Lehrplan PLUS

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Informatik

1.1 Bedeutung und Aufgabe des Faches
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Informations- und Kommunikationstechnologien sowie die Verwendung von Informatiksystemen sind untrennbar mit unserem Berufs- und Privatleben verbunden. Durch die Vernetzung von Daten stehen jedem Einzelnen verschiedenste Möglichkeiten und Funktionen zum persönlichen Gebrauch und Nutzen zur Verfügung. Gleichzeitig sind damit Risiken des Missbrauches eigener persönlicher Daten verbunden.

Hieraus entsteht ein Spannungsfeld zwischen den Rechten und Interessen der Einzelpersonen, der gesellschaftlichen und ethischen Verantwortung und den möglichen Chancen, Risiken und Gefahren. Unterschiedliche Medien zu beherrschen, bestimmt für Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt Lernen in erheblichem Maße die Möglichkeit zur Erschließung von Umwelt und zur Teilhabe an sozialen, gesellschaftlichen und kulturellen Bezügen.

Das Fach Informatik zeigt den Heranwachsenden Wege, diese alltäglichen Herausforderungen in der global vernetzten Kommunikations- und Informationsgesellschaft angemessen und kompetent zu bewältigen. Aufbauend auf systematischem und zeitbeständigem Basiswissen über Funktionsweise und innere Struktur von Informatiksystemen erwerben die Schülerinnen und Schüler im Informatikunterricht ein breit gefächertes Kompetenzspektrum. Dieses versetzt sie in die Lage, Informatiksysteme und digitale Medien selbständig, sachgerecht und verantwortungsvoll zu nutzen und zudem deren grundsätzliche Möglichkeiten, Grenzen und Gefahren zu beurteilen. Sie erwerben die Fähigkeit, sowohl im privaten als auch im schulischen Umfeld eigene, für die Lebenswelt bedeutsame, digitale Inhalte selbständig und im Team zu erzeugen. Dazu beschaffen die Schülerinnen und Schüler Informationen, stellen diese dar, bearbeiten sie und werten sie aus. Unter Berücksichtigung bestehender Regeln des Urheber- und Lizenzrechts geben sie die Informationen weiter, z. B. an Mitschülerinnen und Mitschüler im Rahmen digitaler Veröffentlichungen.

Der Erwerb grundlegender Kompetenzen zum Verstehen und Erstellen programmierter Abläufe ermöglicht ihnen die Teilhabe in einer digitalisierten Gesellschaft.

Alle im Fach Informatik erworbenen Fähigkeiten werden mit dem Ziel der beruflichen und sozialen Integration angewendet.

1.2 Kompetenzerwerb im Informatikunterricht
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Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Bereich Lernen erwerben informations- und kommunikationstechnische Kompetenzen, indem sie häufig und vielfältig üben und regelmäßig wiederholen.

In der didaktischen Planung des Unterrichts werden alle Repräsentationsebenen (enaktiv, ikonisch und symbolisch) berücksichtigt, damit die Schülerinnen und Schüler von erhöhter Anschaulichkeit sowie konsequenter Handlungs- und Ergebnisorientierung profitieren. Dieses Vorgehen bietet auch ausreichende Möglichkeiten zur Differenzierung und Individualisierung. Ein aktiv-entdeckender Informatikunterricht ermöglicht ausgehend von den Lernbedürfnissen und Entwicklungsmöglichkeiten der jeweiligen Schülerin bzw. des jeweiligen Schülers unterschiedliche Lernwege sowie individuelle Lernergebnisse und Lernchancen – auch durch die soziale Interaktion. Die Dokumentation des Lernprozesses und des Lernergebnisses macht den individuellen Lernfortschritt sichtbar und weist auf die nächsten Lernschritte und den jeweiligen Unterstützungsbedarf hin.

