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Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung München

Griechisch

1 Selbstverständnis des Faches Griechisch und sein Beitrag zur Bildung
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Die griechische Literatur bietet die ältesten Texte unseres Kulturkreises, die in ihren Inhalten, Gattungen und Stilmustern zu wirkungsmächtigen Vorbildern der Weltliteratur geworden sind. Das Fach Griechisch versteht sich somit als grundlegend für die Auseinandersetzung mit der langen kulturellen Tradition Europas und der westlichen Welt. Es leitet ausgehend von griechischen Texten (zunächst Lehrbuch-, später Originaltexten) zu intensiver Beschäftigung mit der griechischen Sprache, Mythologie und Geistesgeschichte sowie mit den zeitlosen Fragen menschlichen Lebens an. Dabei erkennen die Schülerinnen und Schüler in der griechischen Antike ein bis heute tragendes Fundament europäischen Denkens.

Als grundlegender Beitrag zur vertieften Allgemeinbildung am Gymnasium wird somit Orientierungswissen aufgebaut, welches aufgrund der zeitlichen Distanz dazu befähigt, sich sachlich und frei von aktuellen Wertungen mit zentralen Themen menschlichen Daseins auseinanderzusetzen, z. B. mit der Weltdeutung in Mythos, Philosophie und Geschichtsschreibung, mit der Bedeutung der inneren und äußeren Freiheit für den Menschen (u. a. Homer, Ilias und Odyssee; Herodot, Historien; Thukydides, Der Peloponnesische Krieg, Platon, Dialoge), mit der Frage nach dem menschlichen Glück (u. a. Sappho; Herodot, Historien; Platon, Apologie), mit dem Ringen um ein ethisch verantwortungsvolles Handeln (u. a. Sophokles, Antigone; Sophisten; Platon, Dialoge), mit den Möglichkeiten und Grenzen einer rein rationalen Wissenschaft (Vorsokratiker) und mit dem Verhältnis von Individuum und Staat (u. a. Solon, Elegien; Sophokles, Antigone; Platon, Politeia).

Die Analyse geschichtlicher Prozesse der Antike, verschiedener Verfassungsstrukturen und zentraler politischer Ideen hat dabei einen hohen Stellenwert, ebenso die kritische Auseinandersetzung mit der Überzeugungs- und Manipulationskraft von Sprache. Die Jugendlichen können das Entstehen verschiedener politischer Verfassungen – bis hin zur Demokratie – in einer historischen Kommunikation mitverfolgen und heutige Ausprägungen dieser Verfassungen besser verstehen. Durch die Begegnung mit antiken Kontrastmodellen, die auch negative Erfahrungen mit Tyrannei oder radikaler Demokratie thematisieren, werden die Schülerinnen und Schüler im Fach Griechisch zu ständigem Vergleich mit der Gegenwart angehalten und zu aktualisierendem Transferdenken aufgefordert.

Die Schülerinnen und Schüler entwickeln durch die Begegnung mit griechischen Originaltexten und deren kulturellem Kontext ein Empfinden für die Schönheit von Sprache, Literatur und Kunst, das über den ästhetischen Genuss hinaus auch die Reflexion über Kriterien ästhetischer Qualität fördert und Orientierung bietet. Aufgrund der Literaturkompetenz, die im Griechischunterricht entsteht, wird auch Freude am verständigen Lesen anspruchsvoller literarischer Texte geweckt.

Die fachspezifisch intensive Auseinandersetzung mit Sprache und Text fördert die Ausdrucks- und Analysefähigkeit im Deutschen, die Lesekompetenz sowie die Fähigkeit zur Erschließung komplexer Texte; dies kommt auch dem weiteren Fremdsprachenerwerb zugute.

Die Kenntnis des Griechischen erleichtert zudem das Erschließen und das souveräne Verwenden vieler Fremdwörter, u. a. aus der Begriffswelt moderner Technik und Wissenschaft.

Durch genaue Sprachbetrachtung und gründliche Beschäftigung mit Texten sowie ihrem kulturellen Kontext eignen sich die Schülerinnen und Schüler auch unter Nutzung geeigneter digitaler Medien wesentliche Lern- und Arbeitstechniken sowie Strategien der Selbstorganisation an. Damit können sie ihr Vorgehen bewusst an den fachspezifischen, auf Präzision zielenden Erfordernissen ausrichten, ihre Lernfortschritte selbst einschätzen, unterschiedlichste Aufgaben- und Problemstellungen eigenständig und systematisch lösen sowie ihre Arbeitsergebnisse selbstkritisch überprüfen.

