Lehrplan PLUS

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Technik

1 Selbstverständnis des Faches Technik und sein Beitrag zur Bildung
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Technik ist ein bedeutender Bestandteil des Lebens sowie der Kultur und hat zu jeder Zeit einen hohen Stellenwert für die gesellschaftliche, kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung der Menschheit. Das berufsorientierende Wahlpflichtfach Technik trägt einerseits dazu bei, bekanntes technisches Wissen und Können zu tradieren, andererseits werden Kompetenzen erworben, die für die technische Weiterentwicklung erforderlich sind.

Das berufsorientierende Wahlpflichtfach Technik greift die natürliche Neugier der Schülerinnen und Schüler an technischen Fragen auf und weckt das Interesse an technischen Problemstellungen. Bei deren Bearbeitung erfolgt eine Einführung in die für die Technik typischen Methoden und Handlungsformen:

  • planen
  • konstruieren
  • herstellen
  • bewerten
  • verwenden
  • entsorgen

In der praktischen Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Werkstoffen und Materialien wenden die Schülerinnen und Schüler altersgemäß geeignete Fertigungsverfahren an, und setzen sich auch mit Fragen der Ökologie und Ökonomie auseinander.

Wesentlicher Bestandteil des berufsorientierenden Wahlpflichtfaches Technik ist die technische Kommunikation mittels Freihandzeichnung und technischer Zeichnung, welche sowohl mit der Zeichenplatte als auch mit einem CAD-Programm angefertigt wird. Für die Informationsbeschaffung und digitale Kommunikation wie auch für die Dokumentation und Präsentation von Arbeitsergebnissen erfolgt eine mediale Grundbildung.

Die Berufsorientierung im berufsorientierenden Wahlpflichtfach Technik bietet gemeinsam mit dem Leitfach Wirtschaft und Beruf Unterstützung bei der persönlichen Vorbereitung auf das Berufsleben im gewerblich-technischen Bereich. Das berufsorientierende Wahlpflichtfach Technik bahnt Kompetenzen an, die zur Bewältigung technisch geprägter Lebenssituationen (z. B. Montage eines Möbelstückes, Reparatur eines Fahrrades) erforderlich sind. Es schafft dadurch wesentliche Voraussetzungen für die persönliche Lebensgestaltung und die berufliche Orientierung.

Der Technikunterricht am Förderzentrum orientiert sich am Modell der vollständigen Handlung, wodurch ein realitäts- und problembezogenes Lernen erreicht wird. Die Phasen der Information, der Planung und Entscheidung, der Durchführung sowie der Kontrolle und Auswertung ermöglichen eine umfassende Auseinandersetzung mit technischen Aufgabenstellungen. Dabei übernehmen die Schülerinnen und Schüler soziale Verantwortung und steuern den Lernprozess zunehmend selbst.

Voraussetzung für den technischen Kompetenzerwerb sind fachspezifische Aufgabenstellungen, bei deren Lösung die Schulung und Übung von Fertigungsverfahren mit der Aneignung von Wissen verknüpft wird. Das erworbene Wissen und Können findet in geeigneten Handlungssituationen Anwendung.

Im Projekt wird ein überfachlicher Lernanlass arrangiert, in dem die Schülerinnen und Schüler Sozialkompetenz und Handlungskompetenz erwerben und trainieren können.

2.1 Kompetenzstrukturmodell
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Kompetenzstrukturmodell Technik

Das Kompetenzstrukturmodell des Faches Technik erhält eine Erweiterung durch die vier Entwicklungsbereiche Motorik und Wahrnehmung, Denken und Lernstrategien, Kommunikation und Sprache sowie Emotionen und soziales Handeln, deren Zusammenwirken erfolgreiche Lernprozesse ermöglicht. Die persönlichen Ressourcen in den Entwicklungsbereichen sind die Grundlage für die Planung und Gestaltung von Lernsituationen. Dadurch ergeben sich Hinweise und Impulse für die kriterienorientierte Schülerbeobachtung und für die Feststellung des individuellen Entwicklungsstandes.

