Lehrplan PLUS

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Pädagogik/Psychologie

1 Selbstverständnis des Faches Pädagogik/Psychologie und sein Beitrag zur Bildung
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Das Unterrichtsfach Pädagogik/Psychologie ist Profilfach der Ausbildungsrichtung Sozialwesen und Gegenstand der Abschlussprüfung der Beruflichen Oberschule. Es hat darüber hinaus eine grundlegende, allgemeinbildende Funktion, steht aber auch in engem Zusammenhang mit anderen Fächern des Profilbereichs und der fachpraktischen Ausbildung.

Im Fach Pädagogik/Psychologie setzen sich die Schülerinnen und Schüler auf einer wissenschaftlichen Basis mit zentralen Fragestellungen zum menschlichen Erleben und Verhalten und Fragen der Erziehung und Bildung auseinander. Ausgehend von individuellen Praxis- und Lebenserfahrungen der Schülerinnen und Schüler sowie relevanter, aktueller Handlungsbezüge eignen sich die Schülerinnen und Schüler vertiefte Fach- und Methodenkenntnisse beider Wissenschaften an und machen sich mit wesentlichen sozialwissenschaftlichen Denk- und Arbeitsweisen vertraut. Dabei erwerben sie ein breites Spektrum an kognitiven wie praktischen Kompetenzen. In sozialen Situationen haben sie Verantwortungsgefühl und gehen mit anderen Menschen empathisch und wertschätzend um. Sie sind sich im Klaren, dass innerpsychische, soziale und materielle Bedingungen multifaktorielle Ursachen haben und einander beeinflussen. Sie nutzen erworbene Kompetenzen auch für sich selbst im Sinne einer bewussten Selbstwahrnehmung, Selbstreflexion sowie Selbststeuerung konstruktiv. Die Schülerinnen und Schüler stellen sich selbstbewusst den immer neuen gesellschaftlichen Herausforderungen, indem sie problemlösend und zielorientiert bei der Bewältigung von (beruflichen) Aufgaben und Problemstellungen vorgehen.

Die Schülerinnen und Schüler sind in der Lage, sowohl im Bereich der konkreten Berufstätigkeit als auch im Bereich eines wissenschaftlichen Studiums grundlegende Arbeits- und Lerntechniken anzuwenden. Sie planen Lernprozesse und führen diese ergebnisorientiert und selbständig durch.

Die Psychologie wie auch die Pädagogik haben aufgrund ihres inhaltlich breit aufgestellten Gegenstandsbereiches zahlreiche interdisziplinäre Schnittstellen. Deshalb bieten sich vielfache Möglichkeiten fächerübergreifenden Unterrichts an. Dabei werden sich die Schülerinnen und Schüler der Vernetztheit und Vernetzbarkeit der Inhalte und Kompetenzen bewusst und entwickeln darüber hinaus Schlüsselqualifikationen in den Bereichen der Methoden-, Selbst- und Sozialkompetenz.

2.1 Kompetenzstrukturmodell
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Kompetenzstrukturmodell Pädagogik/Psychologie

Das Kompetenzstrukturmodell zeigt als grafische Darstellung in der Mitte die Gegenstandsbereiche, die in Verbindung mit den prozessbezogenen Kompetenzen im äußeren Kreis den Aufbau und Erwerb umfassender pädagogisch-psychologischer Kompetenzen aufzeigen. Dabei stehen sowohl die einzelnen Gegenstandsbereiche als auch die prozessbezogenen Kompetenzen miteinander in Beziehung und bauen zum Teil aufeinander auf.

2.2 Prozessbezogene Kompetenzen
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Die folgenden prozessbezogenen Kompetenzen sind für jeden Lernbereich relevant und bauen in den Jahrgangsstufen aufeinander auf.

Erleben und Verhalten reflektieren und eigenverantwortlich handeln
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Reflektieren und eigenverantwortlich handeln bedeutet, das Zusammenspiel innerpsychischer Prozesse in unterschiedlichsten Situationen mithilfe wissenschaftlicher Annahmen zu durchdenken, um daraus Grundhaltungen für eigenes und fremdes Verhalten abzuleiten und danach zu handeln, z. B. indem die Schülerinnen und Schüler eigene Motivationen hinterfragen und Denk- und Handlungsalternativen entwickeln.

