaben zu überarbeiten. Sie unterstützen sich durch konstruktive Kritik und werden sich zunehmend des Wertes dieser Unterstützung für die Qualität der Texte bewusst. Die Reflexion über den eigenen Lernprozess führt zu weiteren Schreibzielen und stärkt die Schreibkompetenz.

Sprachgebrauch und Sprache untersuchen und reflektieren
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Sprachliche Verständigung untersuchen
In der Grundschulstufe untersuchen die Schülerinnen und Schüler gesprochene und geschriebene Sprache sowie unterschiedliche Sprachregister in ihrer Form, Absicht, situativen Angemessenheit und Wirkung, auch was unterschiedliche mediale Darstellungen betrifft. Sie gehen dabei von konkreten Situationen in ihrem Alltag aus.

In der Mittelschulstufe unterstützt die Reflexion über den Einsatz spezifischer sprachstruktureller Mittel, Konventionen und Bilder die Schülerinnen und Schüler in ihrem eigenen Sprachhandeln und ermöglicht eine differenzierte Ausdrucksweise.

Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Sprachen entdecken
Der Vergleich von Sprachen und Schriftsystemen fördert die Sprachbewusstheit. So erweitern Schülerinnen und Schüler zunehmend ihre sprachlichen Verständnis- und Ausdrucksmöglichkeiten in Bezug auf Wortschatz, Wortwahl und sprachliche Strukturen. Sie unterscheiden anhand konkreter Beispiele zwischen Alltags-, Bildungs- und Fachsprache sowie Dialekt und untersuchen Wörter in Fremdsprachen.

In der Mittelschulstufe entwickelt sich Sprachbewusstheit weiter, indem die Schülerinnen und Schüler über Wortschatz sowie über Satz- und Textstrukturen in unterschiedlichen sprachlichen Situationen nachdenken, deren Funktion erfassen und die Erkenntnisse situations- und intentionsgemäß anwenden.

Sprachliche Strukturen in Wörtern, Sätzen, Texten untersuchen und verwenden
Die Schülerinnen und Schüler experimentieren mit Sprache und sprachlichen Strukturen und reflektieren die jeweilige Verwendung und Funktion in unterschiedlichen Zusammenhängen. Grammatikalische und metasprachliche Begriffe werden stets im Kontext konkreter Sprachhandlungen gewonnen.

Richtig schreiben
Die Untersuchung und Reflexion von Sprachgebrauch und Sprache begleiten auch den Rechtschreibunterricht. In der Grundschulstufe stehen dabei die bewusste Anwendung von Strategien sowie die kontinuierliche Übung zum Aufbau von Routinen im Mittelpunkt. Im Prozess des Lesen- und Schreibenlernens werden zunächst phonologische und silbische Prinzipien ausdifferenziert und folgend systematisch ergänzt durch morphologisches und grammatikalisches Wissen. Rechtschreibübungen finden nicht isoliert und ohne Anwendungsbezug statt, sondern sind eingebunden in sinnvolle Kontexte. Die Schülerinnen und Schüler bauen eine rechtschreibbewusste Haltung auf, erfragen Schreibungen und nutzen Wortlisten und Wörterbücher.

Dem Bereich Richtig schreiben ist ein Grundwortschatz im Sinne eines Modellwortschatzes zugeordnet, an dem die Schülerinnen und Schüler grundlegende Erkenntnisse zu den orthographischen Prinzipien erarbeiten und Rechtschreibstrategien und -regeln sowie Sonderschreibungen anwenden. Dieser Grundwortschatz wird ergänzt durch einen individuellen Übungswortschatz, welcher die spezifischen Interessen und den Entwicklungsstand des einzelnen Kindes berücksichtigt. Systematische Fehlschreibungen bieten der Lehrkraft einen Einblick in vorhandene Kompetenzen und individuelle Lernstrategien im Sinne einer pädagogischen Diagnostik und geben Anhaltspunkte für passende Lernangebote.

In der Mittelschulstufe wird die Anwendung von Rechtschreibstrategien weiterentwickelt und vertieft. Ziel ist ein zunehmend eigenständiges Erkennen eigener Fehlerschwerpunkte und die Verbesserung der individuellen Rechtschreibleistung.

