Lehrplan PLUS

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Kunst

1 Selbstverständnis des Faches Kunst und sein Beitrag zur Bildung
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Das Fach Kunst dient den Schülerinnen und Schülern zur Orientierung in einer zunehmend von Bildern geprägten Welt. Es trägt zur Teilhabe am gesellschaftlichen und kulturellen Leben bei. Bilder verstehen, durch Bilder kommunizieren, bildliche Darstellungsformen finden, erproben, auswählen und anwenden sowie Fantasie und Kreativität entfalten, sind hierfür wesentliche Voraussetzungen.
Bild wird im Lehrplan als umfassender Begriff für zwei- und dreidimensionale Werke, bildliche Informationen, Prozesse und Situationen visueller Erfahrung verstanden. Bildkompetenz als grundlegende kulturelle Kompetenz umfasst die folgenden Bereiche:

  • Bilder entwerfen, handwerklich herstellen und gestalten
  • Bilder verwenden und durch Bilder kommunizieren
  • Bilder wahrnehmen und erklären
  • über Bilder urteilen

An geeigneten Beispielen aus der Bildenden Kunst und der gestalteten Umwelt (Design, Architektur, Medien, Alltag) erweitern die Schülerinnen und Schüler ihr Verständnis, warum Menschen immer Bilder hervorgebracht haben und hervorbringen. Darüber hinaus verknüpfen die Schülerinnen und Schüler die unterschiedlichen Arten der Bildproduktion mit dem geschichtlichen Wandel in Technik, Arbeitsorganisation und Gesellschaft. Das Fach Kunst kann das Interesse an gestalterischen Berufen fördern und leistet einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung einer vielschichtigen Wahrnehmung und der eigenen Individualität der Schülerinnen und Schüler durch:

  • Verständnis der heutigen bildgeprägten Welt durch Bildkompetenz,
  • Erfahrung von ästhetischem Genuss bei der Auseinandersetzung mit der Welt der Bilder,
  • Persönlichkeitsbildung durch die Förderung von Fantasie, Imagination und kreativer Gestaltung,
  • Begegnung mit Werken der Bildenden Kunst (z. B. in Museen, Galerien, Ateliers, im öffentlichen Raum) sowie
  • aktive Mitgestaltung der eigenen Umgebung im privaten und öffentlichen Raum.

Darüber hinaus fördert das Fach Kunst fächerübergreifende Kompetenzen und Verhaltensdispositionen, welche Grundlage für eine planvolle, selbstbestimmte und verantwortungsvolle Lebensgestaltung sind und die Schülerinnen und Schüler auch auf die Berufswelt vorbereiten. Dies geschieht durch:

  • kritische Reflexion von Bildern, Fähigkeit zu konstruktiver Kritik an den bildnerischen Ergebnissen anderer sowie Bereitschaft, Kritik von diesen anzunehmen,
  • Ausdauer, Konzentration und Disziplin sowie die Fähigkeit zur Entwicklung intuitiver, spontaner und kreativer Ideen,
  • kognitive wie intuitive Strategien zur Lösung von kreativen Aufgaben,
  • Planung und Organisation von Realisierungsprozessen sowie die Fähigkeit, mit Unvorhergesehenem und Unplanbarem produktiv umzugehen,
  • motorisches Geschick sowie die Wertschätzung des individuellen Duktus, der unmittelbaren, persönlichen Äußerungen eine ästhetische Form gibt,
  • Offenheit und Neugierde gegenüber eigenen und fremden Produkten, Verfahren und Sichtweisen bei gleichzeitiger Beachtung der eigenen Anliegen.

Mit zunehmender Bildkompetenz steigen im Unterricht die Freude an der Produktion und Rezeption von Bildern. Bilder, in denen eigene Gedanken und Empfindungen verarbeitet sind, werden als persönlicher, individueller Ausdruck verstanden. Mit zunehmendem Erfolg beim Gestalten steigt die Selbstsicherheit der Schülerinnen und Schüler. So leistet das Fach Kunst einen wesentlichen Beitrag zur Selbstkompetenz.