2.2 Prozessbezogene Kompetenzen und ihre Gegenstandsbereiche
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Das Kompetenzstrukturmodell im Fach Griechisch definiert den analysierenden, reflektierenden und synthetisierenden Umgang mit den drei Gegenstandsbereichen – griechischen Texten, deren sprachlicher Basis und deren kulturellem Kontext – als die zentralen Kompetenzen, die im Griechischunterricht aufgebaut werden.

Beim analysierenden Umgang liegt der Schwerpunkt auf der Aufgliederung des Gegenstands und auf seiner Bearbeitung nach Einzelaspekten, z. B. wenn ein bestimmter Gesichtspunkt herausgearbeitet oder untersucht wird.

Beim reflektierenden Umgang liegt der Schwerpunkt auf dem überblickshaften und umfassenden Zugriff auf den Gegenstand, der als Ganzer bearbeitet wird, z. B. wenn ein Nachweis erbracht oder ein Begriff definiert werden soll.

Beim synthetisierenden Umgang liegt der Schwerpunkt auf der Kombination und Integration verschiedener Aspekte zu einer Einheit oder auf der Herstellung einer neuen Einheit. Dies ist z. B. bei einer Interpretation, einer Übersetzung oder bei einem Vergleich der Fall.

Bei den griechischen Texten handelt es sich in der Spracherwerbsphase um Lehrbuchtexte zu Themen aus der griechischen Antike, in der Lektürephase um literarische Texte von Autoren der Weltliteratur, wie z. B. Homer, Herodot, Sophokles und Platon. Die Texte stammen aus verschiedenen antiken Gattungen, z. B. Epos, Historiografie, Tragödie und philosophischem Dialog, welche in der griechischen Antike entwickelt, in der lateinischen Literatur rezipiert und für die Weltliteratur z. T. bis heute prägend wurden.

Als sprachliche Basis werden Wortschatz- und Grammatikkenntnisse erarbeitet, mit denen die Schülerinnen und Schüler griechische Texte bis zu einem anspruchsvollen literarischen Niveau übersetzen und interpretieren können.

Bei der Erschließung des kulturellen Kontextes werden die Texte und ihre Autoren in die historischen, sozialen und politischen Verhältnisse sowie in die literaturgeschichtlichen Voraussetzungen ihrer jeweiligen Zeit eingeordnet. Auf dieser Basis untersuchen die Schülerinnen und Schüler auch deren Rezeption in späteren Zeiten und erfassen so ihre Bedeutung für die Kulturgeschichte.

2.3 Die vier Dimensionen des Kompetenzaufbaus
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Der Aufbau dieser zentralen Kompetenzen vollzieht sich im Rahmen von vier umfassenden Dimensionen, nämlich der inhaltlich-fachsystematischen, der philologisch-methodischen, der persönlich-existenziellen und der gesellschaftlich-politischen Dimension.

Zwischen diesen vier rahmenden Dimensionen und den zentralen Kompetenzen mit ihren Gegenstandsbereichen besteht ein Verhältnis wechselseitiger Abhängigkeit: Der analysierende, reflektierende und synthetisierende Umgang mit griechischen Texten, ihrer sprachlichen Basis und ihrem kulturellen Kontext findet stets im Hinblick auf eine oder mehrere dieser Dimensionen statt und erweitert sie dadurch. Er setzt aber auch Fähigkeiten aus diesen Dimensionen zumindest teilweise schon voraus: So kann z. B. auch ein einfacher Text nur mithilfe grundlegender Fertigkeiten im Bereich der inhaltlich-fachsystematischen Dimension (Umgang mit Wortbedeutungen sowie Erscheinungen der Formen- und Satzlehre) erschlossen werden; umgekehrt wird jeder derartige Erschließungsvorgang die bereits vorhandenen Fähigkeiten festigen und sie bei einem entsprechenden Anforderungsniveau auch weiter steigern.

Wenn der Kompetenzaufbau im Griechischen v. a. unter inhaltlich-fachsystematischen Aspekten erfolgt, wird im Schwerpunkt ein Beitrag zum Aufbau der Sachkompetenz geleistet:

Da die inhaltlich-fachsystematische Dimension den unverzichtbaren und charakteristischen Kern des Griechischunterrichts bildet, wird diese Dimension auch in den Grundlegenden Kompetenzen und im Fachprofil des Lehrplans detailliert entfaltet (s. u. Punkt 3).

