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Deutsche Gebärdensprache

1.1 Bedeutung und Aufgabe des Faches
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Die Deutsche Gebärdensprache (DGS) ist die Sprache der Gehörlosen- bzw. Gebärdensprachgemeinschaft und das identitätsstiftende Merkmal ihrer Kultur. Der Sprachmodus der Deutschen Gebärdensprache ist für gehörlose Menschen nicht nur uneingeschränkt erfassbar, sondern es ist auch der Modus, in dem sie und hochgradig schwerhörige Menschen sowie Menschen mit CI barrierefrei kommunizieren, mit dem sie sich Wissen aneignen und eine eigene Identität entwickeln.

Das Fach Deutsche Gebärdensprache hat im Rahmen der schulischen Bildung die Aufgabe, die gebärdensprachliche Handlungskompetenz der Schülerinnen und Schüler altersangemessen zu entwickeln und Schlüssel zu einem differenzierten Welt- und Selbstverständnis zu sein.

Da bei Schulbeginn die Schülerinnen und Schüler aufgrund von unterschiedlichen familiären Kommunikationssituationen einen heterogenen Sprachstand aufweisen, ist es in diesem Zusammenhang das primäre Ziel, die Deutsche Gebärdensprache als Basissprache zu entwickeln. Der Anfangsunterricht begegnet der Heterogenität der Sprachentwicklungsstände der Schülerinnen und Schüler zum Beispiel durch verschiedene Förderangebote.

Mit der Deutschen Gebärdensprache als Basissprache verfügen die Schülerinnen und Schüler über ein Kommunikationswerkzeug, das die Voraussetzung schafft, mit anderen gebärdensprachkompetenten Personen in Interaktion zu treten. Deutsche Gebärdensprache bildet außerdem die Grundlage für das Erlernen weiterer Sprachsysteme.

Eine hohe Gebärdensprachkompetenz befähigt die Schülerinnen und Schüler dazu, sich nicht nur im Fach Deutsche Gebärdensprache, sondern auch in anderen Unterrichtsfächern sprachlich kompetent an Diskussionen zu beteiligen, eine eigene Meinung zu bilden, Entscheidungen zu treffen sowie Erfahrungen zu reflektieren, um vielfältige Lebenssituationen aktiv zu gestalten und zu bewältigen.

1.2 Kompetenzerwerb im Unterricht für Deutsche Gebärdensprache
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Im kompetenzorientierten Gebärdensprachunterricht erleben die Schülerinnen und Schüler die Deutsche Gebärdensprache als eigenständiges und der Lautsprache ebenbürtiges Sprachsystem. Gemeinsam setzen sie sich aktiv mit den sprachtypischen Modi auseinander, untersuchen handlungsorientiert wichtige Strukturen und wenden diese in vielfältigen Unterrichtssituationen an. Im Rahmen des bilingualen Unterrichts erweitern die Schülerinnen und Schüler ihr sprachliches Bewusstsein sowie ihre metasprachliche Kompetenz, indem sie ausgewählte gebärdensprachliche und lautsprachliche Komponenten miteinander vergleichen und der richtigen Zielsprache in Übungen zuordnen. Sie interagieren sicher und wählen adressatenbezogen die richtige Sprache aus. Indem die Schülerinnen und Schüler interagieren und sich austauschen, analysieren sie bewusst die Ausführung ihrer Gebärden wie auch das Verstehen des Gegenübers und erweitern so stetig ihre sprachliche Kompetenz. Neben dem reinen Sprachunterricht erfahren die Schülerinnen und Schüler, dass die Deutsche Gebärdensprache nicht nur Sprache, sondern auch Kulturgut der Gebärdensprachgemeinschaft ist und ergründen handelnd und eigenaktiv wichtige Aspekte der Gehörlosen- und Gebärdensprachkultur.

2.1 Kompetenzstrukturmodell
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Kompetenzstrukturmodell Deutsche Gebärdensprache

Die Ausbildung einer Identität ist Voraussetzung für ein Leben als selbstbestimmte, selbstbewusste und selbstverantwortliche Person. Eine gesicherte Kommunikationsbasis mit sich, der Familie und der Umwelt trägt wesentlich dazu bei, die eigene Identität zu finden. Für gehörlose und schwerhörige Kinder und Jugendliche bildet die Deutsche Gebärdensprache die Muttersprache und ist damit Kommunikationsbasis. Durch die Interaktion mit Gebärdenden und gebärdenden Muttersprachlern erfahren die Schülerinnen und Schüler die Vielfältigkeit der Kultur und die Zusammengehörigkeit der Gebärdensprachgemeinschaft. Durch die Beherrschung der Deutschen Gebärdensprache haben sie Zugang zu dieser Gemeinschaft und erleben sich als Mitglied derselben. Die Gebärdensprache als Kulturgut, als ein Element der Identität und als Muttersprache zu erfahren ist Grundlage des Kompetenzerwerbs und zieht sich durch alle Kompetenzbereiche.

