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Deutsch

wird überarbeitet

1 Selbstverständnis des Faches Deutsch und sein Beitrag zur Bildung
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Deutsch ist ein Leitfach gymnasialer Schulbildung. Es leistet einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Bildungsziele des Gymnasiums und zur Kompetenzentwicklung der Schülerinnen und Schüler bis zur Allgemeinen Hochschulreife. Wichtig ist dieser Beitrag, weil im Mittelpunkt des Faches ein unabdingbares Zeichen des Menschseins steht: die Sprache. Sprache ist und bleibt das zentrale Mittel der Verständigung in unserer Lebenswelt. Das Beherrschen von Sprache in Wort und Schrift ermöglicht Selbstbestimmung, Welterschließung, Toleranz und Teilhabe am kulturellen, gesellschaftlichen und politischen Geschehen der Zeit.

Der Deutschunterricht am Gymnasium strebt die Erweiterung, Differenzierung und Vertiefung  der sprachlichen Kompetenz der Schülerinnen und Schüler an. Sie begreifen und gebrauchen die deutsche Sprache in mündlicher und schriftlicher Form als Mittel der Darstellung und Verständigung sowie als Medium und Gegenstand des Denkens. Darüber hinaus leitet der Deutschunterricht an zu Kritikfähigkeit und Selbstreflexion. Er verhilft den Lernenden dazu, Fantasie auszubilden und Problemstellungen kreativ zu lösen.

Das Fach Deutsch schult die Wahrnehmungs- und Ausdrucksfähigkeit und hat so Teil an der ästhetischen Bildung. Es stärkt die Erlebnisfähigkeit sowie die Kreativität und leitet zu angemessenem Verhalten an. Literarische Texte und die ihnen innewohnenden Herausforderungen sind in besonderer Weise geeignet, Hilfestellung bei der Selbstfindung zu leisten und Verständnis für andere Positionen und Perspektiven zu fördern. Die Auseinandersetzung mit Werken aus unterschiedlichen Epochen und Kulturkreisen ist Kerninhalt des Faches und vermittelt Grundmuster menschlicher Erfahrungen, Zugänge zu verschiedenen Weltsichten und Kulturen sowie literarisches Überblickswissen, eine wichtige Grundlage für die Teilnahme am kulturellen Leben.

Der Deutschunterricht am Gymnasium befähigt zum geistigen Arbeiten, indem er Techniken des Wissenserwerbs und der Wissensverarbeitung weitergibt, die in Schule, Studium und Beruf von zentraler Bedeutung sind: das Verstehen und Verfassen von schriftlichen und mündlichen Texten, das sichere Umgehen mit Medien sowie das zielgerichtete Anwenden von Methoden. Am Ende der Gymnasialzeit verfügen die Schülerinnen und Schüler somit über differenzierte sprachlich-literarische und kommunikative Kompetenzen, die literarische Bildung und kulturelles Wissen einschließen. Die Lernenden sind mit Methoden geistigen Arbeitens und vielfältigen Formen sprachlichen Ausdrucks vertraut und schätzen den Wert von Literatur. Das Fach Deutsch am Gymnasium vermittelt somit Fähigkeiten, die für alle Fächer der Schule, das Studium, die Berufsausbildung und erfolgreiches, wertebezogenes Handeln im Beruf und in der Gesellschaft erforderlich sind.

Der Deutschunterricht am Gymnasium ist integrativ angelegt und seit jeher auf Kompetenz­erwerb ausgerichtet. Langfristigkeit und Nachhaltigkeit, bewusste Bewältigung situationsgebundener und anwendungsbezogener Aufgaben, Selbständigkeit und Eigenverantwortlichkeit, Individualisierung und fächerübergreifendes Arbeiten verlangen vom Deutschunterricht eine enge Vernetzung der verschiedenen Teilbereiche des Faches. Deutschunterricht muss integrativ erfolgen, um einerseits adäquat an die bereits erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler anzuknüpfen und andererseits diese in Hinblick auf die Bewältigung kommender Anforderungssituationen konstruktiv auszubauen. Sinnvolles Üben und die Ausbildung von Routinen, insbesondere beim Verfassen und Überarbeiten eigener Texte, haben hierbei eine zentrale Bedeutung.