Wenn der Kompetenzaufbau im Griechischen v. a. unter philologisch-methodischen Aspekten erfolgt, wird im Schwerpunkt ein Beitrag zum Aufbau der Methodenkompetenz geleistet:

Wegen des oftmals hohen Komplexitätsgrades griechischer Texte, zumal literarischer Originaltexte, kann nicht immer ein rascher Zugriff auf ihren Inhalt erfolgen. Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten sich daher die Inhalte schrittweise, planvoll und konzentriert. Die dabei geübte Herangehensweise stellt in ihren einzelnen Phasen eine Vorschule wissenschaftlicher Methodik dar: exakte Analyse lexikalischer, grammatikalischer und syntaktischer Phänomene, Berücksichtigung eines größeren Kontextes, Hypothesenbildung, Kombination bzw. Synthese der Einzelbeobachtungen und Überprüfung der Ergebnisse auf ihre Richtigkeit.

Die Schülerinnen und Schüler eignen sich im Fach Griechisch geeignete Strategien zur Lösung fachimmanenter sowie anderer, auch fachfremder Aufgabenstellungen an: Die infolge der fremden Welt der Antike notwendige und deshalb beständig eingeübte Methodik der Informationsbeschaffung und des Wissenserwerbs befähigt die Schülerinnen und Schüler, solche Techniken auch auf andere Fächer und Themenbereiche zu übertragen. Sie sind in der Lage, gezielt zu recherchieren und gedruckte Fachwerke (z. B. Lexika, Grammatiken, Fachzeitschriften etc.) sowie für den Griechischunterricht relevante digitale Medien zu nutzen. Aufgrund ihrer analytischen und rhetorischen Schulung im Fach Griechisch können sie ihre Arbeitsergebnisse auch übersichtlich, sachangemessen sowie adressatengerecht präsentieren und in der Gruppe diskutieren – allesamt Kompetenzen, die nach dem Erwerb des Abiturs weiterhin einen hohen Stellenwert haben, sei es an der Hochschule oder im Berufsleben.

Wenn der Kompetenzaufbau im Griechischen v. a. unter persönlich-existenziellen oder gesellschaftlich-politischen Aspekten erfolgt, wird im Schwerpunkt ein Beitrag zum Aufbau der Selbst- und Sozialkompetenz geleistet:

Sowohl die spezifischen Inhalte des Griechischunterrichts als auch die in diesem Fach erforderliche Arbeitshaltung stehen in engem Zusammenhang mit der persönlich-existenziellen wie auch mit der gesellschaftlich-politischen Dimension. In beiden Bereichen werden die Schülerinnen und Schüler gleichermaßen gefordert und gefördert.

So werfen die in der griechischen Literatur behandelten Themen immer wieder Grundfragen menschlicher Existenz, der individuellen Lebensführung, des gesellschaftlichen Zusammenlebens und der Wissenschaftsgeschichte auf. Dadurch werden die Jugendlichen dazu angeregt, in der Auseinandersetzung mit tradierten Vorstellungen eine sinnvolle persönliche Wertorientierung zu finden. Diese wird immer wieder reflektierend überprüft und differenziert, um die Ausbildung einer tragfähigen Wertehierarchie zu fördern, wie sie bei jungen Erwachsenen im Hinblick auf die eigene Lebensplanung notwendig ist. Dabei nimmt das "Prinzip Verantwortung" – für sich selbst und die Mitmenschen – eine entscheidende Position ein, gerade in einer zunehmend von Digitalisierung geprägten Welt, da neben dem Aspekt der Mediennutzung auch Medienreflexion und medienethische Fragestellungen eine wichtige Rolle spielen.

3 Aufbau des Fachlehrplans im Fach Griechisch
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Im Fachlehrplan steht wie schon bei den Grundlegenden Kompetenzen sowohl für die Spracherwerbsphase als auch für die Lektürephase die inhaltlich-fachsystematische Dimension im Mittelpunkt. Die philologisch-methodische und die für den gymnasialen Bildungsgang wesentliche persönlich-existenzielle sowie die gesellschaftlich-politische Dimension kommen jedoch ebenfalls zur Geltung. Der Aufbau des Lehrplans ist dem Prinzip der fortschreitenden Aneignung der Grundlegenden Kompetenzen verpflichtet, deren Progression über die Jahrgangsstufen hinweg jederzeit erkennbar bleibt.

