Lehrplan PLUS

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Ernährung und Soziales

1 Selbstverständnis des Faches Ernährung und Soziales und sein Beitrag zur Bildung
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Das berufsorientierende Wahlpflichtfach Ernährung und Soziales umfasst handlungsorientierte, praktische Aufgaben zur Bewältigung konkreter Alltagssituationen. Im Mittelpunkt steht dabei der Erwerb von Kompetenzen hauswirtschaftlicher Tätigkeiten sowie des sozialen Miteinanders.

Hierbei ist die besondere Erfahrungswelt der Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Bereich körperlich und motorische Entwicklung (kmE) zu beachten. Durch ihre Beeinträchtigungen sind Vorerfahrungen im Bereich Ernährung teilweise kaum vorhanden. Manche Lebensmittel und der Umgang mit Küchengeräten sind ihnen fremd.

Wesentliche Aspekte der Ernährung, der Gesundheitsförderung, der Verbraucherbildung und des Umweltbewusstseins im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung finden Berücksichtigung. Möglichkeiten zur fachbezogenen beruflichen Orientierung begleiten den Lernprozess. Mit seiner lebenspraktischen Ausrichtung, auch im Bereich der medialen Grundbildung, leistet das Fach einen Beitrag für den Erwerb von Medienkompetenz für den privaten und beruflichen Bereich.

Der Unterricht knüpft an das Alltagswissen und ‑können, die Lernerfahrungen und das individuelle Leistungsvermögen der Schülerinnen und Schüler an. Bei Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Bereich körperlich-motorische Entwicklung ist je nach der Schwere ihrer Beeinträchtigung ein geringes Alltagswissen und ‑können vorhanden. Durch zuerst einfache Rezepte und Abläufe erlangen die Schülerinnen und Schüler grundlegende Handlungskompetenzen. Ihre  Interessen und Vorlieben sowie aktuelle Anlässe und Trends werden durchgängig berücksichtigt.

Die Schülerinnen und Schüler setzen sich gemeinsam mit kompetenzorientierten Aufgabenstellungen problem- und handlungsorientiert auseinander. Die dabei gewonnenen Erfahrungen werden bei einer zielgerichteten Auswertung in Erkenntnisse überführt. Daraus leiten die Schülerinnen und Schüler Handlungshilfen und Strategien ab, entwickeln Lösungen und treffen eigenständig Entscheidungen. Die damit erworbenen Kompetenzen werden durch konsequentes Wiederholen, Üben und Übertragen auf neue Lebens- und Alltagssituationen weiterentwickelt.

Prozessorientiertes und kooperatives Lernen erfordert neben kompetenz- und methodenorientierter Unterrichtsgestaltung auch offene Unterrichtsformen, wie Vorhaben und Projekte. Die Schülerinnen und Schüler vollziehen dabei eine vollständige Handlung mit den Phasen der Planung, Vorbereitung, Durchführung, Präsentation und Reflexion. Zur Vorbereitung der Projektprüfung ist eine projektorientierte Unterrichtsarbeit ab der Jahrgangsstufe 7 besonders in Kooperation mit dem Fach Wirtschaft und Beruf notwendig.

2.1 Kompetenzstrukturmodell
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Kompetenzstrukturmodell Ernährung und Soziales

Das Kompetenzstrukturmodell des Faches Ernährung und Soziales erhält eine Erweiterung durch die vier Entwicklungsbereiche Motorik und Wahrnehmung, Denken und Lernstrategien, Kommunikation und Sprache sowie Emotionen und soziales Handeln, deren Zusammenwirken erfolgreiche Lernprozesse ermöglicht. Die persönlichen Ressourcen in den Entwicklungsbereichen sind die Grundlage für die Planung und Gestaltung von Lernsituationen. Dadurch ergeben sich Hinweise und Impulse für die kriterienorientierte Schülerbeobachtung und für die Feststellung des individuellen Entwicklungsstandes.