Motorik und Wahrnehmung
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Motorische Fähigkeiten und Wahrnehmungsprozesse sind Grundvoraussetzungen für den Erwerb von Sprachkompetenz. Dem muss gerade im Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung Rechnung getragen werden. Allerdings stellt sich die Schülerschaft in diesem Förderschwerpunkt als äußerst heterogen in ihren körperlichen und motorischen Lernvoraussetzungen dar, sodass sprachliches Lernen jeweils am Einzelfall orientiert und individuell in Bezug auf die jeweilige motorische und wahrnehmungsbezogene Ausgangslage gefördert werden muss. Schülerinnen und Schüler mit abweichender Muskelspannung benötigen beispielsweise besondere Hilfen, um beim Lesen und Schreiben eine günstige Körper- und Sitzhaltung einnehmen zu können. Anderen sind beim Schreiben zusätzliche, strukturierende Hilfen für ihren Arbeitsplatz anzubieten.

Beim Schreiben an sich kann eine spezielle Förderung der Graphomotorik oder eine entsprechende Hilfsmittelanpassung notwendig werden. Am Einzelfall ist zu entscheiden, welche Schrift einem Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf in der körperlichen und motorischen Entwicklung angeboten bzw. abverlangt wird. Vorrang vor dem Erwerb einer verbundenen und möglichst formschönen Schrift hat für viele Schülerinnen und Schüler das Entwickeln einer möglichst flüssigen und gut lesbaren Handschrift. In zahlreichen anderen Fällen wird situativ auf das handschriftliche Schreiben verzichtet und vermehrt der Fokus auf digitales Schreiben gerichtet.

Weiter wird beim bewussten Sprechen Wert auf eine möglichst gute Artikulation, die unter Umständen Übungen zur Stärkung der Mundmotorik voraussetzt, und eine günstige Sprechatmung gelegt. Der Erwerb der Schriftsprache bedarf für viele Schülerinnen und Schüler im Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung ein teilleistungsbezogenes, spezifisches Training der Sprachrezeption.

Wahrnehmungsleistungen, etwa die Orientierung an räumlichen Dimensionen, sind auch im Bereich des szenischen Spiels bedeutsam. So sammeln die Schülerinnen und Schüler diesbezüglich im Deutschunterricht wichtige Körpererfahrungen, koordinieren einzelne Bewegungsabläufe bewusst miteinander und bauen ein in vielen Fällen wenig differenziertes Körperschema aus. Kompetenzen des räumlichen Vorstellungsvermögens sind auch wichtig, um Präpositionen korrekt anwenden zu können. Um Besonderheiten auf der Ebene der sensorischen Integration zu kompensieren, trainieren Schülerinnen und Schüler am Förderzentrum mit dem Förderschwerpunkt körperlich-motorische Entwicklung vertieft die Unterscheidung von Raum und Lage sowie von Figur und Grund. Diese Fähigkeiten sind Grundvoraussetzung für das Erlernen der Rechtschrift, vor allem in Bezug auf die Lage der Buchstaben.

Denken und Lernstrategien
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Zu entscheidenden Elementen des Denkens zählen Aufmerksamkeit, Symbolverständnis, Begriffsbildung, Kategorienbildung und die Fähigkeit zu strukturieren. Mit der Entwicklung des Denkens ist die Ausbildung von Lernstrategien eng verbunden, um Lernpotenziale zu nutzen und erfolgreich lernen zu können. Der Unterricht im Fach Deutsch befähigt Schülerinnen und Schüler am Förderzentrum mit dem Förderschwerpunkt körperlich-motorische Entwicklung Perseverationstendenzen und eine Verlangsamung bei Vorstellungen zu überwinden. Durch behinderungsbedingt fehlende frühkindliche Erfahrungen kann ein Mangel an begrifflichen Ordnungsschemata Probleme bei Transferleistungen und ein verändertes Symbolverständnis bedingen. Angebote auf verschiedenen Ebenen der Abstraktion ermöglichen den Schülerinnen und Schülern, grundlegende Erfahrungen zum Aufbau von Ordnungsschemata zu machen.

Für Schülerinnen und Schüler mit einer Körperbehinderung spielt das gezielte Auswählen und Nutzen von Hilfen eine wichtige Rolle. Durch Assistenz sowie durch das Erkunden und Ausprobieren unterschiedlicher Hilfsmittel sollen sie auch im Deutschunterricht fähig werden, unterschiedliche technische Möglichkeiten und personelle Unterstützung zielorientiert einzusetzen. Im schriftsprachlichen Bereich müssen die Schülerinnen und Schüler zunächst dazu befähigt werden, den symbolischen Charakter grafischer Zeichen zu erkennen und Schriftzeichen in Verbindung mit der Lautebene von Sprache zu bringen. Für Schülerinnen und Schüler im sonderpädagogischem Förderbedarf im Bereich körperliche und motorische Entwicklung ist hierfür ein handlungsorientiertes und in Bezug auf Wahrnehmungsleistungen förderliches Vorgehen angezeigt. Im Weiteren ist gerade der Deutschunterricht geeignet, um die Schülerinnen und Schüler in ihren handlungsbezogenen Kompetenzen zu fördern. So kann es im Rahmen von sprachlichem Lernen möglich werden, zunächst Ziele einer Situation oder Aufgabe zu benennen und daraus strukturiert sinnvolle Handlungsschritte abzuleiten und festzuhalten. Auf diese Weise können langfristig sinnvolle Handlungsschemata vermittelt werden.