Schon das Kompetenzstrukturmodell (s. o. Punkt 2) lässt erkennen, dass die Texte mit ihrer sprachlichen Basis und ihrem kulturellen Kontext im Zentrum des Faches Griechisch stehen. Dies gilt bereits für die Spracherwerbsphase (Jgst. 8, 9 und 10/1), und entsprechend werden die Lernbereiche gemäß den Gegenstandsbereichen des Kompetenzmodells benannt. Ihre Reihenfolge verdeutlicht die Vorrangstellung des Textes, der freilich aus einzelnen sprachlichen Elementen besteht und im Unterricht in die antike Kultur eingebettet wird.

Da im Fach Griechisch Kompetenzerwerb und Fachinhalte nicht voneinander zu trennen und letztere auch für die Progression der Kompetenzen über die Jahrgangsstufen hinweg entscheidend sind, wird im Fachlehrplan eine integrierte Darstellung von Kompetenzerwartungen und Inhalten vorgelegt. Die fachspezifischen Methoden werden in einem eigenen Lernbereich „Methodik“ zusammengefasst.

Ab der Phase einer fakultativen Übergangslektüre in Jahrgangsstufe 10 erfolgt der Kompetenzerwerb nicht mehr anhand von Lehrbuchtexten, sondern anhand von Originaltexten, die in der Übergangslektüre auch adaptiert sein können.

In der Lektürephase (Jahrgangsstufe 10/2 – 13) stehen Texte der Weltliteratur im Mittelpunkt der unterrichtlichen Arbeit. Die Lernbereiche werden unter der Überschrift „Texte und ihr kultureller Kontext“ fortan nach thematischen Schwerpunkten (z. B. „Der Mensch auf der Suche nach Wahrheit“) gegliedert, innerhalb derer freilich wiederum jetzt auf die Originallektüre zugeschnittene Kompetenzerwartungen mit entsprechenden Inhalten formuliert werden; diese bleiben auf die Kompetenzen und Gegenstandsbereiche des Kompetenzstrukturmodells bezogen.

Nach der Überschrift eines Themenblocks werden zu Beginn diejenigen Kompetenzerwartungen aufgeführt, die für alle Autoren bzw. Texte dieses Bereichs einschlägig sind. Die darauf folgenden Kompetenzerwartungen sind den jeweiligen Autoren bzw. Texten zugeordnet.

Die Lernbereiche „sprachliche Basis“ und „Methodik“ werden in der Weise fortgeschrieben, dass in ihnen Kompetenzerwartungen benannt werden, die für alle thematisch definierten Lernbereiche einschlägig sind (z. B. im Bereich der Sprache die Ergänzung des Grundwortschatzes durch autoren- oder gattungsspezifischen Wortschatz oder im Bereich der Methodik die zielführende und zunehmend selbständige Verwendung eines griechisch-deutschen Wörterbuchs).

Mit den im Halbjahr 10/2 und in Jahrgangsstufe 11 behandelten Themen (z. B. Frage nach einem gelingenden Leben, mythisches Weltbild, athenische Demokratie) werden auch Grundlagen geschaffen, auf die bei einer Weiterführung des Faches in der Qualifikationsphase zurückgegriffen wird. In den Jahrgangsstufen 12 und 13, in denen ein dreistündiger Kurs auf grundlegendem Anforderungsniveau oder ein fünfstündiger Kurs auf erhöhtem Anforderungsniveau gewählt werden kann, wird das literarische Spektrum hinsichtlich Literaturformen und Themen erweitert (z. B. Tragödie, Staatsphilosophie). In den entsprechenden Texten lernen die Schülerinnen und Schüler verschiedene Möglichkeiten der Weltdeutung kennen, indem sie die Veränderung des griechischen Weltbildes mitverfolgen, und zwar von einer durch Mythen geprägten zu einer zunehmend von der Vernunft bestimmten Weltsicht und damit von heteronomem zu selbstverantwortlichem Handeln. Die Schülerinnen und Schüler erkennen dabei anhand der Texte auch den Zusammenhang von Sprache und Denken und die fortschreitende Entwicklung von den konkreten Bildern der griechischen Mythen bis hin zur abstrakten Terminologie der Philosophie.