Anwenden und nutzen
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Die Schülerinnen und Schüler wenden als Konsumentin bzw. Konsument eines Endprodukts Technik an (z. B. Mobiltelefon) und nutzen technische Systeme (z. B. Tischbohrmaschine) im Herstellungsprozess eines technischen Gegenstands. Diese wählen sie gezielt für ihre Zwecke aus und nehmen sie selbständig in Betrieb. Während des Gebrauchs pflegen und warten sie die Geräte vorschriftsmäßig, ggf. suchen sie Fehler und nehmen Reparaturen vor. Schließlich nehmen sie die Geräte auch sachgerecht außer Betrieb und entsorgen sie verantwortungsbewusst.

Beurteilen
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Die Schülerinnen und Schüler erkennen, dass technische Lösungen niemals endgültig sind, sondern Möglichkeiten widerspiegeln, und beurteilen diese auch auf Basis ökologischer, ökonomischer und ethischer Kriterien.

Kommunizieren
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Die Schülerinnen und Schüler kommunizieren erfolgreich in technischen Kontexten, indem sie die Fachsprache, geeignete kommunikative Strategien, Kommunikationswege und Medien adressatengerecht und zielführend einsetzen.

Die Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf Hören setzen während ablaufender Kommunikationsprozesse bewusst und zielführend die ihnen bekannten kommunikationsunterstützenden Maßnahmen ein, welche unter anderem durch den Einsatz der individuell benötigten Sprachsysteme geprägt sind und berücksichtigen durch ihr kommunikatives Handeln zudem die Bedürfnisse der am Austausch Beteiligten. Besonders der situationsoptimierende Umgang mit der ggf. vorhandenen, eigenen hörtechnischen Versorgung wird in der Arbeit im Team von den Schülerinnen und Schülern reflektiert und gesundheits- sowie kommunikationsunterstützend angewandt. Für eine gesicherte Kommunikation während des Fertigungsprozesses unterbrechen die Schülerinnen und Schüler bewusst ihren Arbeitsablauf bzw. Fertigungsprozess, um notwendige Absprachen unter gleichzeitiger Beachtung ihrer individuellen Fähigkeiten im Bereich der Kommunikation und der zu treffenden Sicherheitsvorkehrungen vornehmen zu können.

Konstruieren und herstellen
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Im Mittelpunkt dieser prozessbezogenen Kompetenz stehen die Methoden zur Lösung technischer Probleme und techniktypischer Handlungsweisen. Die Schülerinnen und Schüler erkennen durch Analyse und Beobachtung das Problem, entwerfen und/oder wählen Lösungen aus. Zeichnungen dienen dabei als Planungs- und Fertigungsgrundlage. Sie organisieren und optimieren den Herstellungsprozess.

Technische Kommunikation
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Technisches Handeln erfordert Entscheidungen, die eine Kommunikation untereinander sowie mit anderen notwendig macht. Diese kann dabei unmittelbar oder medial stattfinden. Das Verständnis und die Verwendung der Fachsprache sind die Basis für die technische Kommunikation. Sie beinhaltet zudem die grafische Darstellung technischer Sachverhalte sowie die multimediale Dokumentation bzw. Präsentation. Die Fähigkeit zur technischen Kommunikation besteht auch darin, Argumente sachlich kritisch zu reflektieren und ggf. eigene Standpunkte zu korrigieren.

Die Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf Hören eignen sich mit Unterstützung durch die Lehrkraft fachspezifischen und anderweitig unbekannten Wortschatz in Laut- und ggf. Gebärdensprache an, um fachgerecht in technischen Kontexten kommunizieren zu können.

Die für Planung und/oder technische Kommunikation angefertigten Zeichnungen dienen den Schülerinnen und Schülern während der Darstellung der Problemlösung zudem als visualisierende Unterstützung des ablaufenden Gesprächsprozesses.

