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Wirtschaft und Kommunikation

1 Selbstverständnis des Faches Wirtschaft und Kommunikation und sein Beitrag zur Bildung
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In der heutigen, stark medial geprägten Gesellschaft ist eine umfassende Medienbildung sowie ein kompetenter Umgang mit modernen Informations- und Kommunikationstechniken Teil der Allgemeinbildung und somit Grundlage einer gelungenen Lebensbewältigung. Bei Kindern und Jugendlichen ist vor allem die digitale Kommunikation mit ihren vielfältigen Möglichkeiten als Teil der täglichen Freizeitgestaltung nicht mehr wegzudenken.

Das berufsorientierende Wahlpflichtfach Wirtschaft und Kommunikation am Förderzentrum leistet mit seiner lebenspraktischen Ausrichtung einen wesentlichen Beitrag für den Erwerb von Medienkompetenz und bei der Vorbereitung auf die medialen Anforderungen im privaten wie beruflichen Bereich.

Die Berufsorientierung im berufsorientierenden Wahlpflichtfach Wirtschaft und Kommunikation bietet gemeinsam mit dem Leitfach Wirtschaft und Beruf Unterstützung bei der persönlichen Vorbereitung auf das Berufsleben im kaufmännischen und verwaltungstechnischen Bereich.

Der Bereich der kaufmännischen Grundbildung bietet Einblicke in die Grundlagen der Buchführung. Es werden wirtschaftliche Sachverhalte strukturiert, analysiert und rechnerisch erfasst. Die Anbahnung kaufmännischen sowie unternehmerischen Denkens leistet einen weiteren Beitrag zur Berufsorientierung.

Im Unterricht wird auf zielführende Methoden des kompetenzorientierten Arbeitens geachtet. Die Grundlage hierfür bildet ein projekt- und handlungsorientierter Unterricht, der mit seinen fachspezifisch und überfachlich arrangierten Lernanlässen wesentliche Beiträge zur Lebens- und Berufsvorbereitung leistet. Durch immer komplexere Anforderungen und Aufgabenstellungen wird eine Progression abgebildet, die einen stetigen Kompetenzerwerb ermöglicht.

Neben dem Einsatz und der Anwendung der vorhandenen Software erlangen die Schülerinnen und Schüler Kenntnisse bei der Nutzung von Internetangeboten. Dazu gehört unmittelbar die Sensibilisierung im Umgang mit eigenen und fremden Daten.

Der Ausbau und die Weiterführung des 10-Finger-Tastschreibens aus den Jahrgangsstufen 5 und/oder 6 ist durchgängiges Prinzip bis zur Jahrgangsstufe 9.

Für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Bereich Hören stellt der Umgang mit digital-visuellen Medien eine besonders wichtige, da kompensatorische Kommunikations-, Informations- und Handlungsmöglichkeit dar. Zusätzlich erproben sie somit im schulischen Kontext verschiedene berufliche Herausforderungen und erfahren handelnd ihre persönlichen Interessen, Stärken und Eignungen.

2.1 Kompetenzstrukturmodell
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Kompetenzstrukturmodell Wirtschaft und Kommunikation

Das Kompetenzstrukturmodell des Faches Wirtschaft und Kommunikation erhält eine Erweiterung durch die vier Entwicklungsbereiche Motorik und Wahrnehmung, Denken und Lernstrategien, Kommunikation und Sprache sowie Emotionen und soziales Handeln, deren Zusammenwirken erfolgreiche Lernprozesse ermöglicht. Die persönlichen Ressourcen in den Entwicklungsbereichen sind die Grundlage für die Planung und Gestaltung von Lernsituationen. Dadurch ergeben sich Hinweise und Impulse für die kriterienorientierte Schülerbeobachtung und für die Feststellung des individuellen Entwicklungsstandes.