Zudem erweitern die Schülerinnen und Schüler die bis dahin erworbenen Grundlegenden Kompetenzen bis zu dem Niveau, das für ein erfolgreiches Bestehen der Abiturprüfung erforderlich ist. Insbesondere bauen sie ihre Fähigkeiten im Bereich der inhaltlich-fachsystematischen und der philologisch-methodischen Dimension aus, die nach dem Übertritt an eine Hochschule für verschiedene Studiengänge relevant sind.

4 Zusammenarbeit mit anderen Fächern
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Wegen der Themenvielfalt im Fach Griechisch gibt es zahlreiche Anknüpfungspunkte zur fächerübergreifenden Zusammenarbeit:

Hinsichtlich Sprache und Literatur lassen sich vielfältige Brücken schlagen zu Deutsch, Latein und den modernen Fremdsprachen, auch unter dem Aspekt der mannigfaltigen Rezeption typisch griechischer Denkmuster und dem Aspekt der Empfänglichkeit für die Schönheit von Sprache und Literatur.

Die Wiederaufnahme griechischer Themen und Motive in Kunst und Musik stellt ein wesentliches Bindeglied zu diesen beiden Fächern dar. In der Beschäftigung mit der griechischen Kunst und Architektur gewinnen die Schülerinnen und Schüler z. B. Maßstäbe zur Beschreibung und Einordnung der Objekte und entwickeln eigene ästhetische Kriterien.

Politische, historische und gesellschaftliche Themen sowie die Verbindung zwischen Griechenland und Bayern im 19. Jahrhundert können in der Zusammenarbeit mit Geschichte sowie Politik und Gesellschaft in den Mittelpunkt treten, philosophische Fragen eröffnen Querverbindungen zu Religionslehre und Ethik. An vielen Stellen bietet sich auch die Kooperation mit Mathematik, Physik, Chemie, Biologie und Geographie aus historischer Perspektive an.

Ergänzend zum griechischen Sprach- und Literaturunterricht ist zudem eine Vielzahl von Projekten, Theater-, Kino-, Museums- und Ausstellungsbesuchen, Stadtführungen und Studienfahrten denkbar.

5 Beitrag des Faches Griechisch zu den übergreifenden Bildungs- und Erziehungszielen
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Das Fach Griechisch, in dessen Zentrum der Umgang mit Texten steht, versteht sich als Sprach- und Kulturfach. Auch wenn daher sein Beitrag für die Sprachliche sowie für die Interkulturelle und Kulturelle Bildung besonders groß ist, erschöpft er sich doch nicht darin, sondern wird um weitere Schwerpunkte in der Medienbildung bzw. Digitalen Bildung, im Sozialen Lernen und insbesondere in der Politischen Bildung und Werteerziehung ergänzt.

Sprachliche Bildung
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Im Bereich der Sprachlichen Bildung vermittelt das Fach Griechisch Kompetenzen, von denen Schülerinnen und Schüler für beinahe alle anderen Schulfächer und weit darüber hinaus profitieren. Texte genau zu lesen, sprachliche Merkmale differenziert wahrzunehmen und sie mit der enthaltenen Information in Verbindung zu bringen, eine mögliche Aussageabsicht des Autors zu erschließen, nötigenfalls auch zwischen den Zeilen zu lesen, schließlich den Inhalt vollständig zu erfassen und ihn zu deuten, sind wesentliche Fähigkeiten in der heutigen zunehmend von digitalen Medien geprägten Kommunikationsgesellschaft. Das Fach Griechisch schafft durch sprachsensiblen und die Fachsprache entwickelnden Unterricht auch für mehrsprachige Schülerinnen und Schüler mit Deutsch als Zweitsprache die sprachlichen Voraussetzungen, dem Unterricht angemessen folgen sowie fachliche Kompetenzen erwerben und zeigen zu können. Die vertiefte Auseinandersetzung mit Sprache und Text und die regelmäßige Interpretation von literarischen Werken lassen die Schülerinnen und Schüler Texte nicht nur besser verstehen und analysieren, sondern fördern zudem ihre Sicherheit im aktiven mündlichen und schriftlichen Sprachgebrauch sowie eine gut nachvollziehbare, sprachlich und stilistisch angemessene, situations- und adressatengerechte Darstellung auch von komplexen Sachverhalten.

Medienbildung/Digitale Bildung
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Die Digitalisierung verändert die Lebenswelt grundlegend, vor allem in den Bereichen der Information und Kommunikation. Dieser Entwicklung trägt das Fach Griechisch mit seinen methodischen und inhaltlichen Schwerpunktsetzungen in mehrfacher Hinsicht Rechnung, z. B. bei der Frage nach Sein und Schein oder bei der Problematik rhetorischer Manipulation.

