Lehrplan PLUS

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Leben in der Gesellschaft (Berufsschulstufe)

1.1 Bedeutung des Faches
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Ein wesentlicher Aspekt des Erwachsenseins ist, eigenverantwortlich am Leben in der Gesellschaft teilzunehmen. Dies gilt für den Besuch öffentlicher Veranstaltungen ebenso wie für die Nutzung von Dienstleistungen, institutionellen Angeboten oder die Mitwirkung im persönlichen gesellschaftlichen Umfeld.

Die mündige Gestaltung eines vielfach rechtlich geregelten Alltags wird erleichtert, wenn Gesetze und staatliche Regelungen bekannt sind und eingehalten werden. Jugendlichen und jungen Erwachsene wird zunehmend rechtliche Verantwortung für das eigene Handeln übertragen. Dies gilt auch unter den Bedingungen einer gesetzlichen Betreuung beim Erreichen der Volljährigkeit. Mit den wachsenden Rechten und Pflichten, Chancen und Risiken müssen die jungen Erwachsenen umzugehen lernen.

Aspekte der Allgemeinbildung sind eine wichtige Basis für Orientierung und Kommunikation in der Gesellschaft. Die Inhalte entsprechen in vielen Fällen den Interessen der Jugendlichen und bieten Chancen, Zusammenhänge zu erschließen. Politische Bildung gewinnt mit Erreichen der Wahlberechtigung besondere Bedeutung.

Medien dienen der Informationsbeschaffung sowie der Unterhaltung und bieten häufig selbst Gesprächsanlässe. Sie sind Teil des öffentlichen Lebens und beeinflussen persönliche Haltungen und Stimmungen. Kompetente Mediennutzung fördert die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.

1.2 Kompetenzerwerb im Fach Leben in der Gesellschaft
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Aufgabe der Schule ist es, junge Menschen möglichst umfassend auf das Leben in der Gesellschaft vorzubereiten.

Fragestellungen Jugendlicher und aktuelle Nachrichten erweisen sich als geeignete Lernanlässe. So können etwa der Abschluss eines Handyvertrags oder ein sportliches Ereignis im Unterricht aufgegriffen werden. Tage der offenen Tür oder Praxistage sind Gelegenheiten, Dienstleistungen anzubieten oder sich an der Außendarstellung der Schule zu beteiligen. Dabei werden Techniken der Präsentation und das Auftreten geschult. Auch Gäste können Kontakt mit der Öffentlichkeit vermitteln. Unterricht und Schulleben enthalten viele Gelegenheiten, Orte des öffentlichen Lebens aufzusuchen. Diese lebensnahe Form des Lernens setzt die Kooperation mit Behörden, Vereinen und anderen Partnern voraus.

Die Vermittlung von rechtlichem Wissen erfolgt in Situationen, in denen Schülerinnen und Schüler die unmittelbare Bedeutung von Gesetzen und Vorschriften erleben können. Rechtliche Grundlagen von Abläufen und Entscheidungen werden nach Möglichkeit veranschaulicht. Gemeinsames Festlegen von Regeln, die Kontrolle der Einhaltung und die Reflexion fördern die Entwicklung von Rechtsbewusstsein. Lehrkräfte wirken als Vorbild, indem sie diese Regeln einhalten.

Schülerinnen und Schüler werden in die Planung der Vorhaben einbezogen und erhalten Freiräume für selbstverantwortetes Handeln in der Gesellschaft. So ermöglicht Unterricht, Potenziale zu entdecken, sich aber auch mit Misserfolgen oder Ablehnung auseinanderzusetzen. Es gilt, diese Erfahrungen einfühlsam zu thematisieren.

2.1 Kompetenzstrukturmodell
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Kompetenzstrukturmodell Leben in der Gesellschaft

Das Kompetenzstrukturmodell versammelt im äußeren Kreis die prozessbezogenen Kompetenzen des Faches, die im Unterrichtsgeschehen ineinander verschränkt sind. Im Innern des Kreises befinden sich die Gegenstandsbereiche, auf welche die prozessbezogenen Kompetenzen bezogen sind. Die Basis bilden die vier Entwicklungsbereiche Motorik und Wahrnehmung, Denken und Lernstrategien, Kommunikation und Sprache sowie Emotionen und soziales Handeln, deren Zusammenwirken erfolgreiche Lernprozesse ermöglicht. Die persönlichen Ressourcen in den Entwicklungsbereichen sind die Grundlage für die Planung und Gestaltung von Lernsituationen. Das Kompetenzstrukturmodell Leben in der Gesellschaft ist für die Berufsschulstufe des Förderzentrums mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung angelegt.