Handeln
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Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit wirtschaftlichen, informationstechnischen, rechtlichen und beruflichen Veränderungen rational und aufgeschlossen auseinander und nehmen Herausforderungen der Zukunft offen an. Sie sind bereit und in der Lage, sich unterschiedlichen Lebenssituationen zu stellen, die ökonomische und soziale Existenz für sich und andere zu sichern und aktiv am gesellschaftlichen und politischen Leben teilzunehmen.

Um ihre aktive Teilhabe am beruflichen, gesellschaftlichen und politischen Leben konkret zu sichern, setzen sich Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf Hören mit den besonderen Stärken und möglichen Einschränkungen von Menschen mit individuellem Hör- und Kommunikationsvermögen auseinander. Sie befassen sich begleitend mit der Bedeutung von Medien für Menschen mit einer Hörschädigung und erproben vor diesem Hintergrund handelnd unterschiedliche Medien. Sie analysieren diese hinsichtlich ihrer Vor- und Nachteile und setzen ihre Erkenntnisse für den individuellen Informationsbeschaffungs- und -weitergabeweg gewinnbringend ein.

Analysieren
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Die Schülerinnen und Schüler analysieren wirtschaftliche, informationstechnische, rechtliche und berufliche Handlungssituationen und Entscheidungen. Ein fundiertes fachliches Basiswissen sowie die Fähigkeit des ganzheitlichen Denkens in Systemen und Modellen ermöglicht es ihnen, einen Sachverhalt zu erfassen, zu strukturieren, zu systematisieren, in größere Zusammenhänge einzuordnen und mit bereits erworbenen Kompetenzen zu verknüpfen.

Kommunizieren
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Die Schülerinnen und Schüler kommunizieren in wirtschaftlichen, informationstechnischen, rechtlichen und beruflichen Situationen unter Verwendung der Fachsprache sowie zweckmäßiger Methoden sach- und adressatengerecht. Sie setzen zur Ergebnispräsentation geeignete Medien fachgerecht ein.

Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf Hören eignen sich mit Unterstützung durch die Lehrkraft fachspezifischen und anderweitig unbekannten Wortschatz in Laut- und ggf. Gebärdensprache an, um fachgerecht in wirtschaftlichen, informationstechnischen, rechtlichen und beruflichen Kontexten kommunizieren zu können. Sie befassen sich zudem speziell mit Medien, welche die Informationsaufnahme und -weitergabe auf dem visuellen Kanal unterstützen und wissen um mediale Unterstützungsangebote wie die Einblendung von Begleitgebärden, Untertiteln und weitere Visualisierungsmaßnahmen, welche sie je nach ihren individuellen Bedürfnissen für die Informationsbeschaffung, -verarbeitung und -präsentation nutzen. Zur Unterstützung ablaufender Gesprächsprozesse bedienen sich die Schülerinnen und Schüler bei Bedarf weiterer visualisierender Hilfen, z. B. Skizzen.

Beurteilen
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Die Schülerinnen und Schüler reflektieren und bewerten wirtschaftliche, informationstechnische, rechtliche und berufliche Entscheidungen aus unterschiedlichen Perspektiven vor dem Hintergrund ökonomischer, ökologischer, sozialer und ethischer Ziele. Daraus leiten sie Konsequenzen für die Bewältigung wirtschaftlicher, informationstechnischer, rechtlicher und beruflicher Handlungssituationen ab.

2.3 Gegenstandsbereiche
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Mediale Grundbildung, kaufmännische Grundbildung, Kommunikation und Information sowie Berufsorientierung sind die Gegenstandsbereiche des berufsorientierenden Wahlpflichtfaches Wirtschaft und Kommunikation.

2.4 Perspektiven
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Die Schülerinnen und Schüler werden auf ihre gegenwärtigen bzw. zukünftigen Rollen als Konsumentinnen und Konsumenten, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Unternehmerinnen und Unternehmer sowie Staatsbürgerinnen und Staatsbürger in einer zunehmend komplexeren wirtschaftlichen, beruflichen, rechtlichen, technisierten und durch Innovationen geprägten Welt vorbereitet.