In der Grundschulstufe entwickeln die Schülerinnen und Schüler überwiegend spielerisch mediale Fähigkeiten und Fertigkeiten themenorientiert und anhand von geeigneten Einsatzfeldern entsprechend dem Medienkonzept der Schule. In den Jahrgangsstufen 5 und 6 erlernen die Schülerinnen und Schüler das Tastschreiben und vertiefen zusätzlich den Umgang mit Medien und digitalen Kommunikationsmitteln. Ab der Jahrgangsstufe 5 erwerben die Schülerinnen und Schüler spielerisch grundlegende Kompetenzen in der Entwicklung von Codes und erstellen zunehmend komplexe Programme. Die Nutzungsmöglichkeiten von Anwendungsprogrammen sowie die damit verbundenen Gestaltungsmöglichkeiten stehen im Mittelpunkt des Unterrichts in den Jahrgangsstufen 7 bis 9. In allen Jahrgangsstufen wenden die Schülerinnen und Schüler ihre Kompetenzen in fächerübergreifender Vernetzung an.

2.1 Kompetenzstrukturmodell
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Kompetenzstrukturmodell Informatik

Das Kompetenzstrukturmodell Informatik gliedert sich in prozessbezogene Kompetenzen (äußere Ringe) und Gegenstandsbereiche (innerer Bereich), in denen die inhaltsbezogenen Kompetenzen erworben werden. Beide Bereiche (prozessbezogene Kompetenzen und Gegenstandsbereiche) definieren zusammen die informatischen Kompetenzen. Sie ziehen sich durch den Informatikunterricht aller Jahrgangsstufen und repräsentieren damit die zentralen Aspekte des Unterrichtsfaches.

Das Kompetenzstrukturmodell des Faches Informatik erhält eine Erweiterung durch die vier Entwicklungsbereiche Motorik und Wahrnehmung, Denken und Lernstrategien, Kommunikation und Sprache sowie Emotionen und soziales Handeln, deren Zusammenwirken erfolgreiche Lernprozesse ermöglicht. Die persönlichen Ressourcen in den Entwicklungsbereichen sind die Grundlage für die Planung und Gestaltung von Lernsituationen.

2.2 Prozessbezogene Kompetenzen
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Die prozessbezogenen Kompetenzen können nicht strikt voneinander getrennt werden, vielmehr ergänzen und bedingen sie sich wechselseitig.

Analysieren
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Die Schülerinnen und Schüler untersuchen verschiedene Ausgangsszenarien (z. B. im Hinblick auf die zugrunde liegende Information und deren Repräsentationen) oder auch Informatiksysteme selbst. Dazu identifizieren, ordnen und kategorisieren sie die beteiligten Objekte und betrachten insbesondere deren Beziehungen und Abhängigkeiten sowie ggf. auch Abläufe.

Modellieren
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Die Schülerinnen und Schüler stellen Ausschnitte der Wirklichkeit zielgerichtet und vereinfacht im Modell dar. Abhängig von der Aufgabenstellung werden dabei verschiedene Modellierungstechniken (objektorientiert, zustandsorientiert, prozessorientiert) angewandt. Beim Modellieren untersuchen die Schülerinnen und Schüler einen realen Kontext (z. B. einen Handlungsablauf), indem sie entscheidende Komponenten (z. B. Strukturen) identifizieren und deren Zusammenhänge und Beziehungen in analogen oder digitalen Entwicklungsumgebungen repräsentieren. Der Modellierungsprozess findet auf verschiedenen Abstraktions-, aber auch Analyseebenen statt und ist eine notwendige Grundlage für einen nachfolgenden Implementierungsprozess.

Implementieren
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Schülerinnen und Schüler erstellen Abläufe aus informatischen Modellen mithilfe geeigneter Programmiersprachen und Werkzeuge in analogen und digitalen Entwicklungsumgebungen. In diesem Zusammenhang entwickeln und verändern sie auch entsprechende Informatiksysteme, testen diese und korrigieren ggf. Fehler.

Kooperieren und kommunizieren
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Die Schülerinnen und Schüler nutzen die gängigen Angebote zur Kommunikation im vernetzten Umfeld. Im Zuge der gemeinsamen Bearbeitung informatischer Aufgabenstellungen dokumentieren und präsentieren sie ihre Arbeitsergebnisse unter angemessener Verwendung von Fachbegriffen. Im Rahmen von Teamarbeit legen die Schülerinnen und Schüler besonderen Wert auf das Kooperieren und Kommunizieren, indem sie beispielsweise geeignete Absprachen treffen und auf einen zielgerichteten Informationsaustausch achten.