Für Schülerinnen und Schüler mit einer Körperbehinderung kann es zudem notwendig werden, Arbeitsergebnisse genauer zu reflektieren, um zu einer realistischen Beurteilung eigener Leistungen zu gelangen. Orientiert an Kriterien werden hierfür im Deutschunterricht etwa persönliche, soziale und sachliche Aspekte geprüft und verbalisiert. 

Kommunikation und Sprache
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Sprachkompetenz und Kommunikation sind zentrale Bestandteile schulischen Lernens in allen Fächern. Sprachfördernder Unterricht regt zu aktivem Sprachgebrauch an und schafft kommunikationsförderliche Erziehungs- und Unterrichtssituationen. Sprache und Sprechen ist dabei sowohl handlungsbegleitend als auch handlungsleitend zu verstehen. Schülerinnen und Schüler mit einer Körperbehinderung haben häufig spezifischen Förderbedarf in Bezug auf ihre Sprachfertigkeiten und Kommunikationsmöglichkeiten. So können sie u. a. in ihren nonverbalen Kommunikationsmöglichkeiten eingeschränkt sein, etwa in Bezug auf ihre Körperhaltung und Körperstellung, bezogen auf Blickkontakt oder ihre mimischen und gestischen Möglichkeiten.

Durch Brüche in der Kommunikation entstehen mitunter Misserfolgserlebnisse, die sich wiederum auf das Kommunikationsverhalten auswirken. Kommunikative Kompetenzen lassen sich jedoch häufig durch ein individualisiertes Training verbessern. Bei Schülerinnen und Schülern mit einer cerebralen Parese ist bisweilen zu beobachten, dass sich die Sprachentwicklungsverzögerung durch ein im Vergleich zur Sprachproduktion stärkeres Sprachverständnis bemerkbar macht. Hierfür spielt bei vielen Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Bereich körperliche und motorische Entwicklung auch die Verbesserung der Sprechmotorik eine wichtige Rolle, was sich beispielsweise durch spezifische Artikulations- und Atemübungen erzielen lässt. So führt eine Dysarthrie zu Beeinträchtigungen sowohl in der Sprachsteuerung als auch in der Sprachausführung.

Auch eine Sensibilisierung für die prosodischen Anteile der Kommunikation erscheinen in diesem Zusammenhang wichtig. Für Schülerinnen und Schüler mit stärkeren Sprechstörungen können beispielsweise Symbolsammlungen, Sprachausgabegeräte oder schriftbasierte Kommunikationsmöglichkeiten angezeigt sein. In diesem Zusammenhang erfährt vor allem der Deutschunterricht als Kernfach für sprachliches und kommunikatives Lernen eine enorme Bedeutung für die Anpassung an Hilfsmittel und das Einüben unterstützender oder alternativer Kommunikationsformen.

Emotionen und soziales Handeln
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Die intensive Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung entsprechend dem individuellen Entwicklungsstand der Schülerin bzw. des Schülers schafft Grundvoraussetzungen für schulisches Lernen und trägt dadurch zur erfolgreichen gesellschaftlichen Integration bei. Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf in der körperlichen und motorischen Entwicklung erleben in vielen Fällen belastende Momente im Zusammenhang mit ihrer körperlichen oder gesundheitlichen Situation. Zudem sind sie vermehrt in Abhängigkeitsverhältnisse eingebettet, da sie im Alltag oftmals auf Unterstützung von außen angewiesen sind. Die Entwicklung von Selbständigkeit und Reife kann dadurch erschwert sein.

Der Deutschunterricht kann in diesem Zusammenhang einen Zugang zu eigenen Meinungen, Anliegen und Wünschen leisten. Die eigene emotionale und körperliche Situation und Befindlichkeit kann thematisiert und bis zu einem gewissen Punkt aufgearbeitet werden. Zudem werden im Fach Deutsch das Austragen von Konflikten und das Anwenden von Höflichkeitsformen, wie das Unterscheiden zwischen „du“ und „Sie“, angebahnt und eingeübt. Dies ist vor allem im Kontext der vielen verschiedenen Bezugspersonen aus Familie, Schule, Therapie und Betreuung notwendig.