Über die Berücksichtigung handlungsorientierter Zugänge durch offene und kooperative Lernformen erhalten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, im Team zu lernen und Sozialkompetenzen zu erwerben. Gemeinsames Planen und Realisieren ermöglicht das Einüben sozial verantwortlichen Handelns. Toleranz und Offenheit gegenüber ungewohnten und überraschenden Bildwelten, auch aus fremden Kulturen, führen ebenso zur Sozialkompetenz (auch im Sinne der interkulturellen Kompetenz) wie auch die Bereitschaft, die Lösungen von Mitschülerinnen und Mitschülern anzuerkennen und wertzuschätzen.

Planen und Organisieren von Abläufen zur Umsetzung von Ideen fördern die Methodenkompetenz. Dazu gehören auch die Bereitschaft, bildnerisch zu experimentieren, sich auf ungewohnte Gestaltungsideen und komplexere Vorhaben einzulassen und der konstruktive Umgang mit Problemen in Gestaltungsprozessen. Auf der Grundlage des individuellen Einfallsreichtums müssen Entscheidungen im Hinblick auf das bildnerische Verfahren und die Gestaltungsabsicht zunehmend begründet getroffen werden.

Dem prozessorientierten Lernen in Räumen mit Werkstattcharakter (z. B. Werkraum, Schulatelier, Kunstlabor, Computerraum) sowie dem Lernen an Orten außerhalb des Klassenzimmers (z. B. Galerie, Museum, Sakralraum, Künstleratelier, Natur, Schulgelände, gebauter Raum) kommt besondere Bedeutung zu.

1.1 Das Fach Kunst im Förderschwerpunkt Sprache
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Insbesondere Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf Sprache profitieren im Kunstunterricht von motivierenden Sprechanlässen, um in Austausch über Kunstwerke und Künstler zu treten. Im Rahmen kontextoptimierter Unterrichtseinheiten greifen sie grammatikalische Zielstrukturen auf und äußern sich sprachlich sicher zu ausgewählten gestalterischen Aspekten. Sie erweitern stetig ihren fachspezifischen aktiven und passiven Wortschatz und sichern Fachbegriffe durch spezifische Speicher- und Abrufstrategien. Mithilfe von Formulierungshilfen und dem sprachlichen Modell der Lehrkraft äußern sich die Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf Sprache im Plenum zu eigenen Gestaltungsprozessen und Werkintentionen und geben ihren Mitschülerinnen und Mitschülern wertschätzende Rückmeldungen zu deren Kunstwerken.

2.1 Kompetenzstrukturmodell
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Kompetenzstrukturmodell Kunst

Das Kompetenzstrukturmodell zeigt im äußeren Kreis die prozessbezogenen Kompetenzen des Faches. Innerhalb des Kreises finden sich die Gegenstandsbereiche, auf welche die Kompetenzen bezogen sind und die zugleich die Lernbereiche des Fachlehrplans bezeichnen.

Das Kompetenzstrukturmodell des Faches Kunst erhält eine Erweiterung durch die vier Entwicklungsbereiche Motorik und Wahrnehmung, Denken und Lernstrategien, Kommunikation und Sprache sowie Emotionen und soziales Handeln, deren Zusammenwirken erfolgreiche Lernprozesse ermöglicht. Die persönlichen Ressourcen in den Entwicklungsbereichen sind die Grundlage für die Planung und Gestaltung von Lernsituationen. Dadurch ergeben sich Hinweise und Impulse für die kriterienorientierte Schülerbeobachtung und für die Feststellung des individuellen Entwicklungsstandes.

Wahrnehmen
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Das genaue Wahrnehmen der visuell erfahrbaren Welt, das sich im Äußern von Empfindungen oder im präzisen Beschreiben zeigt, ist eine wesentliche Grundlage für die Befähigung der Schülerinnen und Schüler, die Welt zu verstehen und Ordnungen zu erkennen und zu konstruieren.