Begründen und bewerten
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Die Schülerinnen und Schüler schätzen ihre Arbeitsweisen und ihre Arbeitsergebnisse selbständig ein, hinterfragen konsequent ihren Arbeitsprozess und setzen Gestaltungsideen bei der Erstellung von Medienprodukten reflektiert ein. Sie begründen und bewerten Modelle und Implementierungen. Zudem erkennen sie Wechselwirkungen zwischen informatischen Sachverhalten und gesellschaftlichen Fragestellungen und beurteilen deren Auswirkungen. Sie bedenken Möglichkeiten und Grenzen der Informatik und schätzen sowohl Chancen als auch Risiken und Gefahren von Informatiksystemen ein.

Anwenden
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Die Schülerinnen und Schüler wenden Werkzeuge der Informatik situationsgerecht und zielgerichtet beim Informieren, Recherchieren, Publizieren und Analysieren sowie bei der Erstellung unterschiedlicher Dokumente an. Die Schülerinnen und Schüler wenden ihre informatischen Kompetenzen in unterschiedlichen Lebensbereichen auch außerhalb der Informatik an.

Vernetzen
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Die Schülerinnen und Schüler erkennen, gestützt auf ihre informatischen Kompetenzen, Beziehungen zwischen verschiedenen Systemkomponenten, Ressourcen, Medien oder Diensten und nutzen diese im vernetzten Umfeld. Des Weiteren erkennen sie Zusammenhänge zwischen bekannten informatischen Inhalten bzw. Methoden und wenden diese auch in neuen Kontexten an.

Informatik und Gesellschaft
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Informations- und Kommunikationstechnologien spielen sowohl im beruflichen Alltag als auch im Privatleben eine wichtige Rolle. Damit kommt es zwangsläufig zu einer Wechselwirkung von Informatiksystemen und den Menschen, die mit diesen in Berührung kommen oder diese nutzen. Solche Wechselwirkungen ergeben sich beispielsweise im Bereich der Arbeit, wo neue Tätigkeitsfelder entstehen können, oder im Kontext von Gewohnheiten, Lebensstilen und sozialen Zusammenhängen. Daraus resultiert ein Spannungsfeld zwischen den Rechten und Interessen der Einzelpersonen (z. B. hinsichtlich Schutz von persönlichen Daten versus Informationsfreiheit), der gesellschaftlichen und ethischen Verantwortung und den möglichen Chancen und Risiken.

Information und ihre Repräsentation
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Information benötigt eine Darstellung (Repräsentation). Abhängig vom Anwendungskontext wird eine geeignete Repräsentation ausgewählt (z. B. Diagramm, Pseudocode oder Programm zur Beschreibung eines Ablaufs), um die Information zielgerichtet zu interpretieren oder automatisch verarbeiten zu können.

Schülerinnen und Schüler geben Informationen auf unterschiedliche Arten weiter, z. B. in Form eines Bildes, in einer Unterhaltung, schriftlich per Textnachricht oder digital als Sprachnachricht. Der Informatikunterricht knüpft an die verschiedenen Vorerfahrungen an, indem er den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit gibt Informationen in geeigneter Form darzustellen. Texte werden am Computer hinsichtlich verschiedener Eigenschaften (z. B. Schriftart, Schriftgröße, Farbe) verändert, Bilder bearbeitet und Seiten gelayoutet (z. B. Textausrichtung, Absätze, Spiegelstriche).In pädagogischen Entwicklungsumgebungen werden Programmabläufe dargestellt und bearbeitet.

Modelle
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Modelle sind Repräsentationen der Wirklichkeit. Sie sind dabei auf Aspekte eingeschränkt, die dem Modellierenden für seine Zwecke, beispielsweise zur Veranschaulichung oder zur Entwicklung eines informatischen Systems, sinnvoll erscheinen. Bei der informatischen Problemlösung repräsentieren Modelle das Ergebnis des Analyseprozesses. Ohne ein detailliert konzipiertes Modell ist keine fundierte und nachhaltige Entwicklung eines informatischen Systems möglich.