Im Rahmen des Deutschunterrichts reflektieren die Schülerinnen und Schüler ihre Stärken und Schwächen im Kontext der Berufsorientierung, um zu einer realistischen Selbsteinschätzung zu gelangen.

3 Aufbau des Fachlehrplans im Fach Deutsch
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Die entwicklungsbezogenen Kompetenzen in den Bereichen Motorik und Wahrnehmung, Denken und Lernstrategien, Kommunikation und Sprache und Emotionen und soziales Handeln bilden die Grundlage für den individuellen Kompetenzerwerb im Fach Deutsch.

Der Fachlehrplan Deutsch gliedert sich – angelehnt an die Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz im Fach Deutsch – in vier Lernbereiche, die mit den im Kompetenzstrukturmodell dargestellten Kompetenzbereichen identisch sind.

Der Aufbau des Lehrplans Deutsch ist in allen weiterführenden Schularten Bayerns gleich. Im Gegensatz zu anderen Fächern sind die sprachlichen Inhalte in die Kompetenzerwartungen integriert und nicht gesondert ausgewiesen. Thematische Zuordnungen sind, mit Ausnahme berufsorientierender Themen in den Jahrgangsstufen 8 und 9, nicht vorgesehen.

Die Fachlehrpläne des Faches Deutsch und des Faches Deutsch als Zweitsprache sind eng miteinander vernetzt, sodass für integriert unterrichtete mehrsprachige Schülerinnen und Schüler Informationen aus beiden Lehrplänen zusammengeführt werden können.

4 Zusammenarbeit mit anderen Fächern
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Als Leitfach für die Sprachliche Bildung steht Deutsch in enger Verbindung mit anderen Fächern. Sprechen und Zuhören, Lesen und Schreiben sowie der Umgang mit Medien und die Ausbildung von Sprachkompetenz bilden eine Voraussetzung für eine erfolgreiche Bildungsbeteiligung und für die Persönlichkeitsentwicklung. In der Mittelschulstufe werden die schulischen Fachsprachen durch Aufgreifen von Themen aus dem Fachunterricht im Fach Deutsch weiterentwickelt.

Beteiligt ist das Fach Deutsch an allen Projekten bis hin zur Projektprüfung durch Recherche, Textverarbeitung und sprachliche wie mediale Gestaltung von Arbeitsergebnissen.

5.1 Sprachliche Bildung
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Sprachliche Bildung ist Unterrichtsprinzip und Aufgabe aller Fächer. Gespräche über Fragestellungen, Vorgehensweisen und Ergebnisse finden zu einem großen Teil im Fachunterricht statt. Sach- und Gebrauchstexte erschließen die Schülerinnen und Schüler mithilfe von Lesestrategien und erweitern ihre Verstehens- und Ausdrucksmöglichkeiten, sowohl was ihre gesprochene Sprache als auch ihre schriftlichen Texte anbelangt. Sie differenzieren ihren fachspezifischen Wortschatz aus und achten auf sprachliche Genauigkeit. Sie festigen ihr Sprachhandeln, indem sie sich mit den Normen von Alltags- und Standardsprache auseinandersetzen und diese bewusst anwenden.

5.2 Interkulturelle Bildung
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Zur Interkulturellen Bildung trägt der Deutschunterricht bei, indem er Verschiedenheit und ihre Wertschätzung erfahrbar macht. In einer Lerngruppe mit Kindern und Jugendlichen unterschiedlicher Herkunft und Erstsprache lernen diese, dass es neben sprachlichen auch kulturelle Gemeinsamkeiten und Unterschiede gibt, nicht nur was Feiern, Feste oder Rituale betrifft, sondern auch das Repertoire an bekannten Geschichten und Figuren.

In enger Kooperation mit dem Fach Deutsch als Zweitsprache erwerben mehrsprachige Schülerinnen und Schüler im Fach Deutsch die sprachliche Basis, die für den schulischen und beruflichen Bildungsweg in allen Fachbereichen notwendig ist. Neben der sprachlichen Kompetenzerweiterung bieten die vielfältigen Themen des Faches eine Möglichkeit, mit der deutschen Gesellschaft und ihren Grundwerten vertraut zu werden.

Informationen aus Texten unterschiedlicher Kulturen werden erweitert durch persönliche Erfahrungen der mehrsprachigen Schülerinnen und Schüler, die damit einen wertvollen Beitrag zur interkulturellen Bildung aller leisten. Das Finden gemeinsamer Werte bei kulturell unterschiedlicher Ausrichtung bereitet auf die zunehmend internationale Verflechtung von Gesellschaft und Wirtschaft vor.