Imaginieren
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Die Fähigkeit, bildhafte Vorstellungen zu entwickeln, ist für die Schülerinnen und Schüler eine Grundlage für kreative Lösungen. Konzepte der Bildenden Kunst wie in der Architektur und im Design helfen, um individuelle und originelle Ideen zu finden. Mit zunehmendem Alter spielt das zielgerichtete Entwerfen für konkrete Anwendungen und das eigenständige Planen eine immer größere Rolle.

Analysieren und deuten
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Die Wahrnehmung des Menschen unterliegt immer und unmittelbar einem Deutungsprozess. In der Mittelschulstufe üben die Schülerinnen und Schüler das Verstehen ihrer visuellen Umwelt als bewussten Prozess. Dabei wenden sie die erworbene Fachsprache an und üben fachliche Analysemethoden und Interpretationsansätze ein.

Werten
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Das vergleichende Urteilen über selbst geschaffene und andere Werke sowie das Bewerten visueller Phänomene aus der Umwelt stellen eine wichtige Fähigkeit der Schülerinnen und Schüler dar. Über ein schnelles Urteil hinaus bewerten sie zunehmend reflektiert, begründen ihre Wertungen, äußern ihre Urteile in angemessener, konstruktiver Weise und stellen sich offen der Diskussion.

Gestalten
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Das Gestalten nimmt einen herausragenden Platz im Unterrichtsgeschehen ein. Die Schülerinnen und Schüler erweitern dafür zunächst ihr Grundrepertoire bildnerischer Verfahren und damit die Fähigkeit, Aufgaben kreativ zu bewältigen – von Bildern auf Papier bis hin zur Ausgestaltung des Schulgebäudes, vom Modellieren mit Ton bis zum Trickfilm, vom szenischen Spiel bis zur Druckgrafik. Gestaltungskompetenz in diesem Sinne bildet die Basis für die Schülerinnen und Schüler, das Erlernte jetzt und auch später in ihre Lebenswelt zu transferieren und bietet die Chance, sich selbst in sichtbaren Ergebnissen auszudrücken.

Durch Bilder kommunizieren
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Es ist ein zentrales Anliegen des Kunstunterrichts, Schülerinnen und Schüler zu befähigen, dass sie Prinzipien der bildlichen Kommunikation erkennen, sich der Wirkungs- und Manipulationsmöglichkeiten bewusst werden und bildliche Kommunikation selbst adressatenorientiert gestalten. Dabei erarbeiten sie sich das Repertoire wie die Spezifik bildlicher Kommunikation als Ausdruck eigener Vorstellungen, Empfindungen, Erfahrungen und Wahrnehmungen mithilfe von Bildern, die – im Unterschied zur Sprache – etwas auf visuelle Art, d. h. unmittelbar, anschaulich und auf einen Blick zeigen.

Die Bedeutung des Reflektierens
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Alle genannten prozessbezogenen Kompetenzen beziehen sich auf Fähigkeiten und Fertigkeiten beim Gestalten und Wahrnehmen von Bildern. Damit sie jedoch über den Unterricht hinausgehend verfügbar bleiben und zu echten Kompetenzen werden, denken die Schülerinnen und Schüler darüber nach, welche Prozesse jeweils ablaufen, wenn sie Bilder, Objekte und Aktionen wahrnehmen, deuten, gestalten und mit ihnen kommunizieren. Sie tauschen sich darüber aus und entwickeln so ein Bewusstsein dafür, wie sehr ihr Weltverständnis von Bildern geprägt ist und wie sich Kommunikation durch Bilder, z. B. im Vergleich zur Sprache, unterscheidet. Darüber hinaus erreichen sie ein Verständnis für die spezifischen Arbeitsweisen sowie für die Vielfalt der Bildwelten auch im interkulturellen Kontext. Letztlich entsteht so ein Bewusstsein für die besonderen Inhalte und Methoden des Faches Kunst.