Fragen stellen
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Fragen erfordern und fördern die Betrachtung eines Themas aus verschiedenen Perspektiven und unterstützen so eine Vernetzung von Wissen. Fragen zu stellen markiert eine zentrale Fähigkeit zur Erschließung der Lebenswelt. Das Fach Leben in der Gesellschaft gibt den Jugendlichen die Möglichkeit, eigene Fragen zu Themen zu entwickeln, die für ihr Leben eine Bedeutsamkeit besitzen. Die Fragestellungen können sich auf eine kurzfristige Informationsbeschaffung (z. B. Wann hat die Apotheke geöffnet?) ebenso beziehen wie auf komplexe Sachzusammenhänge (z. B. Wie nehme ich mein Wahlrecht wahr?). Die Schülerinnen und Schüler gehen den Fragestellungen nach und erschließen sie angeleitet oder soweit möglich eigenständig.

Recherchieren und analysieren
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Die Schülerinnen und Schüler recherchieren ausgehend von individuellen Fragestellungen Informationen zu Behörden und Dienstleistern, zu Fragen der Rechtslage oder zu Themen aus den Bereichen Allgemeinbildung, politische Bildung und Medienbildung. Für ihre Recherche nutzen sie sowohl aufbereitete Medien als auch öffentlich bereitstehende Informationsportale. Die gesammelten Informationen bleiben nicht isoliert stehen, vielmehr setzen die Jugendlichen diese zu ihrer individuellen Lebenssituation in Beziehung und analysieren, welche Bedeutsamkeit diese für ihr Leben in der Gesellschaft besitzen.

Handeln und anwenden
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Aktives Handeln und Anwenden sind Bestandteil verantwortungsvoller Teilhabe am Leben in der Gesellschaft. Die Schülerinnen und Schüler nehmen diese entsprechend ihrer Möglichkeiten und ihrem Unterstützungsbedarf möglichst selbständig wahr. Ein thematisch geplanter Unterricht (z. B. ein Projekt zum Thema Wahlrecht) dient ebenso als Lern- und Anwendungsfeld wie der Alltag außerhalb der Schule selbst (z. B. Beratungsgespräch bei der Agentur für Arbeit).

Teilnahme an öffentlichen Veranstaltungen
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Die Teilnahme an gesellschaftlichen Ereignissen und die Beteiligung an solchen innerhalb der näheren gesellschaftlichen Umgebung stehen bei diesem Gegenstandsbereich im Mittelpunkt. Die Teilnahme am öffentlichen Leben beginnt mit der Bereitschaft, Kontakte in der gesellschaftlichen Umgebung (z. B. Schule, Wohnort, Vereine, Kirche) zu knüpfen und zu pflegen. Entsprechend der Qualität des Kontaktes gilt es, allgemeine Umgangsformen zu pflegen. Die Planung und Durchführung des Besuchs von öffentlichen Veranstaltungen bringt viele Aufgaben mit sich, die im schulischen Rahmen vorbesprochen und geübt werden können, wobei die Bereiche der Orientierung und der Problembewältigung umfangreiche Handlungsfelder darstellen.

Aufsuchen von Behörden und Dienstleistern
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Wichtige Behördengänge selbständig erledigen und Dienstleistungen effektiv nutzen zu können, vergrößert die Selbstbestimmung für Menschen mit Behinderung. Deshalb lernen die Schülerinnen und Schüler zahlreiche öffentliche Einrichtungen kennen und informieren sich über deren Dienstleistungen. Die jungen Erwachsenen fragen nach Hilfen (z. B. Versorgungsamt), lassen sich beraten (z. B. Agentur für Arbeit) oder nehmen Dienstleistungen (z. B. Bank, öffentlicher Nahverkehr) in Anspruch. Der Umgang mit personenbezogenen Daten ist dabei unerlässlich. Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten die Kompetenz, diese anzugeben und verantwortungsvoll zu verwalten.

Ausüben von Bürgerrechten und -pflichten
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Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit allgemeinen Bürgerrechten und –pflichten sowie mit ausgewählten Aspekten des Sozialrechts und des Betreuungsrechts auseinander. Die in diesem Prozess gewonnenen Erkenntnisse ermöglichen es den Schülerinnen und Schülern, ein möglichst selbstbestimmtes Leben in der Gesellschaft zu führen.

