Lehrplan PLUS

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Englisch

1.1 Aufgaben des Faches
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Im Englischunterricht der Förderzentren erwerben und erweitern die Schülerinnen und Schüler Sprachkenntnisse und entwickeln Fertigkeiten, die sie zu erfolgreichem kommunikativen Handeln im schulischen, öffentlichen und privaten Kontext befähigen. Die Schülerinnen und Schüler erhalten Einblicke in die Vielfalt der englischsprachigen Welt, sie analysieren und reflektieren Gemeinsamkeiten und Unterschiede der englischen und der deutschen Kultur und Sprache sowie anderer Erstsprachen und lernen mit einer multikulturellen Wirklichkeit offen und tolerant umzugehen. Dadurch erweitern sie ihre Sprachbewusstheit (language awareness). Sie lernen, die englische Sprache als weltweites Verständigungsmittel zu schätzen, und erkennen, dass Englischkenntnisse die berufliche Qualifizierung und individuelle Mobilität begünstigen.

Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Bereich Hören erfahren durch den Englischunterricht, dass sie trotz ihrer individuellen Sprachvoraussetzungen in der Lage sind, sich in einer weiteren Sprache schriftsprachlich, ggf. gebärdensprachlich, und, je nach ihren individuellen Fähigkeiten, auch lautsprachlich auszudrücken. Sie analysieren und reflektieren zusätzlich Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Deutschen Gebärdensprache mit der American Sign Language und erhalten Einblick in die Vielfalt der Welt der englischsprachigen Menschen mit einer Hörschädigung. Durch ihre erworbenen Kenntnisse in englischer Schrift-, Laut- und ggf. Gebärdensprache erhalten sie die Möglichkeit, mit Menschen mit einer Hörschädigung weltweit zu kommunizieren.

1.2 Lernsituationen und Aufbau von Sprachkompetenz
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Die Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler ist Ausgangspunkt für einen Englischunterricht mit anschaulich konkreten Lernsituationen, die auch unter Einsatz authentischer Materialien gestaltet werden. Interessen der Kinder und Jugendlichen werden im Englischunterricht aufgegriffen und vertieft.

Die Erweiterung der Sprachkompetenzen in den Jahrgangsstufen 5 bis 9 erfolgt situationsadäquat sowie themenbezogen. Außerschulische Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler mit der Fremdsprache Englisch werden ebenso berücksichtigt wie bereits vorhandene Sprachen in der heterogenen Lerngruppe, die im Sinne eines vergleichenden Lernens genutzt werden.

Auch bereits bekannte Gebärdenzeichen unterschiedlicher Sprachen in der heterogenen Schülerschaft mit dem Förderbedarf Hören werden verglichen und für das Lernen genutzt.

Das Anforderungsniveau im Bereich der kommunikativen Kompetenz orientiert sich an den Niveaustufen, die der Europarat im Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen für Sprachen (GeR) beschreibt. Nach der Jahrgangsstufe 9 erreichen die Schülerinnen und Schüler den Level Waystage User (A 2). Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Leistungsfeststellung zum qualifizierenden Abschluss der Mittelschule erlangen den Level Waystage User (A 2+); die Prüflinge an der Abschlussprüfung zum mittleren Schulabschluss den Level Threshold User (B 1 im produktiven bzw. B 1+ im rezeptiven Bereich).

1.3 Lernen durch Sprachhandeln
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Der Englischunterricht der Förderzentren ist kommunikativ ausgerichtet. Die grundlegenden Voraussetzungen für erfolgreiche Kommunikation – verständliche Aussprache und Intonation, ausreichender Wortschatz sowie die Kenntnis grammatikalischer Strukturen – werden in kommunikativen Kontexten erworben, wiederholt und gefestigt. Die Lehrkraft spricht deutlich und verständlich. Durch Stimmführung, Mimik, Gestik, Körpersprache und den Einsatz von Gegenständen sowie audiovisueller Medien unterstützt sie die Schülerinnen und Schüler dabei, sich aktiv am weitgehend einsprachigen Englischunterricht zu beteiligen. Die Einsprachigkeit wird nur an wohl überlegten Stellen aus Gründen der Lerneffektivität und Verständnissicherung durch deutschsprachige Ergänzungen unterbrochen, beispielsweise bei Bewusstmachungsprozessen von sprachlichen und grammatikalischen Phänomenen.