Zielgerichtete Abläufe aus der Lebenswelt der Schülerinnen und Schülern dienen als Grundlage von Modellen. Eine einfache Handlung, wie das Öffnen eines Fensters, wird als Ablaufplan, Struktogramm oder Pseudocode modelliert.

Daten und Datenstrukturen
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Daten sind Repräsentationen von Informationen, die automatisch verarbeitet werden können. Zur Organisation und Speicherung solcher Daten nutzt man Datenstrukturen. Diese stellen geeignete Operationen zur Verfügung, die den effizienten Zugriff auf die Daten sowie deren Verwaltung gewährleisten. Die Festlegung sinnvoller Datenstrukturen erfolgt im Rahmen des Modellierungsprozesses.

Das Anlegen einer sinnvollen Datenstruktur für im Unterricht erstellte und benötigte Dokumente ermöglicht den Schülerinnen und Schülern schnell und effizient Daten zu organisieren. So kann z. B. die reale Ablagestruktur für Arbeitsblätter im Klassenzimmer als digitale Verzeichnisstruktur am Computer angelegt werden.

Abläufe und Algorithmen
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Bestimmte Problemstellungen können durch Festlegung von Abläufen, d. h. Abfolgen von Handlungsschritten, unter Ausnutzung grundlegender Kontrollstrukturen (z. B. Wiederholungen und bedingten Anweisungen) gelöst werden. Die formalisierte Repräsentation eines Ablaufs heißt Algorithmus. Dieser muss bestimmte Kriterien erfüllen, beispielsweise die Eindeutigkeit der Anweisungen. Durch Algorithmen kann die Lösung einer Problemstellung der automatisierten Verarbeitung durch einen Rechner zugänglich gemacht werden.

Schülerinnen und Schüler sind täglich im schulischen und privaten Kontext mit Problemstellungen konfrontiert, die sie durch Anwenden geeigneter Handlungsabläufe lösen. Kochrezepte, Bewegungsabläufe im Sportunterricht oder das Benutzen eines Ticketautomaten stellen solche alltäglichen Aufgaben dar, die formalisiert als Algorithmus dargestellt werden können. Durch das Beobachten, Beschreiben und Zerlegen dieser sequenziellen Handlungsabläufe in einzelne Handlungsschritte finden die Schülerinnen und Schüler Zugang zum Lernbereich Programmieren, ohne den Einsatz von komplexen Computersystemen. Sukzessive erstellen sie Objekte auch in geeigneten digitalen Entwicklungsumgebungen und verändern diese mit algorithmischen Grundbausteinen (z. B. Anweisung, Sequenz, Zählwiederholung).

Informatiksysteme
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Ein Informatiksystem ist eine spezifische Zusammenstellung von Hardware-, Software- und Netzwerkkomponenten zur Lösung eines Problems der Informationsverarbeitung. In der Praxis kann ein Informatiksystem ein Modellierungswerkzeug, eine Programmiersprache, ein Softwareprodukt, aber auch eine vernetzte Struktur bestehend aus Software- und Hardwarekomponenten sein.

Das Wissen um den Aufbau und die Funktion eines Computers, dessen Komponenten sowie die Bedienung von Peripheriegeräten ebenso wie grundlegende Kenntnisse über das Betriebssystem sind unerlässlich für einen fachgerechten Umgang mit Informatiksystemen. Anwendungsroutine bei der Arbeit mit Computerprogrammen fördert effizientes Arbeiten. Beim 10-Finger-Tastschreiben lernen die Schülerinnen und Schüler den Computer als Schreibwerkzeug kennen. Sie kommen unabhängig von graphomotorischen Fähigkeiten zu Ergebnissen, die ansprechend gestaltet sind. Die sichere und rationelle Benutzung der Tastatur bildet die Grundlage für die Gestaltung von Schriftstücken und den Gebrauch verschiedenster Anwendungsprogramme. Ein treffendes und ansprechendes Layout von Medienprodukten im privaten und schulischen Bereich und für den Einsatz im beruflichen Umfeld erfordert die sichere Beherrschung von verbreiteten Anwendungsprogrammen. Die entsprechenden Kompetenzen erwerben die Schülerinnen und Schüler praxisorientiert und differenzieren diese systematisch aus. Die Erstellung eigener Algorithmen und einfacher Programme vertieft das Verständnis in die Funktionsweise unterschiedlicher Informatiksysteme (z. B. Ampelschaltung, Bewegungsmelder, Alarmanlage).