Handeln
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Im berufsorientierenden Wahlpflichtfach Ernährung und Soziales erwerben die Schülerinnen und Schüler Kompetenzen, die in ihren unterschiedlichen gesellschaftlichen Rollen Anwendung finden. Sie sind bereit und in der Lage, für soziale, hauswirtschaftliche und berufliche Sachverhalte – auch im Hinblick auf eine gesunde Lebensführung – Lösungen zu finden, begründete Entscheidungen zu treffen und diese vor dem Hintergrund einer persönlichen Lebensgestaltung praktisch umzusetzen. Dabei gilt zu beachten, dass ein Teil der Schüler und Schülerinnen ihre weitere Lebensführung nur mit einer persönlichen Assistenz, die ihnen im Rahmen ihres persönlichen Budgets entweder 24 Stunden am Tag oder nur zeitweise zur Verfügung steht, gestalten können.

Analysieren
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Die Schülerinnen und Schüler analysieren soziale, hauswirtschaftliche und die Ernährung sowie die Gesundheit betreffende Handlungssituationen und entwickeln individuelle Lösungswege. Dabei erfassen, strukturieren und systematisieren sie soziale, hauswirtschaftliche und berufliche Sachverhalte und verknüpfen diese mit vorhandenen Erfahrungen sowie bereits erworbenen Kompetenzen.

Kommunizieren
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Die Schülerinnen und Schüler kommunizieren, auch unter Nutzung von Mitteln der Unterstützten Kommunikation sach- und adressatengerecht in sozialen, hauswirtschaftlichen und beruflichen Situationen unter Verwendung der Fachsprache sowie geeigneter Methoden und Medien.

Beurteilen
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Die Schülerinnen und Schüler reflektieren und bewerten soziale, hauswirtschaftliche und berufliche Entscheidungen und Prozesse vor dem Hintergrund ökonomischer, ökologischer, gesundheitsrelevanter und sozialer Wertvorstellungen. Sie leiten daraus Konsequenzen für die Bewältigung sozialer, hauswirtschaftlicher und beruflicher Handlungssituationen ab.

2.3 Gegenstandsbereiche
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Zusammenleben und Zusammenarbeiten, Ernährung und Gesundheit, Umwelt- und Verbraucherschutz, Arbeitsprozesse und Arbeitstechniken, Berufsorientierung und mediale Grundbildung sind die Gegenstandsbereiche des berufsorientierenden Wahlpflichtfaches Ernährung und Soziales.

Zusammenleben und Zusammenarbeiten
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Dieser Gegenstandsbereich ermöglicht sowohl ein soziales Miteinander durch Interaktion und Kommunikation auch mithilfe unterstützender Kommunikationsmittel und technischer Hilfen beim Arbeiten im Team und in der Gemeinschaft als auch ein Erkennen und Reflektieren der eigenen Stärken und Schwächen durch Selbst- und Fremdeinschätzung. Dadurch werden Verhaltensweisen erlernt, geübt, ggf. korrigiert und somit das Zusammenleben und Zusammenarbeiten im Kontext Schule und Familie, Beruf und Freizeit optimiert.

Ernährung und Gesundheit
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In diesem Gegenstandsbereich stehen Ernährungsbildung und Gesundheitsförderung im Mittelpunkt. Das Wissen um gesundheitsfördernde, nachhaltige sowie sozialverträgliche Verhaltensweisen befähigt die Schülerinnen und Schüler zu einem selbstbestimmten, verantwortungsbewussten und genussvollen Ernährungshandeln im Alltag. Schülerinnen und Schüler mit einer Körperbehinderung erleben häufig Situationen der Gemeinschaftsverpflegung. Sie treffen aus vorgegebenen Plänen eine Auswahl von Speisen hinsichtlich geschmacklicher, genussvoller und gesunder Ernährung und der Fragestellung, was ist gut für mich?

Umwelt- und Verbraucherschutz
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Verantwortungsbewusster Umgang mit Umwelt und Natur sowie mit wirtschaftlichen Ressourcen sollen ein entsprechendes Verbraucherverhalten herbeiführen. Im Sinne der Nachhaltigkeit erlangen die Schülerinnen und Schüler Einsicht in die lokalen und globalen Folgen ihres ökologischen und ökonomischen Verhaltens. Somit werden sie auf ihre zukünftige selbstbestimmte und verantwortungsbewusste Teilnahme am Marktgeschehen vorbereitet.