Die Schülerinnen und Schüler bauen ihre Sprachkompetenz im mündlichen und schriftlichen Bereich aus, indem sie sich mit für sie als bedeutsam erlebten Themen intensiv auseinandersetzen. Sie lernen, Englisch in gängigen Situationen des privaten und öffentlichen Alltags zu verstehen sowie selbst anzuwenden und werden somit auch gezielt auf alltägliche und berufliche englischsprachige Situationen vorbereitet.

Je nach individuellen Hör- und Sprachvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf Hören wird in Bezug auf Intonation und Aussprache entsprechend eine größere Exaktheitstoleranz gewährt. Der Wortschatz wird sowohl durch ein orthographisch korrektes Schriftbild, als auch durch die Lautschrift präsentiert und erlernt. So erweitern die Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf Hören ihre Absehfähigkeiten auch auf die englische Lautsprache. Im Englischunterricht mit Schülerinnen und Schülern mit Förderbedarf Hören agiert die Lehrkraft unterstützend durch den Einsatz von Gebärden und geeigneten audiovisuellen Medien. Der Ausbau der Sprachkompetenz der Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf Hören umfasst neben dem mündlichen und schriftlichen ggf. auch den gebärdensprachlichen Bereich.

1.4 Individuelle Sprachzugänge
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Der Englischunterricht der Förderzentren berücksichtigt die verschiedenen Sprachbiografien sowie schulische und außerschulische Lernerfahrungen mit der Fremdsprache Englisch und ermöglicht individuelle Sprachzugänge. Lernsituationen und Übungen in vielfältigen Kontexten sowie auf das Alter und die Entwicklung der Schülerinnen und Schüler abgestimmte handlungsorientierte Sprachanwendungen und Übungsformen gewährleisten einen individuellen und begabungsgerechten Kompetenzaufbau aller Schülerinnen und Schüler. Kooperative Lernarrangements fördern das partnerschaftliche Lernen sowie die Entwicklung emotionaler und sozialer Kompetenzen.

Der Englischunterricht mit Schülerinnen und Schülern mit Förderbedarf Hören berücksichtigt zudem deren individuelle Hör- und Sprachlernvoraussetzungen sowie die lautsprach- oder gebärdensprachorientierte Erziehung der Kinder und Jugendlichen.

1.5 Begleitung individueller Lernprozesse
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Die Feststellung des individuellen Lern- und Entwicklungsstandes in den Kompetenzbereichen bildet die Grundlage für die Planung des weiteren gezielten Spracherwerbs. Sie liefert Informationen für die Entscheidungen zur didaktisch-methodischen Gestaltung der Lernsituationen, die einen individualisierten Kompetenzzuwachs ermöglichen. Alle Kinder und Jugendlichen erhalten differenzierte Rückmeldungen, die den individuellen Lernprozess beratend würdigen, korrigierend begleiten und hilfreich für den weiteren Lernfortschritt sind.

Ziel ist es, die Entwicklung der Selbsteinschätzungsfähigkeit zu unterstützen, Nachdenken über das eigene Sprachenlernen anzuregen und die Entwicklung effektiver Lernstrategien zu stärken. Ein sensibler Umgang mit Fehlern sowie positives Feedback, das kommunikativ-inhaltliche Aspekte würdigt und die Anstrengungen der Lernenden wertschätzt, stärkt das Selbstvertrauen und erhält die Sprach- und Mitteilungsfreude der Lernenden. Auf die Erteilung von Noten wird im Englischunterricht der Grundschulstufe verzichtet. Der Lernfortschritt wird hier in Beobachtungsbögen festgehalten und individuell bedeutsame Arbeitsergebnisse aus den verschiedenen Lernbereichen in Dokumentationsmappen von den Schülerinnen und Schülern gesammelt.