2.3 Gegenstandsbereiche
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Im Fach Kunst beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler mit Bildern, Objekten und Aktionen aus der Bildenden Kunst (möglichst auch an Originalwerken), ihrer gestalteten Umwelt (ebenfalls möglichst vor Ort), den Visuellen Medien und mit den eigenen, individuellen wie kollektiven Erfahrungs- und Fantasiewelten. Diese nehmen sie wahr, deuten, beurteilen und gestalten sie. Dabei wirken jeweils folgende Faktoren zusammen: Thema und Gegenstand, Gestaltungs- und Kompositionsentscheidungen (in Form und Farbe, Raum und Zeit), Materialien und Werkmittel, werktechnische Verfahren sowie der jeweilige geschichtlich-kulturelle und auch interkulturelle Kontext.

Bildende Kunst
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Im Gegenstandsbereich Bildende Kunst begegnen die Schülerinnen und Schüler Werken aus der Kunstgeschichte. An diese werden Fragen zur Erschließung gestellt. Darüber hinaus sind die bildnerischen Techniken hier verortet.

Gestaltete Umwelt
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Architektur und Design bilden den Inhalt des Gegenstandsbereichs gestaltete Umwelt. Die Schülerinnen und Schüler erschließen sich diesen Bereich in eigener Gestaltung wie reflektierter Rezeption.

Visuelle Medien
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Im Bereich Visuelle Medien werden die in der Mittelschulschufe wichtigen technischen Medien zur Erzeugung von Bildern in das Zentrum gestellt. Die Schülerinnen und Schüler gestalten in diesen ebenso wie sie hier analytisch vorgehen, um Kritikfähigkeit zu erreichen.

Erfahrungs- und Fantasiewelten
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Die beiden Gegenstandsbereiche Erfahrungs- und Fantasiewelten beziehen sich, miteinander korrespondierend, auf die Dinge der unmittelbaren Umgebung auf der einen Seite und auf die reichen Fantasiewelten der Schülerinnen und Schüler auf der anderen.

Motorik und Wahrnehmung
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Die Schülerinnen und Schüler nehmen ihre Umwelt bewusst wahr und setzen sich differenziert mit der Eigenart von Bildern auseinander. Dabei steht ein multisensorischer Zugang im Mittelpunkt der Wahrnehmungsphase. Durch strukturiertes und geführtes Betrachten ausgewählter Kunstwerke ist es ihnen möglich, ihre visuelle Wahrnehmung auch auf Details zu richten und sich mit der Wirkung der Werke auseinanderzusetzen. Die Schülerinnen und Schüler nehmen Farb- und Formqualitäten wahr und setzen optische und akustische Eindrücke in ihren eigenen Kunstwerken um.

Mithilfe gezielter nonverbaler Impulse, einer ruhigen Unterrichtsatmosphäre und der Reduktion der Lehrersprache bezüglich Komplexität und Sprechanteil wird der auditive Kanal entlastet. Laut-Handzeichen dienen darüber hinaus als Verstehens- und Artikulationshilfe für komplexe Fachbegriffe, Künstlernamen und Kunstwerke. Die Schülerinnen und Schüler nutzen individuell angepasste Zeichengeräte und Werkzeuge sowie vereinfachte Gestaltungsvorlagen. Vor der Bearbeitung der eigentlichen Gestaltungsaufgabe erproben sie den adäquaten Umgang beispielsweise mit Pinsel, Schere, Klebstoffen, Schwämmen oder Stempeln.

Denken und Lernstrategien
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Durch die rezeptive und produktive Auseinandersetzung mit Kunstwerken aus ihrem Interessens- und Erfahrungshorizont erweitern die Schülerinnen und Schüler ihre Bildkompetenz. Sowohl das angeleitete als auch das experimentelle Gestalten fördern Kreativität und Vorstellungsvermögen. Mithilfe ritualisierter Sprachmuster verbalisieren die Schülerinnen und Schüler eigene Ideen und Vorgehensweisen bei der Gestaltung ihrer Werke.