Schülerinnen und Schüler erwerben im Fach Deutsche Gebärdensprache darüber hinaus Kompetenzen, die ihnen eine aktive Teilhabe an der Arbeitswelt und der Gesellschaft eröffnen.

Im profilbildenden Fach Deutsche Gebärdensprache erwerben die Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Bereich Hören Kompetenzen in den einzelnen Entwicklungsbereichen anhand der für sie konzipierten Lernbereiche, sodass auf eine weitere Ausweisung von Entwicklungsbereichen bzw. auf die Darstellung von entwicklungsbezogenen Kompetenzen verzichtet wird.

Gebärdensprache verstehen und entsprechend handeln
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Die Kinder und Jugendlichen entwickeln in diesem Kompetenzbereich Interesse und Bereitschaft, Gebärdensprache als Mittel zum Austausch zu begreifen und sich mithilfe der Gebärdensprache zu informieren. Die Gebärdensprache wird durch die Kommunikation und die gebärdensprachliche Interaktion zwischen Gebärdendem und seinem Gesprächspartner bzw. seinen Gesprächspartnern erworben. Grundlage dafür ist, dass die Lernenden motorische Grundfertigkeiten der Hände, des Oberkörpers und der Mimik beherrschen und Informationen visuell aufnehmen. Die Gesprächspartner achten darauf, welche Bedingungen Voraussetzungen sind, um sich gegenseitig inhaltlich zu verstehen und stellen diese bewusst her, falls Beschränkungen während der Kommunikation auftreten.

Die Kinder und Jugendlichen erfahren, dass ihnen die Betrachtung von Gebärdensprache vielfältige Facetten aufzeigt und sie zur Auseinandersetzung mit sich selbst und ihrer Umwelt anregt. Sie beschäftigen sich mit gebärdeter Kinderliteratur sowie anderen geeigneten Texten und lernen die Gebärdensprachpoesie kennen. Darüber hinaus gewinnen sie Einblick in verschiedene Erzählstile und deren Verwendungszusammenhänge. Dies gilt auch für gebärdete Texte in visuellen und elektronischen Medien. Die Schülerinnen und Schüler lernen den kritischen Umgang mit Medien, erschließen sich zugleich neue Gebärden im Bereich neuer Medien, interpretieren Gebärdensprachfilme und nehmen Texte in Deutscher Gebärdensprache und Gebärdensprachpoesie mit Medientechnik auf. Bei der Auswahl der gebärdensprachlichen Angebote werden der Sprachstand, aber auch die geistige und emotional-soziale Entwicklung der Schülerinnen und Schüler berücksichtigt.

Gebärdensprache untersuchen
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In diesem Kompetenzbereich untersuchen die Schülerinnen und Schüler die kleinsten bedeutungstragenden Elemente (Parameter) eines einzelnen Gebärdenzeichens und andere sprachinstrumentelle Elemente (manuelle und non-manuelle Elemente, Einhändigkeit und Zweihändigkeit), die Bildung von verschiedenen Gebärdenarten (Nomen, Verben, Adjektive, Pronomen, Hilfsmarker AUF) und deren Veränderungen (Plural, Verbgruppen, Zahlen- und Zeiteninkorporation) sowie den Aufbau von einzelnen Gebärden zu grundlegenden Gebärdensprachsätzen. Zusätzlich erweitern sie Gebärdensprachsätze um zusätzliche Satzglieder (Zeit, Ort, Konjunktionen) und durch verschiedene Nebensätze. Durch Fragesätze (Entscheidungsfragen, W-Fragen) werden die Schülerinnen und Schüler befähigt, Fragen zu stellen und diese zu beantworten. Sie lernen die vereinfachte Glossentranskription kennen und wenden sie an.

Des Weiteren beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler mit den Zeiten Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft. Mithilfe von Zeitmarkern, Zeitadverbien und genauen Zeitbestimmungen erzählen sie in diesen verschiedenen Zeiten. Die Schülerinnen und Schüler wenden verschiedene Zeitlinien an und stellen zeitliche Beziehungen her.