Arbeitsprozesse und Arbeitstechniken
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Fachangemessene Arbeitstechniken sind die Basis für die im Arbeitsprozess vollzogenen Arbeitsschritte. Vielfältige Arbeitsprozesse werden im berufsorientierenden Wahlpflichtfach Ernährung und Soziales initiiert, geplant, durchgeführt sowie reflektiert und tragen zur Förderung von Alltagskompetenzen bei. Die Schülerinnen und Schüler beachten die besondere Arbeitsplatzgestaltung mit Rücksicht auf die jeweilige Beeinträchtigung.

Berufsorientierung
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Den Schülerinnen und Schülern werden vielfältige Möglichkeiten zum Erwerb fachlicher, methodischer, sozialer und personaler Kompetenzen für die weitere schulische Laufbahn und die Berufswelt geboten. Sie erhalten aber auch die Chance, ihre Fähigkeiten und Kenntnisse über Berufe im hauswirtschaftlichen und sozialen Bereich zu intensivieren und berufsspezifische Kompetenzen zu stärken.

Berufe im hauswirtschaftlichen und sozialen Bereich stellen Schüler und Schülerinnen häufig vor Probleme und Anforderungen, die sie aufgrund ihrer Beeinträchtigung kaum leisten können. Eine realistische Einschätzung eigener Fähigkeiten und Grenzen bildet die Grundlage für die Auswahl geeigneter Arbeitsplätze. Sie lernen die Behindertenhilfe  als unterstützende Maßnahme kennen.

Mediale Grundbildung
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Dieser Gegenstandsbereich bereitet die Schülerinnen und Schüler auf die selbständige, rechtmäßige und verantwortliche Teilnahme an der Medien- und Informationsgesellschaft vor. Sie wenden die Bandbreite der Kommunikationstechnik fachgerecht an, um Informationen zu beschaffen, zu verarbeiten, darzustellen, zu speichern und zu präsentieren.

Eine Ausstattung mit alternativer Kommunikationstechnik, wie z. B. Kameras, Videokameras, spezielle Eingabegeräte (Joysticks, Tastaturen) und ein Internetzugang ermöglicht den Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Bereich körperlich-motorische Entwicklung die Bewältigung ihrer Aufgaben. Ein verantwortungsvoller Umgang mit dem Smartphone als Kameraersatz oder zur Informationsbeschaffung unterstützt die Schülerinnen und Schüler.

2.4 Perspektiven
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Die Schülerinnen und Schüler werden auf ihre gegenwärtigen bzw. zukünftigen Rollen als Konsumentinnen und Konsumenten, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Unternehmerinnen und Unternehmer sowie Staatsbürgerinnen und Staatsbürger in einer zunehmend komplexeren wirtschaftlichen, beruflichen, rechtlichen, technisierten und durch Innovationen geprägten Welt vorbereitet.

Motorik und Wahrnehmung
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Das Fach Ernährung und Soziales stellt Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Bereich körperliche und motorische Entwicklung vor teilweise enorme Herausforderungen. Das Fach bietet zahlreiche Möglichkeiten, an der motorischen und wahrnehmungsbezogenen Entwicklung zu arbeiten und ggf. vorhandene Defizite auszugleichen. Entscheidend für den Unterricht sind die Form und der Grad der Beeinträchtigung und die Frage, inwieweit die Schülerinnen und Schüler selbständig tätig werden können.

Deswegen nutzen sie gerade in diesem Bereich besondere Adaptionen. Spülen und Tische und leicht zugängliche und leicht zu öffnende Schränke bzw. Schränke mit Auszügen sowie Kühlschränke und Gefrierschränke ermöglichen das selbständige Arbeiten. Sie verwenden spezielle auf ihre jeweilige Beeinträchtigung angepasste Arbeits- und  Küchenhilfsmittel, z. B. Messer mit speziellen Griffen, Brettchen mit Haltevorrichtung, rutschfeste Unterlagen, Spießbrett, Karottenschäler, Spiralschäler. Bei der Verwendung technischer Geräte und der Durchführung von Wartungs- und Pflegearbeiten bringen sich die Schüler und Schülerinnen, soweit es ihre Behinderung zulässt, mit ein.