Konstruktion und Produktion
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Im Mittelpunkt des Gegenstandsbereichs Konstruktion und Produktion stehen Probleme, die mit technischen Mitteln lösbar sind, für die die Handelnden jedoch noch keine Lösung kennen. Beim Planen, Entwerfen, Fertigen, Optimieren, Prüfen und Testen des technischen Produkts werden bekannte Lösungen übertragen bzw. entsprechend der Aufgabenstellung sachgerecht angewandt.

Berufsorientierung
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Durch das Ausüben berufsähnlicher Tätigkeiten im berufsorientierenden Wahlpflichtfach Technik werden sich die Schülerinnen und Schüler ihrer eigenen Fähigkeiten, Wünsche und Neigungen bewusst. Im Rahmen des Betriebspraktikums sowie weiterer beruflicher Orientierungsmaßnahmen erfahren sie die Anforderungen verschiedener Ausbildungsberufe. Die Berücksichtigung beider Sichtweisen stellt die Grundlage für die persönliche Berufsorientierung dar.

Im Unterricht mit dem Förderschwerpunkt Hören erfährt die Reflexion der individuellen Hör- und Kommunikationsvoraussetzungen in Bezug auf die Möglichkeiten in der Berufswahl besondere Gewichtung. Die Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf Hören setzen sich mit ihren Stärken und Schwächen, besonders in den Bereichen der auditiven Reizaufnahme und der Kommunikation auseinander und berücksichtigen ihre Erkenntnisse während ihres Berufsorientierungsprozesses.

Mediale Grundbildung
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Die mediale Grundbildung beinhaltet die technisch gestützte Ver- und Bearbeitung von Informationen wie auch die digitale Kommunikation. Die eigenständige Informationsbeschaffung, ihre Darstellung und Gestaltung sowie eine adressatenbezogene Präsentation unterstützen die technische Kommunikation.

Die Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf Hören fokussieren vor allem Medien, welche die Informationsaufnahme und -weitergabe auf dem visuellen Kanal unterstützen. Sie wissen um mediale Unterstützungsangebote, wie die Einblendung von Begleitgebärden, Untertiteln und weitere Visualisierungsmaßnahmen, und nutzen diese je nach ihren individuellen Bedürfnissen für die Informationsbeschaffung, -verarbeitung und -präsentation.

2.4 Perspektiven
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Die Schülerinnen und Schüler werden auf ihre gegenwärtigen bzw. zukünftigen Rollen als Konsumentinnen und Konsumenten, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Unternehmerinnen und Unternehmer sowie Staatsbürgerinnen und Staatsbürger in einer zunehmend komplexeren wirtschaftlichen, beruflichen, rechtlichen, technisierten und durch Innovationen geprägten Welt vorbereitet.

Motorik und Wahrnehmung
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Die Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf Hören schöpfen durch die Thematisierung und Übung eines verantwortungsbewussten Einsatzes der persönlichen hörtechnischen Versorgung das Potenzial der Wahrnehmungsfähigkeit über den auditiven Kanal nach ihren individuellen Möglichkeiten optimal aus. Somit nehmen die Lernenden an der im Fach Technik elementaren Kommunikation während der Zusammenarbeit im Team aktiv teil und nehmen akustische Rückmeldungen von im Gebrauch befindlichen Geräten und Werkzeugen entsprechend ihrer durch die technische Versorgung optimierten Hörleistung wahr.

Die Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf Hören richten ihre Aufmerksamkeit begründet durch ihr individuelles Hör- und Kommunikationsvermögen und in bestimmten Situationen durch das Tragen des Gehörschutzes verstärkt auf das Wahrnehmen visueller Reize. In besonderer Weise achten sie auf Symbole zum Zwecke des Gesundheitsschutzes an ihrem Arbeitsplatz und werten sprachliche und weitere visuelle Informationen in ihrer Bedeutung für Arbeitssicherheit und -qualität aus.