Arbeitsabläufe werden zunehmend selbständig von den Lernenden geplant und mithilfe nonverbaler Memorierungshilfen durchgeführt. Sie erweitern ihr Wissen über Gestaltungstechniken und Materialien und behalten Informationen zum Leben und Werk ausgewählter Künstlerinnen und Künstler im Gedächtnis. Plakate und vereinfachte Informationstexte sowie die silbische Durchgliederung komplexer Fachbegriffe helfen den Schülerinnen und Schülern, ihr mentales Lexikon auszubauen und sich neue Begriffe zu merken.

Kommunikation und Sprache
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Im Rahmen eines sprachsensiblen Kunstunterrichts motivieren anregende und kindgerechte Kunstwerke die Schülerinnen und Schüler, sich aktiv am Unterrichtsgespräch zu beteiligen und sich mithilfe von Formulierungshilfen und einer modellhaften Lehrersprache adäquat zu äußern. Dabei entdecken die Schülerinnen und Schüler Kunst als eine alternative Kommunikationsform und präsentieren eigene Werke im Plenum. Sie nutzen ritualisierte Sprachmuster und Fachbegriffe, um ihre Werkabsicht und Vorgehensweise zu beschreiben. Sie sprechen in  vollständigen Sätzen und greifen grammatikalische Zielstrukturen innerhalb des kontextoptimierten Unterrichts auf.

Der Aufbau kunstspezifischer Fachbegriffe wird mithilfe des multimodalen Markenmix gefördert. Abrufhilfen, Plakate, Kategoriebildungen und Wortschatzsammlungen unterstützen das Einprägen und Abrufen neuer Begriffe. Diese verwenden die Schülerinnen und Schüler auch zum Beschreiben fremder Kunstwerke und um Empfindungen und eigene Gedanken zu äußern. Während Partner- und Gruppenarbeitsphasen tauschen sich die Lernenden über kreative Prozesse und Ideen aus und gestalten gemeinsame Kunstprojekte. Zur Sicherung des Sprachverständnisses sorgt die Lehrkraft für eine verständnisvolle Arbeitsatmosphäre und fördert eine aktive Fragehaltung bei den Schülerinnen und Schülern. Im Rahmen des Monitoring des Sprachverstehens fragen sie bei Unklarheiten zu Arbeitsschritten, Werkintentionen oder Gestaltungstechniken gezielt nach.

Emotionen und soziales Handeln
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Der Kunstunterricht ermöglicht es Schülerinnen und Schülern, Emotionen und Vorstellungen in bildhaften Darstellungsweisen zu äußern und sich mit der Wirkung von Kunstwerken auseinanderzusetzen. Dabei nutzen sie Formulierungshilfen, um ihre Gedanken adäquat zu verbalisieren. Durch die Beschäftigung mit ausgewählten Werken der Bildenden Kunst sowie der aktiven Gestaltung der eigenen künstlerischen Lebenswelt, erfahren sie kulturelle und soziale Teilhabe. Die Schülerinnen und Schüler erleben künstlerische Erfolge und bauen so ein positives Selbstbild bezüglich ihrer kreativen Fähigkeiten auf.

Innerhalb verschiedener Sozialformen arbeiten sie mit Mitschülerinnen und Mitschülern zielstrebig zusammen und tauschen sich mithilfe erarbeiteter Fachbegriffe und Verbalisierungshilfen über ihre Gestaltungsideen aus. Bei der Präsentation ihrer Werke im Plenum achten sie auf eine angemessene Lautstärke, eine langsame, deutliche Sprechweise und halten Blickkontakt mit den Betrachtern. Die Lehrkraft unterstützt sie dabei mit modellhaften Sprachmustern und verbalen und nonverbalen Formulierungshilfen.

3 Aufbau des Fachlehrplans im Fach Kunst
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Die entwicklungsbezogenen Kompetenzen in den Bereichen Motorik und Wahrnehmung, Denken und Lernstrategien, Kommunikation und Sprache, Emotionen und soziales Handeln bilden die Grundlage für den individuellen Kompetenzerwerb im Fach Kunst.