2.1 Kompetenzstrukturmodell
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Kompetenzstrukturmodell "Deutsch"

Das Kompetenzstrukturmodell des Faches Deutsch ist für alle weiterführenden Schularten gleich, knüpft an die Grundschule an und basiert auf den Modellen der Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz (KMK) im Fach Deutsch für den Hauptschulabschluss (2004), für den Mittleren Bildungsabschluss (2003) und für die Allgemeine Hochschulreife (2012). Modifikationen im Vergleich zu den Modellen der KMK werden bei der Beschreibung der einzelnen Kompetenzbereiche erläutert.
Die vier Kompetenzbereiche Sprechen und Zuhören, Lesen – mit Texten und weiteren Medien umgehen, Schreiben sowie Sprachgebrauch und Sprache untersuchen und reflektieren sind jeweils untergliedert in verschiedene Teilbereiche, was eine strukturierte Darstellung der Kompetenzerwartungen ermöglicht. Die Kompetenzbereiche stehen nicht nebeneinander, sondern sind integrativ miteinander verbunden. Der Kompetenzbereich Sprachgebrauch und Sprache untersuchen und reflektieren liegt quer zu den drei anderen, um herauszustellen, dass die Sprachbetrachtung in funktionalem Zusammenhang mit dem Sprechen, Lesen und Schreiben steht. Die einzelnen Methoden und Arbeitstechniken eignen sich die Schülerinnen und Schüler integriert mit dem Erwerb der Kompetenzen aus den vier Kompetenzbereichen an.

Sprechen und Zuhören
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Der Kompetenzbereich unterteilt sich in die Unterbereiche verstehend zuhören, zu und vor anderen sprechen, mit anderen sprechen sowie szenisch spielen und knüpft an in der Grundschule erworbene Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten an.
Die Schülerinnen und Schüler begreifen, dass gelingende mündliche Kommunikation an erster Stelle das bewusste und konzentrierte Zuhören ebenso erfordert wie das Einhalten von Regeln. Sie lernen, sich mithilfe der gesprochenen Sprache zu unterschiedlichen Zwecken über vielfältige Sachverhalte mit anderen partner- und situationsgerecht zu verständigen. Durch verschiedene Formen des Sprechens und Kommunizierens gewinnen sie zunehmend Sicherheit beim Erzählen, Informieren und Argumentieren, worauf auch der Schreibunterricht aufbauen kann. Systematisch und gezielt erlernen die Schülerinnen und Schüler, vor einem Publikum frei, adressaten- und themenbezogen zu sprechen und sprachliche sowie außersprachliche Mittel zu nutzen. Vorlesen, Vortragen und Gestalten sind besonders geeignet, Sprachbewusstsein zu erzeugen, die Bedeutung und Wirkung von Sprache erfahrbar zu machen, Imaginationsfähigkeit auszubilden und die ästhetische Qualität von Literatur zu erfassen. Die beim Sprechen und Zuhören gewonnenen Fähigkeiten nutzen die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums zur Teilhabe am kulturellen Leben.