Die Schülerinnen und Schüler der Sprachlerngruppe III am Förderzentrum mit dem Förderschwerpunkt Hören erfahren in ihrem Deutschunterricht ein systematisches Erlernen der Sprachstrukturen und eine kontinuierliche Wortschatzerweiterung. Diese Erfahrungen übertragen sie auf den Englischunterricht und nutzen bereits bekannte Lernstrategien auch hier.

1.6 Integrativer Englischunterricht
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Kompetenzorientierter Englischunterricht bereitet die Schülerinnen und Schüler auf reale Begegnungssituationen mit Englisch sprechenden Personen vor. Der Unterricht in den Jahrgangsstufen 3 und 4 aktiviert daher in wiederkehrender Weise ein grundlegendes Repertoire an Redemitteln, um sicherzustellen, dass sich die Kinder altersgemäß mit den ihnen zur Verfügung stehenden sprachlichen Mitteln verständigen können. Dabei werden im Sinne eines integrativen Unterrichts alle Lernbereiche miteinander verknüpft und anwendungsbezogen genutzt.

Schülerinnen und Schüler mit dem Förderbedarf Hören erlernen ggf. zusätzlich zum grundlegenden Repertoire an Redemitteln die entsprechenden Gebärdenzeichen.

2.1 Kompetenzstrukturmodell
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Kompetenzstrukturmodell Englisch

Das Kompetenzstrukturmodell für Englisch der Förderzentren orientiert sich an den Bildungsstandards für die erste Fremdsprache für den Hauptschulabschluss (2004) und den Bildungsstandards für die erste Fremdsprache für den Mittleren Schulabschluss (2003) der Kultusministerkonferenz (KMK) und ist schulartübergreifend abgestimmt. Es zeigt die anwendungsbezogene Ausrichtung des Fremdsprachenunterrichts und umfasst sowohl Fertigkeiten und Einstellungen als auch grundlegendes Wissen.

Die systematische Entwicklung von Kompetenzen, die erfolgreiches kommunikatives Handeln in fremdsprachlichen Situationen gewährleisten, erfolgt in der Grundschulstufe in drei und in der Mittelschulstufe in vier wesentlichen Kompetenzbereichen. In der Grundschulstufe sind dies: Kommunikative Kompetenzen, Interkulturelle Kompetenzen und Methodische Kompetenzen. In der Mittelschulstufe kommt ein weiterer Kompetenzbereich dazu: Text- und Medienkompetenzen. Alle Kompetenzbereiche des Faches sind miteinander vernetzt. Sie können je nach Schwerpunktsetzung unterschiedlich gewichtet werden.

Das Kompetenzstrukturmodell des Faches Englisch erhält eine Erweiterung durch die vier Entwicklungsbereiche Motorik und Wahrnehmung, Denken und Lernstrategien, Kommunikation und Sprache sowie Emotionen und soziales Handeln, deren Zusammenwirken erfolgreiche Lernprozesse ermöglicht. Die persönlichen Ressourcen in den Entwicklungsbereichen sind die Grundlage für die Planung und Gestaltung von Lernsituationen. Dadurch ergeben sich Hinweise für die kriterienorientierte Schülerbeobachtung und die Feststellung des individuellen Entwicklungsstandes.

Kommunikative Kompetenzen
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Zu den kommunikativen Kompetenzen gehören kommunikative Fertigkeiten und das Verfügen über sprachliche Mittel.

Kommunikative Fertigkeiten
Für eine erfolgreiche Kommunikation sind kommunikative Fertigkeiten unverzichtbar. Im Englischunterricht der Förderzentren stehen zu Beginn des Fremdsprachenlernens vor allem die mündlichen Fertigkeitsbereiche Hör- und Hörsehverstehen sowie Sprechen im Vordergrund. Die Schülerinnen und Schüler erwerben diese Fertigkeiten in der praktischen Anwendung. Darauf aufbauend setzen sie sich mit gesprochenen und schriftlichen, auch einfachen authentischen Texten auseinander und nutzen geeignete Methoden und Texterschließungsmöglichkeiten, um englische Hör-/Hörseh- und Lesetexte trotz unbekannten Wortschatzes oder weniger vertrauter Thematik selbständig zu erschließen.