5.3 Kulturelle Bildung
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Der Deutschunterricht des Förderzentrums mit dem Förderschwerpunkt körperlich-motorische Entwicklung leistet einen zentralen Beitrag zur Kulturellen Bildung. In der Auseinandersetzung mit Sprache, Literatur und Medien erweitern die Schülerinnen und Schüler ihre Fähigkeiten zu differenziertem Wahrnehmen, Erfahren und Erleben sowie ihre eigenen Gestaltungsmöglichkeiten. Insbesondere die Beschäftigung mit Literatur aus anderen Ländern und Sprachen, die Auseinandersetzung mit Filmen oder der Besuch von Theatervorstellungen schulen sprachlich-ästhetisches Empfinden und eröffnen Zugänge zu Werten der Kultur unserer Gesellschaft.

Durch die eigene kreative Gestaltung von Texten oder weiteren Medienprodukten erleben sich die Schülerinnen und Schüler als Kulturschaffende und gewinnen eine Haltung, welche künstlerisches Schaffen und kulturelle Leistung wertschätzt.

5.4 Medienbildung/Digitale Bildung
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Die Kompetenzerwartungen, die den Schülerinnen und Schülern helfen sollen, Medien in einer digital vernetzten Welt zu verstehen, sie zu nutzen, kreativ mit ihnen umzugehen und sie kritisch zu hinterfragen, werden in allen Kompetenzbereichen jeder Jahrgangsstufe im Lehrplan Deutsch, insbesondere aber im Lernbereich Lesen – mit Texten und weiteren Medien umgehen formuliert. Dabei lernen die Schülerinnen und Schüler die Vielfalt der Medien, insbesondere auch der digitalen, kennen, nutzen das jeweilige Medium zielgerichtet und verantwortungsbewusst, erkennen den hohen kulturellen Stellenwert von Medien in unserer Gesellschaft und reflektieren über mögliche Gefahren. Über den eigenen Medienkonsum und die Erfahrungen findet ein Austausch statt, bei dem die Schülerinnen und Schüler ihre Nutzungsgewohnheiten und ihr Verhalten kritisch reflektieren und bewerten. Kreativität und Medienkompetenz zeigen sich in der eigenen Gestaltung von Medienprodukten für Vorträge, Projekte und Unterhaltung auch in Kooperation mit anderen Fächern.

5.5 Soziales Lernen
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Der Deutschunterricht fördert das Soziale Lernen der Schülerinnen und Schüler. Die Schülerinnen und Schüler nutzen sprachliche Formen der Höflichkeit und Wertschätzung sowie Möglichkeiten einer konstruktiv-dialogischen Gesprächsführung. Unterschiede im sprachlichen Entwicklungsstand sowie die Verwendung verschiedener Sprachvarietäten bieten zahlreiche Lerngelegenheiten.

Um Konflikte konstruktiv auszutragen, wenden sie die im Deutschunterricht erworbenen Diskussionsregeln und Argumentationstechniken an. Diese beinhalten auch die Kompetenz, bei unterschiedlichen Standpunkten Kompromisse zu schließen.

5.6 Werteerziehung
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Der Deutschunterricht trägt durch Texte, Gespräche oder Projekte zu unterschiedlichen gesellschaftlichen, politischen, wirtschaftlichen, religiösen und kulturellen Themen zur Persönlichkeitsbildung bei, indem unterschiedliche Positionen dargestellt und auf der Grundlage von Werten begründet werden. Das Lesen und Reflektieren literarischer Werke konfrontiert mit unterschiedlichen Werten, die eine eigene Stellungnahme erfordern. Implizite Wertevermittlung durch mediale Bilder und Filme kann erkannt und besprochen werden. Eigenes soziales und mediales Handeln in sozialen Netzwerken wird werteorientiert reflektiert.

5.7 Berufliche Orientierung
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Die Berufliche Orientierung ist ein profilbildendes Anliegen der Mittelschulstufe in den Fächern des Lernfeldes Berufsorientierung. Das Fach Deutsch unterstützt dies durch Rezeption berufsorientierender Schriften, die Klärung des Fachwortschatzes sowie der spezifischen Abkürzungen und Wendungen. Beteiligt ist das Fach Deutsch auch an der Erstellung von Schriftstücken für Bewerbungs-, Präsentations- und Projektmappen, der Gestaltung von Vorträgen und Präsentationen sowie der Entwicklung eines kompetenten Auftretens im Rahmen einer Bewerbung.