Denken und Lernstrategien
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Praktisches Tätigsein ist für die kognitive Entwicklung von grundlegender Bedeutung. Praktische Fächer wie Ernährung und Soziales sind dazu geeignet, Erfahrungsdefizite auszugleichen und handlungspraktische Kompetenzen zu schulen. Aufgrund körperlich-motorischer Einschränkungen ist ein erhöhter Zeitaufwand bei allen praktischen Tätigkeiten zu berücksichtigen. Im Stundenplan und  bei der Planung wird die längere Arbeitszeit bei der Zubereitung von Speisen berücksichtigt. Für die Schülerinnen und  Schüler wird in den praktischen Tätigkeiten eine Auswahl an Lehrplaninhalten getroffen.

In Bezug auf ihre lebenspraktischen Fertigkeiten sind Schülerinnen und Schüler mit einer körperlichen Beeinträchtigung oftmals benachteiligt. Sie konnten weniger bzw. weniger differenzierte Handlungsschemata aufbauen. Viele Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Bereich körperliche und motorische Entwicklung benötigen daher gezielte Unterstützung bei der Handlungsplanung. Dem muss der Unterricht im Fach Ernährung und Soziales Rechnung tragen, indem beispielsweise Rezepte in einzelne Teilschritte gegliedert und Schritt für Schritt ausgeführt werden. Praktische Tätigkeiten werden von den Schülerinnen und Schülern zunehmend planvoll und strukturiert ausgeführt. Sie setzen Handlungspläne in Form von Anleitungen fachgerecht um. Der eigenverantwortliche und aktive Einsatz personeller und technischer Hilfen unterstützt sie im Arbeitsprozess.

Zudem fällt es den Schülerinnen und Schülern aus den beschriebenen Gründen oftmals schwer, eigene Leistungen und Ergebnisse realistisch und umfassend zu beurteilen. Deswegen ist es gerade für Schülerinnen und Schüler mit einer körperlichen Einschränkung sinnvoll, Arbeitsprozesse und ‑ergebnisse regelmäßig anhand von Kriterien zu reflektieren.

Kommunikation und Sprache
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Sprachkompetenz und Kommunikation sind zentrale Bestandteile schulischen Lernens in allen Fächern. Viele Schülerinnen und Schüler mit körperlich-motorischen Einschränkungen haben auch Beeinträchtigungen in der Sprache und Kommunikation. So setzen einige Schülerinnen und Schüler Hilfsmittel der Unterstützten Kommunikation, z. B. Sprachausgabegeräte, Symboltafeln ein, andere verfügen über eine eigene Verbalsprache, sprechen aber wenig verständlich oder verlangsamt. Der Einsatz von Hilfsmitteln unterstützender oder alternativer Kommunikationsformen ermöglicht den Schülerinnen und Schülern auch im Bereich Ernährung und Soziales die Teilnahme und Teilhabe am kulturellen und gesellschaftlichen Aspekt des Essens. Sie erproben und entwickeln Problemlösungsstrategien, die sie beim Essen im Restaurant oder am Buffet anwenden, z. B. um ein Tablett bitten, um sich die Speisen zusammenstellen zu können oder sich die gewünschten Speisen geben zu lassen.

Emotionen und soziales Handeln
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Viele Schülerinnen und Schüler sammeln aufgrund ihrer Beeinträchtigung weniger Erfahrungen im häuslichen Bereich (z. B. beim Einkauf, der Nahrungszubereitung, hauspflegerischen Tätigkeiten, Essen im Restaurant, Betreuungsaufgaben). Selbständigkeit erwerben sie kleinschrittig und mit Unterstützung durch Lehrkräfte und Bezugspersonen. Bei Einkäufen, die bei einigen Schülerinnen und Schülern nur mit Begleitperson möglich sind (z. B. wegen Epilepsie), sollte sich die Begleitperson soweit wie möglich zurücknehmen, um eine weitestgehende Selbständigkeit zu fördern.