Lesen – mit Texten und weiteren Medien umgehen
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Der Kompetenzbereich unterteilt sich in die Teilbereiche Lesetechniken und -strategien anwenden, literarische Texte verstehen und nutzen, pragmatische Texte verstehen und nutzen sowie weitere Medien verstehen und nutzen und knüpft an in der Grundschule erworbene Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten an. Die nur in den Bildungsstandards für die Allgemeine Hochschulreife (BStAH) im Sinne der Propädeutik getrennt ausgewiesenen Bereiche Lesen und mit Texten und (weiteren) Medien umgehen wurden kombiniert, um so ein die Struktur des Faches Deutsch in allen weiterführenden Schularten veranschaulichendes Modell zu gewährleisten und um den gesamten gymnasialen Bildungsgang abzubilden. Im Fachlehrplan der Oberstufe findet sich das „eigenständige Gewicht“ der auf die Arbeit mit literarischen und pragmatischen Texten unterschiedlicher medialer Gestaltung bezogenen „domänenspezifischen Kompetenzen“ (BStAH, S. 12) durch den Konkretisierungsgrad der einzelnen Kompetenzerwartungen gleichwohl abgebildet.
Der Textbegriff wird in einem engeren und in einem weiteren Sinne verwendet. Im engeren Sinne sind damit gedruckte bzw. geschriebene Texte, auch in nichtlinearer Form, so z. B. Grafiken und Tabellen, gemeint. Im weiteren Sinne können Texte auch andere mediale Formen annehmen, sie erscheinen z. B. als Hörtexte, Filme oder digital aufbereitet. Die Schülerinnen und Schüler entwickeln sowohl die Bereitschaft als auch die Fähigkeit, Texte zu verstehen, indem sie grundlegende, die mediale Erscheinungsform berücksichtigende Techniken der Rezeption beherrschen, bei geschriebenen linearen Texten zum Beispiel Lesetechniken wie überfliegendes, selektives bzw. analytisches Lesen. So sind die Schülerinnen und Schüler in der Lage, sich literarische und pragmatische Texte unter Berücksichtigung der jeweiligen medialen Gestaltungsmittel selbständig und zielgerichtet zu erschließen, ggf. gestalterisch mit ihnen umzugehen und sie mit geeigneten Texten und Kontexten in Verbindung zu setzen. Der Umgang mit Texten fördert so die persönliche Entwicklung und die gesellschaftliche Teilhabe.
Die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums bringen aus der Grundschulzeit vielfältige Leserfahrungen mit und lernen darauf aufbauend ein breites Spektrum deutschsprachiger und – in Übersetzungen – auch fremdsprachiger Literatur kennen, außerdem eine Vielfalt pragmatischer Texte, die z. B. gesellschaftlich, ethisch oder philosophisch relevante Themen behandeln. Die Auseinandersetzung mit literarischen Epochen und Strömungen vom Mittelalter bis in die unmittelbare Gegenwart befähigt die Heranwachsenden, die historische Dimension von Texten zu erfahren. Bei der Beschäftigung mit literarischen Formen und Gattungen sowie Stoffen und Motiven der Weltliteratur erwerben die Schülerinnen und Schüler literarische Kompetenzen, legen Erkenntniskategorien an und bilden Werthaltungen und Urteilskraft aus. Im Mittelpunkt stehen dabei immer die gemeinsame Rezeption von und die Freude an Literatur und Kunst.
Durch die Begegnung mit Texten unterschiedlicher medialer Art werden sich die Schülerinnen und Schüler der Prägung der Wirklichkeit durch die Medien bewusst und reflektieren und beurteilen deren Wirkungsweise für den Einzelnen, aber auch für die Gesellschaft. Die Lernenden nutzen Medien wie Printmedien, audiovisuelle Medien, Hörtexte oder das Internet und erfassen grundlegende Textfunktionen (z. B. Information, Appell, Unterhaltung, ästhetische Funktion). Sie wenden effiziente Suchstrategien an, um medialen Quellen zielgerichtet Informationen zu entnehmen, und prüfen diese auf Aktualität, Informations- und Wahrheitsgehalt. Die Schülerinnen und Schüler beschränken sich jedoch nicht nur auf den Nutzungsaspekt, sondern beteiligen sich verantwortungsvoll an der medialen Kommunikation, nehmen interaktive Angebote an und sind in der Lage, die Medienlandschaft bewusst mitzugestalten.