In situativen Sprechanlässen und abwechslungsreichen Interaktionsformen festigen die Schülerinnen und Schüler erlernte Redemittel und erwerben kommunikative Strategien. Diese Strategien erweitern sie im Bereich der Sprachmittlung, indem sie in der Mittelschulstufe beim sinngemäßen Übertragen mündlicher und schriftlicher Texte aus einer Sprache in die andere auch Kompensationsstrategien und Reparaturtechniken gezielt einsetzen.

Im praxisorientierten Englischunterricht der Mittelschulstufe eignen sich die Schülerinnen und Schüler die notwendige kommunikative Kompetenz an, persönliche und gängige formale Schreiben sicher und adressatengerecht zu erstellen. Die schriftlichen Äußerungen bleiben in ihrem Umfang jedoch begrenzt.

Im Unterricht mit Schülerinnen und Schülern mit Förderbedarf Hören richtet sich die Schwerpunktsetzung der mündlichen Fertigkeitsbereiche Hör- und Hörsehverstehen sowie Sprechen in ihrer Gewichtung nach den individuellen Hör- und Sprachvoraussetzungen der Kinder und Jugendlichen. Sie nutzen beim Hörverstehen oder Sprechen das Phonembestimmte Manualsystem (PMS) und/oder ggf. Gebärdenzeichen. Gesprochene und geschriebene Texte werden ggf. zusätzlich gebärdet. Die Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf Hören festigen ggf. neben den erlernten Redemitteln auch die passenden Gebärdenzeichen.

Verfügen über sprachliche Mittel
Ein Repertoire an sprachlichen Mitteln bildet die Basis für die mündliche und schriftliche Verständigung in der Fremdsprache. Beim Spracherwerb wirken die sprachlichen Mittel mit den kommunikativen Kompetenzen zusammen und werden in der Verschränkung mit diesen erworben. Aufbauend auf einem verlässlichen Mindestwortschatz aus der Grundschulstufe, der verständlich ausgesprochen und intoniert wird, sowie auf den ersten Begegnungen mit sprachlichen Phänomenen, die sich situativ aus dem Unterricht ergeben, sowie dem vertrauten Umgang mit einfachen grundlegenden Gesetzmäßigkeiten der englischen Sprache, erweitern und vertiefen die Schülerinnen und Schüler in der Mittelschulstufe situations- und kontextbezogen ihr sprachliches Repertoire.

Angeboten wird ein situationsadäquater themenbezogener Wortschatz. Darüber hinaus eignen sich die Lernenden einen unterschiedlich umfangreichen, interessensorientierten Individualwortschatz selbst an. Bis zum Ende der Jahrgangsstufe 9 erwerben sie die Anzahl von ca. 1850 Wörtern und Wendungen. Zum Ende der Jahrgangsstufe 10 verfügen sie über ca. 2550 lexikalische Einheiten. Inhaltlich orientiert sich der Wortschatz von Regel- und Mittlere-Reife-Klasse an den 3000 am häufigsten gebrauchten Wörtern und Wendungen englischsprachiger Korpora. Der rezeptive Wortschatz ist wesentlich höher als der produktiv verfügbare. Er ergibt sich aus dem Umgang mit authentischen Texten, die mitunter auch Wörter und Wendungen enthalten, die von den Schülerinnen und Schülern lediglich verstanden werden. Auch auf die korrekte Schreibung des produktiv verfügbaren Wortschatzes wird Wert gelegt.

Die Schülerinnen und Schüler erwerben eine verständliche Aussprache und Intonation, indem sie möglichst oft authentische sprachliche Vorbilder hören und imitieren. Neben der Lehrkraft dienen vor allem authentische Sprecherinnen und Sprecher von medialen Tonträgern als sprachliche Vorbilder.