Außerdem werden sie in die Nutzung des Gebärdenraumes eingeführt, welche das Anzeigen von Anwesenheit und Abwesenheit im Gebärdenraum, den Einsatz von Ortsangaben und Ortsergänzungen sowie das Darstellen von Raumsituationen über Raumverben und Klassifikatoren (Fahrzeuge, Tiere, Menschen) beinhaltet.

Sich in Gebärdensprache ausdrücken und kommunizieren
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In handlungsorientierten, wirklichkeitsnahen und motivierenden Sprachsituationen lernen die Schülerinnen und Schüler auf unterschiedliche kommunikative Alltagssituationen mithilfe der Gebärdensprache angemessen zu reagieren. Sie drücken Gedanken und Gefühle sprachlich aus und formulieren Äußerungen adressatenbezogen. Die Schülerinnen und Schüler festigen Gebärdeninhalte und bewältigen kommunikative Situationen, zeigen Freude beim Einsatz von Gebärden und entfalten so ihr spontanes Mitteilungsbedürfnis. Die Kinder und Jugendlichen entwickeln die Fähigkeit „hinzusehen“, sich auf Äußerungen anderer Personen einzulassen und sich mit ihren Aussagen auseinanderzusetzen. Sie erfahren, dass interaktives Sprachhandeln immer auch soziales Handeln ist. In spielerischen Formen erproben die Schülerinnen und Schüler ihr individuelles, bisher erlerntes Sprachvermögen und beziehen nicht-sprachliche Kommunikationsmittel ein. Der Einsatz Visueller Medien ist sowohl im Hinblick auf die Wahrnehmungsbedingungen als auch im Hinblick auf die Schaffung von Erwartungshaltungen und Veranschaulichungsmöglichkeiten in diesem Kompetenzbereich besonders bedeutsam. Unterschiedliche Aktivitäten wie Projekte, Rollenspiele, Theaterspiele und Filme sowie das Angebot verschiedener sozialer Unterrichtsformen wie Partner- und Gruppenarbeit bilden den sprachlichen Lernanlass in interaktiven Situationen. Die Schülerinnen und Schüler äußern ihre Absichten und versetzen sich in die Gedanken- und Gefühlswelt ihrer Mitmenschen. Durch individuelle gebärdensprachliche Förderung gelingt ihnen eine Festigung und Erweiterung ihrer gebärdensprachlichen Kompetenz. Sie werden ermutigt, Vertrauen in ihr sprachliches Können zu haben, indem sie z. B. Äußerungsbereitschaft zeigen. In freien und geplanten Situationen nutzen die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheiten, Gebärdensprache als kreatives Sprachmittel kennenzulernen und finden auf diese Weise Schritt für Schritt Zugang zu den verschiedenen Formen der Gebärdensprachpoesie. Sie formulieren ihre Erfahrungen in Bezug auf das Entwerfen von poetischen Formen der Gebärdensprache und deren kreativ-gestalterischer Verwendung.

Die Schülerinnen und Schüler entwickeln zunehmend die Fähigkeit, sich ihre gebärdeten Äußerungen in Zusammenhang mit Aussageabsicht, Inhaltsbezug und Verwendungszweck bewusst zu machen. Dabei entwickeln sie sukzessive folgende Teilleistungen, die den Erzählprozess bedingen: Planen, Vorbereiten, Fixieren und Überarbeiten. Der Einsatz des Computers und anderer visueller Medien steigert die Erzählmotivation und regt zur Überarbeitung von gebärdeten Sequenzen an.

Aufbauend auf den Erwerb der Gebärdensprache unterscheiden die Schülerinnen und Schüler die verschiedenen Sprachen – Lautsprachbegleitende Gebärden, Lautsprachunterstützende Gebärden, Dialekte der Deutschen Gebärdensprache und auch Gebärdensprachen anderer Länder – voneinander.

Die Schülerinnen und Schüler erfahren, dass der Gebrauch der Gebärdensprache sehr vielfältig und dialektal bedingt ist. Sie gehen mit verschiedenen dialektgeprägten gebärdensprachlichen Äußerungen um und ordnen diese regional zu. Durch die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Gebärdensprachen verstehen sie, dass die Deutsche Gebärdensprache eine Form von vielen Sprachen darstellt und sich von der Lautsprache, den Lautsprachbegleitenden Gebärden und den Lautsprachunterstützenden Gebärden unterscheidet.