Denken und Lernstrategien
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Die Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf Hören treffen während des praktischen Handelns die ihnen bekannten allgemeinen Schutzvorkehrungen und bedenken in besonderer Weise den Gebrauch des Gehörschutzes in Kombination mit der Handhabung ihrer individuellen hörtechnischen Versorgung. Hierbei entscheiden sie je nach arbeitstechnischer Anforderung, ob und auf welche Weise ihre individuellen Hörhilfen zum Einsatz kommen.

Da sich der visuelle Sinn für Menschen mit einer Hörschädigung als grundlegendste Möglichkeit zur Unterstützung ihrer individuellen Hörfähigkeit darbietet, schützen die Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf Hören in besonderer Weise ihre Augen und wenden die entsprechenden Varianten des Augen- und Gesichtsschutzes gemäß den Vorschriften vor allem während der Holz- und Metallverarbeitung verantwortungsbewusst an.

Im Rahmen der Berufsorientierung reflektieren die Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf Hören die Anforderungen und Belastungen ausgewählter Berufsbilder besonders im Hinblick auf ihre individuellen Hör- und Kommunikationsvoraussetzungen, eruieren realistische Handlungsspielräume und Umsetzungsmöglichkeiten und ziehen für die jeweils individuelle Situation verantwortungsbewusste Erkenntnisse und Konsequenzen.

Kommunikation und Sprache
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Für die Entwicklung im Bereich „Kommunikation und Sprache“ des Faches Technik ist es unabdingbar, dass Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf Hören ihre individuelle hörtechnische Versorgung in Arbeits- und Kommunikationsphasen stets situationsangemessen und auf gesundheitsförderliche Weise gebrauchen.

Sie erweitern ihren individuellen Wortschatz durch grundlegende und fachbezogene Begriffe aus den fachspezifischen Bereichen technische Kommunikation, Konstruktion und Produktion, Berufsorientierung sowie mediale Grundbildung  in Schrift-, Laut- und ggf. Gebärdensprache. Hierbei unterstützen Vorgehensweisen wie der Einsatz visualisierender und rhythmisch-musikalischer Elemente sowie ein multimodaler Zugang die Erweiterung und Festigung des Wortschatzes.

Das Fach Technik fördert und stärkt vor allem durch die notwendige Kommunikation während des Planungs-, Analyse- und Bewertungsprozesses die Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler im Rahmen der Kommunikationstaktik unter besonderer Berücksichtigung der Hörtaktik. Somit erlangen sie auch im Bereich der technischen Kommunikation Sicherheit darin, im Umgang mit Gesprächs- und Arbeitspartnern die Berücksichtigung ihrer individuellen Bedürfnisse einzufordern sowie sich selbst kommunikationsunterstützend zu verhalten.

Emotionen und soziales Handeln
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Das Fach Technik bietet zahlreiche Situationen, welche nicht ausschließlich durch Sprache, sondern durch aktives Handeln, Eigenkreativität, Planungssicherheit und das Ausführen konkreter Abläufe geprägt sind und in denen sich Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf Hören dadurch auf bestärkende Weise selbstwirksam erleben können.

Durch die im Fach Technik typischen Methoden und Handlungsformen des Planens, Konstruierens, Herstellens und Bewertens sammeln die Schülerinnen und Schüler Erkenntnisse zur Arbeit und zum Austausch mit Partnerinnen und Partnern. Das Reflektieren dieser Erkenntnisse steht im Unterricht mit dem Förderschwerpunkt Hören stets in besonderer Weise im Mittelpunkt, damit sich die Lernenden optimal auf ein eigenverantwortliches Leben und die berufliche Zukunft vorbereiten.

3 Aufbau des Fachlehrplans im Fach Technik
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Die entwicklungsbezogenen Kompetenzen in den Bereichen Motorik und Wahrnehmung, Denken und Lernstrategien, Kommunikation und Sprache, Emotionen und soziales Handeln bilden die Grundlage für den individuellen Kompetenzerwerb im Fach Technik.