Allgemeinbildung
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Aspekte der Allgemeinbildung stellen eine wichtige Basis für Orientierung und Kommunikation in der Gesellschaft dar. Allgemeinbildung umfasst landeskundliche, sportliche, kulturelle, ethische und religiöse sowie geschichtliche und naturwissenschaftliche Themen. Die Schülerinnen und Schüler zeigen Interesse an aktuellen Geschehnissen und nehmen sie zum Anlass, sich vertiefend damit zu beschäftigen.

Politische Bildung
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Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit Formen, Merkmalen und Regeln demokratischen Zusammenlebens in der Gesellschaft sowie mit den Aufgaben gewählter Vertreter auseinander. Sie nehmen Möglichkeiten der Mitbestimmung im schulischen Rahmen wahr (z. B. Klassensprecherwahl, Schülermitverantwortung) und bereiten sich so auf die Wahrnehmung von Mitbestimmungsrechten als Erwachsener vor. Politisches Wissen unterstützt die jungen Erwachsenen, bewusst und verantwortungsvoll mit ihrem Wahlrecht als Bürgerinnen und Bürger umzugehen.

Medienbildung
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Verschiedene Medien und der verantwortungsvolle Umgang damit nehmen eine zentrale Stellung in der Gesellschaft ein. Die Schülerinnen und Schüler nutzen verschiedene Medien zur Informationsbeschaffung, zur Kommunikation und zur Freizeitgestaltung. Wichtige Aspekte der Sicherheit im Umgang mit Medien gehen damit immer einher und sollen die Schülerinnen und Schüler zu einem bewussten und kompetenten Medienkonsum und Medieneinsatz befähigen. Somit bildet der Lernbereich Medienbildung auch Inhalte des Faches Informatik der Mittelschule ab.

Motorik und Wahrnehmung
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Die Teilnahme am Leben in der Gesellschaft kann Menschen mit motorischen Beeinträchtigungen vor Herausforderungen stellen. Die Schülerinnen und Schüler analysieren z. B. vor der Teilnahme einer öffentlichen Veranstaltung oder vor einem Beratungsgespräch die räumlichen Situationen vor Ort, um mögliche Barrieren zu erkennen. Gemeinsam mit ihren Lehrkräften suchen sie nach Möglichkeiten, diese zu kompensieren, indem sie z. B. nach einem barrierefreien Eingang oder nach speziellen Sitzplätzen für Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer fragen. Um den Veranstaltungsort zu erreichen, nutzen sie Fahrdienste oder persönliche Assistenten (z. B. Betreuer, Familienentlastende Dienste).

Denken und Lernstrategien
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Am Leben in der Gesellschaft teilzunehmen, bedeutet immer auch, mit komplexen und im Voraus wenig planbaren Situationen kompetent umzugehen. Damit dies gelingt, nutzen Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf geistige Entwicklung die Möglichkeit, Handlungsschritte in Teilschritte zu gliedern und mithilfe von Handlungsplänen, Checklisten oder Orientierungsplänen zu strukturieren. Dabei achten sie darauf, dass diese in leichter und für sie gut verständlicher Sprache formuliert bzw. mit Bildern visualisiert sind. Wiederkehrende Teilschritte besprechen die Jugendlichen mit ihren Lehrkräften vor und verinnerlichen sie durch häufig sich wiederholende Übungseinheiten. Ebenso bereiten sie Strategien vor, um sich in unerwarteten Situationen im öffentlichen Raum Hilfe zu organisieren.

Um verschiedenen Internetseiten Informationen zu entnehmen, nutzen die Schülerinnen und Schüler die Funktionen, sich eine Seite vorlesen zu lassen oder sie in leichter Sprache aufzurufen.

Kommunikation und Sprache
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Um sich in der Öffentlichkeit verständigen zu können, wenden Schülerinnen und Schüler, die nicht lautsprachlich sprechen, Hilfsmittel der Unterstützten Kommunikation an. Sie betätigen z. B. Sprachausgabegeräte, um eine Bestellung beim Bäcker aufzugeben oder um ihre Personalien bei einer Behörde zu nennen. Den selbstbewussten Einsatz solcher Geräte in der Öffentlichkeit üben sie zunächst im Schonraum der Schule intensiv ein.