Grammatikkenntnisse erwerben die Schülerinnen und Schüler der Mittelschulstufe in ganzheitlichen und kommunikativ ausgerichteten Lernsituationen. Sie entdecken und begreifen Gesetzmäßigkeiten der englischen Sprache durch gezielt eingeleitete Bewusstmachungsprozesse, verstehen Strukturen aber auch spontan aus dem Zusammenhang bei der Auseinandersetzung mit Hör- und Hörseh- sowie Lesetexten. Altersgemäße authentische Texte mit bedeutsamen Themen für die Lernenden enthalten auch komplexe Strukturen, die bei Bedarf kurz erörtert werden können, jedoch erst zu einem späteren Zeitpunkt als Grammatikinhalte analysiert, bewusst gemacht und systematisiert werden. Eine frühzeitige Begegnung mit verschiedenen Strukturen ermöglicht einen rezeptiven Vorlauf in Bezug auf grammatikalische Phänomene und führt dazu, dass der Umfang der rezeptiv verfügbaren Strukturen bei den Schülerinnen und Schülern erheblich größer ist als die der produktiv verfügbaren.

Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf Hören erwerben je nach ihren individuellen Hör- und Sprachvoraussetzungen eine verständliche Aussprache und Intonation, indem sie möglichst oft sprachliche Vorbilder gemäß ihrer individuellen Möglichkeiten hören, absehen und imitieren. Authentische Sprecherinnen und Sprecher von geeigneten medialen Tonträgern bzw. audiovisuellen Medien, dienen als Sprachvorbild. Ggf. kommt hier noch der vorbildhafte Einsatz der Gebärdenzeichen hinzu. Beim produktiven Wortschatz wird ggf. auch auf die Kenntnis und den korrekten Einsatz der amerikanischen Gebärden Wert gelegt.

Interkulturelle Kompetenzen
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Auf der Grundlage eines durch exemplarische Themen und Inhalte erworbenen soziokulturellen Orientierungswissens entwickeln die Schülerinnen und Schüler im Fach Englisch interkulturelle Kompetenzen. Um den Kindern am Anfang des Lernprozesses den Zugang zur englischsprachigen Welt zu erleichtern, beschäftigen sie sich überwiegend mit Gegebenheiten aus dem Lebensumfeld ihrer Altersgruppe in der englischsprachigen Welt. Sie hören, sehen und lesen Geschichten in der Fremdsprache und gewinnen Einblicke in ausgewählte Feste. Diese werden durch deutschsprachige Ergänzungen in einem weitgehend englischsprachigen Unterricht thematisiert. Die Schülerinnen und Schüler setzen  sich vermehrt mit spezifischen Denk- und Lebensweisen, Werten, Normen und Lebensbedingungen englischsprachiger Kulturen auseinander und gehen kritisch-tolerant mit kultureller Verschiedenheit um. Interkulturelle Begegnungssituationen bewältigen sie mithilfe geeigneter Kommunikationsstrategien und spezifischer Interaktionsregeln.

Die Lebenssituation von Menschen mit Hörschädigung im englischsprachigen Raum sowie die schulischen Möglichkeiten für Kinder und Jugendliche mit Förderbedarf Hören in diesen Ländern werden ebenfalls im Englischunterricht am Förderzentrum mit dem Förderschwerpunkt Hören thematisiert.

Text- und Medienkompetenzen
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Der Bereich Text- und Medienkompetenzen ist ein Lernbereich der Mittelschulstufe und beschreibt den handelnd-erschließenden und kreativ gestaltenden Umgang mit Texten und Medien. Ausgehend von einfachen Texten und bekannten medialen Darstellungsformen erwerben die Schülerinnen und Schüler im Englischunterricht Strategien und Verfahren zur Erschließung von Texten und erhalten Einblicke in Möglichkeiten, Texte aufgabenbezogen zu analysieren und die gewonnenen Erkenntnisse bei der Erstellung eigener Texte zu nutzen.

Methodische Kompetenzen
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Methodische Kompetenzen umfassen Strategien für den Ausbau der Sprachkenntnisse und für den Erwerb weiterer Sprachen, z. B. Techniken des Wortschatzerwerbs. Die Schülerinnen und Schüler nutzen altersgemäße und individuelle Lernhilfen und Medien und Hilfsmittel zur Festigung erworbener Kenntnisse.