Empathisch und verantwortungsvoll miteinander umgehen
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Schülerinnen und Schüler setzen ihre Kenntnisse, ihr Fachwissen und ihre Fähigkeiten für andere Personen, Gruppen und die Gesellschaft konstruktiv ein; sie können sich in die Lage anderer Personen hineinversetzen und einfühlen. Sie nehmen Verschiedenartigkeit als Bereicherung wahr.

Normen und Werte reflektieren, Werthaltungen entwickeln
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Ausgehend von relevanten Aussagen des Grundgesetzes, der Bayerischen Verfassung und auf der Basis fachwissenschaftlicher Erkenntnisse reflektieren und entwickeln Schülerinnen und Schüler Werthaltungen, die das Zusammenleben von Menschen sowie deren individuelle Entwicklung schützen und fördern, wie beispielweise durch die Umsetzung des Inklusionsgedankens für Menschen mit Beeinträchtigungen oder einer psychischen Störung.

Beschreiben, erklären und verstehen
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Die Schülerinnen und Schüler wenden Zielebenen von Wissenschaft (z. B. erklären, beurteilen) auf vielfältige Situationen und Problemstellungen fachgerecht an, um die alltagspsychologische bzw. alltagspädagogische Sicht- und Herangehensweise bei menschlichen Problemen und Phänomenen durch die wissenschaftliche Methodik und Perspektive zu erweitern. Objektiv und mittels geeigneter Instrumente werden Daten gesammelt und Kausalbeziehungen zwischen den beschriebenen Daten hergestellt und hinterfragt. Wissenschaftliche Theorien werden dazu herangezogen, um diese Kausalbeziehungen zu erklären. Die Schülerinnen und Schüler arbeiten an geeigneten Verhaltens- und Handlungsweisen von Menschen heraus, welche Zielvorstellungen ein bestimmtes menschliches Erleben und Verhalten plausibel erscheinen lassen.

Analysieren, Zusammenhänge herstellen, vergleichen, bewerten und beurteilen
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Die Schülerinnen und Schüler analysieren eine Problemstellung aus Schule, Alltag oder beruflicher Situation, indem sie diese in ihre elementaren Bestandteile zerlegen und deren Kontextbedingungen erarbeiten. Sie zeigen darüber hinaus mithilfe fachwissenschaftlicher Aussagen auf, in welchem Wechselwirkungsgefüge die einzelnen Aspekte des Phänomens zueinander stehen. So untersuchen sie z. B. innere und äußere Einflüsse, die zur Entstehung einer psychischen Störung führen. Sie beleuchten pädagogisch-psychologische Fragestellungen aus den unterschiedlichsten wissenschaftlichen Perspektiven kritisch und gelangen so zu einem ausgewogenen Urteil und angemessenem Handeln.

Konzepte entwickeln und Probleme lösen
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Die Schülerinnen und Schüler entwerfen Konzepte mit beispielsweise einem tiefenpsychologischen, lerntheoretischen, kognitivem oder ökologischen Schwerpunkt, um konstruktive Veränderungen für sich selbst, andere Personen und Gruppen in pädagogisch-psychologischen Problemstellungen und Aufgaben herbeizuführen. Sie erfahren sich dabei handelnd und problemlösend.

2.3 Gegenstandsbereiche
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Die Gegenstandsbereiche des Faches Pädagogik/Psychologie umfassen die zentralen Themen der beiden Disziplinen Pädagogik und Psychologie.

Erziehung und Lernen
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In diesem Gegenstandsbereich setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit den Begriffen Erziehung und Bildung mit Erziehungs- und Bildungszielen sowie verschiedenen Erziehungs- und Führungsstilen auseinander. Sie beschreiben Aufgaben und Ziele einer ausgewählten Erziehungsinstitution und gehen auf mögliche Probleme und Schwierigkeiten in dieser Einrichtung ein. Zudem verhilft  dieser Themenbereich Schülerinnen und Schülern zu einer vertieften Auseinandersetzung mit Lernprozessen. Der Begriff Lernen wird bestimmt und von Reifung abgegrenzt. Lernprozesse werden durch unterschiedliche Theorien wissenschaftlich erklärt und exemplarisch verdeutlicht.