Motorik und Wahrnehmung
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Die Schülerinnen und Schüler schöpfen durch die Thematisierung und Übung eines verantwortungsbewussten Einsatzes der persönlichen hörtechnischen Versorgung das Potenzial der Wahrnehmungsfähigkeit über den auditiven Kanal nach ihren individuellen Möglichkeiten optimal aus. Somit nehmen die Lernenden an dem im Fach Wirtschaft und Kommunikation elementaren Austausch während der Zusammenarbeit im Team aktiv teil und nehmen verbale Rückmeldungen ihrer Klassen- oder Gruppenmitglieder entsprechend ihrer durch die technische Versorgung optimierten Hörleistung wahr.

Durch die Nutzung digitaler Medien und, wenn vorhanden, solcher mit förderschwerpunktspezifischen Unterstützungsangeboten, richten Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf Hören ihre Aufmerksamkeit kompensatorisch vor allem auf die visuelle Wahrnehmung, um Informationen zu erhalten oder weiterzugeben.

Im Bereich des 10-Finger-Tastschreibens wird besonders die Feinmotorik angesprochen und von den Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Förderschwerpunkt Hören geübt. Auf diese Weise erhält die Kommunikation auf digitalem Wege, welcher von elementarer Bedeutung für Menschen mit einer Hörschädigung ist, nachhaltige Beachtung und Förderung.

Denken und Lernstrategien
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Im Rahmen der Berufsorientierung reflektieren Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Bereich Hören die Anforderungen und Belastungen ausgewählter Berufsbilder besonders im Hinblick auf ihr individuelles Hör- und Kommunikationsvermögen, eruieren realistische Handlungsspielräume und Umsetzungsmöglichkeiten und ziehen für die jeweils individuelle Situation verantwortungsbewusste Erkenntnisse und Konsequenzen.

Durch die intensive Auseinandersetzung mit der digitalen Mediennutzung und Informationsverarbeitung im Fach Wirtschaft und Kommunikation eröffnen sich die Schülerinnen und Schüler einen bedeutenden Kommunikationsweg, auf dem sie sich sowohl grundsätzlich als auch kompensatorisch, sowohl später beruflich als auch zeitgleich schulisch und privat ausdrücken und informieren.

Kommunikation und Sprache
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Im Fach Wirtschaft und Kommunikation erweitern die Schülerinnen und Schüler ihren individuellen Wortschatz durch grundlegende und fachbezogene Begriffe aus den fachspezifischen Bereichen mediale Grundbildung, Kommunikation und Information, kaufmännische Grundbildung und Berufsorientierung in Schrift-, Laut- und ggf. Gebärdensprache bzw. unter Berücksichtigung ihrer jeweiligen Hauptkommunikationsmittel und Kommunikationsbedürfnisse. Hierbei unterstützen Vorgehensweisen wie der Einsatz visualisierender und ggf. rhythmisch-musikalischer Elemente sowie ein multimodaler Zugang die Wortschatzerweiterung, -festigung und -anwendung.

Zudem eignet sich dieses berufsorientierende Wahlpflichtfach vor allem durch die Betonung der kooperativen Arbeitsformen besonders, die Kompetenzen im Rahmen der Kommunikationstaktik unter besonderer Berücksichtigung der Hörtaktik zu fördern und zu stärken, damit die Schülerinnen und Schüler Sicherheit darin erlangen, im Umgang mit Gesprächs- und Arbeitspartnern die Berücksichtigung ihrer individuellen Bedürfnisse einzufordern sowie sich selbst kommunikationsunterstützend zu verhalten.

Durch den Umgang mit Medien und in der digitalen Kommunikation erweitern die Schülerinnen und Schüler ihr Kommunikationsrepertoire, wodurch sie sich unter der Beachtung formaler Gesichtspunkte und der Aspekte des Datenschutzes verständigen und informieren.