Aufgrund der Körperbehinderung ist die realistische Selbsteinschätzung oft ein schmerzhafter Prozess. Die Schülerinnen und Schüler entwickeln mit Unterstützung realistische Vorstellungen von ihren beruflichen Möglichkeiten, die mit ihren Erfahrungen im Bereich Ernährung und Soziales zusammenhängen. 

3 Aufbau des Fachlehrplans im Fach Ernährung und Soziales
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Die entwicklungsbezogenen Kompetenzen in den Bereichen Motorik und Wahrnehmung, Denken und Lernstrategien, Kommunikation und Sprache und Emotionen und soziales Handeln bilden die Grundlage für den individuellen Kompetenzerwerb im Fach Ernährung und Soziales.

Der Fachlehrplan im berufsorientierenden Wahlpflichtfach Ernährung und Soziales gliedert sich in die Lernbereiche Zusammenleben und Zusammenarbeiten, Ernährung und Gesundheit, Umwelt- und Verbraucherschutz, Arbeitsprozesse und Arbeitstechniken, Berufsorientierung und mediale Grundbildung, die auch den Gegenstandsbereichen des Kompetenzstrukturmodells entsprechen.
Es ist erforderlich, Lernbereiche durchgängig sinnvoll zu vernetzen, um damit handlungsorientiertes Arbeiten mit nachhaltigem Kompetenzerwerb zu ermöglichen.

Der Lernbereich Berufsorientierung findet sich, fachspezifisch angepasst, in allen berufsorientierenden Wahlpflichtfächern wieder. Durch vorbereitende, begleitende und reflektierende Maßnahmen unterstützt das berufsorientierende Wahlpflichtfach Ernährung und Soziales den individuellen Berufsorientierungsprozess der Schülerinnen und Schüler. Somit wird ein ergänzender Beitrag zur Berufsfindung, zu einem erfolgsversprechenden Bewerbungsprozess und zur Weiterentwicklung der Ausbildungsreife geleistet.

Die Schülerinnen und Schüler nutzen und erweitern die im Fach Werken und Gestalten sowie im berufsorientierenden Wahlpflichtfach Wirtschaft und Kommunikation erworbenen Kompetenzen zur medialen Grundbildung, um  den wechselnden Anforderungen der Mediengesellschaft gerecht zu werden. Dabei steht die sachgerechte Nutzung allgemeiner wie auch fachspezifischer Computeranwendungen im Fokus.

Die Einbindung von Fachkräften und Experten in den Unterricht sowie der Besuch außerschulischer Lernorte (z. B. Einkaufsstätten, Betriebe oder Institutionen) ermöglichen Einblicke in die Arbeits- und Lebenswelt und unterstützen somit den Kompetenzerwerb der Schülerinnen und Schüler in vielfältigen Bereichen.

4 Zusammenarbeit mit anderen Fächern
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Das berufsorientierende Wahlpflichtfach Ernährung und Soziales bildet mit dem Fach Wirtschaft und Beruf sowie den berufsorientierenden Wahlpflichtfächern Technik und Wirtschaft und Kommunikation das Lernfeld Berufsorientierung. Deshalb ist eine fächerübergreifende Zusammenarbeit mit dem Ziel der Projektprüfung, insbesondere mit dem Leitfach Wirtschaft und Beruf, von entscheidender Bedeutung. Themen aus dem Fach Wirtschaft und Beruf können praktisch aufgegriffen und exemplarisch umgesetzt werden. Auch berufsorientierende Maßnahmen erfordern kooperatives Arbeiten in diesem Lernfeld.