Schreiben
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Der Kompetenzbereich unterteilt sich in die Unterbereiche über Schreibfertigkeiten bzw. ‑fähigkeiten verfügen, Texte planen und schreiben sowie Texte überarbeiten und knüpft an in der Grundschule erworbene Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten an.
Die Schülerinnen und Schüler verständigen sich mithilfe selbst verfasster Texte über Sachverhalte, eignen sich Wissen an und vermitteln dieses, argumentieren in einer der Schreibsituation angemessenen Form und nutzen das Verfassen eigener Texte, um Identität auszubilden bzw. auszudrücken.
Aus dem Deutschunterricht am Gymnasium erwächst eine Vielzahl motivierender Schreibanlässe, die adressatenbezogen bzw. heuristisch angelegt sind und in unterschiedlichen Textsorten realisiert werden können. Die Schülerinnen und Schüler begegnen den drei aus der Grundschule bekannten Grundformen des Schreibens wieder: dem erzählenden, dem informierenden und dem argumentierenden Schreiben. Diese Grundformen werden von Jahrgangsstufe zu Jahrgangsstufe weiterentwickelt und in geeigneten, in der Realität vorfindlichen Textsorten zunehmend kombiniert. Beim Verfassen ihrer Texte greifen die Lernenden Schreibmuster und -traditionen auf, variieren Vorlagen und formulieren frei. Dabei lernen sie, Gedanken bzw. Themen zusammenhängend zu entfalten, sich sach- und situationsgemäß zu äußern, Meinungen zu begründen und argumentativ darzustellen, Thesen zu beurteilen sowie mit Sprache kreativ-spielerisch umzugehen und sie als persönliches Ausdrucksmittel zu begreifen und anzuwenden. Besonderer Wert wird auf eine geschlossene, planvoll gegliederte sprachliche Darstellung und die Bewältigung sprachformaler Anforderungen gelegt. Schreiben stellt dabei einen Prozess dar, der – in verschiedenen Formen und mittels unterschiedlicher Medien – das Planen, Formulieren und (auch mehrmalige) Überarbeiten umfasst. Das Überarbeiten stellt ab der Unterstufe einen wichtigen Arbeitsschritt für das Verfassen präziser, kohärenter, adressaten- und zielbezogener, formal korrekter eigener Texte dar. Ein wesentliches Ergebnis des gymnasialen Deutschunterrichts ist Sicherheit und Geläufigkeit im Schreiben, auch im Hinblick auf Studium und Beruf.

Sprachgebrauch und Sprache untersuchen und reflektieren
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Der Kompetenzbereich gliedert sich in die Teilbereiche sprachliche Verständigung untersuchen und reflektieren, sprachliche Strukturen untersuchen und reflektieren sowie richtig schreiben und knüpft an in der Grundschule erworbene Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten an. Dieser Kompetenzbereich ist eng mit den drei anderen verknüpft, da hier die Grundlagen dafür gelegt werden, mündliche wie schriftliche Kommunikationssituationen und -prozesse zu analysieren und zu bewältigen. Durch die Aufnahme des Teilbereichs richtig schreiben wird betont, dass das Reflektieren von Sprache als System für den Erwerb von Rechtschreibkompetenz zentral ist. Die weiterführenden Schulen können auf Rechtschreibstrategien aufbauen, die den Schülerinnen und Schülern aus der Grundschule bekannt sind, und sie erweitern.
An erster Stelle steht explizit die Beschäftigung mit sprachlicher Verständigung. Die Lernenden verstehen die Komplexität sprachlichen Handelns – des eigenen und fremden – und die Bedingungen, unter denen es zustande kommt. Durch das Untersuchen sprachlicher Strukturen und das Nachdenken über Sprache als System, ggf. im Vergleich mit anderen Sprachen, gewinnen die Schülerinnen und Schüler im Lauf des gymnasialen Bildungsgangs zunehmend an Sprachbewusstsein. Sie nutzen ihre Erkenntnisse für die eigene Sprachentwicklung und vertiefen dadurch ihr mündliches und schriftliches Sprachvermögen. Sie lernen, in Wort und Schrift verständlich, regelkonform, sach-, situations- und adressatengerecht sowie stilsicher zu formulieren und Sprache als auch ästhetisch gestaltbares Medium zu verstehen. Sie begreifen die historische Dimension und Wandelbarkeit von Sprache und nutzen ggf. Mehrsprachigkeit.

3 Aufbau des Fachlehrplans im Fach Deutsch
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Der Fachlehrplan Deutsch am Gymnasium ist unterteilt in vier Lernbereiche, die mit den im Kompetenzstrukturmodell (vgl. 2.1) dargestellten Kompetenzbereichen identisch sind. Jeder dieser Lernbereiche gliedert sich in die im Modell genannten und im vorhergehenden Kapitel beschriebenen Teilbereiche. Der Fachlehrplan Deutsch am Gymnasium setzt damit die Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz im Fach Deutsch für den Mittleren Bildungsabschluss bzw. für die Allgemeine Hochschulreife um. Wie bei den Bildungsstandards werden im Fachlehrplan Kompetenzerwartungen und Inhalte kombiniert ausgewiesen.