Emotionen und soziales Handeln
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Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Förderschwerpunkt Hören sammeln Erkenntnisse zur Arbeit im Team und im Austausch mit Partnern durch die im Fach Wirtschaft und Kommunikation gestalteten kooperativen Unterrichtsphasen, welche für sie stets in besonderer Weise im Mittelpunkt stehen, um sich optimal auf ein eigenverantwortliches Leben und die berufliche Zukunft vorzubereiten. Somit fokussieren, schulen und berücksichtigen die Schülerinnen und Schüler die eigenen kommunikativen Fähigkeiten sowie das Wahrnehmen der Bedürfnisse aller an sozialen Situationen Beteiligten auf intensive Weise.

Ein gelingender und zielführender Einsatz von Medien sowie die zunehmende Sicherheit in der digitalen Datenverarbeitung und -kommunikation stärkt das Selbstwertgefühl und das Empfinden der Selbstwirksamkeit der Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf Hören vor allem in Kommunikationssituationen. Selbstsicherheit erlangen sie zudem durch die Einblicke, welche sie vorab in das berufliche Leben, aber auch in die Rollen als Konsumentinnen und Konsumenten sowie Staatsbürgerinnen und Staatsbürger erhalten und sich in möglichst praxisnaher Art und Weise erarbeiten. 

Durch die im Fach Wirtschaft und Kommunikation angesprochenen Kompetenzen des Analysierens und Beurteilens reflektieren die Schülerinnen und Schüler angemessen und bauen auf diese Weise eine verantwortungsbewusste und kritische Haltung besonders für ihr späteres berufliches und privates Leben auf.

3 Aufbau des Fachlehrplans im Fach Wirtschaft und Kommunikation
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Die entwicklungsbezogenen Kompetenzen in den Bereichen Motorik und Wahrnehmung, Denken und Lernstrategien, Kommunikation und Sprache, Emotionen und soziales Handeln bilden die Grundlage für den individuellen Kompetenzerwerb im Fach Wirtschaft und Kommunikation.

Die Gegenstandsbereiche des Kompetenzstrukturmodells des berufsorientierenden Wahlpflichtfaches Wirtschaft und Kommunikation werden im Fachlehrplan in verschiedene Lernbereiche unterteilt und mit entsprechenden Kompetenzerwartungen und Inhalten konkretisiert. Alle Lernbereiche einer Jahrgangsstufe können innerhalb einer langfristigen Planung frei sinnvoll kombiniert und vernetzt werden.

Der Lernbereich Berufsorientierung findet sich, fachspezifisch angepasst, in allen berufsorientierenden Wahlpflichtfächern wieder. Das berufsorientierende Wahlpflichtfach Wirtschaft und Kommunikation unterstützt den individuellen Berufsorientierungsprozess der Schülerinnen und Schüler und leistet durch fachspezifische, vorbereitende, begleitende und reflektierende Maßnahmen einen ergänzenden Beitrag zur Berufsfindung, einem erfolgversprechenden Bewerbungsprozess sowie zur Ausbildungsreife. Für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Bereich Hören erfährt die Reflexion der individuellen Hör- und Kommunikationsvoraussetzungen in Bezug auf die Möglichkeiten in der Berufswahl besondere Gewichtung. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit ihren Stärken und ihren individuellen Voraussetzungen und Möglichkeiten, besonders in den Bereichen der auditiven Reizaufnahme und der Kommunikation, auseinander und berücksichtigen ihre Erkenntnisse während ihres Berufsorientierungsprozesses.