Methodische Kompetenzen beinhalten neben fachgemäßen auch fachspezifische Arbeitsweisen und Lerntechniken sowie Sprachlernstrategien, die im Englischunterricht der Förderzentren sukzessive aufgebaut und geübt werden. Die Sprachenvielfalt in der Lerngruppe wird für die Entwicklung einer grundlegenden Sprachbewusstheit genutzt. Die Schülerinnen und Schüler entdecken Ähnlichkeiten und Gegensätze zur Muttersprache, ggf. Gebärdensprache, und setzen Erkenntnisse gezielt für das Weiterlernen ein. Methodische Kompetenzen fokussieren auch verschiedene Hör-, Abseh- und Lesetechniken sowie den wiederholten, integrierten Einsatz des Wörterbuches im Sprachlernprozess.

Motorik und Wahrnehmung
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Motorische Fähigkeiten und Wahrnehmungsprozesse sind Grundvoraussetzungen für den Erwerb von Sprachkompetenz in der Fremdsprache. Schülerinnen und Schüler am Förderzentrum mit dem Förderschwerpunkt Hören verbessern im Fach Englisch Fähigkeiten der auditiven Wahrnehmung und Differenzierung, indem sie Höreindrücke den entsprechenden Sprachen zuordnen und je nach individuellen Hör- und Sprachvoraussetzungen verstehend wahrnehmen. Durch das Wahrnehmen, Erkennen und Zuordnen der Absehbilder der Fremdsprache und ggf. der fremdsprachigen Gebärdenzeichen steigern sie ihre visuelle Wahrnehmungsfähigkeit und schulen ihr visuelles Gedächtnis. Auch das auditive Gedächtnis wird durch die Wahrnehmung, die Differenzierung und die Identifizierung der englischen Höreindrücke trainiert. Die Schülerinnen und Schüler am Förderzentrum mit dem Förderschwerpunkt Hören erweitern durch die englische Aussprache, je nach ihren individuellen Fähigkeiten, ihre Artikulationsfähigkeiten und schulen ihre Mundmotorik. Grob- und feinmotorische Fähigkeiten werden durch die Artikulation und ggf. den Gebärdeneinsatz trainiert.

Denken und Lernstrategien
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Zu entscheidenden Elementen des Denkens zählen Aufmerksamkeit, Sprachverständnis, Begriffsbildung und die Fähigkeit zu strukturieren. Mit der Entwicklung des Denkens ist die Ausbildung von Lernstrategien eng verbunden, um Lernpotenziale zu nutzen und erfolgreich lernen zu können.

Der Englischunterricht mit Schülerinnen und Schülern mit Förderbedarf Hören fördert die Konzentration und auditive Merkspanne der Schülerinnen und Schüler, indem sie Höreindrücke wahrnehmen, differenzieren und identifizieren. Durch die Verknüpfung von Schriftbild, Höreindruck mit oder ohne PMS (Phonembestimmtes Manualsystem), Absehbild, ggf. Gebärde entsteht ein vernetztes Lernen und Abspeichern des Wortschatzes auf verschiedenen Ebenen. Die Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf Hören erweitern ihr Repertoire an Lernstrategien, indem sie mit Nachschlagewerken, Wörterbüchern und ggf. Bildlexika umgehen.

Kommunikation und Sprache
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Sprache, Sprachbewusstheit, Wortschatzaufbau und -erweiterung  sowie Kommunikation sind zentrale Bestandteile des Fachs Englisch sowie des gesamten schulischen Unterrichts. Sprachfördernder Unterricht regt zu aktivem Sprachgebrauch an und schafft kommunikationsförderliche Erziehungs- und Unterrichtssituationen. Sprache und Sprechen sind dabei sowohl handlungsbegleitend als auch handlungsleitend zu verstehen.

Im Unterricht mit Schülerinnen und Schülern mit Förderbedarf Hören haben die Sprache und die Schulung der Kommunikationsmöglichkeiten, der korrekten Kommunikationsformen und der verständlichen Anwendung von Sprache einen besonderen Stellenwert und sie bilden den Schwerpunkt in vielen Lernbereichen. Das Fach Englisch nimmt bezogen auf den Förderschwerpunkt Hören hierin eine wichtige Stellung ein, da die Schülerinnen und Schüler ihr Repertoire an lautsprachlichen und ggf. gebärdensprachlichen Ausdrucks- und Kommunikationsmöglichkeiten um eine zusätzliche Sprache erweitern. Die Schülerinnen und Schüler erkennen Inhalte in Bezug auf Kommunikationsmöglichkeiten und -formen ggf. aus dem besonderen Deutschunterricht am Förderzentrum mit dem Förderschwerpunkt Hören im Fach Englisch wieder und steigern auf diese Weise ihre Sprachbewusstheit.