Im Fachlehrplan des Faches Kunst bilden die fünf Lernbereiche die Gegenstandsbereiche des Kompetenzstrukturmodells ab. Die Gegenstandsbereiche sind vielfach untereinander vernetzt. Die Lehrkraft entscheidet, wann welches Lerngebiet im Unterricht zum Tragen kommt, z. B. im Hinblick auf Gestaltungsanlässe und  -möglichkeiten, mit Rücksicht auf die bildnerischen Voraussetzungen und den Entwicklungsstand der Schülerinnen und Schüler sowie auf die Gegebenheiten der Region, etwa in Kunsthandwerk und  Gewerbe und örtlichen Kulturangeboten. Sie entscheidet auch über die Verknüpfungen der Gegenstandsbereiche, die auch immer wieder gemeinsam innerhalb einer Unterrichtseinheit reflektiert und bearbeitet werden. Die zentrale Bedeutung der Gestaltungsmittel und  -verfahren kommt dadurch zum Tragen, dass sie in jedem Lernbereich eine grundlegende Rolle spielen.

4 Zusammenarbeit mit anderen Fächern
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Das Selbstverständnis des Faches Kunst erfordert auch immer wieder die Zusammenarbeit mit anderen Fächern, z. B.:

  • beim Bau von Modellen oder dreidimensionalen Objekten mit Werken und Gestalten sowie Technik,
  • beim Layout von Printprodukten mit Wirtschaft und Kommunikation,
  • beim szenischen Spiel mit Deutsch, Deutsch als Zweitsprache, Musik oder Sport,
  • bei der digitalen Bildbearbeitung mit Wirtschaft und Kommunikation,
  • bei der gestalteten Umwelt mit Technik,
  • bei Beiträgen für Homepage, Schülerzeitung, Schulhausgestaltung oder der Ausgestaltung von Schulfesten mit Deutsch und ggf. vorhandenen Arbeitsgemeinschaften,
  • bei Studien von Naturobjekten und -phänomenen mit Natur und Technik,
  • beim Besuch von Museen, kunsthistorisch bedeutenden Bauten und Denkmälern mit Geschichte/Politik/Geographie, Evangelischer sowie Katholischer Religionslehre oder Ethik,
  • beim Hören und Illustrieren von Geschichten bzw. Beschreiben und Analysieren von Bildern mit Deutsch, Evangelischer sowie Katholischer Religionslehre, Ethik oder Deutsch als Zweitsprache.

Vor allem in der angemessenen sprachlichen Formulierung von Bildwahrnehmungen und bei Bildanalysen ergeben sich Verbindungen mit Deutsch sowie Deutsch als Zweitsprache. Durch einen sprachsensiblen und die Fachsprache entwickelnden Unterricht werden für mehrsprachige Schülerinnen und Schüler die sprachlichen Voraussetzungen für gelingendes Lernen und erfolgreichen Kompetenzerwerb geschaffen.

5 Beitrag des Faches Kunst zu den übergreifenden Bildungs- und Erziehungszielen
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Im Fachlehrplan Kunst sind folgende fächerübergreifende Bildungs- und Erziehungsziele verbindlich verankert.

5.1 Berufliche Orientierung
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Die Auseinandersetzung mit der gestalteten Umwelt gibt vielfältige Einblicke in die Bereiche des Handwerks und des Kunsthandwerks sowie der Kreativwirtschaft bzw. Creative Industries und erweitert so das Spektrum für die Berufliche Orientierung, indem die Schülerinnen und Schüler eigene (bisher verborgene) handwerkliche Fähigkeiten und Fertigkeiten entdecken. Sie beruht auf der Basis und der Reflexion der persönlichen Stärken und Interessen. Der Besuch von und die Zusammenarbeit mit Expertinnen und Experten aus Handwerk, Architektur, Design, in Agenturen oder Museen unterstützt die Entwicklung einer beruflichen Orientierung.