Das 10-Finger-Tastschreiben wird bereits in den Jahrgangsstufen 5 und/oder 6 grundlegend erlernt und im berufsorientierendem Wahlpflichtfach Wirtschaft und Kommunikation als eigener Lernbereich weitergeführt. Das Tastschreiben bildet die erforderliche Basis für die Bearbeitung aller weiteren Lernbereiche des berufsorientierenden Wahlpflichtfaches Wirtschaft und Kommunikation. Eine besondere Bedeutung erhält das 10-Finger-Tastschreiben für Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf Hören auch deshalb, weil im beruflichen wie im privaten Leben ein sehr großer Teil der Kommunikation auf schriftlichem Wege abläuft bzw. ablaufen wird, da in vielen Fällen die Nutzung der Telekommunikation im Sinne des Telefonierens zu große Herausforderungen birgt oder aufgrund der individuellen Hörsituation häufig nicht im Bereich des Möglichen liegt.

Im Lernbereich Planen und Organisieren strukturieren, planen und reflektieren die Schülerinnen und Schüler Arbeitsabläufe für ein selbständiges, rationelles und eigenverantwortliches Arbeiten. Hier bieten sich nicht nur verschiedene Vernetzungsmöglichkeiten mit anderen Lernbereichen, sondern auch vielfältige fächerübergreifende Anknüpfungspunkte. Die Grundlage, um selbständiges, rationelles und eigenverantwortliches Arbeiten zu planen, bildet für Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf Hören erneut das Befassen mit den eigenen Kompetenzen und Möglichkeiten. Auf dieser Basis wird das Entwerfen eines realistischen Konzepts zur Selbständigkeit, ggf. unter Einbezug förderschwerpunktspezifischer Unterstützungsmaßnahmen, erst möglich.

Die Anforderungen in den Mittlere-Reife-Klassen unterscheiden sich von denen der Regelklassen durch umfangreichere und komplexere Aufgabenstellungen, ein höheres Arbeitstempo und mehr Selbständigkeit. Auch hier wird von der Lehrkraft der Lernbereich der Entwicklungsbezogenen Kompetenzen berücksichtigt. In der Jahrgangsstufe 10 liegt der Schwerpunkt auf der Bewältigung komplexer Aufgaben innerhalb von Szenarien im Bereich Büroabläufe planen, organisieren und abwickeln. Die Schülerinnen und Schüler stärken ihre bisher erworbenen Handlungskompetenzen und bereiten sich auf die Anforderungen des späteren Berufslebens vor.

4 Zusammenarbeit mit anderen Fächern
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Für eine nachhaltige Erarbeitung einzelner Kompetenzerwartungen und Inhalte des berufsorientierenden Wahlpflichtfaches Wirtschaft und Kommunikation ist eine fächerübergreifende Zusammenarbeit unablässig.

Das berufsorientierende Wahlpflichtfach Wirtschaft und Kommunikation bildet mit dem Fach Wirtschaft und Beruf sowie den berufsorientierenden Wahlpflichtfächern Technik und Ernährung und Soziales das Lernfeld Berufsorientierung. Deshalb ist eine fächerübergreifende Zusammenarbeit mit dem Ziel der Projektprüfung, insbesondere mit dem Leitfach Wirtschaft und Beruf, von entscheidender Bedeutung. Themen aus dem Fach Wirtschaft und Beruf können praktisch aufgegriffen und exemplarisch umgesetzt werden. Auch berufsorientierende Maßnahmen erfordern kooperatives Arbeiten im Lernfeld Berufsorientierung.

Die beiden Gegenstandsbereiche mediale Grundbildung sowie Kommunikation und Information werden ab der Jahrgangsstufe 8 innerhalb der Fachlehrpläne der berufsorientierenden Wahlpflichtfächer Technik sowie Ernährung und Soziales im Lernbereich mediale Grundbildung zusammengefasst. Die Schülerinnen und Schüler bereiten sich hier auf die selbständige und eigenverantwortliche Teilnahme an der Medien- und Informationsgesellschaft vor. Vielfältige Möglichkeiten der Kooperation ergeben sich zwischen den einzelnen berufsorientierenden Wahlpflichtfächern.