Der Fachlehrplan untergliedert sich in die Lernbereiche technische Kommunikation, Konstruktion und Produktion, Berufsorientierung sowie mediale Grundbildung mit entsprechenden Kompetenzerwartungen und Inhalten. Alle Lernbereiche einer Jahrgangsstufe sind innerhalb einer langfristigen Planung sinnvoll zu kombinieren und zu vernetzen.

Im Lernbereich technische Kommunikation erwerben die Schülerinnen und Schüler Kompetenzen im technischen Freihandzeichnen, im Konstruieren auf der Zeichenplatte und mit dem CAD-Programm. Sie verwenden die technischen Fachbegriffe, erläutern und veranschaulichen technische Zusammenhänge. Unterschiedliche Umsetzungsmöglichkeiten können gemeinsam abgewogen und technische Entscheidungen begründet werden.

Der Lernbereich Konstruktion und Produktion gliedert sich in die Materialbereiche Holz, Metall und Kunststoff sowie Elektrotechnik/Elektronik/Mechatronik. Hier erwerben die Schülerinnen und Schüler Kompetenzen im Bereich der Planung, der Arbeitsvorbereitung, der Fertigung und der Kontrolle. Dabei stehen die sachgerechte Durchführung von Fertigungsverfahren unter Berücksichtigung der Bestimmungen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes im Mittelpunkt.

Der Lernbereich Berufsorientierung findet sich, fachspezifisch angepasst, in allen berufsorientierenden Wahlpflichtfächern wieder. Das berufsorientierende Wahlpflichtfach Technik unterstützt den individuellen Berufsorientierungsprozess der Schülerinnen und Schüler. Es leistet durch fachspezifische, vorbereitende, begleitende und reflektierende Maßnahmen einen ergänzenden Beitrag zur Berufsfindung, einem erfolgversprechenden Bewerbungsprozess und zur Ausbildungsreife.

Aufbauend auf die erworbenen Kompetenzen in den Fächern Werken und Gestalten sowie dem berufsorientierenden Wahlpflichtfach Wirtschaft und Kommunikation eignen sich die Schülerinnen und Schüler im berufsorientierenden Wahlpflichtfach Technik eine mediale Grundbildung an. Sie bereiten sich in diesem Lernbereich auf die selbständige und eigenverantwortliche Teilnahme an der Medien- und Informationsgesellschaft vor, wobei sowohl die sach- und fachgerechte Nutzung allgemeiner wie auch fachspezifischer Computeranwendungen im Fokus steht.

Die Anforderungen in den Mittlere-Reife-Klassen unterscheiden sich von denen der Regelklassen durch umfangreichere und komplexere Aufgabenstellungen, ein höheres Arbeitstempo und mehr Selbständigkeit. In der Jahrgangsstufe 10 liegt der Schwerpunkt auf der Bewältigung komplexer Aufgaben innerhalb eines Szenarios. Der vollständige technische Prozess wird den Schülerinnen und Schülern hierdurch bewusst. Sie bauen ihre bisher erworbenen Handlungskompetenzen aus und stärken diese kontinuierlich.

4 Zusammenarbeit mit anderen Fächern
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Das berufsorientierende Wahlpflichtfach Technik bildet mit dem Fach Wirtschaft und Beruf sowie den berufsorientierenden Wahlpflichtfächern Ernährung und Soziales und Wirtschaft und Kommunikation das Lernfeld Berufsorientierung. Deshalb ist eine fächerübergreifende Zusammenarbeit mit dem Ziel der Projektprüfung, insbesondere mit dem Leitfach Wirtschaft und Beruf, von entscheidender Bedeutung. Themen aus dem Fach Wirtschaft und Beruf können praktisch aufgegriffen und exemplarisch umgesetzt werden. Berufsorientierende Maßnahmen erfordern ebenso kooperatives Arbeiten im Lernfeld Berufsorientierung.