Motorik und Wahrnehmung
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Die Schülerinnen und Schüler wechseln zwischen individuell angepassten ergonomischen Körperhaltungen. Die Bedienung der Tastatur im 10-Finger-Tastschreiben setzt Bewegungskoordination voraus und beansprucht das visuelle Gedächtnis. Zudem benötigen die Schülerinnen und Schüler am Computerarbeitsplatz Sicherheit in der visuomotorischen Koordination.

Fördermöglichkeiten im Unterricht bestehen im Einsatz von Zuordnungsübungen und in der spielerischen Anwendung von Programmen. Handgelenk-, Lockerungs-, Kräftigungs- und Beweglichkeitsübungen fördern die Feinmotorik im Umgang mit Peripheriegeräten (Maus, Tastatur).

Anwendungen und Programme können auch zur individuellen Förderung eingesetzt werden, z. B. der Figur-Grund-Wahrnehmung, der Wahrnehmungskonstanz oder des visuellen und räumlichen Gedächtnisses. Ebenso lassen sich Förderprogramme zur Verbesserung der auditiven Aufmerksamkeit, der auditiven Differenzierung oder dem Richtungshören in den Unterricht einbinden.

Denken und Lernstrategien
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Für das Erhöhen der Aufmerksamkeit eignen sich vielfältige Ausgleichs- und Entspannungsübungen. Durch motivierende Aufgaben mit Lebensweltbezug (Internetrecherche, Web Based Training, Präsentationen, Bildbearbeitung) in fächerübergreifenden Zusammenhängen werden Aufmerksamkeit und Konzentration, Lern- und Leistungsmotivation, Interesse und Selbständigkeit der Schülerinnen und Schüler gefördert. Durch den gezielten Einsatz vorstrukturierter Cluster oder Mindmaps erweitern die Schülerinnen und Schüler am Computer ihre Lernstrategien. Programme strukturieren den Lernstoff in vielfältigen Darstellungsformen (Mindmap, Concept Map, Tabellen, Merkhilfen). Kognitives Modellieren unterstützt die Schülerinnen und Schüler beim Umgang mit Text-, Bildbearbeitungs-, Tabellenkalkulations- und Präsentationsprogrammen.

Bei der selbständigen Arbeitsorganisation helfen den Schülerinnen und Schülern klare und transparente Arbeitsaufträge, Bildimpulse und gezielte Beratungen oder ein Expertensystem. Problemstellungen mit Lebensweltbezug lösen sie mitunter in der Gruppe, unterstützen sich bei Problemen gegenseitig und schulen kreativ-problemlösendes Denken. Arbeitsergebnisse kontrollieren sie zunehmend selbständig, bewerten diese kritisch unter Vorgabe geeigneter Bewertungs- und Reflexionsmethoden und setzen Verbesserungsvorschläge um.

Das Gedächtnis und die kognitiven Lernstrategien (Wiederholungs-, Organisations-, Elaborationsstrategien, metakognitive Strategien) lassen sich individuell mit zeitnaher Rückmeldung durch vielfältige Websites, Lernprogramme, Lernplattformen oder Applikationen trainieren.

Gezielte situationsangepasste Selbstinstruktion erleichtert den Abruf von Regeln und Arbeitsabläufen und fördert die Selbständigkeit. Gruppen- und Partnerarbeit, eine geeignete Sitzordnung und ein verlässliches, auf den Umgang mit technischen Geräten angepasstes Regelsystem fördern die Kooperationsfähigkeit.