Die Schülerinnen und Schüler begegnen u. a. im Fach Deutsch unterschiedlichen Recherchetechniken und Präsentationsformen, die im berufsorientierenden Wahlpflichtfach Wirtschaft und Kommunikation mit digitalen Medien weitergeführt werden. Auch im Bereich Bewerbung ist eine enge Kooperation mit dem Fach Wirtschaft und Beruf wesentlich. Die formale und normgerechte Ausgestaltung der Bewerbung erfolgt im berufsorientierenden Wahlpflichtfach Wirtschaft und Kommunikation. Eine wichtige Fächerverbindung ergibt sich im Bereich Bewerbung für Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf Hören bzw. für Schülerinnen und Schüler am Förderzentrum mit dem Förderschwerpunkt Hören zum Hauptfach Deutsch. Im Lernbereich 1 dieses Faches am Förderzentrum werden sowohl kommunikationstaktisches Vorgehen, Gesprächsführung und der Einsatz sprachlicher Gestaltungsmittel grundgelegt und vertieft als auch die persönliche Bewerbung im szenischen Spiel handelnd erfahren und reflektiert.

Im Lernbereich kaufmännische Grundbildung begegnen die Schülerinnen und Schüler konkreten kaufmännischen Sachverhalten und Buchungsabläufen, die in Kooperation mit dem Fach Wirtschaft und Beruf vermittelt werden.

Das Fach Kunst bietet nicht nur bei der Gestaltung von digitalen Medien (z. B. Gestaltungskriterien, Typografie, Layout), sondern auch in der Bildbearbeitung vielfache Kooperationsmöglichkeiten.
Mit dem Fach Mathematik können die Lernbereiche Tabellenkalkulation und kaufmännische Grundbildung verknüpft werden.

Mehrsprachige Schülerinnen und Schüler werden beim Erwerb der Fachsprache dahingehend unterstützt, dass sie sich in deutscher Sprache über fachliche Inhalte austauschen und verständigen können.

Für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Förderschwerpunkt Hören stehen im Sinne einer fächerübergreifenden Sprach- und Kommunikationsförderung während der Unterrichtung des Faches Wirtschaft und Kommunikation besonders der Wortschatzaufbau sowie die Verwendung sich eignender, erlernter und geübter Sprachstrukturen und förderschwerpunktspezifischer kommunikationsoptimierender Maßnahmen im Fokus. In umgekehrter Weise erfährt die Entwicklung von fachsprachlichen Elementen aus den berufsorientierenden Wahlpflicht- und Pflichtfächern im Fach Deutsch in geeigneten Situationen ihre Vertiefung.

Medienbildung/Digitale Bildung
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Die Schülerinnen und Schüler nutzen verschiedene, auch digitale Medien kritisch, verantwortungsbewusst und selbstbestimmt. Dabei arbeiten sie mit aktuellen Informations- und Medienangeboten und berücksichtigen die rechtlichen Bestimmungen. Sie recherchieren zielgerichtet Informationen, gestalten eigene Digital- und Printmedien und präsentieren ihre Arbeitsergebnisse sach- und adressatengerecht. Stets sind sie sich der Verantwortung medialer und digitaler Kommunikation bewusst und nutzen diese überlegt und reflektiert.

Mediennutzung als eine wesentliche Informations-, Kommunikations- und Kompensationsstrategie zu erfahren und praktisch zu erproben, ist eine Hauptaufgabe am Förderzentrum mit dem Förderschwerpunkt Hören bezüglich dieses übergreifenden Bildungs- und Erziehungszieles. Dies ist gekoppelt mit den besonderen Bildungs- und Erziehungsaufgaben Kommunikationstaktik und Hörgeschädigtenkunde zu verstehen, wobei unter anderem spezifisch für Menschen mit einer Hörschädigung entwickelte Möglichkeiten erarbeitet und angewendet werden.

Im Bereich der Mediennutzung, speziell hinsichtlich der Inanspruchnahme sozialer Netzwerke, bauen die Schülerinnen und Schüler eine verantwortungsvolle Haltung auf. Sie reflektieren einen sinnstiftenden Umgang und die Vor- und Nachteile sozialer Netzwerke als bedeutende Kommunikationsform für Menschen mit einer Hörschädigung.