Das berufsorientierende Wahlpflichtfach Technik bietet für die Zusammenarbeit mit dem Fach Deutsch eine Vielzahl von Anlässen zur Übung und Anwendung sprachlicher Kompetenz sowohl im mündlichen als auch im schriftlichen Sprachgebrauch. Durch Lesen und sinnvollen Mediengebrauch erhalten die Schülerinnen und Schüler beispielsweise für die Produktion notwendige Informationen und Anleitung im Handeln, beim Verfassen von Texten verschriftlichen sie Arbeitsabläufe und/oder gewonnene technische Erkenntnisse.

Im Unterricht mit dem Förderschwerpunkt Hören stehen im Sinne einer fächerübergreifenden Sprach- und Kommunikationsförderung im Fach Technik in umgekehrter Weise besonders der Fachwortschatzaufbau sowie die Verwendung sich eignender Sprachstrukturen und förderschwerpunktspezifischer kommunikationsoptimierender Maßnahmen im Fokus.

Mehrsprachige Schülerinnen und Schüler werden beim Erwerb der Fachsprache dahingehend unterstützt, dass sie sich in deutscher Sprache über fachliche Inhalte austauschen und verständigen können.

Das berufsorientierende Wahlpflichtfach Technik stellt eine vielfältige Lernumgebung für mathematische Problemstellungen aus dem Fach Mathematik dar, etwa aus der Algebra (z. B. Materialberechnungen) und der Geometrie (z. B. Technisches Zeichnen und CAD). Vor allem im Bereich der computerunterstützten Fertigung ist die Beherrschung des Koordinatensystems von großer Bedeutung.

Das Fach Natur und Technik birgt vielfältige Handlungsanlässe zur Kooperation mit dem berufsorientierenden Wahlpflichtfach Technik, da auch die Bearbeitung technischer Aufgabenstellungen viele Berührungspunkte mit physikalischen (z. B. Elektrik, Mechanik) und chemischen (z. B. Materialeigenschaften) Sachverhalten bietet.

Die Geschichte der Menschheit ist eng verknüpft mit der technischen Entwicklung. So ist zum einen beim Lösen technischer Probleme ein Blick in die Vergangenheit oder in andere Kulturkreise oft sehr hilfreich. Gleichzeitig kann das berufsorientierende Wahlpflichtfach Technik in Zusammenarbeit mit dem Fach Geschichte/Politik/Geographie dazu beitragen, durch praktisches Tun historische Epochen bzw. andere Kulturkreise erlebbar zu machen.

Für die sachgerechte Ausführung von Fertigungsverfahren sind eine gute körperliche Konstitution und Ausdauer sowie eine gute Feinmotorik von großer Bedeutung. Umgekehrt kann das berufsorientierende Wahlpflichtfach Technik durch das Herstellen von Spiel- und Sportgeräten zu einem lebendigen Sportunterricht beitragen. So ergeben sich zahlreiche Möglichkeiten zur fächerübergreifenden Zusammenarbeit mit dem Fach Sport.

Das berufsorientierende Wahlpflichtfach Technik ermöglicht ebenso eine Kooperation mit dem Fach Rhythmik und Musik. Die Konstruktion und Produktion von z. B. Rhythmusinstrumenten ist ein interessanter und umfangreicher Aufgabenpool für die Schulung, Übung und Anwendung grundlegender Fertigungsverfahren mit unterschiedlichen Materialien.

Zwischen dem berufsorientierenden Wahlpflichtfach Technik und dem Fach Kunst besteht ein sehr enger Bezug, der für fächerübergreifende Vorhaben genutzt werden kann. In beiden Fächern müssen beispielsweise Fragen von Form und Design geklärt werden, die Gestaltung von Kunstwerken basiert häufig auch auf bestimmten Techniken (z. B. Linolschnitt) und auch im Bereich des Kunsthandwerks gibt es zahlreiche Berührungspunkte.