Griechisch schafft u. a. durch Sprachreflexion, kritisches Hinterfragen von Texten und Einordnen von Inhalten in größere Kontexte Grundvoraussetzungen für eine gleichermaßen effiziente wie kritische Nutzung moderner Informationsmedien und Kommunikationsmittel sowie für eine grundlegende Reflexion über die Verlässlichkeit und den Stellenwert verschiedener Medien. Aufgrund einer kontinuierlich geübten Analyse und Deutung komplexer syntaktischer und inhaltlicher Strukturen und eines entsprechend souveränen Umgangs mit Sprache und Text können die Schülerinnen und Schüler gezielt auf Informationen zugreifen, sie klassifizieren und bewerten. Zum anderen bieten ihnen die digitalen Hilfsmittel sowohl im rezeptiven als auch im produktiven Bereich zahlreiche Möglichkeiten, ihre Lernprozesse individuell, effektiv und zugleich attraktiv zu gestalten, z. B. bei der Wortschatz- und Grammatikwiederholung oder bei der Auseinandersetzung mit Inhalten aus dem kulturellen Kontext. Überdies können die Schülerinnen und Schüler digitale Medien nutzen, um auf Lernplattformen interaktiv und kollaborativ zu arbeiten oder Arbeitsergebnisse sachgerecht und adressatenbezogen zu präsentieren.

Kulturelle und Interkulturelle Bildung
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Im Sinne der Kulturellen Bildung wird nicht nur kognitiven Formen der Auseinandersetzung mit antiken Themen, sondern auch kreativen Aneignungen und Umsetzungen Raum gegeben; als Beispiele für letztere seien produktive Umsetzungen szenischer, musikalischer oder künstlerischer Art genannt. Die Schülerinnen und Schüler begegnen von Anfang an nicht nur der griechischen Sprache und Literatur, sondern gleichzeitig immer auch der griechischen Kultur in all ihren Facetten: Diese bildet eine wesentliche Grundlage der europäischen Kunst- und Geistesgeschichte, an der die Schülerinnen und Schüler ein Bewusstsein dafür entwickeln, selbst in eine bestimmte kulturelle Tradition eingebunden zu sein. Gegenüber der eigenen Lebenswirklichkeit weist die Antike gleichermaßen Unterschiede wie auch Gemeinsamkeiten auf, die bei einem modellhaften Vergleich deutlich hervortreten sowie diskutiert und bewertet werden. Das Erfassen von Parallelen und Kontrasten fordert dazu heraus, derartige Vergleiche auch auf gegenwärtige andere Traditionen und fremde Kulturen auszudehnen, ihnen Interesse und Neugier entgegenzubringen und ihnen mit Achtung und Toleranz zu begegnen. Zudem setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit Stilmustern und Literaturformen auseinander, die für spätere Zeiten maßgeblich wurden (z. B. die Tragödie zur Zeit der athenischen Klassik), und werden dazu angeregt, Figuren, Motive und Themen griechischer Literatur und Kunst in späteren Entwicklungen nachzuvollziehen.

Soziales Lernen, Politische Bildung und Werteerziehung
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Ausgehend von Texten und Themen der griechischen Antike bieten sich weiterhin zahlreiche Anknüpfungspunkte für die Politische Bildung und die Werteerziehung. Die in diesen Texten verhandelten Fragen nach den Grundlagen menschlichen Zusammenlebens oder der besten Staatsform, nach dem Verhältnis des Einzelnen zu Gesellschaft und Staat sowie nach Recht und Gerechtigkeit sind nach wie vor im gesellschaftlich-politischen Diskurs präsent. Es eröffnen sich Möglichkeiten zur Diskussion, zur kritischen Stellungnahme, zum Argumentieren, zum Vertreten eines eigenen fundierten Standpunktes und zur Entwicklung einer respektvollen Haltung gegenüber anderen Auffassungen.

In der griechischen Individualphilosophie, in deren Mittelpunkt das Wirken des Sokrates steht, geht es um das moralisch gute und gelingende Leben und die zugehörige Ethik. Auf dieser Grundlage setzen sich Schülerinnen und Schüler reflektierend mit fremden Normen auseinander, entwickeln eigene Wertvorstellungen, diskutieren und modifizieren diese, geben begründete Werturteile ab und finden schließlich zu einem eigenen Standpunkt.