Entwicklung und Persönlichkeit
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Die Schülerinnen und Schüler charakterisieren und begreifen Entwicklung als einen lebenslangen, multifaktoriell beeinflussten Prozess. Sie beschäftigen sich mit der Entwicklung des Bindungsverhaltens sowie Entwicklungsaufgaben über die gesamte Lebensspanne. Sie beschreiben und erklären Persönlichkeit wissenschaftlich und setzen sich in diesem Zusammenhang auch mit der Identitätsfindung des Menschen auseinander.

Soziale Arbeit
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Bei diesem Themengebiet lernen die Schülerinnen und Schüler unterschiedliche Aufgabenbereiche und Prinzipien der Sozialen Arbeit kennen. Sie machen sich mit Studien- und Berufsmöglichkeiten in diesem Bereich vertraut und entwickeln ein Konzept im Sinne der Einzelhilfe. Zudem befassen sie sich mit der ökologischen Sichtweise sowie der Lebensweltorientierung Sozialer Arbeit.

Organisation und Arbeit
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Bei diesem Lernbereich werden zentrale Merkmale von Organisationen, wie z. B. Zielbezogenheit oder Kommunikations- und Entscheidungsstrukturen sowie deren Auswirkungen auf Individuum, Gruppe und Gesamtsystem, thematisiert. Die Schülerinnen und Schüler beschäftigen sich zudem mit Möglichkeiten zur Verbesserung von Organisationsprozessen (z. B. Supervision, Evaluation) in Arbeit und Beruf.

Kommunikation und Interaktion
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Hier setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit zwischenmenschlichen Kommunikations- und Interaktionsprozessen in alltäglichen, schulischen und beruflichen Situationen auseinander. Sie analysieren und erklären Kommunikationsstörungen und erlernen konkrete Möglichkeiten erfolgreicher Kommunikation.

Psychische Störungen und Beeinträchtigungen
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Die Schülerinnen und Schüler beschäftigen sich mit dem Begriff, der Klassifikation sowie der Erklärung und Behandlung psychischer Störungen (wie Angststörung oder Depression). Sie setzen sich kritisch mit dem Begriff der Behinderung auseinander, befassen sich mit Ursachen und Erscheinungsformen von Behinderungen und lernen verschiedene Unterstützungskonzepte für beeinträchtigte Menschen kennen.

Emotion, Motivation, Kognition
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Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit den Grundlagen menschlichen Erlebens und Verhaltens auseinander. Psychische Kräfte (Emotionen und Motive) sowie kognitive Funktionen und Fähigkeiten (Denken, Gedächtnis, Wahrnehmung) werden wissenschaftlich erklärt und ihre Wechselwirkungen aufgezeigt.