Die allgemeinbildenden Fächer Deutsch und Mathematik vermitteln grundlegende Kompetenzen zur Lebensbewältigung. Im berufsorientierenden Wahlpflichtfach Ernährung und Soziales übertragen die Schülerinnen und Schüler diese Kompetenzen auf fachbezogene Aufgaben. So basieren das sinnerfassende Lesen von Rezepten, Gebrauchsanleitungen und Leittexten oder das Recherchieren, Aufbereiten und Präsentieren von Informationen etc. auf den erworbenen Fähigkeiten aus dem Fach Deutsch. Mehrsprachige Schülerinnen und Schüler werden beim Erwerb der Fachsprache dahingehend unterstützt, dass sie sich in deutscher Sprache über fachliche Inhalte austauschen und verständigen können. Aus dem mathematischen Bereich können Grundlagen, wie die Berechnung von Zutatenmengen, die Abrechnung von Einnahmen und Ausgaben oder die Umrechnung von Maßeinheiten, übernommen werden.

Im Fach Geschichte/Politik/Geographie werden die Schülerinnen und Schüler u. a. mit wirtschaftlichen und ökologischen Themen konfrontiert. Diese finden sie auch im berufsorientierenden Wahlpflichtfach Ernährung und Soziales wieder, wie z. B. Herkunft von Waren oder Maßnahmen zum nachhaltigen Umgang mit Ressourcen. Die Fächer Natur und Technik sowie Sport weisen ebenso Inhalte aus, die im berufsorientierenden Wahlpflichtfach Ernährung und Soziales erweitert und vertieft werden. Aus dem Fach Natur und Technik sind Faktoren aufzugreifen, die den gesundheitlichen Wert von Lebensmitteln bestimmen oder die allgemeingültigen Grundsätze einer gesunden Ernährung beeinflussen. Mit dem Fach Sport kann der Zusammenhang zwischen Ernährung und Bewegung, Gesundheit und Leistungsfähigkeit thematisiert werden.

In den Fächern Katholische Religionslehre, Evangelische Religionslehre und Ethik setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit Grundfragen für einen verantwortungsvollen Umgang mit dem eigenen Leben und Körper, der Bewahrung von Natur und Schöpfung, Gestaltung von Gemeinschaft und Zusammenleben sowie mit Festen und Bräuchen verschiedener Kulturkreise auseinander. Im berufsorientierenden Wahlpflichtfach Ernährung und Soziales erleben sie diese Vielfalt beispielsweise beim Zubereiten landestypischer Speisen, durch unterschiedliche Gepflogenheiten bei Tisch oder durch das Kennenlernen von Festen und Bräuchen.

5.1 Alltagskompetenz und Lebensökonomie
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Alle Gegenstandsbereiche des Faches Ernährung und Soziales ermöglichen den Erwerb von Alltagskompetenz und Lebensökonomie. Die fünf Handlungsfelder Gesundheit, Ernährung, Haushaltsführung, selbstbestimmtes Verbraucherverhalten und Umweltverhalten des übergreifenden Bildungs- und Erziehungsziels Alltagskompetenz und Lebensökonomie finden sich in den Grundlegenden Kompetenzen sowie in den Kompetenzerwartungen und Inhalten des Fachlehrplans wieder.

5.2 Gesundheitsförderung
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Im Gegenstandsbereich Ernährung und Gesundheit werden Grundsätze einer gesunden Ernährungsweise in Zusammenhang mit anderen Faktoren, wie z. B. Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit, gebracht und bei der Zubereitung entsprechender Speisen und Getränke berücksichtigt. Aspekte der Gesundheitsförderung finden dabei durchgängig Beachtung.

5.3 Soziales Lernen
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Das übergreifende Bildungs- und Erziehungsziel Soziales Lernen ist im Gegenstandsbereich Zusammenleben und Zusammenarbeiten verankert und damit eines der Grundanliegen des berufsorientierenden Wahlpflichtfaches Ernährung und Soziales.

5.4 Ökonomische Verbraucherbildung
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Die Ökonomische Verbraucherbildung ist ein Schwerpunkt im Gegenstandsbereich Umwelt- und Verbraucherschutz. Durch vielfältige Handlungssituationen und damit verbundene Aufgabenstellungen, wie Lebensmitteleinkauf, Haushaltsbuchführung, Einsatz von Geräten etc., erlangen die Schülerinnen und Schüler Kompetenzen verantwortungsbewusster Verbraucherinnen und Verbraucher.