Technische Bildung
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Die Schülerinnen und Schüler verfügen über die für die Bewältigung technischer Alltagsprobleme notwendigen Kenntnisse, Fähigkeiten, Fertigkeiten und Einstellungen. Sie erfahren die Faszination und die Möglichkeiten technischer Entwicklung vor allem in den Bereichen Arbeit und Produktion, Information und Kommunikation sowie Haushalt und Freizeit. Sie planen, entwerfen, fertigen, optimieren, prüfen und testen eigene technische Konstruktionen und stellen diese her. Die technischen Lösungen wenden sie sach- und sicherheitsgerecht an und gehen verantwortlich und nachhaltig mit Werkzeugen, Maschinen und Materialien um. Auch die angemessene und umweltfreundliche Entsorgung ist Bestandteil des berufsorientierenden Wahlpflichtfaches Technik. Die Schülerinnen und Schüler bewerten Technik unter historischer, ökologischer und wirtschaftlicher Perspektive, erschließen sich technikrelevante Informationen und tauschen sich darüber aus. Dabei nutzen sie Informations- und Kommunikationstechnologien sachgerecht und verantwortungsvoll.

Berufliche Orientierung
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Die Schülerinnen und Schüler lernen verschiedene Berufsbilder im gewerblich-technischen Bereich kennen, entdecken diesbezüglich eigene Begabungen, Neigungen sowie Interessen und setzen sich – in Kooperation innerhalb des Lernfeldes Berufsorientierung – zielgerichtet mit der eigenen Berufsorientierung auseinander. Sie zeigen für das Berufsleben wichtige Schlüsselqualifikationen und bringen die für das Arbeitsleben erforderliche Werthaltung (z. B. verantwortungsbewusster Umgang mit Arbeitsmaterialien) in den schulischen Alltag ein.

Im Unterricht mit dem Förderschwerpunkt Hören steht zudem die Beschäftigung mit der eigenen Hörschädigung im Hinblick auf Möglichkeiten und Grenzen bei der Ausübung von unterschiedlichen Berufen aus dem gewerblich-technischen Bereich im Mittelpunkt. Die Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf Hören reflektieren ihre individuellen Fähigkeiten und Chancen und bringen ihre Erkenntnisse sinnvoll in den eigenen Berufsorientierungsprozess ein.

Medienbildung/Digitale Bildung
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Die Schülerinnen und Schüler nutzen verschiedene Medien kritisch, verantwortungsbewusst und selbstbestimmt. Dabei arbeiten sie effizient und selbständig mit aktuellen, digitalen Informations- und Medienangeboten und beachten die rechtlichen Bestimmungen für die schulische sowie private Mediennutzung und -gestaltung (z. B. Datenschutz, Urheberrecht). Sie greifen gezielt auf Informationen zu und bewerten diese. Eigene Arbeitsergebnisse werden mit Unterstützung digitaler und medialer Werkzeuge sach- und adressatengerecht präsentiert.

Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf Hören nutzen zusätzlich besondere mediale Unterstützungsangebote, welche ihnen aufgrund der förderschwerpunktspezifischen, fächerübergreifenden Bildungs- und Erziehungsziele Hörgeschädigtenkunde und Kommunikationstaktik bekannt sind.

Soziales Lernen
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Im Fachunterricht Technik erhalten die Schülerinnen und Schüler vielfältige Möglichkeiten, ihre Sozialkompetenz zu erweitern. Dies wird durch den Einsatz kooperativer Lernformen, verantwortliches Handeln im Team und durch Helfersysteme durchgängig gefördert.

Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf Hören akzeptieren und berücksichtigen in kooperativen Phasen ihre eigenen Kommunikationsmöglichkeiten und -bedürfnisse sowie die der anderen und handeln entsprechend förderschwerpunktspezifisch.

Sprachliche Bildung
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Während der sozialen Interaktion im Lern-, Planungs- und Produktionsprozess, während des verbalen Beurteilens und Analysierens sowie im Rahmen der technischen Kommunikation und durch den Fachwortschatzaufbau besonders hinsichtlich der notwendigen Fachbegriffe wird die sprachliche Bildung der Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf Hören durch das Fach Technik kontinuierlich gefördert.