4 Zusammenarbeit mit anderen Fächern
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Da das Fach Deutsch entscheidend zur Persönlichkeitsbildung beiträgt, ergeben sich gerade im Bereich der Wertebildung vielfältige Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit der Religionslehre bzw. mit Ethik. Neben der gemeinsamen Aufbereitung von Inhalten kann z. B. das Argumentieren fächerübergreifend eingeübt werden. Im Rahmen der kulturellen und interkulturellen Bildung arbeitet das Fach Deutsch vor allem mit den Fächern Geschichte, Kunst und Musik sowie den Fremdsprachen zusammen, die den Blick über den eigenen kulturellen Horizont hinaus zu weiten vermögen. Aufgrund des komplexen Erziehungs- und Bildungsauftrags sowie des integrativen Charakters des Faches ergeben sich unter thematischen und methodischen Aspekten zudem vielfältige Möglichkeiten der fächerverbindenden Zusammenarbeit, wobei Deutsch in der Regel eine Leitfunktion zukommt. Dies gilt insbesondere für die sprachliche Bildung, die eine wesentliche Aufgabe aller Fächer darstellt. Dem Fach Deutsch kommt eine besondere Verantwortung bei der Durchführung sprachsensiblen Unterrichts zu, in dem insbesondere die Bedürfnisse von mehrsprachigen Lernenden mit Deutsch als Zweitsprache berücksichtigt werden. Synergieeffekte ergeben sich v. a. mit den Fremdsprachen, aber auch die Gesellschafts- und Naturwissenschaften fördern die Sprachbeherrschung und vermitteln Methoden und Strategien für das Verstehen von Texten. Im Bereich der Medienbildung eröffnen sich u. a. Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit den Fächern Informatik, Kunst oder Musik.

Sprachliche Bildung
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Sprache ist das wichtigste Mittel menschlicher Kommunikation, der kompetente Umgang damit grundlegende Voraussetzung für die Teilhabe am privaten, beruflichen und öffentlichen Leben. Lernen erfordert die sprachliche Auseinandersetzung mit dem Lerngegenstand und demzufolge ist sprachliche Bildung Unterrichtsprinzip und Aufgabe aller Fächer am Gymnasium, da dort Kompetenzen aus dem Deutschunterricht angewendet, erweitert und vernetzt werden: Die Schülerinnen und Schüler nutzen und verfassen lineare und nichtlineare Texte auch in den gesellschaftswissenschaftlichen, den musischen und den MINT-Fächern, setzen bei der Auseinandersetzung mit den Lerngegenständen dieser Fächer ihre im Deutschunterricht vertieften Verstehensmöglichkeiten ein, versprachlichen ihre Gedanken genau, differenziert, orthografisch korrekt sowie sach-, situations- und partnerbezogen und bedienen sich angemessener Sprach- und Umgangsformen als Ausdruck der gegenseitigen Wertschätzung und des Respekts.

Kulturelle Bildung
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Der Deutschunterricht leistet einen zentralen Beitrag zur kulturellen Bildung. In der Auseinandersetzung mit Sprache, Literatur und Medien erweitern die Schülerinnen und Schüler ihre Fähigkeiten zu differenziertem Wahrnehmen, Erfahren und Erleben sowie ihre eigenen Gestaltungsmöglichkeiten. Sie nutzen ihre künstlerischen Potenziale, werden vertraut mit ästhetischen Prinzipien und Wirkungen und erhalten dadurch eine Grundlage für kulturelle und gesellschaftliche Teilhabe. 

Interkulturelle Bildung
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Interkulturelle Bildung hat im Deutschunterricht des Gymnasiums einen hohen Stellenwert. Unbedingtes Ziel ist das gegenseitige Kennenlernen, Verstehen und Wertschätzen dort, wo Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher Herkunft und Muttersprache aufeinandertreffen und gemeinsam lernen. Sie profitieren im Deutschunterricht vom Austausch über unterschiedliche Erfahrungen mit Sprache und nutzen Mehrsprachigkeit, um ein vertieftes Verständnis sprachlicher Zusammenhänge zu erwerben. Sie lernen Literatur aus unterschiedlichen Kulturkreisen schätzen, erkennen ggf. bekannte Motive und Figuren und erweitern ihr Weltwissen durch Gespräche und Vorträge im Unterricht oder das Lesen von Texten über Unterschiede und Gemeinsamkeiten, z. B. über Traditionen, Bräuche oder Alltagsleben. Die daran anknüpfende multiperspektivische Betrachtung dient der Erziehung zu Aufgeschlossenheit, Toleranz und gegenseitigem Respekt.