3 Aufbau des Fachlehrplans im Fach Pädagogik/Psychologie
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Der Fachlehrplan Pädagogik/Psychologie gliedert sich in einzelne Lernbereiche, die kompetenzbezogen und sachlogisch aufeinander aufbauen. Die mit den Kompetenzen verbundenen Inhalte zeigen anhand konkreter Anwendungssituationen die Fähigkeiten und Fertigkeiten auf, die die Schüler am Ende eines Lernbereichs bzw. am Ende einer Jahrgangsstufe erworben haben:
In den Lernbereichen 11.1 bis 11.3 eignen sich die Schülerinnen und Schüler zunächst basale Kompetenzen an, um Wesenszüge der wissenschaftlichen Pädagogik bzw. Psychologie zu begreifen, die Grundlagen der Psychologie in ihren Bestandteilen des Erlebens, Verhaltens und Handelns zu analysieren, zu verstehen und anzuwenden sowie Erziehungs- und Bildungsprozesse als Kerngegenstand der Pädagogik individuumsbezogen aufzufassen und verantwortlich zu gestalten.
Beginnend mit Lernbereich 11.4 bis hin zum Lernbereich 12.2 setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit zentralen Inhaltsbereichen der Psychologie auseinander und lernen, diese theoriebezogen zu erklären. Sie verstehen Lernen als multidimensionalen und steuerbaren Prozess und Entwicklung als lebensumfassenden, multifaktoriell beeinflussten Prozess, den sie pädagogisch gestalten können; vor diesem Hintergrund sind sie in der Lage, Persönlichkeit und Identität zu beschreiben und zu reflektieren.
Mit den die Jahrgangsstufe 12 abschließenden Lernbereichen 12.3 und 12.4 beziehen die Schülerinnen und Schüler theoriebezogene Kompetenzen auf Anwendungsbereiche der Pädagogik und Psychologie und zeigen, dass sie Aufgaben und Arbeitsfelder Sozialer Arbeit professionell einordnen und in sozialen Beziehungen empathisch und zielführend kommunizieren können.
Zu Beginn der Jahrgangsstufe 13 vertiefen die Schülerinnen und Schüler in Lernbereich 13.1 ihre Kompetenzen in der wissenschaftlichen Betrachtung des Fachs Pädagogik/Psychologie, indem sie Grundlagen der pädagogischen und psychologischen Forschung reflektiert anwenden. Darauf aufbauend entwickeln sie in den Lernbereichen 13.2 bis 13.5 die Fähigkeit, in verschiedenen Anwendungsbereichen der Pädagogik und Psychologie, Theoriemodelle und -konzepte einander gegenüberzustellen, sie zu vergleichen, zu bewerten und zu begründen. Dadurch sind sie imstande, beeinträchtigten Menschen angemessen zu begegnen und sie zu unterstützen, Gesundheit und Krankheit als dynamischen, multifaktoriell beeinflussten Prozess im Rahmen der Klinischen Psychologie zu verstehen, psychische Störungen zu erklären und therapeutische Konzepte zu verdeutlichen sowie Organisationen als Systeme von Menschen und Kontexten auf verschiedenen Ebenen zu begreifen und mitzugestalten.
Insgesamt erwerben sie damit Fähigkeiten und Fertigkeiten, in pädagogisch-psychologischen Handlungsfeldern fachkompetent, sozialkompetent, selbstkompetent und konstruktiv-kritisch zu agieren.
Die Zuordnung der Lernbereiche zu den einzelnen Jahrgangsstufen wurde so vorgenommen, dass sich eine gleichmäßige Verteilung der Inhalte ergibt, die es den Schülerinnen und Schülern zeitlich ermöglicht, Kompetenzen in verschiedenen Bereichen und auf verschiedenen Niveaus zu entwickeln.

4 Zusammenarbeit mit anderen Fächern
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Das Fach Pädagogik/Psychologie nimmt als (Fach-)Abitur- und Profilfach eine zentrale Funktion im Fächerkanon der Ausbildungsrichtung Sozialwesen ein und ist als berufliches Fach der Geistes- und Sozialwissenschaften einerseits mit der fachpraktischen Ausbildung und weiteren Profilfächern, andererseits aber auch vielfältig mit anderen Fächern des allgemeinbildenden Fächerbereichs verbunden.
Im Bereich Sozialwesen ist zunächst eine enge Kooperation mit dem verwandten Profilfach Soziologie sinnvoll, damit die Schülerinnen und Schüler die verschiedenen Betrachtungsweisen menschlichen Handelns auf individueller, beziehungsbezogener und gesellschaftlicher Ebene begreifen. Besonders in den Lernbereichen 11.3, 12.3 und 13.4 reflektieren die Schülerinnen und Schüler dabei ihre Rolle als Einzelperson, Mitglied einer Gruppe und Teil einer Organisation. In enger Zusammenarbeit mit der fachpraktischen Ausbildung lassen sich dann kontinuierliche Wechselbezüge zwischen jedem Lernbereich des Theorieunterrichts und der Praxistätigkeit herstellen, z. B. wenn die Schülerinnen und Schüler ihr eigenes Erziehungs- und Bildungshandeln, Lehr- und Lernverhalten in der Praktikumstätigkeit reflektieren und anpassen. Ebenso verstehen sie konzeptionelles Handeln in der Sozialen Arbeit, der Sonderpädagogik, der Klinischen Psychologie oder der Organisationspsychologie besser durch die Gegenüberstellung mit den in der Praxis gesammelten Erfahrungen.  
Da Pädagogik und Psychologie in ihrem Verständnis vom Menschen verstärkt auch auf naturwissenschaftlichen Erkenntnissen und Kompetenzen aufbauen, ist bei den Lernbereichen 11.2, 12.1 und 13.2 eine Kooperation mit Biologie sinnvoll, da die Schülerinnen und Schüler hier entwicklungs- und neuropsychologische Zusammenhänge aus anderer Fachperspektive nachvollziehen.
Im Kontext der allgemeinbildenden Fächer eröffnen sich für Pädagogik/Psychologie weitere  Möglichkeiten, gemeinsame Inhalte und Kompetenzen in einem größeren Zusammenhang miteinander zu verknüpfen. 
Bezüge zum Fach Sozialkunde können mit dem Lernbereich 11.3  hergestellt werden, indem die Schülerinnen und Schüler Erziehung und Bildung im Zusammenhang von Sozialisation, Sozialstruktur, Interkulturalität und Sozialpolitik verstehen. Anknüpfungspunkte ergeben sich auch beim Fach Sozialwirtschaft und Recht  bei Lernbereich 13.4, da die Schülerinnen und Schüler in die Lage versetzt werden, Organisation und Organisationspsychologie als Teil von Sozialpolitik und Management zu begreifen. In Korrespondenz mit dem Fach Deutsch steht der Lernbereich 12.4, bei dem die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit haben, Kommunikationssituationen aus jeweils unterschiedlicher Fachperspektive zu beschreiben und auf Störungen hin zu analysieren. Gemeinsame Grundlagen ergeben sich auch zu den Fächern Ethik, Katholische und Evangelische Religionslehre beim Lernbereich 11.3, innerhalb dessen die Schülerinnen und Schüler Normen und Werte als pädagogische und zugleich moralische Kriterien ihres Handelns reflektieren.
Speziell in Jahrgangsstufe 13 bieten sich Querverbindungen zum dort relevanten Seminarfach an. So beherrschen die Schülerinnen und Schüler Wissen und Techniken aus den Lernbereichen 11.1 und 13.1 beim Verfassen einer Seminararbeit, wenn sie Alltags- von Wissenschaftsaussagen unterscheiden und Methoden wissenschaftlichen Arbeitens für ihre Arbeit konkret umsetzen.