Für den Kontakt mit Behörden und Dienstleistern ist es häufig notwendig, Telefongespräche zu führen. Für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf geistige Entwicklung stellt es möglicherweise eine Herausforderung dar, mit einem nicht sichtbaren Gegenüber zu kommunizieren und spontan Fragen zu stellen oder zu beantworten. Deshalb bereiten sich die Jugendliche auf verschiedene in Telefongesprächen zu erwartende Situationen vor, indem sie z. B. Begrüßungs- und Verabschiedungsformeln sowie das Notieren wichtiger Fragestellungen oder Inhalte üben.

Emotionen und soziales Handeln
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Im Umgang mit verschiedenen Personen des gesellschaftlichen Lebens wenden die Schülerinnen und Schüler gängige Höflichkeitsformen (z. B. Anrede Erwachsener mit „Sie“) an, welche sie sich im Unterricht bewusstgemacht und z. B. in Rollenspielen erprobt haben.

Die Teilnahme am Leben in der Gesellschaft bringt natürlicherweise stressreiche und belastende Situationen mit sich. Die Jugendlichen reflektieren im Unterricht solche Situationen und analysieren ihre in diesen Phasen gezeigten emotionalen und sozialen Verhaltensweisen. Auf diese Weise lernen sie, sich zunehmend sicherer einzuschätzen und in anspruchsvollen Situationen adäquat zu reagieren. Zudem wenden sie Strategien zur Stressbewältigung an oder suchen Unterstützung bei ihnen vertrauten Personen.

3 Aufbau des Fachlehrplans im Fach Leben in der Gesellschaft
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Der Fachlehrplan Leben in der Gesellschaft gliedert sich in thematische Einheiten, die sog. Lernbereiche, die nach der jeweiligen inhaltlichen Schwerpunktsetzung benannt sind. Innerhalb dieser Lernbereiche befinden sich die ausformulierten individuellen kompetenzorientierten Lernaktivitäten, in denen die Inhalte, anhand derer die Schülerinnen und Schüler ihre Kompetenzen erwerben, integriert ausgewiesen sind. So wird eine stärkere Kompetenzorientierung sowie die Verknüpfung von prozessbezogenen Kompetenzen und Inhalten unterstützt. In jedem Lernbereich soll der Aufbau aller prozessbezogenen Kompetenzen gefördert werden.

Das Fach Leben in der Gesellschaft ist in sechs Lernbereiche unterteilt, die den Gegenstandsbereichen des Kompetenzstrukturmodells entsprechen:

Lernbereich 1: Teilnahme an öffentlichen Veranstaltungen
Lernbereich 2: Aufsuchen von Behörden und Dienstleistern
Lernbereich 3: Ausüben von Bürgerrechten und -pflichten
Lernbereich 4: Allgemeinbildung
Lernbereich 5: Politische Bildung
Lernbereich 6: Medienbildung

Die Anordnung der Lernbereiche stellt keine Aussage über deren Wertigkeit und keine Vorgabe für eine zeitliche Abfolge im Unterricht dar. Vielmehr ist es erforderlich, die Lernbereiche durchgängig sinnvoll zu vernetzen, um damit handlungsorientiertes Arbeiten mit nachhaltigem Kompetenzerwerb zu ermöglichen.

4 Zusammenarbeit mit anderen Fächern
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Viele der individuellen kompetenzorientierten Lernaktivitäten des Faches Leben in der Gesellschaft kommen in den Fächern Beruf und Arbeit, Freizeit, Mobilität, Persönlichkeit und soziale Beziehungen sowie Wohnen zur Anwendung, da sich diese immer auch auf das Leben in einer Gemeinschaft oder der Gesellschaft beziehen.

Die sozialen Kompetenzen, welche im Fach Persönlichkeit und soziale Beziehungen erworben werden, bilden eine wichtige Grundlage für ein angemessenes Teilnehmen und Handeln in der Gesellschaft. Kompetenzen im Umgang mit öffentlichen Einrichtungen und das Wissen um rechtliche Grundlagen, welche im Fach Leben in der Gesellschaft erworben werden, finden Anwendung im Rahmen des Wohnens.

Im Fach Leben in der Gesellschaft werden die erworbenen Kompetenzen immer auch in realen Situationen angewandt. Die Schülerinnen und Schüler suchen Einrichtungen und Orte in ihrer Wohn- oder Schulumgebung auf. Den Weg dorthin legen sie möglichst selbständig zurück und wenden dabei die im Mobilitätstraining erworbenen Kompetenzen an.