An der Vielfalt der Gebärdensprachgemeinschaft/-kultur teilnehmen und diese wertschätzen
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Die Schülerinnen und Schüler erwerben Kompetenzen, die sie dazu befähigen, sich selbst und ihre Kultur kennenzulernen, sich bewusst mit ihr auseinanderzusetzen, Aspekte bzw. Bestandteile dieser kritisch zu hinterfragen und sich schließlich als gehörlos oder auch schwerhörig zu identifizieren. Sie sehen sich als ein Teil der Gehörlosen- bzw. Gebärdensprachkultur mit ihrer Gemeinschaft, sind gleichzeitig offen für andere Wege und Entscheidungen, wertschätzen und respektieren diese.

Im Besonderen entwickeln die Schülerinnen und Schüler ein Verständnis dafür, wie essenziell notwendig ein funktionierendes Sprachsystem ist, um zu kommunizieren, um Beziehungen aufzubauen, Wissen zu erwerben und schließlich selbständig handeln und entscheiden zu können.

Zudem begreifen sie die Gehörlosengemeinschaft als eigene Kultur mit eigener Geschichte und wichtigen Traditionen und entwickeln adäquate Verhaltensmuster bzw. Strategien, sich in ihr selbstverständlich und kompetent zu bewegen.

Kommunizieren und handeln in einer auditiv orientierten Umwelt
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Die Schülerinnen und Schüler wenden ihre Kenntnisse in Bezug auf die Eigenständigkeit der kulturellen Gemeinschaft der gehörlosen und gebärdenden Menschen an, um in einer auditiv orientierten Umwelt erfolgreich zu handeln und zu kommunizieren. Sie reflektieren Klischees im Zusammenhang mit Gehörlosigkeit und klären ihre Mitmenschen situationsangemessen über ihre Kommunikationsbedürfnisse auf. Missverständnisse und Verständnisschwierigkeiten, die sich aus den unterschiedlichen Kommunikationsmodi von hörenden und gehörlosen Menschen ergeben, begegnen sie konstruktiv und lösungsorientiert und tragen so dazu bei, dass Interaktion gelingt und ggf. vorhandene Berührungsängste abgebaut werden. Durch eine bewusste Auseinandersetzung mit Kulturunterschieden innerhalb der hörenden und gehörlosen Gemeinschaft, erfahren die Schülerinnen und Schüler, dass Gehörlosigkeit sowie Schwerhörigkeit als Behinderung von der auditiv orientierten Umwelt angesehen werden und damit bestimmte Vorstellungen verknüpft sind. Aufgrund von Erfahrungen im Umgang mit hörenden Menschen nehmen auch gehörlose Schülerinnen und Schüler eigene Vorurteile und feste Meinungen Hörenden gegenüber wahr.

Indem sie Strategien in der Kommunikation mit hörenden Menschen entwickeln sowie auf technische Hörhilfen oder Gebärdensprachdolmetscher zurückgreifen, erlangen sie die Kompetenz, sich selbstbewusst in der auditiv orientierten Umwelt zu bewegen, Rechte zum Nachteilsausgleich einzufordern, aber auch Verständnis für die Sichtweisen oder Unsicherheiten von hörenden Menschen zu haben. Sie nutzen bewusst ihr kulturelles Wissen, um Hemmungen abzubauen und über ihre (Kommunikations-)Bedürfnisse aufzuklären.

3 Aufbau des Fachlehrplans im Fach Deutsche Gebärdensprache
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Der Fachlehrplan Deutsche Gebärdensprache ist für die Grundschulstufe und die Mittelschulstufe modular aufgebaut und nicht nach Jahrgangsstufen gegliedert. Er ist eingeteilt in fünf Lernbereiche, die mit den im Kompetenzstrukturmodell dargestellten Kompetenzbereichen identisch sind. Die Anordnung der Lernbereiche stellt keine feste Vorgabe für eine zeitliche Abfolge im Unterricht dar. Vielmehr werden die Lernbereiche für einen erfolgreichen Kompetenzerwerb entsprechend dem Wissenstand und der sozial-emotionalen Entwicklung der Schülerinnen und Schüler miteinander verknüpft.

In den drei Lernbereichen

  • Gebärden verstehen und entsprechend handeln,
  • Gebärdensprache untersuchen,
  • sich in Gebärdensprache ausdrücken und kommunizieren

erwerben die Schülerinnen und Schüler die Deutsche Gebärdensprache mit einer Schwerpunktsetzung in den Bereichen Sprache und Grammatik. Die Bereiche stehen in einem engen Zusammenhang.