Emotionen und soziales Handeln
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Die intensive Förderung der emotionalen und sozialen Entwicklung entsprechend dem individuellen Entwicklungsstand der Schülerin bzw. des Schülers schafft Grundvoraussetzungen für schulisches Lernen und trägt dadurch zur erfolgreichen gesellschaftlichen Integration bei.

Durch den Unterricht im Fach Englisch erfahren die Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf Hören eine Steigerung ihres Selbstbewusstseins, indem sie die Erfahrung machen, dass sich ihre Kommunikationsmöglichkeiten und ihr Sprachverständnis um eine Fremdsprache erweitern. Sie lernen mit Menschen aus anderen Ländern zu kommunizieren.

3 Aufbau des Fachlehrplans im Fach Englisch
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Die entwicklungsbezogenen Kompetenzen in den Bereichen Motorik und Wahrnehmung, Denken und Lernstrategien, Kommunikation und Sprache und Emotionen und soziales Handeln bilden die Grundlage für den individuellen Kompetenzerwerb im Fach Englisch.

Im Fach Englisch der Grundschulstufe entsprechen die Lernbereiche den Kompetenzbereichen des Kompetenzstrukturmodells. Relevante Sprachhandlungen, dazu gehörende Redemittel sowie ein minimaler Themenwortschatz sind hier bei den einzelnen Themengebieten angesiedelt. Die Zuordnung zu den einzelnen Themengebieten ist exemplarisch, d. h. die Sprachhandlungen, Redemittel und Wörter können auch in den anderen Themengebieten aufgegriffen und angewandt werden. Die Orthographie wird in der Mittelschulstufe nicht als eigener Unterlernbereich aufgeführt, sondern ist in die kommunikative Fertigkeit des Schreibens integriert.

In der Mittelschulstufe nehmen die Themengebiete als fünfter Lernbereich eine Sonderstellung ein, da sie für die jeweilige Jahrgangsstufe die thematischen Inhalte festlegen, an denen die vorgenannten Kompetenzen erworben werden. Die Themengebiete beziehen sich auf sämtliche Lernbereiche und müssen nicht chronologisch bearbeitet werden. Sie enthalten Aspekte, die Einblicke in kulturelle und gesellschaftliche Zusammenhänge englischsprachiger Länder gewähren und über die Schülerinnen und Schüler der Mittelschulstufe in persönlichen oder beruflichen Kontexten sowohl im Ausland als auch in ihrer Heimatregion sprechen können.

4 Zusammenarbeit mit anderen Fächern
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Der Englischunterricht ermöglicht vielfältige Verbindungen zu anderen Fächern, indem er dort behandelte Themen und Inhalte berücksichtigt. Ebenso können interkulturelle Elemente aus dem Englischunterricht in fächerverbindende Unterrichtseinheiten oder Projekte einfließen. Mehrsprachige Schülerinnen und Schüler werden durch einen sprachsensiblen Unterricht beim erfolgreichen Kompetenzerwerb im Fach Englisch unterstützt.

5 Beitrag des Faches Englisch zu den übergreifenden Bildungs- und Erziehungszielen
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Das Fach Englisch leistet Beiträge zu vielen der schulart- und fächerübergreifenden Bildungs- und Erziehungsziele. Folgende sind dabei besonders zu nennen:

5.1 Sprachliche Bildung
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Der Englischunterricht bietet vielfältige Situationen zum differenzierten, situations- und partnerbezogenen Anwenden der englischen Sprache. Die Schülerinnen und Schüler festigen und erweitern dabei ständig ihre mündliche und schriftliche Sprachhandlungskompetenz. Die kontinuierliche sprachliche Bildung im Englischunterricht schafft wichtige Voraussetzungen für den schulischen und beruflichen Erfolg und leistet einen wesentlichen Beitrag zur Persönlichkeitsbildung.