Kommunikation und Sprache
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Der Austausch über technischen Fortschritt, die Veränderungen der digitalen Lebens- und Arbeitswelt, der sichere, reflektierte Umgang mit Informationen sowie die Arbeit in pädagogischen Entwicklungsumgebungen bieten für die Schülerinnen und Schüler vielfältige Gesprächsanlässe. Dieser Austausch auch über digitale Kommunikationskanäle fördert die Reflexionsfähigkeit. Gezielte Hilfestellungen (zeitnahes Feedback, Peer-Feedback) unterstützen die Kommunikation in vielfältigen Sozialformen.

Kognitives Modellieren und das Präsentieren digitaler Produkte fördern Gesprächssicherheit und Gesprächsbereitschaft.

In Übungen zum Programmieren gehen die Schülerinnen und Schüler auf ihr Gegenüber ein und entwickeln die Fähigkeit zur Perspektivenübernahme.

Verschiedene Förderprogramme und Übungen zielen auf die Erweiterung des aktiven Wortschatzes, den korrekten Satzbau und die korrekte Rechtschreibung. Die kriterienorientierte Auswertung von Ton- und Videoaufnahmen unterstützt die Schülerinnen und Schüler bei der Erweiterung ihrer kommunikativen Fähigkeiten; beispielsweise im Hinblick auf den Einsatz parasprachlicher Mittel, die richtige Körperhaltung, passende Lautstärke oder eine angemessene Adressatenorientierung.

Spezielle Förderprogramme trainieren gezielt die phonologische Bewusstheit (z. B. Geräusche, Reime) oder die Lautanalyse- und Lautsynthese. Digitale Korrekturhilfen lassen sich gezielt für die Förderung nutzen.

Emotionen und soziales Handeln
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Gemeinsame Ordnungs- und Verhaltensregeln sind bei der Nutzung digitaler Geräte bedeutsam. Ein verantwortungsbewusster Umgang mit diesen Geräten wird durch Unterstützung und Vorbildfunktion der Lehrkraft gefördert und bahnt eine sachgerechte Anwendung und soziale Verantwortung an. Unterstützt werden die Schülerinnen und Schüler dabei von einem klaren und ritualisierten Stundenablauf und festgelegten Regeln für die Nutzung der Geräte.

Die kommunikative Kompetenz wird durch sozial angemessene, verbal konstruktiv geäußerte Rückmeldung, aufmerksames Zuhören und sozialverträgliche Kritik erweitert. Mit Hilfe von Hintergrundwissen, Einbeziehung externer Experten und Selbstinstruktionstraining entwickeln die Schülerinnen und Schüler einen kritisch angemessenen Umgang mit Kommunikationskanälen im Internet. Probleme werden in Kooperation gelöst, unterschiedliche Lösungswege konstruktiv besprochen und akzeptiert. Eine abschließende Reflexion eines Unterrichtsvorhabens ermöglicht den Schülerinnen und Schülern sich mit Teampartnern auszutauschen.

Tutorensysteme und eigenverantwortliche Tätigkeitsbereiche bei der Arbeit am Computerarbeitsplatz im Klassenzimmer oder Gruppenraum fördern Arbeitstugenden. Fördermöglichkeiten für die Selbstdisziplin sind der Einsatz von Response-Cost-Systemen, Checklisten und Strukturierungshilfen bei der Arbeit mit digitalen Medien.

3 Aufbau des Fachlehrplans im Fach Informatik
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Die Gegenstandsbereiche des Faches Informatik sind im Fachlehrplan in fünf Lernbereichen abgebildet:

  • Hardware und Betriebssysteme
  • Digitaler Informationsaustausch
  • Datenverarbeitung
  • Programmieren
  • Methodenkompetenzen

Der Bereich Entwicklungsbezogene Kompetenzen bezieht sich auf den individuellen Kompetenzerwerb auf der Grundlage der Förderplanung in den Jahrgangsstufen 5 bis 9.