5.2 Bildung für Nachhaltige Entwicklung (Umweltbildung, Globales Lernen)
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Die Schülerinnen und Schüler festigen im Fach Kunst einen verantwortlichen Umgang mit Materialien, Werkzeugen und Energie und vertiefen dabei ihr Bewusstsein für Aspekte der Nachhaltigkeit. In der Auseinandersetzung mit ökologischen Fragestellungen (z. B. in Design, Architektur, Landschaftsgestaltung und Städtebau) erweitern die Schülerinnen und Schüler ihr Verständnis für die komplexen Zusammenhänge im Bereich der Nachhaltigen Entwicklung. Letztlich verstehen sie die gestaltete Umwelt ebenso wie Werke der Bildenden Kunst als symbolische Verdichtungen von Werthaltungen, die Konsequenzen für die Haltung des Menschen zu seiner Umwelt haben.

5.3 Interkulturelle Bildung
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In der Analyse und Deutung der Bildsprachen verschiedener Kulturen und Milieus erarbeiten sich die Schülerinnen und Schüler ein Verständnis von interkulturellen Fragestellungen. Durch den Wechsel des Standpunktes und das Betrachten einer Thematik aus ungewohnter Perspektive gewinnen die Schülerinnen und Schüler Sicherheit im Umgang mit Neuem und Fremdem. Sie können den Wert kultureller Vielfalt einschätzen und in eigene Gestaltungsvorhaben einfließen lassen.

5.4 Kulturelle Bildung
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Vor allem in der Beschäftigung mit Kunstwerken, Architektur, Stadt- und Naturräumen sowie Denkmälern am Schulort und in der Region erweitern die Schülerinnen und Schüler ihr Verständnis für die eigene Umgebung als gewachsene Kulturlandschaft, die es zu erhalten wie weiterzuentwickeln gilt.

5.5 Medienbildung/Digitale Bildung
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Die heutigen digitalen Medien sind vor allem Bildmedien und prägen die Umwelt sowie die Interessen und Vorstellungen der Schülerinnen und Schüler signifikant. Die kritische sowie gestaltende Auseinandersetzung mit der Bildsprache dieser Medien im Kunstunterricht bildet einen wichtigen Beitrag zur Medienbildung und damit zur Politischen Bildung der Schülerinnen und Schüler. Sie nutzen digitale Systeme reflektiert und situationsangemessen zur Bearbeitung gestellter Aufgaben.

5.6 Soziales Lernen
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In der Teamarbeit und in offenen Lernformen entwickeln die Schülerinnen und Schüler Verantwortung, Einfühlungsvermögen und soziale Fertigkeiten. Bilder sind mächtige Kommunikationsmittel und können Menschen z. B. erfreuen oder verletzen. Die Schülerinnen und Schüler vertiefen ihr Bewusstsein für diese Macht der Bilder, reflektieren die möglichen Folgen und üben den verantwortungsbewussten Umgang damit.

5.7 Sprachliche Bildung
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Die Verständigung über Bilder erfolgt im Kunstunterricht vor allem sprachlich. Durch die zunehmende Differenzierung der sprachlichen Mittel im Beschreiben, Analysieren, Deuten und Werten erwerben die Schülerinnen und Schüler sprachliche Kompetenzen und verwenden Fachbegriffe bewusst und angemessen.

5.8 Werteerziehung
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Die stetige Entwicklung von einfühlsamen, reflektierten und fachlich fundierten ästhetischen Urteilen (z. B. über Kunstwerke, Bilder aus anderen Kulturen, eigene Arbeiten oder die von Mitschülerinnen und Mitschülern) vertieft das Bewusstsein für die Bedeutung von ästhetischen Objekten und führt zu Aufgeschlossenheit und Toleranz gegenüber anderen und anderem. Die Schülerinnen und Schüler üben auf diese Weise Grundwerte ein, die für ein friedliches Zusammenleben in unserer Gesellschaft und zwischen den Kulturen unentbehrlich sind.