5.5 Bildung für Nachhaltige Entwicklung (Umweltbildung, Globales Lernen)
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Der ökologische Wert von Lebensmitteln und der nachhaltige Umgang mit Ressourcen sind wesentliche Aspekte im Gegenstandsbereich Umwelt- und Verbraucherschutz. Auch die Gegenstandsbereiche Ernährung und Gesundheit sowie Arbeitsprozesse und Arbeitstechniken bieten eine Vielfalt an handlungsorientierten Lern- und Erfahrungssituationen zu den Themenfeldern der Nachhaltigen Entwicklung, z. B. die Verwendung saisonaler und regionaler Lebensmittel oder der sinnvolle Einsatz und die Gebrauchswerterhaltung technischer Geräte.

5.6 Berufliche Orientierung
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Die Berufliche Orientierung findet in Kooperation innerhalb des Lernfeldes Berufsorientierung statt. Die Schülerinnen und Schüler lernen hier verschiedene Berufsbilder im hauswirtschaftlichen und sozialen Bereich kennen, entdecken diesbezüglich eigene Begabungen, Neigungen sowie Interessen und berücksichtigen diese bei der eigenen Berufsorientierung. Sie entwickeln für das Berufsleben wichtige Schlüsselqualifikationen (z. B. Teamfähigkeit, Methodenkompetenz, soziale Kompetenz) und zeigen die für das Arbeitsleben erforderlichen Werthaltungen im schulischen Alltag.

5.7 Kulturelle Bildung
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In ästhetisch-gestalterischen Aufgaben setzen die Schülerinnen und Schüler Grundsätze der Ess- und Tischkultur, wie Anrichten und Garnieren von Speisen und Getränken sowie die Tisch- und Raumgestaltung, individuell um. Wertvorstellungen Jugendlicher zur Ess- und Tischkultur im häuslichen und außerhäuslichen Umfeld werden in den Zusammenhang der sozialen und gesellschaftlichen Bedeutung des gemeinsamen Speisens gebracht.

5.8 Interkulturelle Bildung
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Interkulturelle Themen werden im berufsorientierenden Wahlpflichtfach Ernährung und Soziales durch die Zubereitung landestypischer Speisen und Getränke, durch die Gestaltung von Festen, bei der Brauchtumspflege etc. aufgegriffen.

5.9 Werteerziehung
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Einen grundlegenden Wert bei Entscheidungen im Ernährungs- und Verbraucherverhalten stellt der Aspekt der Nachhaltigkeit dar. Daneben leistet auch ein verantwortungsbewusstes und respektvolles Verhalten untereinander einen wichtigen Beitrag zur Werteerziehung.

5.10 Sprachliche Bildung
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Bei der sozialen Interaktion im Lernprozess, beim sinnerfassenden Lesen von Texten oder Rezepten bzw. Anleitungen, bei Präsentationen oder Reflexionen, bei begleitenden Erklärungen zu Arbeitsdemonstrationen, aber auch beim Erlernen und Anwenden der Fachsprache wird die Sprachliche Bildung in allen Gegenstandsbereichen des Faches kontinuierlich gefördert.

5.11 Medienbildung/Digitale Bildung
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Die Schülerinnen und Schüler nutzen verschiedene Medien kritisch, verantwortungsbewusst und selbstbestimmt. Dabei werden sie befähigt, auch mit digitalen Systemen umzugehen. Die Schülerinnen und Schüler arbeiten mit aktuellen Informations- und Medienangeboten und beachten die rechtlichen Bestimmungen (z. B. Datenschutz, Urheberrecht). Sie recherchieren zielgerichtet Informationen und verarbeiten diese u. a. bei der Gestaltung von Digital- und Printmedien.

5.12 Technische Bildung
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Die Schülerinnen und Schüler nutzen bei praktischen Aufgabenstellungen vielfältige technische Klein- und Großgeräte und setzen diese fach- und sicherheitsgerecht ein. Dabei gehen sie verantwortlich und nachhaltig mit Technik um.