Der Lernbereich Methodenkompetenzen beschreibt das Ergebnis des Lernprozesses in den Jahrgangsstufen 5 bis 9.

4 Zusammenarbeit mit anderen Fächern
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Die ausgewählten Inhalte des Faches Informatik erfordern eine enge didaktisch-methodische und unterrichtsorganisatorische Verzahnung mit den Fächern Werken und Gestalten, Ernährung und Soziales, Berufs- und Lebensorientierung – Praxis, Berufs- und Lebensorientierung – Theorie, Deutsch, Mathematik, Heimat – und Sachunterricht sowie mit den Fächern Geschichte/Politik/Geographie und Natur und Technik. Auch der Einsatz fachspezifischer Methoden aus den genannten Fächern ist eng verknüpft mit dem Erwerb von Kompetenzen des Faches Informatik.

5 Beitrag des Faches Informatik zu den übergreifenden Bildungs- und Erziehungszielen
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Das Fach Informatik leistet zu zahlreichen übergreifenden Bildungs- und Erziehungszielen wertvolle Beiträge.

5.1 Medienbildung
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Fokussiert auf die digital vernetzte Welt spielen die Medienbildung und Digitale Bildung im Informatikunterricht eine bedeutende Rolle. Die Schülerinnen und Schüler erwerben Kenntnisse und Fertigkeiten, um sachgerecht, selbstbestimmt und verantwortungsvoll in einer digital und multimedial geprägten Gesellschaft zu handeln und insbesondere (digitale) Medien sowie Informatiksysteme reflektiert und situationsangemessen zu nutzen. Dies zeigt sich u. a. beim verantwortungsbewussten Umgang mit Information und der Berücksichtigung der zentralen rechtlichen Bestimmungen für die Mediennutzung und -gestaltung (z. B. Datenschutz, Urheberrecht). Insbesondere wägen die Schülerinnen und Schüler kriteriengeleitet ihren Umgang mit persönlichen Daten ab. Darüber hinaus erwerben sie Kompetenzen, mithilfe derer sie digitale Systeme in ihrer grundlegenden Funktionsweise und Wirkung erklären.

5.2 Technische Bildung
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Computersysteme sind ein zentrales Handwerkszeug des Informatikunterrichts. Durch die häufige Arbeit mit ihnen erkennen die Schülerinnen und Schüler deren breit gefächerte Einsatzmöglichkeiten. Sie nutzen Informations- und Kommunikationstechnologien sachgerecht und verantwortungsbewusst. In diesem Kontext diskutieren die Schülerinnen und Schüler auch Chancen und Risiken neuerer informationstechnischer Entwicklungen und deren Folgen, z. B. für die Arbeitswelt oder die Gesellschaft.

5.3 Werteerziehung
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Im Zusammenhang mit den vielfältigen Möglichkeiten der Informationsverbreitung erfahren die Schülerinnen und Schüler neben vielen positiven Aspekten, wie z. B. Informationsaustausch und -gewinnung, auch Gefahren und mögliche unerwünschte Auswirkungen digitaler Veröffentlichungen, z. B. im Hinblick auf die Vermeidung von Cybermobbing. Damit leistet das Fach Informatik einen wichtigen Beitrag für die Entwicklung einer reflektierten Werthaltung im Umgang mit Daten. Durch die Beschäftigung mit verschiedenen Fragestellungen des Datenschutzes wird den Schülerinnen und Schülern die Bedeutung von Persönlichkeitsrechten bei der elektronischen Datenverarbeitung bewusst.

5.4 Soziales Lernen
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Soziales Lernen findet in Situationen der Reflexion und des Feedbacks und im Rahmen kooperativer Aufgaben statt. Bei der Beschäftigung in Partner- oder Gruppenarbeit erfahren die Schülerinnen und Schüler die Bedeutsamkeit präziser und klarer Kommunikationsmuster. Ferner wird die Bereitschaft der Jugendlichen gestärkt, Verantwortung zu übernehmen, die eigenen Ansichten und Ideen vor anderen zu vertreten, aber auch Argumente der Teammitglieder anzunehmen.