Berufliche Orientierung
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Die Schülerinnen und Schüler lernen verschiedene Berufsbilder im wirtschaftlichen und verwaltungstechnischen Bereich kennen, entdecken diesbezüglich eigene Begabungen, Neigungen sowie Interessen und setzen sich – in Kooperation innerhalb des Lernfeldes Berufsorientierung – zielgerichtet mit der eigenen Berufsorientierung auseinander. Sie zeigen für das Berufsleben wichtige Schlüsselqualifikationen und bringen die für das Arbeitsleben erforderliche Werthaltung in den schulischen Alltag ein.

Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Förderschwerpunkt Hören erfahren im schulischen Kontext spätere Anforderungen im beruflichen Umfeld und zur Nutzung bestimmter Medien, schätzen eigene Stärken, Chancen und Herausforderungen realistisch ein und ziehen ihre Erkenntnisse verantwortungsvoll in ihren persönlichen Berufsorientierungsprozess ein.

Ökonomische Verbraucherbildung
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Als selbstbestimmte und verantwortungsvolle Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Marktgeschehen entnehmen die Schülerinnen und Schüler kritisch Informationen aus digitalen Medien. Sie nutzen und tauschen eigene und fremde Daten sachgerecht und verantwortungsvoll und beugen Missbrauch vor.

Technische Bildung
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Die Schülerinnen und Schüler nutzen Informations- und Kommunikationstechnologien verantwortungsbewusst und sachgerecht (Hard- und Software), wenden technische Lösungen fach- und sicherheitsgerecht an und gehen bedacht und nachhaltig mit Technik um.

Sprachliche Bildung
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In vielfältigen Lernsituationen versprachlichen und verschriftlichen die Schülerinnen und Schüler adressatengerecht und bewusst Gedanken und Informationen. Dabei achten sie auf die Einhaltung der Fachsprache. In vielen unterrichtlichen Phasen erhalten sie die Möglichkeit, ihre Arbeitsergebnisse zu präsentieren und zu reflektieren.

Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Förderschwerpunkt Hören berücksichtigen in Situationen des Austausches die ihnen bekannten Maßnahmen für eine gelingende Kommunikation, welche unter anderem durch den Einsatz der individuell benötigten Sprachsysteme geprägt ist. Sie bringen erarbeitete Fachbegriffe und erlernte Sprachstrukturen vielfältig zur Anwendung und bedienen sich ggf. der Gebärdensprache sowie weiterer unterstützender visualisierender Maßnahmen, um den Erfolg kommunikativer Phasen für alle Beteiligten zu sichern.

Soziales Lernen
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Das praxisorientierte Fach bietet vielfältige Möglichkeiten des sozialen Lernens und sozialer Erfahrungen. Die Schülerinnen und Schüler arbeiten respektvoll und mit angemessenem Verhalten zusammen, übernehmen Verantwortung und kommunizieren konstruktiv und bedacht in unterschiedlichen Situationen und Umgebungen.

Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Förderschwerpunkt Hören nehmen während der Zusammenarbeit mit anderen ihre eigenen Kommunikationsmöglichkeiten und -bedürfnisse in kooperativen Phasen sowie die der anderen wahr und berücksichtigen diese durch entsprechend förderschwerpunktspezifisches Handeln. Besonders der situationsoptimierende Umgang mit der ggf. vorhandenen, eigenen hörtechnischen Versorgung wird in der Arbeit im Team von den Schülerinnen und Schülern reflektiert und kommunikationsunterstützend angewandt.

Themen wie ein Leben mit einer Hörschädigung, gegenseitige Achtung und Unterstützung sowie der gleichzeitige Aufbau und die Pflege von Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl erfahren im Fach Wirtschaft und Kommunikation bezüglich des Sozialen Lernens einen hohen Stellenwert und eine klare Fokussierung.