Die Teilnahme an Freizeitaktivitäten stellt eine besonders motivierende Möglichkeit dar, sich am Leben in der Gesellschaft zu beteiligen. Im Fach Freizeit erwerben die Jugendlichen Kompetenzen, die ihnen die Teilnahme am Leben in der Gesellschaft erleichtern.

Eine enge Verbindung besteht zum Fach Deutsch. Kompetenzen aus den Bereichen Sprechen und Zuhören, Lesen – mit Texten und weiteren Medien umgehen sowie Schreiben bilden wichtige Zugangsweisen für z. B. das Ausfüllen von Formularen oder den Umgang mit Personaldokumenten. Beim Benutzen öffentlicher Einrichtungen, insbesondere bei Behörden, werden Sprech-, Lese- und Schreibkompetenzen alltagsbezogen angewendet und systematisch geübt.

Das Fach Leben in der Gesellschaft mit seinem starken Bezug zur Alltagswirklichkeit stellt eine vielfältige Lernumgebung für mathematische Problemstellungen dar. So greifen die Schülerinnen und Schüler bei der Bewältigung alltäglicher Situationen in der Öffentlichkeit auf zahlreiche Kompetenzen aus den Lernbereichen Zahlen und Operationen (Lesen eines Kontoauszugs), Raum und Form (Orientierung auf Formularen), Größen und Messen (Umgang mit Geld) und Daten und Zufall (Orientierung auf einem Zeitstrahl) zu. Durch die situative Anwendung der mathematischen Kompetenzen werden diese intensiv geübt und vertieft.

5 Beitrag des Faches Leben in der Gesellschaft zu den übergreifenden Bildungs- und Erziehungszielen
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Das Fach Leben in der Gesellschaft verknüpft den Erwerb fachbezogener Kompetenzen mit verschiedenen schulart- und fächerübergreifenden Bildungs- und Erziehungszielen.

5.1 Alltagskompetenz und Lebensökonomie
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Die Gegenstandsbereiche Teilnahme an öffentlichen Veranstaltungen und Aufsuchen von Behörden und Dienstleistern im Fach Leben in der Gesellschaft ermöglichen in hohem Maße den Erwerb von Alltagskompetenzen und Lebensökonomie. In vielen praktisch orientierten Lernsituationen werden das Verhalten in alltäglichen Situationen in der Gesellschaft und die Nutzung von öffentlichen Einrichtungen trainiert.

Alltagskompetenzen Alltagskompetenzen

5.2 Medienbildung/Digitale Bildung
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Die Schülerinnen und Schüler nutzen analoge und digitale Medien zur Recherche, zur Kommunikation oder zur Gestaltung von Freizeit. Vor allem im Umgang mit digitalen Medien reflektieren sie einen verantwortungsvollen Umgang. Diese Themen sind im Lernbereich Medienbildung per se Bestandteil des Faches Leben in der Gesellschaft.

5.3 Ökonomische Verbraucherbildung
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Die Gegenstandsbereiche des Faches Leben in der Gesellschaft haben die ökonomische Verbraucherbildung per se zum Ziel. Es werden die Rechte und Pflichten thematisiert, die Bürgerinnen und Bürger ausüben, der bewusste Umgang mit personenbezogenen Daten sowie die Nutzung eines Bankkontos. Darüber hinaus diskutieren die Schülerinnen und Schüler auch spezielle Rechte und (staatliche) Unterstützungsmaßnahmen, die für Menschen mit Behinderung bedeutsam sind.

5.4 Sprachliche Bildung
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Das Fach Leben in der Gesellschaft bietet vielfältige Sprechanlässe und Möglichkeiten des Umgangs mit Sprache. Die Schülerinnen und Schüler setzen die Sprache situationsgerecht in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen ein. Sie verwenden Höflichkeitsformen in alltäglichen Situationen (z. B. Nutzung öffentlicher Einrichtungen), besprechen Regeln und formulieren diese in einfacher Sprache (z. B. Schulordnung) und präsentieren Informationen in verbaler und schriftlicher Form (z. B. Referat).

5.5 Politische Bildung
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Der Gegenstandsbereich Politische Bildung des Faches Leben in der Gesellschaft vermittelt grundlegende Einblicke in politische Vorgänge und Formen der Mitbestimmung. Die Schülerinnen und Schüler lernen im Rahmen ihrer Beeinträchtigungen ihre Möglichkeiten der politischen Mitbestimmung, möglicherweise auch durch Assistenz, auszuschöpfen.