Der Schwerpunkt in den beiden anderen Lernbereichen

  • an der Vielfalt der Gebärdensprachgemeinschaft/-kultur teilnehmen und diese wertschätzen,
  • kommunizieren und handeln in der auditiv orientierten Umwelt

konzentriert sich auf das Leben als gebärdensprachnutzende Person mit Hörschädigung in ihrer Umwelt. Dies gilt zum einen in der Gebärdensprachgemeinschaft und zum anderen in der auditiv orientierten Umwelt.

4 Zusammenarbeit mit anderen Fächern
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Da es das Ziel ist, mithilfe der Deutschen Gebärdensprache als Basissprache Deutsch als Zweitsprache zu erwerben, steht das Fach Deutsche Gebärdensprache in enger Verbindung zum Fach Deutsch. Im Rahmen eines bilingualen Unterrichts erkennen die Schülerinnen und Schüler durch eine kontrastive Gegenüberstellung beider Sprachen grammatikalische Regeln sowie Unterschiede innerhalb der Sprachen und sind so kompetent, sich auch in den anderen Fächern Wissen anzueignen und problemlösend miteinander zu interagieren.

Inhalte aus dem Fach Deutsche Gebärdensprache können im Fach Heimat- und Sachunterricht in einen Gesamtzusammenhang gebracht sowie dort erörtert und diskutiert werden.

Besondere, der Gehörlosenkultur eigene künstlerische Ausdrucksformen, können in Kunst und Werken und Gestalten gehaltvoll umgesetzt und gestaltet sein.

5.1 Sprachliche Bildung
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Sprachliche Bildung ist Unterrichtsprinzip und Aufgabe aller Fächer. Die Deutsche Gebärdensprache ist in ihrem eigenen Fach Unterrichtssprache, findet aber auch in den anderen Fächern Verwendung, da sich die Schülerinnen und Schüler kompetent in ihr ausdrücken und auch Bildungsinhalte adäquat verstehen. Mithilfe der Deutschen Gebärdensprache erlangen sie die Kompetenz, in einen Dialog zu treten, problemlösendes Denken zu entwickeln, Sachverhalte kritisch zu hinterfragen und Zusammenhänge zu erkennen. Sprachliche Kompetenz sowohl in der Deutschen Gebärdensprache als auch im Deutschen befähigt die Schülerinnen und Schüler letztendlich zu einer unabhängigen gesellschaftlichen Teilhabe.

5.2 Kulturelle Bildung
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Neben dem Bewusstsein der Zugehörigkeit zu einer Sprachgruppe erfahren die Schülerinnen und Schüler die Gebärdensprachgemeinschaft als eigene Kultur, mit der sie sich identifizieren. Gleichzeitig zeigen sie sich auch offen gegenüber anderen Entscheidungen und Identitäten.

5.3 Medienbildung/Digitale Bildung
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Die neuen digitalen Medien bieten den Gebärdensprache verwendenden Schülerinnen und Schülern viele erweiterte Informationsquellen sowie vielfältige Möglichkeiten, mit anderen in Kontakt zu treten. Sie erweitern die Kompetenz, sich gebärdensprachlich Wissen anzueignen und auch in einem zweidimensionalen Raum in Dialog zu treten. Da es keine offizielle Gebärdenschrift gibt, unterstützen digitale Medien den Prozess, die eigenen Ausdrucksmöglichkeiten kritisch zu mustern und weiterzuentwickeln.

5.4 Soziales Lernen
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Da ein bewusster Blickkontakt – das bewusste Hinschauen – für eine Kommunikation in Gebärdensprache unumgänglich ist, fördert das Fach Deutsche Gebärdensprache auch das Von- und Miteinanderlernen. Die Schülerinnen und Schüler achten und gebrauchen die gebärdensprachspezifischen Kommunikationsregeln, erkennen innerhalb der Gruppe aber auch verschiedene Kommunikationsvarianten und wertschätzen diese.

5.5 Werteerziehung
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Das Fach Deutsche Gebärdensprache leistet seinen Beitrag, indem es einen respektvollen Umgang mit Schülerinnen und Schülern fördert, die sich für andere Wege der Identität, Kultur- oder Sprachzugehörigkeit entscheiden. Sie unterstützt den Kompetenzerwerb, unterschiedliche Positionen sprachlich sicher darzustellen sowie ihnen wertschätzend gegenüberzutreten.