Bei Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Bereich Hören erweitert sich ggf. auch die gebärdensprachliche Sprachhandlungskompetenz.

5.2 Interkulturelle Bildung
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Die Interkulturelle Bildung wird im Englischunterricht durch die bewusste Auseinandersetzung mit kulturellen Gemeinsamkeiten und Unterschieden gefördert. Die Schülerinnen und Schüler lernen, Fremdes wertschätzend und respektvoll wahrzunehmen und interkulturelle Begegnungen als bereichernd zu erleben.

Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf Hören werden mit der Lebens- und Lernsituation von Menschen mit Hörschädigungen in anderen Ländern vertraut. Sie analysieren Gemeinsamkeiten und Unterschiede.

5.3 Kulturelle Bildung
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Im Englischunterricht beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler wiederholt mit dem kulturellen Erbe der englischsprachigen Welt. Dadurch werden sie mit anderen ästhetischen Sichtweisen vertraut und lernen, ihre Wirklichkeit auch aus einer neuen Perspektive zu begreifen. In der Auseinandersetzung mit künstlerischen Leistungen der englischsprachigen Kulturen entwickeln die Schülerinnen und Schüler Zugänge zu Kunst und Kultur, die ihr Leben und ihre Persönlichkeit bereichern.

5.4 Werteerziehung
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Die Schülerinnen und Schüler setzen sich im Englischunterricht reflektierend mit Werten und Normen fiktionaler Figuren auseinander und schulen ihre Urteilsfähigkeit, indem sie in Dilemmasituationen das Für und Wider von Argumenten abwägen. Die Erkenntnisse nutzen sie als Orientierungsmaßstäbe für eigenverantwortliches Handeln im schulischen und persönlichen Leben.

5.5 Berufliche Orientierung
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Die Schülerinnen und Schüler setzen sich in der Mittelschulstufe zielgerichtet mit dem eigenen Berufswunsch auseinander und werden darin unterstützt, eine Vorstellung über verschiedene berufliche Möglichkeiten und Chancen zu erhalten. Im Englischunterricht erwerben sie einen grundlegenden individuell bedeutsamen englischen Fachwortschatz als Basis für die Bewältigung künftiger beruflicher Herausforderungen. Sie setzen sich mit englischen Mustern für Bewerbungsanschreiben und Lebenslauf auseinander und üben typische Redemittel in verschiedenen Interviewsituationen.

5.6 Medienbildung/Digitale Bildung
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Die Schülerinnen und Schüler verwenden zunehmend selbständig mediale und digitale Hilfsmittel als Recherche-, Kommunikations-, Gestaltungs- und Lernwerkzeuge im Englischunterricht. Sie setzen sich im Verlauf ihrer Schulzeit mit Vor- und Nachteilen digitaler und analoger Medien auseinander und lernen, diese jeweils zielgerichtet einzusetzen. Dadurch wird das selbstgesteuerte und entdeckende Lernen der Schülerinnen und Schüler gefördert. Gleichzeitig werden sie auch für urheber- und datenschutzrechtliche Fragen sensibilisiert.

5.7 Politische Bildung
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Im Englischunterricht erwerben die Schülerinnen und Schüler Kenntnisse über die wichtigsten Ereignisse der englischsprachigen Welt und erhalten Einblicke in die Wertesysteme unterschiedlicher ethnischer Gruppen. Dadurch wird ihre Bereitschaft zu einer vorurteilsfreien Verständigung und zu einem konstruktiven Miteinander auf lokaler, regionaler, nationaler, europäischer und internationaler Ebene ausgebaut.

5.8 Soziales Lernen
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Während der Zusammenarbeit in englischsprachigen Kommunikationssituationen, beispielsweise bei Rollenspielen, erleben die Schülerinnen und Schüler motivierende Ergebnisse eines rücksichtsvollen Umgangs miteinander, bei dem die Möglichkeiten und Bedürfnisse des Einzelnen geachtet werden. Sie erwerben die Fähigkeit der Perspektivenübernahme und lernen, sich verantwortungsbewusst in Partner- oder Gruppenarbeiten einzubringen und konstruktiv im Team zu kommunizieren.