5 Beitrag des Faches Pädagogik/Psychologie zu den übergreifenden Bildungs- und Erziehungszielen
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Das Fach Pädagogik/Psychologie leistet Beiträge zu vielfältigen fächer- und schulartübergreifenden Bildungs- und Erziehungszielen. Folgende sind dabei hervorzuheben:

Werteerziehung
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Schülerinnen und Schüler setzen sich im Rahmen des Unterrichts kritisch mit grundlegenden Wert- und Normvorstellungen in Sozialisations- und Erziehungsprozessen sowie Ursachen sozialer Ungleichheit, Folgen von Etikettierungen und Stigmatisierung von Personen auseinander. Durch die Reflexion über eigene Vorurteile und Stereotype entwickeln sie eine akzeptierende Haltung für Diversität in unserer Gesellschaft. Sie erachten Vielfalt als wertvoll sowie für die Gesellschaft bereichernd und entscheiden sich bewusst gegen Diskriminierung von Menschen. Sie zeigen zunehmende Bereitschaft, einen individuellen Beitrag zur Unterstützung und Inklusion von Menschen in besonderen Lebenslagen zu leisten.

Soziales Lernen
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Durch das erworbene pädagogisch-psychologische Wissen und problemorientierte, aktivierende methodische Vorgehensweisen werden Teamfähigkeit sowie Fähigkeiten zu einer kritischen Auseinandersetzung mit Selbst- und Fremdwahrnehmung, Perspektivwechsel, Empathie, Toleranz und Akzeptanz geschult.
Der Einzelne ist im schulischen Kontext und in der fachpraktischen Ausbildung bereit, Mitmenschen respektvoll und wertschätzend zu begegnen. Sowohl im unterrichtlichen Geschehen als auch in der beruflichen Zusammenarbeit wächst die Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung für sich und andere. In sozialen Situationen sind die Schülerinnen und Schüler bestrebt, Konflikte durch eine konstruktive Kommunikation zu vermeiden oder zu lösen.
Durch fächerübergreifende schulische soziale Projekte kann ein Beitrag zur Förderung von Selbstmanagementkompetenzen und sozialer Gerechtigkeit geleistet werden.