Medienbildung/Digitale Bildung
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Das Fach Deutsch berücksichtigt in besonderer Weise die Tatsache, dass die verschiedenen Medien im Alltag Heranwachsender eine wichtige Kommunikations-, Informations- und Unterhaltungsfunktion einnehmen. Deshalb bieten alle Kompetenzbereiche des Faches zahlreiche Anknüpfungspunkte für das Lernen über und mit Medien, damit die Schülerinnen und Schüler inhaltliche Botschaften, Gestaltungsmittel und Verbreitung von Medien untersuchen und hinterfragen. Mit Blick auf die Zielsetzung nutzen die Lernenden so die verschiedenen Technologien verantwortungsbewusst, selbstbestimmt und aufgeklärt und setzen mediale Hilfsmittel bei der Präsentation von Arbeitsergebnissen unter Berücksichtigung der rechtlichen Bestimmungen effizient und gezielt ein.

Werteerziehung
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Es ist ein Ziel des Deutschunterrichts am Gymnasium, die Schülerinnen und Schülern dabei zu unterstützen, sich zu eigenständigen Persönlichkeiten zu entwickeln, die für sich und andere Verantwortung übernehmen. Besonders im Umgang mit literarischen Texten begegnen die Schülerinnen und Schüler exemplarischen ethisch-moralischen Fragestellungen. Sie hinterfragen Handlungsmotive und überprüfen, welche Konsequenzen sich aus bestimmten Verhaltensweisen für den Einzelnen und die Gemeinschaft ergeben. So verstehen die Schülerinnen und Schüler, dass Werte wie Ehrlichkeit, Toleranz und Hilfsbereitschaft das Fundament menschlichen Miteinanders sind, und richten ihr Handeln nach einem demokratisch verorteten Wertekanon aus.

Soziales Lernen
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Der Deutschunterricht am Gymnasium fördert soziales Lernen. In allen Jahrgangsstufen wird besonderer Wert auf eine demokratische Gesprächskultur sowie auf lösungsorientierte und gewaltfreie Konfliktbewältigung gelegt. Die Schülerinnen und Schüler erproben im Rahmen von Diskussionen oder durch Rollenspiele verschiedene Möglichkeiten der Gesprächsführung und bewerten diese im Hinblick auf ihre Wirkung auf andere. Unterschiede im sprachlichen Entwicklungsstand sowie die Verwendung verschiedener Sprachvarietäten (z. B. Dialekt, Jugendsprache) bieten zahlreiche Lerngelegenheiten. Die Heranwachsenden erkennen, dass Konflikte langfristig in der Regel nur durch einen höflichen und wertschätzenden Umgangston gelöst werden können.

Berufliche Orientierung
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Zur beruflichen Orientierung trägt der Deutschunterricht des Gymnasiums bei, indem er die Schülerinnen und Schüler in ihrem Berufswahlprozess unterstützt. Die Kompetenzbereiche des Faches stärken die für das Berufsleben wichtigen Schlüsselqualifikationen wie Teamfähigkeit und Methodenkompetenz. Ebenso erlernen die Heranwachsenden die erforderlichen Werthaltungen wie Höflichkeit, Verantwortlichkeit, Selbständigkeit und andere zentralen Sozialkompetenzen, z. B. in Rollenspielen. Innerhalb des überfachlichen Bildungsziels der beruflichen Orientierung kommt dem Deutschunterricht eine besondere Bedeutung zu, da Schülerinnen und Schüler u. a. wichtige Gesprächsstrategien einüben, die beispielsweise in Bewerbungsgesprächen relevant sind. Die Unterrichtsinhalte aller Teilbereiche unterstützen den Prozess der Berufswahl und eine erfolgreiche Bewerbung.