Interkulturelle Bildung
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Schule und Praktikum werden von den Schülerinnen und Schülern als Ort interkultureller Begegnung wahrgenommen. Durch die im Unterricht stattfindende Reflexion über die eigene Sozialisation und Identitätsfindung wie auch ihre Lern- und Erziehungserfahrungen, werteorientierte Haltungen und Verhaltensweisen erlangen die Schülerinnen und Schüler ein Bewusstsein für Entwicklung als multifaktoriell beeinflusstes Geschehen, aber auch für kulturell bedingte Unterschiede im Wahrnehmen, Erleben und Handeln sowie in der Kommunikation. Die Bereitschaft zu Selbstreflexion und die alltägliche Begegnung mit Mitschülerinnen und Mitschülern sowie zu betreuenden Menschen im Praktikum leisten wertvolle Beiträge, um gegenseitiges Verständnis, Toleranz und Akzeptanz für die Vielfalt an Identitätsentwürfen und eine unterschiedliche Lebensgestaltung zu fördern. Kontrovers diskutierte Standpunkte werden als Bereicherung des eigenen Denkens und Handelns verstanden. Für das Vertreten eigener Meinungen und den Umgang mit Kritik werden Strategien entwickelt. Der Umgang in Schule und Praktikum ist von Empathie und Respekt geprägt. Die Schülerinnen und Schüler beurteilen eine pluralistische, interkulturelle und globale Gesellschaft als wertvoll.

Gesundheitsförderung
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Ein geschützter Rahmen in Kleingruppen ermöglicht den Schülerinnen und Schülern eine Auseinandersetzung mit ihren individuellen Stärken, Schwächen sowie verfügbaren Ressourcen. Sie hinterfragen kritisch unreflektiert übernommene gesellschaftliche Schönheitsideale, eigene Körperbilder und ihre Handlungsmotive für gesundheitsschädigendes Verhalten. Auf der Grundlage der im Unterricht vermittelten Kenntnisse zu unterschiedlichen therapeutischen Konzepten beschäftigen sie sich eigenverantwortlich mit einer achtsamen und gesundheitsförderlichen Lebensführung.

Berufliche Orientierung
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Durch die grundlegende Einbindung von Erfahrungen der beruflichen Praxis in den Unterricht lernen die Schülerinnen und Schüler verschiedene Berufsbilder im sozialen Bereich kennen und setzen sich mit den eigenen Möglichkeiten und Perspektiven der Studien- und Berufsfindung auseinander. Durch Exkursionen und Praxisprojekte, auch in Zusammenarbeit mit externen Partnern, wie den Praktikumsstellen, den Hochschulen für angewandte Wissenschaften oder den Universitäten, trägt das Profilfach in besonderer Weise zum Erwerb von Schlüsselkompetenzen für Studium und Beruf bei.

Medienbildung/Digitale Bildung
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Die Schülerinnen und Schüler reflektieren Chancen und Risiken computervermittelter Kommunikation sowie die Wirkung medial und digital präsentierter Informationen und Darstellungsformen. Die eigene Nutzung von digitalen Medien und damit verbundene Einstellungen und Gefährdungen werden kritisch reflektiert.  Auf dieser Basis vertiefen sie ihre Fähigkeit zur Selbstreflexion, zur Perspektivenübernahme für ihr kommunikatives Handeln sowie zur Selbstregulation einer bewussten Mediennutzung.

Familien- und Sexualerziehung
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In der Beschäftigung mit Fragen der Bildung und Erziehung begreifen die Schülerinnen und Schüler das soziale Miteinander und Lernen in unterschiedlichen Kontexten, wie Schule, Beruf und Familie, als grundlegend für den menschlichen Werdegang. Durch die Auseinandersetzung mit Basisannahmen und Theorien der Entwicklung erkennen sie die spezifische Bedeutung eines ausgewogenen erzieherischen Umgangs mit der Thematik Sexualität in verschiedenen Lebensaltern für einen gelingenden Entwicklungsverlauf.

Politische Bildung
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Durch die Reflexion der Werte und Normen von Bildung und Erziehung sind sich die Schülerinnen und Schüler der Bedeutung verantwortungsvollen Handelns im individuellen, gruppenbezogenen und gesellschaftlich-politischen Wirkungskreis bewusst. In der Beschäftigung mit den Anwendungsbereichen und theoretischen Modellen und Konzepten der Sozialen Arbeit erkennen sie die politische Tragweite sozialpädagogischen und sozialarbeiterischen Handelns für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.